Indiana Tribüne, Volume 20, Number 133, Indianapolis, Marion County, 31 January 1897 — Page 3
evHnt des Prete
Roman ron Emilis be Marchl. (o. Fortsetzung.) Jtbjx glauben Sie wenigstens, daß er zuniawmmen wird? Die Leute er-schöpfen-sich rn Vermuthungen, eine garstiger als die aribre." Die Leute.... die Leute, vie Leute, d. Leute!" Don Ciccio rannte nn . Lokale auf und ab, jede seiner Ausrufunden mit einem Lächeln von unendlich bitterer Verächtlichkeit begleitend. Dazwischen riß er sich mit nervöser Benxgaing die geblümte Weste über den Magen herunter und strich mit dem Aermel heftig über den Hut, bevor er ihn an den Nagel hängte. Aber der Zylinder blieb struppiger als je; und wie er da am Nagel hing, sah er aus, als theilte er seines iSerrn Zorn über die gottlosen Zeitläufte und die Liberalen. Eccellenza sind bedient."' Der Baron, der mittlerweile das Bewußtsein von Zeit und Ort so gut wie verloren hatte, fuhr aus seiner Erstarrung auf, erhob sich mühsam vom Stuhl und verließ, in aristokratische Gom.'ssenheit gehüllt, steif wie auZ Holz gehauen, das Lokal, an Don NunziaNte vorbei, der ihn erst jetzt erkannt hatte und zur Thür gerannt war, um ihm unter tieser Verbeugung den Vorha?vg zu hebm. Draußen angelangt, schl'ug der Baron irgend einen beliebigen Weg ein, ohne anidern Zweck als den, sich die Gelenke zu strecken und das Blut in Umlauf zu bringen. Er hatte einen großen, überwältigenden Schrecken durchgemacht, als er anfangs befürchten mußtc. das Verbrechen wäre ans Licht gekommen; einen jener Schrecken, die einem das ganze Leben lang in den Gliedern liegen bleiben. Es war eine Wirkung gewesen, ähnlich der jener fürchterlichen Erdbebenstöße, die das massivste Gebäude niederwerfen, den stärksten Schlüssel biegen wie Kupfevoraht. Er hob die Augen zum Himmel und versuchte es, sich geistig im umnldlichen Welträume wieder zurechtzufinden War es nicht ein Unsinn, sich durch ein paar Worte in einer Zeitung so niederwerfen zu lassen? Wirklich dauerte es nicht lange, so begann er ruhiger zu wevden und zu fühlen, daß der alt: U Barone" in ihm noch nicht gestorben war. In dem Maße, als die frische Luft aus ihn einwirkte, schöpfte er wieder Sicherheit, und endigte damit, seine Lag? nicht nur nickt verschlimmert, scnkcrn sogar günstiger als früher zu finden. Die ganz: Ternogeschichte kam gerade gelegen, - um 'Die Aufmerksamkeit der Leute auf Prete Cirillo zu lenken, dessen Verschwird-en sie in ganz plausibler Weife erklärte. Prete Cirillo war verdustet. um den NachsKllngen der Dummköpfe und Schurken zu entgehen; uns wenn er nichts mchr von sich hören ließ, so war dies durch die Sorge für seine x-crscnliche Sicherheit genügend erklärt. Noch kurze Zeit, und kein Mensch würde mehr an ihn denken. Und wurde selbst fern Leichnam aufgefunden, so änderte das nichts an der Sache., Die Leute würden einfach sagen: Er ist in die Hände der Kamorra gefallen. anz von solchen Gedanken in Anspruch genommen, war der Baron, ohne es zu wissen, in Die Gegend des Mercato gelangt. Und da kam ihm ein, wie es ihn schien, ausgezeichneter Einfall: nämlich selbst nach Prete Cirillo Nachfrage zu halten. Auf derSch.velle des einstigen WohnHauses Prete Cirillo saß ein Weib, ein Kin) an der Brust. Dieser näherte sich der Baron und fragte unter einem hastigen Blick die kalte, feuchte Stiege hinauf: .Wohnt hier Don Cirillo?" Er ist fort. Eccellenza!" antwortete fca 23e'rj. ForttUnd wohin?Gott weiß es!- Und sie machte ein: jener beredten Geberden, mit denen das Volk von Neapel alles ausdrückt was es d.'nkt und nicht denkt. Dem Varcn kam es übrigens keinesweg5 vor, als herrschte im Mercato jene Ausregung, von der .Piccolo" sprach. In Neapel sind alle Eindrücke ebenso vorübergehend als heftig; Sonnenstrahlen, auf eine Wasserfläche fallend, blendend, aber nicht erwärmettd. Sein Todter, wie alle Ertrunkenen für eine Weile wieder an die Oberfläche gelangt, mußte binnen kurzem neuerdings auf den Grund sinken, um dort zu bleiben bis zum Tage des Weltgerichtes, das heißt für alle Ewigkeit. , Gestärkt durch dieses Resultat seiner Beobachtungen, kehrte er um und entfernte sich leichten Schrittes, mit unbefangen, beinahe herausfordernder Miene den Leuten in's Gesicht blickend, welche sich übrigens noch weit weniger mit Prete Cirillo beschäftigten, als er voraussehte. Er kaufte sich alle Blätter des von gen Tages, den Popolo Cattolico mit inbeariffen, und rannte nach Hause, verzehrt von brennender Ungeduld, zu erfahren, was sie über den Prete sagten. 11. Kapitel. Gewissensbisse. Wirf) hatte DonAntonio die Lampe vor dem Sakrament angezürrdet, , und . wieder, eme halbe Stunde später, sie. erloschen gefunden, gerade als bätte ein' bösartiger Slcfiofo sie aufgeblasen. , Das war übrigens nicht das einzi- ' t ?- 5öse Vorzeichen, das es oeaeben. war er in der Sakristei über t'e Stufe gestrauchelt; ein andermal hatte tv die Meßkännchen umgewor Er'su5Ue bal Bedürfniß, mit Martina darulr zu sprechen. . ' fürchte, ich fürchte, Martino, d-as sink wukr Zeichen vom Himmel, weil ich rntte Gewissen mit fremdn Gut Wartet h:be! .
Martino spreizte Zeige- und Mittelsinger beider Hände in Form eines V, und die Fingerspitzen aufeinanderlcgend. sprach er wie folgt: Entnxder war der Hut Salvatores Eigenthum, und dann seid Ihr im rollen Rechte, wenn Ihr Euch damit für die kosten der Bestattung bezahlt gemacht habt, oder er war nicht Salvatores Eigenthum.... afcr wessen Eigenthum kann er dann fein?" Das ist es ja eben, was ich mich fortwährend frage. Wessen Eigenthum kann er sein?" Höchst wahrscheinlich das eines Geistlichen!" versetzte Martino tiessinnig. Nun, einem Offizier gehört er freilich nicht!" lachte Don Antonio mit eimm wohlgelaunten, kleinen, fetten Lachen, das, die Kehle hinabgurgelnd, mit dem Klingeln eines Glöckchens im Zwerchfell erstarb. Gut. Könnte ihn aber Salvatore nicht von einem Priester gekauft haben?" Womit hätte er ihn denn bezahlt?7 Vielleicht war es ein Geschenk; der geistliche Herr wollte ihm etwas Gutes anthun." Unmöglich! Unmöglich! Sieh ihn nur an, den Hut! Er ist wahrhastig eines Monsignore würdig.Halt, da kommt mir ein Einfall! Sollte der Hut nicht Monsignore Bicario gehören, jenem hochwüödigenPrälaten welcher einmal hierherkam, um die Villa zu' besichtigen?" Ich habe selbst schon daran gedacht. Die Seidnschnürchen " Ich wette darauf, die Sache ist so." Aber hältst Du es wirklich für möglich, daß ein vernünftiger Mensch seinenj Hut vergißt? Was mich betrisft, so. ist es wohl vorgekommen, daß ich ein oder das andre Mal mein Brevier veraessen
habe; aber meinen Hut nein! Auf jeden Fall aber werde ich gut thun. Monsignore Bicario elnm schonen Brief zu schreiben, um mir diese Last vom Gewissen zu wälzen." Gewiß werden Euer Hochlvürden daran gut thun.... schon um des Friedens Ihnr Seele willen.Tags darauf goß Don Antonio ein paar Tropfen Wein in das Tintenfaß, in welchem feit einem Monat seine letzte Predigt eintrocknete. Dann nahm er seine Feder zur Hand und setzte sich, indem er vor sich hinmurmelte: Der Seelenfriede, die Ruhe des Gemüches sind mehr werth als aller Besitz; und besser ist es, barhäuptig 'ins Parates einzugehen, als in die Hölle mit des Teufels Hut auf dem Kopfe." Erst las er noch, um das Ohr an den schönsn Perio'öenba'U zu gewöhnen, mit lauter Stimme ein paar Seiten des Segnen; und das setzte ihn Irt den Stand, binnen weniger als einer Stunde einen mustergiltigen Brief zusamn?nzusetzen, welcher folgendermaßen begann: Euer Gnaden! Monsignore Bicario, Hochzuvcrhrettder, Hochwürdiger Herr! Die schöne Erinnerung, welche ich an Euer geistliche GnDen hochzuverehrenkde Person bewahrt, und die übergroße Güte und Freundlichkeit, mit welcher ich vor nicht gar langer Zeit seitens Euer Geistlichen Gnaden beglückt und ausgezeichnet worden bin, flößen mir den nöthigen Muth ein, um mich an deren hochgeehrte Person in einer Gewissensange'legenheit zu wenden. auf deren stürmischen Wogen nieine arme Seele hin und her geworfen wird wie ein Schifflein auf orkangepeitfchter See. Ich brauche nicht erst die.vollkommene Hingebung zu betheuern, mit der mein Herz an den reinen und einzig wahren Grundsätzen hängt, wie sie der Stuhl Petri bekennt und durch den Mund seiner Dolmetscher lehrt, unter welch letzteren eine der glänzendsten Leuchten uns gegeben ist in der Person des erhabenen Seelenhirten, welcher diese parthenopeische Diözese leitet :c. je." In dieser Weise ging es bis zum Schlüsse. Die Geschichte von. dem in Salvatores Kammer gefundenen Hute, diestattgehabte Benvechslung. die Gewinenszloeisel. die Zeichen vom Himmel, alles das wurde haarklein mit allen Umständen auseinanidergesetzt und zum Schluß die drmüthige Frage gestellt: ob etwa ganz zufällig bei der heiligen Kurie etwas von irgend einem hochnzürdigen Prälaten .bekannt sei, welcher aus Vergeßlichkeit, Zerstreutheit oder sonst irgen'd einer andern Ursacke an gedachter Stelle oder sonstwo in der Gegend seinen Hut vergessen, zurückgelassen oder verloren hätte? Znxi oder drei Tage später antwortete Monsignore Bicario in sehr witziger Weise, ihm sowie seinen Kollegen sei es jnrai schon passirt, den Kopf zu verlieren; aber von einem verlorenen Hute sei dortorts nichts bekannt.. Der Brief schloß mit einenl warmen Lobspruche auf Don Antonios evangelische Einfachheit und Tugend und der Anbeutung, daß die tadellose Art und Weise, wie er sein apostolisches Amt verwalte, von Seiner Eminenz gekannt und gehörig gewürdigt werde. Don Antonio, hochbeglückt durch Worte ttx Anerkennung von so hoher Stelle, las den Brief Martino zweimal zor. Ich sehe." sprach der gelehrte S'akristan, in diesen Worten eine gute Vorbsdeutung, mein Don Antonio; und ich boffe zuversichtlich, daß dieser Hut für Sie den Ausgangspunkt großen Glü- ' es bilden wird." Willst Du damit vielleicht andeuten, daß mir der Kardinalshut winkt?" .... Ganz heiter und glücklich nahm der alte Pfarrer seine Baumscheere und machte sich daran, eine kleine Myrteneinfassung zu stutzen, welche ein Salatbeet einfaßte. Ich sprach nicht gerade von einem Kardinalshut; aber es gibt auch andre Hüte. Die te? Monsignori zum Beispiel haben ein blaues Qu'ästHn in dey Mitte."
Schwem, Spotter! Sieh, diese Hya-
Zinthen wollen erröthen, vor Scham r.C- n-i. rv r " uocr jueinc 'xuoiic... cg jage uon aens. oan wir noa immer in daß wir noch immer in unsrer klemme stecken, so gut als früher; und wenn ich mir tu auer Ehrfurcht erlauben dürfte, eine Bemerkung zu machen, so wäre eS die. daß Monsignore Bicario vielleicht gut gethan hätte, meine Zweifel zu lösen: ob nämlich ein Priester sich, wie ein Gastwirth, durch ZurückbeHaltung eines Kleidungsstückes bezahlt machen dars... 'Wenn das Kleidungsstück niemand gehört, so ist es des lieben Gottes Eigenthum," sagte Martino. Dazu kommt noch, daft ich den alten Hüt tn der Villa gesucht und nicht mehr vorgefunden habe. Es ist nämlich ein Neffe Salvatores gekommen,' der ein Wirthsgeschäft oben in der Falda betreibt; und der hat den Hut sammt cllem übrigen in einen Sack gethan und fortgetragen." So dab ich zwischen zwei Hüten dastehe loie Buridans Esel zwischen zwei Heubündeln...." Wie es tfuch immer sei, o viel bleibt sicher: Euer Hochiviirden können unmöglich mit bloßem Kopf auf die Berge steigen od:r nach dem Markt gehen." Das ist sicher. Barhäuptig kann ich nicht herumlaufen. Gleich morgen habe ich ein Begräbniß in San Fedele, und kam? unmöglich ohne Hut hinwandcrn. um mir da einen Sonnenstich zu holen bei der Hihe, die wir jetzt haben.So kam es, daß Don Antonios Gewissen nach und nach zur Nuhe kain und er sich daran gewöhnte, des Teufels Hut zu benutzen. Be der Beerdigung, zu der viele Gerstliche von allen Seiten zusammengekommen waren, bcwunderten alle die Lcichtigkcit des Materials, !die Mchmackvolle Faon, welche geistliche Würde mit.weltlicher Eleganz vereinigte. S;it;i inixtu profanis . Was kostet Euch dieser StutzerHut, Don Antonio?" He. he! sie sind selten in unsern Bergen, 'die Pilze dieser Gattung." Solche Hüte tragen die eleganten Doucherren, lvenn sie in der Via Toledo Paradiren gehen." Don Antonio muß ihn von irgend einer Gräfin unter seinen Beichtkindern geerbt habcn." Es scheint wahrhasiig.daß in San-, tofusca goldene Oliven auf den Baunien wachscn...." Don Antonio, ganz verwirrt, hochroth im Gesichte, ließ sie lachen und zwang sich, einzustimmen, hatte aber nicht den Muth, die Wahrheit zu sagen: nämlich, daß er .den schönen Hut aus dem Zimmer eines Sterbenden mitgenommen. ' Einer der Geistlichen, der neugieriger war als die andern, nahm ihn beiseite und fragte ihn geradezu: Wie theuer habt Ihr rhn gekauft?" Sehr verlegen und weitere Auseinandersetzungen befürchtend, öffnete, Don Antonio die Finger der rechten Hand zu einem dreimaligen Fünserzeich:n. Er hatte die Zahl nicht mit dem Munde ausgesprochen; und dennoch war es eine Lüge, eine offenbare Lüge, mit der Zange zu packen. Auf dem Heimwege dachte er mit Bitterkeit: Da hast Du es! Das kommt davon, Don Antonio! Wer Dieb sagt, sagt Lügner. Mit dn Strohhalm sängt man an, mit dem Balken hört man auf. Ja, ja! Es genügt nicht, die Tugend zu predigen, damit man in tugendhafter Mann sei. Uns sthtt es nie an irgend einem guten Sophisma, um dem bellenven Gewissen das Mrul zu stopfen.... O, Du alter Sünder! Du stellst wahrhaftig Gottes Geduld allzu sehr auf d Probe..." Die Strafe ließ auch nicht lange aus sich warten. Noch war er nicht nach Haus gelangt, als ein furchtbares Hagelwetter losbrach und all: feine schönen iosen zerstörte. Von jen?m Augenblicke an ging ihm alles schief; es war gerade, als hätte ver Teufelshut einen Fluch ins Haus gebracht. Der Hut warrt ihm förmlich unheimlich. Sein schwarzer Schatten. wie er sich in Mondscheinnächten auf dem Fußdodcn des Zimmers abzeichnete, vermochte ihm den Schlaf für l'ine ganze Nacht zu vertreiben. Das konnte nicht länge: so fortgehen. Er mußt: ihn los werden, und hatte er ihn zum Fenster hinauswerfen follcn... Er war wirklich beinahe schon daran, jenes äußerste Mittel in Anwendung zu bringen, als ihm eines Tages auf dem Boden des Hutkopfes eine runde Etikette auffiel, welche die Inschrift trug: Filippino Mantica, Hutrnacher, Neapel, Mercato 34." Wie dumm wir doch oft sind' bei allem unsern Selbstbewußtsein!" sagte er in der Sakristei zu Martino. Wir haben uns so lange die Köpfe zerbrochen, wem der Hut aebören könnte; und es steht doch daraufgedruckt." Was? Der Ncnne deZ Eigenthünxers varausgruSt. Nicht gerade der Name des Eigenthümers. aber doch der Name des Erzeugers sammt seiner genauen Adresse. Da d Hut nagelneu ist, wird sich Sor Filippino gewiß daran erinnern, an wen er ihn verkauft hat; und ich werde mein Haus von sündhaftem Gute ninmachen können." Ihr seid wirklich in Gerechter aus dem Alten Testament!" meinte der Meßner ganz zerknirscht; und er versprach, für eine schöne Schachtel aus Holz oder Pappendeckel sorgen, sowie die Sendung selbst nach dem Bahnhofe tragen zu wollen. Wie es an kleinen Orten schon geht: die Geschichte von deS Teufels Hst unld der Heiligkeit des Pfarrers, ansgeplaudert durch die Geschwätzigkeit dcZ Exkapuziners, machte die Runde durch das ganze Dorf, durch Häuser unö Stallungen; und alle priesen Gott, daß er ihnen einen Gerechten des Alten Zu stamentes aiS Scekn.bMn gcschick hatte...
12. Kapitel. j Das Gcsvenst des I vfclfv."l k Hutes. Ein: Weil: hindurch führte der Baren ein zur-iZ?z5gen:Z Leben. Er trg sich sogar mit ;&em Plan, in die Fern zu ziehen, allein oder in Gesellschcst Ä!arin:llas. um dort die Früchte seiner Thit in Nuhe zu gcniesxn. So se'hr er sich auch Mühe gegeben, das Neapolitaner Leben in der altzewohnten Weise zu nehmen, so hatte es ihm 'occh nicht geling: wollen. Er fühlte sich gehemmt, befangen, seine Bein: durch ein gehermnißvolles Etwas wie gebunden. ' Jeder Ausschrei, jede Anspielung, die er hörte, jeder Prete, der ihm aus der Gasse begegnete, ja jeder Witz über die Geistlichen war ihm Anlaß zu stutzendem Mißtrauen, zu Unruhe, Angst urtd Gemüthserregungen aller Art. Tag für Tag swdirte er die Zeitungen durch: und es gewährte ihm eine gewisse Beruhigung, zu verfolgen, wie nach jenem kleinen Zwischenfalle der Prete wieder mehr und mehr in den Schatten zurücktrat, bis zu völliger Vergessenheit. Es war nicht mehr von Don Cirillo die Rvde, gerade als hatte er nie existirt; und als einmal des Barons Santafusca erwähnt wurde,geschah es, um seine Eridennung zum Präsidenten des Jagdklubs mitzuthei lcn. Die Pünktlichkeit, mit 'der er seine Ehrenschulden beglichen, hatte ihm die Achtung seiner StattdeSgenossen wieder erworben. Zehn Tage waren bisher verflossen: lange, ewige Tage. Aber es war aller Anlaß zur Hoffnung vorhanden, daß zehn, zwanzig Jahre ebenso vorübergehen würden; eine Frist, während weleher der Begriff Prete Cirillo gänzlich' in Nichts vergangen sein mußte, wie ein Eiskügelchen im Weltmeer. Eines Morgens meldete Maddalena zum drittenmal den Besuch jenes geheimnißvollen Geistlichen an. Hast Du ihn 'denn," rief der Baron zornig, durchaus nicht zum Teufel schicken können?" Er steht schon im Vorzimmer," murmelte Mavdalena ganz verschüchiert. Was will er von mir?" Er möchte mit Euer Excellenz sprechen." 5in Nest abergläubischer Furcht ließ den Baron noch einen Augenblick zaudern; dann sagte er: In Gottes Namen laß ihn herein!" Sehen wir eimnal," fuhr er bei sich fort, was sie will, diese zudringlich Fliege, die mich seit einer Woche umsurrt." Während der Baron die mysteriöse Persönlichkeit in einer so wenig gastlichen Weise zum Eintreten aufforderte. mußte er innerlich alle seine verfügbare Energie aufbieten, um die Angst niederzuhalten, welche ihm das Herz zusammenzog. Niemand wird voraussetzen, er habe etwa befürchtet, Prete Cirillo in Person eintreten zu sehen. Das sind so Schauergeschichten, 'wie man sie in deutschsnBalladen liest; aber wer glaubt hsutzutaze noch an dergleisn? Trotzdem hatte er gern auf Den Besuch verzichtet, wenn auch möglich.'rweise nur aus instinktivem Widerwillen gegen alles Schwarze. Er horchte auf Maddalenas Strmme. wie sie den Geheimnißvollen bat, sich hineinzubemühen; er vernahm Nnen zarten, schleifenden Schritt auf vem Fußboden; und gleich daraus that sich leise, zögernd die Thür ein wendig aus. ,Xicet?" fragt: eine honigweiche Stimme. Herrrre'm!" 'donnerte der Baron mit eincm Organ, als kommandirle er eine Schwadron. Und er sah einen kleinen, rundlichen Priester eintreten, mit einem Schmalzgesiche. Grübchen an den fettm Hän'ochen, den Manieren ein:s Hofzeremonienmeisters, und mit größter Sorgfalt gekleidet. Er verbeugt? sich mit halbgeschlossenen Augen und begann, die Worte mit einem gewissen Behagen im Munde zerdrückend, als kaute er halbgekochte Pflaumen: Ha.de ich dre Ehre, Seine Excellenz den Herrn Baroi Coriolano di Santasusca vor mir. zu sehen" Ganz recht. Und ich 'habe die Ehre?...." Ich bin Monsignore Bicario und komme im Austrage Seiner Eminenz des Herrn Erzbischoss , mit einer höflichen Anfrage an Euer Excellenz." Bitte, nehmen Sie Platz!" Der Baron that ein paar Schritte vor, deutete nach einem Fauteuil und' zog einen andern für sich heran. Der höfliche Monsignore wollte sich anfangs nicht setzen; der Baron drang' darauf; nach einigem Auf- und Abwippen gab der geistliche Herr aus Gehorsam und Ehrerbietung der so liebmswürdigen Aufforderung nach, leate behutsam das hübsche dreigehörnte Seidenhütchen auf den Rattd des Schreibrisches, wufch sich die Hände m der Luft; und sie dann plötzlich wie zwei Sonnenblumen öffnend, begann er: Ich bm gekommen, um ohne mich irgendlwie einer UnHöflichkeit oder Indiskretion schuldig machen zu wollen von Euer Excellenz zu erfahren, was venn eigentlich an dem Gerüchte Wahres ist. daß diese?ben Ihre Bill, zu Santafusca zu verkaufen gedenken?" Nichts ist Wahres daran!" erwiderte der Baron kurz und bündig. Ich werde den Grur merner Frage erklären. Seme Eminenz sucht ein großes Gebäude m der Nähe der Stadt, welches zur Errichtung eir?es Seminars, unid theologischen Kollegiums geeignet wäre, und gleichzeitig auch 'dem hochwürdicren Kapitel als Billeggiawr d wx könnte." , - Ich habe nicht im entferntest: die Ab$cht, Santafusca zu verkaufen! tavft?ki-'tte der Baro. Sonderbar, sonderbar!.. Auf der Kurie erzählte man 's als ThatsaTT IVfc . . . che, daß ein gewisser Prete ou diese;
Stadt mit Eurer Excellenz schon so gut wie einig sei ja, hnen bereits ein Angeld gegeben habe, nicht nur auf die Villa selbst, sondern auch auf die zugchörigen Grundstücke." ' , Hm!" sagte der Baron, seine ganze Geistes g - genwa r t zufam mennehmend. Immer w'eder der verwünschtePrete!" dachte er bei sich. Die Sach: schien um so glaubwürdigcr, als jener, der sich als Käufer, ja in gewisser Hinsicht schon als Besitzer ausgab, ein begüterter Mann, unid dereits wiederholt mit Borschlägen an den Sekretär der Di'özesanverwaltung herangetreten war." Ah! Sie meinen wahrscheinlich, Monsignore, den Prete Cirillo?" Der Baron stieß diese Worte alle in einer und derselben Note, in einer chorgesangartigen Kantilene. hervor. Es war das erste Mal, daß der Name des von ihm Ermordeten über seine Lippen kam; unid ihm schien es, als schallten foie paar Silben wie Trompetengeschmetter in die Welt hinaus. Stimmungen, Stimmungen!.... Darum verlor er die Geistesgegenwart doch nicht. Im Gegentheil; es gewährte ihm eine gewisse Genugthuung, ' endlich einmal über den Tcidten sprechen zu können, wie über den ersten besten Lebenden." Ganz richtig," entgegnete Monsignore. Eben diesen Don Cirillo habe ich gemeint." In der Tbat," sagte der Baron mit ganz ruhiger Stimme, in der That hat dieser Prete in der Angelegenheit wiederholt bei mir vorgesprochen; es war zwischen uns sogar ein gemeinsamer Besuch der Villa verabredet worden. Ich befand mich nämlich damals in großer Nothlage. Dann ist der Mann plötzlich ausgeblieben. Die Leute sagen, er sei einfach durchgegangen, und zwar aus Furcht vor gewissen Nachstellungen, denen er ausgesetzt war, weil er im Gerüche der Hexenmeisterei.. der Traumdeuterei, oder was weiß ich sonst noch was alles stand." Der Baron lachte. Es soll die Kamorra.... das Lotto. ein Millionentreffer dabei im Spiele sein. Der Piccolo" ich glaube, auch der Popolo Catwlico" haben über bk Sache Artikel gebrachte Das ist alles, Monsignore, was ich über die Angelegenhoit zu sagen weiß Nun wa.r Monsignore ein Mann, der nie die Zeitung las; m seinen Mußesiunlden pflegte er sich, anstatt auf den Tratsch der Refektorien und Sakristeien zu horche, lieber ein ruhiges Schläfchen im bequemen Fauteuil zu gönnen.... Man kann sich seine Ueberraschung vorstellen, als er da plötzlich erfuhr, daß unter der Geistlichkeit Dinge wie die eben gehörten vorkommen könnten; daß in Neapel, unter den Augen der Kurie. Priester Wahrsagern unÄ schwarze Kunst betrieben, mit der Kamorra sich herumschlügen, halbe Millionen gevannen, 'dann plötzlich verschwänden, wie weggeblasen Der Baron, der ihm das grenzenZose Erstaunen von den Augen ablas, beeilte sich, seinen Worten einnt mildernden Dämpser auszusetzen. .Ich habe Prete Cirillo nur bei dieser Veranlassung gesehen. Aber da ich seit'dzm in die Lage gekommen bin, melr.e Bedürfnisse anderweitig zu decken, so
habe ich die Absicht, das Haus meiner Vater zu verlausen, befinitiv aufgegeben." i Wir können das nur nn yoäflii ; Grade bedauern! Santafusca war ge-! rade das, was wir suchten', und die Sacra Mensa wäre für dessen Erwertaig zu den größten Opfern bereit gewesen.... Der Sekretär hatte Don Cirillo hunderttausend Lire so gut wie versprochen; heute wäre man geneigt, noch mehr zu geben..." Ein nettes Geschästchen. auf meine Ehre, das ich meinem Prete da verdorben habe!" dachte der Baron. Das Haus." fuhr der Monsignore fort, .braucht starke Reparaturen. Wir möchten sogar einen neuen Flügel dazufauen." Ich kann mich absolut auf keinerln Spekulation ' einlassen," erklärte der Baron in fast barschem Tone. Der Gedanke, daß der Boden von Santafusca mit Pike und Schaufel durchwühlt werden könnte, hatte ihm einen Schauder idurchs Gebein gejagt. Wir achtm Euer Excellenz edelmüthige Denkveise. Für uns aber müssen wir tief bedauern, daß unsre Hoffnungen so arg getäuscht worden sind. Sollten Excellenza je aus andre Gedanken kommen, so wollen Sie sich erinnern, daß Sie uns immer zu Unterhandlungen bereit, finden. Mittlerw."ile wird es im Interesse beider Theile angelegt sein, sich dieses unnLthigen Vermittlers' zu entledigen, dieses SchnrzkünstlerS im Priesiergewande, der in so unevangelischer W'se die Kche in seine Spekulationen zieht." Das Wort entledigen" begleitete Monsignore Bicario mit einer so höflich gerun'deten Geberde. daß kerne Miege davor erschrocken wäre Aufrichtig gesagt: auch ich hab dergleichen gedacht.. Also vorkommenden Falls., werbe ich gewiß.... Aber, wie gesagt, ich habe gar keine Berkaufsabsichten." Es blerbk mir also nur noch übrig, wegen der Störung um Entschuldigung zu bittun... Und noch etwaS: mit Eccellenza txvm AnhaMpunU haben,. mochte ich nur bemerken, da wir vmifc wären, bis hundertsechzigusenld & re " Hundertsechgigtausend stammelte der Baron, der das Geld rsn allen Set len aus sich nur so herenrregnen fah Warum, warum war Zh dieses Ange- ! bot nht am' Dritten gemacht worden? Berhangnlß. Berhangmh ottei nur Berhängnrß!" Ich werde es rsir gegenwartig halfcn und darWer vachdenken." Beim Erhebea von seinem Sitze hatte Äonsigr.ore Arm ausgestreckt, um seinen Hut xm Leande 'des Schreibtisches zu nemen. Aber sei eZ)daß sich sein Fuß imTeppich verfing, sei es. tatz er zu viele Ze-.
remonien machte und dabei das Glen gewich! verlor, kurz, er stieß mit dem Finger an die Krempe des Hutes an; der Hut schnellte empor, wie unter der Einwirkung eines elektrischen Schlages, fiel auf die Kante auf. und rollte, abermals in die Höhe schnellend, unter Ricochetsprüngen hinter den Tisch an die Mauer. Ganz beschämt über seinen Mangel an weltmännischer Sicherheit, sprang Monsignore sofort hinzu, um ihn aufzuheben; und bei 'dieser Gelegenheit geschah es, das? er einen Augenblick dieselbe gebückte Stellung einnahm, in welcher der andre" sich über den Rand der Zisterne vorgebeugt hatte. Der Baron, die Arme steif und unbeweglich gegen die gepolsterte Stuhllehne gestemmt, sah ihm mit eisig-hoch-müthigem Lächeln zu, ohne einen Finger zu rühren. Der Prälat hob den Hut aus und entfernte sich, roth wie ein Truthahn, rücklings, unter AuÄlingen. Und der Baron stand... Lange noch, nachdem ver andre mit der höflichen Behutsamkeit, die alle seine Bewegungen charakterisirte, die Thür hinter sich geschlössen hatte, stand er unbeweglich da, und ein Gedanke, hart und salrf wie Esendraht, hielt ihm den Blick an jene Stelle der Mauer festgebannt, wo der Hut gelegen hatte. Nicht die' unerwartete Wiederheraufbeschwörung einer gräßlichen Erinnerung war es, was ihm das Blut in Äen Adern hatte erstarren lassen. Solche Eindrücke swmpsen sich mit. der Zeit ab, verdunsten bis zur Spurlosigkeit. Es war der Vorfall selbst, das Hüpsen und Radschilagen 'des gehörnten Hutes, das Wachrufen' einer Erinnerung, die, von der Gesammteinwirkung der Schre6en jenes Tages unterdrückt, sich ihm jetzt plötzlich mit gräßlicher Klarheit darstellte... Eine Frag-, fürchterlich, entsetzlich in all ihrer hausbackenen Ba nalität, hemmte ihm den Herzschiag,. machte ihm, der sich schon sicher im Hafen geglaubt, ldie Haare auf btm Kopse zu Berge stehen. Was war aus dem Hute geworden dem Hute jenes.... andern? Auch jener hatte ja einenHut aus dem Kopfe gehabt. Beim eisten Niedersausen der Eisenstange war dieser Hut empörgeschnellt, gerade wie dneser.hier, und seitwärts auf den Ziegelhausen geflogen. Aber weiter!... Was war weiter mit rhm geschehen?... 13. Kapitel Angst... Angst.... Was war mit dem Hute geschehen?' Der Baron zwang sich, einen um 'den andern alle Eindrücke jenes Schreckensmomentes wieder durchzuempfinden. Er hatte also den Prete m die Grube hwabgestoßen. Er hatte Sand, dann Kalk, dann wiöder Sand darüber geschaufelt. Dann hatte er den Stein aufgehoben und über die Oeffnung gefügt, und darüber abermals Material gehäuft. Indem er sich die Szene im Hofe mit allen Details wieder vergegenlwärtigte, deren dunkelste Einzelheiten mit der bengalischn Flamme seiner angsterfüllten Phantasie beleuchtete, kam es ihm vor, als hätte er den Hut, den gräßlichen Hut auf die Kante auf gestellt zwischen 'dem Ziegelhausen und der Mauer eingeklemmt stehen sehen, einen großen schwarzen Fleck auf rothem Hintergrund, infolge der unglückfeligen Gedankenlücke aber vergessen, ihn zu entfernen, zu vernichten.... Er mußte also noch dort stehen, ein schwärzer Fleck aus blutigem Grunde.... ein gräßlicher schwarzer Nachtvogel.... n erbarmungsloser Ankläger. Der Baron begann ihn klar und Gütlich ins Auge zu fassen, als sähe er ihn wirklich vor sich. Die Wiedervorfuhrung der Szene hatte einen jener schlafenden Eindrücke aufgeweckt, welche
nach dem berühmten Panterre lange Jahre hindurch in irgend einer Falte idks Gehirns verborgen bleiben können, bis ein stärkerer Eindruck sie hervorspringen läßt, wie der Funke aus. dem Stahl springt. Der Verbrecher konnte sich's nicht erklären, wieso es möglich gewesen, daß er ein so furchtbares Beweismittei hatte aus dem Thaiplatze liegen lassen. Die unmittelbare Einwirkung höherer Fakoren zuzugeben, widerstrebte ihm. In Doktor Panterres Werken handelte ein ganzes Kapitel von gewissen bei den Gehirnnerven vorkommenden Erschnnungen den Lähmung unsdEmpfinvungslosigkeit, durch d auch diese folgenschwere Zerstreutheit erklärt werden konnte. . Wie es auch gewesen sein: mochte: Prete Eirillos Hui ragte jetzt noch über dem Schutthaufen, schwarz, zottig, eine grausige Nachtfledermaus, ettr Gespenst der Anklage. U Barone rannte zur Thür, deren Schlüssel er- zweimal umdrehte, als hätte er befürchtet, seineGckanken könnten. ihm ins Freie entwisch. ' So mußte er also von neuem an das Brüten und Pläneschmieden! Er hatte geglaubt, mit dem Todtsliagen eines Menschen wäre alles aechan: und statt kezsen blieb noch alles M thun übrige wenn es uoeryaupl nocy- Jeir roar. War der Hut wirklich emf der Zister ixt geblieben, gleichsam als Jnhrift The lacet presbyror" so.: lag nichts äher als du? Annahm, daß; Salvatore oet einenr fnner RudgangedurchZ Haus rhn gq-unden und mnge nommsn haben konnte. Aber Sakvaton? war todt An welchem Tcige war er gestorben?' Der Baron begann unte: dem Wust ttm Zeitungen, die seinen Schreibtisch öber urtd über bedeckten, zach des Se kretärs Brief suchen. Aber des schie vom Erdbodvr verschwunden zu sem. Er. wühlte, wühlte, mieden Gedan'ken ganz anderZwo bezchäftlgt, und., fand ihn endlich m emeA Wmkel. Das Schreiben laat vom Neunten, da tirt; walvaren war also am Achten gestor ben. Und heute wsr's warS . U Barone hc5 V Augen fragend zum Jroienr;Moa an ider Wand und sah in fettJ,druckten Lettern eine 4 herüberglanzen. v. (Fortsetzung folgt.).
Für die Küche. Berliner Pfannkuchen.
1 Unze Hefe wird in einem halben PintMilch gelöst und mit ihr und einem halben Pfund geklärter Butter, einem Ei, fünf Eiaelb, U Unze Zucker, et was Salz und fo viel Mehl, daß ein geschmeidiger Teig entsteht, verrührt. Der Teig wird geschlagen, ws er Blasen wirft und nicht mehr am Löffel klebt, worauf man ihn auf mehlbestreutem Blech aufgehen läßt. Er wird halbfingerdick ausgerollt, etwa 3 Zoll vom Rande beginnend in eben solchen Zwischenräumen dann in einer Reihe auf den Teig feine Obstmarmelade geegt und der Rand des Teiges nun über das Obst geklappt, indem man ihn rings um die Obstmarmelade mit zwei Fingerspitzen zusammendrückt und nun mit einem Glase Kuchen davon aussticht. Man legt sie auf mit Mehl bestreute Bretter, läßt sie gehen und backt sie in Schmelzbutter dunkel goldgelb. Man walzt sie, sowie sie aus dem Fett kommen in Puderzucker oder bestreicht sie mit einem Citronen guß. Kleine Bretzeln. Em hal-' bes Pfund Butter, ein halbes Pfund Mehl, A Eiaelb, eine halbe Unze Zucker werden zu festem Teig verarbeitet. aus dem man kleine Bretzeln formt und in groben Zucker drückt; man legt te dann auf em mit Butter gestrichenes Blech und backt sie in mäßig heißem Ofen. Gäuseleberbrot. Die gewässerte Gänseleber wird mit einem halben Pfund frischem Schweinefett gewiegt und durch ein Sieb gestrichen. In 1$ Unze. Butter schwitzt man 1 Unze vorher geweichtes und ausgedrücktes Brot nebst einigen geriebenen Schalotten, bis sich die Masse vom Topfe löst, reibt sie. nach dem Abkühlen mit 3 Eigelb. 1 Unze geriebenem Parmefankase, Salz, Pfeffer und der Fleischmasse durch und zieht den Eiweißschnee darunter. Man füllt das Fleischbrot in eine, vorgerichtete Form und kocht es 1j Stunden. Man kann das Ganseleberbrot warm nut . einer braunen. Kraftsauce oder kalt mit gewiegter Fleischsulz reichen. Berfeinern kann man es noch, wenn man den Käse fehlen läßt und statt dessen geriebene Trüffeln nimmt. Schn.ee - Punsch. (Kalt zu ferviren.) Es werden 2 Pfund Zucker m einem. Quart. Wasser, zur ltunen Perle gekocht. Dieser - Zuckersyrup wird über die selnstens abgeschälte Schale von zwei Orangen gethan und diese damit etwa. eine. Stunde auszieden aelassen. worauf man den Saft von drei, bis vier Citronen hinzufügt und alles durchseiht.. In einer Gefrierbüchse.wird. der Punsch auf Eis gestellt. Eme halbe Stunde vor dem Serviren thut man sechs.frische Eiweiß hinein und schlagt nun den Punsch mit einer Schnceruthe durchweg schaumig,. worauf man rasch acht Spitzgläschen feinsten Rum und ebensoviel Maraschino hineinschlägt und den Punsch sofort, in Champagnerschalen anrichtet G r o,ß e Kariof-felklö ße. Die Kartoffeln werden am Tage, vorher mit. der Haut gekocht, abgeschält und gerieben.. Zu .Theilen Kcrrtoffeln rechnet man ein-ITheil geriebenes Weißbrot die. in. kleine Würfeln geschnittenen Kmstembrät man inButter und nimmt zu einem Suppenteller voll 2 Eier und 1 Unze Butter. Die Butter-wird mit Eidottern und Muskat eineWeile. gerührt, das übrige und der Schaum der Eier dazu gethan. Hiervon werden handdicke Klöße, aufgerollt -.mit Mehl: bestreut und.rn kochendem Salzwasser eine Viertelstunde gekocht.. Man' giebt braune Butter dazu.. K a r.t'o f'fe, I f'a l a t. Ganz: weichgekochte. Kartoffeln werden in Scheiben geschnitten und. bei möglichstemiWarmhalten mit:nnchskhender Saure recht saftig vermengt:: Man. rührr gutes Oel. Essig. Milch. Pfeffer. Silz und feingeschnittene. Zwiebeln. Dss Vermengen geht' au? folgende Weise sehr gut:: Man gebe die geschnittenen Kartofseln in eine Schüssel, die HÄste der Saucen darüber- hin, lege vaie fest-schließende-Schüssel darauf, fasse sie mit beidem Händen fest zusninen und schwinge den Salat darin; dann gebe man die ubrrSt Eauce dazu und schwinget weiter, bis di?? Kartoffeln shftig' geworden sind. C e-V'.e-rmö'r o t. 1 BKno ungeschälte? fein-geriebene Mandeln werden mitT Pfund' peinemZucker;. dem Schnee von-3'Eiweitz. dem Sawocm 2 Cltronen und der-fein gewiegten Schale von 1. Citrone vermengt, ur kiemen Por-tiönen-miL etwas Zu&r ausgewellt und mit1 mr Halbmondform ausgi? stoch'en- und recht hell gebacken. S Jald sie cmZ dem Ofr kommen, , wden- sie mrt folgendenv ErL bestrichen : der-Saft don 1 Cikon? wird mit sodiel' feine Zucker engeruhrt, daß das EiS noch flüssig genug ist und mit . einem- Wesser auf Äre Brötchen gtrichen- wnden ranru. S werden fet der Mhe ies HerdeK oder in ganz abgekAyllW Ofen MxroSnet. GanSmitMaron.cn. (Süddeutsches Gericht.) Man sch'rit etwa 50 Maronen, dunstet sie eine .cile in Butter, wiegsie darauf mZdi'cr Gänseleber, einem halb Pfund Sckiv'inefleisch, einten Zwiebeln und etwas Petersilie fsrn. dämpft die Trüllang 13 Minuten rrr Boullion, fturzt sie mit Salz. Pfeffer und etwas Maslatr.uß und füllt hiermit die (Jans, die man alsdarm wie gewöhnlich brüt. Die Sau wird gut entfettet und mit weniq Toullion aufgekocht. Vielfach werden die geschälten Maronen auch uur für sich allein zum Füllen benutzt; man damvft sie alsdann 'räch dem Schalen in Butter mit Zucker, Salz und Fleischbrühe halb weich und füllt sie darauf in die Bauchhohle der Vonö
