Indiana Tribüne, Volume 20, Number 133, Indianapolis, Marion County, 31 January 1897 — Page 6

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FcrfcMc rißcnjcu. Je erfreulicher es ist, wenn daZ weibliche Geschlecht die Nothwendig seit seiner größeren Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von den Möglich feiten des Lebens einsieht und danach handelt, um so nothwendiger ist es, nüchterne Besonnenheit und ruhige Auffassung in dev Entwickelung der Dinge aufrecht zu erhalten, und dem da und dort, insbesondere in jugendlicheren Köpfen auftretenden, allzu sicheren Unternehmungsgeiste gegen über den Ernst und die Schattenseiten der Errungenschaften auf dem weiblichen Arbeitsmarkte zu betonen. Man wolle doch nicht zu ideal denken von dem, was das Leben da draußen dem Weibe zu bieten vermag! Wer da glaubt, es gälte nur irgend einen der täglich sich mehrenden Berufe zu erlernen, und die Zukunft sei geschert, der hat doch wohl vomLeben eine naive Auffassung. Es ist durchaus nicht mit irgend einem" Berufe gethan, auch nicht mit dem guten Willen und dem wohlfeilen Trost: Es wird schon gehen!Wenn der Feldherr kwe Schlacht liefern will, so muß er, um wenigstens nach menschlichem Ermessen auf einen Sieg rechnen zu können, selbstverständlich zuvor sich über die Stärke und Leistungsfähigkeit seiner Truppen klar geworden sein.muß über das Schlachtgebiet, die Zahl und Art des Feindes und manches andere noch möglichst genau unterrichtet sein. Auch das Leben ist ein Kampf, der Einzelne der FeldHerr, seine Truppen sind die Gaben des Geistes undKörpers. das Schlachtgebiet der Beruf, das feindliche Heer alle die Anforderungen. Anstrengun gen, Geist und Körper angreifenden, schädigenden Einflüsse des Berufes. Das weiß wohl jeder, nichts destoweNiger wird oft in einen Beruf gegangen, als wär's ein Kinderspiel. Wenn alsdann demStben ein negativer Erfolg wird.darf man sich nicht wundern, man soll aber dann die Gründe zunächst bei sich selbst suchen. Mag immerhin da und dort die Noth vielleicht in ein Berhängniß getrieben haben, in vielen Fällen waren es Optimismus, Ueberschätzung der Kraft. Verkennen der Neigungen, ja nicht selten auch Eitelkeit, Ehrgeiz, das Jagen nach Gewinn. Es lockte hinaus in die Welt, man sah vielleicht, daß andere Erfolge erzielten.glänzend, gegen alles Erwarten vom Glücke begünstigt, es war auch wohl so gute Gelegenheit", man ließ sich von Nicht-Sachverständigen, von Enthusiasten rathen, nur die Hauptsache fehlte: man ging mit sich selbst nicht ernstlich zu Rathe. Gewißlich soll den Tagewählern" nicht das Wort geredet werden, und Jenen verschiedenen weiblichen H'anschen". die vor lauter Bedenken sich zu keinem Berufe entschließen können, und endlich zu einem Hans" heran wachsen, der nichts gelernt hat uno nichts mehr lernen kann und zu Grunde gehen muß. Aber das ist nothwendig, daß man sich vor der Berufswahl objektiv prüfe.das ist Pflicht der Selbsterhaltung und Lebensklugheit. Es muß so als wenig klug bezeichr.ct werden, wenn ein Mädchen, das durch Lebensverhältnisse in der Jugend lückenhaften , Unterricht erhielt, nervös erblich belastet, schnell gewachsen ist, Seminar- odev Universitätsstudien obliegen will, wenn jemand. der bereits Anlage zu tzalsleiden besitzt, als Turnlehrerin seine Existenz gründen will. Ein Mädchen, das mit allen Fasern heimlich an weltlichen Freuden hängt, schwer umgänglich ist. oder rücksichtslos nur sich selbst lebt, das vielleicht auch nur von zarter Ge sundheit. wird im Dienste der leidenden Menschheit jedenfalls sich und anderen nicht zur Befriedigung leben. Wer durch Uebernahme eines Geschäft?s sich auf eigene Füße zu stellen gedcnkt und weder Geschäftssinn. Rechentalent. noch höfliches, gewandtes Benehmen besitzt, darf sich von vornherein keine besonderen Erfolge veri sprechen. Die Gesellschafterin, die nur darauf bedacht ist, sich selbst in den Vordergrund zu drängen, die den feinen Takt nicht bescht, der eine gebildete Dame auszeichnen soll und muß, die sich durch ausfällige Toilette bemerkbar machen will, weder Eonversationstalent noch angenehme Organ besitzt, unbekannt ist mit all den kleinen Künsten und Zerstruungen. welche ein Theil der Frauenwelt liebt, wenig oder gar nicht musikalisch isi.kurz nicht ein Universalgenie im besten Sinne des Wortes ist. rechne nicht auf Erfolg! Die Secreiärin ohne gutes Gedächtniß. gewandten S4yl. guteHandschrift. Intelligenz, mit der leisen Schwäche der Handmuskeln, die den Schreibkrampf fürchten laßt, wird ein Scheitern der Existenz fürchten müssen. Die Kunststickerin mit dem Augenleiden. die Schneiderin ohne die Neigung zu sitzender Lebensweise, ohne Geschmack, bleichsüchtig oder gav innerlich krank, werden an eine gesicherte Zukunft durch ihren Beruf nicht denken können. Darum heißt es hier besonders : Halte Rath vor der That!- Wer aber vielleicht eigene Mittel, noch an ein Unternehmen wenden will, behalte einen Reservefond für unvorhergesehene Fälle, setze nicht alles auf eine Karte!

Passender Vorschlag. o4 hc za .nc:7.crFrau weiter nichts auszusetzen, aber ein bischen schwatzhaft ist sie, meine Rosalinde!" So Dann nennen Sie sie doch RosaPappel!" N a l i t i o s. Dame: Ich habe mich fest entschlossen, nie zu heiraben!" Herr: O. gnädiges Frau lein sind die Güte selbst!"

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Unter den Neformbestrebungcn, die auf dem jüngsten Frauencongreß in Berlin zur Sprache kamen, wurde auch den Wünschen nach einer praktischen, den Anforderungen der Gesundheit mehr entsprechenden Rcformkleidung Ausdruck gegeben. Aussicht auf eine baldige und erfolgreiche Verwirklichung haben solche Wünsche allerdings nur dann, wenn es gelingt, eine Resormkleidung zu finden, die mit der geforderten Bequemlichkeit auch Anmuth und Kleidsamkeit verbindet. Der moderne Geschmack ist durch Formenund Farbcnstudien. für die uns die überraschende Entwickelung unserer Zeit so überreich Gelegenheit gegeben, allzu selbstständig geworden, als daß er sich eine Tracht aufnöthigen ließe, die, wenn sie auch den Gesetzen der Hygiene etwas mehr als die herrschende Mode entspräche, doch mit dem ästhetisehen Empfinden im Widerspruch stände. Wenn daher auch wohl kaum anzunehmen ist, daß sich bei der lebenden Generation eine radikale Reform der Frauenkleidung zur Allgemeinheit durchringen wird, so wollen wir doch bei dem actuellen Interesse, das bei einem Theile der Frauenwelt für Resormkleidung durch dieCongresse wachgerufen ist, im Folgenden ein paar Reformcosiüme zur Anschauung bringen. von denen man sagen darf, daß sie nach Möglichkeit bestrebt sind, die geforderten Eigenschaften zu vereinen. Das Hauskleid in Abbildung 1 ist eine Anlehnung an den Empirestil und namentlich für junge Damen geeignet. Hauskleid. während Abbildung 2 einen Straßen anzug verbildlicht, der unbedenklich auch von älteren Damen gewählt werden kann. Beide Costüme werden iibri gens auch von solchen Damen gern getragen werden, die sich nicht für durchgreifende Reform in der Kleidung begeistern, da Abbildung 1. etwas länger gefertigt, eine hübsche Vorlage für ein Morgenkleid gibt, während Abbildung 2 mit kurzem, fußfreinn Rock allen Anforderungen eines praktischen Straßenanzuges entspricht. Das Hauskleid ist aus altblauem Wollenstoff gefertigt und mit schwargem Sammetband besetzt, läßt sich aber such einfacher aus dunklem Wollenstoff mit Bortenbesatz gestalten. Der lose, talarartige Rock ist vorn und hinten in Falten geordnet einem glatten Sattel angesetzt. Diesem liegen eckige, vorn und hinten geschlitzte Kragentheile aus, die mit einer schmalen plissirten Stoffsrisur begrenzt und darüber mehrfach mit. Sammetband besetzt sind, das an den Ecken sich kreuzt. Den glatten Stehkragen ziert hinten eine Tolle von j Stoffplissö. und gleiche Frisuren umranden am Handgelenk den hier m eme Spitze auslaufenden, oben mit kurzer ufse gezierten Aermel, der über dem Vliss6 mit Sammetband besetzt ist. Zu dem Kleide wird ein unterhalb des Knies geschlossenes loses Beinkleid aus Wolle oder Seide, wie die Radfahrerinnen es wählen, oder ein nicht zu langer getheilter Rock getragen. Beide werden, wenn aus Seide, mit Flanell unterfüttert und einem Leibchen angeknöpft. Sie können auch mit breiten ölchselbändern gehalten werden, da auch in diesem Fall die Last der Kleidung auf den Schultern ruht und die Brust von jeder beengenden Fessel frei ist. Der Straßenanzug ist aus braunem Tuch gearbeitet, deren mit Flanellfutter versehener fußfreier, mäßig weiter Rock ca. 10 Zoll vom Rande entfernt bogig durchsteppt und vorn oben zu beiden Selten der Vorderbahn mit Straßentoilette. Taschenpatten versehen ist. Auch dieser Rock kann durch Tragbänder gehalten werden, damit die Taille nicht beengt wird. Eine lose, mit einem Gürtel abschließende Bluse und ein mit Fehwamme unterfütterter Sackpaletot vervollständigen das Eostüm. Der Paletot ist vorn und yinten glatt einer hinten mit zwei, vorn mit drei ausgebogten Spitzen endenden Passe angesteppt. Er wird vorn mit breitem Ueberschlag und doppelreihig mit großen, schönen Büffelhornknöpfen und Knopflöchern geschlossen und hat als oberen Abschluß einen breiten Sturmkragen aus Skunks. Die mäßig weiten Keulenärmel sind am Handgelenk manschettenartig durchsteppt. Zu diesem Kleid: wird die gleiche Unterkleidung wie zu dem oben beschriebenen getragen, denn die Reformkleidung

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verlangt, daß Brust und Hüften tut lastet und die Schultern zu Trägern der Kleider gemacht werden. Ein wei cher, brauner Filzhut mit braunem Ripsband mit schwarzem Federstutz vervollständigt das Eostüm. Tr. Faust's GcbuttshauS.

Wem ist er nicht bekannt, jener große- Swarzkünstler, dessen Name Altmeister Goethe in seiner gewaltigen Tragödie unsterblich gemacht hat? Um die zweifelhafte Ehre, die Geburtsstätte Dr. Faust's zu sein, streiten sich vor allem zwei Orte: Roda im Sach-sen-Altenburgischen und Knittlingen im württembergischen Neckarkreis (Oberamt Maulbronn). Das soaen. Fausthaxs" im ersten Ort ist in 'der vorstebenden Abbildung dargestellt. Das Gebäude selbst, aus dem 15. Jahrhundert stammend, ist wenig in teressant; es steht auf einem mächtigen Sandsteinfels neben dem Jenaischcn Thor in Roda, ist in Fachwerk aufgeführt und arg vom Zahn der Zeit zernagt. Die Amerikaner trachteten seinerzeit danach, den alten Bau käuflich zu erwerben, um ihn als Zugstück der Chicagoer Weltausstellung anstaunen zu lassen. Damals zerschlugen sich die Verhandlungen; heute ist das denkwürdige Gebäude für 100 Mark zum Abbruch verkauft worden und soll als Schaustück für die nächst-' jährige Sächsisch-thüringische Jndustrie - Ausstellung ln Leipzig erworben worden sein. Als Zeugniß für die .Echtheit" ihrcs Faust - Hauses dient den Rodaern das älteste Faustbuch von 1587, darin es heißt: Doctor Faustus ist eines Bauwern Sohn gewest - zu Rod (Roda) bey Weinmar bürtig ." Hiermit haben wir zugleich die eigentliche Faust - Historie angeschnitten, der wiv nachstehende Daten entnehmen. Die geschichtliche Person, die den Namen Faust führte, dürfte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelebt haben und läßt sich durch Nachrichten ihrer Zeitgenossen von 1507 bis 1530 verfolgen. Seiner vermuthlichen Gedurtsstätten ist bereits oben gedacht; später soll Faust in Krakau Magie studirt haben. Ein Brief des Abtes Trithemius von Shonheim vom 20. August 1507 erwähnt Faust's An. Wesenheit 1506 und 1507 zunächst in Gelnhausen, dann in Würzburg und schließlich in Kreuznach, wo ihn eine DasFaust-Haus. intime Freundschaft mit Franz von Sickingen verband. 1513 war Faust, wie du Kanonikus C. Mutianus Rufus in Gotha unterm 3. Oktober desselben Jahres in Erfurt; um 1530 tauchte ev in Wittenberg auf. Später (1539) berichtete Begardi in seinem .Zeyger der Gesundheit" noch einmal ton ihm, dann erlischt jede sichere Spur. Zu Staufen im Breisgau soll Faust 1540 in hohem Alter gestorben sein. Der Literaturhistoriker, der sich in die Faust Sage vertieft, wird imme? wieder zurückgeführt auf das schon oben erwähnte älteste Faust Buch von 1587, betitelt: .Historia von D. Johann Fausten dem weitbeschreyten Zauberer und Schwartzkünstler Diesem Buch Gedruckt zu Franckfurt am Mayn durch Johann Spies folgten bald weitere Bearbeitungen und zahlreiche Nachdrucke. Bon den mannigfachen Faust - Werken älterer Zeit sei nur das eine von dem nürnberger Ar.zt Nikol. Pfitzer (Nürnberg 174) erwähnt.bei dem zuerst die EinsWung eines schlichten Bürgermädchens erfolgt, das von Faust geliebt wird. Hier dürfte das Vorbild zu Goethe's Gretchengestalt zu suchen sein. Unmittelbar aus dem Faust-Buch von 1537 entsprang die erste FaustTragödie; geschrieben von dem Englander Christ. Marlowe. betitelte sich dieselbe: Tue tragical history os the Ilse and death os Doctor Fau itns Auch in Deutschland, und zwar in Dresden 1623, kam das Stück zur Aufführung; spätes entwickelte sich das englische Werk zu einem echten deutschen Volksstück, das heute noch als Puppenspiel sein mißgestaltetes Da-' sein fristet. . Unter den spätern Bearheitern der Faust 4 Sage tritt unter andern Lessing hervor, bis schließlich Altmeister Goethe mit seinem Faustden herrlichsten Sieg davontrug. Abgeschreckt. Können Sie sich denn für gar nichts begeistern?" Nein! Ich habe mich leider einmal für etwas begeistert und acht Wochen d'rauf war's meine Frau!" Auch e'in Fortschritt. Dichter (zumTheater-Direktor): Nun, baben Sie mein neues Drama gelesen? Direktor: Ja und Sie haben enischieden Fortschritte gemacht! Dichter: Herrlich! . Sie nehmen es also an? Direktor: Das nicht, lieber Herr! Dichter:' Aber Sie sagten doch. Direktor: Fortschritte gemacht? i?anz recht; ich bin nämlich diesmal erst beim zweiten Akte eingeschla sen!

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In Lorcnzo Warques. Die südafrikanische Hafenstadt Lorenzo Marques, an der großen Delagoabai gelegen, befindet sich im Besitz der Portugiesen und ist neuerdings in politischer Hinsicht vielfach genannt worden. Die Stadt gewann, nachdem sie Hunderte von Jahren vegetirt hatte, in der Mitte dieses Jahrhunderts eine größere Bedeutung als Transitdepot nach den Burenländern, aber erst die Erbauung einer Eisenbahn nach Preioria ließ die natürliches Vortheile diefes Platzes klar hervortreten. Es scheint von der Natur dazu bestimmt

'zu sein, ein Emporium des Handels in Sudostasrika zu werden und Eapstadt zu überflügeln, obwohl es w'.rchaus DeutscheSConsulat. nicht gesund gelegen ist. Die Portugiesen haben in bekannter Sorglostgkeit für die Verbesserung der sanitären Verhältnisse wenig gethan, und erst in neuerer Zeit fängt man an, die Sümpfe in der Stadt zuzuschütten. Eharacteristisch für ihre Stellung in dem südlichen Theil von Mosambik ist es. daß noch vor wenigen Jahren rebel lische Kaffern die Stadt gewissermaßen belagerten und die Gefahr vorlag, daß sie den Portugiesen verloren gehen könnte. Eine andere Gefahr droht den Portugiesen durch die Engländer, die sich gern in den Besitz der Bai setzen möchten, um den Handel nach dem Innern vorkommen m ihre Hände zu bekommen, und vielleicht auch durch die Buren, die sehr gern einen Seehafen gewinnen möchten. Die Bemühungen der andern in Afrika interessirten Mächte richten sich auf die Erhaltung des Status quo, weil für sie neben den politischen auch Handelsinteressen in Frage kommen. Grafv.Pseil. Es ist natürlich, daß zwischen den Portugiesen und den immer zahlreicher einwandernden Geschäftsleuten fremder Nationalität das Verhältniß nicht immer angenehm ist, denn die letztern verlangen etwas stürmisch nach allerlei Verbesserungen, die bei der chronischen Geldverlegenheit Portugals nicht leicht zu erfüllen sind. Dieses gespannte Verhältniß führte in Komati, der portugiesischen Grenzstation ber von Lorenzo Marques nach Pretoria führenden Eisenbahn, zu Ausschreitungen gegen den deutschen Viceconsul Grafen Markus v. Pfeil und den französischen Viceconsul Colomis. Beide Herren erwarteten den nach Pretoria gehenden Zug, als sie plötzlich von Portugiesen, worunter sich auch Polizisten befanden, rücklings gefaßt, geschlagen und zu Loden geworfen wurden. Nur mit Mühe konnten sie sich vor den Angreifern retten. Die portugiesische Regierung sagte damals, als sie von dem Vorgang Kenntniß erhielt, sogleich der deutschen und der französischen Regierung Genugthuung zu. Bald dars auf wurden von den Portugiesen mehRuaAraujo. rere mohammedanische, im Diensie deS deutschen Consuls stehende Neger miß handelt, so daß sie sich in das Consulatsgebäude flüchten mußten; der Pöbel warf Steine nach den Fenstern des Consulats, von denen mehrere zertrümmert wurden. Zur Sicherung der dortigen Deutschen erbat Gras Pfeil die Unterstützung des in Port Natal vor Anker liegenden deutschen Kriegsschiffes Kondors das drei Tage darauf im Hafen von Lorenzo Marques anlangte. , Beim Anlangen der Nachricht von diesem Vorfall in Lissabon erklärte sich die portugiesische Regierung sofort, noch vor dem Ein treffen der Beschwerde durch die deut sche Reichsregierung, zum Ersatz de5 angerichteten Schadens bereit. Die Stadt bietct'als solche loeniz interessantes. Daö Fort Lorenzo Marques, an das sich die Stadt anschließt, ist erst zu Anfang dieses Jahrhunderts errichtet worden, die Häuser sind nach portugiesische? Ba art niedrig, möglichst einfach ausgestattet und entbehr? des architcctonischen Nttzes. Aber es wird rncht mehr lange dauern, bis der Unternehmung?geist der Fremden !.ier eine ganz neue ktadt aesckakfen bat. I ? Markus Friedrich 3raf v. Pfeil und

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Klein-Ellguth. dessen PorkrZt wir hier bringen, ist am 9. Januar 1859 geboren, Herr auf Nieder - Diesdorf im schleichen Kreise Nimptsch, königl. preußische cGerichtsassessor und Ehrenritter des 5Zohanniterordens. Als vor etwa JahreZfrist das deutsche Consulat in Lorenzv Marques in ein Berufsconsulat umgewandelt wurde, erhielt er das Amt eines deutschen Viceconsuls übertragen. Er ist ein jüngerer Bruder des bekannten Afrikaforschers Joachim Grafen v. Pfeil u. Klein-Ellguth.

Die Thronfolge in Württemberg. Die Eventualitäten der Thronfolge in Württemberg erregen, da König Wilhelm aus seiner ersten Ehe mit der Prinzessin Marie von Waldeck nur eine Tochter, die Prinzessin Pauline. besitzt, seine zweite Ehe mit der Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe aber bisher kindttlos geblieben ist. ein lebhaftes Interesse in der Bevölkerung des Landes und darüber hinaus. Es bandelt sich dabei in der Hauptsache um das religiöse Bekenntniß. Ein eigenes Berhängniß hat es gewollt, daß seit zwei Generationen nicht nur die Throninhaber, sondern auch ihre evanHerzogNZkolauS. gelischen nächsten Agnaten ohne männliche Nachkommenschaft geblieben sind, wogegen die katholischen Agnaten sich einer solchen in reichem Maß erfreuen. Es haben daher bereits in der württembergischen Kammer Verhandlungen stattgefunden, um die Rechte der evangelischen Kirche-für den Fall sicherzustellen, daß ein katholischer König den württembergischen Thron besteigen sollte. Diese Verhandlungen haben bisher zu einem völlig abschließenden Ergebniß nicht geführt. Durch den jüngst erfolgten Tod des Herzogs Wilhelm, des Seniors der dem Thron zunächst stehenden evangelischen, von Herzog Eugen (1758 bis 1822) abstammenden, zu Karlsruh in Schlesien ansässigen Linie, sind die agnatischen Verhältnisse hinsicktlich der Thronfolge noch weiter zum Vortheil der katholischen Seitenlinie verschoben worden. Der emzia, Repräsentant des evangelischen Zweiges und der nächste ThronbereoMigte ist nunmehr der Stiefbruder des verstorbenen Herzogs Wilhelm, der Herzog Nikolaus von Württemberg, geboren am 1. März 1833 und seit dem 24. April 1892 Herzog Philipp. Wittwer von der Herzogin Wilhelmine von Württemberg. Da die Ehe des Herzogs, der meist auf seinen schlesischen Besitzungen lebt, kinderlos geblieben ist, so folgt ihm als nächster Agnat der am 30. Juli 1833 geborene Herzog Philipp von Württemberg, das Haupt der zunächst thronberechtigten katholischen Seitenlinie. Vermählt mit der Erzherzogin Maria Theresia, einer Tochter des verstorbenen Erzherzogs Albrecht, hat der Herzog seinen ständigen Aufenthalt in Oesterreich, wo er theils in Gmunden, theils m Wien residirt. Da diese beiden nächsten Agnaten, Herzog Nikolaus und Herzog Philipp, erheblich älter sind als der am 25. Februar 1848 geborene regierende König Wilhelm von Württemberg, so scheint nach menschlichem Ermessen eme Thronfolge ihrerseits wenig wahrscheinlich, und man pflegt daher den erst in dritter Linie stehenden ältesten Sohn des Herzogs Philipp.Herzoq Aliwm r. m-wörl i-Wf, . X' vi Herzog Albrecht, brecht von Württemberg, geboren den 23. December 1865 zu Wien, als eigentlichen präsumtiven Thronfolger . r v ry i zu betrachten, jucrrnagu mii oer !zrzI Herzogin Margaretha Sophia, einer , Tochter deS Erzherzogs Karl Ludwig, z zweiten Bruders deS Kaisers Franz Joseph, ist er bereits Vater von drei I Knaben. In württembergischen Dien

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sten stehend, ist Herzog Albrecht gegenwäriig Oberst und Commandeur des Grenadier - Reaiments Königin Olga (1. württembergisches) No. 119. ferner Oberst ; hx suiti des Ulanen - Regimerrts König Karl (1. würitembergisches) No. 19. königl. preußischer Oberst & la suite des Kürassier - Regiments Herzog Friedrich Eugen von Württemberg (westpreußisches) No. 5, sowie k. und k. Oberst im österreichischungarischen Dragoner - Regiment Kaiser Ferdinand No. 4. Er bewohnt mit seiner Familie das sogenannte Kronprinzenpalais in Stuttgart. Obgleich vorwiegend Militär, bekundet Herzog Albrecht doch ' Interesse und Verständniß für öffentliche Angelegenheiten sowie für Kunst und Wissenschaft. Naoul Korzalski.

Ob es in der Geschichte der ausübenden Kunst wohl schon einmal vorgekommen ist, daß ein pianistisches Wunderkind, kaum daß es das elfte Lebensjahr vollendet hatte, das Jubiläum seines eintausendsten Concertes feiern konnte? Kein Fall dieser Art ist uns bekannt, und so nimmt Raoul Koczalski.der im Theatersaal des Krystallpalastes zu Leipzig den Ehrentag seines eintausendsten Auftretens im Concertsaal feierlich beging, um diefes äußerst seltenen Ereignisses willen von Neuem das volle Interesse der Kunstfreunde in Anspruch. Raoul Koczalski, der am 3. Januar 1897 in das zwölfte Lebensjahr eintrat, gleicht in seinem Aeußern einem kraftstrotzenden Jüngling von 16 bis 17 Jahren. Gleichen Schritt mit dem physischen Gedeihen hat seine geistige Entwickelung gehalten: ein hoher Grad von Universalbildung, Sprach- und Literaturkenntnissm, Sinn für die verschieden sten Zweige der Wissenschaft zeichnen ihn jetzt fchon aus, und in diesen unausgesetzten Studien ist er mittlerweile zu einer Reife der Kunstbetrachtung gediehen, die außerordentlich für ihn einnimmt. Nach allen bedeutenden Kunststädten des In- und Auslandes ist Raoul Koczalski auf Raoul Koc zalski. seinen Concertreisen vorgedrungen; St. Petersburg, Paris, London.Wien, Berlin, Hamburg, Dresden. Leipzig, Stockholm.Brüsscl, kurz im Osten und Westen, Norden und Süden Europas hat er Sensation erregt mit seinem wunderbaren Clavierspiel. In der Specialität des Chopin-Spiels nimmt er den Wettkampf auf mit den vorzüglichsten Pianisten der Gegenwart, und der Feuereifer, mit dem er gegenwärtig im Beethoven - Studium ausgeht, wird ihn sicherlich auch nach dieser Richtung zu reichen Ergebnissen führen. Auch sein Compositionstalent ist erstarkt; eine Reihe neuester Claviercompositionen (soeben bei P. Pabst in Leipzig erschienen) bekundet nachForm und Inhalt einen unverkennbaren Fortschritt und Drang nach Selbstständiakeit. Da ferner die Versuche, die er als Dirigent großer Orchester unternommen, außer allen Zweifel gestellt haben, daß er auch nach dieser Richtung eine nicht zu unterschätzende Begabung besitzt, so gibt diese feiner Phänomenalität verstärkten Nachdruck. Schlagfertig. Zukünftiger Schwiegervater: .Dies ist meine Tochter." Bewerber: Ach. aber ist, die klein, Herr Schwiegerpapa!" Schwiegerpapa: Wenig aber gut." Aufrichtig. Gerichts-Prä-sldent: Zeuge, sind Sie nicht derselbe Mayer, der vor vier Jahren bei dem Bankier Siliermann die 4000 Mark zestohlen hat?" Zeuge: .Bedauere sehr, nein! Aufdring lich. Kommerzienrath: Sie bewerben sich um die jüngste meiner Töchter; nach den Erkundigungen, die ich über Sie eingezogen habe, kann ich Ihnen leider meine Tochter Emma nicht zur Frau geben. Freier: Auch keine andere. H:rr Kommcrzienrath? Politische V'erleumd un g. Freundin: Aber um deö Him mels Willen, was ist Dir geschehen ? Ich finde Dich inThränen gebadet, und Du bist erst feit vier Wochen verheirathet!" Junge Frau: Ach denke Dir vur, Clarchen. mein Mann hat sich alö Wahl - Candidat aufstellen lassen, und i J r L V, O.Il V 0a ltt icy nun in urn cnuucn Gegenpartei, welch' ein Aushund von gemeinem Charakter er ist!'

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Um der Antcrwett. Unter den'Prestidigitateuren, deren Gewandtheit mit der Kunstfertigkeit deZ jüngst verstorbenen Prof. Herrmann einen Vergleich nicht zu scheuend braucht, nimmt der Ungar Buatier de; Kolta einen hervorragenden Platz ein. Unter seinen staunenswerthen Produc' tionen, welche in vielen europäischem ' Großstädten Aufsehen erregt haben, ist , das scheinbare Hervorzaubern einer Dame aus der Unterwelt, im höchsten ', Grade angestaunt worden, doch , Niemand eine Lösung des Räthsels zu nnden vermocht, ms der Kunstler selbst dieselbe gegeben hat. Auf der Bühne .ijjiiiyiiiiäiXjgniUiü piamSy Der bedeckte Tisch, ist ein einfacher, runde? Tisch mit vier Beinen zu sehen, auf welchen der Künstler kleinere Gegenstände, die er bei seinen Productionen gebraucht, niebeilegt. Schließlich räumt er den, Tisch ab und bedecjt denselben mit einer den Fußboden nicht berührnden Decke, so daß derselbe das. m der ersten Abbildung veranschaulichte Aussehen hat. Auf Commando beginnt das Tischtuch sich allmälig zu erheben; es steigt immer höher und höher, und wenn der Künstler es entfernt, steht eine Dame vor den Augeu der überraschten Menge, Figur 2.. Die Erklärung dieser geheimnißvollen Erschelnung ist sehr einfach und durch dle Dame auf dem Trfch. dritte Abbildung leicht verständlich'. In dezn Bühnenboden befindet sich eine Fallthür, welche mit einem Teppich be-. deckt ist, aus dem ein Stück von der genauen Größe der Thür herausgeschnitten ist. Wenn letztere verschlossen ist. kann dies von keinem Zuschauer wahrgenommen werden. Genau über der Fallthür befindet sich der Tisch und unter derselben in der Versenkung em oben offener Behälter, der einen holzernen Boden und Seitenwände aus Tuch hat. An diesen Behälter sind vier feine, aber starke Drähte befestigt, die durch Löcher in. dem Fußboden, der Bühne und über Rollen durch die hoh len Tischbeine laufen und schließlich auf eine in der Versenkung befindliche Winde führen. In der Mitte des Tischblattes befindet sich ebenfalls eine Fallthür, deren Kanten durch eingrlegte Arbeiten verdeckt sind. Die Dame Hebevorrichtung. placirt sich knieend in den Behälter, der Gehilfe tritt an die Winde und Alles ist fertig. Der Künstler ergrcisi ein großes Tischtuch und. hinter dem Tisch stehend, beginnt er denselben zu' bedecken. Anfänglich wirft er das Tuch so, daß es bis zum Fußboden reicht, worauf er es langsam in die Höhe zieht. In dem Augenblick, in welchem das Tuch den Boden berührt, . öffnet sich die Fallthür drs letzteren und. die Dame wird emporgewunden. Die erste Fallthür schließt sich von selbst und die Dame braucht nur die FaMhür des Tisches zu öffnen, sich langsam alfzurichten, letztere wieder zu schließen und sie steht vor den Augen her Zuschauer, nachdem der Künstler die Decke wea--gezogen hat. Der Behälter, m dem sie emporgefahren, ist nicht zu sehen, weil inne ucywaaoe mitte eza,ttiryer Schnüre niedergezogen wnden, so daß daö Ganze sich fest an die untere Seite, der Tischplatte anlegt. ' Gin Anfänger. .Was ist daö für ein kleiner Hase Du mitgebracht hastt" " MsnnZ gleich schießt man keinen gVenI Nkchtigge5-llt. x'vbdri Fräulein, ich kann cV ;e tc hfn" VnotVr kohl feg! ff -mV V VVUWti ohne meinen Vater!" Dreierlei.Kdr' G'rn Wittwer mit mehreren Kindern heirathete eine Wittwe, di: fallMnder i i. ; - rci. 1. -TV i ' . . . . in vic vsqc Diacg. e'c. b!nd r.lH! kinderlos. Eines Toc . ?az QXtt Skandal in der Kii.ube. Der Mann schickt seine Fka,ach der Ur sache des großen Läru-' au2zuscha'n. Bestürzt kommt die Zärtliche Chrtfc? zurück und erklart de?;: Gatten: .Deine Kinder und meine Kinder lalvx ras; Kinder geschlagen! - ,

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