Indiana Tribüne, Volume 20, Number 154, Indianapolis, Marion County, 21 February 1897 — Page 2

Mutter und Tochter.

28on Th. Gandett. Polizeilieutenant u D. In der Nähe meines in der Manleusfelstraße gelegenen Polizei-Revler oureaus woynie Die nocy immer zuendliche Wittwe eines hohen OfficierS mit ibrer siebenzebniäkriaen Tockter. r' t u r X . . ,0 t ,1 Gtt hatte seiner Zeit als blutjunge Madchen dem stattllchenOber cher sich trotz seiner vierundfunfzig Jahre noch ein sehr feuriges Temperanient bewahrt hatte, die Hand zum Bunde für das Leben gereicht und betrauerte den Gatten, als dieser sie und ein munlercs omicirncn vsn lern Jahren nach kaum achtjähriger Zhe cuern ließ, anscheinend auf das Ausrichtigste. Größeres Vermögen war uuciuinas nimi oocganoen. aoer in Berbmdung mit der WMwenpension reichten die Zinsen aus. Mutter und Tochter em angenehmes Heim zu erfalten. Die Mutter, welche einstmals

as eyrerinnenexam! Zemaazr, UN- calculirte ich und der Herr StaatSanierrichtete das Töchterchen selbst und nnU mit mir

lebte fast nur für dasselbe, in Folge dessen das Kind und dann die heran- . . Y t 1 m swi l

maazienoe Jungfrau an ver lUimttT unzweifelhaft Vergiftung durch Cyanhing und zu ihr emporsah. fali festgestellt wurde die Gcneralin ej i . i ry. I I O . .

lernie 01c ame m emerigung des ffrauenvereins, dessen VorstandsMitglieder mich mit ihrem besonderen Vertrauen beehrten, näher kennen und c 1 1 . ri -i trt .1 f. ijauc ciniimais laeicgcnqcii, iz in einem Concertgarten. woselbst sie in Begleitung ihres Töchterchen sich vergeblich nach einem leerm Platz umsah, an meinen Tisch zu bitten und sie meiner rau vorzujieuen. tarnen sanden Gefallen an einander und nament lich das junge Mädchen schien sich in meinem yauje ganz woyt zu suylen. Unter der Hand erfuhr ich dann, daß r r litg oic nun sunsunooreimgiayrige rtx. v " tnJt.: tt: r- " l tmiiiL-. L rv . t i iurnuoc mu einem cm -canicn iunaeren. i icioiiianoigcn ausmann aus guier , Familie verlobt hatte oder im Begriffe nn r ' " . ' I

war sich zu verloben, was mich um fo I Denn Photographen gebrauchen Cynamehr frappirte. als ich wußte, daß der kali zu ihren Bildern und der Berliner

Rausmann sich um em zunges. Uhr reiches Mädchen eifrig bewarb, und ihm hierbei auch von keiner der maßGeusen cucn azivieriglenen IN den Weg gelegt wurden.

Eines Nachmittags hörte ich in mei- Selbstverständlich wurde bei sammtn:m Sprechzimmer, das nur durch den cken Berliner Avoibekern und Drogi-

Korridor vom Bureau getrennt war und im Zusammenhange mit meiner Vrivatwohnung stand, die sehr erregte Stimme einer weiblichen Versr.n. die nach mir verlangte, und gleich, darauf stürmte ein Hausmädchen, noch vor xem anmeldenden Schutzmann herein .. l. r 's. . at C !1 I uu erzaytte icgrcacnsoiciaj uno Mil i fliegendem Athem, daß die Frau Generalin . . . soeben in ihrer Stube todt t umgefallen und die Tochter über der Leiche zusammengebrochen sei. Natür lich sandte ich sofort einen Beamten öum Polizeiarzt, der zugleich mein Hausarzt war, und eilte felbst, dem einen Wachtmeister die Anweisung ge lend. mir unverweilt mit zwei Beam ien zu folgen, an Ort und Stelle. Ich traf die Situation genau so wie das Maochen angegeben und fuhr Folgendes: Der Verlobte der Generalin habe. tot gewohnlich, zur Kaffeezeit seinen Besuch gemacht. Die Dame habe am I

Morgen einen Brief erhalten, durch einem Chemiker zur Untersuchung dessen Inhalt sie in einen Zustand übergeben wurde, in einem fogenannhochgradiger Erregung versetzt worden ien verborgenen Fache, ein Umstand,

ier. io oan es oer m yranen auxge- der die Chancen des anscheinend Entlösten Tochter nicht gelingen wollte, sie fwbenen auf .Null" sinken liest.

zu beruhigen. Das Mittagessen sek unberührt geblieben und die Generalin habe, wie das Hausmädchen mir kerichtete, nur immer wie geistesabwesend vor sich niedergeschaut. Da sei der Herr . . . erschienen, und die Dame habe demselben, hochaufgerichtet am Tische siehend, den am Morgen erhaltenen Brief stumm überreicht; das Mädchen hatte vom Nebenzimmer aus dies Alles mit angesehen. Der Herr sei leichenblaß zurückgetreten, das Fräulein habe die Hände gerungen und die Frau habe zweimal laut ausgerufen: Die Wahrheit, die Wahrkieit!- Was nun geschehen, konnte daö caocqen niazi genau angeoen. sle habe gesehen wie der Herr nach einem Tischchen geeilt, auf welchem stets ane Karaffe mit Wasser stand, plötzlich habe sie einen Fall gehört, dem ein lauier Aufschrei gefolgt, dann fei derHerr bei ihr vorbei und ohne Hut aus dem aue gelaufen, ms t m vas Zlmmer gestürzt und Mutter und Tochter oios an oer vicz gelegen, ci ne zu mir gerannt. In diesem Augenblicke kam mit dem Wachtmeister mein Hausarzt an und vas war gui. venn ovglelcn icv anneymen mußte, daß der Kaufmann sofort zu emem Arzt geeilt sei. erschien doch kein zweiter. Die junge Dame lag Don tief Ohnmacht umfangen auf rorer 'cuiier; viele war iool. 'ceoen der Todten an der Erde, also auch dicht neben der Tochter, fand sich eine weiße, kleine Papier-Enveloppe. wie sie von den Apothekern zur Aufnahme von Vulvern benutzt werden, und in derselven war noaz oer ircen emes weiyen Pulvers enthalten. Aus dem Tische vor oem sopya nnv em )at volles Glas Wasser, während ein zweites ff3 vfcirtiJf(rt k?JP V CfrtK. I ai.vvmni -cvvien lag; zweifellos hatte sie aus diesem zuletzt getrunken. Am Boden des Erbrochenen Glases haftete noch unausgelöstes weißes Pulver Cyankali bemerkte der Arzt sehr ernst, wie er auch dasselbe inhaltschwere Wort von dem in der Enveloppe noch befindlichen Pulver . gebrauchte. Dieses Pulver, fowie das zerschellte Glas mit seinem Inhalt nahm ich sofort in sorg samste Verwahrung. Wahrend nun der Arzt bemüht war. die Tochter in's Leben zurückzurufen, setzte ich die nöthigen Depeschen an da! n . ? r r? w!.. c IT 1. .13 . - - - - tk vottzei-ra,loiuin. oen iaaisanwazi und den Untersuchungsrichter auf, l schickt: emen Beamten nach dem Kran 5enhause Bethanien, um die Kranke mittelst geschlossener Sänste dorthin befördern u lassen und sandte den

Wachweifler nach deiPrivatwohnug, sow einen dritten Beamten nach dem

Geschäft des fortaerannten Ärautl gams; er war nirgends anzutreffen. Es waren drei Dinge möglich: Selbstmord. Unglückssall oder Verbrechen! Da die Mutter todt, die Tochter fceI ,.sss .;., rr;,r uii ituirn lyivju ü' darniedcrlaa. die dritte Sauvtverson der Bräutigam, abn kersckwnnden war. so dränate iick der Verdacht auf. daß ein Verbrechen verü6t sei um der ferneren Anspche einer unbequemen überflüssigen Jraut überhoben zu sein. Dem wU Whrslrf llertnas das L rieben des Betreffenden und sein Ruf. Aber: lxau schau wem? So gut wie es Jemand fertig brachte, sich mit einer samr her htttrn esellsckaft au veri0en zu gleicher Zeit aber bei einer Anderen auf Freiersfüßen zu gehen. c$enf0 gut konnte man ihm auch ein derartiges Verbrechen zutrauen so Vntm alle Normalitäten erfüllt die Sektion der Unglücklichen hatte I . begraben und die Wohnung verstegett, da merkwürdiger Weise kein einziger verwandter fies meldete. Die Criminalpolizei forschte nach I . . - . y - ' ' ' , ' dem Vervleib des Kaufmanns, vesten Geschäft vorläufig von seinem Vater beaufsickitiat wurde, und mir wurden die übriaen Ermittelunaen übertragen. Wo stammte das wie ein Blitzstrahl jödtende Gift her; wer hatte es ve schasst? batte früber in Maadebura in -ß- r i i t , Garnison gestanden und es siel mir Vm& dort ein Nbotoaravb aleicken Namens wie der versüzwunvene aup ' . r - - ' " jk. . 1 .' . noTit iTfnntsltitirtm izaa 7" --w " . daß beide Brüder waren unv vres bestärkte mick in meinem Verdacht. Bruder konnte bei Gelegenheit eines m,suckes leickt ein Vülvercken haben mitgehen hußen. ohne daß der Andere es merkte. Und ein solcher eucy batte vor Kurzem stattaefunden. sten specielle Nachfrage gehalten, ob und von wem in jüngster Zeit etwa von dem gefährlichen Gift gekauft, d?? ein Kauf versucht worden war. Bon dieser Maßregel versprach ich mir allerdings wenig. Denn Gift darf nur. abaesehn von ärmlicher Verord- ' L . v . . nung, auf emen von ver' P0iizeioe kiörde ausaeftellten Giftschein abgege hn werden, und wenn wirklick in eim zralle von dieser gesetzlichen Bestimmuna abaewichen war, so würde Nsl) oer vttressenoe eriauser naiurrq hüten, dies einzugestehen. Cyankali . . rr t r l?;!jt war nur: mehrfach veriausl uno ,a) verfolgte den Verbleib desselben bis auf das allergeringste Quantum aber es ließ sich keine Brücke finden, die tu dem Kaufmann aefübrt hätte. Dägegen fand ich in seinem Schreibtisch denn ich hatte m semer Wohnung Unb seinem omvtoir das Oberste tu unterst aekekrt em Msckcken mit Blausäure und ein araues Vulver. das Während dieser Ermittelungen, die natürlich längere Zeit !n Anspruch nahmen, schwebte das arme Mädchen, die Tochter der Verstorbenen, zwischen Leben und Tod. .n ibren Vbanta. fan rief sie die Mutter in der rührendfim Weise zu sich dann klagte sie wieder in herzzerreißenden Tönen den Entflohenen an, sie der besten der Mütter beraubt zu haben. Es war dies eine merkwürdige Erscheinung: denn sie war absolut ohne Besinnung und hatte doch das Bewußtsem des Vorgefallenen. Am Ende der dritten Woche nach dem so traurigen Vorfall langte eine Depesche aus Altona an; ein Fremder, ach dem im Hut. als Einlage unter dem Sckweikleder. fundenen ??raaraent eines Briefccuverts ein Berliner, t dort mit ein Schußwunde in der Brust in einem Krankenhause eingeliestrt worden. Da das Signalement auf den flüchtigen Kaufmann und Bräutigam zu passen schien, reiste ich dorthin, um den mir genau Bekannten event, zu recognosciren;'er war es! Bei meiner Ankunft war der Verwundete ' bei Besinnung. Er batte zwei Schüsse auf sich abgegeben, aber beide Geschosse hatten nur ein paar Rippen zerschmettert und waren dann seitwärts - abgeglitten, ohne edlere Theile zu verletzen; in Folge dessen hatte er zwar viele Schmerzen auszustehen, aber Lebensgefahr., war nicht vorhanden. Ohne direkt ein Verhör mit ihm an. stellen, das ilbriaens der Ar,t widerrathen hatte. . ließ ich mir doch von ihm den traurigen Vorfall mit dem was drum und dran hing erzäh. len. Er klagte sich ohne Weiteres an. wie ein Schurke gehandelt zu' haben. t fw.f ' rr , k" aoct nur aus ieigyeii. izt yaoe sU? die vornehme Dame, die er bei befreundeter Familie kennen gelernt, ein warmes Interesse gefühlt und seine Eitelkeit sei mit in's Spiel gekommen, als er gemerkt, daß das Interesse ein gegenseitiges sei. Außerdem habe er geglaubt, daß die Generalin über ein bedeutendes Vermögen verfüge und daraus hin habe er sich, um auch ihr etwas bieten zu können, etablirt; dann habe er sick erklärt und das dawart tr halten mit der Bitte, die Verlobung! vorläufig geheim zu halten, da sie sits erst mit den Verwandten ihres verstor- . - ' venenMannes auseinandersetzen wolle, Bei dieser Gelegenheit habe er ersahren. daß kein großes Vermögen . daS vorhandene gehörte noch dazu der Hauptsache nach der Tochter' vorbanden se: und er hätte doch unbedingt

um seinen bei der Etablirunq ringe

gangenen Verpflichtungen nachkommen 5U könnm. eine bedeutende Summe haben müssen. Nun war es ihm ergangen wie allen schwachen Charakteren: die Generalin liebte er als vornehme Dame, die ihm Zmponirte, und ein reiches Mädchen mußte und wollte er heirathen; aber er fand den Muth nicht, als ehrlicher Mann offen zu sew. Als dann an jenem Unglückstage durch den Eingang des anonymen Briefes sein Lügengewebe an den Tag gekommen, habe er völlig den Kopf verloren und sei, als die iÄeneralm ihm das Wort Elender" halb sinnlos zu geschleudert und gleich darauf nach Genuß eines Brausepulvers das Sie ihr eingerührt." warf lch ernst ein ... Nein, nicht ich, sie selbst schüttete es m.das Glas, das auf dem Tische stand, während ich, da ich jenes nicht gesehen, ihr ein anderes reichte," ntgegnete er ruhig umgesunken war, halb wahnsinnig davon gerannt. Sie ist todt? schrie er Plötzlich, mich Mit weit geöffneten Augen groß an sehend, laut auf. Das wußten Sie nicht?" entgegnete ich scharf. Mensch. wo haben Sie denn die ganze Zeit über gestcckt?" Ich iknnte ihn, da er ohnmächtig ge worden war, erst am folgenden Mor gen wieder fprechen und erfuhr von ihm, daß er damals aus grenzenloser Scham davon gerannt, sich einen Hut gekauft, mit dem nächsten Zuge nach Hamburg und von dort ohne jeden Plan nach Kopenhagen gefahren sei! Hltt sei er vor Ausregunn krank ge worden, habe Aufnahme m emem Ho fpital gefunden und sei, nachdem er vor vier Tagen als geheilt entlassen, nach Hamburg zurückgereist, um nach Berlin zu gehen. In Hamburg sei er erst so recht zum Bewuntsem seiner ehrlosen Handlungsweise gekommen. sei ruhelos umhergelaufen und habe, in Altona angelangt, den Entschluß gefaßt, seinem verfehlten Leben ein Ende zu machen. Sprach der Mann die Wahrheit? Es schien undenkbar, daß er von dem Tode der Generalm, auch wenn er unschuldig an dem Verbrechen war, nichts sollte gehört haben, denn die sensationelle, der Oeffentlichkeit gegenüber in tiefes Dunkel gehüllte Affaire war durch alle Zeitungen gegangen! Ich ielearaphirie nach Kopenhagen und erhielt noch am Abend desselben Tages die Bestätigung seiner Aufnahme und späteren Entlassung aus dem Hospital. Natürlich hatte ich einen Haftsbefehl gegen ihn m der Tasche, da er aber nach Aussage der Aerzte nicht trans portfähig war, so verständigte ich die Verwaltung, ihn diskretionar als Gefangenen zu betrachten und erbat, meine Behörde sofort telegraphisch zu benachrichtigen, wenn er transportfähig geworden war, denn ich selbst wollte ihn abholen und nach Berlin überführen. Dann reiste ich zurück und erstattete ausführlichen Bericht. der beim Untersuchungsrichter und Staatsanwalt nicht geringes Aufsehen. oder vielmehr Zweifel erregte. Am Tage. nach meiner Rückkehr aus Cl ri! jl. c . N W-a Aliona lcgiaic ot tfrau juoenn ve KrankenhausesBethamen, die Mir per sönlich genau bekannt war, zu mir und erbat meinen Besuch, da die junge Dame zum ersten Male m anscheinend ruhigem Schlummer liege und nach Ausspruch des Arztes mit Bewußtsein erwachen werde. Sie habe in ihren Delirien so vielfach nach mir gerufen und durchaus meine Gegenwart verlangt, daß der Chefarzt ausdrücklich angeordnet, mich, wenn irgend möglich. zur Stelle zu schaffen, damit ich. falls sie bei ihrem Erwachen nach mir frage, nicht erst geholt werden müsse. Obwohl ich an ienemMorgenKlgent-. lieg unaoiommiicy war, oa cic Polizei W . 4 . liehe Abnahme mehrerer großer Roh bauten erfolgen sollte, blieb ich doch. da Mich der ganze Fall und namentlich auch das iung' Mädchen lebhaft interessirte, im Krankenhause und ließ mich im Revier von emem zungeren, mir zugetheilten Volizeiofficier vertreten. Und so saß ich denn zu Häupten, etwas rückwärts, des beklagenswerthen jungen Mädchens, deren wachsbleiche. eingefallene, früher so lieblichen Zuge sich unter dem weißen Häubchen man hatte ihr das prächtige, braune Haar kurz abgeschnitten fast gar nicht von dem schneeweiß Leinen ihres Lagers abhoben, wahrend die ffrou Oberin selbst am Fußende Mak genommen hatte. Plötzlich bemerkte ich. wie die Augenlider ganz unmerklich vibrirten und eine leise Rothe zu den Schläfen emporstieg sie erwachte und sah sich erstaunt um. Da kam das Bewußtsein jenes schrecklichen Augenblicks, in welchem sie die Mutter leblos zur Erde hatte sinken sehen, mit elementarer Gewalt über sie, sie richtete' sich jäh auf und in dem Augen blicke, als die Oberin sie liebevoll mit ihrem Arm umfing, lösten barmherzige Thränen den Bann, der bisher auf ihr geruht. Ein unwillkürliches Geräusch. das ich auf meinem Sld verursachte. denn ich wollte mich leise zurückziehen. ließ sie sich jäh umwenden; eine flamwende Röthe schlug ijhr in's Antlitz und mit dem Ausdruck einer unendlichen Seelenpein schlug sie beide Hände zusammen und äußerte stoßweise: .Gott sei Lob, daß Sie da sind! Ich, ich allem bin die Mörderin! meine Mutter, sie that es nicht!- dann sank sie von Neuem in Ohnmacht. Der herbeigerufene Arzt brachte sie fehr schnell wieder zum Bewußtsein, und als sie die Augen abermals aufschlug, irrten sie in dem Zimmer um her, bis sie auf mich fielen, , der ich durch das foeben Vernommene aus der Fassung gekommen war. Sie winkte Mich heran und alles Zureden der Oderin und des Arztes, sich zu schonen, beentworiete'sie mit' den 'bererreißen-'.

den Worten: Ich sterbe.-wenn ich ihm i ntfv r

nictji Äues lagen rann. Und dann erzählte sie mir, ohne zu stocken, aber einen fast irren Ausdruck in den rehbraunen, oft flackernden, dann wieder todestraurigen Augen, eine seltsame Geschichte. Sie habe gewußt, daß die Mutter um guiijcui jjcicu an iqiyu ;oiuuu aam aebanaen. wäbrend sie. die Tock ter, ihn nur mit stetem Mißtrauen habe betrachten können, da er sie oftmals mit so eiaentbümlicken Augen angesehen. Der anonyme Brief, der an dem Todesmorgen angekommm. habe wie ein Blitz aus heiterem Himmel gewirkt, die Mutter fei gänzlich aebrocken aewesen. babe sick aber voller Verzweiflung daran geklammert, daß i .. .3 .rjtr.t n c oas, was oori gecyrieoen iiano. ciac Unmöglichkeit fei. Als die Verstorbene dann aus den Auaen desErbärm lichen die Wahrheit erfuhr, auch ohne daß sem Mund sie auszusprechen wagte, sei sie dem Umsinken nahe geWesen und nun habe sie selbst ihrer Tasche ein Brausepulver entnommen (wie sie geglaubt), habe es m em isias geschüttet und den Trank der Mutter aereickt. Als diese vlöklick mit verglasten Augen zu Boden gestürzt, sei ihr wie ein Blitz die Erkenntniß gekommen, dak sie die Vulver verwechseit, und anstatt d - erfrischenden Brausepulvers em anderes, giftiges. enommen. dessen ne n zur Anfernouna vbotoaravbiscker Bilder sie war wirklich im Besitz emes rlemen photographischen Apparates stets bediente; dann habe sie das Aewulsein verloren. Aber in ihren Phantasien habe sie nur immer daran denken müssen, daß man die Mutter für eine Selbstmörderin balte und das verdiene doch die Edle. Gute, Reine und Verklärte nicht! Und Nicht wahr, bie glauben mir und werden.es überall bekannt machen, dak iÄ es war, die Mama getödtet. aus Versehen; aber ich will dafür büßen denn, sagen Sie mir die Wahrheit, alle Welt Glaubt, dak Mama sich selbst aetödtet?- Armes, armes kleines 'ovazen, auf welche Abwege hatte dich oern Sribrnrn aefübrt. und wie wenia verstandest du au lügen! Denn ich sah ihr an, daß sie nicht die Wayryeil sagte. Ich faßte ihre zarte durchsichtige, kleine Hand, die auf meiner Rechten ruhte, mit festem Druck, und sagte ibr mit warmen Worten und der i w . . . . . . Wabrbeit aemäk. dak Niemand seither von einem Selbstmord gesprochen oder auch nur an emen solchen geoacht, vag vielmehr von Jedermann, von der Beb'örde und bis iekt auch von mir. der entflohene Bräutigam für den Mörder, den feigen, kaltblütigen Morder gehalten worden sei! Da öffneten sich ihre Augen weit und sie stieß entsetzt heraus: Jawohl, er ist ver 'toroer! Aber nicht so, wie Sie meinen; nur, weil sie verzweifelte, als ste die Wahrheit über seinen feigen Verrath erfuhr und ich ihr em Pulver gab, das ich verwechselt hatte; Schuld ist er an dem entsetzlichen Unglück, aber meine Hand brachte das Verderben!" Darauf meinte sie m immer mehr steiaender Aufreauna. ste werde nun wohl sogleich eingesperrt" werden, daß ich es für nothig hielt, nach ver ... r.t r. r-ri'. rci uyr zu seyen uno meme sosolllgr um fmnst hnrrfi KkzeiZKare DienflslC schäfte zu Motiviren. Ich fuhr nun direct zum PolizeiPräsidenten und dann zum Untersuchungsrichter und erstattete Bericht. Die 7?olae war. van am naazsten uJlox gen der Untersuchungsrichter sich zur Vernehmung des jungen Mädchens, da dies natürlich nicht zu umgehen war, nach Bethanien begab. Auch er gewann die Ueberzeugung, daß ihm unter dem Eindruck einer unerklärlichen, seelischen Depression em Märchen aus aetisckt wurde, drana aber auf Anra then des Arztes nicht weiter in die Kranke. Jedenfalls wurde der Haftbefehl ge aen den iunaen Kaufmann zurück nommen. da es fest stand, dak er der Mörder nicht war. Er war durch das Bewußtsein semes Bubenstreiches vollia außer ??assuna bracht und um allen Folgen seiner Handlungsweise aus dem Wege zu gehen, yalv unzu rechnungsfähig in die Welt hineinge laufen. Nach Rücksprache mit. meiner Frau, welche die Genesende täglich besuchte, beschlossen wir. die Aermste bei lhrlr Entlassung aus dem Krankenhause bei uns auszunehmen; denn nähere Berwandte der Mutter waren nicht, da, und die Angehörigen des Vaters übertrugen den Groll weaen der Mesalliance" auf das bedauernswerthe Kind. Dieses nahm das diesbezügliche Aner bieten meiner Frau unter Dankesthrä nen on. Auch meine Krau batte die Ueber zeugung gewonnen, daß die Affaire sich so. wie das iunaeMadcken erzählte. nicht zugetragen, aber vorläufig war : i i. r r im t ..X. inn vieler nicyis anzufangen, uuu, nicht, nachdem sie zu uns übergesiedelt war. und sie hatte es nur dem großen Wohlwollen des' Unterfuchungsrichters zu verdanken, daß dieser meine Bürasckast annabm und -von einer Haftnahme wegen fahrlässiger Tödtung ihrem eigenen, ausoruailazen Geständniß nach Abstand nahm. ?lck leate mir die Sacke so zurecht. daß die Tochter genau wußte, daß die r j. . tci.i t.ii.. V. xnuuct.iiaj ccigijici ijauc; uuci tut sckwärmeriscke Liebe, mit welcker sie stets an der Mutter gehangen, brachte bei ihr eine derartig krankhaft überreizte Stimmunn bervar. dak sie alaubte. daö Andenken der Muttn vor dem Flecken des Selbstmordes bewah- " rr i i. r .! t 9 1t.ren zu niiincn. uno vag it oa un recht nicht sah. welches in ihrer Handlungsweise.überbauvt und auch ihr selbst gegenüber lag. Nack unsäalicker Mübe aelana es mir nach vielen Wocken endlich, festzustellen, daß die Generalin eines Tages persönlich eine bestimmte Apotheke 5nz in der Nähe ihrer. Wohnung be-

sucht hatte, und nun war es verhältnißmäßig leicht, auch den Gehülfen zu ermitteln, welcher sie damals bedient hatte. Sie hatte ruhig ein Gramm des scharfen Giftes verlangt, dessen sie zur Ausführung photographischer Bilder, ihrr Liebhaberei, bedürfe und der junge Mann hatte nicht gewagt, der ihm bekannten Hochgestellten dann eine abschlägige Antwort zu ertheilen. Später, als er von dem entsetzlichen Vorfall gehört, hatte er die VerantWartung gescheut und geschwiegen. Der arme Mensch verlor seine Stellung und wurde noch obendrein be-straft.

Aber selbst die Mittheilung dieses doch entscheidenden Vorfalles vermochte nicht das wnqe Mädchen zur Erkenntniß zu bringen;' sie wurde nur lelchenblatz und sah mich fast selnoilaz an. während sie doch sonst mit geradezu rührender Dankbarkeit und fast kindlichem Vertrauen mir entgegen kam; der Untersuchungsrichter erreickte ebenso wenia. Meiner Frau gelang es endlich, das Eis zu brechen, welches das Herz unv den Sinn der Bedauernswerthen gefangen hielt. Sie stellte ihr vor, wie sie sich versündige unv wie ver &ti ibrer verklärten Mutter nur mit Trauer auf sie berniedersckauen un Nicht zur Ruhe kommen könne, wenn sie die Wahrheit ferner verschwiege. Da fiel die Schwergeprüfte unler einem Tbränensirom meiner Stau um bei) Hals und wie sie aus Liebe zu der Verstorbenen, um deren Andenken rein zu halten, sich selbst hatte zum Opser bringen wollen, so gav sie nun aus Liebe und um der abgeschiedenen Seele endlich die Ruhe wiederzugeben zu, dak sie eine Lüanerm aewesen. Wie die Generalin dazu gekommen. sich das Gift zu verschaffen, und ob sie damals schon ihrem Bräutigam nicht traute, ist unaufaeklärt geblieben; daZ junge Mädchen ist vor nicht allzu langer Zeit als barmherzige scywenei nach unseren (lonieen gegangen. Weine SchNttenpattie. Erzählt vom Rendier MeiSgen in Träfen. ' Das muß wahr sein, merkwärd'g is's und bleibt's, was Eenem so dann und wann ämal passir'n kann! Ae Beispiel hierd'rzu kann'ch Se von mir t ;n o.li .-..T CTS aus ver auerncinrn 3c ciuyi . kriegt'ch Se nämlich neilich ä Briefchen von mein'm Achter Ewalv aus Tharandt. Lieber Heinrich!" schrieb'! mir dadrinne. .Indem daß nächsten Donnerstag meine Tochter Frieda ihre Verlobung feiert, lade ich Dich unv Deine. Pauline zu diesem freudigen Familienaktussk' freundlich ein. Bringe , r 1 l , , 1!1 II nur gute xsaune uno duio Appein mir, für das Uebrige werde ich sorgen. Mit Gruß pp Niatierlich war das Wasser uff meine Mihle, denn ärfchtens war Frida mei Pathchen und ä Liebling von mir, und zweetens wußt'ch, daß's än fidelen Ahmd gab. Der bestimmte Taa kam. Leider konnte meine Pauline nich mitkommen, denn se hatte än Schnuppen, daß se kaum aus d'n Oogen seh'n konnte. Desterhalben mußt'ch mich alleene uff de Strimpe machen. Nu war Se an dem Tage gradc de scheenste Schlitten bahn. .Wie Manch, dacht'ch deswegen uff d'n Wege nach d'n Bahnhöfe so bei mir, .wenn De amal dasAngenehme mit d'n Nitzllchen verbinden thatst und muth'st D'r än Droschken schütten nach Tharandt." Gedacht, gethan, und kurz d'raus saß ch, behäbig ln memen molligen Pelz gewickelt, in än flotten Eespan ner. Hoöa, hast De sich geseh'n! ging's dorch d n Plauenschen Grund, denn de Bahn war wie uff an Tische. Dabei schneite es, als wenn Frau Holle ihr Bette vier Wochen lang nich gemacht gehabt hatte. Es war schun eeniger maßen a bissel beinahe fast ziemlich dä'mm'rig, als m'r nach än kleen'n Stindchen im Dorfe Deuben ankam'. Sie edler Rossebänd'ger." meent'ch Vtl(WVClJtU, iUUl U utuue, lUtUU m'r im Säch'schen Wolf" ä Gläsel Grog genehmigten? Schaden wärd's uns Beeden nischt." Vr4fc4 A lt klMM m Der Kutscher war in diesem Falle ooch ganz und gar kee Unmensch, und kurz druff hielt'n m'r vor d'm GastHofe zum .Säch'schen'Wolf- in Deuden. Ich krappelte mich aus d'n Schlitten, und nich lange dauerte es. und der aeist- und bikereicke Trank duftete mir in de Nase. Ze gleicher Zeit schlirfte ooch mei braver Kutscher fn Grogchen. Da erteente plötzlich Schellengelalte und änne Minute später trat ä ebenfalls bis oben ruff bepelzter Herr in's Gastzimmer. Als'ch m'r'n näher beoogenscheZnigte, war'fch mel' Rechtsanwalt, d'r Dr. N. aus Dresden. .Ei, herrjem'rsch, Sie sind's, Herr Dokter?" meent'ch vergniegt, denn m'r freit s'ch doch jedesmal ganz kreizweise, wenn m'r uff än fremden Orte än guten Bekannten trifft. .Was fihrt Sie denn hierher?" Da rfuhr'ch denn, daß mei' Rechtsbeistond in Tharandt geschäftlich ze thun geyavt hatte und itze uss'n HeemWege war. .Na. Jhnm ze Ehren muß'ch noch ä Gläschen trinken," meent'ch und bestellte for mich und d'n Kutscher noch anne neie Ufflage. Mir kam'n in's Dischkeriren, und, weeß d'r Geier, , ich War den Tag uffgereimt wie noch nie!' , Als m'r uns am Erde uff de Socken machten, da flimmerte m'rsch so eegenthimlich vor d'n Oogen, und eenige Mal war m'rsch ganz deitlich. als wenn de Erde bebte. Es war schun stockfinster und dichte - trieb's - d'n Schnee in d'r Luft 'rum. Mir Beede schlugen de Pelzkragen in de Hehe. .ute acht, Herr Dokter. und Zoohl nach Hause!" .Gute Nacbt. Serr Kleekcken nh diel Vergniegen!" teente es noch vor d'r

Hausthire. Dann setzt'n m'r rm? Jeder in än Schlitten, und wie d'r Wind sausten die beeden Fahrzeige nach verschiedenen Richtungen in d'n Winterahmd 'nein. Von dem geistreichen Grog ziemlich schläfrig geworden, klappte ich ee Ooge nach d'rn andern zu, und glei drusf war ich dem Herrn Morpheis in beede Arme gesunken. Wie lenge ich so geschlafen hatte, konnt'ch r.ich jagen. Da raazt's uff . ecmal unter mö. D'r Schlitten schien iber Steene ze geh'n. Ich schlage de Oogen uff. Potz Stralex, was war denn des? Eb'n fahr'n m'r dorch änne große breete Straße, wie'ch se in Tharandt noch gar nich geseh'n hatte. Hiben und driben standen Gaslatcrnen, grade 'wie in Dresden, und. sollte m'rsch glooben. da kam gar ooch noch ä zweespänniger Pferdebahnwagen. Ich war wie aus d'n Wolken gefallen, das hätte ich von' so änner Stadt, wie Tharandt is, nich erwartet. Da kam'n m'r plötzlich an änner großen Kärche vorbei, die m'r so bekannt aussah. Je weiter m'r fuhr'n, desto bekannter morde m'r 'Alles. Was Eenen doch so ä bissel Grog veralbern kann!" denk'ch so bei mir. Kommt mir, westerhole, das gemithliche Tharandt heite ganz wie de Wils-

drusfer Vorstadt vor! Uff mal wärd m'r die optische Taischung doch zu arg. Stand da rechter Hand nich de Post und links dort's Waldschlößchen-Resterant? .Kutscher, um's Himmelswillen, sag'n Se m'r norr. wo m'r uns gegenwärt'g befinden?" fchrie'ch ganz perplex. .Nu, wo wär'n m'r denne andersch sein als uss'n Pustplatze!" war de Antwort.

Ich war wie vom Blitze getroffen. Schatten, wenn auch das Licht beiWeiDas ging nich mit rechten Dingen zu. tem vorherrscht: er bat stets Besseres.

Im Oogenblicke gloobt'ch wärklich an Hexerei. Wie sollte sich ä verninft'ger cmrx v.a . .r 9 an:. zricjiu vu äcuiumciucimcu mit lief d'r Angstschweiß von d'r Stärne. Da fuhr m'r plötzlich ä Gedanke dorch d'n Kopp. Ich wagrn, weezz Knappchen, gar nich auszedenken. Und doch konnte 's nich andersch sein. Hatten mir Beeden. mei Rechtsanwalt und ich, in der Finsterniß, und irregefihrt von den boshaften Groggeistern, doch die Schlitten verwechselt, so daß der Rechtsanwalt von Deuben wieder nach Tharandt und ich nach Dresden zerickfuhr. Ich war Physisch und moralisch vellig geknickt. Was w'arde meine Paulme, was mei Vetter m Tharandt sagen? Zenächst verabschiedete ich d'n Kul er. dann arna cd utt s Telearaphenamt und telegraphirte: .D'r greeßte Esel unter d'r Sonne kommt ärscht heite Ahmd um Achte nach Tharandi. Dei Vetter Heinrich." Dann starzte ich uss'n Behm'schen Bahnhof. Zum Gucke war grade a Zug nach Tharandt abzeqeh'n bereit, als'ch dor-

ten ankam, und ä gutes halbes Stind- und beurtheilt einen Fehler mit Nachchen später war'ch an Ort und Stelle, sicht. Charakteristisch ist, daß der Alles-

Daß meme Erzählung iber das aehabte Pech viel Vergnigen verursachte, mm . laut il, Dtmtn. unv etner hon den anwesenden Gästen gab m'r den Spitz' namen llvvneus zu Schlitten. Zu Enkirch im Linker. Von I. Trojan. Zu.Enkirch im Anker, Da giebt's einen Wein, Der könnte nicht blanker. Nicht duftiger sein, Ein Labsaal der Kehle. Ein Bad sür die Seele! Zu Enkirch im Anker, . Ger? kehr' ich da ein. Zu Enkirch im Anker, Sitzt einer so gut, Da lauscht bei dem Trank er Dem Rauschen der Fluth. Darüber erheben Sich Berge voll Reben. Zu Enkirch im Anker, Wie wohl sich's da ruht! Zu Enkirch im Anker, Gem geb' ich das kund Kommt dorthin ein Kranker, Der matt ist und wund: Woran er auch leide, Da trinkt er sich Freude, Zu Enkirch im Anker, Da wird er gesund. - Bibelfester Redacteur. Redacteur (zu emem jungen Mann, der ihm einige Gedichte vorgelegt hat): .So, so, das haben Sie gedichtet! Und nach einem Honorar trachten Sie also auch? Ja, ja, das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf!" Trumpf. Herr: Wie alt sind Sie, wenn ich fragen darf?" Fräulein: 23 Jahre.- Herr: So alt sehen Sie aber wirklich noch nicht aus. Fraulem: Ich bin sogar noch älter!" Entgegnung. Studiosus: .Tantchen, kostet Dich der Unterhalt Deiner zahlreichen Katzen nicht viel Geld?" Tante: Nicht so viel, wie mich der Unterhalt Deiner zahlreichen Kater kostet." In der Schule. Lehrer:

Fritz, kannst Du mir fagen, wo das stark angeheitertem Zustande heimKameel zu Hause ist? Fritz: Das hrt): Du Lüdrian. kommst Du mir

i,i uvcrliaupl mc zu aus, oas ireior sich immer draußen in der Wüste umher. Bessere Bezeichnung. Kellner: Ueber die Biertemperatur beschwert sich jener Herr dort mit der Kupfernase!" Wirth: .Kupfernase" sagt man nicht licht"!Renommaae. .Warum ha ben Sie die Bühne verlassen?Ehemaliger Schauspieler: Schwerhö rigkeit halber Trommelfell vom Applaus geplatzt!" SchöneöVerhältnitz. Wie leben Sie mit Ihrer Frau?- , wir pflegen uns von früh bis fpät mftmntmZUßt 4. fc.Vli1T ff VtVUUfc

Kritiker und Asscswisscr. Wenn auch den Kritiklosen durchaus nicht das Wort geredet werden soll, so ist doch nachdrücklich vor allzu vieler Kritik im täglichen Leben zu warnen, denn sie schasst viel Entmutigung und Unzufriedenheit. Es ist nun nicht anders, wir leben in einer Zeit der Kritik. Beobachten wir unsere Kinder, so werden wir bei vielen einen kritischen Zug antreffen. Sie treten denErscheinunaen des täglichen Lebens, den Menschen, mit welchen sie in Berührung kommen, der Art und Weise ihrer Lehrer, den Vergnügungen, die ihnen bereitet werden, denKleidern, welche sie tragen, den Speisen, welche sie genießen sollen, kurz allem und jedem mit kritischem Geiste entgegen. Oft sind die Eltern stolz aus das frühreife oder vielmehr anmaßende Wesen ihrer Kinder. Sie bedenken aber nicht, daß die liebliche, treuherzige Harmlosigkeit des Kindes, welches alles ihm Gebotene in der Ueberzeugung, daß es so und nicht anders sein müsse, dankbar hinnimmt, ihren Kindern verloren gegangen ist, und damit eine gesunde Grundlage künftiger Zufriedenheit. Und wie sieht es mit der kindlichen Fröhlichkeit aus? Nur zu bald hat sich aus dem drolligen kritisirenden Kinds ein blasirter, nörgelsüchtiger junger Weltbijrger entwickelt. Macht auch das stets kritisirende Wesen bei Erwachsenen keineswegs einen li:-

benswllrdigen Eindruck, so hat doch der im Leben Erfahrene mehr Berechtigung dazu als die Jugend, obwohl es zu seinem Glücke aucb nickt beitraat. Der stets Kritisirende verkümmert sich und Andern jeden Genutz, jede harmlose Freude. - Immer bemerkt er sofort Richtigeres gehört und gesehen. Er hält es für ein Armuthszeugniß, sich , . r i r r . an nlcyi ganz aoeuoien zu erfreuen ; sa er hält es geradezu für ein Unrecht. nicht ganz Vollkommenes, sei es in der Kunst, in der Wissenschaft, oder sonst m Leben zu unterstützen. Was ist aber vollkommen in dieser unvollkommenen Welt! Wie weit auseinandergchend sind die Ansichten über Menschen und Sitten, über Kunst und Kunstgenuß! Wie häufig können sich selbst Fachleute über den Werth oder Unwerth einer Leistung nich: einigen? Man nndet aber bei diesen durch schnittlich ein weit nachsichtigeres Urtheil als bei Laien. Letztere, wenn sie zu der großen Familie der Alleswisser gevoren. uno oroentlicv aluallcd. eme Schwäche entdeckt zu haben, und damit ,st auch das Werk verdammt : das Urtheil wird meistens merkwürdig rasch und meist abfällig ausgesprochen. Der Fachmann dagegen weiß mt Tuchtlgit der Arbeit, die dabei zu uberwindenden Schwierigkeiten zu würdigen wlsser sem urtheil gewohnlich mit gr? ßer Bestimmtheit ausspricht. Natürlich r t r v l. rr . i iai en nca unuwere uno nxniaer vzx sahrene, auch junge Leute, von solcher Sicherheit vollständig blenden und sprechen das Gehörte nach. Dies Nachsprechen kommt oster vor, als man denken sollte, und häufig genug mag ein junges Talent entmuihigt, ein tüchtiges r p cm r . r jr t i . . slreoen aus oieielleiie geicyaoigi ivorden fein. Ist es nicht em viel befriedi genderes Streben, insbesondere für Frauen, das Gute und Schöne überall hervorzusuchen und anzuerkennen.Vorwartsstrebende, auf welchem Gebiete es auch sei, mit Nachsicht und gütigem Ernste anzuspornen: Kleines nicht mit Großem zu vergleichen, und vor Allem, jede Persönlichkeit, jede Sache in ihrer Eigenart zu würdigen? Wer Andere kritisiren will, mun zunächst Selbstkritik zu üben verstehen. Deshalb müssen wir vor Allem uns selbst mit kritischen Blicken zu betrachten verstehen. Nur dadurch erlangen wir die Berichtigung, , über Andere und Anderes zu urtheilen. Leider kommt es nur zu häufig vor, daß wir an Anderen tadeln, was wir kaum selbst besser machen. Sorgen wir daher, daß nicht nur unsere LußereErscheinunq möglichst tadellos und'unsern Verhältnissen angepaßt sei, sondern daß vor Allem unser Charakter den Anforderungen strenger Selbstkritik genügen möge. Eine gerechte und verständnißvolle Kritik ist durchaus nicht zu Unterschalen, nur wird leider alluhäufig vergessen, daß derjenige. welcher kritisiren will vor. allen Dingen die Sache gründlich versteh: muß. Morgnigiarz im Winter. Von Man in Beck. Es geht ein Leuchten übers Land Am frühen Wintermorgcn , Als ruhe schon ein Frühlingsglanz Tief im Gewölk verborgen. Errathend starrt auf Weg undlsteg Der Reif-zum hellen Lichte. Und sanft verjüngendHoffen strahlt Von jedem Angesichte. ' . Allesnurhalb. Xantippc Um hrtm Gatten, der svät Nacöts ln tzt erst und f o nach Haus? Halb zu Tode habe ich mich Deinetwegen ja schon geärgert!" Mann: Aber Min na! Wat kann denn ick dafür, daß Du Alles nur halb dhustr JmBarbierladen. Herr: Sie haben entschieden Ihren Beruf verfehlt, Sie l)h:: Komiker werden sollen. Gehi.- O bitte! Warum? Herr: Weil fortwährend Ge sichter schneiden! Aufrichtig. Müller sauf der Gebirgstou? Nachts im gemeinsa. men Schlafzimmer): Herr Sie schnarchen, ja fürchterlich!--Mayer (erwachend): Da thunSit mir 5 4llv