Indiana Tribüne, Volume 20, Number 127, Indianapolis, Marion County, 24 January 1897 — Page 3
ZerMtdesPrete Roman ron gmifio de Z?arHi. (4. Fortsetzung.) Auf dieser Höhe angelangt, schauerte tr zusammen, warf einen entsetzten Blick mm ich setzte sich rasch auf fernem Sofa aus.... seine Sckläftn Hämmerfcn, und er -hatte die Empfindung, als Zöge sich sein Herz gewaltsam in winzige Dimensionen zusammen Glüctllcherweise war er allem... ' Er ließ auch diese Stimmung ruhig Dorübergchen. Das Leben ist wie ein Strom, philosophirte er. Nach einem Wolkenbruch sind seine Wasser schlamirrig; aber nicht lange, so wird er wieder blau und klar dahinfließen, wie vorher. Er drückt: auf den Klingelknopf und bestellte einen Kaffee mit viel Rum. Während des Frühstücks ließ er sich mit Naffaello, dem Äaitre d'Hotel des Klubs, in ein Gespräch über gleichgiltige Dinge ein, um seine Stimme zu üben un) seinen Geist ein bischen Betvegung machen zu lassen. Dann schob er das Geld in die Tasche, ohne es nur zu zählen, und ging, bittere Betrachwngen darüber anstellend, daß das Glück wohl um einen Tag früher kommen und ihm so einen Mord hatte ersparen Ion neu Der H'rmmel irnd die Hölle sind in einem und demselben Beutel. Du steckst die Hand hinein und ziehst das Loos 44 So brummte er vor sich hin, während er die breite Treppe hinabstieg. Er fühlte sich sehr müde und zerschlagen.. besonders an den Armen. Unter dem Thore blieb er einen Augenblick stehen und betrachtete mit verdrossenem Blick die Vorübergehenden!, wie sich nach den verschiedensten Nichiungen dahineilten, alle aeschastig, mit dem festen Gang von Leuten, welche wissen, wohin sie gehen, was sie wollen. Es regnete nicht mehr, aber die Luft war grau, mit feuchten Dünsten ge schwängert, die Straße lag düster und tothig. Eine grenzenlose Unlust nagelte ihn auf dem Fleck fest. Sollte er nach Hause gehen, oder auf einen Sprung zu Marinella, oder zum Frühstück? Alles war ihm verhaßt. Er hatte keinen ApPetit, ein bitteres, pappigzs Gefühl klebte ihm die Zunge an den Gaumen fest.... ' Fuhrwerk aller Art rollte an ihm vorüber: Omnibus, Fiaker, Wägelchen vom Lande.... Menschm aller Kategorien hasteten die Straße entlang, und j:der hatte irgend einen Gedanken im Kopf, einen Wunsch in den Gliedern, etwas zu sagen, etwas zu überbringen, zu empfangen. Er nichts. Inmitten all des Treibens kam er sich vor wie verloren, gerade als hätte die Anstrengung, mit der er jenen Streich geführt, alle Energie seinesLebens aufgebraucht, und er lebte nur mehr locker in seiner Haut wie eine ausgetrocknete Schnecke in ihrem Hause. Ein sonderbares Gelüste trieb ihn hinaus nach den volksthümlichen Quartieren des Mercato; aber an einem gewissen Punkte angelangt, konnte er nicht mehr weiter. Es kam ihm vor, als sei ganz Neapel ein großes Seminar. Nie hatte er so viel: Geistliche auf den Straßen gesehen; hinter jeder Ecke sprang einer hervor. Vielleicht war es nur, weil er zum erstenmal darauf acht gab. Bor dem Schanfenster einer BuchHandlung vertiefte er sich i. die Betrachtung der Photographien und Jllustrationen unld ließ sich besch:vatzen, Stanleys Quer durch Afrika" zu kaufen. Er fühlte die Nothwendigkeit, seieren Gedanken einige Ableitung zu gewähren, bis mehr Wasser vom Berge gelaufen sein würde. Aber schon mußte er einsehen, daß es viel leichter ist, einen Menschen wdtzuschlagen, als ein Aorurtaeil. So weiter mühsam Minute um Minute seinem schlaffen Leben abzuringen, dazu fühlte er sich nickt imstande. Er mußte seinem Lebensbaume einen tüchiigen Rüttler versetzen, damit auf einen Schlag abfiel, was an todten Blättern daranhing. 8. Kapitel. Der Hut. Äm vierten oder fünften Tage nach dem großen Ereigniß war Don Antonio, der Pfarrer von Santafusca, rm ?5arten mit Begießen seiner Rosen beschäftigt. wobei er tüchtig aus die Ameisen losschalt, die sich wahrhaftig schon zu viel .herausnahmen. Wußten sie denn nicht, daß sie es mit einem Menschen zu thun hatten? daß er, wenn er nur wollie, Feuer und Schwefel gegen sie in Anwendung bringen konnte? Prete Cirillo schlief währenddem seinen stillen Schlaf in seiner Zisterne unter dem Ziegelhaufen.... . Der wunderschone Moraensonnen-
schein übersäte, durch das Alätterwerk der Weinlaube brechend, den Weg urto den alten Pfarrer darauf mit zittern den, leuchtenden Goldkrinaeln. Eine fröhliche Morgenbrise flüsterte durch die Zweige, und Don Antcnio labte sich daran mit all der gesunden Genußfähralnt seiner siebzig Jahre. Der Mor gen ist die Jugend des Tages, eine Jugend, welche alle vlerundzwanzia Stunden wiederkehrt, während die andre, einmal vorüber, ach! für ewig tf 1 ' ' rerwren viewi.... Dennoch konnte der gute Greis, wie er dastand, das Silberhaar mit dem Thau der Rosen überzuckert, mit Reckt die Betrachtung anstellen, daß man in der Liebe Gottes immer erträglich jung bleibt und daß das Herz der Guten eric altert. So form er, die Gießkanne in der Hand, als Martins athemlos Herberge rannt kam und meldete, Salvatore, der alte Diener des Barons, sei, ernstlich erkrankt, auf der Straße zusa.7??menge, fallen. Don Antonio möchte schnell mi
dem heiligen Oel nach der Villa laufen, wenn es überhaupt noch Zeit sei. Währenddem werde er selbst nach dem Glockensirang rennen, um das Sterbeglöcklein zu läuten. Don Antonio ließ sofort Ameisen und Rosen stehen, setzt: zum Schutz gegen die Sonne seinen Dreispitz auf, steckte das Gefäß mit den heiligen Oelcn sammt der Stola in die Tasche und eilte, so schnell die alten Beine ihn tragen konnten, nach der Billa, geführt von ein paar Bauern, denselben, welch: Salvatore ins Haus getragen hatten. Der Aermste lag bereits im Todeskämpfe. Ein Schlaganfall hatte seinem zerschlagenen armen Körper den Gnadenstoß versetzt. Salvatore bewohnte einKämmerchen,
welches in vergangenen schöneren Tagen als Geflllgelstall gedient hatte. Ein paar Kleöderfetzen. ein alter Legkasten, zwei Stuhle, ein SiroÄ,aa machten sein Hab und Gut aus. Zu Häupten des Bettes hina. halb von Rost zerfressen, sein altes Jagdgewehr, welches seit r . . r, t rn . ' zeyn ayren leinen xsoati rneyr ge röstet hatte. Der Sterbende vermochte nur mehr unzusammenihängende Worte zu murzneln. Aber Don Antonio, welcher wußte, daß er IM letzten Mm aebelchtet und seitdem zur Sünde weder Lust noch Gelegenheit gehabt hatte, absolvirte ihn in articulo mortis, ertheilte ihm den letzten Segen und drückte ihm die Augen zu, in vitarn aeternain, Amen. Martins blieb mit 'dem Gememdedoten zur Leichenwache zurück. Wieder einer rm Hafen angelangt. murmelte der alte Priester vor sich hm, während er langsam nach dem Pfarrhause zurückkehrte. Und wie er so hin und her dachte, wie man wohl dem armen Teufel ein anständiges Leichenbegangniß bereiten konnte, und wie dem Waron die traurige Nachricht mitzutheilen wäre, fiel fern Blick auf den Schatten seines Hutes, der, scharf begrenzt vom sonnenbrschienenen Grund: sich abbeben'o, hart vor seinen Zrußen auf dem engen Fußsteige dahinglitt, und verdutzt blieb er stöyen. Er drehte den Kopf 'hin und her, um d:e Proiektion zu andern; vergebens.. Immer kam es ihm vor, als wäre das nicht der alte wohlbekannte Schatten, der rhn seit so vielen Ja'hren auf allen seinen Gänzen begleitete... Der Unterschied lag rn der Krempe. Während sonst sein breiter Dreisatz mit segelartig geblähten Flügeln fast die ganze Breite des Fußpfades ausfüllte, einem groben, plumpen Böge! vergleichbar, welcher mit müdem Flügelschlag über eine Meeresbucht fliegt, hatte der Schatten heute etwas Zierliches an sich, das rhn sozusagen als das Junge jenes andern erscheinen ließ. Don Antonio konnt: sich den Gruno einer solchen Veränderung nicht erklären, bis er endlich den Hut abnahm und bemerkte, daß da eine Verwechslung stattgefunden haben mußte. Was er da in der Hand hielt, war nicht der alte zottige Hut mit den abgenützten Bändern, dem röthlichen Rand, den zahllosen Beulen, sondern ein andrer, ein wahres Bijou von einem Hütchen, frisch aus der Schachtel, zierlich kokett, die Börtchen von Seide, das Futter himmelblau wie die Mäntelchcn der Domherren; kurz, der Hut eines Monsignore und nicht eines armen LandPfarrers. Was kann das sein? Was kann das nur sein!" rief Don Antonio aus. Wohl habe ich in der heiligen Schrift gelesen, daß ein Rabe dem Propheten Elias Brot brachte; aber daß unser Herrgott arme Priester mit neuen Hüten versorgt, das habe ich noch niemals gehört." Das beste war, daß. ihm das Hütchen paßte, wie angegossen, gerade als hätte ihm der liebe Gott selbst Maß genommen. Obgleich er sich die näheren Umstände nicht erklären konnte, war er doch überzeugt, daß die Verwechslung nirgends anders hatte stattfinden können, als rm Sterbezimmer. Er schwieg vorläufig Martino gegenüber von der Sache; aber als er am Tag: des Begräbnisses Salvatores Kämmerchen wieder betrat, war sein erster Blick nach seinem alten Hut. Und in der That sah er d:ns.'lben auf einem Stuhl in einer Ecke liegen. Er mußte also in der Zerstreuung den neuen anstatt des alten genommen haben, und zwar von dem Wandschrank herab, auf dessen Platte eine staubfreie Stelle noch ganz deutlich seine Umrisse zeigte. Die Stimme seines Gewissens sagte ihm, daß es seine Pflicht wäre, den neuen Hut wieder hinzulegen, woher er ihn genommen; aber oar es eine innerliche Zerstreutheit ober war es eine Eingebung des böfen Geistes, sür den es keine größere Wonne gibt, als wenn er einmal ein recht zartes Gewissen überrumpeln kann kurz. Thatsache ist. daß, als der gute Priester das Ge.mach verließ, es abermals mit dem neuen Hute auf dem Kopfe geschah, während der alte ruhig auf seinem Stuhl liegen blieb. JBo was ist kein Diebstahl!" räsonnirt: er bei sich, während der kleine Zug sich langsam gegen den Kirchhof zu bewegte. . Einem armen Todten thut man keinen Schaden an, mdern man ihm den Hut nimmt. Dort unter der Erde droht ihm kein Sonnenstich. Und dann bin ich schuekach wohl berechtiat. die Leichenkosten in irgend einer Form hereinzubringen. Salvatore hat nichts hmterlassen als seinen Hund, und woll te ich mir etwa Hoffnungen darauf ma chen, daß lder alte Lrbertin. sein Herr. für. ihn zahlen weröe, so Ware ich schon der Gesoppte. Aber murmelte das unbeugsame Gewissen, aber, wer sagt Dir, daß der Hut überhaupt Salvatons Eigenthum war? Kann er sich nicht durch irgend einen Zufall m seine Kammer verirrt haben? Mözircherweise hat er ihn mix ,n Verwahrung gehabt. Alles recht." beruhigte er siH wieder. Aber ich habe ja memen gebrauchte? an seiner Statt liegen lassen; und so
bald der rechtmäßige Besitzer die Ver- j wechslung bemerkt, braucht er nur ins I ?RFf?rrfiHa fxrii'fi?r nr fnrnmpn im'S
j y O f r ich werde ihm sein Eigenthum nicht vorenthalten." Nachdem er auf diese Weise seine Be denken zum Schweigen gebracht, legte er noch am selb.m Abend Martino, dem Ezkapuziner, dieser Autorität in GeWissensdingen, den ganzen Sachverhalt dar; und auch dieser fand es ganz natürlich und in der Ordnung, daß Antonio einen Gegenstand benutzte, de? im Grunde als herrenlose Sache anzusehen war. Um sich dann noch die allerletzten leisen Skrupel vom Leibe ?u schaffen, that der alt: Priester ein Uebriges in Bezug auf die Todtengebete und opferte zu Gunsten von Salvatores armer Seele eine ganze heilige Messe. Den Hut aber behielt er. Salvatore war todt und vermochte über die Anwesenheit des Hutes in seiner Kammer keinen Aufschluß zu geben. Wer es gekonnt hätte, war der Hund, der bei Gelegenheit, als er nach alter Gewohnheit seines Geschlechts die Nase in Dinge steckte, die ihn nichts angingen, den Hut aus einem Haufen Streu hervorgezerrt und seinem Herrn im Triumph als Jagdbeute überbracht hatte. Aber die Hunde reden nicht.... 9. Kapitel. Der Prete ersteht von den Todten. Der Baron Hatte recht gehabt. Nach den ersten drei Tagen begannen die Stimmungen sich zu klären; die Gewohnheiten des Lebens traten nach und nach wieder in ihre Rechte, und sein starker, positw denkender Geist gew'öhnte sich, dem Geschehenen kühl ins Angesicht zu seyen, wie irgerJo einer andern gleichgiltigen Thatsache. Der Marchese dl Spiano schielte ihm die Hypothekarnrschreibung zurück. welche 'dann mit Don Ernllos Briefen und andern Bliesen ins Feuer wanderte. Auch von dieier Seite also konnte er beruhigt sein; um so mehr, als er auch alle jene Werthpapiere des Prete derbrannt hatte, welche auf dessen Namen lauteten. Trotz dieses der Vorsicht aebrachten Opfers blieb ihm noch eine ganze Schatulle voll Nententiteln übrig. Abgesehen von lernen Splelgewlnnsten. waren da noch Anweisungen au porteur auf fast neunzigtausend Lire, die er, wenn er wollte, bei der Bank von Neapel zu Geld machen konnte ohne dabei die geringste Gesahr zu laufen. Schritte zur Amortisirung hatte Prete Enmo nicht unternommen fo viel war einmal sicher. Die Todten bleiben in ihrem Grab, und das ern, wie eö scheint. Im Klub empfingen sie ihn jetzt Mit Herzlichkeit, und Marinella hatte ihn nie heißer geliebt als jetzt. Du solltest mich nach Paris fuhren, Baröncben!" sagte ihm eines Tages die anmuthige Hetäre, indem sie ihn mit rhren schonen Armen umfing. Nach Paris? Warum denn nicht. Nelluccia'... Die Idee ist we:th. besprochen zu werden. Eine Neiie nach Paris, eine qrundll che Luftveränderung konnte einem Manne nicht schaden, der trotz alledem und alldem Mühe hatte, sich in seiner alten Haut zurechtzufinden. Allerdings liebte er Mannella nur insoweit, als sie ihm Vergnügen zu gewähren vermochte; aber sie war ein bequemes Geschöpf und ihr Verstand nicht derart entwickelt, daß er indiskrete Fragen, ein zudringliches Forschen in seinem Innern von ihr zu befürchten gehabt hatte. So ging der Freitag, Samstaa, Sonntag vorüber, und noch hatte niemand des Prete auch nur mit einem , Sterbenswörtchen erwähnt. Von Zelt zu Zeit, wenn rhn das bekannte Katzenjammergefühl wieder überkommen wollte, nahm er schnell ein Philofophiebald", das heißt er trachtete, sich die Prinzipien so recht vor Augen zu führen, auf denen die Welt steht, wie der Kessel auf seinen drei Beinen: wie ein Ding so viel gelte als ein anderes; wie ein Mensch eme Eidechse aufwiege und weiter nichts; wie alles aus die Materie zuruckzusuhren sei; und wie er, außer stände, etwas Bestehendes zu , vernichten, schließlich nichts gethan habe, als dienen Gewlssen" in einen andern Aggregatzustand zu versetzen.... Eines Tages las er die AbHandlung über die Dinge" von Doktor Panterre, dem berühmten Nihilisten, und es erfüllte ihn mit einer gewissen Genug thuuna, jene beruhigenden Trostgründe, die ihm nur unbestimmt vorschwebten, darin m glanzenden, klaren Aphorismen festgenagelt vorzufinden. Eine Kanonenkugel." hieß es da, würde bei einer AnfangSgeschwindigkeit von 500 Metern in der Sekunde mehr als 9 Jahre brauchen, um die Entfernung von der Erde zur Sonn: zurückzulegen. Und die Sonne ist der uns nächstgelegene Fixstern. Um zum zweiwächsten zu gelangen, würde die Kanonenkugel 9 Millionen Jcrhre brau chen; zum entferntesten der uns noch sichtbaren Gestirne aber 18000 Millionen Jahre.. Man versuche es, diese erschreckenden Zahlen niederzuschreiben; man versuche es, sie sich vorzustellen! Mit jenem letzten Stern sechzehnter Größe ist es aber nicht auö. Jenseits desselben entdeckt das Teleskop 5!ebelflecken, deren jeder möglicherweise nichts andres ist, als wieder eine Welt von Himmelskörpern.... O! was ist Dein Leben, mein Zuckerwasserphilisoph, rm Vergleiche zu diesen Räumen? Die ganze Menschheit, dicht zusam mengzdrängt. würde, von hundert Meilen Höhe gesehen, nicht anders erscheinen, als wie em mikroskopisches Fleck chen Schimmel auf einer feuchten Brolrinde. Wollte die Sonne in einer launen hasten Anwandlung sich nur um eint einzige Tagreife weiter von uns ent, fernen, so wäre schon im selben Augenblick diese ganze blumige Welt i?
ein EisLizelchen verwandelt. Entdecke dann in diesem Ei-:'üg:ln die Spur Deiner Hceresschaarn, Alleinherrscher aller Neußen! Und Du, selb stzu friedener Philosoph von Königsberg! such: di: Linse, di: scharf genug ist, um unter der Eiskruste oi: Folianten Deiner Kritik der reinen Vernunft" herauZzufinden! O, was sitto meine kleinen Verzzhen gegen den Nächsten, was sind sie, betrachtet von Gesichtspnnkten aus, zu denen der Thierkreis selbst die Basis abgibt?" Beim Lesen dieser und ähnlicher Aphorismen fühlte U Barone sein Gewissen sich wohlig ausdehnen, weiter und weiter, in den Unendlichkeiten von Zeit und Raum verschwimmen. Es verschwank die Pein des pedantisch beschränkten, in den Winkeln öden Alltagslebens kauernden Gedankens; unld an seine Stelle trat eine große, stille Rue. ähnlich dem Fatalismus der Orientalen. Stolz erhaben n'egte er sich im Raume über Millionen Welten, sah mit lächelnider Ueberlegenheit zu, wie das armselige Körperchen seines Prete im Meere der Unendlichkeiten wirbelte, tiefer und tiefer versinkend, bis es zum tüitm merklichen Pünktchen tvnrde. In der Behaglichkeit dieser Vision zerfließend, würde er zuletzt eingeschlafcn sein, hätte ihn nicht ein Pochen an der Thür unssnst in die Wirklichkeit zurückgerufen. Eccellenza," ertönte Maddalenas furchtsames Stimmcherr der gewisse Geistlich: war heute wieder da." Was wollt er?- fragte der Baron heiser. Er wollte mit Eccellenza reden." Hat er seinen Namen dagelassen?" Er wollte es nicht thun. Er wird wiederkommen." Der Varon toar wüthend über diesen zweiten Prete, der ihn umsurrte wie eine lästige Fli?ge. Er kannte absolut keinen Geistlichen, ausgenommen fernen. Wer mochte es nur sein, der nun schon zum zweitenmal nach ihm gefrag: und durchaus seinen Namen nicht hatte angebm wollen? Nicht, daß er etwa Don Eirillos Gespenst in ihm befürchtet hätte; o! der Baron war nicht Macbeth! Aber Prete Cirillo konnteFreunide haben, und diefe Freunde konnten von seinen Absichten unterrichtet gewesen sein.... Wenn nun so einer zu ihm käme und Fragen zu siellen begänne Erstarrt, verglast durch diese Vorsiellung. hatte sich ' des Barons Auge unwillkürlich an die Wand geheftet, unld zwar an eine Stelle in der Fensiernische, wo ein verstellbarer Wandkalcnoer hing. Und wie er so hinstarrle, fiel ihm, groß und fellgedruckt, die Ziffer 4 in die Augen. Diese Vier war noch von dem fatalen Tage her stehen geblieben ein stummer Anklageakt. Eben wollte er hinzustürzen, um ihn zu entfernen, als abermals Maddalena ihn störte. Eccellenza. ein Brief!" hörte er sie außerhalb der Thür sagen. Das allerklcinste Ereizyiß war sür den Unglücklichen immer ein Anlaß zu Furcht und Schrecken. Viel Wasser mußte noch vom Verg: rinnen, bevor er die ersehnte kühle Niche in der Beurtheilung der Lage fein nennen konnte. Den Kalender vergessend, rannte er hin, um den Brief zu übernehmen. Es war einPostbrief, mit dem Stempel Santafusca. Seine Hand zitterte so heftig, daß ihm der Brief entglitt und zur Erde fiel. Nasch verschloß er die Thür, hob das Schreiben vom Boden, und einen Anfall von unsäglicher Beklemmung, der ihn zu ersticken drohte, in die Brust zurückdrängend, ließ er sich wie einen Sack in einen Fauteuil fallen und riß den Umschlag auf. Gewiß, daß der Prete ihm etwa eine saldirt; Rechnung zusenden würde, war ausgeschlossen. Aber doch, welcher Wirbelsturm von Gedanken durchwühlte in jenem Augenblick sein Hirn! Und alle vereinigten sich zentral in eine Frage: Sollten sie etwas entdeckt haben?" Der Brief war gezeichnet: Iermo-
lino, Sekretär. Der Gemeindefchreiber von Santafusca theilte ihm in umstandllcher Welse und unter vielen bureaukratischen Respektsformeln den Tcd des armen Salvatore mit, der einem auf offener Straße erlittenen Schlazanfall erlegen sei. Er berichtete. w der ergedenst Unterzeichnete, seiner Pflicht gemäß, das Gitterthor der Villa abgeschlossen und den einzigen Schlussel zu sich gesteckt habe; welcher Schlüssel im Sitzungssaale des Gemeinderathes aufbewahrt werde und zur Verfügung Seiner Excellenz stehe, sobald Hochdieselben geneigtest Ihre WillensMeinung abgegeben haben würden, wo und wie er übergeben werden solle. Vom Prete nichts. Ueberhaupt hätte Inhalt und Form des Schreibens gar nicht beruhigender sein können. Ganz recht!" rief der Varon erleichtert aus, mit der Stimmkadenz eines Baritons, der sein Organ probirt; und er fühlte, wie sein geistiger Mensch mit einem Ruck wieder den gewohnten Platz einnahm. Armer Salvatore!" seufzte er dann, eine Hand vor den Augen, den Kopf auf der Brust.... Er beklagte ihn aufrichtig. Noch war sein Herz nicht ganz den Erinnerungen aus der Jugendzeit ver schlössen: und lange noch blieb er sitzen und gedachte sinnend jener Tage, als er noch mit Salvatore auf den Bergen zaate.. Auf der Straße hatte der arme Alte sterben wollen, gerade als verschmähte er es, die Augen in einem Hausezu schließen, aus dem ein Fluch lastete. Das war freilich der ihm nichts als eine, rhetorische Figur, die Aeußerung eines Restes ptisclr Phantasie, wie sie wohl in irgend einer Pfütze seines zerfahrenen Lebensweges uvnq aeblie ben sein mochte: aber dennoch konnte er stch dieser un'o ähnlicher Betrachtungen nicht erwehren. Im Grunde freute sich nichtsdestoweniger, daß alles ging wie Z nicht besser gehen konnte. Jetzt,
wo auch Salvatore todt und die Villa geschlossen war, ohne daß sich der geringste Verdacht ergeben, jetzt konnte er erst mit Recht sagen, daß Prete Eirillo
todt uno begraben war.... Er wure schreloen. man solle ihm den Schlüssel schicken, und Amen. Der Ort blieb einsam, vollkommen verödet, geschützt selbst vor den zird ringlichsten Blicken. Neue Lebenskraft durchströmte ihn. Es funktionirte ja alles wie ein: Uhr. Das sollte ihm neuerdings als Beweis dienen, wie auf dieser Welt der Zufall starker ist, als die allerklüaste Berechnung. Er hatte Marlnella zuqesaat, mit ihr zu speisen, und versprach sich davon einen fröhlichen Tag. Dementsprechend wollte er sich schön machen, und betrat zu diesem Zwecke den Salon des Meisters Granella, prämirten Haarlünstlers v.nd Parfümeurs, eines Mannes. dessen Ehrfurcht vor dem Baron im geraden Verhältnisse zu der Menge der Essenzen stand, welche er bet ihm für Marinella kaufte. Granella, ein wurdiaer Nachkomme Figaros, war das lebendige Neuigkeitsvlatt der Stadt; und der Wunsch, rhn zum Schmätzen zu bringen, war auch mit ein Grund zum Besuche des Barons. .Also was gibt es Neues, Granella?" fragte er, sobald er in seinem Fauteuil saß, draprrt m schneelveiße Tucher, wie ein antiker Oberpriester. Vieles und Schönes. Das Ministe. rimn ist gefallen: Bismarck hat den russischen Botschafter empfangen, und der Krieg, scheint es, ist unvermeidlich. Mem Hausherr lfl gestorbm; und lllppmo Mantica hat erne halbe Mülion in der Lotterie gewonnen." Mippino! Wer ist dieser Flllppino?" fragte der Baron, der anfangs mit pochendem Herzen zugehorcht hatte. Aber sein Prete war wirklich todl, m-ausetodt: immer mehr mußte er das einsehen Wer Flllpplno ist? Heute der glück lichste Mensch auf dieser Erde. Samstag Morgen noch war u der allerarmselrzste Hutmacher rn Neapel. Und er hat gewonnen, sagst Du Es gibt Gewinnen und Gewinnen. Was er gethan hat, ist schon mehr als das: es ist die königliche Lotterie zu Grunde richten. Wenn ich denke eine halbe Million! Hätte ich sie, bei San Gennaro! Nicht einen Tag langer würbe ich Barbier bleiben." So probir's!" Das ist leicht gesagt. Schreibe ich einmal drei Nummern nieder, so kann ich sicher sem, daß der Teurel sie mir frißt." Der Baron lachte. Es war das seit langer Zeit das erste Mal, daß er wirklich so recht von Herzen lachte. Und von seinem Prete kein Wort. Neapel hatte also seinen Abgang so wenig benierkt, als wäre eine Fliege verschwunren. Aber das Schönste, Eccellenza, ist, was man sich von diesem Hutmacher erzählt..... Na, was erzählt man sich denn?... Man sagt und ich erzähle die Sache wbc, ohne sie einzuseifen , daß der Hutmacher ein junges und sauberes Weibchen hat. Dieses Weibchen nun soll die drei Nummern erhalten , haben von wem glauben Sie wohl?" j Nun?" Rathen Sie nur." Was soll ich rathen? Von einem Liebhaber?" Von einem Prete. Oho!" Jawohl. Einem Prete: einer Art von Hexenmeister, der da unten in der Sezlone dl Mercato lebt. Er kennt die Algebra und rechnet mit ihrer Hilfe die Ternos aus, um sie dann an schöne junge Weiber zu verschenken." Nun, und wie heißt dieser Jfcnrz? Lesen Sie den Piccolo" von gestern; Sie finden die ganze Geschichte haarklein darin. Wo ist er nur? .... Aha, hier. Lesen Sie nur, Sie werden lachen.... Befehlen Eccellenza Wach'ponade oder Brillantine?" Der Baron entfaltete das Blatt. Gleich auf der ersten Seite leuchtete ihm groß und fettgedruckt eine Artikelüberschrrft entgegen: PBETE CIRILLO. 10. Kapitel. Erste Schreien. Was im innern des Mörders vor--ging als er, in halbzollhohen Lettern aedruckt. einen Namen vor sich sah. den er von der Oberfläche der Erde verwlsckt aealaubt. wäre schwer zu be schreiben. Er wäre zu Boden gesunken, hätten nicht die Arme des Lchnstuhls chn gehalten. Er empfand em plotzlickts Gefübl übermäniaer Schwere: sein Blut sank in einem Augenblick von der Hitze geichmolzenen Blnes zur kalttn. Dickflüssizkeit des Quecksilbers; und es bedürfte seiner ganzen mit Philosophie, gepanzerten Eharakterstärke, um zu. verhindern, daß er sich durch einen Auf--schrei, ein unüberlegtes Wort verriethen Au seinem Glücke war Granellas Aufmerksamkeit in dem AugenbliÄe durch den Eintritt erniger neuen Kunden abgelenkt worden, so daß er mcht bemerken konnte, wie der, dm er unter den Finaern hatte, sich plötzlich verfärbte. HähreNddem hatte du Baron Zeit gehabt, wenigstens seinen Muskeln zu gebieten und sich ein: ruhige Maske abzuzwingen. Aber als er sich im Spiegel sah. meinte er wirklich das Gesicht einer Leiche vor sich zu haben. Hier der Bericht, wie er ihn im Piccolo" gelesen: Das große Ereignis des Tages ist der Lotterietreffer von sast einer halben Million, welcher dem Hutmacher ZZilidvinH Mantica uaefallen ist. Der Fall hat m den Vierteln von Pendino und Mercato eine sornmche Revolution derunackt: denn dort sind der betrefsende Hutmachr, und noch mehr Prete Elnllo wombekannte Z?tau?en Wer ist Don Cirillo? Ein Zauberer, Astrolog, Hexenmeister, sür den die
Nummern kein Geheimniß haben, und der in der Lotterie gewinnt, respektive gewinnen läßt, so oft es ihm gefällt. Prete Cirillos Nus datirt vom vorigen Jahre, wo er seine Haut aus den Krallen einiger Kamorristen dadurch rettete, daß er ihnen einTerno gab, welches auch vollständig herauskam. Die braven Kamorristen waren ihm für den erwiesenen Dienst derart dankbar, daß sie ihn sofort wieder entführen wollten. Man kann es ihnen auch nicht verdenken. Es ist roirklich gar zu verführerisch, einen Mann in seiner Gewalt zu haben, der Gold fabrizirt wie ein Esel-streck-dich! Der Hochwürdige wußte sie sich jedoch mit der listigen Vorstellung vom Leibe zu schassen, daß er nur einmal im Jahre in der Lage sei. die Konstellatron der Planeten klar zu übersehen; und in dieser liegt ja bekanntlich das ganze Geheimniß der Lotterienummern. U Prevete legt nur einmal im Ja)re 'das goldene Ei. belehrte uns eine alte Hadernsammlerin, an welche wir uns um nähere Aufklärungen zu wenden erlaubt hatten. Diese Dame wohnt im selben Hause, waches Don Cirillo beherbergt hatte. Hatte, sagen wir; denn der Hexenmeister hat ben Braten gerochen und den Flug nach unbekannten Breiten genommen. Fuge ramores....." Ist das nicht eine Geschichte zum Todtlachen?" fragte Granella. Der Baron antwortete nicht, sondern fuhr fort, den Artikel zu überfliegen, welcher sich in Details über das Hcrus des Hutmachers, dessen Familie, die Art, wie er seinen Reichthum zu verwenden gedachte u.s.w., erging. Ueber den Prete war nichts weiter erwähnt, als -daß er Reißaus genommen. Ihr solltet doch Näheres über den Prete wissen, Don Ciccio!" wandte sich G:anella an einen kleinen alten Herrn, der rm Lokale sitzend wartete, bis die Reihe an ihn kommen würde. Es war das derselbe Don Ciccio Scuotto, in desien Hause der Prete gewohnt, und an den er den bekannten Brief gerichtet hatte. Er war allgemein bekannt als der große Paglictta" oder Advokat der Geistlichkeit und der Armen; ein feiner Fuchs und zäher Gefchäftsmann, dabei abgesagter Feind der liberalen Zeitunoen und der gottlosen Zeit. Ich weiß," antwortete. er, nur das eine sicher, daß er fort ist. Im übrigen darf man diesen Zeitungen kein Wort glauben; sie haben nur den einzigen Zweck, den Leuten ein ü für ein U zu machen. Lesen Sie lieber Jl Popolo Cattolico", das einzige Blatt, das vom Erzbischof approbirt ist. Dort werden Sie die ganze reine Wahrheit finden. Uebrigens war der Prete mein Freund und ein pünktliche: Zinszahler." Wahrscheinlich bezahlte er Sie in drei guten Nummern anstatt in klingender Münze," lachte ein andrer Kunde, den Granella als Don Nunziante begrüßt hatte. Der Baron, der mit allen seinen Sinnen horchte, erkannte in dem rundbäuchrgen Herrn mit der Burgundernase jenen Notar, welchen er nach Santafusca hätte mitnchmen sollen, um den Vertrag mit Don Cirillo zu errichten. Er hatte schon wiedecholt Mit ihm zu thun gehabt, da er. seine Dienste mit Vorliebe Leuten zuzuwenden pflegte, die sich in irgend einer Zwangsläge befanden, und denen er zu. nicht allzu übertriebenen Prozentes Geld vorstreckte. ' Don Ciccio und Don Nunziante waren alte Konkurrenten undGegner; aber wo es das gemeinsame Interesse- galt, pflegten sie fest zusammenzuhalten. Beide kannten Prete Cirillo genau.
Wenn die Leute den Notorv den Paglietta und den Prete beisammen sahen, so pflegten ste zu sagen: Seht da den Herrn Ratheoest, den Herrn Macherest und den Herrn-Halte-fest!" . . Ein auter Klient ama durch ihre Hände wie durch eine Streckwalze. Die beiden Ehrenmanner waren lhrem Berufe gemäß in weite lange Röcke gekleidet, deren Taschen von- Papieren strotzten. Don Nunziante war ein siarker Mann mit breiten Schultern und einer mächtigen Stimme;-Jl Paglietta nber klein, flach wie ein Brett, schwarzgallig, verkniffen, nervös wie eine Telearapyenkllnael. CyaraZterlstlsch an ihm war ein weißliche, langhaariger Zylinder, von dem er sich nie trennte. Man behauptet," sagte Don Nunziante, er sei nach Rom gegangen, um dem Papst den Peterspfennig zu überbringen. Prete Cirillo hat mimlich die warze Kunst nur gelernt um den Staat um das Geld zu bringen, das Sann der Papst bekommt.. Ist es nicht so, Don Ciccio?" Sie sprechen gerade wie2ne liberale Zeitunz," erwiderte zornig Jl Paglietta. Die schwarze Kunsfc ist eine Teufelskunst, und die KiraK bedarf ihrer Unterstützung nicht. Et portaeInferi non praevalebnnt. Haben.' Sie Ihr Latein noch nichxt ganz bergest sen?" Hat er Ihnen, denn aicht geschr? km, wo er sich versteckt hält?" Er hat geschrieben und hat nicht geschrieben"' versetzte gereuen Tones der zerzauste, kleine Mann. Was mich, ox gcrt, . die Verächtlichkeit zu shen, mit der- man alles begeifert, was heilig und ehrwürdig ist (Fortsetzung folgt.) Schon möglich. Pslizeikoms tnissär (zum Studenten): Madie Uhr ist Ihnen gestohlen worden; wissen Sie. auch bestimmt, daß Sie ste nicht etw u der Zerstreuung... versecht haben?" Kleiner Unterschied. ScLau- . . . 41 ? " 1 ISi0lÖ ?St m u ' ev.l7r:.rrl gV Stimme, für Ihre melykksHe Betoi $t fx-.-rur.fAfci. it c ! -ffcha
Z m-f'.ä. für methodische BelotMna.;
Aür die Kuiyc.
Windsorsuppe. Ein Pfund Rindfleisch, ein Pfund Kalbfleisch und ein halbesPfund rohcnSchinken schnei det man in Stücke, salzt es und läßt es mit wenig Butter hell anbraten, gießt Wasser auf und eine halbe Flasche Weißwein und läßt alles eine Stunde kochen. Dann fügt man vier blanchirte Kalbsfüße hinzu und läßt sie weich kochen, löst alsdann das Fleisch von den Knöcheln, drückt es trocken aus und schneidet es in halbzöllige Stückchen, ebenso Maccaroni, welche man in Salzwasser weich gekocht hat. Die Suppe seihe man durch, quirle sie mit einer hellen Einbrenne ab und lasse sie aufkochen, füge ein Glas Madeira und eine Prise Cayennepfeffer hinzu, richte die Maccaroni und die Kalbsfüße in einer Terrine an und gieße die Suppe darüber. G e b r a t e n e P o u l a rde. Die Poularde muß, nachdem sie getödtet, trocken gerupft, abgesengt, rein ausgenommen und ausgewaschen ist, einige Tage liegen. Hierauf reibt man sie mit Salz und von innen mit Salz und Pfeffer ein, dressirt sie und durchzieht die Brust mit Speck oder belegt sie mit dünnen Speckscheiben, welche mit Bindfaden umbunden werden. Dann bestreicht man zwei Bogen weißes, dickes Schreibpapier mit Butter und hüllt die ganze Poularde damit ein und bindet das Papier mit Bindfaden unten und oben fest zusammen. Alsdann wird dieselbe in eine Bratpfanne gelegt, etwas Wasser hinein gegossen, und unter öfterem Wenden und Vegießen 1$ Stunde gebraten. Nachdem die Poularde bald weich ist. wird die Papierhülle entfernt, damit der Braten von allen Seiten eine schöne lichtbraune Farbe erhält. Zuletzt wird die entfettete Sauce darüber gegossen. Speise von Maccaroni Z. Ein halbes Pfund Maccaroni koche man 10 Minuten lang und gieße dann das Wasser ab. Dann gieße man ein halbes Pint süße Milch hinein, füge ein Viertel Pfund Zucker hinzu und lasse das Ganze noch 5 Minuten langfam kochen. Dann menge man ein Ei unter die Masse, lege von derselben in eine Form, welche gut mit Butter ausgestrichen ist, eine Schicht hinein. Darauf thue man eine Schicht von Him-beer-, Stachelbeer-, Erdbeer- oder Kirschmarmelade; auf dieselbe wieder eine Schicht Maccaronis und so fort, bis die Form gefüllt ist. Den Beschluß müssen Maccaronis bilden. Alsdann lasse man dieSpeise, je nach der Größe der Form, backen. Leber a Toulouse. Eine schöne große Leber wird gehäutet und wenn möglich, mit Trüffelstückchen gefpickt. Dann streut man kleingeschnittene Trüffelreste darüber hin, umbindet die Leber erst mit Specktheilchen, dann mit einem dick mit Butter bestrichencn Papier und legt sie in eine flache Pfanne. Sie wird dann abwechselnd mit heißer hellbrauner Butter und mit starker Bouillon begossen und auf diese Weise in der Papierhülle gedünstet. Die letztere, sowie die Speckscheiben werden beim Anrichten entfernt, die Leber auf eine erwärmte Schüssel gelegt, mit Champignons und Trüffeln garnirt und mit der- wenigen Sauce überträufelt.. C u m b e vl a n d'-- S a uc e. Man vermischt einen Löffel enf mit 4 6 Löffel Johannisbeergelee, fügt ein wenig Salz und die fein gewiegte Schale einer Citrone hinzu, verdünnt die Mischung-mit einem: Achtel Quart Rothwein oder Portwein, und reicht diese Sauce zu kalten fetten Braten. Kartoff-el - Trte. Ein Pfund gekochte-und geriebene Kartoffeln, ein Pfund Zucker, neun Eier, Saft und Schale von d?ri Citronen. Zucker und Eidotter werden eine HalbeStunde gerührt' das Uebrige Hinzugethan. nebst steif geschlagenem Schnee der Eier,. und eine Stunde lang gebacken. M a l t h e-s e r K a r-din a l. Eine mittelgroße Ananas wird geschält, in feine Scheiben geschnittn, mit einer Flasche rothem Oberingelheimer übergössen und zwei Stunden verdeckt hm gestellt. Darauf :-läßt nnm ein Pfund Zucker in einem halben- Quart Wasser: zergehen, aufkochen- und erkalten, gibt? den Zucker nebst einer? Masche Hochhei mer zu der. Ananas, stellt den Kardi nal noch eine Stunden? Eis und seiht ihn darauf durch,, worauf der Kardi nal mit einer Mtfch gekühltem; Schaumwein vermischt und dann recht kalt servirt wirk. Schwedisch ein Salat. Gebratenes RindfleW rothe Rüwr. Aepfel, in der: Schale gekochte Karwf feln, Sellerie, so siel, daß man von l jedem ein halbes Prnt hat, werdczr in k Würfel geschnitten euch ein PfunÄ gewasserte entgraiere. rnge Tage nan nirte Sirdellen Mneidet man in kleine Stücke. Einige hartgekochte Cjdotte? streicht man durch ein Sieb, füfe Oel. Esstg, Pfeffer etwas englifcheI. Senf mehl, einen Eßlofftl voll von Kapern ebenso biet feingehackte Essitzgurken. eine Prise- Zucker, das nöthige Salz hmt; schwenkt die würflig zeschnitte nen Sachezr damit durch, läKt den 5a lat etwaä ziehen, gibt ih w die Sa laMüsseL nd garnirt fitz mit einem Kranz von fnngehackterhartgekochtem Mgelb. abwechselnd m& eben solche Eiweiß und in Oel und Essig ausgemachtem Lattich. Will rnan den Salt als Höre d'ouvre geben, so legt man frische, eben aus den Schalen gelzrochene Austern dauf. Vorzüglicher Wein-Se-l e e. - Man läßt Citronen in ernit I t V. - jrf D iwnt . . . m Wasser bis zum Sieden euszie. hen. den Saft der Citronen kocht man rcuTMin friTMr viflt uwv uh u das Ganze, gibt langsam eine Flasche
. Weißwein hinzu und v! lm Zum auf Eis.
