Indiana Tribüne, Volume 20, Number 168, Indianapolis, Marion County, 7 March 1897 — Page 2
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Hnster Höomas. TeutZch.Amerikanifche Skizze von. 23.. V. Schierbrand. L ' Die Familie Schröder lebte in arm lichenVerhältnissen, was um so schürn in er für sie war, weil der verstorbene Landgerichtsdirector zu den ersten 'Honoratioren der Stadt Elmwangen gehört hatte und die Wittwe daher sowohl die Pflicht wie auch den Beruf in sich fühlte, auch nach dem Tode des Ernährers ihre Kinder standesgemäß zu erziehen und ihr Hauswesen möglichst nach der alten Schablone zu führen. Und das ist ein großes Kunststück, wenn man es mit einer Pension fertig bringen soll, deren Höhe den Verdienst eines geschicktenHandwerkers nicht wesentlich übersteigt. Aber die Frauen verstehen sich ja, wenn es Noth thut, meisterlich auf die Sparsamkeit, und so brachte die Wittwe es wirklich u Stande, ihren drei Kindern eine gediegene Schulbildung zu Theil werden 5U lassen und vor der Welt auch den Schein aufrecht zu erhalten, als ob im Hause eine gewisse behagliche BehäbigZeit herrsche. Freilich, wer die FamiIre hie und da bei ihren Mahlzeiten überrascht hätte, der hätte gestaunt über die mehr als spartanische Einfachheit der Gerichte. Doch es war gegangen, jetzt schon seit 10 oder 12 Jahren, und vor Kurzem hatte sogar der Aeltesie, Rudolf, der überhaupt der Stolz der Mutter war, die Universität in Marburg bezogen, um sich dort ans einen gelehrten Beruf vorzubereiten, und da er ein hohes Stipendium erlangt hatte, so bedürfte er keine finanielle Unterstützung mehr von Seiten der Mutter. Ein prächtiger Bursche aber auch, dieser Rudolf. Stattlich, von schlankem Wuchs wie sein Vater, mit hellen braunen Augen und lockigern Haar, hatte das Büffeln" seit seiner frühesten Knabcnzeit seinem körjerlichen Wohlbefinden jedenfalls nicht geschadet. Sein Wunsch war, Theologe zu werden, zu welchem Berufe er besondere Befähigung zeigte. Im Geiste sah sich die alte, etwas kränfeinde Mutter, schon in der Pfarre ihres Sohnes, hoffentlich m seiner Geburtsstadt. Die anderen Kinder, ebenfalls aufgeweckte, fleißige Knaben, gediehcn prächtig, und auch von ihnen war voraussichtlich einst Gutes zu erwarten. Frau Landgerichtsdirector Schröder sah ihre viele Mühe und Sorge, die mannichfachen Entbehrungen, die sie sich ihrer Kinder wegen seit dem Tode des Gatten auferlegt, Herrlich belohnt, wenngleich es nicht zu leugnen war, daß vorläufig, d. h. noch auf eine Reihe von Jahren hinaus, Schmalhans noch immer Küchenmeiti bei ihr war und es ihr von Winter ju Winter immer schwerer wurde, mit ihren kärglichen Mitteln auszukomtnen. 2. 1 In dieses idyllische Familienlebenbrachte eines Tages eine Anzeige im Kreisblatte ungewohnte Aufregung. Sie enthielt eine Aufforderung von Herrn Thomas Krickhaus, einem Bürger der Ver. Staaten, in Wyandotte, Kansas, ansässig, daß jich etwaige Verwandte von ihm, speziell etwaige Kinder seiner lieben Schwester, der ftrau Landgerichtdirector Schröder, schriftlich oder mündlich melden solljen. Das ist Onkel Thomas, Kinder sagte ganz erfreut die alte Dame, auf den Ihr Euch nicht besinnen könnt, denn er ist schon vor mehr als 20 Iahren nach Amerika ausgewandert. Aber Khr müßt doch Papa und mich über lhn haben sprechen hören. Gleich werde ich antworten." Und sie setzte sich hin und schrieb einen langen Brief an ihren Bruder Thomas, in den sie ihm ihr Leben seit dem Tode ihres Mannes, von dessen Ableben jener noch nichts wußte, schilderte und ihn einlud, sie und ihre Kinder doch einmal zu besuchen, wenn er abkommen könne. Der Bruder schrieb darauf auch, und richtig, im darauffolgenden Frühahr kam er. Aber wie ganz anders klls feine Schwester, die gute Seele, ihn pch vorgestellt hatte. Und kein Wunder. Thomas Krickhaus war drüben Besitzer einer Viehfarm in Kansas geworden. Im Kampfe mit den Elelnenten, im täglichen Umgange mit bcn rauhen Söhnen jenes Himmelsstriches, streift man nothgedrungen die europäische Etikette ab und wird in seiner Ausdrucksweise in seinen Sitten etwas anders, als es in Elmwangen hergebracht ist. Bei Tisch, am ersten Tage, brachte tr sogar seiner Schwester einer Ohnmacht nahe, als er das SeidenkäppHen, das er immer im Hause trug, abnahm und zum Entsetzen der Kinder Ihnen die ganzen Narben und Schrämmen zeigte, die ihm im Laufe seiner verbrecherischen Thätigkeit im Westen verschiedene Revolverkugeln und Bowiemesser am Schädel hinterlassen hatten. Und als er eine haarsträubendeJndianergeschichte erzählte, deren Hauptheld er einst selbst gewesen und bei der es sich um die Niedermetzelung ner Ansiedelung in Wyoming und die spätere Rache durch eine Posse" hanGelte, da bat ihn seine Schwester flehentlich, doch nicht über dergleichen Dinge zu erzählen ihre Nerven seien zu schwach dazu. Aber für den zweiten Sohn, den 16jährigen Willibald, war der Onkel und seine Indianerepiscden die reine Offenbarung er war noch in dem Alter, wo man sich für Lederstrumpf-Romane interessirt. Auch bei denHonoratioren der Stadt legte die Frau Landgerichtsdirector keine große Ehre mit ihrem verschollen gewesenen Bruder ein, als sie zu einem Souper, für welches der Onkel Thalas die Kosten trug, bei sich einlud. Dieser wilde Mensch, dessen ziegel. rothes Gesicht und langer, jhimpfigci Wart ihn nicht gerade einladende: LnaSje sag.te den m j&cn Traditioner
der Kleinstä'dterthums aufgewachsenen Bürgern nicht zu. Anders war's, als der Onkel den ältesten Neffen in der Universitätsstadt Marburg aufsuchte. Da war er eher, in seinem Elemente, und die Verbindung Allemannia, bei der Rudolf ab und zu hospitirtc. veranstaltete sogar eine solenne 5ieipe im Goldenen Hirsch, bei der sich die Eonsumtionsfähigkeit des alten Herrn", der in Kansas an stärkeren .Stoff" als dieses leichte Bier gewöhnt worden war, im herrlichsten Lichte zeigte und jede Probe bestand. Auch Rudolf war ganz entzückt von seinem Onkel, der seiner romantisch veranlagten Jugend als das Ideal eines Kraftmenschen erschien. Der Onkel hatte übrigens auch nicht unterlassen, seinem Neffen mit etlichen 5)undertmarkscheinen die Börse zu spicken, ein Reichthum, der dem jungen, an strengste Entbehrung gewöhnten Manne' beinahe fabelhaft vorkam. 3. Dann reiste Onkel Thomas, der sich das neue Deutschland etwas ansehen wollte, ab und kehrte erst im Spätsommer wieder. Und dann schlug er seiner Schwester vor, daß . sie und ihre drei Kinder ihn nach Kansas begleiten und hinfüro bei ihm bleiben sollten. Aber dazu konnte sich die alte Dame nicht entschließen, doch als der Bruder -sie drängte, ihn doch wenigstens ihre ältesten zwei Jungen mitzugeben, die ihn einst beerben sollten, denn er sei zu lt. um jetzt noch zu heirathen und selbst eine Familie zu gründen, da widerstrebte sie nicht lange, vorausgesetzt, daß die Zwei, Rudolf und Willibald, auch selbst damit einverstanden wären. Und das waren sie beide, wie sich's herausstellte. So dampften die beiden jungen Leute denn im Herbst von Bremen aus mit dem Onkel Thomas hinaus in See, und einige Monate lang hörte ihre Mutter nichts mehr von ihnen. Man kann nicht gerade sagen, daß den zwei Jünglingen ihr neues Leben im wilden Westen zuerst behagte. Den Theologen stieß die rohe Sprache der Cowboys, die auf jedes andere Wort einen derben Fluch setzten, anfangs sehr ab, und seine Versuche, die kecken Burschen zu einem gesitteteren .LebensWandel zu bekehren, schlugen gründlich fehl. Willibald dagegen war enttäuscht von den wirklichen Indianern, die er nun sah sie waren viel schmieriger und namentlich viel praktischer-, als er sich die alten Söhne der Wildniß vorgesiellt hatte, denn dieselben waren jederzeit bereit, fürWhiskey und etwas Kleingeld irgend eme Niedertracht zu begehen. Aber mit der glücklichen Anpassungsfähigkeit der Jugend brauchten die beiden Brüder nur einige Monate, um sich an die ihnen gänzlich ungewohnte Lebensweise zu gewöhnen, und das ungebundene Dasein in der frischen Luft, die wilden Ritte auf feurigen Mustangs, oft tagelang durch die welligen Prairien dahin, kräftig ten ihre Gesundheit, die von dem vielen Stubenhocken während ihrer Schul jähre doch etwas gelitten hatte. Der Onkel gewann seine zwei Neffen von Tag zu Tag lieber, und seine Ranch, die in einiger Entfernung von Wyandotte lag, stieg während des folgenden Jahres, in Folge günstiger Witterung und der dadurch bedingten großen Vermehrung seiner Viehheerden, ganz enorm im Werthe. 4. Aber dann brach Unglück über Unglück ein. Anhaltende Dürre, ein äußerst strenger Winter, bei dem daS Quecksilber bis weit unter- Null sank und seine jungen Thiere zu Hunderten erfroren, und" schließlich einer jener Wirbelstürme, wie sie in Kansas leider nicht zu den Seltenheiten gehören. Der Cyclon war es besonders, der den Onkel Thomas ruinirte. Von seinen Gebäuden. auf der Ranch blieb kein Valken ans den anderen stehen, und als drei Tage nach dem furchtbaren Naturereignisse er und seine zwei Neffen die Ranch die Kreuz und Quer abritten und den angerichteten Schaden feststellten, da sank dem älteren Mann schließlich der Kopf auf die Brust und er murmelte, während eine schwere Thräne langsam in seinen Bart rollte: Vorbei ich bin ruinirt, Jungens. Geht nur wieder zurück nach Deutschland und werdet Bücherwürmer, denn bei mir ist nichts mehr zu holen." Und es ergab sich, daß der Alte so ziemlich Recht gehabt hatte. Denn seln Vieh war erschlagen oder hatte sich verlaufen, seine Baulichkeiten waren gänzlich zerstört, und für die Ranch selbst, die mitten im Pfade des gräßlichen Wirbelsturmes gelegen war. fand sich auf lange Zeit hinaus kein Käufer. Also was NUN thun? Mit seinen Neffen besprach er seine und ihre Zukunft ganz gründlich, und er rieth ihnen, so leid es ihm that, nach Deutschland zurückzugehen und ihre Studien fortzusetzen. Aber davon wollten die Beiden, die jetzt schon Wohlgefallen an dem freieren Leben in Amerika gefunden, nichts hören. Trotz der Bitten und Ermahnungen ihres Onkels, die von denen der Mutter noch unterstützt wurden, entschlossen sie sich, in dem neuenLande zu bleiben, und ihrem Onkel zu helfen, sich eine neue Ezistenz zu gründen. Das aber hatte auch seine Schwierigkeit, wie sich bald herausstellte. Da fügte es der Zufall, daß der Noth derDrei mit einem Mal ein Ende gemacht ward, und das auf ganz sonderbare Art., .Rudolf nämlich wurde als Pastor einer Gemeinde in Wyandotte, deren Mitglieder auf Meilen in der Runde angesiedelt waren, berufen, und kurz entschlossen nahm er an. Onkel und Bruder blieben bei ihm und halfen ihm in seinem neuen Amte. Heute ist Rev. Rudolf Schröder in jenem Theil von Kansas geachtet unc angesehen als einer der erfolgreichsteri und tüchtigsten Geglichen, und nachstens wird er sich ein Weib nehmen Millibaldderünre i.naDutsth
land zurück, um c::i seine Studien zu vollenden. Dann aber kehrt auch er nach Amerika, das er lieb gewonnen, zurück. Dem altenOnkel Thomas aber ist es letzten Sommer endlich geglückt, seine Ranch, die in ihrem Umfange so ziemlich dem eines deutschen Fürstenthums gleichkommt, für eine mäßige Summe an neue Ansiedler zu verkaufen. Und diese Summe ist groß gmug, um davon den Rest seiner Tage in Ruhe zu verleben und einst doch nock die zwei Neffen zu seinen Erben einzusetzen. Nach Elmwangen geht er aber nicht wieder. Mttttcrspl)ttchcn. Von M. Zimmermann. In der ganzen Stadt gab es Niemanden, der so viel Sorgen hatte wie Kanzlciraths. Aber auch Niemanden, der denKopf so hoch trug wie sie. Nicht, ls huldigten sie den so tröstlichen Prinzipien von allgemeiner Gleichheit und Brüderlichkeit, die fürVermögenslose ein in kürzester Zeit beginnendes Utopien bedeutet im Gegentheil. Alles, was nur im geringsten gegen die geltenden Grundsätze und das Althergebrachte verstieß, jede rothe Schleife, ja, jede Erinnerung an des Kanzleiraths Jugend war streng verpönt. Schlimm genug, daß das gesetzliche Haupt der Familie von einem Vater stammte, der als Schulmeister der gu ten, alten Zeit" von der Gutsherrschaft gemaßregelt worden war, weil er dazumal das Gerücht verbreitete, er müsse bei seinem Einkommen mit seiner zahlreichen Familie fast verhungern Schlimm genug endlich, daß sie ihren schönen, stolzen Namen mit einem so plebejischen hatte vertauschen müssen. Schulz! Alle ihre Bekannten hatten sich von ihr zurückgezogen; in ihren Blicken war deutlich zu lesen, daß sie derartiges nicht erwartet hatten. Aber," hatte die geborene von Hildebrandt oft ihrem einzigen Sohn gesagt, es ist nun nicht mehr zu ändern das einzige, worauf ich hoffe, ist. daß Dir einmal durch besondre Gnadenerweisung unser Name wiedergeben werde. Das bist Du Dir und DeinenVorfahren schuldig. Trachte, daß Du ihrer stets würdig bist, und beweise, daß die Tugenden und Vorzüge unseres Geschlechts in Dir weiterleben." So wußte Kurt, welche Rolle er noch in dem Stammbaum derer von Hildebrandt zu spielen und welch einen Schaden sein Vater ihm zugefügt hatte, indem er seine Mutter geheirathet hatte. Er war sechs Jahre alt, als er ihm zum ersten Mal bewies, daß man gegen ihn revoltire. Der gute Kanzleirath, der damals noch Sekretär war. meinte seinen kurzsichtigen Augen nicht zu trauen, als er eines schönen Tages statt seines geliebten und gewohnten Namens Schulz auf Kurts Schreibheft Schulz von Hildebrandt" las. Aber Kurt," sagte er mehr erstaunt als entrüstet, was soll denn das heißen? Wer hat denn das geschrieben?" Ich erwiderte der Junge stolz. Aber wir heißen nicht so. und Du wirst solche Dummheiten unterlassen." Nein, ich mag nicht blos Schulz heißen. Mama hat gesagt, sie ist adIij. Und ich will auch lieber adlig sein." Der verblüffte Sekretär machte einen verzweifelten Versuch, würdevoll auszusehen. Dein Vater und Dein Großvater haben sich ihres Namens nie zu schämen brauchen, und" er war auf einmal fehr gerübrt ich hoffe, auchDu wirst ihn zu Ehren bringen." Ich will Offizier werden," sagte Kurt, und Mama hat gesagt, ich soll den Namen behalten, sie will den König darum bitten." Die Folge dieses Gespräches war eine fühlbare Lektion auf Kurts Rükken und eine ernste Unterredung mit der geborenen von Hildebrandt, nach welcher Herr Schulz allerdings sehr kleinlaut wurde. Natürlich blieb das für Kurt kein Geheimniß, und als er fand, daß seine Erzählung von seiner hohen Abstammung auch auf feine Mitschüler nicht ohne Eindruck blieb, daß er oft eingeladen wurde, wobei sich die guten Bürgcrfrauen stell sehr höflich nach seiner Frau Mama erkundigten, daß manche Lehrer es war eben in einer kleinen Stadt rücksichtsvoll gegen ihn waren und man in seiner Gegenwart gern adlige Personen erwähnte, von denen man wissen wollte, ob sie vielleicht zufällig mit ihm verwandt waren, merkte er, daß er wohl etwas Besonderes war und das größte Recht hatte, seinen Vater über die Achsel anzusehen. Wie ist Papa nur in unsre Familie gekommen?" fragte er einmal seine Mama; und sie seufzte und stickte nur emsiger an der Krone, die über dem Namenszug in seinen Taschentüchern schwebte. Als die Zeit der Confirmation für ihn gekommen war, entspann sich zum ersten male ein ernstererStreit zwischen den Familienmitgliedern. Das heißt, der Kanzleirath, der mit seinen achtundvierzig Jahren erstaunlich vielFalten im Gesicht und wenig Haare auf dem Kopfe hatte, wollte sich durchaus nicht fügen, wie er es sonst that. Er war der Meinung, daß eine Equipage überflüssig wäre, während seine theure Frau und der Sohn sie als das allergeringste Mittel zum standesgemäßen Äuftretenfür unbedingt nothwendig erachteten. Des Friedens halber hätte Herr Schulz ja gern nachgegeben; ab?r die Ausgaben! Wie sollte er es denn erschwingen? Für die goldene Uhr mit Kette zwar, die Kurt doch ganz selbstverständlich haben mußte, hatte er jahrelang gespart; aber wegen der verschiedenen Anschaffungen von Kleidern, Wäsche und sonstigen Bagatellen, mußte erbereits Vorschuß nehmen. Alle seinen intimeren Bekannten mieden Q!e
Freunsaaft, die lhnen kostöar gewsrden, daß der Delikatessenhändler immer noch lieferte, geschah nur, weil er sich vor der Concurrenz fürchtete. Und nun gar noch eine Equipage! Er saß in dem kleinenHinterzimmer. das das Herrenzimmer genannt wurde, weil ein Rauchtisch, eine abgetretene Hirschdecke und zwei Thierstücke darin waren, hatte den schmalen Kopf in beide Hände vergraben und dachte voll wirklicher Verzweiflung, wie er es anfangen müsse, um auch fernerhin standesgemäß zu leben. Wenigstens nach außen hin! Mit bittrer Wehmuth gedachte er seiner zahlreichen Gefchwister, die den Kanzleirath garnicht genug beneiden 'und bewundern konnten und infolge seiner hervorragenden Stellung mit allen erdenklichen Anliegen sich an ihn wandten. Sein Stolz erlaubte ihm nicht zu gestehen, daß seine Träume von sorglosem Sichsattessen in absehbarer Zeit unerreichbare Ideale waren. Die Equipage wurde also bestellt, und Herr Schulz konnte sich in dem Triumph sonnen, auf . dem Hintersitz von einigen kleinen Knaben gesehen zu werden, die Hurrah schrieen, als der Wagen vorllberfuhr. Seine Frau und Kurt fprachen kein Wort mit ihm. In standesgemäßem Flüstertöne unterhielten sie sich von der Visitenkartentasche, dem neusilbernen Cigarrenetui und dem Briefbeschwerer aus Feuerstein, die einige entfernte Verwandte, an die man geschrieben gesandt hatten. Die Liebenswürdigkeit war garnicht genug zu rühmen; man sah doch daran, daß man noch Verwandte - hatte. Herr Schulz hatte ganz schüchtern an die Gans, die prachtvollen Würste und das kostbare Schweineschmalz erinnert, das seine Schwestern anläßlich des hohen Feiertages ihm ins Haus geschickt. Kurt und seine Mutter mußten mitleidig lächeln. Eßwaaren! Und er erzählte das auch noch! Von nun an war Kurt nicht nur in seinen, sondern auch in den Augen der meisten Bürger ein Herr. Sie waren auch alle entzückt von ihm. Er verstand zu grüßen wie kein audrer im Städtchen, spielte bereits Skat und nannte jedeFrau, falls sie nicht zur arbettenden Klasse gehörte, gnädige Frau". Er wußte über alles mitzureden, war stets höflich und gab außerordentlich viel auf reine Wäsche, durchgezogenenScheitel und gepflegte Nägel. Niemand im Städtchen hatte Zeit oder Geduld, sich so lange in einem kleinen, halbblinden Spiegel zu sehen wie der junge Kurt Schulz. Ja," sagten die Bürgerfrauen in geheimem Neid, wenn sie ihre nichtsnutzigen Rangen ansahen, die bei einer Anrede dunkelroth wurden, vor Verle genheit stotterten und Haare und Nägel zum Skandal trugen, ja an dem sieht man's doch, daß er aus guter Familie ist. Eine Freude ist's, solch' einen Sohn zu haben! Wie glücklich müssen Kanzleiraths doch sein!" Der Kanzleirath versuchte krampfhaft, beglückt auszusehen, wenn er die Leute derartig sprechen hörte. Er schalt sich undankbar, daß er so hervorragende Vorzüge so wenig zu würdigen verstand. Alle sagten es doch und er . . . An di Vorschüsse dachte er und an ziemlich deutliche Ermahnungen, sich nach den Verhältnissen einzurichten. An die Bemerkungen seiner Kollegen, fürstliche Haushalte" betreffend. An das Mittagsbrod, das mitunter nur aus Kartoffeln und Speck bestand. An das rasende Honorar für die Fähnrichspresse", denn natürlich mußte Kurt, da er unbegreiflicherweise immer noch in Obertertia saß, in die Großstadt zu einem tüchtigen Pädagogen, mit dem die Räthin dieserhalb bereits in Unterhandlung stand. Monatlich hundertundfllnfzig Mark wie billig! Sie erzählte im Kasinoverein, zu dem sie gehörte, daß sie herzlich bedaure, ihren Sohn nicht längst in daZ herrliche Institut gebracht zu haben. Denn, denken Sie, es werden nur junge Leute aus den bestenKreisen aufgenommen. Welch' ein Glück für unfern Kurt! Er hat dort reichlich Gelegenheit, sich die Manieren der' vornehmen Welt und den guten Ton der Gesellschaft spielend anzueignen." So kam er in das großstädtischeJnstitut und. was sich der schlichte, anspruchslose Rath nie in seinem Leben erlaubt, er mußte sogar zweiter Klasse fahren. Einige Mitschüler hatten ihm das Geleit gegeben und sahen ehrerbietig zu ihm auf, als er in der offenen Coupeethür stand. Sein Vater, der in recht unmodernem Rock, mit einem Cylinderhut, über den Kurt erröthete, direkt aus dem Bureau gekommen war, hätte ihn gar zu gern gebeten, doch ja den neuen Paletot recht zu schonen und vor allem sich beim Sitzen in acht zu nehmen; er wußte nicht, in wieviel Jahren es ihm möglich sein könnte, dem Sohne neue Garderobe zu kaufen. Aber Kurt hätte es ihm gewiß übelgenommen. Auch zu verdoppeltem Fleiß wollte er ihn ermähnen; er hatte sich's auf dem Wege zum Bahnhof fest vorgenommen. Doch auch davon schwieg er. Vielleicht hätte es Kurt peinlich berührt. Im Institut behagte es Kurt mit Ausnahme des Lernens sehr. ES ging
alles sehr vornehm zu und ' wie er an seine Mutter schrieb endlich unter meinesgleichen!" Sogar ein junger Baron war da, mit dem er außerordentlich sympathisirte. Kurt erzählte ihm von seinem Großvater mütterlicherseits. war selbst gerührt von dem Bilde, das er von ihm entwarf, und begriff nicht, daß seine Mutter so tief unter ihremStande hatte heirathen können, wobei ihm der junge Baron völlig zustimmte. Sie tauschten ihre Familientraditionen aus, erkundigten sich nach den beiderseitigen Taschengeldern und nahmen sich vor, sich einem vvrnehmen Club anzuschließen. Von nun an' zitterte der alte Rath, KXNN ein Brief seines Sohnes ankam.
Stets brauchte er Geld. Es war kaum zu begretsen, wie in der Fähnrichs-
presse so viele Bucher, Apparate und Bleistifte verbraucht wurden, wie Kurt schrieb. Gott,wenn es aber sein muß," sagte sein Frau dann Würfen wir Kurtchen nichts vorenthalten. Es wäre doch tiefbeschamend für ihn, hinter seinenKameraden zurückstehen zu müssen. Sie sind alle aus besseren Häusern und würden es an Spott nicht fehlen lassen, wollten wir wegen Pfennigen seilschen." Aber auch sie sah jetzt angstvoll jeder Post entgegen. . Sie wußte, daß ihr Mann Schulden, große Schulden hatte; daß für Jahre hinaus auf die Hälfte feines Gehaltes Beschlag gelegt war; ja, daß feine Pensionirung vor der Thür stand. Was dann? Und Kurt schrieb um Geld immer und immer wieder um Geld! Die wenigen Werthsachen, die sie besaß, waren längst verkauft; heimlich hatte sie die Stutzuhr und ihr seidenes Kleid zum Trödler gebracht wie viele Thränen es sie gekostet, das wußte nur sie. Und endlich nahm das drohende Gespenst Gestalt an: der Rath wurde gesundheitshalber" in den Ruhestand versetzt; Kurt sollte nach Hause zurück. Er war neunzehn Jahre alt, von sehr angenehmer Erscheinung und tadellosem Benehmen. Wenn er an das Elend daheim dachte, kam ihn ein Grauen an. Sollte es ihm mit seinen Vorzügen nicht gelingen, in der Gesellschaft, die ihm willig Thür und Thor geöffnet, festen Fuß zu fassen? Seinem Freunde offenbarte er eine augenblickliche Geldverlegenheit, und Abends gingen beide zu einem dunklen Ehrenmann, der ihnen gern aus der Noth half. Und als er sah, wie einfach das war. wiederholte er nach vierzehn Tagen bei einem andern das Geschäft, nur daß er diesmal mit der Unterschrlft des jungen Barons zeichnete. Zu Hause erfuhren sie lange Zeit nichts mehr von ihm. In stumpfer Gleichgiltigkeit verbrachten sie ihre Tage in einer kleinen Hofwohnung; thatenlos hoffnungslos. Ais an jenem furchtbaren Morgen die Nachricht kam, daß ihr einziger Sohn wegen Fälschungen verhastet sei. Sie wagten nicht einander anzublicken; sie schämten sich ihrer falschen Erziehungsweise und ihrer langjährigen Energielosigkeit, die diesen Ausgang verschuldet hatten.. Selbst die Räthin, die ihren Dünkel tief, aber zu spät bereute, wollte das mißrathene Muttersöhnchen nicht mehr sehen. Und so ist er denn standesgemäß untergegangen. Acr Weweröer. Humoreske von J.KoruS. Sidonie," sagte dev Commercienrath Mayer zu seiner dunkelhaarigen Schwester, selche allmälig das Alter erreicht hatte, welches beim Manne als die Blüthe derJahre" bezeichnet wird, bei den Frauen, resp, den Jungfrauen dagegen mit dem kurzen Worte Pass" Sidonie," sagte er also, mach' Dich schön, zieh' das Malvenfarbene an, dev Baron Kleehas wird geruhen, das Nachtessen heute bei uns einzunehmen." Was Du sagst!" schrie Sidonie. schnellte vom Stuhle empor und ließ Zola's Nana unsanft zuBoden gleiten. Welche Ehre! und er ist solch ein schöner Mann!" Und ein reicher Mann und ein vorsichtiger Mann!" schaltete der'Com mercienrath mit Nachdruck ein. Ich sage nur. zieh das Malvenfarbene an. Und dann überlege mit dev Louise das Menu,.der Baron ist ein Gourmand und allgemein um der feinen Essen willen bekannt, welche er seinen Freunden gibt." Und der Abend kam und brachte den Baron, und Sidonie saß im Malvenfarbenen neben ihm am silberfunkelnden Tisch und freute sich, wie'S dem Gaste schmeckte. Die Windsor - Suppe hatte er schweigend, doch mit Andacht gegessen; nach dem Fische sagte er stöhnend: Solche Forellen habe ich in meinem Leben noch nicht gegessen!" Zwischen dem Filet und der Gansleber in Aspik richtete tx an seine Gastgeber eine warme Ansprache und ließ das Haus leben, in welchem so der edlen Kochkunst gewaltet würde," nach den BirkHühnern aber seufzte er nur noch und fand erst beim Käse seine Sprache wieder. . Wenn Sie wüßten, Fräulein Sidonle, wie wohl mir das gethan hat!" raunte er ihr zu, wenn ich dagegen an mein ödes Haus denke, wo ich mich, seitdem die Mutter todt ist. um alles kümmern muß, und will ich meinen Gasten etwas Ordentliches vor-' setzm, so bin ich genöthigt, einen Koch in'ö Haus zu nehmen, Ihre Köchin dagegen ach, wie ich Sie beneide!" Die Sache macht sich!" dachte der Eommerzienrath und rieb sich schmunzelnd die Hände. Darf ich wieder! ommen?" fragte Baron Kleehas beim Abschied und sah Sidonie tief in die Augen, welche diese züchtig errathend niederschlug. So oft Sie wollen!" rief statt ihrev der Bruder. Das nächste Mal hatte Sidonie ein Resedafarbenes an, der Baron war noch begeisterter, als das erste Mal. Beim dritten Male aber zog sie ein schneeweißes Gewand an. Die Kochin hatte sich diesmal selbst ubertroffen, Baron Kleehas ließ es sich nicht nehmen, ihr in der Küche selbst seine Anerkennung auszusprechen. Und dann erzählte ev Sidonie wieder ganz melancholisch von seinem öden Hause und beim Abschied fragte er leiser ob er ihr am nächsten Tage eine große, große Bitte vortragen und auf Erfüllung derselben hoffen dürfte?" Und Sidonie wurde dunkelroth, denn zum ersten Male in ihrem. Leben
horte sie solche Worte und leise slüsterte sie ja!" Am andern Morgen Punkt 12 Uhr erschien Baron Kleehas und wurde vom Commercienrath empfangen. Eigentlich wollte ich mich an Fräulein Sidonie selbst wenden in dieser Angelegenheit." begann der Baron. Ich glaube, es ist besser, wir Männer besprechen das erst untereinander," meinte der Commercienrath lächelnd, Sie verstehen ein jungfräuliches Gemüth wird fo leicht von solchenDingen verletzt also bitte!" Fräulein Sidonie wird Ihnen gesagt haben," begann Baron Kleehas, daß ich heute mit einer großen Bitte nahe sie weiß ja, wie öde und schlecht versehen mein Haus ist und mitleidig hat sie mir die Gewährung meines Wunsches gestern schon zugesagt " Aber mit Freuden, mit tausend Freuden sei er Ihnen gewährt, mein lieber Baron!" rief der Commercienrath nehmen Sie sie, nehmen Sie sie!" Ach. Sie edler Mensch!" schrie der Baron entzückt, Sie Wohlthäter de? Menschheit! ich muß Sie umarmen!" und er drückte ihn an sein bewegtes Herz. Ich weiß, Sie werden gut mit ihr sein!" murmelte derUmschlungene und zerdrückte einige Thränen im Auge. Sie wird sich nicht über mich beklagen können!" rief Baron Kleehas,
bei Mir kann sie ln ihrem Reiche nach Belieben schalten und walten: ich werde ihr auch nicht allzu scharf nach-i rechnen, sie hauen emen ja alle gern ein wenig über die Ohren." AberVerehrtester!" warf derCommercienrath etwas pikirt ein. Auch sonst lasse ich ihr gerne etwas Freiheit." fuhr Baron Kleehas unbeirrt fort, ich will auch nichts dagegen sagen, wenn sie einen Liebhaber hat nur in's Haus darf sie ihn mir nicht bringen " Aber Herr Baron," rief der Commercienrath. das ist doch eine etwas laxe Moral!" Bester Freund." lachte Baron Kleehas, was thue ich mit der Moral die stört höchstens die Verdauung! Doch nun nochmals heißen Dank für die rasche Gewährung meiner Bitte, ich hätte wirklich nicht "gedacht, daß Sie sich solch' eine Perle so leicht entreißen ließen!" Schwer schwer fallt mir's auch!" ächzte der Commercienrath im Tone dumpfev Verzweiflung, doch ich will Ihrem Glücke richt entgegen stehen! Soll ich sie nun holen?" Nein, ich selber will ihr die Frage vorlegen, bester Freund, lassen Sie mich allein mit ihr!" und er stürzte zur Thüre hinaus. Was ffit'n Glück was für'n Glück!" murmelte der Zurückaebliebene und setzte sich auf das Sopha, um von da aus seinen Segen zu ertheilen. Nun kommen sie!" flüsterte ev und setzte sich in Positur. Die Thüre öffnete sich und strahlen den Antlitzes trat der Baron mit Louise, der Kochm, m'S Zimmer. Sie hat ja" gesagt.", jubelte er, aber erst, nachdem ich den Lohn noch um 50 Mark erhöhte." Das ist eine Gemeinheit!" ächzte der Commercienrath und sank geknickt auf das Sopha zurück. In Luft und Sonne. Von Karl Gerok. Luft und Licht der jungen Pflanze, Wenn sie leis die Scholle lüpft. Dürstend nach der Sonne Glänze, Aus der dunklen Erde schlüpft. Daß der Kelch Mit Duft sich fülle. Daß die BHitA mthülle. Wenn sie au5 t: niofpc bricht, Luft rnD 2icht! K Luft und Licht der freien Seele, Wenn sie kühn die Schwingen hebt, Nach des innern Sinns Befehle Zu den höchsten Sternen strebt. Licht, die Fackel zu entzünden, Luft, die Wahrheit zu verkünden Wehrt der freien Seele nicht Luft und Licht! Luft und Licht dem armen Manne, Der verhüllt in Rauch und Dampf, In des Brotherrn strengem Banne Kämpft des Daseins harten Kampf; Nach der Woche Last und Plage, Gönnt ihm seine Feiertage, Schafft ihm, weil es Christenpflicht, Luft und Licht! Luft und Licht den bleichen Kleinen, Die in Stuben dumpf und bang, Wo nicht Mond noch Sonne scheinen. Sich gedrückt den Winter lang, Daß mit Faltern und mit Hummeln Sie in Wald und Flur sich tummeln, Vor des Himmels Angesicht, Luft und Licht! ? Auch ein Dichter. A.: De, Heirathsvermittler Kuppler soll ja auch dichten." B.: Ganz recht ; meiner Frau, die . ich durch ihn kennen lernte, hat er zehntausend Mark angedichtet." Zuvorgekommen. Einbrecher: So ein Malefizpech! heute Nacht wollte ich bei Rosenheim & Co. die Kasse plündern und jetzt erfahre ich, daß heute früh deren Kassirer durchgegangen ist!" Immer militärisch. Lieutenant: Elise, Sie müssen du Meine werden! Lieben Sie mich wieder? Wenn das de? Fall ist, so sprechen Sie ein holdes: Zu Befehl!" Nobel. Frau: Aaron, wie. viel haste dem Schnorrer eben ge schenkt?" Aaron: 'n Pfennig! Ja? verfchenk' nie unter einem Pfennig." Höchste Güte. Ist der Kaf. fee aber auch wirklich gut?" Versau fer: Gnädige Frau der färntft selkZ' ohne Klatsg!" ' . -w
Iie Lei0-Gcnsdarmcric. Die in Potsdam stehende Leib-
Gensdarmerie des Königs von Preußen hat im Laufe der Zeit verschiedene Wandlungen durchgemacht. Laut Cabinetsordre vom 12. Februar 1820 trat das Garde - Reserve - ArmeeGensdarmeriecommando in der Stärke von einem Officier, einem Wachtmeisier, zwei Unterofficieren und zwanzig Mann zusammen, und daraus ent'' wickelte sich allmälig die heutige LeibGensdarmerie. Mit der Bildung eines Hauptquartiers des Kaisers und Königs durch Cabinetsordre vom 7. Juli 1883 wurde die Leib - Gensdarmerie in Bezug auf ihre dienstliche Verwendung dem Commandanten dieses Hauptquartiers, dem GeneralLieutenant und General - Adjutanten v. Wittich, unterstellt und zum 1. August 1889 die Bildung eines zweiten Unterofficier in Wachtmeister im Litewka. Dienst. Zugs befohlen, sodaß sich jetzt folgendes Stärkeverhältniß ergibt: Ein Flügeladjutant als Commandeur, gegenwärtig Oberst v. Scholl, mit dem Rang eines Brigade - Commandeurs. Erster Zug: ein commandirtev Lieutenant der Cavallerie, ein erster Wachtmeister und 23 Leib-Gensdar-men. Der Officier wird jeweilig von einem preußischen Armeecorps, der Reihe nach, gestellt und wechselt alljährlich, wogegen die acht Gde-Ca-vallerieregimenter je einen Leib-tGens-darmen abgeben und die übrigen 16 den preußischen Armeecorps entnommen werden. Zweiter Zug: ein Lieutenant vom Kürassierregiment Königin (pommer'sches) No. 2, zwei Unterofsiciere und 24 Mann. , In Eala auf Posten Paradeanzug. Der Lieutenant wird stets vom genannten Kürassierregiment gestellt und verbleibt in der Regel zwei Jahre commandirt. Jedes Linien-Kürassier-regiment gibt drei Gefreite oder Kükassiere, während die beiden Unterosficiere von dem Leib - Kürassierregiment Großer Kurfürst (schlestsches) No. 1 und dem Kürassierregiment Königin (pommersazes) No. 2 abgegeben werden. Jeder der beiden Züge hat einen Trompeter. Die Leib - Gensdarmen des ersten Zugeswerden zum Ordonnanzdienst zu Pferde und zu Fuß verwendet, während ein Theil den Kaiser im Manöver und auf Reisen begleitet. Der zweite Zug dient zur Begleitung der Kaiserin bei Paraden und auf das Manöverfeld und wird überdies zum Ehrendienst in den königlichen Schlösfern verwendet. Trompeter im Parade Im Tienft beim Anzug. Kaiser.' Die Waffenröcke des ersten Zuges sind von dunkelgrüner Farbe, die des zweiten Zuges dunkelblau. Als Pa-rade-und Ordonnanzanzug des letztecn dient ein Waffenrock von weißem Kirsey (grobes geköpertes Tuch) mit carmoisinrothem Kragen und ebensol chen Aufschlägen und Vorstößen. Der Galarock des zweiten Zuges ist ebenfalls von weißem Kirsey mit carmoisinrothen Besätzen. Dazu ein Hut von schwarzem Filz, an drei Seiten aufgeschlagen, ein sogenannter Dreispitz, mit weißem Federstutz. B e d i n g te Zustimmung. Sie müssen sehr glücklich mit Ihrer Frau sein?' Ja, ich muß!Zur Feier. Frau, gib den Goldfischen doch frisches Wasser!Was, heut' an meinem Geburtstag ?" Nun. dann gib' Ihnen halt heut' a' Bier!Cr itnn't sich aus. Redacteur: Warum woll?n Sie Ihren Artikel: Rathschläge für , -die Haus-frau-nicht mit Ihrem Namen zeichnen?" Schriftsteller: Weil meine Frau sie dann gewif: nicht befolgt!Berechti?terQunsch. ßen: Ich hab? r.uti ce?en Qobl. tbätiakeits - dcr.ziztt, aber die Armen sollten doch cirsj etwas dafür leiten. zum Beispiel 1:3 Concert euch cnhö 'j ren müss'" . ,
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