Indiana Tribüne, Volume 20, Number 147, Indianapolis, Marion County, 14 February 1897 — Page 6

Am puuftesn. ion 21. SiföficiD. iiy Jove: der heutige Tag gehörte zu den schönsten meines Lebens, ich sage, zu den schönsten Tagen meines Lebens! Mein Schauspiel wurde ausgeführt. Das Haus war zum Brechen voll, und das Stück gefiel außerordentlich. Das Publikum raste formlich vor Entzücken . . . spendete Kränze und Blumen ... also ein durchschlagender Erfolg. Einen Tag nach der Aufführung meines Werkes sprach bei mir eine Deputation der schönsten Damen unserer Stadt vor. I)ear Sir," begann die Rednerin, Sie sind ein großer Mann Ich verbeugte mich. SU sind die Zierde der Ver. Staaten!" fuhr sie in ihrer geistvollen Rede fort. Zustimmend verbeugte ich mich neuerlich.. Sie sind der Liebling aller Frauen und wir erscheinen bei Ihnen, um unserer Verehrung für den großen Meister Ausdruck zu geben." Der schönste Lohn meiner beschei denen Leistung," lächelte ich geschmeichelt und verbeugte mich abermals. Wir wissen, daß Sie verheirathet sind." Die Damen seufzten. Auch ich stöhnte. Allein trotzdem, oder richtiger, ge rade deshalb finden wir den Muth, an Sie die flehende Bitte zu richten, jede Einzelne von uns zur Erinnerung an diesen unvergeßlichen Tag (f)tx schlug sie das Auge nieder) mit je emem Kusse beehren zu wollen!" Bei diesen Worten senkten sich die Augen aller Damen schämig zur Erde. Nur ich allein hielt die meinigen wett offen und fand, daß die Anwesenden, Alle, zum Küssen erschaffen schienen. Wenn's aber meine Frau erfährt?" frug ich mit bebenden Lippen. Vertrauen Sie der Schweigsamkeit der Frauen!" war. die beruhigende Antwort. Nichtsdestoweniger faßte ich den egoistischen Entschluß, den Wunsch der Damen zu erfüllen und sie durch meine Küsse glücklich machen zu wollen. Ich liebe zwar meine Frau außerordentlich, ja. hj Jove, allein der Mann ist noch nicht geboren, der ungeachtet seiner Verehrung der eigenen Gattin gegenüber den feurigen Blicken und dem hinreißenden Zauber von fünfundzwanzig wunderschönen Mädchen zu widerstehen vermöchte . . . Wahrhaftig," rief ich mit süßem Schauer, ich thue es, und wenn ich !n Folge dessen direkt gehängt werden sollte!" Die Mädchen brachen hierauf in ein schallendes Gelächter aus. Was ist den Mädchen nicht lächerlich? Lassen Sie die Vorhänge herunUx," bat die Sprecherin der Deputation. denn schließlich sind wir ja doch nur Mädchen." Auch diesem Wunsche entsprach ich. Ein heißer, feuriger Kuß war mein Lohn. Dann kam der zweite Engel daran, der dritte, vierte und so fort . Nie war ich von Wein trunken, allein bei Gott von diesen Küssen ward mir ordentlich schwindelig. Der elfte Kuß, der zwölfte . . . Hier versagte bereits meine Zurechnungsfähigkeit: ich vermochte nicht mehr weiter zu zählen ... Nach jedem Kuß öffnete sich die Thür und jedesmal verließ ein Mädchen das Zimmer. Plötzlich wird der Vorhang aufgerissen, das Zimmer war leer und vor mir stand mit zitternden Händen schreib ich es nieder meine Gattin, die Theuere By Jovo, ich zitterte wie Espenlaub. Niemals werde ich diese Scene vergessen. - Ich warf mich ihr zu Füßen und küßte den Saum ihres Kleides. In dieser männlichen Pose erwartete ich mein Todesurtheil. Meine Frau dagegen lachte wie besessen; sie hielt sich buchstäblich die Seiten vor Lachen. ... 'Reingefallen, dear sir," rief sie hustend vor Lachen, gründlich aufgesessen. dear Richard . . ." Ich weiß nicht, ob ich gewöhnlich ein geistreiches Gesicht mache, allein daß mein Auge damals geradezu blödsinnig in die Welt blickte, darauf will ich gern einen Eid leisten. Wir sind schmählich aufgesessen, lieber Herr," wiederholte meine Frau noch immer lachend. Wieso?- frug ich. Das Ganze war nur ein . . . Trick. Da ich weiß, daß Du ein eingebildeter Einfaltspinsel bist, lud ich die Madchen zu mir ein. Als der Vorhang geschlössen war. schlich, ich mich auf den Fußspitzen in's Zimmer, und während die Mädchen einzeln sich entfernten, war ich es, die Dir die Küsse versetzte. jawohl, Du, Du, Ungeheuer. .'. .-

Lob den Frauen. ...Sie mögen sagen, was Sie wollen das Weib ist der Schöpfung höchstes Mei. sterstück!" Jawohl, es ist daö Beste, was wir in der Art haben!" Ihre Gedanken. Jack: Du. Ethel, einen Shilling gäb' ich dafür, wenn ich Deine Gedanken wüßte!" Ethel: Die sind gar nicht so viel werth!" Jack: Wirklich?' Ethel: Nein! Ich hab' nur an Dich gedacht!" s Plausibler Grund. Hausfrau (ärgerlich): Ian, nun muß ich aber schon sagen, dap. ich es picht rr.chr öc-zre'fe. S: f:O entschieden sehr unachtsam. Daö Zf: nun schon die fünfte Tasse, die Sie zcrbra. chen'. seit Sie bei mir sind. Wie ist denn das möglich?" ' Jane. .Ich kann es mir nicht anders eiklaren, Mcibam, als daß eben Jh: The? uni Kaffee zu stark für das Porz?llc.n sind."

In' der Verlincr GentrasWarktYasse. Einige Punkte gibt es in Berlin, die mit ganz besonderer Wucht und EinDringlichkeit das nimmermüde, unaufhörlich auf- und niederfluthende Leben und Treiben der Weltstadt vor Augen führen, die Berlin als das Eentrum ungezählter Bedürfnisse und Interessen erkennen lassen, als denBrennPunkt eines großen, gewaltigen Ganzen. Zu diesen Punkten zählt die mit einem Kostenaufwand bon 5 Millionen Mark erbaute und 12.000 Quadratmeter bedeckende CenralmarktHalle am Alexanderplatz, die, obgleich noch nicht zehn 'Jahre bestehend, schon nicht mehr ausreichte für die Ansprüche der mit unheimlicher Schnelligkeit wachsenden Stadt, obgleich über dieselbe noch dreizehn weitere Markthal-

Eingang .zur Markthalle. len verstreut sind, und die deshalb erst kürzlich eine wesentliche Erweiterung erfuhr. Dieses gewaltige, rothleuchtende Gebäude, an . dem täglich der Weltverkehr auf vielen eisernen Schienensträngen vorüberbraust, paßt so echt und recht mit seinem inneren Getriebe zu dem modernen . Berlin: mächtig, praktisch, nach kurzer Zeit sich selbst n?(f)t mebr genügend und die engen Grenzen sprengend, rast- und ruhelos, trotz seines unermüdlichen Vcn und Hers und seiner hunderterlei zerstreuenden Einzelheiten imposant und Respect erheischend. Wie Berlin selbst kaum zu einem flüchtigen Schlummer gelangt, so auch diese Centralmarkthalle. Während noch tiefe Dunkelheit über dem Häusermeer liegt, während noch aus einzelnen Localen grelles Licht auf den VLrgersteig fällt und einige verspätete Kneipgenies lärmend berathen, wo sie das letzte Glas oder zum Schluß den Kaffee und Cognak einnehmen wollen, zieht sich immer dichter und dichter eine zwei-, dreifache Wagenburg um die Mauern der Halle herum und wird deren Inneres von einem von Minute zu Minute sich steigerndem Lärm erfüllt. Hurtig und gewandt werden von muskulösen Männern und eifrigen Frauen immer . neue Lasten von Verkaufsvermittler. Lebensmitteln aller Art hereingetragen. hereingefahren, hereinaerollt. zu. j hohen Bergen thürmen sich die Salate und Gemüse, m dichten Stoßen liegt das Fleisch aufgeschichtet, und ein Kübel nach dem anderen mit zappelndem, springendem Inhalt wird in die marmornen Fischbassins entleert. In das Rufen und Schreien der Träger und Trägerinnen, in das Knarren der Wagen. das laute Anordnen der Beamten mischt sich in bestimmten Zwischenräumen das dumpfe Rasseln der Eisenbahnzüge. die in den besonderen. 800 Meter langen Markthallenbahnhof einfahren, und deren Lasten im Umsehen auf kleine Wagen verpackt werden. die mittels Versenkungen in die Halle gleiten, wo sie gleich zu ihren Standorten hinbefördert werden. In wenigen Stunden, von Mitternacht bis fünf Uhr Morgens, werden häufig nicht weniger als 6000 Centner abgeladen. Um jene fünfte Stunde müssen die Zufuhren beendet sein, und kaum hat der Zeiger die zwölsteZiffer überschritten, da ertönen schon von den Gewölben unter den Stadtbahnbogen her die lauten Stimmen der Auctionatoren. die auf Küsten und Stühlen hinter breiten Verkaufstischen stehen, auf Detailverkauf. denen hochausaeschichtet die mannigfachsten Waaren liegen, die gleich in ganzen Massen versteigert werden: Dutzende von Körben mit Weintrauben. zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Stück Hühner, Enten, Gänse, Hasen. Fische stets centnerweise. Obst in Tinen.Gemüse in ganzen Hügeln, und all dies geht mit einer Geschwindigkeit vor sich, daß der Unbetheiligte mit Augen und Ohren kaum zu folgen vermag. Die Männer und Frauen aber, die hier in dichtem Kreise stehen, sie lesen mit untrüglicher Sicherheit die Silben von den Lippen der . Versteigerer ab, sie pariren, könnte man saen, sdjon auf

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den Blick, denn ein Fingerzeige eine stumme Frage des Auctionators genügt oft. um seitens seine? Kunden den Zuschlag herbeizuführen, sodaß in demselbcnMoment dröhnend der Hammer niederfällt. Es sind ausschließlich Stammgäst.-. die j?ch zu diesen täglichen Morgenversieigerungen einfinden: Restaurateure. Küchenchefs großer Hotels und Institute. Kaufleute. Grünkramhändler, auch fliegende" Verkäufer und Verkäuferinnen von Obst, Blumen Und Rauchwaaren, die in hastender Eile mit den eben erhal nen Vorräthen abziehen und sich über die ganze Stadt verbreiten. Ändere Geschäfte werden zu gleicher Zeit in dem Markthallenrestaurant, das Tag und Nacht geöffnet ist, abgeschlössen; hier finden sich die Gutsbesltzer und Pächter ein, wohlgenährte sonnverbrannte Männer, deren Felder und Aecker, Wälder und Teiche in der Nähe Berlins liegen, nd die gleich eien ganze Ernte, den Ertrag einer großen Jagd, den Abschluß von umfangreichen Milch- und Fischlieferungen. den Verkauf von so und so viel Stück Vieh hier durch Makler vermitteln wollen. Was ist das für ein emsiges Berichten, Notiren, Aufzählen, Herausstreichen dieser und jener Waare und Herabdrücken dieses und jenes Preises, hin und her geht das Handeln und Feilschen, und so zungenfertig und gewandt die Makler sind, so ruhig und sicher treten die Herren vom Lande auf. die genau wissen, wag die Erzeugnisse ihres Bodens werth sind, und was sie unter den äugenblicklichen Zeitumständen dafür fordern dürfen und erhalten werden.

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Engros-Schlächter. Auch die robusten Figuren derGroßschlächter treten in die Erscheinung, grauweiße flatternde Mäntel umhüllen die starkknochigen Glieder, und wenn einmal die Hand in die weiten Taschen fährt, fo klimpert es darin gar vernehmlich von Gold und Silber, während sich von der Brust die dicken Brieftaschen stark abheben, die oft ein ganzes Vermögen in Papierscheinen bergen. Mit der vorgerückteren Morgenstunde hat unterdessen in der Halle selbst der Kleinverkauf begonnen. Von allen Seiten strömt es durch die Eingänge herein in buntem Gemisch. Die jungen Frauen und Dienstmädchen herrschen vor, manch hübsches, frisches Gesicht taucht vor einem auf, aber auch manchen Stoß mittels eines weitbuchtigen Korbes, den die Minna oder Augüste oder Anna am entblößten Arm trägt, muß man geduldig über sich ergehen lassen. Und zugleich damit ein betäubendes Redegeschwirr, denn diese Damen. der Halle, die wie hinter Befestigungen hinter den Vorräthen ihrer Verkaufsstände stehen, führen eine flinke Zunge und können, ach. ungemein freundlich sein, wenn sie einen Verdienst wittern. Na, meine liebe jute Jnädige, wat wünschen S.e denn? Sehn Se mal die Aeppelken, ebenso Productenabschluß. gesunde rothe rothe Backen wie die von Ihren Kinderkens!" Hier Flundern, schwerste Flundern, na Madame, kommen Se mal 'ran, suchen Se sich eenen von die Flunderjünglinge aus, hier, den ersten, de? schwitzt man so in seinem Fett, den befreien Se man davon und koofen Se ihn!" Na, mein liebes Fräuleinken" und Gehetmraths dicke Emma schmunzelt ob dieser Anrede wie is 't denn mit 'nem scheenen jungen Huhn? Seh'n Se 'mal. die reine Pracht! Und een paar Hahnenfedern schenk' ich Ihnen zu, die dhun Se sich ufnSonntagnachmittagausjehhut. und denn hat Ihnen Jhe Füselier noch mal so jentT Wehe aber, wenn man hier Schiller'S Wort nicht beachtet, tfafc man . den Frauen zart entgegentreten soll, wenn man pr sich eine abfällige Bemerkung erlaubt und nach versuchtem Handeln, ohne, etwas zu kaufen, weiterschreitet. Himmel, wo ist alle Liebenswürdigkeit und Schmeichelei geblieben, welche Ausdrücke werden laut, welche Worte fliegen hinterher, wie zorngeröthet .sind die Mienen! Sie Kiekindewelt. Sie naseweises Ding, Sie jlooben. mecne Kartoffeln sind nich jut? Sie verstkh'n ja von de Kartoffeln soviel wie der Igel vom Treppenjcheuern, Zehn Se nach Hause und jrüßcn Se Ihre Anjehörigen und sagen Se ihnm. se hätten ooch wat besseres thun können, als Sie lackirlen Jelbschnabel uns diedere Frauen uf'n 5als zu schicken!" Aber ebenso schnell ist der Zorn verschwunden, und schon de? nächsten Küchcnfee tönt es lieblich und lockend entgegen: Nun, meen jutes hübsches Pusselken, nehmen Senen Liter zehnk

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n.i! von die scheenen Kartoffeln. Noch bei Ihrem Dode wird Ihnen de Herrschaft Dank dafor wissen. Det is de wahre Seligkeet uf Erden, diese Kartoffeln!" Am frühen Nachmitag tritt eine kleine Pause ein, dann geht es rastlos bis zum Abend weiter, denn Berlin hat einen großen, einen weiten Magen, der von Minute zu Minute neuer und umfassender Zufuhren bedarf. Eisvclocipcds. Aus Deutschland ist jüngst ein Eisvelociped importirt worden, welches eine große Zukunst zu haben scheint. Die Maschine besteht aus zwei stählernen Kusen von drei Fuß Länge, welche sich vorn in einer graciösen Curve bis zu der Höhe der gewöhnlichen Fahr-

Deutsches Eisvelociped. rad-Lenkstange erheben. Der Sattel ruht auf diesen Kufenverlängerungen und Stäben, welche in dem hinteren Ende der Kufen eingelassen sind. Zwi schen den letzteren befindet sich ein Rad. das an Stelle des Pneumatic mit kleinen Spitzen versehen ist. die in das Eis eingreifen und dadurch die Vorwärtsbewegung ermöglichen. Canadi scheö Eisvelociped. Von einem canadischen Erfinder ist das in der zweiten Abbildung veranschaulichte Eisvelociped construirt. Dasselbe besteht aus einem gewöhnlichen Fahrrad - Rahmen, der vorn eine und hinten zwei Kufen hat. Zwischen den letzteren ist an einem Eccentric ein mit scharfen Zähnen versehener Stab angebracht, der in das Eis greift und die Maschine vorwärts treibt. Amüsante Wissenschaft. Wie kann man ein au dem Tisch liegendes NickelstLck in die Hand bekommen, ohne mit dieser Hand an taS Geldstück oder an den Tisch zu rühren? Dies g,schieht auf folgende EJfifr: Man legt das Geldstück einige Hand breit von der Tischkante hin.- hält die Hand in derselben Entfcrnunz essen über der Tischplatte und fclhTt kräftig gegen das Geldstück. Der durch das Die hüpfende Münze. Blasen hervorgebrachte Wl-.dstoß dringt unter dasselbe, hebt es in die Höhe und läßt es in die cffen gehaltene Hand niederfallen. Natürlich kcmmt alles auf die Art und Weise des B!esens an. Vor allem darf man nicht auf das Geldstück blasen, auch nicht zu kurz davor. Die richtige Entfernung ist 2 Zoll. Wink. . Miether: Haben Sie ledige Töchter?" ; Vermietherm: Nein, - ich bin ..... aber selbst Wittwe O pferfreudig. Er: TAs Cape ist ja sehr schön, aber die Kosten Sie: Berücksichtige ich 'gar nicht, wenn ich Dir eine- Freude ' bereÄen kann. Der junge Geschäftsmann. Der alte Aaron gibt seÄem Söhnchen ein Glas mit Goldftschen und frägt: Nun. Sami, was ärst De thun, wenn dä Fisch', werden hin?" Sami: Täte, ich werd' se einchmelxtn laftin" Mitgefühl. - Dan (im zoologischen Garten zu ihr Töchtern): -Sierra armen ülctvpr.tm it es wahrscheinlich auch , nich an d:r Wiege gesungen worden, dafc er einst genöthigt sein würde, mit Kunststücken sein tägliches Brot zu verdienen!" Prüde. Lienlnult: Mttnen Urlaub benutzte ick diesmal zu einer größeren Reise. 'jfc Jhnm. meine Damen, Jta'.::n. Egvrter. arokartia. Am Nil sa Un; masse von Störchen Dame iemfal lend): Aber. Herr Levinont'.

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In Sakalracht. Die vornehmen FrauenUngarns beVorzügen zwar gleich der übrigen feinen Damenwelt in Modesachen gern französische und englische Vorbilder, seltener aber beziehen sie ganz fertige Toiletten oder Mäntel aus dem Auslande. Schon aus Patriotismus fuchen sie die inländische Production zu fördern, um den renommirten Modeateliers, deren es auch in Budapest eine große Zahl giebt. Arbeit zuzuwenden. Wo es sich nun aber um das ganz besondere Gebiet der nationalen Galatracht handelt, da gttt ausschließlich die ungarische Mode. Diese Galatracht ist nicht nur farbenprächtig und reich, sondern der Individualität angepaßt und ganz in nationalem Geiste gehalten. Während die Wiener Mode der bauschigen Aermel anlehnt, die bei den in Wien ausgeführten ungarischen Galatrachten lus demselben Sammet wie die Taille gearbeitet werden, bleibt die naiionalungarische Tracht bei dem althergehrachten miederartigen Gilet, dem pni8zlik, dessen Ausschnitt die Aermel des über die Schulter gelegten Hemdchens, des io groll, wenn auch in gerundeten Formen, heraustreten läßt. .Dazu gehört die rnente" (Mantel) deren Formen auf dem prnszlik, der miederarigen Weste, malerisch wirken. Doch nicht allein zu den Hoffestlichkeiten, auch bei allen hervorragenden Familienfesten verwenden die Damen der ungarischen Aristokratie gern die nationale Galatracht, namentlich bei Hochzeiten, die dadurch einen besondern Glanz erhal-ten.

Baronin Radvanszky. Die ungarischeNationaltracht dürfte schon 'unter den Königen aus dem Hause 'Arpad bekannt gewesen sein. Der ungarische Krönungsmantel rührt von der Hand der Königin Gisela, Gemahlin Stefan's I., einer bayerischen Prinzessin, her. Diese nadelkundige Gisela hat von ihrem eigenen Mantel nur eine Legende zurückgelassen. Nach dieser rührt der Name Yeszprlrn (Wesprim, Hauptstadt des gleichnamigen Comitates) von folgendem kleinen Ereigniß her. Die Königin hatte ihren Pelz einem armen, frierenden Weibe, dem sie begegnete, überlassen. Das Gefolge machte ihr Vorstellungen; sie aber sagte: Veszprdm" er (der Mantel) bleibe verloren! und dieser Ausspruch hat sich als Ortsname für die Stätte der Begegnung erhalten. Den eigentlichen Hofstaat führten erst die Könige aus dem Hause Anjou ein, und er konnte sich an Glanz mit jenem der Medici messen. Die Prachtcostüme der Renaissance fanden dann unter Mathias Corvinus ihre nationale Ausgestaltung und- erhielten an den Höfen der siebenbürgischen Fürsten, dank dem Wetteifer der herrschenden Familien, ihre höchste Vollkommenheit. In siebenbürgischen Werkstätten wurden alle jene Schmuckgegenstände ausgeführt die noch heute einen kostbaren Schatz der ungarischen Magnatenfamilien bilden und bei festlichen Anlässen den Reichthum und den. guten Geschmack der Vorfahren vertunden. Gräfin And raffn. Die MaMatenfrauen- deren Bildnisse wir beifügen, habeir der Mehrzahl nach solchen kostbaren Familien schmuck allzÄegt. Beslde.rä reich und eigenaitiZ präsentirt sich der Gala schmuck d - Gräfin An-dassy, gelx Gräfw Ksunitz, einer der geistvollstQ Frauen der . Budapest Aristokratie. OZzwar eine Pragerm. beherrscht jjie, tvas ihr das ungarische. Publikum &och aziechnei, vollkommW d ungarische Sprache und nimmt im Gegensai zu deren ungarische Aristokratien, k. fast niemals aus ihrer Reserve heruströen, an Beranstaltunge zu Zvchlthätigen Zwecken sehr hasPg rezen Antheil. An dem GaZacostum der Gräfin Erdudy, geb. Gräfin von Okcr7?dorfs, zeipt sich bei aller . Vielseitigkeit und Pracht doch recht deutlich die Anlehnung an volksthümliche Motive. So wird als Kopfbedeckung a Häubchen gewählt, von dem ein lager Spitzenschleier herniederwallt. Oder es wird anstatt des Häubchen ein Diadem genommen, oder endlich beides combinirt aetragen. AüS dem gleichen Gewebe' wie der Schleier besteht die

Schürze, die, wie das Mieder, vollständig der ungarischen Volkstracht entlehnt ist. Das feine Hemd (ing rnll), das am Halse und an den Armen aus dem Miederleibchen (pru8z lik) hervortritt, trägt wesentlich dazu bei, die Wirkung des Eostüms zu heben. Die Roben selbst sind aus schwe-

Gräfin Erdödy. ren Seiden-, Sammet- oder Brokatstoffen verfertigt und endigen in langen Schleppen. Blumenmotive oder, wenn der Stoff glatt ist, Gold- oder Silberstickereien sind zur Erhöhung des Effectes gewählt. Eine originelle nationale Form dieses Mantels finden wir bei Baronin Radvanszky, geb. Gräfin Waldeck. Die andern Mäntel sind fchon conventionelle? gestaltet. Es wurden im letzten Jahr auch bis zu den Knieen reichende Mäntel ausgeführt, was wohl als eine Concession an die heutige Mode aufzufassen ist. Tampfspritze ohne Pferde. Ein Brand, welcher jüngst in dem obern Theile eines Wolkenschabers" in Boston ausbrach, hat das dortige Feuerwehr-Departement von der UnMöglichkeit überzeugt, mit den jetzt im Gebrauch befindlichen Dampfspritzen helfend eingreifen zu können. Aus diesem Grunde beschlossen die BrandCommissäre die Beschaffung einer Spritze, durch welche diesem Mangel abgeholfen wird. Der seiner Vollendung entgegengehende Koloß wird, dem Contrakt gemäß, eine Minimalcapacität von 1350 Gallonen Wasser pro Minute erhalten, doch sind die Fabrikanten überzeugt, die Leistungsfähigkeit auf 1800 Gallonen bringen zu können. Das Wasser muß in einem zweizölligen Strahl mindestens 300 Die Riesenspritze. Fuß hoch gespritzt werden können. Da ein solcher Koloß viel zu schwer ist, um von Pferden leicht gezogen werden zu können, wird als FortbeWegungskraft Dampf benutzt. Die Spritze, welche von zwei Maschinisten bedient wird, erhält zu diesem Zwecke einen ebenso sinnreichen wie einfachen Mechanismus und das Lenken geschieht mittels eines Steuerapparats. Wenn die Dampfkraft' zum Fortbewegen der Spritze nicht gebraucht wird, dann kann der betreffende Mechanismus ausgeschaltet und die ganze Kraft zum Spritzen verwendet werden. NaivMaler: Morgen bitte ich wegen des Ausführung der Haare nschmals zu kommen, dann, ift das VilÄ fertig!"- - ' (Dn andern Tac,). Dukss .Mein Herr kann nicht kMimen; er, sendet Jhzierr aber, damiö Sie bei der Arbeit nicht aufgehalten verden.seÄ Neserve-Purucke!-Zu kostspielig. A.: .Ihr Fräulein Tocht fäbrt. ivohl nicht ehr Rad?" 29.: Dk Seche wurde nir zu kostspielig; alle vierzehn T5ge Vußte ich ihr ein n:ucä iSedisz lause?, !" Macht der Gewohnheit. Frau (beim Zahnarzt aus der Narkose erwachend, zu ihre Mann): .Was. jetzt kommst Du erst nach Hause, Du Lüderjahn?!- ' ' ' Angesteckt. Du, Michel. Deine Frau ist jetzt gar so kurios!" Bauer: .Ach. weißt, Seppl, seit die Stadtleut bei uns auf Sommerfrische .waren, will sie durchaus auch Rnven l habend ' .

Schweizer sNaMiflcn. Die gewaltigen Rüstungen Frankreichs und der Mächte des Dreibunds veranlaßten auch die neutrale Schweiz, sowohl der eidgenössischen Wehrmacht als auch dem Schutz der Grenzen durch Befestigungsbauten erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Alle von Süden in das Innere des Landes füdrenden Straßen laufen am St. Goithard oder doch in dessenNähe zusammen, der seit Eröffnung der Gotthardbahn ncch erhöhte strategische Bedeutung erlar.gt hat. Der Berg wurde daher nahirgemäß auch das Kernwerk für das ganze Befestigungssystem, das 'bcfestigte Lager im Urserenthal für die Vertheidigung wie für den angriffsweisen Vorstoß eine Stätte der Sammlung für dieTruppen, denen die Vertheidigung des Landes nach Süden obliegt. Unter diesen Truppen nehmen die Maximartilleristen, amtlich Maschinengewehrschützen genannt, hinsichtlich der Ausrüstung.Ausbildimg und ihrer Leistungen auf sehr beschwerlichen Gebirgsmärschen eine bemerkenswerthe Stellung ein, die sie den LperreichischOr

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Auf dem Marsch. Kaiserjägern, den französischen Clias seurs alpins und den italienischen Alprni ebenbürtig erscheinen läßt. Die kürzere Dienstzeit dieser schweizerischen Gebirgstruvpe wird dadurch wieder ausgeglichen, daß auf die AusWahl der Mannschaften eine besondere Sorgfalt verwendet und vor allem auf solche Leute das Augenmerk gerichtet wird, die neben der körperlichen und geistigen Tauglichkeit auch den besten Willen für ihren nicht eben leichten Dienst mitbringen,, der nicht selten in menschenleerer Einöde durch Fels und Eis führt und dur schwerbepackten Mann oft zu mehrtägignn Bivouak bei knapper Kost unter' rauhem Himmel nöthigt. - Unter den modernen Feuerwaffen ist das von dem Amerikaner Maxim erfundene Maschmengewehr eine furchtbare Waffe. An emem gewöhnlichen Gewehrlauf wird der Rückstoß als treibende Kraft zum selbstthätigen Laden und Feuern benutzt, wobei auf die Minute 600 Schüsse kommen. Die Kugel braucht zwei Secunden, um ein 1000 Meter entferntes. Ziel zu erre!JiSAU Feu erFsfechi. ch. Da das Gewehr in der Minute 600 Geschosse versandet., so sind auf 1000 Meter immer 20 Geschosse unterwegs. die bei guter Beleuchtung dem Schützen als ein fortlaufender glitzernder Faden erscheinen. Damit wird eine Geschoßgarbe erzeugt;, wie sie erst 40 gleichzeitig feuernde' Infanteristen hervorzubringen vermögen Die Gotthardvertheidiguug verfügt Wer mehrere Abtheilungrir von Mafchinengewehrschützen. Zu jeder Abtheilung gehören- 60 Marcn mit vier Waffen der beschriebenen Art. Die Schützen tragen ihre ganzeAnsrüstung selbst; sie brauchen- wede? Fuhrwerk noch Saumthiere und sind dadurch unabhängig vom Temiifc. Sie vermögen desbalb selbst dcr.noÄ wirksam - kaufzutreten, wo weder aedahnte Pfade kfür Gebirgsartillerie vorhanden sind. noch auch der Raum sur weit ausem-. ander gezogene Schützenlmien. Unten umsichtiger? Leitung kann? daher diese? Truppe unschätzbrre Di-nste leisten. Jedes Jahr wird nal und nach aufUthunaZm'dxl&tu das aamt (Seit hardgebil durchstreift, denn ein guter' Mäzlmrst mu yrer 2alv zeven Hain kel keimen. - GletscSerpartien und GratwiLlderungen - lehren Aertrzuen: aus sichh selbst und aus die Fure ; KaseÄnhsfblürhe. r ; ' f ! V..' f V h' w .? AI " ; m Sergeant: Einjähriger Lehmann, machen Sie nicht solch dummes Ge-. sicht, wie 'n jung Ehemann, der die Schulden , seines Schwiegervaters be iadlen soll!" Zeitgemäßer Anstand. , .Jetzt bin ich schon so ost von Dinctors zur. Tafel geladen worden da werde ich mich wohl anstandshalber v. uiiuy vfi uimnvjMmvni einige Zeit mit der Tocht de? lseZ verloben rau5$E' auf Hauj

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