Indiana Tribüne, Volume 20, Number 127, Indianapolis, Marion County, 24 January 1897 — Page 6
fcw;
-"-
SKXi2sffiit
Mlc soffen wir schülfm ?
Die Temperatur des Schlafzimmers beeinflußt Schlaf und Traum wefentlich. Ueberheizte Schlafzimmer bewirken unruhigen, unterbrochenen Schlaf und wüste Träume, und da sich erfahrungsmäßig mit dem Eintritt der Abendstunde an und für sich eine gesteigerte Nerventhätigkeit beim Men schen einstellt, die sich bei gesunden fcurch regeren Pulsschlag, in kranken Zuständen durch Vermehrung des Fiebers kundgibt, ist die erregende EinWirkung eines übermäßig geheizten Schlafraumes als unbedingt schädlich anzusehen. Es gab keine gesunderen, kräftigeren Menschen, als im Allgemeinen jene Generation, die von klein auf auch in der strengsten Winterzeit in ungeheiztem Zimmer schlief, und man hatte viel weniger verweichlichte Nerven, als man noch kein anderes Waschmittel kannte, als das in der Morgenfrische fast eisig aus dem Brunnen quellende Wasser. Eine Verweichlichung durch Wärme während unserer Schlafzeit liegt keineswegs in dem Hinweise, welchen unS die Natur dadurch gibt, daß sie die kühlere Nacht wählt, um die durch die schwüle Hitze des Tages ermatteten lebenden Wesen wieder zu erquicken, und es entspricht dieser Absicht schlecht, wenn wir uns während der Nachtruhe in künstlicher Wärme fast ersticken und auf d:e verschiedenste Weise den Schweiß zu im terhalten suchen, welcher uns am Tage erschöpfte. Und in der That, wenn man die oft ungeheueren Betten beirachtet, in welche sich Manche während des Schlafes begraben, überzeugt man ich leicht, daß sie nicht dazu gemacht ind. um sich gegen die Kälte 311 chützen, als viettnehr. um sich dann zu erregm und zu erhitzen. Denn auch für den Winter sind unsere gewöhnlichen Betten meist wärmer, als es nöihig ist. Durch einen einzigen Versuch kann sich Jeder überzeugen, daß man euch im Winter auf einer Matratze und unter einer Schlafdecke, auf die man zu Füßen nur noch einen erwärmenden Pfühl legt, wenn sich das Bett sonst in einem vor Kälte gerade so wie vor Ueberheizung geschützten Raume befindet, warm genug liegt. Durch das weiche Bett wird die Reizbarkeit des Nervensystems gesteigert und die Haut, ebenso wie durch zu warme Bäder. verzärtelt. Muß man vollends aus dem warmen Bett in die kalte Winterluft übergehen, so setzt man sich allen Gefahren des jähen Wechsels von Wärme und Kälte aus. Wenn also hiermit bewiesen werden soll, daß eine der Hauptursachen der Entkräftung des verfeinerten Menschen auch in dem verweichlichenden Bett und einer schwächenden Temperatur der Zimmer gesucht werden kann, wird es sich namentlich in der Erziehung der Kinder wohl empfehlen, auch hierin schon früh stärkend und abhärtend einzuwirken. Ueberall, wo man den schlafenden Menschen beobachtet, und zwar schon unter den primitivsten Verhältnissen, unter welchen er gewöhnt ist, Ruhe für Geist und Körper zu suchen, wird man bemerken, daß er seiner Schlafstätte eine solche Gestalt zu geben sucht, daß die Stelle, auf Welcher der Kopf zu liegen kommt, erhabener ist als das übrige Lager. Das Allgemeine dieser Gewohnheit läßt wohl darauf schließen, daß sie in der Natur des Menschen begründet sei und sich durch den Lau seines Körpers erklärt, weil sonst infolge der hervorstehenden Schultern der Kopf in der Seitenlage tiefer als der übrige Körper zu llegen kommt. Durch eine übermäßige Erhöhung des für den Kopf bestimmten Lagertheiles erhält aber der Körper wieder eine gebogene. mehr sitzende als liegende Stellung, in welcher immer gewisse Muskeln gespannt verharren müssen und daher weder ein so vollkommenes Ausruhen des Körpers, noch ein so erquickender Schlaf möglich ist, wie er in einer wagerechteren Lage es sein könnie. wo die Gleichmäßigkeit des Blutlaufes durch keinen Druck und keine Beugung des Körpers gestört wird. Das Bett war immer ein Gegenstand sorgfältiger Arbeit und liebevoller Ausschmückung. Vielleicht weil es das erste und ursprünglichste Stück Hausrath war. welches neben dem schützenden Dach und wärmenden Herd den Menschen mit dem Gefühl des DaHeimseins umfing, vielleicht weil zu allen Zeiten dieser in ihm dankbar die Stätte des segenbringenden, thränenstillenden und kummerentrückten Goties Schlaf ehrte, dessen freundliches Nahen ihn allabendlich dem Jammer und den Mühen seines Lebens entzog. Wchuluth. Im Abendschatten tief Verstummt die Welt; Nur noch ein Vöglein rief Aus dunklem Feld. Ein leiser Antwortschrei Tönt her vom Haag. Weich, durch die Luft vorbei Schwirrt Flügelschlag. Im Leide neiq' ich tief Mein Angesicht Du den so heiß ich rief. Du hörst mich nicht! O Herz, das Gott erschuf. Zu m e i n e m Glück Sag' welcher Sehnsuchtsruf Lockt D i ch zurück? Affenliebe. Frau: Sei doch nicht so streng mit unserem Hans und bedenke, daß die größten Männer oft recht leichte Sitten hatten!" Mann: Ganz richtig Hans ist aber nur recht leichtsinnig und bescht außerdem keine Eigenschaft eines großen Mannes !" Frau: Du mußt aber auch viSt Alles von ihm vttlann!"
Aic lippischc Frage. Das Fürstentum Lippe hat seit etwas mehr als Jahresfrist die Aufmerlsamkeit weiterer Kreise auf sich gezogen, und das Feldgeschrei: Hie 'Ziesterfeld! Hie Bückeburg! schallt aus den Spalten der Tagesblätter dem Zeitungsleser immer wieder entgegen. In Leitartikeln und Broschüren wird die lippische Frage" verarbeitet, und Juristen und gewöhnliche Sterbliche sehen mit Spannung dem Ausgange des Erb- und Thronfolgestreites entgegen. Geschaffen ist die gegenwärtige Lage durch eine letztwillige Verfügung des im vorigen Jahre verstorbenen Fürsten Woldemar (Abb. 1), in welcher dieser füv den Fall seines Todes den Prinzen Adolf von Schaumbürg - Lippe (Bückeburg), (Abb. 2) zum Regenten des Landes an Stelle seines regierungsunsähigen Bruders, des Prinzen, jetzigen Fürsten Alezander ernannte. Der Landtag des Fürstenthums erkannte diese Verfügung nur bedingungsweise an und setzte im ter Anderm die Bestimmung durch.daß die Regentschaf! des Prinzen Adolf
'i tfl I Lfr ral
tJ Fürst Woldemar u. Sophie. erlischt und auf den nächstberechtigten Agnatn übergeht, sobald eine richterliche Entscheidung darüber vorliegt, welcher von den Agnaten der nächstberechtigte ist. Nachdem die streitenden Parteien sich in jüngstev Zeit über ein Schiedsgericht geeinigt haben, in welchem der König von Sachsen den Vorsitz führt und sechs Reichsgerichtsräthe als Beisitzer fungiren, ist die Sache der Entscheidung näher gerückt. Es sind drei Bewerber um den lippischen Thron vorhanden: Graf Ernst zur Lippe Biesterfeld (Abb. 3), Graf Ferdinand zur Lippe Weißenfeld und der regierende Fürst Georg zu Schaumburg - Lippe, der ältere Bru der des gegenwärtigen Regenten (Abb. 4). Der nächste Agnat ist unbedingt Graf Ernst zur Lippe - Biesterfeld ; man bestreitet aber seine Thronfolgefähigkeit, weil seine Großmutter. Mobeste von Unruh, eine Dame von niederem Adel gewesen sein soll. Die genannten Agnaten sind die Vertreter der drei gleichbenannten LiPrinz Adolph u. Victoria. nien. welche sich im XVII. Jahrhundert von der Hauptlinie Lippe (Detmold) abgezweigt haben. Sie alle entstammen dem alten Dynastengeschlechte der Edclherren zur Lippe, das wir bis in den Anfang des XII.JahrHunderts zurückverfolgen können. Der gemeinsame Stammvater aller noch beute bestehenden Zweige des lippischen Hauses ist der Graf Simon VI., der im Jahre 1613 starb. Von seinen Söhnen folgte ihm in der Regierung Simon VII.. Otto wurde der Bearünder der Linie Lippe - Brake, die im XVHI. Jahrhundert erlosch, der jüngste Sohn. Philipp, gründete die Linie Alverdissen, aus der die Fürsten zu Schaumburg - Lippe herporgegangen sind. Simon VII. (16131627) hinterließ eine zahlreiche Nachkommenschaft: von seinem vierten Sohne, Hermann Adolf, stammen die regierenken Fürsten zur Lippe ab, von dem achten, Jobst Hermann, der erbherrlichen Linien Lippe - Biesterfeld und Graf Ernst und Caroline. Lippe - Weißenfeld, sein ältester Sohn und Nachfolger, Simon Ludwig, starb in dem jugendlichen Alter von sechsundzwanzig Jahren am 16. August 1636. Er hinterließ drei Söhne, welche sämmtlich im Knabenalter aus dem Leben schieden, so daß nach einander seine Brüder Johann Bernhard und HcrmaanAdolf zur Regierung gelangten. Hermann Adolfs Sohn, Simon Heinrich, vermählte sich 1666 mit Amalie von Dohna, wenche nach dem Tode ihrer Brüder die einzig Ueberlebende ihres Geschlechts blieb; der Familienbesitz, die Herrschaften Vianen und Ameiden nebst dev Burggrafschaft von Utrecht, fielen an Lippe. Seit jener Zeit führten die lippischen Grafen den Titel: Graf und Edler Herr zur Lippe, Souverän von Vianen und Ameiden, Erbburggraf zu Utrecht". Die verschuldeten Herrschaften wurden schon 1725 an die holländischen Generalstaaten veräußert, der Titel ist bis heute geblieben. Graf Simon Heinrich Adolf wurde 1720 vom Kaiser Karl VI. in d?n Reichsfllrstenstand erhoben, aber sowohl er wie sein Sohn Simon August führten auf Münzen u. s. w. nach wie vor den Titel Graf. Seinem Sohne. Leopold I.. wurde lm Iah 1789 von: Kaiser Joseph II. die Reichsfürsten, würde erneuert und bestätigt.
r. -v .7 i
U
ff
5"v sP v n 3 ßMm 0är.ÄWli ßt
Nach dem frühen Tode deZ Fürsten Leopold übernahm seine Gemahlin Pauline, eine geborene Prinzessin von Anhalt - Lernburg, die Regierung als Vormünderin ihres minderjährigen Sohnes Leopold's II. Diese gehört zu den ersten deutschen Fürsten, welche das Bedürfniß empfanden, eine neue, zeitgemäße Verfassung einzuführen; dabei stieß sie aber auf hartnäckigen Widerstand bei den alten Ständen und bei demFürsten zu Schaumburg-Lippe. Als sie trotzdem 1819 eine für die damalige Zeit freisinnige Verfassung veröffentlichte und Wahlen ausschreiben ließ, wurde sie durch einen Beschluß der Bundesversammlung zu Frankfurt gezwungen, die Sache ruhen zu lassen, und erst 1836 konnte ihr Sohn Leopold IL das begonnene Werk vollen den. Ihr Enlel Leopold III. regierte das Land, als die großen Ereignisse von 1864. 1866 und 1870 71 die Ver Hältnisse Deutschlands umgestalteten. Sein Bruder und Nachfolger, Fürst Woldemar, lebte gleichfalls in linderloser Ehe. so daß ihm bei seinem im vorigen Jahre erfolgten Tode der ein zige noch lebende und unvermählte Bruder. Fürst Alexander, folgte. Fürst Alezander ist der letzte seines Stammes; mit ihm erlischt der Haupkzweig des Geschlechts. Manche der Nebenlinien sind schon vor längerer oder vor kürzerer Zeit er loschen und von den noch heute bestehenden zweigte sich zuerst die Linie Lippe - Alverdissen von dem regierenden Stamme ab. Nach dem Tode ihres Begründers, des Grafen Philipp I.. wurde der Besitz getheilt; Friedrich Christian, der ältere Sohn, erhielt Schaumburg - Lippe, Philipp Ernst das lippische Amt Alverdissen. Die
Yf"
FürstGeorgu. MariaAnna. älteste Linie Schaumburg - Lippe starb im Jahre 1777 mit dem bekannten Grafen Wilhelm aus. der im siebenjährigen Kriege unter Ferdinand von Braunschweig als Artilleriegeneral kämpfte und später Feldmarschall in portugiesischen Diensten war. Aus seiner Ehe mit Marie, geborenen Gräsin zur Lippe - Biesterfeld, ging nuv eine Tochter hervor, die jung starb. Ihm folgte Philipp II. Ernst von Lippe - Alverdissen. von dem die späteren Grafen und Fürsten zu Schaumbürg - Lippe abstammen. Die beiden noch übrigen erbherrlichen" Linien Lippe - Biesterfeld, und Lippe - Weißenfeld führen auf Jobst Hermann, einen Sohn zweiter Ehe des Grafen Simon VII., zurück. Seine Enkel Friedrich Karl August und Ferdinand Johann Ludwig begründeten. der erstere die Linie Lippe - Biesterfeld.'der andere Lippe - Weißenseld. Friedrich Karl Augüst, der Begründer der Biesterfelder Linie, zog nach Lauenburg, siedelte sich im Sachsen.Si Graf Wilhelm Ernst und Modeste. Walde an und erbaute dort das nach ihm benannte und als Ruhesitz des Alt - Reichskanzlers allgemein bekannte Schloß Friedrichsruh. Ein Sohn. Graf Friedrich Wilhelm, vermählte sich mit Johanna von Meiuertshagen und da er kinderlos war, adoptirte er die Söhne feines älteren Bruders, des Grafen Karl; auf diese, die Grafen Wilhelm Ernst und Johann Karl, gingen demnächst seine Besitzungen über. Wilhelm Ernst (Abb. 5) schloß im Jahre 1803 die vielbesprochene und angefochtene Ehe mit Modeste von Unruh. einer Tochter des königlich preußischen General - Lieutenants Frei Herrn Philipp von Unruh. Der jetzige Ehef der Biesterfelder Linie ist Graf Ernst, der am 9. Juni 1842 zu Oberkassel geboren und mit der Gräfin Karoline von Wartensleben vermählt ist. Der Ehe sind drei Söhne und drei Töchter entsprossen. Die Linie LippeWeißenfeld hat sich in zahlreiche Zweige gespalten; ihr Chef ist gegenwärtig Gras Ferdinand, der in kin derloser Ehe mit Margarethe, geborenen von Winterfeld, lebt und seinen Wohnsitz zu Baruth im Königreich Sachsen hat. JerspäteteLiebe. Hausfreu: Wie. Marie, mit Ibren 40 Jahren fangen Sie noch einmal ein Verhältniß an?" Köchin: I, Madame, in meiner Jugend bin i' vor lauter Zahnweh nit zum Lieben 'fern men!" Ein Hieb. Rektor: Lieber Herr College, wirken Sie doch gefälligst auf Ihre FrauGemahlin, daß dieselbe meiner Frau die Achtung zollt, die derselben als Frau Ihres Borgesetzten qebührt! Oberlehrer: Das nird schwer halten, bitte, stellen Sie ibr selbst die Sache vor! Rektor: Warum? Oberlehrer: Weil ich nicht weniaer unter dem Pantoffel stehe, als Sie selbst!"
M w
azlzcrsortisicaiionctt.
I . Bald nach Einführung der gezogeNkn Geschütze kamen sowohl im Seewie Festungskriege Panzerungen, selche den Vertheidiger gegen feindliche Geschosse schützen sollen, zur AnWendung, und zwar zunächst zum Schutze der Schiffe, dann aber auch bei der Anlage von Küsten- und Landdatlenen. Seitdem dauert der Wettkamvf Zwischen Projectil und Panzer ununterbrochen an. denn während die rasche Entwickelung der Artillerie dem Ersteren eine schier unwiderstehliche Durchschlagskraft gegeben hat,, wird aur der anderen Seite mit allen mxi teln der modernen Technik darauf hingearbeitet, den Letztern immer starker zu machen. Die Schaffung eines für Marinezwecke brauchbaren Panzers war mit großen Schwierigkeiten verknüvtt. da die Dicke desselben nothwendigerweise beschränkt werden mußte, um die Schisse rncüt zu schwer MMik Panzerbatterie (Aeußere An sicht). zu machen. Bis zum Jahre 1875 gelangten für diesen Zweck Platten aus Walzeisen zur Verwendung, dann gmg man zum Stahl über; da aber dieser sich unter beftiaem euer debnte. wurden sogenannte Compoundplatten hergestellt, mdem man Stahl aus Eisen schweißte. Neuerdings ist Nickelund harvevistrter Stab! in Aufnabme gekommen, welcher eine erhöhte Widerstandskrast besitzt. Zur Panzerung von Landfortificationen wurden anfänalich Platten, welche dem SchiffsPanzer ähnlich waren, verwendet, bis das Gruson'sche Etablissement Hartguß'Platten herzustellen begann. Ihr großes Gewicht machte diese vxi Pan zerung von Schiffen freilich ungeeignet. allem sur Landbesestlgungen mit Batterien und Thermen erwiesen sie sich von aroßem Wertbe. Die Gruson 'schen Panzerbatterien für 24 Centi-meter-Zkanonen, deren innere und außere Ansicht in den beiden ersten Jllustrationen veranschaulicht werden, stützen sich an beiden Enden aeaen Mauerwerk mit Erdschüttung. Die vordem Platten sind gewölbt, damit die Geschosse leicht abgleiten, und die sogenannten Pivotplatten, d. b. die bordern und untern ruhen auf einer durch Granltplatten gedeckten Betonschicht. Auf die Vivotrlatten stüken sich die Schartenplatten, die sich seitlich an zwei Psellerplatten anlehnen. Schutz von oben her gewähren Deckplatten, die sich vorn verbandartia auf Scharten- und Pfeilerplatten, hinten aber auf Mauerpfeilern stützen, an welche sich Kasematten anschließen. Die Maaazinräume befinden sich im untern Geschoß der Kasematten. Zur Deckung eines aroken Terrains werden Panzerdrehthürme (für ein oder zwei Geschütze) verwendet, welche in der wagerechten Ebene drehbar sind und die daher im Gegensatz zu den Panzerständcn ein unbeschränktes seitliches Schußfeld bis zu 360 Grad besitzen. Bei ihrer Construction gelangt yartguszeisen zurVerwendung und anfänglich wurden sie den Monitorthürmen vollständig nachgebildet. Die Panzerdrehthürme bestehen , aus einer innerhalb eines gemauerten Brunnens drehbaren Panzerkuppel. Der Rand des Brunnens ist durch einen Panzerring, den Vorpanzer, gesichert. Die Kuppel ist von Scharten durchbrochen und um diese möglichst klein halten zu können, liegt der Drehpunkt des Geschützrohrs innerhalb der Scharte. Die Seitenrichtung wird dem Geschütz durch Drehen des ganzen Thurmes gegeben. Die ersten Panzerdrehthürme wurden gegen Ende der sechzigerJahre bekannt, seitdem aber haben sie mancherlei Verbesserungen erfahren. Die Gruson'schen Thürme haben kugelsegmentartige Kuoeln.welcke aus einzelnen Seiten- und Deckplatten zulammengejetzt stnd. Die Vervollkommnung der Geschoßwirkung hat die Verwendung von Walzeisen-. Panzerbatterie (Innere Ansicht). Compound- und Stahlplatten an Stelle der Hartgußplatten im Gefolge gehabt. In Verbindung mit dem Grusonwerk construirte der . preußische Oberst-Lieutenant Schumann die nach ihm benannten Panzerlafetten. Bei denselben ruht die walzeisernc oder stählerne Panzerkuppel fest auf den Laftttenwändcn auf. Zwischen letztern ist das Rohr ohne Rücklauf eingelagert, doch so. daß es, um seine Mündung schwingend, mittels, kreisbogenförmiger Bahnen nach der Höhe verstellt werden kann. Die Lafette ruht auf einer Pivotsäule und ist mit dieser wagerecht drehbar. Eine HebeVorrichtung gestattet das Heben der Lafette mit Decke, falls in die Ritze zwischen Decke und Vorpanzer ringe klemmte Sprengstücke ode? sJerbeulun aen an den Rändern beider die freie Drehung etwa verhindern. Beim
mHS!1' 11 f'rt ""'
m t?r,J3&r
CZrhuh tnrr? Vr 1?TTs?ftnS h? 3n n3t !
7 U v vMv.p V durch Vermittelung der Lafette auf die schwere Panzerdecke übertragen; diese kippt um ein geringes Maß zurück, bis sie Ablehnung findet, worauf sie infolge ihrer Schwerpunktslage wieder in die ursprüngliche Stellung zurückkehrt. Um das Rohr leichter bewegen zu können, ist es durch ein Gegengewicht ausbalancirt. Diese Construction gestattet die Aufstellung nur eines Geschützes, ist aber sehr einfach; der Thurm ist leicht drehbar und läßt im Innern viel freien Raum für die Be-dienung.-Bei den Gruson'schen Thürmen, welche je zwei schwere FestiJsgeschütze (15 und 28 Centimeter) haben, wird der Mechanismus für das Drehen und die hydraulischen Apparate meistens mit der Hand in Bewegung gesetzt, in Frankreich dagegen gelangen Motors zur Verwendung. Zur Verhinderung einer nicht beabsichtigten Drehung beim Abfeuern eines Geschützes dient eine Bremsvorrichtung. Zur Bedienung eines solchen Thurmes sind 40 bis 45 Mann erforderlich, von denen nur 6 für die Geschütze gebraucht werden, und unter günstigen Verhältnissen können letztere alle 3 Minuten einmal abgefeuert werden. Neuerdings werden zur Erhöhung ihrer Sicherheit gegen feindliches Feuer auch versenkbare Thürme gebaut, die erst, wenn sie in Thätigkeit treten sollen, aus der Versenkung emportauchen. Der versenkbare Panzerthurm ruht mit seiner Pivotsäul? auf dem kurzen Arm eines zweiarmigen Hebels, während der lange Arm durch ein Gewicht belastet ist, so daß zum Heben nur geringe Kraft erforderlich ist. Schumann und Gruson construirten versenkbare Thürme für Kanonen kleinen und mittlern Kalibers, in neuester Zeit werden aber in Frankreich auch Versenkthürme für Geschütze größeren Kalibers (15,Centimeter) hergestellt, die von dem Geniecapitän Galopin construirt sind. Noch neuer ist der Schaukelthurm des Franzosen Mougin. Die Platform dieses für zwei 15 Centi-meter-Kanonen eingerichteten Thur mes macht mittels eines convex gewölbten Ansatzes auf einer DrehbeweHartguß - Thurm. gung eine Schaukelbewegung und ermöglicht es dadurch, die Mündungen der Geschütze aus einer Stellung über dem Vorpanzer in eine unter denselben zu bringen. Panzerfortificationen finden sich in allen civilisirten Ländern. In Deutschland wie inJtalien gibt man den Gruson' schen Thürmen den Vorzug, während in anderen Ländern, wie in England und den Bereinigten Staaten, Verschwindelafetten in Gebrauch sind. An der russischen Grenze in Rumänien ist eine dreifache, aus ca. 400 Panzerconstructionen bestehende Befe stigungslini: von ungewöhnlicher Stärke angelegt, die aus tragbaren Panzerschilden für Schnellfeuer-Kano-nen, verschwindenden Schilden fürGeschütze mittlern Kalibers und Versenkthürmen bestehen; Bukarest hat weitere 203 Panzerthürme. Die Befestigungen an der Maas bei Lüttich und Mannir bestehen aus 192 Panzerthürmen, die nach den Plänen des belgischen Ingenieurs Brialmont construirt sind, und Frankreich hat seine Ostgrenze in ähnlicher Weise ebenfalls sehr stark befestigt; genauere Angaben über die Zahl und Art der französischen Panzerfortificationen fehlen freilich. Wink. Köchln: Emik. id finde für d Jröße meiner Jefühle Irene passenden Worte!Grenadier: Schad' nifcht. vielleicht find'st Du dafür 'ne passende Leb-wurst!- . Im Eifer. Frau: An meinem Grabe wirst Du mir noch Dein Unrecht abbitten. Mann: Die Freude wirst Du nie erleben. Auskunft. Ruiv wie geht's in Ihrer jungen Ehe?" .Die Schwiegermutter wirft bereits ihren Schatten voraus."' Pensionat -Blüthe.Leh-rerin: Wie heißt der Komparativ von frei?" Laura: Freier!- Lehrerin: Und der Superlativ?- Laura (freudig): Standesamt!- ' E n t r ü st e t. Der kleine Franz: Sie haben meine Schwester geküßt, das werde ich der Mutter sagen." Zimmerherr: Da hast Du 25 Cents, aber sei brav und schweig." Der kleine Franz: Was? Einen Quarter? Vom andern Zimmerherrn krieg' ich immer 50 Cents dafür.-
js5iJL
Ecn. Walker.
es. ;n Boston, Mass.'. ist der bekannte Statistiker und Nationalöconom General Francis A. Walker. Präsident o des technologischen Instituts von Massachusetts, aus dem Leben geschieden. General Francis A. Walker, der am 2. Juli 1840 in Boston geboren war, absolvirte das Amherst College und wählte die juristische Laufbahn, die er aber später aufgab. Nachdem er den Bürgerkrieg mit Auszeichnung mitgemacht hatte, virsuchte er sich nach dem Friedensschluß als Journalist. Im Jahre 1868 wurde er Chef des statistischen Bureaus in Washington und wurde als Superintendent des neunten Census in weitenKreisen bekannt. Auch der zehnte Census kam größtentheils unter ihm zu Stande. Er zeigte großes Geschick als Censusbeamter und unterzog das ganze Censusbureau einer gründlichen Reorganisation auf einer rationelleren und wissenschaftlichen Basis, wodurch er sich ein nicht zu Gen. F. A. Walker. leugnendes Verdienst erwarb. Er war zu einer Zeit auch Vundescommissär für Indianer - Angelegenheiten; auch hat er die Ver.Staaten im Jahre 1878 auf der internationalen Münzconferenz zu Paris vertreten. Zu einer Zeit bekleidete er eine Professur am Aale College in New Haven und war zugleich vielfach als reisender Vorleser in verschiedenen Städten des Landes thätig. Im Jahre 1881 wurde er Präsident des technologischen Instituts von Massachusetts. Im Jahre 1882 war er Präsident der American Statistical Association", im Jahre 1886 Präsident der American Economic Association". Während der letzten Jahre trat Walker in Vorträgen und Pamphleten für den Vimetallismus ein. Unter den statistischen Werken, die von Walker erschienen, befand sich ein statistischer Atlas über die Ver. Staaten" (1874); ferner erschienen von ihm Werke über die Lohnfrage", Geld", Geld in seinen Beziehungen zum Handel und zur Industrie", Nationalöconomie", internationaler Bimetallismus". Er hat auch ein ' geschichtliches Werk über das zweite Armeecorps geschrieben, dem er während des Bürgerkrieges angehörte. Ein weiblicher Herkules. Neuerdings sind wiederholt Damen, deren Körpereigenschaften den Begriff vom schwachen Geschlecht- gründlich über den Haufen werfen, in der Oeffentlichkeit aufgetreten. Miß Arniotis mit dem Löwengebiß", die sich zur Zeit im Berliner Wintergarten producirt, gehört zu diesen Damen. Sie ist eine angenehme, sympathische Erscheinung. ohne jene übermäßige Muskelentwicklung. wie sie bei den Berufsathleten beobachtet wird; eine in die Augen fpringende Schwellung des vielgcnannten Biceps" ist ebenfalls nicht zu bemerken, Miß Arniotis erscheint vielmehr als eine wohlproportionirte, hübsche Vertreterin ihres Geschlechts von echt weiblichem Wesen. Trotzdem entwickelt die Dame Kräfte, mit denen sie dem mythologischen Hercules mindstens die Hälfte seiner berühmten Arbeiten hätte abnehmen könne. Sie Das Bravourstück. hält mit beiden Armen einen S&$ empor, gegen den in schufer Ebene: ein langes Laufbrett gerichtet ist; ein iraftiger Mann steigt auf diesem bis z.um Stuhl empor, bringt das Brett w. horizöntale Lag: und wippt" lebhaft hm und her, ohne die Trsgerin zum Wanken zu bringen. 3JUn rollt ei leeres Bierfaß herein, die Athletin nnunit es zwischen die ohne Kreisel echtem Zahne und trägt es, beladet mit zw Männein, die als moderner DoppeBacchus. darauf fröhliche Reitstudien machen, eine geraume Zei frei umher. Diese Krestprobe wird aber überkam durch eir Leistung. ie selbst in Jrtistenkreiscn als eine Nummer" gilt. Mij Arniotis laßt, lackelnd aur nem Brett. das über einen Stuhl gelegt ist. fünf Manner und einen Knven schweben, ein Kraftstuck, welches daö größte Auf sehen erregt. ilctn mpttfdienfreiinblt I cher Arzt. A.: Dort geht mein -. - ii e . ns i tu ' eoensrelier, ozx lanrnpm; B: Der hat Dich doch nie behandelt !- V .? Jiltin. aber wie ick mick in meiner Krankheit an ihn wandte, rieth er i mir, einen anderen Arzt zu nehmen!"
MK ff' fe? j ys ß'&jy'
' Unter' Präsentlreu.
Madel steht so nah vor mir. Daß ich's könnt' erfassen, Svitzt das Goscherl. lacht mir zu. Will sich küssen lassen; Stellt sich auf die Zehenspitz'. Streckt den Hals, den netten; Und ich darf es noch nicht thun Bomben und Lafetten! Mädel schmollt 'nen Augenblick. Ist dann wieder munter. Schneidet mir ein großes Stück Von dem Schinken 'runter. Wirft mir süße Kußhänd' zu. Zeigt mir duft'gen Braten; Und ich darf es noch nicht thun Kreuzmillion Granaten. Mädel schmollt das zweite Mal, Lacht jedoch bald wieder. Stellt zwei Flaschen Ungarwein Auf das Fenster nieder. Winkt und nickt und deutet an. Daß mir's möge schmecken; Und ich darf es noch nicht thun 's ist doch zum Verrecken! Mädel schmollt zum letzten Mal,, Zeigt mir eine Torte. Ha nun geht der Herr General Aus der Gartenpforte! Doch die Gnäd'ge tritt dafür In die Fliederlaube, Und ich darf es noch nicht thun Stern Kanonenschraube! Endlich ist die Luft ganz rein Da. o heil'ges Leben, Seh' am Küchenfenfterlein Vorhang niederschweben. Hilft kein Husten und kein Pfiff Nach dem füßen Weibel, Alles futsch, drum holen foT Präsentir'n der Deibel! Soudcrbarcs Vehikeln Es giebt Länder und Gemeinwesen an, denen modeine Cultur mit. einem, freundlichen Lächeln vorübergeht, die heimischen Br'cuuhe, so oft sie. auch mit ihnen in Beziehung tritt, unberührt lassend. Madeira mag ein berühmter Luftcurort sein, es mag sich alljährlich mit kranken Opfern der menschlichen Gesellschaft füllen, die mit Nerven und Lungen das Husten nach Vergnügen.gebüßt haben: es liegt fernab von der zroßen Heerstraße, auf der sich die Entwickelung unserer Culturzustande vollzieht. Die Stkaßenbeleuchtunc auf Madeira sieh? noch unter dem Zuchen der Oellampr. die Häuselugcn femd artig mit ihren rothen Dächern,. weißen Wänden und hellgrüne r Thüruu und
Ä&t'Wfar
ii mm A pslayji
Auf bet Fahrt. Fenstern aus Mlgnolienbüschen fo vor. die aus einem unmöglichen, bcn stcHlichem KakZuö dnchwachseuN! Steinpflaster cfragen. Am Wunder barsten muthen den Freuden die Stn Zenfuhrwerke an. Sie entbehren de? Räder und Pferde. Auf schlittenartLJen Kufen ruht ein baldachinartiges Ober gestell, das etwa an die Schaukel aus unseren Spielplätzen erinnert, und die ses primitive Vehikel wird von Ochsen langsam über das holprige Pslester ge - ' zogen, während sich im Innern eine iU gante Portugiesin coquettirend deZ unvermeidlichen Fächers bedient. . . m m m i Uebertrumpft. Ich kenne kemeFurcht; ich getraue mich Nachts über einen Friedhof zu gehen! Das Will gar nichts sagen. Ich getraue mich, meiner Alten nach MiN(wacht . nach Hause zukomrae!
