Indiana Tribüne, Volume 20, Number 168, Indianapolis, Marion County, 7 March 1897 — Page 3
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Ncn-.an ron tnilw de Marchi. (10. FortseZzung.) Wir könnten eine gemeinsame Wette auf Ssifdreina arrangiren, wenn nämlich auch Santafusca mitthut." Wozu?" fragte der Baron, der beim Eintritt der Herren zusammengefahren war und sich lemühte, das Blatt unter den übrigen Zetiungen aus dem Tische zu verbergen." .Es handelt sich darm. für Andreina gegen Lazio, für Neapel gegen Rom.. für den Seöeto gegen den Tiber einzustehen. Und Du bist wirklich zu stark im GWck, Santa, um nicht ein paar Tausender daranzuwagen." Wozu?' wiederholte eigensinnig der Varon, der düster -dasaß, 'die flache Hand auf dem Blatt, den Blick ins Leere greichtet. llfllfi!" ertönte di Spianos Stimme aus dem andern Saal herüber. Der Baron blieb allein mit Conte Jgnazi. der sich verpflichtet glaubte, em!,ge Höslichkeitsphrasen mit ihm zu wechseln. Srz sollten ermnal zu den Fuchsjagden in der Campagna herüberkomrnen, Baron." Jawohl.Sind Sie Jäger?" Ich?" Wird hierzulande viel Sport getrieden?" Ach was!" Wir Römer pflegen ihn leidenschaftlich. Noblesse oblige, wissen Sie.Versteht sich, versteht sich...." Zum Glück kam Usilli zurück. Mit seiner gewöhnlichen elektrischen Lebhafiigkeit forderte er beöde auf. in das Rebenzimmer hinüberzukommen, wo eben di Spiano bemüh: war, eine Anza-Hl Frruttde zu Wetten auf Andrerna zu überreden. Die Diskussion wurde mit größtem Eifer betrieben. Alle sprachen durcheinander, von Turf, Pesage, Start, Canter, v5n schönen Pferden und schönen Weibern, mit all dem Feuer, welches diese Art Gespräche in dieser Art Herren zu entzünden pflegr. Die meisten waren jung, lebenslustig, durstig nach Freuden uttdAuszeichnunzen. Einige Offiziere in glänzenden Uniformen waren auch in der Gesellschaft. Die einen sahen mit baumelnden Beinen auf 'dem Tische, die andern lagen auf deir Sofas herum oder ritten auf den Stühlen, Ein starker Zigarrenrauch machte die dicke Atmo--sphäre noch schwüler... Der Baron blieb fast, unbeachtet im Kreise dieses glänzenden Jugend, welche von allen Gegenden Italiens heröcigekommen war, um den Glanz der heimischen Aristokratie zu vertreten. Er genoß einen Augenblick der Ruhe und konnte mit Muße - seinen 'Gedanken nachgehen. Seine Thatkraft war, das fühlte er, nunmehr erschöpft. Zu ungleich war der stampf zwischen 'dem Lebenden und dcm Tödten.... Der Prete war stärker als er. Erschalgen, verschart, zerquetscht wie er war unter der doppelten Wucht eines Sandhaufens und eines gewaltigen Steinblockes, hatte "der Prete dennoch Mittel gefunden, einen Boten ans Licht zu senden.... seinen Hut. Diesen Hut hatte er, der Baron, vergebens in den Tiefen des Meeres zu ersäufen ver-s-.kcht; der Arm des Prete war allzu lang.... Ha, bei Gott!.. Genügt es nicht mehr, emmMmschen mit zwei fürchterlichen Keulenhicben aufs Genick zu erschlagen; reicht das ganze Mittellandische Meer nicht aus, um ein Geheimniß zuzudecken; bedeutet einen Menschen uinbrrnigen so viel als ihn lebendiger machen als vorher; h-ikt ihn in einer Zisterne verscharren so viel als bewirken, dafr eine ganze Stadt, eine ganze Presse, die BchörSen. der Telegraph, die Barbier- und Lotteriestuben sich mit nichts andrem mehr beschäftigen als u'it ihm; kann so was in der Welt vorkönnen bei Gott! dann ist es ein Beweis, daß Vernunft nicht mehr Vernunft. Wahrheit nicht mehr wahr ist, dafür aöcr wahr alles andre, und am meisten das Unmögliche.... das Unsin71'ige; daß das All nichts ist, und das Nichts alles...." Diese Schlußfolgerung des Barons Santafusca wurde mit einem höhnischert Gelächter aufgenommen. Oder vielmehr es kam ihm so vor, und er begann gegen diese taktlosen Jungen einen wirklichen Haß zu fassen.... Er that ihnen unrecht. Es war nur Usilli, der ein paar galante Anekdoten mit so schelmischem Humor vorgetragen, daß tx die Fensterscheiben selbst zum Lachen gebracht hätte Aber Santafusca erhob sich mit der Miene eineSTiesgekränkten und verließ, ohne jemand zu grüßen, den Saal und den Klub. Hastig stürzte er die Treppe hinab und rannte in einem Atbem bis zum Gerichtspalast, in der Absicht, unsertoz'Ht den Cavaliere aufzusuchen. Er kannte ihn vom Schachklub her, wo der geschätzte Richter eine leitend: Rolle spielte. Unterwegs glaubte er zu bemerken, daß die Zeitungsjungen eine ungewohnliche Menge Nummern absetzten. Viele Fiakerkutscher saßen auf ihren Böcken mit der Zeitung in der Hand; alle diese Leute lasen ohne Zweifel die Ecschich vom Hut und dem Jäger. Und plötzlich schien es ihm. als sehe er diesen Jäger leibhaftig hinter der Spiegelscheibe eines glänzenden Konditorgeschäftes stehen.... Mit einem Ruck hielt er im Lauf inne. als hätte sich plötzlich ein Abgrund vor seinen Füßen ausgethan, und betrachtete mit enifetzenstarrem Blick sein eigenes uu.... Trotz des verändertcnKostüm?- muß te dieses Gesicht, das Gesicht des viel dcsvroch'nen Jägers, sich dem 'Gedacht
niß Giorgios von der Falda und jener zwei Landleute tief eingeprägt haben; ganz besonders das wilde, glänzende Auge und dieser kohlschwarze, mächtige Vollbart. War es doch dem Conte Stazni von einem flüchtigen Augen blick des Sehcns her unvergessen geblieben. Stellt: ihn Eavalrer: Martellini so dem Angeklagten gegenüber unmöglich kennt: der Mann ihn nur einen Augenblick mißkennen. Mochte er auch noch so kühn lügnen, ja bis zum Meineid gehen auf dem Punkte, auf dem er angekommen war, war schon der Verdacht, ja der Schatten eines Verdachtes zu viel. Was sollte er thun? Er konnte den Blick nicht von jener Gestalt wegheben, welche ihm jenseits der Scheibe symmetrisch gegenüberstand.... War es Zufall war es ein geheimer Instinkt, was ihn zu Granellas Varbierstube hinbrachte? Auch diesmal begünstigten die Umstände die Absichten des vornehmen Sportsman. Das letzte Londoner Herrenmodebild zeigt: als das NonpluUltra von sportükcher Eleganz einen rothen, eng um die Taille schließenden Leibrock, Jagdstiefel, lichte Beinkleider und als Barttracht einen sogenannten Derbybcrrt mit zwei schmalen Bartstreifen auf den Wangen bei sonst glattrasirtem Gesicht. Granella. der stets auf der Höhe der Wissenschaft Stehend, bedürfte ItU ner besonderen Weisungen, um aus dem Baron Santafusca den angelsächsifchsten aller Neapolitaner zu machen. Auch der Principe d'Ottaiano hat dem morgigen Derby zuliebe seinen schönen Bart ü, la Palmerston geopfert! Gerade in solchen Dingen zeigt sich der echte Sportsman, Wer der Eleganz kein Opfer zu bringen im stände ist, der vermag auch der Schönheit und der Liebe keines zu bringen. Voila, Monsieur!.... Wenn morgen der Herr Baron von Santafusca Triumph: feiert, so wird auch seinem liainlrcsser ein Theil des Verdien-' stes gebühren.:.." Granella englisch parliren zu hören, erheiterte den Baron so, daß er herzlich lachen mußte. Er besah sich im Spiegel und freute sich innerlichst über seine Verjüngung. In der That, der fatale Jäger hatte unter den Händen des ersten liainlrcsser der Stavt fein Leben ausgehaucht. In dem eleganten Sportsman da würde Giorgio von der Falda den Neffen Don Antonios nie und nimmer erkennen.... Diese Ueberzeugung gab seinem Herzen einig: Ru'hc wieder; und in der Absicht, wie das letzte Mal, aus Granellas geschwätzigem Munde dieStim mung des Publikums zu hören, fragte er ganz leichthin, während er sich vor dem Spiegel die Krawatte zurechtzupfte: Nun. und der bewußte Prete?" Welcher Prete?"
Der vom Terno. Haben sie ihn aefunden?" Hm, das rst eine verwickelte Geschichte geworden; und ich wage zu b5Häupten, daß die Dame Jujtltia diesmal auf einen Holzweg gerathen ist." Wieio?" Weil sie in der Meinung, den Mis. sethäter in den Krallen zu 'halten, dem roahren Schuldigen Zeit läßt, sich in aller Gemächlichkeit ins Sichere zu bringen." Das soll heißen " Es ist nicht, um zu prahlen, Eccellenza; aber da ich die Ehre habe, auch den Cavaliere Martellini zu bedienen, der die Untersuchung führt, so bin ich in der Lage, manches zu wissen, was die Zeitungen nicht wissen können O. o!" rief der Baron, der, vor dem Spiegel stehend, zin zweitenmal den Knoten serner Krawatte auflöste. Wir plaudern zuweilen darüber, ich urüd der Cavaliere. Er ist, ich leugne es rticht, ein ferner Kopf und kennt sein Handwerk wre nur einer; aber doch passirt es ihm manchmal, die Amekse auf der Spitze der Stange zu sehen und den Elefanten vor seinen Augen nicht." Aha. Nun, laß hören!" Der Prete ich meine, der lebendige; nicht der todte! soll ausgesagt haben: erstens, daß er niemals einen Jäger nach der Falda geschickt hat, um einen Hut zu reklamiren; zweitens, daß er keine Verwandten, also auch keinen Jagernefftn hat; drittens, daß der Hut, welchen er an Filippmo eingeschickt hat, neu, seiner aber alt und abgenutzt war, daß. somit der arme Teusel. welcher da als Mörder im Gefängniß schmachtet, nicht einmal den Hut, geschweige txnn den Prete selbst terührt hat.... Das ist doch klar, wie? .... Und doch wird noch immer hin und her verhandelt; die Journale brmgen spaltenlange Berichte; und mittlerweile entwischt der Jäger nach Amerika." Du glaubst also wirklich, daß der der eigentliche Schuldige ist?" Ich zweifle nicht mehr daran, als ich zweifle, daß Euer Excellenz morgen der eleganteste Kavalier von Ncapel fein werden Zu vle Zeugen ha ben ihn gesehen. Da ist unter andern auch ein Bahnwärter, welchrt angibt, daß? an dem und dem Tage, zu der und der Stunde, der bewußte Jäger bei seinem Häuschen das Geleise überschritten hat und mit dem Zug nach Neapel ge fahren ist. Er hatte eint Jagdtasche um. In der Jagdtasche aber war bekanntlich der Hut des Prete.... Der Jäger hatte qffmbar das größte Interesse daran, einen Gegenstand verschwinden zu lassen, den der Zufall, nämÄch der gewisse Terno, in aller Mund gebracht hat. Der Teufel hilft frerllch seinen rndern aber nur bis zu einem gewissen Punkte..." Genug wir werden sehen!" sagte der Baron, dem das Geschwätz lästig zu werden begann. Ich sehe , voraus. daß auch ich m der Sache werde bela stigt werden, Santa fuscaö wegen. Aber xmt morgen sollen sie mich in Ruhe um-
Sollten Sie nicht zufällig mit dem ,Cavaliere bekannt fein?" Ich kenn ihn sehr gut. Wir treffen uns mitunter im Schachttub." Dann könnten Sie ihm ja ein paar Zeilen schren!" Das ist eine Idee! Meiner Treu, cn Dir ist ein Advokat verloren gr gangen." O, ich bin überzeugt, daß ich dem Beruf gewachsen gewejen wäre. Feuer gefällig?" Granella rieb ein Streichhölzchen an und hielt es hoch, bis der Baron seine Zigarre angezünd:t hatte. Dann lief er zum Voryang, den er hob, und mit seiner Sewiette wie mit einer Peitsche knallend, sagte er in seinem Neapolitaner-Englisch: Got bai!" Ein guter Einfall, m der That!" wiederholte bei sich der Baron, während er durch die Straßen schlenderte und sich freute, nicht mehr den Jäger in den Schaufenstern neben sich hergleiten .zu sehen. Zum drittenmal war die Hoffnung in ihm erwacht, und die Schreckbilder der geängsteten Phantasie begannen vor der Systematik eines tla ren Jdeenganges zu weichen. Also auch diesmal war er vor einem bloßen Schemen erschrocken! 'Wenn der Jäger der einzig Schuldi ge war, was hatte von nun an der Baron von Santafusca zu befürchten? Die Ansicht Granellas war die Ansicht aller Welt und nxlhrscheinl'ich sogar die des Herrn Untersuchungsrichters. Alle Zeugen schienen sich verschworen zu haben, um den unglückseligen Jäger mögIichst zu belasten; diesen Jäger, der heute mit dem elegantesten Kavalier von Neapel" nichts, aber gar nichts mehr gemein hatte. Unter dem Einfluß dieser Neflezionen gelangte er dahin. Augenblicke zu haben, in welchen er beinahe selbst an die Existenz des Jägers glaubte. Er trat in ein Kaffeehaus und warf folgende Zeilen an den Cavaliere Martellini auf eine Visitenkarte, mit pompäser Barons kröne darauf, nieder: Lieber und liebenswürdiger Cavaliere! Soeben eninchme ich einem Bericht über den Hutprozeß, daß der Name meines Stammhauses, der gleichzeitig der meine ist, in unliebsamer Weise darein verwickelt ist. Auch hat mir der Gömeindesekretär geschrieben, daß die Heiligkeit meines Hauses verletzt worden. Ich bereite einen scharfen Protest vor, werde aber dem Cavaliere Martellrnii gerne vergeben, wenn er mich nur nicht unter die Zeugen des morgigen Tages einreiht. Noch dankbare? wäre ich ihm, für einen gänzlichen Dispens, denn ich habe einen Ausflug nach Paris vor. NichtZdestoweniger immer zu schuldigem Gehorsam bereit ganz wie Don Aböondio." Der Cavaliere, der in hohem Grade das besaß, was man Welt nennt, und in der Gunst der Aristokratie schwamm
wie eine Forelle m frischem Quellwasser, beeilte sich wie folgt zu antworten: Gccellenza! Ist eine Heiligkeit verletzt worden, so werden wir Versöhnungsopfer bringen. Was nun Eurer Excellenz Verhör betrifft, so hoffe ich, daß ich auf dasselbe werde verzichten können, da der Prozeß der nöthigen Grundlage ermangelt und voraussichtlich damit enden wird, daß die Staatsanwaltschaft von der Klage absteht. Jedenfalls aber wünsche ich für meine eigene Person zu lebhaft, den Rennen beizuwohnen, als daß ich mich dazu verurtheilen könnte, im Gerichtszimmer zu sitzen und Sie zu vernehmen, während draußen die Andreina den armen Lazio um zwei Kopflängen schlägt. Heute muß jeder gute Neapolitaner auf Andrerna schwören. Fcr ever!" Gut, gut!" sagte der Baron. Und er nahm sich nicht einmal die Mühe, die Abendblätter zu lesen. Er war selbst erstaunt, sich so beruhigt und zuversichtlich zu sehen. Eine schwere Last war von seinem eigcnen auf das Gewissen eines Doppelgängers, eine Emanation seiner selbst, eines wohlwollende Schattens abgewälzt, der sich zwischen das Opfer und den Mörder eingeschoden hatt. An diesen guten Jäger war er verpflichtet zu glauben, und wäre es nur aus Erkenntfichkeit gewesen.... Ja, zeitweise glaubte er ausrichtig und allen Ernstes an ihn, wie-an eine Verdoppelung seines eigenen Ichs, oder wie das Kind an den Schatten glaubt, mit dem es Tänze aufführt. Er fühlte einen Drang, von 'ihm zu reden, als würde durch das häufige Besprechen dem Schattenbilde ein größere, eine wirkliche Wesenhaftogkeit zu theil. Es war ihm, als hülfe er so die öffentliche Meinung von der Wahrheit ablenken und alle Verantworrung einem ungreis baren Schemen aufladen. Diesem Bestreben widmete er den ganzen dem Nennen vorangehenden Tag. Wo immer er sich befinden mochte, im Klub oder im Kaffeehaus oder auf dem Turf, kurz, wa er nur das Gesprach auf den Prozeß seines Hu!e5 lenken konnte, that er es und setzte dabei seine Ideen mit tinm solchen Eifer, einer so gründlichen Logik, einer so hartnäckigen Beharrlichkeit auseinander, daß es schon langweilig wurde. Zuletzt nnirde es den Leuten zu viel, und Usilli sagte ihm gerade heraus: Hör, mit Deinun Hut hast Du mir wahrhaftig schon den Hirnkasten in Trümmer geschlagen!" Da er sich mit di Spiano, Usilli und andern Kavalieren au einem aemein schastlichen Vorgehen associirt hatte, bei . m.n f . kein uicic teilen aus oem opicic nanden, so mußte er den ganzen Abend und den folgenden Morgen hindurch herumrennen, fahren und reiten, jetzt zum Schneider, der den rothen Rock noch nicht gebracht, jetzt zur Reitschule, dann wieder zu dieser oder imi Da
me der Aristokratie, um die nöthigen Vereinbarungen zu treffen. In dieser fröhlichen Geschäftigkeit fand er den Leöensrnuth, die Lebhaftigkeit, Grazie und Eleganz seiner dreißig Jahre wieder. Niemals hätte der Cavaliere Martellini sich die Wohlthat vorzustellen vermocht, die, er dieser armen Seele aus dem Fegefeuer mit seinem Villet erwiesen. Selbst die Principessa Palandes, die ihn seit langem nicht mehr zu Gesicht bekommen, fand ihn um zehn Jahre verjüngt. Sie war noch eine sehr schöne Frau, diese Prindpessa, in der sich das Blut zweier alter , italienisch-spanischer Geschlechter vermischt hatte. Schon in jungen Jahren Wittwe geworden, hatte sie die Dreißig noch nicht erreicht und ihre Schönheit strahlte im vollen Glänze jener zweiten Jugend, welche in anmuthigen Frauen eine vermehrte und verbesserteAuflage der ersten zu sein pflegt. Die Principessa, die nichts andres zu thun hatte, ließ sich mit Vorliebe den Hof machen vnd hatte dem Spruche: Audaces fortnna juvat schon mehr als eine eklatante Bestätigung gegeben. Nun fehlte es dem Baron, wie wir gesehen, keineswegs an Initiative; er wußte sich so glücklich einzuführen und , innerhalb weniger Minuten so tolles Zeug hervorzusprudeln, daß die Principessa sich ihn zum Kavalier erkor. Ich werde Sie, Principessa, im Wagen abholen." Und wärmn nicht zu Pserde?" Sei es zu Pferde, wenn cs Ihnen lieber ist!" versetzte er, die Sporen zu-sammenschlagen'd.-Sie werden mein fürchterlicher Ritter sein." Warum fürchterlich, Principessa?" Weil Sie ein wildes Brigantcngesicht haben, das mir gefällt." Und die schöneFrau schlug ein lautes, wohlklinaendes Gelächter auf. Ist es wahr, fuhr sie fort, daß einer Ihrer Vorsahren am Galgen starb?- j Ms Bandit, ja; am Galgen, nein. Die Santafuscas lassen sich nicht hän gen. Auf morgen also!" Kommen Sie zeitig." Der Baron entfernte sich, halb und halb verliebt in die schöne Wittwe. Dieses neue, köstliche Gefühl flocht sich
wle ein goldener Faden rn das duftere, zerfetzte Gewebe seines armseligen Lebens. Am folgenden Tage aeaen Mitten ritt der Baron, angethan mit einem glänzend rothen Leibrock, eine Sammtmütze mit einer großen Spielhahnfeder auf. dem Kopfe, an der Seite . seiner schönen Amazone nach dem Nennplatze. 21. Kapitel. Beim Nennen. Der Tag hätte nicht prächtiger sein können. Der Zudrana von Equipagen aller Art, Four-in-hands, Mail-Eoaches, Breaks, Eoupös, Ttlburys. die Zahl schöner Damen und großer Wetten überstieg alle Erwartungen. Die Bookmaler machten glanzende Geschäfte, mehr als zweimabhunderttausend Lire waren engagirt. Andreina schlug Lazio um eine Pferirelänge; die Niederlage des Deröyfavonten wurde ein glänzender Trmmph für den Neapolitaner Nennstall, dessen Präsident der Marchese di Spiano war. Unbeschreiblich war der Enthusiasmus der siegendenPartei; die edle Stute wurde mit einem Sturm von Applaus und Jubelgeschrei, mit Küssen und überschwenglichen ZärtlichkeiisbeZeugungen empfangen; dreDamen warfen ihr Blumensträuße zu.... Was die grohe Menge betrifft, so that sie. obgleich weniger hingerissen von einem Triumph, der sie so wenig anaina, doch wacker beim Schreien mit. Die Verkäu fer von Fruchtgetränken und frischem Wasser, von Orangen, Gurken und ja panischen Fächern hatten emen guten Tag Die Rückfahrt bot ein blendendes, betäubendes Schauspiel. Keine Feder vermöchte die Bewegung, das Stimmengewirr, die Farbenwirkung, das Gerenne und Geschrei, die überwallende Fröhlichkeit der Szene wiederzugeben, über die die licht- und duftgesättigte Atmosphäre einen märchenhafte Schimmer goß. Das war ein gegenseitiges Zurufen, ein Begrüßen von der Höhe der Fuhrwerke, ein Durcheinanderwimmeln von Fußgängern und Reitern, ein kaleido skopischer Farbenwechsel der Livreen, Federn, rothen und grauen Röcke, Fächer, Sonnenschirme, Schleppen, wehenden Schleier, ein Glitzern von Brilkanten und feurigen Augensternen. Der Baron, verjüngt, gänzlich umgewandelt, hatte seiner Principessa die ganze Zeit über wüthend den Hof gemacht und diese sich's gern gefallen lassen. Sie gedachte, mit ihm ein kokettes Spiel zu treiben, vielleicht in der Absicht, sich durch die Annahme feiner Bewerdungen an irgend einem treulosen Verehrer zu rächen. Er seinerseits nahm ihr Augenspiel, ihr Lächeln, wie es gemeint war. Von jeher war es sein Prinzip gewesen, von den Weibern nicht mehr zu fordern, als sie geben wollen, und er hatte sich dabei stets wohl befunden. Die Lust, das Licht, die Aufregung der Wetten und der Rennen, der An'blick all der Schönheiten riefen in ihm die heißen Instinkte des Mannes wach, der geboren war. das Leben zu genießen. ohn: Rückhalt noch Beschränkung zu genießen. Eccellenza!.... Eccellenza!.... Sie sehen. wir haben Sie nicht belästigt!" . Cavaliere Martellini hatte es von der Höhe eines herrschastlichen Break heruntergerufcn, wo er, umgeben von einem Kranze schöner Damen, wie in einsm Blumenkörbe thronte, benrüht, die strenge Würde des Richters mit der lächelnden Lzedenswurdrgkett des Weltmannes zu vereinigen. Danke! Danke!" rief ihm der Ba
I ron nach und winkte mit der Hand.
Danken Sie mir nicht zu früh, denn
ich bin imstande. Sie verlosten zu las sen.... sammt Ihrer schönen Mitschuldigen!" schrie der Nichter. die Hände als Sprachrohr am Munde. Immer zu.... immer zu! Ich wer de mich der Gewalt nicht widersetzen..." Aon der Hche des Gefährtes her ertönte großes Gelächter; einen Augenblick später war alles in einer StandWolke verschwunden. Warum spricht er von Verhaften, Varon?" fragte die fchöne Amazone. D, das ist so em Spaß, der nch auf den gewissen Prozeß bezieht." So ist es also wirklich wahr, daß in Santafusca ein Geistlicher ermordet worden ist?.... Gestern Abend noch hat mir der Conte Villi dabon gesprochen. Welch garstige Geschichte!.... Hat man den Mörder erwrfcht?" Man hat emen rm Verdacht, antwortete der Baron, in dieLuft starrend. Hier wenigstens kann es nicht hnßen: .Cherchez la femmeV Nein; eher ,clierchez le chasBCUTt.M Sind Sie wirtlich überzeugt, daß dieser mysteriöse Freischütz der Mörder ist?" Ebenso sehr, als ?ch überzeugt bin, daß ich Sie liebe." Drei Tag? haben Sie gebraucht, um mir das zu sagen." Es ist ein: Liebe mit dem erschwerenden Umstände des Vorbedachts." Die schöne Jtalo-S panierin lächelte hinreißend. Dann lies; der Baron sein Pferd die Schenkel fühlen, und beide. die nunmehr das dichteste Gedränge hinter sich hatten, flogen in gestrecktem Trade dahin, sich gegenseitig mit den Blicken spornend. Ein frrscher, gesunder Blutschwall goß neues Leben durch einen Organismus, der schon auf dem Punkte gestanden war, im Sumpfe der Gedankenfaule zu ersticken. Die Sonne über, ein gutes Pserd unter, die holde Liebe neben sich, welches höhere Gluck konnte dieses Leben noch gewähren? Das Leben des freien Mannes. Herr seiner Gesundheit und seines Geldes, rst das lrdrsche Paradies, das der alte Adam verscherzt hat. Was braucht jemand, der seine Eva und sein Paradies auf Erden besitzt, noch ein andres über den Wolken? Der Baron wollte gerne diefes Paradies über dem Dache den Armen im Geiste überlassen, denen es bestimmt ist. Ein klares, kräftiges Bewußtsein seiner Lage wappnete ihn für die letzte Schlacht, die ihm bevorstand.... Er begleitete feine reizende Amazone bis an rhr Haus; sie reichte rhm zum Abschiede die Hand, ihm mit deren Druck ein beredtes Versprechen zurücklassend. Dann kehrte er nach den Stallunaen, zu Unlll und di Spiano zurück. Also brillanter Sieq. Santa!" rie fen ihm die Freunde entgegen. Wenn es Gelö rst. nehmen wir's m Gottes Namen!" erwiderte er gleichmüthig. Das Gluck verfolgte ihn formlich. Mit großen und kleinen Wetten hatte er heute wieder zwanzig- bis dreißigtausend Lire gewonnen. Dieser Ueberfluß an Gold brachte nunmehr kaum noch einen Eindruck auf den Mann hervor, der um funszehntausend Lire einen Priester todtgeimlagen hatte. Er hatte das Gefühl, daß es ihm von nun an mcht mehr fehlen konnte; daß er überall Gold gefunden haben würde, wenn er sich nur die Muhe nähme, den Bolden ein wenig zu kratzen. Er gewanii und verlor, ohne zu zahlen, als hätte der Schatz, den er in seinem Schreibti sche eingeschlossen hielt, die Fähigkeit, sich selbst zu ergänzen, zu vermehren. Beim Verlassen der Stallungen fiel er in die Hände Eeceres, des in ImpressioniSmus machenden Ehronistcn des .Omnibus." Dieser Omnibus" war ein Journal, das nunmehr schon Über fünfzig Jahre bestand. Cecere, Mit seinem nervösen, mit Sternchen. Punktirungen und Gedankenstrichen gespickten Stil, hatte dem an Marasmus leidenden Blatte seit einiger Zeit neue LebenÄraft eingehaucht. Lieber Baron," rief Cecere, Sie kommen wirklich, mit Verlaub gefagt. wie der Käs auf die Maccaroni." Lieber Cecere, ich wollte Ihnen dieser Tage fchreiben." Und ich. Eccellenza. wollte zu Ihnen kommen. Man schickt eines Mannes Namen nicht zweimal in die Druckerei, ohne sich in gewisser Beziehung mit ihm verwandt zu fühlen. Es ist die Vlutsfreundschaft der Tinte." Cecere zog sein schlappwangiges, rasirtes MLnchsgesicht zu grinsendem Lachen in die Breite und zeigte dabei zwei Reihen Zähne, groß und weiß wie die eines jungen gesunden Wiederkäuers. Und wer verbietet uns, zusammen zu speisen?" Wekhe Gottheit dürfte es wagen?" rief Cecere, dem nichts gelegener kommen konnt: als der Arm eines Mannes, der soeben beim Rennen gesiegt hatte. Ich brauche nämlich einige MitTheilungen über den großen heutigen Tag; es ist immer ein großes Glück für einenJournalisten, wenn er sagen kann, da er eine allererste Quelle zur Verfügung gehabt hat.... Aber worum eS mir noch mehr zu thun ist, Herr Baron, ist, von Ihnen die Erlaubniß zu erhalten.' einen Besuch in Santafusca zu machen." Warum nicht gar!" rief, ohne zu bt denken, was er sagte, der Baron aus. Einem Bittsteller wie mir werden Sie es doch nicht versagen! Ich muß mein Ansuchen wiederholen! Mein Chefredakteur hat sch?n zweimal sein Befremden ausgesprochen, daß ich noch nicht dort war. Wundert er sich noch einmal, so bleibt ihm kaum die Möglichkeit, eS noch ein viertes Mal zr thun; und dann was machen?" Aber wer, sagt euch denn überhaupt meine Herren, dab ein Verbrechen M gangen worden ist?" rief der Jarvn während er an CecereS Arm den gro-j ßen Saal dcs Cafe Europa betrat.
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;" .j. -ij !ungs schreibe?. Ein Verbrechen ist immer begangen worden, und ganz besonders wenn man merkt, daß es nicht begangen worden ist. Dieser Pretcprozeß hat unsre braven Leser allzu seh: interessirt. als daß man ihnen jetzt 'den Tort anthun könnt, plötzlich zu erklären: Es ist nichts geschehen. Darum heißt es für uns, unsern Todten zu galvanisiren, ihn heute aufleben zu lassen, um ihn morgen wieder todtzuschlagen und zu verscharren, späterhin wieoer auszugeben, und so fort, wenigstens bis zu den nächsten Wahlen, das heißt bis zum nächsten politischen Tcldtschlag Warum sollten wir nicht mit einem Todten so vorgehen, wir, die wir es mit Ledendigen nicht anders thun?" Cecere lachte wieder und zeigte abermals seine prachtvollen Ochsenzähne, während er die Serviette vorhing und an die Reinigung der Teller und Bestecke ging, die der Kellner ihm vorgesetzt hatte. Wenn Sie wüßten, wie oft ich Sie wegen dieses Prozesses zum Teufel geschickt habe!" Wer einen Journalisten zum Teufel schickt, schickt ihn in seines Großvaters Haus. Der göttliche Dichter hat gesagt, daß der Teusel der Vater der Lüge ist, und wir sind somit 'die Kinder seines Töchterchens...." Run wühl, legen Sie los!" sagte der Varon der heute in gesprächiger Laune war. Welches sind die Aufklärungen, die Sie brauchen" Darf ich wenigstens erklären, Sie interviewt zu haben?" Ich bin doch nicht der Fürst Bismarck!" - Für einen Reporter sind Sie heute mehr als das. Sie können sich nicht das Vergnügen vorstellen, das ich meinen Lesern bereiten werde, wenn ich zum Beispiel schreibe wie solgt: Wir hatten gesiern Gelegenheit, mit Seiner Ercellenz dem Herrn Varon von Santafusca darüber zu konferiren, einem der sympathischsten jungen Kavaliere, die man sich denken kann.." Jung daß Gott erbarm!" Ha! Ist man vielleicht nicht jung, sobald man das Glück hat, die schöne Principessa di Palandes zu begleiten?" Ja, wollen Sie auch das drucken?" Nein, wenigstens diesmal noch nicht." Ihr seid Viecher Nicht ohne Absicht läßt sich ein Mann den Bart ü, la. Derby schneiden und das Kinn glattmachen." Was ' wollen Sie damit sagen?" fragte der Baron mit plötzlich umschleierter Stimme. . Ich will sagen, daß Sie jung, verliebt und glücklich sind. Und diesen Umstand werde ich mich wohl hüten, meinen freundlichen Lesern und Leserinnen vorzuenthalten. Ich werde Ihnen ein Alter von höchstens dreißig Jahren geben.... Also, um auf unsern Gegenstand zurückzukommen: Sie haben eine Villa in Santafusca?" Sie haben es gesagt' Jn welchem Stil?" Sechzehntes Jahrhundert, halb barock...." Sehr gut, dieses halb barock!" Das macht das Bild plastisch.... Die Villa ist prachtvoll, versteht sich von selbst." Das gerade Gegentheil. Vernachlässigi, fällt in Trümmer.." Famos! Ausgezeichnet! Das ist Romantik, wissen Sie, wird großartigen Effekt machen. Und der Hut wurde in der Villa gefunden?" Darüber weiß ich kein Wort, das ich nicht durch Sie selbst erfahren." Es geht aus dem Prozesse hervor. Was ist Ihre Meinung über diesen Mord?" Was wollen Sie damit sagen?" fragte der Baron, indem er sich Wein eingoß. Glauben B:, daß der Prete in der Villa umgebracht worden ist?" Ich?" Der Baron brachte das Glas an die Lipven und leerte es mit einem Zug. Was, soll ich davon wie sen? Sie sind es, der den Prete umgebracht hat." Und er strengte sich an, 'herzlich zu lachen. Ich habe in euer Geschreibsel einen Blick geworfen, einzig, weil man mir gesagt hatte, daß mein Name in Mitleidenschaft gezogen worden. Und ich glaube mich zu erinnern, 'daß da eur Jäger figurirt, der den Hut des Prete gefunden haben soll. Dieser Jäger soll erst in, Santafusca, dann in der Falda, im Wirthshaus zum Vesuv gesehen worden sein; er soll sich bei letzterer Gelegenheit für einen Neffen des Prete ausgegeben haden; furz eine konfuse Pastete, wie wir hoffentlich heute keine schlechtere essen werden.. Run gut! Setzen wir den Fall, S würven vor Gericht geladen, um Ihre Meinung übn den Fall abzugeben: Würden Sie die Version, welche alles dcm geheimnißvollen Jöger in die Schuhe schiebt, für wahrscheinlich erklären?" Wenn das Verbrechen überhaupt ae " Aha! Sie wollen sagen: Ist der Hase authentisch, so wird auch der M ger authentisch sem. De? Baron versuchte abermals zu lachen, brachte aber nur eme Art Hu sie hervor. Ich behaupte nicht," sagte er. daß der Jäger den Prete eher in Santafusca als anderöwo umgebracht trbe, ich behaupte überhaupt nichts. Q& kann ein, daß es nicht einer, sondern eine ganze Bande war. Es kann sogar sein, daß sie rhn, rchdun sie ihn ausge plündert, ins Meer geworfen haben; und daß einer von ihnen. Jäger oder nicht, den famosen Hut Qer die Umfassungsmuer m mein Garten warfen hat, .die möglicherweise fünf. zehn. lf Miauen vom Thatort ent fernt ist; und daö, um die CerechUfut von der Fahrt: a-zulenlen. (rtseU7.z :lzl)
-Für die Küche. Erbsensuppe mit Schweins-
ohren und Schweinsmaul. Man kocht ein halbes Pint Erbsen, die man am Abend vorher eingeweicht hat, mit etwas Sellerie und einer zerschnittenen Möhre weich und treibt alles durco em Sieb. In einem anderen Topf kocht man unterdessen gepökelte Schweinsohren oder ein gepökeltes Schweinsmaul schön weich, nimmt es dann heraus und schneidet es in feine Streifen. Nachdem man eme helle Mehlschwitze bereitet hat. giebt man die Erbsen hinein, verdünnt mit der Schwemsbruhe nach Bedarf, würzt schwach und läßt die Fleischstreifen nochmals darin aufkochen. Man rich tet diese sehr kräftige Suppe, die aI3 ganze Mahlzeit für sich bestehen kann, über fein geschnittene und gerösteteSemmelwurse an. Gefüllter Krautkopf. Einen schönen, großen Weißkrautkopf blanchirt man eine Viertelstunde m siedendem Salzwasser und kühlt ihn in kaltem Wasser ab. Nun biegt man die Blätter behutsam auseinander und nimmt das Kohlherz heraus. In diese Höhlung legt man kleine, etwa fünf Minuten Lberbratene Würstchen, biegt enr" n. ... i . r i vie lauer wieoer zusammen uno umschnürt den Kopf zierlich mit Mndfaden. Nun bringt man in eine Passende Kasserolle gute Bouillon, salzt und würzt dieselbe, giebt auch noch ein Stuckchen Butter bei und setzt den Kohlkopf hinein. So läßt man ihn langsam wetchdampsen, und ist er gar, so entfernt man den Bindfaden, richtet den Kohlkopf in einer runden Schussel an und verdickt die Brühe noch etwas mit in Butter gerösteter Semmel und gießt sie über den Kohl. Den Rand garnirt man mit kleinen ausgestochenen Kartöffelchen. SauerkohlmitLeoerknodein. Eine frische Kalbsleber wird gehäutet, geputzt, fein gewiegt und! durch ein Sieb gestrichen, dann mischt man vier mit einer halben Tasse Was ser gequirlte Eier, em Viertel Pfunq fein gehackten Speck, 3 Unzen würflich geschnittenes, in Butter geröstetes Weißbrot, zwei gehackte, in Butter ge schwitzte Zwiebeln, etwas Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuß und soviel Mehl hinzu, als zum Zusammenhalten der Klöße erforderlich ist, rührt alle gut durcheinander, macht zur Probs emen klemen Klon aus der Masse, legt ihn in kochendes Wasser, nimmt ihn, sobald er gar ist, heraus und über? zeugt sich durch Aufbrechen, ob er innen vollständig locker ist. Ist dies de? Fall, so formt man mit den, mit Mehl bestreuten Händen die Klöße in Größe eines mittleren Apfels und kocht sie nun zehn Minuten m Bouillon aus Fleischertract: Beim Anrichten mit dem Sauerkraut bestreut man sie mit gerösteten Semmelbröseln. Kasseler Ri'ppen oder seler Rippespeer, ein geräuchertes Schweinerückenstück. Vor dem Zubereiten wässert man es einige Stunden, bürstet es gut, klopft es und schneidet oben schräge Carr6s auf der Haut mit scharsem Messer ein. Wenn das Wf penstück reichlich Fetr hat, ist ein Felt ansatz beim Braten im Ofen nicht nöthig. Man übergießt den Braten dann mit etwas kochendem Wassers giebt Gewürz und eine Zwiebel dazu und brät ihn unter- fleißigem Begießen. Sächsische Mehlspeise. Man rührt 3z Unzen Mehl mit einem Vint Milch alatt ab. brennt eö mtt 1 Unze Butter auf dem Feuer ab, d. y. man rührt die Masse aus nicht zu iax Um Feuer bis sie anfängt dick zu wer den, nimmt dann die Kasserolle vom Feuer weg und verbindet durch rasches Rühren die steif gewordene heiße Mass, mit einem Ei. Hierauf rührt man dli Noch übrige Butter schaumig, giebt 34 Unzen siebten Mucker, sowie nacd UNS nach ein ganzes Ei und vier Eigelbe
daran nebst der abgeriebenen cyaie einer Citrone, fügt- den inzwischen erkalteten Brandteig bei und zuletzt den steifen Schnee von vier Eiweiß unter das Ganze. ' Die Masse wird in eine glatte, mit Butter angestrichene Form, die zedoch nur zu drei Viertheilen voll werden darf. gefüNt, stellt diese sodann in eine Bratpsanne mit Wasser und backt so die Mehlspeise in maßig heißem Ofen irr ca. zwei Stunden langsam gar. Sobald die Speise aus de Röhre-kommt,, läßt man sie einige Au-genblicke-stehen, um sie alödann aus eine Platte- zn' stürzen. Man reicht Fruchtfaft oder Weinschaum dazu. . Hallä-ndisch er Salat. 1 Teller Rosenkohl oder 1 in Röschen getheilte Staude Blumenkohl. 1 große schöne Knalle Sellerie. 2 Möh ren Kartoffeln in der Schale, 810 Zwiebeln w gleicher Größe werden, jedes für sich, in gesalzenem Masse, gar gekocht? die Kartoffeln werden ab gezogen, dann, sowie die Mohren. Sellerie. Zwiebeln in Scheiben ge schnitten; 23 große schöne Dringe werden gewässert, gereinigt, entgrätet, m kleine Filets geschnitten, mit dem: Gemüse, gemischt und mit Oel. Essig.. Pfeffer und nur wezrig Salz zum Sa-, kat angemacht oder mit einer auö de,: durch ein Sieb gestrichenen HäringZ milch. Oel, Essig, hartgekochten Eiern-. etwas Senf und sauren Rahm bereite ten Sauce überessen. Beim Anrich ten verziert rrun den Salat mit. Ei, vierteln, Pfeffergurken u. s. w. Saure MilchpuddincElN Pint saurer Rahm (oder saure Milch), ein Pint sLße Milch. Saft und etwa abgeriebe Schale einer Citrone Zucker ncch Geschmack, 9 Bwt weiß Gelati in etwas Wasser gelöst und 2 Eier. daZ Weiße' zu Schnee geschlagen, Mll man dem Puddinz eoas Farb ceto, nwrnt r:-n statt der weißen r-the Gelatine und irj die EigeU s?rt. Amb:7.:n r7.2!u::n d:nPud. dinz einen Zc tzx t:r. C.Uz:fi uv 1:; ch;,5:r::l:ri . wj
