Indiana Tribüne, Volume 20, Number 161, Indianapolis, Marion County, 28 February 1897 — Page 2

Aas Wort. fte Hein und unschuldig scheint ba3 Wort, und doch, welche Welt von Lust und Leid, Jubel und Weh schließt es in sich ein! Wie groß ist sein Reich und welche Macht ist ihm gegeben. Wie xuhrt eZ sanft die gleichgestimmteSeele, Kenn tZ aus gutem, warmem Herzen kommt! Wie dringt es hier Trost und Heil und fällt wie lindernder Balsam duf eine wunde Stelle, doch wie reißt es dort neue Wunden oder die alten von neuem auf, Schmerz, Zorn und Groll erweckend. Wie weh that es oft und ward zum zweischneidigen Schwert, wenn es in ungezügelter Hast den Lippen entslch. ehe es von der Vernunft prüfend erwägt wurde. Wie oft löst ein Wort, in des Herzens Erregung gesprochen, das innigste Freund schastsverhältniß vergiftet das zaricste Liebesglück. Wenn das Herz Doll ist, fließt der Mund über." Dieses alte Sprichwort deutet an, in welcher innigen Beziehung der Mund zum Herzen steht. So llein dies letztere uch ist. so viel Raum ist doch darin für Freude und Schmerz, Liebe und Haß. Das Herz in seinem rastlosen Schlagen .ist- das Uhrwerk unseres Körpers, das ihn regiert und lenlt. Erst wenn es still sieht, ruht alles Getriebe, und vorbei ist's mit des irdischen Daseins Wirken und Schaffen, vorbei auch mit Leid und Freud des Lebens. Der Mund nicht allein, auch die Hand übermittelt die Gefühle und Regungen des Herzens. Beiden ist die herrliche, geheimnißvolle Macht gegeben, auch in stummer Sprache das auszudrücken, was das tiefste Innere des Menschen beseelt. Ein Händedruck spricht oft beredter als manche Wort und wird immer verstanden, am besten Ober von der Liebe und Freundschaft. Auch die Hand führt im Dienste des 'Hcrzens das Wort. Sie vermittelt den Ideenaustausch der räumlich Getrennten und sendet das Wort in die Ferne. Doch so wie der Mund leider gar oft das Amt als Bote des Herzens mißbraucht und das rechte Wort nicht sin det oder nicht klug genug ist, die Lippen zu verschließen, wenn das Gefühl des Herzens derart ist, das es im raschen Wort kundgethan. Schaden anlichten könnte, so ist auch die Hand ost viel zu schnell und unvorsichtig zum Dienst des leicht erregten Herzens bereit. Die Spuren, die das geschriebene Wort hinterläßt, sind aber noch viel tiefer und nachhaltiger, als die des gesprochenen. Wohl thun die ungezügelte Worte des Mundes weh und tönen lange noch im Herzen des Anderen nach, doch die Zeit streicht mit leisem, versöhnendem Flügel darüber hin. verweht sie und trocknet die Thrauen, die sie hervorriefen. Das Wort aber, das im Groll des Herzens die Hand auf's Papier bannte, das verloscht nie. Roch nach Jahren wiedergelesen, weckt es von Neuem all' jene dösen Geister, die des Herzens Ruhe nsr störten. Wohl hat das geschriedeneWort hohen Werth, es bindet leichter und legt größere Verpflichtungen auf,. als das gesprochene, darum abtx will es auch reiflicher überlegt sein. Gebietet es schon die Lebensklugheit, des Mundes Worte ernstlich zu wägen, sie zu hindern, der Eingebung des Herzens zu rasch und unbedacht zu folgen, um wie viel mehr ist die Mahnung gerechtfertigt, ernstlich mit dem Verstand erst zu berathen, ehe die Hand niederschreibt, was das Herz ihr in semer Erregung dictirt. Laß die Wogen des Herzens, wenn sie erregt sind, sich erst beruhigen, ehe Du in solcher Stimrnung schreibst. Banne dieselben nicht in ihrem wilden Ungestüm in das tnl eilende Wort, das schmerzend in die Seele dessen sällt. der Dir ferne. Unerbittlich bleibt es vor seinen Augen siehen und facht in ihm stets von neuem die Gefühle an, von denen Du vielleicht längst befreit bist. Wollten doch Herz und Vernunft immer erst Zwiespräche halten, manches Wort bliebe zum Heile, zum Segen und zur Ruhe desMitmenschen ungeschrieben und un-gesprochen.

Tie Waise. Ton H. Seidel. Was sinnst du. kleines Mädchen? .Ich bin so ganz allein!" Wo ist denn deine Mutter? Sie liegt schon unterm tcur." Was horchst du in die Ferne? .Hört Ihr denn nicht das Lied?" Ich hör' ein Vienensummen, Das durch die Wipsel zieht. - O lieber Mann, seid stille. Daß Ihr das Lied nicht stört Meine Mutter singt im Grabe Ich hab's schon oft gehört!" Nur immer nobel. ....Also, gnädiges Fräulein wollen Ihrem zukünftigen Herrn Gemahl eine tüchtige Hausfrau sein?" Braut: Gewiß. Sie glauben nicht, wie ich mich auf meinen Kochsalon freue!" Kathederblüthe. Professor: Ja. meine Herren, es ist gewiß, daß einst eine Zeit ommen wird, in der alle Gegensätze ausgeglichen sein werden, eine Zeit, in der Wolf und Schaf friedlich nebeneinander grasen werden." Kinderstreit. Zwei kleine Wuben streiten sich, welcher' den strengeren Papa 'hat. Ach," meint der eine, mein Papa haut mich täglich durch!" Das ist noch gar nichts," Ontwortet der andere, mein Papa haut täglich mich und die Mama!" Ein echter Krakehler. Nichter: Warum haben Sie dem Sepp mit Ihrem Knotenstock einen gieb über den Kops gegeben?" Euer Gnaden, er war halt der Nächst'!" - ' -

Kkirtkng" Amy.

Erzählung au& Arizona von 23. v. Schier brand. I. Wenn es etwas giebt, das der Mejicaner absolut nicht versteh! und demnach auch nicht würdigen kann, so ist eZ das Flirten" der amerikanischen Mädchen. Nicht als ob die Mezicanerinnen mit den feurigen Augen und den zierlichen Händen und Füßen nicht wüßten, was Coquettiren heißt. Im Gegentheil, sie wissen das nur zu gut. und das reizende Spiel mit dem Fächer, die herausfordernde Art, wie sie die Enden ihrer Mantilla gerade nur genug über die Stirn hängen lassen, um das Vrillantfeuerwerk der dunklen Augensteine noch esfectvoller zu machen, und die graziöse Art, wie sie ihren Ncbozo zu tragen wissen und das gestickte Taschentuch Hantiren, das sind Alles sovide gefährliche ctöder, die sie den Herren der Schöpfung auswerfen, um sie in ihren Netzen zu fangen. Aber sie thun dies Alles auf unbeschreiblich discrete Art, und nur seltcn kommt es vor, daß eine Geberde oder gar ein Wort bei all ihrer Gefallsucht bemerkbar wäre, die gerechte Urfache zur Eifersucht geben könnte. Und so kommt es, daß in Mexico, obwohl der Eingeborene aus castilischen Geblüt auch die heiße Leidenschaft geerbt hat, von der Saphir sagte, sie suche mit Eifer was Leiden schafft", nur selten häusliche Tragödien vorfallen. Das was der Amerikaner des Nordens Flirten" nennt, ist den Mezicanern beiderlei Geschlechts völlig unbekannt. Eine Freiheit, wie sie bei uns dieMädrhen genießen, giebt's da nicht. Bis sie als Braut am Altar an dir Seite ihres Erwählten steht, wird sie täglich und stündlich bewacht und behütet, wie dies ja in fast allen Ländern romanischer Zunge der Fall ist, und die geringste Jndiscretion ihrerseits würde ihre Chancen, unter die Haube zu kommen, ernstlich gefährden und sie zum Gespött ihrer Bekannten und Verwandten machen. In Arizona, wo die eingeborene kncxicanische Bevölkerung die Sitten und Gebräuche ihrer spanischen Vorfahren fast ganz rein bewahrt hat. sollten die Amerikaner und Amerikanerinnen, die dorthin kommen und in Verkehr mit dem spanischredendcn Theiles Volkes treten, obige That fachen wissen und beherzigen, wenn sie nicht in Trubel" gerathen wollen. II. Amy Nobbins, die junge Nichte des reichen Nanchers Sam Bowles. wußte davon aber nichts. Sonst hätte sie ?ohl jencn dummen Streich nicht begangen. Es kam nämlich so: Amy par ein sehr hübsches Mädchen. Ihre lachenden blauen Augen wurden von kinem förmlichen Urwald von goldeen Locken beschattet, und ihre anmulhige Gestalt, die schlank und biegsam tvie ein Reh war, huschte über den Boden hin. als wären ihre Füßchen Flügel. Amy hatte ihre Kindheit im Osten verlebt, und die letzten drei Iahre. seitdem sie von ihrer Mutter in die öesellschast eingeführt worden war, hatte sie sich weidlich amüsirt im Sommer in Long Branch, Newport, oder Caratoga, im Winter in New ö)ork, wo sie zu den Schönheiten ge rechnet ward, die auf Bällen und in ber Oper ihren vornehmlichzn Wir. kungskreis haben. Natürlich hatte sie die letzten drei Jahre 'geflirtetwelches hübsche amerikanische : Wd then thäte dies nicht? Amy aber mehr ils die meisten. In der That hatte sie sich in ihren Kreisen den Spitznamen wFlirting- Amy erworben, weil sie in ber Kunst des Coquettirens es zu eincr ungewöhnlichen Meisterschaft gebracht hatte, um die sie ihre Freundinnen sammt und sonders beneideten. Ulles ganz unschuldig nicht der geringste Schaden gethan. Ihr Herz blieb ganz, und ihre Verehrer, die sie scha, renweise nur mit schönen Worten abspeist hatte, waren wohl auch nicht besonders tief vom Pfeile Amors getroffen worden, wenigstens schiens so. Zu allen ihren Eroberungen, zu allen ihren tollen Scherzen und muthwilligen Einfällen hatten Papa und Mama nur ein geduldiges Lächeln. Mein öott, sagten sie. das Kind will sich eben Müsiren man muß ihr den Spaß flicht verderben. .Gegen Ende der letzten Saison aber. Mitte März, hieß es in den fashioNablen Kreisen von New Fork plötzlich. Amy Robbins habe sich verlobt verlobt im Ernst, wie man hinzusetzte. Mit dem stattlichen Paul Vanderveer, . kinem jungen .-Mann mit einer Zutonst. Die Kühnsten erdreisteten sich. Miß Amy nach der Wahrheit dieses Gerüchts zu fragen. Da kamen sie aber schön an. Miß Amy lachte übernöthig, legte dann den Zeigefinger auf die Lippen, und sagte, indem sie aus ihren dunkelblauen Augen so naiv und unschuldig schaute, wie sie es eben nur fertig brachte: Wenn Sie gefragt werden sollten, meine Liebe, so entworten Sie nur ruhig, daß Sie's nicht wissen." Es war ganz einfach Miß Amy wollte sich bis zuletzt daS Vorrecht jedes amerikanischen Mädchens nicht rauben lassen, ihre eigene Herrin zu sein und zu heißen. Sie war eben eine unverbesserliche Flirt-, diese Miß . Amy.. ..Und . ihre Mutter stand dabei und lächelte. .,-., Und im April war sie dann in Ärigerna; auf Besuch bei ihrem Onkel, dem steinreichen alten Sam Vowles, dessen schier unermeßliche Ranch in LlanoS Eounty und : dessen 60,000 Rinder und Pferde bis nach Tucson hin jedem Einwohner sprichwörtlich waren. Sein Brand", der Stern im Halbmond, p7X berühmt aus den Stockvardö in

Chicago. Aber sonst war Sam Bowles ein komischer Kauz Hagestolz, Wciberfein, ohne jede andere Leidenschast als seine Nanch. Er trank nie, er rauchte nicht; ja, er spielte nicht einmal Poker oder Monte, eine fast unerhört: Thatsache in jener Gegend. Im Winter war der närrische Alte in Washington gewesen, um nach einer Bill zu sehen", wie er sich ausdrückte, thatsächlich aber, um das Congreßmitglied seines Districis zur Erfüllung eines vor der Wahl gemachten Versprechens zu zwingen es handelte sich dabei um einen wichtigen Punkt, die Wasserrechte im westlichen Gebiet der Nanch. Nachdem er diese Angelegcnheit zu seinerZufriedenheit erledigt, war Onkel Bowles auf einen Abstecher von wenigen Tagen nach New Fork ge gangen, wo er gastfrei in dem prächtigen Heim der Familie Robbins aufgenommen worden war. Das war nicht so ganz uneigennützig, denn obwohl die Robbins selbst reich waren, so lebten sie doch seit Mih Amy in die Gesellschaft eingeführt worden war. et was über ihre Mittel, und die schlaue Mama Nobbins, die immer die Lieb lingsfchwester des alten Nanchers geWesen war, dachte bei sich, es könne jedenfalls nichts schaden, wenn sie und ihr Töchterchen einmal den kinderlosen Alten beerbten. Natürlich ließen sie nichts von diesem Gedanken merken. und es kam ganz aus dem Herzen des Onkel Bowles, als er beim Abschied' seine Nichte dringend aufforderte, ihm vor ihrer Hochzeit, die auf Juni fest gesetzt war, einen Besuch auf seiner Ranch zu machen, von der er ihr Wun derdinge erzählt hatte. Er hatte das muntere, schelmische Mädchen wirklich lieb gewonnen in der kurzen Zeit. Und da Amy von der Unmasse Bällen und sonstigen Vergnügungen während des Winters wirklich etwas angegrisfen war und ihrer Gesundheit das milde. kräftigende Klima Arizonas jedenfalls nur gut thun würde, so sagte sie be reitwillig zu. Und da war sie nun. Die erste Woche war ihr alles so fremd und neu gewesen, alles hatte einen so ganz anderen Anstrich als sie bis dahin gewohnt gewesen war, daß sie gar nicht zur Besinnung kam und sich wirklich sehr gut die Zeit vertrieb. Ueber die Prairie dahinzusausen aus den wilden Ponies, den aromatischen Duft des jungen Grases und der ersten Vlumen. die schon zwischen dem Grün hervorschössen, einzuathmcn. und die belebende, dünne, reine Luft in ihre erschlafften Lungen zu saugen, das war ihr zuerst ein wahrer Hochgenuß, und der alte Onkel freute sich wie ein Kind, wenn sie so zu Zweit auf feurigen Rossen durch fein weitgedehntes Eigen thum jagten und er das zarte Roth in ihren Wangen heraufsteigen sah. Nach der ersten Woche wurde Miß Amy aber die Geschichte langweilig. Nichts zu flirten-! Kein Mensch. dem sie die Macht ihrer Schönheit und Coquetterie fühlbar machen konn te! Kein einziger junger Mann, der ihr den Hof machen konnte. Gräßlich! Und Miß Amy gähnte und schüttelte sich vor Entsetzen. Das war ihr noch nicht vorgekommen in ihrem Leben. Sie seufzte und dachte an ihre Bewun derer in New ?)ork. Sie konnte noch nicht gut ihren alten Onkel verlassen und nach Hause reisen. Der würde ihr das übel genommen haben, und dann Adieu! Erbschaft. Also aule Miene zum bösen Spiel machen. Aber was ansangen? Miß Amy hatte schon die sämmtlichen Aaqueros und Cow boys ihres Onkelö Rkdue passiren las sen die waren ihr alle zu klobig, zu roh und ungeschliffen. So zog sie sich eines Morgens nach dem Frühstück auf ihr Zimmer zurück und durchblätterte einen neuerschienenen fashionablen No. man, und dabei gähnte sie und wurde schläfrig.

IV. Plötzlich erscholl die Stimme ihreS Onkels, der nach ihr rief. Amy machte, alter Gewohnheit folgend, erst etwas Toilette und glättete die reizenden Stirnl'öckchen. ehe sie dem Rufe folgte. Ans der Veranda fand sie ihren Onkel und einen seh? hübschen, sehr lnteressanten Fremden, einen Mexikaner, der ihr als Sennor Ruiz Pacheco vorge. siellt wurde und der ein Nachbar war d. h. seine Nanch war circa eine Tagereise zu Pferd entfernt. Endlich ein Wild, das ihrer Pfeile werth, dachte Miß Amy blitzschnell und wurde sofort die Liebenswürdig' keit, die Anmuth selbst. Sennor Ruiz war bei ibrem Eintreten zusammengezuckt t't Schönheit und der un nachahmiiche Reiz ds jungen Mädchens hatien's ihm offenbar angethan. Die Unterhaltung, die sich nun ent spann, konnte eigentlich nicht lebhast genannt werden, trotzdem der alte Herr den Dolmetscher spielte. Dazu sprach der stattliche junge Mexikaner das Englisch zu gebrechen, und Miß Amy verstand erst wenige Brocken Spanisch. Aber Beiden schien's, als verleihe dieser Mangel erst dem Gespräche seine eigentliche Wür?.e. Don Ruiz war wie berauscht. Diese Freiheit der Bewegungen und des Aus drucks bei einem jungen, schönen Mäd eben waren ihm w?e süßer Wein, gegen dessen Macht er nicht ankämpfen konnte noch wollte. Und die Beiden verstauden sich prächtig, troidem die Augen und die Geberden das Meiste, zu thun hatten um die Unterhaltung zu führen. Gastfrei, wie man im Westen überHaupt ist, drängte der alte Herr seinen Gast zum Verweilen auf einige Tage. und als er Abends sich zur Ruhe be gab, da drückte ihm Miß Amy die Hand und verabschiedete ihn mit einem strahlenden Lächeln. DaS waren ein paar lustiae. tolle Tage, die nun folgten, und Miß Amy

fühlte sich wieder ganz in ihrem Elemente, da der junge, ritterliche Meji caner ihr beständiger Begleiter war. Den alten Onkel wußte sie ganz im Hintergrund zu lassen. Am Abend des drillen Tages, als die Leiden aus dem Heimritt nach der Ranch waren, da machte ihr Don Nuiz eine förmliche Liebeserklärung. Seine dunklen Augen blitzten dabei, und der Athem kam keuchend und schwer aus seiner 3 nist. Miß Amy blickte ihn erst ganz erstaunt an. Sie hatte die ganze Sache einfach als eine kleine Flirtation" angesehen. Was doch diese Mexicaner komisch sind. Als ob man jeden Mann heirathen könne, den man ein oder zwei Mal angelacht habe und dem man erlaubt hat, einen Kuß zu rauben. Ei gcntlich konnte sie nichts dasür er hatte sich so weit aus dem Sattel zu ihr hinüber gebeugt, daß wenn sie zurückgewichen wäre, er sicherlich vom Pferde gefallen wäre. Und da hatte sie vorgezogen, seine Lippen einen Aucenölick auf den ihren zu dulden. Aber warum das nun gleich so tragisch nehmen? Er mußte doch Spaß verstehen. Alle Männer verständen doch Spaß wenigstens alle Männer, die sie bis jetzt gekannt hatte. Zu dumm! Und unmuthig, beinahe erzürnt versetzte sie ihrem Pferde einen scharfen Streich mit der Gerte, daß eö erschreckt vorwärts sprang. Aber Don Ruiz folgte ihr wie der Blitz. Meine. Antwort, meine Antwort, mi corazon querida!" drängte er, und seine Stimme klang auf einmal schrill. Sie blickte ihn erschrocken an. Dann mässigte sie den Lauf ihres Rosse, und nun begann sie etwas befangen, aber doch mit völliger Selbst beherrschung. dem jungen Mexikaner die Wahrheit zu sagen. Sie sagte ihm, daß er ihr in den wenigen Tagen sehr werth geworden sei. daß sie ihm stets ein Andenken in ihrem Herzen bewahren werde, aber daß sie seinen Antrag nothwendigerweise abweisen müsse. Warum, warum?" ächzte der Mexicaner und runzelte die Stirn. Wenn Sie's durchaus wissen müssen, Don Ruiz-, sagte sie beklommen, wril ich schon mein Herz einem anderen Mann gegeben habe. dessenBraut icn bin und den ich nächstens heirathen Werde." - ..tH das Wahrheit?- frug Don Nuiz. feine Stimme klang wie verhallener Tonner. Die volle Wahrheit", murmelte Miß Amy. der jetzt ganz unheimlich zu Muthe wurde. Don Ruiz erwiderte kein Wort. Stumm ritt er neben ihr her. bis sie vor der breitcnVeranda des altenHerrn hielten. Aber sogleich bat er Sam Vowles um eine Unterredung, die ihm gewährt wurde.

V ' Eine halbe Stunde spatcz trat der alte Herr Aowlks bestürzt und mit sorgenvollem Gesicht in's Zimmer sei ncr Nichte. Don Nuiz hat bei mir um Deine Hand angehalten-, sagte er. Du weißt. Onkek. daß ich schon verlobt bin. Und wenn das nicht der Fall wäre, so würde ich diesen überspannten Mezicaner doch auf keinen sfall nehmen", erwiderte Miß Amy, die sich jetzt wieder sicher zu fühlen begann. Der Onkel schüttelte das graue Haupt, flmd. das ist eine böse Ge schichte. Er sagte mir. Du habest ihn geküßt " Er hat mich geküßt " Das kommt auf Eines heraus jedenfalls ist nach Ansicht dieser Spa-nisch-Amerikaner ein junges Mädchen, das sich von einem jungen- Mann küssen läßt, dessen erwähltes Weib. Er will nicht von Dir lassen, und die An schauungen de? Leute seiner Rasse geben ihm Recht. Nimmst Du ihn nicht, so müssen wir uns aus seine Rache gefaßt machen. Was sagst Du dazu?" Ich mag ihn nicht ich verabscheue ihn jetzt ein armes Mädchen, das sich bei dem Scherz nichts Böses gedacht hat. so zu verfolgen das ist scig das ist gemein" rief Miß Amy und brach in Thränen aus. Hm. hm also das ist Deine letzte Antwort?", frug der Onkel.Ja, ja, um Gotteswillen, sage ihm, er solle gehen-, und Miß Amy hob ihre öände wie beschwörend ' gegen ihren Onkel.., Der ging und brachte Don Ruiz Ve scheiß ; Als der Mezicaner wenige Minuten später aus der Ranch fortritt, da sah er aus wie Jemand, der Böses sinnt. Am nächsten Morgen, als der Southern Pacisic - Ezpreßzug an der kleinen Station hielt,' die der großen Ranch des alten Bowles zunächst liegt, da drängte sich ein Mann an den Alten. der neben seiner Nichte die Platform entlang schritt, um den Zug zu besteigen. Der Mann, ein Mexicaner, zog im selben Moment etwas Blitzen des aus der Tasche. Ein Knall, eine Rauchwolke als dieselbe verzogen war. lag ein todter Körper am Boden. Das Blut floß ihr noch' aus einer Wunde, die sie mitten in ihren goldenen Locken empfangen hatte. Don Nuiz Pacheco war gerächt. Günstig. Freundin (zur andern): Unsere Freundin Elsa ist wirklich gut daran. Ihr Mann stettet so sehr, daß. wenn sie einen neuen Hut haben will, schon die Modistin mit der Rechnung dasteht, ehe er das .Nein" herausgebracht hat!" ' Schelmischer Rath. A.: Denken Se sich nur, unsere Katze hat 'ne Masse Junge jekricht. wat soll man mit die Dinger anfangen?" .Machen Se doch 'n Jasthof aus." ;

Acr Jahrestag. Novelle von Albert Montaigu. i. Wir hatten an jenein Tage eine scharfe Jagd in den Sümpfen abgehaltcn und hatten uns La Vieuxville und ich am Kamin ausgestreckt. Die Schloßuhr schlug langsam 9 Uhr. La Lieuzville zitterte, erhob sich heutig und öffnete eine breite Fensterthür, die auf einen riesigen auf's Meer führenden Balkon hinausging. He! was machst Du denn?" fragte ich fröstelnd. Ah bah! es ist gar nicht kalt! . . Und dann ist der Anblick auch der Mühe werth! sieh nur! . . . Wenn Du erst da bist, wirst Du nicht mehr fortgehen wollen!" Ich hatte Mühe, mich aufzuraffen ; schließlich entschloß ich mich doch dazu. Ja, der Anblick war wirklich der Mühe werth! Etwas Schöneres hatten meine Augen nie gesehen. Bor uns lag das Meer, vom Vollmond bestrahlt, das unendliche Meer, das wüthend gegen den Felsen schlug, auf dessen Gipfel das Schloß von La LZieuzville stolz seine hundertjährigen Tbürme zeigte. ' DerMond, der an dem klarenHimmel aufgegangen war, warf seinen großen Schatten auf das Meer und unter uns unterschieden wir kaum den weiß:n Schaum der Wellen, die sich an den Steinen brachen. In dft Ferne glitzerte der Ocean, der von einer langenSturzwelle mit riesenhaften Furchen durchzogen wurde. Ich bewunderte, ohne zu sprechen. La Bieuzville hielt den Kopf in der Hand verborgen und schien in tiefe Träumereien versunken. Nun!- sagte er plötzlich, Findest Du das schön, mein alter Jean?" Seine Stimme klang so verändert, daß ich unruhig wurde. Daher ging ich aus ihn zu und fragte, ihn bei derHand nehmend: Was hast Du denn, Pierre V Er drückte meine Hand stark und erwiderte mit schmerzlich bewegter Stimme : Ja, ich will es Dir nicht verheimlichen .... wir schreiben heut den 13. October . . . Armer Jacques! Nach einer Pause fuhr La Bieuzville fort: . Ich werde Dir alles erzählen; mein Gott, heut hat die Sache ja nichts mehr zu besagen .... Zünde Dir also eine Cigarre an und höre . . . Hast Du je von dem Herzog vvn Amage sprechen hören?" Gewiß, gewiß; er hat als Attache im Gneralstab den Krieg von 1870 mitgemacht, hat sich dort in jeder Weise ausgezeichnet, erhielt dann eine schwer Wunde, galt längere Zeit für verschollen, dann erfuhr man, daß er zum Gefangenen gemacht worden, und war kurz nach feiner Rückkehr in's Ba terhauö verschwunden." So ist's ! Aber Du weißt nicht, daß Jacques d'Amage im Augenblick der Kriegserklärung Fräulein Martha v. Maillanne, ein wunderbar schönes junges Mädchen, heirathen sollte, das er wahnsinnig liebte und das seine Liebe erwiderte. Gleichzeitig mit Jacques bewarb sich auch der Graf von Ambrom, dessen Vermögen noch bedeutender als das des Herzogs war. um Fräulein von Maillanne. Natürlich trug der Letztere den Sieg davon; doch als man ihn todt glaubte, wollte der Marquis von Maillanne. der arm war und sich dem Tode nahe fühlte, seine Tochter nicht ohne Gatten und ohne Vermögen zurücklassen; Martha aber widerstand bis zum letzten Augenblick. Erst nach langemDrängen, als man ihr den officiellen Beweis des Todes ihres Bräutigams vor Augen hielt, gab sie nach. Als Jacques endlich ein Lebenszeichen von sich geben konnte, war die Heirath seit acht Tagen vollzogen. Bei seiner Rück kehr wurde er von einer dumpfen Verzweiflung gepackt, die Frau von Ambron theilte, ja, sie verhehlte sich keinen Augenblick, daß der Graf eine falsche Nachricht benutzt hatte, um sie zur Hei rath zu bestimmen. In seiner Wuth wollte Jacques den Grafen tödten und ich hatte die größte Mühe von der Welt, ein Duell zu verhindern, das zu nichts geführt hätte. Doch von diesem Tage an waltete ein tödtlicher Haß zwischen den beiden Männern. Am Abend des 15. OctoberS 1872 war ich hier allein. Die Nacht drohte schlimm zu werden. Wie heut, war es Vollmond; wie heut, heulte der Wind. Der Mond verschleiert und der Don ner grollte. In stand an der Stelle, an der ich jetzt stehe, und bewunderte daS herrliche Schauspiel, als ich . beim Scheine eines Blitzes unter uns auf der schmalen Felsspitze einen Mann stehen sah. Wer ist da?" rief ich überrascht. Geh' ein wenig zurück. Pierre!" er widerte eine Stimme, die ich sogleich erkannte. Ein eiserner Widerhaken fiel auf den Balkon, bohrte sich daran fest und gleich darauf kletterte Jacques von Amage als Fischer verkleidet auf die Balustrade. Er erschien mir heiterer, als er seit langer Zeit gewesen war. ! Bist Du toll?" fragte ich ihn lachend. Du dringst wie ein Dieb oder wie ein Verliebter be! mir ein! Und die- ! ses Costüm! . . . Um Gottes willen, was bedeutet das alles?" . Höre!" versetzte er, ich habe ernste Gründe, so zu handeln ... ich gehe nach Maillanne." : Nach Maillanne?" rief ich,. Da ist , ja aber Niemand!" Verzeihung." erwiderte Jacques, Martha ist heute Morgen allein eingetroffen; ich weiß es! Nun denn, ich will die langeReise, von der ich vielleicht nie wiederkehre, nicht antreten, ohne ihr ein letztes Lebewohl gesagt zu haben. Sie wohnt im Parterre, lch werde an ihr Fenster klopfen, sie wird es öffnen, ich werde eine Unterredung mit ihr haben und werde scheiden.- .

Jacqueö sagte lch in ernstemTone, Du thust Unrecht. Wer weiß, ob d'Ambron, der seine Frau haßt denn er weiß recht wohl, daß sie Dir ihr Herz bewahrt hat, und haßt Dich ebenfalls Euch beiden nicht eine Falle stellen wollte? Geh' heut nicht nach Maillanne, ich beschwöre Dich!" Mein guter Pierre." entgegnete Jacques, ich werde nicht von Martha scheiden, ohne sie wiedergesehen zu haben, doch beruhige Dich; ich habe meine Vorsichtsmaßregeln gegen d'Ambron getroffen. Vor acht Tagen bin ich in I meiner Facht nach England gesegelt und. habe erklärt, ich würde von da nach Amika gehen. Die Londoner und Pariser Zeitungen haben dieseNachricht weiter verbreitet. Du siehst, ich habe an alles gedacht, und übrigens ist auch d'Ambron überzeugt, daß ich fern bin, denn sonst hätte er Martha nicht allein nach Maillanne kommen lassen!" Gleichviel, Jacques," erklärte ich ; ich bin besorgt und unruhig. Sei wenigstens vorsichtig; bist Du bewaffnet?" Ja," versetzte er. die Zähne knirschend, und wehe ihm, wenn er da ist!" Und um jedes weitere Wort von meiner Seite zu vermeiden, schwang er sich über die Balustrade und verschwand. iT" Ich befand mich in einer tödtlichen Unruhe," fuhr La Vieuzoille fort und blieb auf dem Balkon. Der Sturm beruhigte sich; der Wind legte sich; die Natur war still und ruhig. Ich lauschte und bei dem leisesten Geräusch klopfte ! mir das Herz zum Zerspringen. So stand ich bis egen 12 Uhr, als ich plötzlich auf der lrnken Seite, in der Nahe der Küste, kaum 200 Meter von hier, drei Flintenschüsse vernahm; war das Jacques, der mit d'Ambron zusammengetroffen wa? oder waren Schmuggler und Zollbeamte an einander gerathen? Ich bediene mich des Strickes und des Widerhakens, den Jacques auf dem Balkon zurückgelassen hatte, und raste wie ein Wahnsinniger hinunter. Sieben oder acht Mann standen zur Seite und ich erkannte beim Mondschein den Grafen d'Abron. der eine klaffende Wunde an der Stirn trug. Was ist geschehen? Wer hat das gethan?" rief ich entsetzt. Wer. mein Herr?" antwortete mir einer der Waldhüter des Grafen. Jedenfalls ein Wilddieb, doch wir haben ihn nicht erkennen können." Ich athmete auf. Und was ist aus dem Missethäter geworden?" Oh. dem ist es nicht allzu gut ge gangen! Er ist vom Gestade hinuntergestürzt, und wenn er nicht schon vo-r unsern Kugeln getödtet worden, so hat ihn der Fall sicher zerschmettert. Mor gen werden wir seinen Leichnam ausfinden, wenn ihn das Meer nicht fort spült." Ich ließ aus meiner Wohnung eine 'Matratze, Decken, Kopskissen holen und wir setzten uns in Bewegung. D'Am bron war aus seinerOhnmacht erwacht, doch er phantasirte. Unterwegs fragte ich La Branche, den ersten Feldhüter, aus und dieser erzählte mir Folgendes: Der Graf, den Niemand im Schlosse erwartete, war gegen sieben Uhr im Forsthaus angelangt. daS La Branche am Eingang des Parkes bewohnte. Er hatte ihn sogleich nachdem er ihm empfohlen.über seineAnwesenheit strenges Stillschweigen zu bewahren die unter seinem Befehl stehenden WaldHüter holen lassen, hatte sie mit einem großen Umweg vor das Schloß geführt und im Dickicht versteckt. Der Gras hatte ihnen übrigens nur sehr unklare Mittheilungen gemacht; Diebe sollten in dieser oder der folgenden Nacht in daS Schloß einzudringen suchen; einer ihrer Complizen hatte ihm gegen eine Summe Geldes Alles verrathen; man wollte sie die geschlossene Reihe der Waldhüter passiren lassen und sich ih. rer todt oder lebendig bemächtigen. Etwas nach zehn Uhr hörte man auf dem trockenen Laube das Geräusch von Schritten. 5atte eine unwillkürlichcBewegung eines der Waldhüter ihre AnWesenheit verrathen? Jedenfalls, denn plötzlich machten die Schritte Halt, dann hörte man, wie sie sich entfernten. Nun war der Graf mit seinen WaldHütern vorgestürzt und eine tolle Jagd begann. In der dunklen Nacht konnte man nichts sehen; doch man hörte daS Geräusch der Schritte des Fliehenden. So kam man bis zur Parkmauer, die der Verfolgte mit einem Satze übersprang, doch war ihm der Gras dicht auf den Fersen. Als sie am Gestade angelangt wa ren, trat der Mond aus den Wolken. und sie konnten sehen. Der Mann floh noch immer und wandte sich geradeWegs dem Mere zu. Endlich blieb der Flüchtling am äußersten Rande dcr Klippe stehen und drehte sich um. Der Graf, der dreißig Schritte von ihm entfernt war, gab zwei Schüsse aus seinem Gewehr ab und fehlte. Nun fchoß auch der Fremde er war ebenfalls bewaffnet und der Graf fiel. In demselben Augenblick schössen sämmtliche Waldhüter, doch als der Rauch sich verzogen hatte, war der Mann ver schwunden. Ob er nun getroffen worden oder nicht, er war todt; die Kugeln oder sein Sturz mußten ihn getödtet haben. So lautete die Erzählung desWaldHüters; als er sie beendet hatte, langten wir in Maillanne an. . Was mich anbetraf, so kehrte ich. nachdem ich den Verletzten der Obhut eines Arztes übergeben, in aller Hast nach ttr Meeresküste zurück. Gleichzeitig war ich von Angst und Hoffnung erfüllt; denn wenn Jacques dem Feuer des Grafen und seiner Waldhüter entgangen war, so mußte er sich an Bord seiner Prät befinden; denn bei seiner Gewandtheit war eö wohl anzunehmen, daß er die Klippe sicher hinabgeglitten war.

Acht ',Tage spater war d'Ambron wieder a uf den Beinen, und Martha hätte nie die Wahrheit erfahren, wenn ihr Gatte ihr nicht, um sie zu rächen, Alles erzält hätte.

3. Und dc?r Herzog?- fragte ich erregt. Der Herzog? Niemand hat seitdem etwas von ih?.i gehört. Als d'Ambron sechs Monate später im Duell fiel, schickte ich an J'ccques nach allen Consulaten der We!.' Briefe. Ich erhielt keine Antwort! M :in armer Jacques ! Theurer Freund!" Während La Vier-xville sprach, hatte sich dtt Sturm von Neuem erhoben. Der Donner grollte und unaufhörlich zuckten Blitze über bcn Ocean. Es begann zu regnen. Wir gVmgen hinein. Seitdem,- sagte Pierre traurig, wache ich zur Erinnerjung an jene furchtbare Nacht bis zim Tagesaubruch und halte die Fenster geöffnet." Ein fürchterlicher Doi?!ncrschlag, dem ein greller Blitz folgte, schnitt ihm das Wort ab. ' Wt vor drei Jahres genau wie vor drei Jahren!" V In diesem Augenblick siel etwas Schweres auf den Balkon Wieder. Wie von einer magischen Gewalt getrieben, hatte sich La Vieuxville todtchblaß erhoben. Das Gesicht dem Fenster zuge wendet, hatte er mich beim täm gepackt, in den er seine Nägel einbohrte. Wie vor drei Jahren! ri:' .wieder. ' Plötzlich erschien ein Kopf über :zi Balustrade und ein Mann sprang r;l (Sinlis V.r ftlf?Att (.1111111 VJUni. UUI Ul.lL UlllLUll. Jacques: rief La Bieuxvme mit lauter Stimme. Jacques!" Ja. ich bin'ö, mein guter Pierre sagte der Herzog von Amage mit trauriger Stimme, den Freund in die Arme schließend; ich habe Dich noch einmal sehen wollen, bevor ich mich für immer entfernte . . . auch wollte ich wissen, was auS der geworden ist. die ich leider zur Wittwe gemacht habe und die ich nie wiedersehen darf.Pierre wollte sprechen, doch die Aufregung hinderte ihn daran! Endlich hatte er die Sprache wiedergefunden rief jetzt eifrig: Aber weißt Du denn nichts? Hast Du denn keinen von meinen Briefen empfangen?" .Nichts! Ich habe, die Menschen fliehend, die Meere unter falschem Namen durchzogen! .... Aber so sprich doch! Was ist um Himmels willen ge schehen?" Nun erklärte ihm La Vieuxville mit wenigen Worten das Geschehene, und Herr von Amage schien zu neuem Leben zu erwachen. Mein Gott!" seufzte er endlich und ließ sich in einen Sessel fallen, So könnten wir also doch noch glücklich werden?" Rasche Schritte ließen sich hören, ein Diener trat ein. Die Frau Gräfin d'Ambron, Herr Marquis; ihre Pferde können bei dem Wetter nicht weiter " Der Herzog erhob sich, während La Aieuxville der Gräsin entgegen eilte. Ich zog den Herzog fort, und als wir auf der einen Seite hinausgingen, trat Frau d'Ambron von der andern ein. Sie sind bewegt. Pierre", sagte sie, und ich sehe, auch Sie haben diesen traurigen Jahrestag nicht veTgessen ; Dank, mein Freund. Dank!" Martha," erwiderte Pierre mit zit ternder Stimme, "Sie haben viel gelitten; doch nach dem Sturme bricht die Sonne hervor . . . Muth! ... Ich habe . . . seien Sie stark! ... ich habe Nachlichten von Jacques!" Ich höre noch jetzt den Freudenschrei, den Frau d'Ambron auöstieß. Sie wankte und Pierre führte sie zu einem Stuhle. Ja.- fuhr er fort." er hat mir oeschrieben er kommt zurück . . . er wird hier sein " ' .Oh. rufen Sie ihn. mein Freund rief die Gräsin. rusin Sie ihn; ich fühle, daß er da ist!A Kuß ohlic Vatt. A Kuß ohne Bart Ist so fad und so trist. Wie a ung'salzene Supp, Wo no Wasser dra ist. Wenn Z an Schatz han will. Und des trifft zua. ja zua. Muaß er an Schnurrwichs han. Läppischer Bua! Denn c Kuß ohne Bart ' Ist so fad sedefalls Als wie a Supp'. an der '& Schmalz fehlt und 'S Salz! Hereingefallen. ...Unglaublich, wie daSGeld weageht! Heute früh bab' ich 5100 gewechselt und nun bleiben mir gerade 520 davon übrig!" .Nicht wahr. Männchen, dafür kaufst Du mir den neuen Hut. den wir gestern fahen?! Der kostet gerade $20!" Aus der Schule. Lehrer: .Ich habe Euch erzählt, daß die Jung, frau von Orleans von einem hohen Thurm heruntersprang, ohne sich zu verletzen: wer von Euch kann dieses wohl erklären?- - Schüler , (Sohn eines Schneiders, schnell): Sie hatte Ballon-Aermel am KleidelEntweder oder .Unser Vetter Hans kann unmöglich l? verschwenderisch und zügellos weiter wirthschaften.- Hm follen wir ihn unter Kuratel stellen lassen oder verheirathen?" , Modern. WaS. Dem Brau-! tigam kann nicht kochen und Strümpfe stopfen ja, wie willst Du da mit ihm glücklich werden?- ; Ein solventer Kunde. Mir scheint, Sie wollen mick erst am jüngsten Tag bezahlen." Auch das kann ich Ihnen nicht sicher vnspre &al' '