Indiana Tribüne, Volume 20, Number 168, Indianapolis, Marion County, 7 March 1897 — Page 7

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Hdol. Teilte bedtt?.ichc Historie tun ?)r. O'wlglaß Keinen Tropfen Alcohsl mehr, Herr Wanstler!" hatte der Doctor gesagt. Und der Frau Particulier Wanftler hatte er vor der Thür nochrnals dringend eingeschärft, dem leöerkranken Gemahl alle geistigen Getränke bor der Nase wegzuräumen. Gehört Himbeersaft auch dazu?" Nein, Verehrteste!" verabschiedete sich der Doctor. Etliche Tage ging die schwierige Angelegenheit des Abstinirens recht gut von Statten. Herr Wanstler, mit einem lebhaften Sinn für Nomantik ausgerüstet, dünkte sich überaus in teressant und ein Musterbild männlicher Energie. Freilich, je länger die Geschichte dauerte, um so ungemüthli cher wurde ihm; und schon begann er, in seiner Seele bedenkliche Pläne herumzuwälzen. Ach was, so ein Bissel Wein hie und da. nur eben um den Lebensmuth wieder aufzufrischen das wird doch nichts schaden! Kann nichts schaden, wenn mit Maß geschieht; natürlich mit Mab. Wozu ist man ein Mann? Und überhaupt: soll man sich so bin den und fesseln lassen? Nein, nein, das Lre unwürdig!" Er versank in tiefes Nachsinnen. So Hanz .offen konnte er's natürlich nicht treiben; denn er hatte gewaltigen Respect vor'Mer Gattin Babette. Er mufeie sich ein ganz raffinirtes Mittel ansdenkM. Und er sann mit wild arbettender Phantasie nach. Wie das Ehepaar m der Abendbärammrng desfelbigm Tages beisammen saß, hub Herr Wanstler auf einmal an: Du, Frau, man geht doch eigentlich mit seiner Gesundheit recht leichtsinnig

um. D Min Metli föant ' ihn scharf an unb entgegnete: So, Alter, geht Ttt doch auch emmal ein Licht auf!" 3ch mein's nicht so. Da hab' ich eben in der Zeitung einen Artikel über dos Odol yelesen. (55, ist ganz unverantwortlich, wie man seine Zähne dernachlässigt; aber die schlimmen Folgen bleiben nicht aus. Beim heiligen Bimfcarn, ich spür' auch schon die allerhand Beschwerden, die da geschildert werden. Wenn ich morgen meinen Spaziergang mache, nehm' ich mir doch so ein Fla scherl mit heim." 2Tch was," erwiderte Frau Babette, toozu so neue Narrheiten?" Herr Wansterl hatte aber doch eine Flasche Odol mit nach Haus gebracht und zwar gleich eine große. Man kommt auf diese Weise viel billiger weg." hielt er, der über den wenig verschreibenden Doctor so wie so ärgerlich war. der skeptischen Gattin entgegen. Jch danke für derlei Kram," sagte die, .ich bleibe beim Alten." . Um so besser dachte sich der biedere Gemahl. . ......... Das vornehme Gefäß wurde nicht auf dem Waschtisch des Ehepaares un tergebrscht, sondern im Kleiderkasten des Harn Wanstler. Das Odol konnte sonst verriechen," raewte der hygienische Privatmann. , Aber mit eine? Aufopferung und sainbaren Selbstüberwindung, die seiner Frau Verwunderung abnö thigte, betrieb er die Cultur seines Zahn geheges. und verschwand nach je der Mahlzeit im Schlafzimmer, um Mund und Zähne total vor allen zahnfressenden Stoffen- zu schützen. Daß er in unglaublicher Verworfenheit den Inhalt der Flasche hinter einem Tannenbaum ausgegossen, die Flasche gründlich gespült und mühsam beim profitwüthigen Apotheker um theures Geld mit Teres hatte auf füllen lassen, und daß dies jeden Tag beim Morgenspaziergange wieder und wieder geschah, das behielt er freilich in seinem verdorbenen Herzen. Aber die Nemesis blieb nicht aus. Als Herr Wanstler wieder einmal auf seiner ErgänzungZpilgcrsahrt begriffen war. bekam seine Gattin Zahnschmerzen und wollte es in ihrer Einfalt nun doch einmal mit diesem neumodischen Elixir versuchen. Die Flasche war jedoch aus dem Kasten verschwunden. Sehr zur Unzeit kam eben der Gemahl fröhlich lächelnÄ heim. Ich kann Dem Odol nicht finden!" rief ihm die Zahngepeinigte entgegen. Verlegen erwiderte Herr Wanstler: Jaso nun freilich ach ja; eben habe ich einenge Flasche geholt. Aber wozu " Her damit!" Und sie riß ihm das blau - weiße Unglücksgefäß cms der Hand und begann es krampfhaft gegen ein leeres GlaZ auszuschütteln. Wie sie aber den bräunlichen Saft an die Lippen brachte, war mit einem Schlag das Wh vorüber, denn eine viel schmerzlichere Erleuchtung kam über sie. 'Christoph!. WaS ist denn das? Ich glaube gar. Du hast da O, Christoph, jetzt komm' ich DZr hinter Deine GeHeimgänge! Das heißt man also die Zähne pflege?! Jawohl. Desnen Weinzahn. Du Hallodri !" Wir lassen im Gefühle unserer Unfähigkeit, der nachfolgenden Erorte rung in ihrer ganzen dramatischen Wucht gerecht zu werden, bescheiden den Vorhang der Nächstenliebe fallen. Gemüthlich. Nachtwächter: Jetzt begegne ich Ihnen fchon zum vierten Male; Sie haben wohl keine Wohnung?" Strolch: Augenblicklich nicht, aber ich suche eine. . . wissen Sie nichts Passendes?" Verschnappt. Weinreisen der: ... Nachdem wir das Geschäft nun abgemacht haben, lade ich Sie ein zu einer guten Flasche Wein!" Wirth: .Gut wobin sieben wirl . .

und Zagd. Von Karl Wolf in Meran. Vor der Auslage eines Geschäftes, welches die Firma Zum Touristen" führte, standen der Sixt und der Hartl und starrten auf zwei Dinger hinein, über deren Gebrauch sie sich vergeblich die Köpf: zerbrachen. Daß die Stadtleut' Alles viel noblicher und klüaaer hab'm mllss'n als mir Vergler. sell ist a ausg'machte Sach'," erklärte Hartl. Weil ihnene Krippen (Körper) zarter sein. Kannst Di no b'stnnen auf sell Stadtherrl, der mit uns -Rahmmus 'gess'n hat? Was ist an an' Rahmmus d'ran? Für unser Drei a Milchschüss'l voll Rahm, zwei Faust groß Butter, a Handl voll Mehl und Alles fein aufg'röstet in ar Pfanne'n. Ist dös nit a vornehm's Essen? Und ihm ist's auf'n Mag'n g'leg'n. Halt, wie ma so sag'n thut; lieg'n ist's freist nit blieb'm 's Rahmmus. Alsdann die Stadtlinger hab'm halt a klüagere Kripp'.Lweg'n dem ist ihr Vrauchszeug a all's klüager g'macht. Was denen Stadtlingern Bergschuach sein, sein ins Tanzschuach. Die Bergsteck'n glanz'n, als war'n s' mit Speck cing'schmirbt. Thua von die Schneeroaf'n die Strückler ausziach'n, nacher kannst sie zu Phortographierahmler bab'm, und in an föttan vürnehmen Schnurser trauet i mir in koanerWeis' meine g'schmirbten Schuach, die Speckschwarten, die Sagen zu fettnen, 's Schmalztegele und 's Mehlsackl einzufass'n. Schaug die Latscheern (Laterncn) an! In ar Kirch'n war'n s' gnüagele, und die Gletschersoaler, an KaPaziner kannst gürtlen dermit. All's vürnehmer hab'm sie. die Stadtleut'!Der Sizt hatte kaum hingkhorcht auf die Erklärungen seines Kameraden. Er betrachtete die zwei sonderbaren Dinger und schüttelte den Kopf. Wenn jet a Mensch käm' und saget, Zahn ztach'n thuat man mit de zwoa Dinger, oder die Sterngugger hanglen mit de krummen Hölzer in Mond vom Himmel, glaben mühet i's, a sou kenn' i mi' aus dermit sagte Sixt. A sou g'wundrig bist?" sagteHaril. Ohne lange Ueberlegung öffnete er die Thüre des Geschäftes und pfiff gellend hinein. Du.Ladenpunzer (Verkäufer), kimm her. Was sein denn dös do für zwoa Dinger?" Der Commis kam lächelnd heraus und sagte: Die zwei krummen Hölzer meinen Sie?" Was "Sie" moant, woaß i nit", brummte Sizt, den die höfliche Vezeichnung ärgerte, i moan halt die zwa Dinger, de da drinnet kreuzweis aufg'stellt sein." Das stnd Ski lachte der Commis. Mensch. Dir ist ' halbete Wori in der Gurgl steck'n blieben," lachte Hartl zurück. Sölle langeDinger können nia sou an kurz'n Namen haben." Ski ist schon richtig." belehrte der Commis. Das ist schwedisch." A richt!', aus'n selb'm Land', wo die Zündhözlen auf bocklederne Hos'n nit ankent'n. I wär amal bald verfror'n, wie i hab' müss'n auf'n Kreuz-, soch nachtig'n. A ganzeGstattl voll sölln Zündhölzchen hab' i gehabt undBrennholz gnuag. Aber nit a oanzig's Hölzl hat brunnen. Hab' i mir an Schübl dürresLab zusammeng'suacht und hab' mit meiner Büj. dreing'schossen. Und erst an der Gluath vom ankentetenLab Habens brennt, de Teuf'lshölzer!" erzählte Hartl. Und was thuans denn mit de Holzer?" drängte fast ungeduldig Sizt. Das sind Schneeschuhe!" A hör' auf, du Brinesl! Sohl'n hab'n de Schuach freili', aber kuan Ueberleder. Und nachher den Mensch' möcht' i sech'n, der a sötte lang's Fürgschuach braucht!" Gewiß sind das Schneeschuhe," versicherte der Commis. Im hohen Rorden legen die Menschen weite Strecken zurück mit diesen Schuhen. Sie sinken nicht im Schnee und mit den Skis kann man ebene Strecken durchlausen, man kann steile Abhänge erklettern und so schnell fährt kein Eisenbahnzug, wie ein Skiläufer eine abschüssige Stelle hinunterrast." -.Jcht die Flinkigkeit mit der Bahn, sell thuat m' nit angreif'n," sagte Hartl. I bin amal g'fahr'n auf der Maruner Bahn. Jetztern thu' i wiss'n, z'weg'n warum man de Bahn a Sekulärbahn benennt. Weil die Fahrt fchier a Sekulum dauert." Der Sizt aber betrachtete sich die ausgestellten Ski genau von allen Seiten. Mit der Spanne seiner pechigen Hand nahm er das Längenmaß derselden ab. so, daß man an der glänzenden Fensterscheibe genau sah, wo er' den Daumen und wo den Mittelfinger angesetzt hatte. Die Breite des Ski machle ihm ernstlich Sorge, wenn er seine Schuhe verglich. Aber meZ dachte er sich, de Schgider sein den zart'nSradthar'n ang'mess'n. auf denen koan G'wicht ist. I mach' mir sie a fezzele stärker.- - ' Auf dem ganzen Wege hinein Zu das lange Passcirer Thal dachte SZrt an nichts mehr, als an die neuartigen Schneeschuhe. Er sah sich schon va Geiste daheim in dem kleinen, dem Hause angebauten Schupfen an der sogenannten Schnitzlbank" sitzen un an den Schgider" arbeiten. Das Holz hierzu toußte er auch schon. Bor einigen Jahren war aus der Stadt zur Winterszeit immer eine Anzahl Herren gekommen, welche dem Rodlsport huldig ten. Das sind kleine, niedere Schlitten, einsitzig oder auch für mehrere Personen aesertiat. Diese Rodeln sind aus ungemew zähem Holze gefertigt, weil sie, bei der rasenden Fahrt über die abschüssigenBergwege, einen großenDruck aushalten müssen. Wichtiger aber, sie sind zart gearbeitet, weil eine solche Rodl vom Sportler stundenweit auf dem Rücken in die Berge getragen werden muß. um zur Abfahrt eine möglichst große Höhe zu erringen.

Eine ganz eigenthümlich geoautt viersitzige Rodl war schon vor einigen Jahren zurückgeblieben. Es. war eine neue Erpfindung. DieRodl hatte breite Krummhölzer, welche die schwere Last von vier Personen auf lockerem Schnee leichter tragen sollte, aber hierdurch die Lenksamkeit verlor. Leicht zu lenken muß in den Zick - Zackwegen der Berge eine Rodl sein, wenn sie nicht den Rodler in große Gefahren bringen soll. Die flachen Krummhölzer diese? Rodl, reichlich einen und einen halben Meter lang und vielleicht fünfzehnCentimeter breit, sollten die schwedischen Schneeschuhe abgeben. Sizt war der fleißige, arbeitsame Kil?cht nach wie vor. Aber jeden freien Augenblick verblendete er für seine Schgider". Er hatte die Krummhölzer von der Rodl abgeschraubt und am Sonntag kaufte er beim Krämer zwei starke Riemen, festen Bindfaden, einige dreitköpfige Schrauben und nun be gann die eigentliche Arbeit. Mit Hilfe eines Paares alter Schuhe, deren Sohlen er unter dem Ballen durchschnitt, mit zwei kleinenCharnieren wieder verband und so dem Schuh die nöthige Biegsanlkeit gab, gelang es ihm wirklich. eine Vorrichtung zusammenzubringen, daß er die Krummhölzer an den Füßen befestigen konnte. Dann schmierte er den ganzen Ap-

parat über und über mit Speck ein, stellte ihn in seiner Kammer in eine Ecke und war wieder ein normaler Mensch. Nur einmal, mitten in der Nacht war es, da schoß er jäh in seinem Bette empor, so, daß der neben ihm liegende Hartl mit einem mächtigen Satze unter der dicken Pferdedecke herausfuhr und nach einem Beil griff, denn er hatte von Räubern geträumt und meinte, dieGeschichte geye nun los. Aufmerksam horchten Beide in dieDunklheit hinein. iOa vernahm man nichts als ein leiszZ firnissen aus der Ette, wo die Sckme;schuhe standen. Da stand der Sizt auf, tappte sich in die Ecke, griff die Schnee schuhe aus und versHloö sie in seinem Schrein. Die ganze Scene beleuchtete, hochlichst verwundert, Hartl, ein Zündholz, chen nach dem anderen anbrennend. Als Sixt wieder unter die Decke schlüpfte, sagte Hartl: Jetzt, wenn 's nit zu wett sein thät in die Stadt außi, zelm ist a nuier Docter, der auf's Narrische g'studirt ist, einerhol'n gang i ihn." Erstaunt frug der Sixt: Ja zweg'n zwui (warum) denn?" Mensch, Dir ist a Tropf'n Gall in's Hirn kummen und wenn sell sein thut, werd'n die Leut' bocknarrisch." Hellauf lachte der Sixt. Na, na, Hartl, leg' Di lei ein! in's Bett. Bist glattweg sicher von mir aus. Hast denn nit g'hört, wia a Maus mein' eing'speckt'n Schgider ang'fress'n hat?Ruhig kroch nun auch der Hartl UNter die Decke. Nach einerWeile brummte er: Narrisch, g'rad' was man a sou sag'n thuat, narrisch ist er nit, aber auf Ostern zeitig." Neugierig drehte sich der Sixt noch einmal um: Zwui zeitig auf Ostern?Weil man zelm die größt'n Ochs'n abschlagt," sagte gelassen der Hartl. Endlich siel reichlicher Schnee. Darob große Freude an zwei Orten. Der Sixt stieg hinan gegen den Wald und musterte den Platz, wo er seinen ersten Versuch mit seinen Schneeschuhen machen wollte. Ganz heimlich sollte es geschehen, denn eist als geübter Läufer wollte er sich seinen Landsleuten zei- -gen.' In acht Tagen war Vollmond undda sollte die erste Fahrt sein. Er hatte sich Alles fein ausgeklügelt. Zuerst kam die große Heide, welche vomWaldrand sanft abstieg bis zum Wege, wo die Leute Holz und Heu aus den höheren Bergorten zu Thal brachten. Dort wollte er einbiegen und, wie er ja schon hundertmal mit demSchlitten abgefahren war, wenn er Holz oder Heu ein bringen sollte, auch in der mondhellen Nacht mit seinen Schneeschuhen sanft niedergleiten. Der Weg war eine Biertelstunde lang, genug für den' ersten Versuch. Gelang es, dann würde er in der nächstfolgenden Nacht schon höher hinauf in's Gebirge und wie der Wind zu Thale sausen. Na. die Passeirer sollten noch schauen! Und die Andern! die sich noch aus den Schnee freuten. daZ waren die Mitglieder des Jagdclubs aus der Stadt. Dazu gehörte auch der alte Sattlermeister, ein heftiger Gegner der Feuerwaffen. Der Pfeil ist. a ritterlich - männlich's G'schoß.- pflegte er immer zu sagen. Dennoch wurde er mit großer Stimmenmehrheit in der letzten Generalversammlung zum Obmann stellvertreter gewählt, denn er kochte die besten Knödl. Seine Knödl sein a Gedicht sagte der Apotheker, der Cassier des Vereins. Er konnte zwar auch nicht schießen, lieferte aber bei denAusflügen und Jagden den Cognac gratis. Ungarischen, Zwistern." Dann war noch der Herr Schriftführer, seines Zeichens ein Friseur. Der hatte ein mal einen Hasen geschossen, mitten auZ den Krautkövfen eines Gartens. MS man aber genauer hinsah, war es eine Henne. Die übrigen Herren des ClubZ waren ebenfalls mehr oder weniger große Jäger. Alle aber hatten sieJagd anzüge und Schnurfsäcke mit Blutflecken, vom Schweiße des erlegtenWil des selbstverftavdlicb. Der erste Schnee. Der Sattler kaufte harte Semmeln. Speck, Salami, Mortadella. Nun wußte die ganze Stadt, er ziehe zur Jagd aus. Auch die übrizeu Jäger rösteten sich zum Waidwerke, denn der Clubjäger, nebenher Vereinsdiener des Gesangvereins und Begräbnißansager, welcher mit fünf Gulden Monatsgage das Arrangement der Elubjagden übernommen hatte, versprach etwas ganz Absonderliches. Ein Fuchspassen bei Vollmond. Das war den Clubmitgliedern einmal etwaZ Neues und das Vereinsfactotum hatte ganz richtig speculirt. Sollte der Jagd club nicht bald seiner AuNösuna ent-

aeaen aeben, so waren zweiDinae notb-

wendig: Der Sattler mußte Specialist . i: r. ciucc neuen luuiuiiaicu f cic iuciucii und auf den Jagdgründen des Clubs munte sick ein neues Vroaramm abwickeln, denn die acht vorhandenen Hasen wurden schon fünf Jahre herumgesvrenat im Revier. Da batte ibm die Haslerbäuerin geklagt, daß ein Fuchs oft Umkehr halte ,m Hennenstau des Hofes und so entstand der Plan, ein Fuchspassen zu veranstalten. Munter und voller Zuversicht waren die Jäger in das Thal gekommen. In der Stadt hatten sie sich vier Hasen gekauft, denn nach dem Salali". wie der Vereinsjäger sich ausdrückte, sollte eine große Rnoolpartie mit Hasenragout stattfinden. In der lodenen Jagdjoppe mit Gamaschen, auf dem Hute einen Gemsbart, batte sich der Sattler in der Küche des Saltlacher Wirthshauses intalllrt und überwachte strenaen Auaes das Würfeln der Semmeln und Würste. n einer mächtigen Easserole dampfte das Ragout und alle Leute waren fröhlich und guter Dinge. Die Jäger aber stärkten sich vorerst in der Gaststube ordentlich und zoaen dann, laut johlend und lachend mit den Hunden in die Mondzacht hinaus, ihrem (Ätande-zu. Die Hunde machten nur ungerne mit. denn sie waren vorwiegend auf gekochtes Fleisch dressirt und aus der Küche roch es doch gar zu gut. erHaselhos war vomWirthshaus nur durch eine abschüssige Wiese getrennt und auf der niederen Weamauer hockend, spähte Hartl mit wässerigem cunve ylnunter in dieNuche. Schmunzelnd sah er zu. wie sich die ?läaer ringsum vertheilten, um den Fuchs avzupajjen, der sich selbstverständlich nicht blicken ließ, denn dort hinter dem Zaune knurrte ein Hund, unten beim Holzstock brannte sich einer die Pfeife VN UNO oruoen, ylnter der Scheune schäckerte gar einer der Jäger mit einern Dirndl aus dem Hofe. Alles dies beoWIele Hartl uu anüglichst und sann nach, wie er den Jägern einen Schabernack spielen könnte. Die Zeit wurde ihm schon lan-' ge, oenn eme stunde fast wartete cr aus den Sizt, der mit den Schgidern" ln die Höbe aestieaen war und dess:n Ankunft von der ersten Probefahrt Vartl gern angesehen hatte. Da auf einmal erschien oben am Eck. sich scharf im weißen Schnee abzeichnend, eine Gestalt, die aussah sast wie eine riesige Spinne. Lange Arme suchtelten in der Luft herum, dann sank die Gestalt in sich zusammen und plötzna) ragten mächtige lange Haken in die Höhe, dann wieder wirrer Knäuel kurz, fast unheimlich war es. Nun wurden die Hunde aufmerksam! Erst stürzte emer aus die Gestalt los. dann jwei, drei, vier. Jetzt knallte der Apotheker sein Gewehr auf das vermeintliche Wild ab. hinter dem Busch schrie der Kürschner: .Teufl. dös ist ia a 5,irsck' und drückte los, Pumms, schoß der Buchhandler ln me Luft, pumms! pumms! olgten die Schüsse des Gewürzkrämers und des Gerbers. Himmel Kreuz Teufls Banda, vermaledeite!" fluchte das gejagte, curiose Wild, purzelte, rutschte, rannte den Anhang herunter, nit den Armen fuchtelnd, lange Beine in die Höhe streckend und sich wieder zufraffend. Die Hunde heulend hinter her! Die Jäger aus ihren Schlupfwinkeln herzus, folgten schreiend und rufend, was venn das für ein curioses Ding sei, da ?or ihnen. Auf einmal, schon hart bedrängt von den Hunden, machte die Gestalt einen Satz unten über die niedere Wegmauer, sann schoß eine Figur, wie ein gekreujigter Mensch sah sie aus, blitzartig die ibschüssigeWiese hinunter, demKüchenkenster zu. Klirr! klirr! pumm klirr! schoß es Durch die Fenster und die Meute hinten aach. Mit einem kräftigen Kreuz sa-' kra!" saß Sizt mitten in der mit sud 'ertigen" Knödeln angefüllten Schüssei. seine Schgider" hatten die .Raouttöpfe vom Herde gerissen und vor Vergnügen winselnd 'machten sich die gunde über die willkommene Beute her. Halali! Ski Heil! i Zllckka'Zlilgcr. Von Otto Leonhardt. Jahr um Jahr wälzen sich ernS allen Ländern, in denen Mohammeds Religion beherrscht ist, dichte Wolken, von Pilgern der heiligen Stadt, Mekka. zu. Es sind Wolken des Unheils, in denen Tod und Verderben lauern. Denn diese Karawanen sind es zu ungezählten Malen gewesen, ; die die Keime verheerender Krankheiten von Ost nach West verschleppt haben; und auch jetzt wieder blickt die gesittete Welt auf die Mekka-Pilger mit der bangen Besorgniß, daß sie die furchtbare Seuche, unter der gegenwärtig das unglückliche Indien leidet, verbreiten könnten. Will man die Gefahr dieser Pilgerkarawanen ganz ermessen, so muß man bedenken, daß in ihnen sich Menschen aus allen Theilen der islamitischen Welt zusammenfinden, daß unter ihnen viele sind, die fchon in vorgerücktem Alter und daher geschwächt die heilige Fahrt unternehmen und daß die Meisten gegen die Forderungen der Reinlichkeit eine absolute Mißachtung an den Tag legen. Auf den Schiffen, die aus Nordafrika und aus Indien die Wallfahrer nach Arabien führen, werden sie dann wie die Häringe zusammengedrückt. H. v. Maltzan, einer der wenigen Europäer, der, vermöge einer Verkleidung als Muselman aus dem Maghreb (Algier) die jedem Rumi (Christen) auf's Strengste verschlossene heilige Stadt besuchte, erzählt daß das Schiff, das ihn über daS Rothe Meer nach Dfchedda brachte, an die 150 Hadfchadsch trug, während es nur für einige 60 Platz hatte. Jst.so der Ansteckung Tbür und Thor

geöffnet, so kommt hinzu, daß es dem

Pilger auf's Strengste untersagt ist. irgend emem Lebewesen aus semer Fahrt ein Leid anzuthun, und daß daher geradezu unbeschreibliche Massen von Ungeziefer bei Jedermann ihr liebliches Spiel treiben, dessen Qualen zu ertragen nur die fatalistische Geduld eines Orientalen im Stande ist. Das Schlimmste von Allem aber ist das dem Pilger vorgeschriebene Kostüm, der Jhram. den man zu größerem religiösem Verdienste so früh als möglich auf der Wallfahrt anlegen foll. Der Jhram besteht nur aus zwei viereckigen Tuchern, von denen emes als Toga angelegt, dvs andere um die Lenden geschlungen wird. Keine andere Kleidung, ja selbst nicht einmal eine Geldkatze, darf der .Pilger am Leibe tragen. Gegen die Kühle der Nächte, die als Reisezeit dienen, gegen die brennende Hitze der Tage hat er keinerlei anderen Schutz. Vielmehr ist er außerdem nicht allein gezwungen, barfuß zu gehen, sondern auch sich den Kopf kahl scheeren zu lassen und ohne Kopfbedeckung zu wandern; der einzige Schirm, den er gegen die unbarmherzte Sonne anwenden darf, besteht dann, daß es ihm gestattet ist, die Hände überm Kopf zu halten. So ist es nur natürlich, daß unzählige Wallfahrer an Erkältungen des Halses, der Brust und besonders des Unterleibs, andere an den Folgen des Sonnenstichs erkranken. So Mancher erliegt den Beschwerden schon, bevor er die heilige Stadt zu Gesicht bekommt; viele schleppen sich nur mühsam und frierend durch die Nacht ihres Weges und wissen, daß die Pilgerfahrt ihre letzte Erdenfahrt sein wird. Und dennoch wenn im matten Lichte der Morgenröthe die graue Masse des neunmal heiligen" Mekka aus der Einöde aufsteigt, dann ist Keiner unter all' den Hadschadsch, der an Schmerzen und Tod dächte; dann iommt der ganze grenzenlos Aana!i3mus des' Islam zum vollen Durchbruch! Ein hundert-, tausendstimmig pes Jauchzen, Schreien, Weinen und Seufzen erfüllt die Wüste, ungezählte Arme werden zum Himmel emporge streckt, ekstatische Pilger werfen sich schluchzend zur Erde, den heiligen Voden zu küssen. Alles aber übertönt gewaltig ein Ruf, der Pilgerruf Labik-. Lablk- bedeutet etwa Zu Dir flüchte ich". Zum ersten Male erhebt die Karawane diesen Schrei, wenn sie den Jhram angelegt hat, und fortab begleitet er die ganze Pilgerfahrt. In diesem einzigen Rufe, immer und immer wieder angesichts aller Heiligthümer und bei allen Andachtsübungen ausgestoßen, concentrirt sich gewissermaßen der ganze fromme Fanatismus der Wallfahrer. Nur ein Wort ist annährend ebenso häufig zu hören, ein Wort, in dem sich, wie kn einem Gegensatze zu dem vergeistigten Labik". der rohe Materialismus des Islams ausdrückt:' die Phrase .Etba Ketsch". .Opfere einen Hammel!" Etba Ketsch - das ist das Alpha und Omega der mohammedanischen Bußlehre. . Ein Hammel sühnt jede Sünde des Hadsch, ein Hammel deckt selbst die Unterlassung eines der vorgeschriebenen heiligen Bräuche; ein Hammel entschuldigt es. wenn der Pilger sich zu einer leichten Tänzerin verirrt oder gar in einer elenden Opiumkneipe einen eklenRausch 1 sucht. Für den Wallfahrer ist diese Buße insofern nicht immer ganz beyuem, als die Sündenböcke in Mekka während der Pilgermonate den vierund fünffachen Preis kosten, wie gewohnlich. Die seltsame Mischung von ekstatischem Fanatismus und krassem Materialismus, die wir hier bemerken, kennzeichnet die Pilgerfahrt im Ganzen. Vor dem fchwarzen Steine der Kaaba dem Mittelpunkte des ganzen Islams, liegen die Pilger fast bewußtlos in frommer Begeisterung stundenlang hingestreckt; mit unaussprechlicher Begeisterung küssen sie den längst von einer fettigen Schmutzkruste überzögenen Stein. Wenn am neunten Tage des Monats Du el Hödscha. dem großen Tage der Besteigung des heiligen Berges Arafa, der Prediger zur Predigt reitet, dann werfen sich Gläubige vor sein Kameel und sind entzückt, wenn es aus sie tritt. In der Hauptstraße von Mekka. El Emsah. rennen erhitzt, keuchend, halb bewußtlos, wie wahnsinnig, die Pilger auf und nieder, die den heiligen Lauf (Sai) siebenmal die Straße auf und ab vornehmen. Aber neben ihm läuft mit kaltem, gierigem, spitzbübischem Gesichte, ihn nicht aus den Augen lassen, sein Metuaf, der gemiethete geistliche Führer, der ihn zu den Ceremonien geleitet, der wie eine Klette an ihm hängt und unter dem Anschein der strengsten Frömmigkeit keinen anderen Zweck kennt, alssein Opfer nach allen Regeln abgefeimtester Gaunerkunst auszubeuten. Jede Andachtsübung im heiligen Mekka kostet ein Trinkgeld. In der weltberühmten Medschid el Haram, der heiligsten Moschee des Islams, der hochheiligen Stätte der Kaaba, tummelt sich neben der sinnldsesten religiösen Ekstase das . materiellste Leben. Neben den zuckenden Leibern von Prosternirten sitzen Pilger, die hier essen und trinken; gierig wie die Wölfe treiben sich die beutelüsternen Metuafim umher und streiten sich laut schreiend um die Pilger, die sich noch keinem solchen Blutsauger überantwortet haben; hier lehnt an einer Säule ein Verscheidender. selig, in dem höchsten aller Heiligthümer zu sterben; dort schwebt eine weiße Frauengestalt aus dem berüchtigtsten Viertel von Mekka und bleibt bei diesem oder jenem der Pilger stehen, um ihn zu verlocken. Viele Hadschadsch lassen sich durch die fromme Begeisterung nicht . abhalten,- sich für die Zeit ihres Aufenthaltes in Mekka eine temporäre Gattin zu nehmen, von

der sie sich dann sofort wiever scheiden

lassen. So schlurfen hier mit sat tbierischer Bebrlichkeit dieselben Menchen den Kelch der Sinnesfreuden, die Hitze und Zlranlheit Nicht scheuten, um die Kaaba zu erreichen, die m wildem Gedränge ihr Leben dran wagen, um bei der Procedur der Steinigung des Teufels dicht an die den Satan versinnlichende Säule Dschemra el Ual zu gelangen. Die Reisenden, die den Muty und das Glück aehabt haben, die Pilgerfahrt mitzumachen außer Maltzan sind noch besonders derDeutsche Burckhardt und der englische Lieutenant Burton zu nennen . heben die Aehnlickkeit bervor. die Mella wahrend der drei Pilgermonate mit einer Messestadt hat. Die Waaren ves ganzen Orients strömen dann hier zusammen; merkwürdia aenua ist es. daß die Pilaer hier kaufen, denn sie werden unglaubuch dabei betrogen. Den celkanern müssen überhaupt diese Monate 'das ganze Jahr bezahlen. Die Wohnunaen sternen unerhört im Preise: m den Häusern dicht an der Moschee kostete zu Burkbardts leiten em Logis die tur orientalische Begriffe enorme Summe von etwa 50 Dollars. Neben den keuckenden Sai-Läfern und den betenden Pilgern entwickelt sich ungenirt ein Schacher, der sch,n sast Betrug genannt werden müßte, wenn dieser Begriff im Oriente eine reale Bedeutung besäße. ' Das Gewimmel, das Mekka in dieser Zeit erfüllt, ist besonders dann überaus bunt, wenn der einförmige Jhram nach dem ersten Besuche der Moschee wieder den Nationaltrachten gewichen ist. Stattliche Afghanen und elende Fellachen aus Egypten. ketzerische (schiitische) Perser die, unablasstg geschmäht, doch nie ihre ernste Würde derlieren. dicke Türken, stolze Beduinen. theatralische Kreter, nubische Neger, oichtv:rajmcm 'ttgermnen das Alles wimelt. schreit, drängt sich hier durcheinander. Ein ganz besonders bewegter Tag lst es. Wenn eme der großen Karawanen ankommt. Die wicktiaste Karawane ist die von Damaskus, sie wird von einem Pascha als Abgeordnetem des Sultans geführt. Nächst ihr kommen an Bedeutung die Vilaerkarawanen aus Eavvten und aus Bagdad. Diese Karawanen mögen zwischen 100 5000 'uallsayrer zählen. , Ihnen ziehen die Mekkaner, den Großschriff der Stadt an der Spitze entgegen; mit donnernden La-bik-Rufen begrüßen sich die Schaaren und die Karawanen begeben sich, da die Stadt für so viele Tausende kein Obdach bietet, in besondere Lager. Welch' ein Leben sich nun entfaltet, mag man sich wohl vorstellen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß jeder Pilger, bevor er den Jhram ablegt, sich wäscht, ruht und etwas genießt, auf der Stelle zur Moschee muß. wo er den siebenmaligen Umgang um die Kaaba vorzunehmen, den heiligen Stein, die Fußtapsen Abrahams, den Ssemsenbrunnen und zahlreiche andere Heiligthümer anzubeten hat. Erst nach der Erledigung dieser ermüdenden und langwierigen Procedur darf er an seinen irdischen Menschen denken. Das wichtigste Erforderniß der Pilgerfahrt aber ist die Anwesenheit aus demBerge Arafa am 9. Du el Hödfcha. Dieser Berg der Erkenntniß" hat seinen Namen von der Legende, daß Adam. der. aus dem Paradiese geworsen. aus Ceylon niedergesauen war, hier erst seine treue Gattin wiederfand, die auf dem Berge Arafa zur Erde gekommen war und ununterbrochen nach Adam gerufen hatte. Schwierig zu erklären bleibt allerdings wie Maltzan bemerkt, daß unsere Urältermutter, nach ihrem heutigen Grabe zu urtheilen. das in Dschedda gezeigt wird, etwa 600 Fuß gemessen haben muß und ihr der heilige Berg" daher kaum bis an die Taille gereicht haben kann. Dock beeinflussen derartiae Erwäaungen natürlich keineswegs die ungeheure Pilgerschaar. die sich durch enge Schluchten dem Berge zuwälzt, zu Fuß. zu Pferde, auf Eseln und Kameelen. Die Besteigung des Arafa erfolgt unter zahlreichen Gebeten und Andachtsübungen und schließt mit einer großen Predigt. Am nächsten Morgen erfolgt dann die Steinigung des Teufels". Im Thale Manaar hat nämlich der Böse in der Gestalt einer Schlange den Vater Abraham versucht, der ihn aber durch Steinwürfe zurücktrieb. Zum Andenken, daran werfen an dieser Stelle die Pilger alljährlich am 10. Du el Hödscha dem Teufel dreimal sieben Steine an den Kopf. d. h. auf die ihn darstellenden drei Säulen. Ueber eine Million Sieine wird an diesem Tage im Thale Menaar aufgelesen und dem. Satan" an den Kopf geworfen. Es steht außer Zweifel, daß Mohammed diese Procedur wie auch die Anbetung der Kaaba und den Sai, dem Heidenthum übernommen hat. Dies ist gewissermaßen ein Symbol für den Werth und die Bedeutung der Mekkafahrt überhaupt. Man wird sie durchaus als eine Gotzendienerei bezeichnen müssen, - und der sich dabei äußernde Glaubens - Fanatismus wird pathologisch zu beurtheilen sein. So hat die ganze gesittete Welt ein Interesse daran, die Mekkapilgerschast, wenn nicht ganz zu hemmen, so doch so einzuschränken, daß sie fürder nicht den glühendsten Haß .gegen alle Andersgläubigen stets von Neuem zur Siedehitze zu erregen und Seuchen und Elend in alle Länder der civilisirten Welt zu tragen vermag. Schön gesagt. Ich ver.' sichere Sie. Herr Professor, daß ich ge heirathet habe, war die größte Dumm heit meines Lebens." - ,Das können Sie noch gar nicht wissen, bevor Sil nichj todt sind."

Zwci Meilen per Minute. Die rasende Schnelligkeit, mit welcher das Dampfroß auf dem SchienenWege dahinfliegt, genügt unserem ruhelosen Zeitalter nicht mehr, und es fehlt nicht an mehr oder minder phantastischen Erfindungen, welche angeblich eine noch größere Geschwindigkeit ermöglichen. Das Neueste auf diesem Gebiete bringt Col. Brott in Washington. D. C., in Vorschlag, welcher seine Erfindung praktisch zur Ausführung bringen will und zu diesem Zwecke die Washington, Annapolis & Chesapeake Eisenbahn - Gesellschaft organisirt hat. Ob er Erfolg haben wird, ist eine andere Frage. Seiner Behauptung zufolge kann er auf einem entsprechend construirten Bahnbett mit seinem elektrischen Waggon eine Geschwindigkeit von zwei Meilen in der Minute erzielen. Die Geleise sollen eine Spurweite von nur 24 Zoll erhalten, dagegen gelangen aber sehr

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Ming Im ii im. - A4 i Col. Vrott'sBahn. starke Schienen zur Verwendung. Bei der üblichen Breite werden sie 9j Zoll hoch, wiegen per Jard 120 Pfund (die schwersten der New Vor! Centralbahn wiegen nur 110 Pfund) und werden mit fchweren Stahlplatten und Bolzen befestigt, so daß eine außerordentliche Festigkeit erzielt wird. Festigkeit erzielt wird. Sechs Zoll von den Schienen erhebt sich ein zwei Fuß hoheZ eisernes Geländer, das zum Schutze im Entgleisungen dient und dessen' glatte Oberfläche als Stützschiene sür denWaggon wirkt, wenn derselbe in zu stark schwankende Bewegung geräth. Als Betriebskrast dient Elektricität, die von unten zugesührt wird, und jeder Waggon ist sein eigener-Motor. Um der Luft möglichst geringen Widerstand darzubieten, ist de? Waggon cy linderförmig gebaut und die Vorderseite läuft in einer Spitze aus, welche mit zwei Auslugsenstern sür den Maschinisten versehen ist. Der Bau einer solchen Bahn würde nach Col. Brott'S Berechnungen sich auf $15,000 per Meile stellen. Arabisches Trihunal. Das Gerichtsverfahren . in Arabien ist noch sehr einfach und ursprünglich. Es gibt keine dickleibigen Gesetzbücher, leine Pandekten und Codices, man schlägt dort nicht nach in juristischen Werken, sondern es wird geurtheilt nach überlieferten Grundsätzen. Der Richter fällt feinen Spruch nach altem Herkommen; auch die religiösen An schauungen spielen eine große Rolle dabei. Auf unserem Bilde erblicken wir ein arabisches Tribunal in Thätigkeit. Versammelt sind in dem Erker des steinernen Wohnhauses eines Scheichs drei Männer: ein Schreiber, der vor einem kleinen auf Stufen stehenden arabischen Tischchen hockt, der weißbärtige Scheich selbst und ein uralter Kadi, dev Richter. Bor diesem Tribunal sitzt der Uebelthäter, halb Vor dem Kadi. entblößt und stark gefesselt. Es handelt sich sicher um nichts Kleines, sondern um Raub oder Ueberfall, bei dem Blut geflossen. In Demuth und Ergebung hat der Angeklagte die Hände über dem Nacken Verfehlungen und beugt den Kopf. Der Schreiber hat niedergeschrieben, wessen der Uebelthatev angeklagt ist. Der Scheich liest noch einmal die Anklage durch. Der Schreiber beräth sich währenddessen mit dem Kadi über die Schwere des Falles, und welches Urtheil hier wohl zu fällen ist. Der Kadi spricht eben seine Ansicht aus. die der Angeklagte stumpf und gebeugt mit anhört. Zuvorkommend. 'Sie Köchin. Sie haben eine Wurst verloren!. . . Den Finderlohn hab' ich gleich abgebissen!" . , Heroischer. Entschluß, ä. (ja einen in's Vo?! s!eiMd:n Oekannten): .Was, alter Freund, Du lrassersuer Mensch bist :'.::r r: werten? Cie geht das zu?" ü.: .J2. tztty Du. r.nr.e C." :::rr.ui i.r r tr- " -s ; ' l.l l,i i - . , .

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