Indiana Tribüne, Volume 20, Number 120, Indianapolis, Marion County, 17 January 1897 — Page 3
DergntdesUrete Aoman ron gralsio de Wari. (3. Fortseö'mg.) Mannella liebt mich im Cfcurtb! rief der Baron und schüttete ein las smaragdgrünen Absinths auf einen Zug hinunter, was ihm sofort die klare Stimme 'wiedergab. Marinella haßt nur mein Pech. Aber ich will wie der alte Faust einen Pakt mit dem Teufel machen. Er kann meine Seele, wie sie liegt und steht, für ein Pique-Ab haden. mit einem Satz von 'dreimalhunderttau'senld 'drauf. Ich meine, das ist doch nicht zu theuer für eine Hochseine .Primaseele wie meine? .Äwllen wir unterdessen nicht probiren. wer von uns beiden Absinth zahlen soll? Aber wart erst will ich meinen Spezialteusel anrufen." Die beiden Kavaliere traten zu der kleinen auf dem Schenktisch angebrach ten Roulette. Der Marchesino setzte die Scheibe in Bewegung und machte drei. -Der Barone machte zehntausend. Ha! Habe ich meinen Teufel bei mir oder nicht?" Das ist ein Zufall gewesen und nichts andres. Warte nur! Arbeitest Du mit Deinem Teufel, so arbeite ich mit meinem Schutzengel. Du wirst, seYen " Ein lautes Gelächter folgte diesen Worten. , Usilli machte eins. Santafusca schnellte die Scheibe mit dem kleinen Fmger und erzielte hunderttausend. Däs ist immer so," sagte Usilli, wenn man um nichts spielt. Hättest Du nur hunidert Lire, Santafusca, Du würdest seihen, der Teufel ließe sie nicht in Deinem Sack übernachten." Wer gibt mir hundert Lire auf die Hörner meines Teufels?" fragte der Baron mit einem Blick im Kreise. Ich! Ich geb' sie Dir, Santa! Versuch Dein Glück!" rief der Marchese di Spiano, der dem Spiel zugesehen hatte. Bravo, Vico! Also setzen wir diese hundert Lire." Der Marchesino machte drei. Der Baron fünfhunderttausend! Erneutes Gelächter, großes Durcheinander schreien. Für jetzt will ich Dein Geld nicht," sprach d. glückliche Gewinner. Aber versprich mir. heute Abend wenigstens eine Partie Piquet oder Scopa mit mir zu spielen." Der Marchesino glaubte nicht nein sagen zu dürfen. Santafusca nahm noch einen Absinth; bald begann sich unter dem belebenden Einflüsse des AI kohols, des Spielglückes, der heiteren Gespräche die alte Anmuth und Lie-bens-würdigkeit seines Geistes unter dem Schütte zu regen, der sie klastertief bedeckte. Kurz, er wußte sich derart zu betäuben und hineinzureden, daß er, als er endlich das Lokal verließ, um im lauten Getriebe des Menschen st romes und der Fuhrwerke die Via Toledo hinabzuschlenldern, seinen Prete so gut wie vergessen hatte. Erst beim Betreten seines eigenen Hauses fühlte er wieder etwas wie eine peinliche Empfmdung. Es war fast Nacht, als Madalena ihm öffnete. O Ecoellenza! Willkommen zu Hause! Haben Sie Glück gehabt?"
Mach mir Licht 'im Zimmer!" brummte er. Und wahrend Maddalena nach der Lampe lief, blieb er einen Augenblick stehen, um seine Stimmungen" zu belauschen, wie sie sich mit den Geistern des Alkohols herumschlugen. Esel!" murmelte er vor sich hin, vielleicht mit Bezug auf Usilli; für gewiß wäre es aber nicht zu sagen. Da ist Licht. Eccellenza!" Auf dem Gesichte ihres Herrn glaubte Maddalena die Kunde von neuen Verlusten zu lesen, und still zog sie sich zurück nach ihrem Stuhl in der Fensternische, auf dem sie täglich Sturfden und Stunden versaß, die gegenübttliegenden Häufer anstarrend. daMkschenhinein gelegen!lich ein Schläfchen mächend. um die Zeit zu betrügen, so gut sie konnte. Der Baron stieß mit der Schulter die Thür zu und drehte' den Schlüssel ab.. Er war nun allein und sicher und konnte daran gehen, seinen Schatz zu überzählen. Aber vorher fühlte er das Bedürfniß, seine Kräfte zu sammeln. Ihm war es zu Muthe, als käme er von einer langen Reise zurück, von einer nhrjährZgen überseeischen Reise; und' doch waren erst dreißig Stunden ver-' gangen, feit er 'die Schwelle seines Haufes zum letztenmal überschritten hatte. Das 'waren wieder so Nerven stirnmungen; und er wollte sie erst vorübergehen lassen, um völlig nüchtern zu denken und zu fühlen. Eine Zigarre anbrennend, machte er sich's in seinem Fauteuil bequem, nicht ohne vorher das kostbare Paket vor sich auf den Tisch Angelegt zu haben. t Es war an der Zit, wie er dachte. einmal nüchtern zu philofophiren. Hätte er befürchtet, bei seiner Heimkehr das Gespenst des Getödteten in sei. nein Zimmer sitzen zu finden, so würde er den Gedanken der That, die er begangen, im voraus auf das bestimmteste von sich gewiesen haben. Aber so war er einfach ein Mensch, der sich um seine EMenz -wehrte. .Das Schicksal selbst hatte shn zu jener Gewaltthat gedrängt. Es that ihm um den armen Teufel leZd. de? dabei das. Leben hatte lassen, müssen; aber andrerseits hatte es sich darum gehandelt, ein: Haut zu nehmen oder eine zu lassen; und seine mußte Jhrn schließlich tote liebere von beiden sein. Daß er in den ersten Tagen einigermaßen aufgeregt sein würde, war vorauszusehen gewesen und ganz natür'lich. Man schlägt nicht einen Menschen todt, ohne daß einem ein wenig die Nerven zucken. Die menschliche Natur muß ihr Recht haben, aber auch nicht mehr. . llrcd als solches konnte er ihr in seinem
Falle nicht mehr zugestehen, als ein qewisses Gefühl devSchalheit, d:s Ekels und Ueberdruses, kurz eine Art Katzenfarnmer, den er auch zu ertragen cntschlössen war, bis di: Zeit selbst ihn davon besreit ha'ben würde. Was hatte er schließlich auch verbrochen? Prete Cirillo war ein Gerippe; der Tod hielt ihn schon beim Kragen. Er hatte nichts andres gethan, als dessen Werk um ein Geringes, um ein paar Monate, vielleicht Tage, beschleunigt. Was war das in, ewigen Kreislauf der Jahr:? Eine Kleinigkeit, kaum der Rede werth; ein Nichts.... Gäbe es einen Gott reflektirte der Varon. fast gegen seinen Willen, weiter, einen Gztt, der von seinem goldpapier reit Throne über solche Dinge zu rich ten hätte, ja dann, das begreife ich rechk wohl, wäre ich am jüngsten Tag der Gefoppte. So meinen Prete aus seiner Zisterne auferstehen zu sehen, wäre wahrhaftig ein fataler Spaß. Aber da ich fest überzeugt bin, daß jenseits nur das Nichts, und daß der Himmel einfach die Rumpelkammer ist, in der wir unsre abgenützten Ideen unterbringen, 'damit sie uns nicht im Wege stehen. vor wem, vor was soll ich mich da noch ängstigen? Vor Gespenstern? Traumgesichtern? Vor dem Teufel und son stigern weiteren Hokuspokus? Von dieser Seite also können wir ganz beruhkgt sein... Uebrigens hat 'r gute Prete seine Lektion überreichlich verdient. Er war ein Harpagon, ein Blutsauger; und was speziell mich anbetrifft, so hatte er mich als wahrer Wucherer behandelt, mich in meiner bltetersten Nothlage bei der Kehle gepackt...Der Baron fühlte das Bedürfniß, sich diese Argumente durch öftere Wiederholung zu Fleisch und Blut zu machen. Was zwischen ihm und mir stattgesinnten, ist nichts als der altbekannte Kampf umsDasoin, Der Sieg ist selbstverständlich dem Stärkeren geblkb.'n siehe Charles Darwin." Er drehte sich nervös den Kopf aus dem Hemdkragen. Die Gefahr," spekulirte er weiter, sitzt wo anders. Die Gefahr, die wirkliche und begründete Angst, die ewige Strafe liegt darin, daß die Polizei die Sache ausschnüffeln könnte. Die Gesellschift hat ein zu großes Interesse am Schutze des Eigenthums, um nicht mit Wuth diejenigen zu verfolgen, die sich ein Verbrechen dagegen haben zu schulden kommen lassen. In der allgemeinen Achtung vor Gesetz und Rechten findet der Schwache seinen Schutz, seinen Verthe?oiger. Es ist die Summe von Millionen Einzelegoismen, die jenen großen Gesellschaftsegoismus geschaffen hat, welchen wir Gesetz nennen. ' So ganz ungefährlich ist mein Todter also nickt. Aber" und er blies mit- mächtigem Athemstoß den Nauch gegen die Deck? aber wir haben alles vorgedacht; und hoffentlich werden die Herren Kommissare, die Herren Journalisten und Gendarmen, der Herr Publikus in der Sache nicht belästigt werben Er ging so lange im Kreise "dieser Argumente herum, wie ein Pferd um den Weidepfahl, bis er sein Blut ruhiger fließen, sein Herz regelmäßiger schlagen, seine Ideen schärfer und klarer werden fühlte. Wie viele abergläubische Furchtvorstellungen nicht m:nder unbestimmter und überflüssiger Art hatten nicht einst den Frieden seiner Kmdhzit gestört, als Folge der Hexen-, Zauber-, Irrlicht und .Toidtentanzgeschichten, welche MaÄdalena ihm erzählt. Was er jetzt fühlte, war nichts andres. Wir sind in gewisser Hinsicht immer Kinder und bleiben unser ganzes Leben hindurch auf dem Schooße des Aberzlaub?:is sitzen... Auf! Ziehen wir einmal unser Fazit !" Er schüttelte den Kopf, schüttelte den ganzen Körper, rieb sich die Stirn und machte sich ans Offnen des Pakets. Außer der Kaufsumme für die Villa von ntWd vierzigtausend Lire hatte der Prete eine Anzahl Obligationen, sowie einen au porteur lautenden Depotschein über eine lang: Reiihe anderer Wertpapiere mitgebracht. Der Baron brauchte sich nur beim Schalter der Bank von Neapel einzufin!den, den Depotschsin hineinzuwerfen und die Papiere einzusacken. Ferner fand er die EmpfcrngSbzstätigun'g desDirektors deö Sacro Monte über jene fünfzehntausettd Lire vor, welche er der Anstalt geschuldet hatte. Der gute Mann hatte ihm also auch die Unbequemlichkeit erspart, sich selbst zur Fondsverwaltunz zu begeben, und die noch größere, über die Herkunst des Geldes sich auszuweisen. Auch war ein Brief Vico Spianos vorhanden, welcher lautete wie folgt: Mein Administrator hat mir mitgetheilt, daß Euer Hochwürden gewillt wären, mir eine Hypothek von zehntausend Lire abzulösen, welche ich auf der Lilla Santafusca liegen habe. Was mich betrifft, so hätte ich weiter nichts dagegen; aber erst müßten Sie sich jedenfalls mit dem Herrn Baron, sowie mit dem Nentrneister Qrboni ins Einvernehmen setzen....Der Baron stutzte. Dieser Umstand konnte möglicherweise zu Nachforschungen führen. Der Marchese di Spiano war ein viel zu leichtlebiger Menfch, um sich mit Geschäften abzugeben, aber so viel mußte ihm doch eingeleuchtet haben, daß eine schöne Summe Baarge?d einer nichts tragenden Hypochek unbedingt vorzuziehen sei. Nichts war
daher natürlicher, als daß er, wenn Don Cirillo längere Zeit nichts von sich hören ließ, sich nach dem Verbleiben eines Mannes erkundigte, der ihm em so schönes Anerbieten gemacht. Fand er ihn nun weder an der angegebenen Adresse, noch überhaupt in Neapel vor. so konnte er möglicherweise annehmen, daß er, Santafusca, um dn Angelegenheit wisse, irrfd ihn bei erster Gelegen heit darüber zu fragen. DaS wai ein Löchelchen im Gebäude seiner Sicher heit,, das es rechtzeitig zu , verstopfn,
galt, sollte nicht das Ganze in Gefahr geraten. Aber wie das anstellen? Zwei trockene Klopfer an die Thür ließen hin plötzlich zusammenfahren. W da?" rief er mit erstickte? Stimm?, in'dem er instinktiv die Hänide über die Papiere breitete. Jch wollte nur sagen, Eccellenza, daß vor einer halben Stunde ein Geiste licher da war und mit Euer Gnaden zu sprechen begehrt:!" antwortete hinter der Thür'hervor Mcüdal:nas verschüchteile Stimme. Was Geistlicher! Welcher Geistlich?'' schrie der Baron, die natürliche Barschheit seines Organs übertreibend. Jch kenne kerne Geistlichen." Er rrntfi) wiederkommen, sagte er." Tiefe Stille folgte diesen Worten. Man hörte Mcöddalenas schlürfende Pantoffelschritt? sich 'entfernen. Der Baron stand wie versteinert, seine ausgespreizten zehn Fmger krallenartig über seine Schätze gebogen. Nachdem er einige hundert Lire zu sich gesteckt, mit denen er sein Glück versuchen wollte, sperrte er das übrige in ebne der Schreibtischladen, deren Schlüssel er zu sich steckte. Dann kleidete er sich mit einer Sorgfalt an. wie er es sonst nur bei großen Gelegenheitm zu thun pflegte, und that seme ReifetTeto in eilten großen Kofser. Auch diesen sperrte er ab und steckte den Schlüssel, sowie jenen desZirnmers, em. Dann sagte er zu Madwlena: Ich komme heute Nacht nicht nach Hause." Denken Euer Excellmz nur ja an Ihre Gesundheit!" flehte die Alte mit weinerlicher Stimme. Laß mich nur machen. Morgen br"mg: ich Dir Geld." Auf der Schwelle drehte er sich noch einmal um und fragte nach einem Augenblick des Zögerns: Hat er Dir nicht gesagt, der Geist liche, was er von mir wollte?" Er hat weiter gar nichts gesagt." Der Baron entfernte sich. Es mochte sieben Uhr sein, als sich neuerdings jenes Hungergefühl bei ihm einstellte. Den ganzen Tag über hatte er nichts in den Magen bekornmen; jetzt schwindelte ihn und eine eigenthürnliche Mattigkeit lähmte ihm die Glieder. Er beschloß. sein.Diner im Case Europa einzunehmen. Zehn, Minuten später erwartete ein Kellner, der nach seiner Eleganz und korrekten Haltung ein öord hätte sein können, in einem schönen, von Goldverzierungen und Spiegeln strotzenden Saal seine Beföhle. Am Table v'hote Tische hatten eine Anzahl Fremder und
ernlg: einbeimische Diplomaten soeben ihr 'Diner' beensoet. Auch das deutsche Ehepaar bemerkte er in einem Nebenzirnrner, wo sie, Stirne an Stirne gelehnt, beisammensaßen und unter Liebesgcgirre eine Orange schälten. Der Baron hatte festen Schrittes, mit dem stolzen Blicke eines, der zu imponiren gewohnt ist, den Saal betreten und an einem Seitentische Platz genommen. Er war im Lokal als ein Mann bekannt, dessen Großmuth den Kellnern gegenüber im gera'öm Verhältnisse mit der Schuld zu wachsen pflegte, die er beim Herrn auf der Krerde hatte. Nach einem schnellen Blick über die Speisekarte deutete er mit 'der Spitze des Messers zwei bis drei Gerichte an und sprach nur dies einzige Wort: .Wein!" Nicht lange dauerte es, so hatten Vlt appetitlichen Küchendüfte, die warme Behaglichkeit und die Pracht des Lokals, das Funkeln der Krystalle, sowie die ersten Dünste eines vorzüglichen Msdoc, den Varon in jenen Zustand seliger Vergessenheit versetzt, worm sein Prete für ihn nicht mehr eristirie.... Die Gedankm zerflossen in's Unbestimmte, die ganze Angelegenheit ging in Nebel auf, wie ein Traum beim Morgengrauen. Nach dem Essen trat er auf einen Augenblick in San Carlo ein, wo eine recht passable Aida in Szene ging; dann erinnerte er sich gegen zchn Uhr, daß Usilli ihn im Klub erwartete. Er wurde von den paar Mitgliedern, welche an den kleinen Spieltischen herumsaßen, kühl, fast verächtlich empfangen; aber Usilli, der ihn unter seine Protektion genommen, sagte mit lauter Stimme: Meine lieben Freunde, Santasusa ist ein anständiger Junge. Er ist gekommen, um mir hundert Lire abzugewinnen und überhaupt nochmals sein Glück zu versuchen. Er behauptet, den Teufel aus serner Seite zu haben...." Nur ein Teufelchen, das allerletzte," erwiderte mit gezwungenem Lachen der Baron und erweckte so die herzliche Heiterkeit aller jener, die gerade im .Gewinnst waren. Um elf Uhr hatte er schon zehntausend Lire gewonnen Usilli, geärgeri, kapnzirie sich, setzte immer hitziger und verlor fortwährend. Es wa.? wirklich fasi, um an die Sage vom alten Faust zu glauben. Um eilt Uhr nach Mitternacht spielte der Baron noch immer, und gewann noch immer. 6. Kapitel. FilZppino. der Hutmacher. ; Filippino, der arme, von Gläubigern un') Gerichtsdienern verfolgt: Hutmacher, schrieb sich sorgfältig die vom Prete erhaltenen Nummern auf: 4 30 90. Dann trat er bei der kranken Frau ein, um sich mit ihr zu berathen. Donna (Marina, eine brave kleine Frau und eifrige Betschwester, sah in der Begegnung mit Cirillo sofort einen unmittelbaren Wink Gottes. Sie besaß ein goldenes Armband; das mußte Fi lippino verkaufen, um das SvrelaelÄ ! aufzubringeN.
Wenn ein Schiff am Untergehen ist, so wirft man alles, was nicht niet- uttd nagelfest ist, über Bord, um wenig stens das Fahrz:g zu retten. Geht eZ dann docb unter, nun. so ist es eben Gott?s Wille gewesen. So dacht? F'.lippino, ein dürres Männchen, das aussah, als wäre eZ wie eine Karwffel untcr der Asch: gebraten worden. Den ganzen Freitag und dr:i Bieri:l des SarniszZ üb:r wur: strengstes Fasten beobachtet, um des Himmels WolMollcn zu erzwingen. Die armen ausgehenden Kinder sahen di: Sonne mit "allen Plcrn'eten zugleich am Himmel. Donna Chiarina. welch: das Bett nicht verlassen konnt:, that den ganzen Tag Nichts, als den Rosenkranz hersagen. Der Freitag, so unendlich er schien, ging doch vorüber. Am Samstag, um drei Uhr Nachmittags, nahm Filippino von der Gattin Abschied und schlug in Begleitung seiner vier Kinder den Weg nach der Strada Santa Ehiara ein, wo die Ziehnug stattfinden sollte. Eine gedrängte Volksmenge war im Hofe versammelt; auch der Thorweg und das anliegende Gäßchen waren mit Menschen gefüllt. Es waren zum großten Theil Arbeiter, Fischverkäuser, Wasserträger, junge und alte Weiber. lauter armeö Volk von jener Sorte, die am Montag die Hoffnung mit einem
Fcrden an die Decke hangt, um die gan ze Woche ihr trockenes Brot daran zu reiben. Die Hoffnung ift an sich nichts; aber sie gibt den Dingen einen guten Geschmack. Währenddem hatte Donna. Ehiarina vor einem wunderthätigen Bild der Madonna von Loretto zwei Kerzen angezündet un) betete davor mit einer Inbrunst, welche die Himmels ihore einzurennen imstande gewesen wäre... jpr f st!. Still! Da sind sie!" W?" .Die Kommission, der Waisenknabe.... die Wach:." , Heute kommen die Erdbebennummern." Nein, nein. Da ist der Engländer, der sich im Hotel gehängt hat da halte ich mehr daraus." .Heute kommt der Achtzehn! Du wirst sehen, Nunziatella." Solcherart waren die Gespräche unter der Menge, welche sich da unren herumstieb, von Neugier und Habsucht gemartert. Siill!.... Auf dem Balkon ist der Waisenknabe erschienen, die Augen verbunden, mit entdlößtem Arm. Er taucht den Arm in die Urne und zieht ein Papierröllchen hervor; das Röllchen wird vom Herrn Kommissar übernommen, die Nummern in ein Buch eingetragen. Der Ausrufer schreit: .Bier!" .Vater! Vater.'.. Der Vierer!" schreien die Kinder durch den Lärm hindurch, welcher auf die Verkündigung folgt. .Kinder, das bedeutet gar nichts. Eine Nummer kann jeder packen, wie man eimn todten Fisch mit der Hand packt. Alle drei brauchen wir, sonst nützt es gar nichts." So belehrte Filippino; aber doch hat ihm jene erste Nummer ein heftiges Herzklopfen verursacht. Ein kurzes Stillschweigen folgt. Abermals taucht der Knabe den Arm in die Urne. Die Nummer wird niedergeschrieben, die Tafel zur Schau gestellt. .Dreißig!" ruft der Ausrufer. .Vater! Vater! Vater!" kreischen die vier Kinder, wie ebensoviel? kleine Ad ler.... Filippino, dem das Herz stillzustehen droht, nimmt mit Gewalt seine paar Gedanken zusammen und beginnt, unter dem immer mehr anwachsenden Gemurmel der Menge, fo Kinder auszuschelten. .Seid doch siill, ihr Schafsköpfe! Zwei Nummern! Was ist das, zwei Nummern? Man kann' vom Fifch den Kopf und den Schwanz haben un'd doch keinen Fifch. Das Glück ist wie die Wellen, wenn das Meer hoch geht: sie schleudern euch ans Land und lassen euch doch nie ausschiffen; ja, ihr könnt froh sein, wenn sie euch nicht an der Klippe zerschmettern. Schau einmal genau, Angiolillo: ist es wirklich der Dreißiger?" .Es ist der Dreißiger! Ich kenne ihn genau!" schrie das K'ind. .Also gut rechnet, als ob gar nicht gekommen wäre. Den Terno Secco müssen wir machen, oder es ist nur eine Handvoll Fliegen." t .Sie behaupten, daß die Negierimg die gefährlichen Nummern im vorhinein wegnimmt," wandte sich ein derber Schmiedegeselle an ein schönes Marktweib. .Ja, die Lotterie ist nichts als eine Falle," antwortete tö: "Schöne. .Gerade wie die Liebe, mein Schatz," scherzte der Schmied, welcher für sein Leben gern auf diese frische Wange einen schwarzen Fleck gemalt hätte Um sich zu zerstreuen und nicht vor Erwartung krank zu werden, bemühte sich Filippino, diese und ähnliche Gespräche zu belauschen, wobei er mit zerstreuter Hand an den Löckchen seines Angiolillo herumriß, als wolle er ihn rupfen.. Zum drittenmal verschwindet der Kinderarm dort oben in den Tiefen der Vase. Zum drittenmal wird die Nummer gezogen, niedergeschrieben, ausgestellt, und der Ausrufer schreit mit nner Donnerstimme: .Neunzig!" Filippmo wiederholte immer noch mechanisch seine letzten Worte: .Fliegen .. Fliegen.... Fl " Das Erscheinen des Neunzigers hatte einen Sturm der Erregung hervorgerusen. Denn der Neunziger ist .der große Herr des Lotto, die heilige Zahl, welche in ihrer pontisikalen Majestät die Prozession der Nummern schließt und als Symbol des Glückes und Ueberflusses ewe abergläubische Verehrung genießt. .Vater! Lieber Vater! Der Neun ziger!... Das Terno! Sieh doch, sich doch, Vater!" .
Aber die Kinder hatten gut schreien. Filippmo stand zitternden Kopfes, mit verdrehten Au-gen und verzerrtemMund da,' wie einer, der durch einen Keulenfchlag aufs Gmick halb betäubt ist, und stammelte abwesenden Geistes immerfort sein: .Fliegen... Fliegen " Rund um sich suhlt: er's aufsteigen, wie Nebel sich zur Wolke verdichten.... eine Wolke, wie die. die den Herrn auf den Berg hinauftrug. Die Füße verschwanken ihm unter dem Leibe. Wohl hörte er um sich die Kinder kreischen, fühlte ihr Gewicht, wie sie sich an seine Beine klammerten. Aber sr Augen unterschieden nichts mehr... .Hilfe! Hilfe!" .Was ist los? Was gibt's?" .Dem da wird's übel!" .Wer ist. es?" .Wahrscheinlich ein Fallsüchtiger. .Oder hat er einen Terno gemacht?" .Es wird von der Hitze sein." .Vor allem ihn hinauZschasfen." .Einen Wagen! Einen Wagen her!" .Platz, Leute! Platz da!" Einige Stadtwachen rennen herzu. Filippino wird aufgehoben und ins Freie getragen. Hinter ihm drein wälzt sich die Menge, unter Kommentaren, Gefrage und wirrem Durcheinanderschreien. Mittlerweile 'ist Angiolillo wie ein Vogel entMüpft, um der Mutter di? gute Kunde zu bringen. -Eine halbe Stunde später war auf dem ganzen Markt von nichts andrem mehr die Rede. Filippino Mantica hatte einen Terno Secco gemacht. Die Nummern waren ihm von Prete Eirillo in Tausch gegen einen Hut gegcbm worden. Vor Abend noch 'waren Filippino und U Prevete in aller Munde. .Ein großer, großer Treffer! Die einen sagen einhundert-, die andern zwei-, dreihunderttausend. Don Nunziante hat die Police gesehen und sagt, Filippino habe sein und seiner Kinlder Leben auf die Nummern gesetzt. Ach, hatte U Prevete nicht auch uns solch eimn Gefallen thun können?" Es gab förmliche Volksaufläufe in den kleinen Gäßchen, ganz beson!2ers in der Sektion vel Mercato, wo ldes Prete Wohnung lag; Verwunderung. Staunen, Aerger, Neöd, Tratschsucht und Leidenschaften aller Art hielten die Gemüther in Aufruhr bis in die späte Nacht hinein. Auch Gennariello, des Prete Ness: und Bewahrer seines Wohnungsschlüssels, kam aus seiner Vutike hervor und mischte sich ins Gedränge. Ebenso erschien gegen Abend Don Ciccio Scuotto, der famose Paglietta oder Advokat der Geistlichkeit, derselbe, an den Don Cirillos Brief gerichtet gewesen war. Er sperrte unter dem wilden Geschnatter zerraufter Frau Basen, welch: sich über das Vorkommn'ch den MunÄ zerrissen, die Wohnung auf. Sie war leer; seit Donnerstag war der Prete nicht heimgekommen. Vorgestern bei Morgengrauen war er noch von Ciaminella gefthen worden, als er eben .im Begriffe war, das Haus zu verlassen; seitdem hatte er sich nicht mehr blicken lassen. Der arme Gennariello, der sein Handwerkszeug verkauft hatte, um des Ok:ims Nummern setzen zu können.
blick den ganzen Abend über wie ver-! blödet; kein Wort war aus ihm heraus- j zubekommen. Er war der Gegenstand' allgemeinen Mitleides. .Da soll man noch an Verwandtenliebe glauben! Dir, armer Teufel, der Du bist, hat er falsche Nummern angehängt, weil Du seiner Schwester Sohn bist; dem' Mann der Donna Chiarina aber, dem hat er die rechten gegeben." .Ja, Donna Chiarina ist eben ein molliges Weibchen!" meinte ein Wasserträger. .Wer schenkt einem netten, drallen Kind nicht gern etwas?" .Ich lasse mir's nicht nehmen, da ist der Teufel im Spiel, Ciaminella. Um nichts in 'der Welt möchte ich einen Soldo von dem Geld anrühren." .Ich ebensowenig, Carmela. Wer Reichthümer kauft, verkaust seine Seele!" Nicht geringer war das Gedränge um Filippinos Laden. Der arme Mann, halötodt nach Hause geschafft, hatte sein Weibchen halbtodt in ihrem Bette gefunden. Den ganzen Sonntag über gab es nichts als Ohnmachten, Seufzer, Stoßgebete, große Verschwendung von Melissengeist und Orangenblüthenwasser. Zum Glück könnte des Feiertazes wegen das Geschäft geschlossen bleiben. Den ganzen Tag über war der Platz dichtgedrängt voll, das Haus förmlich belagert durch eine gaffende Menge, welche in Ermangelung eines Besseren die festgeschlossenen Fensterläden, die Ladcnthür, das Schild anstarrte, gerade wie es auf dem Schauplatze einer großen Blutthat zu geschehen pflegt. Der Arzt selbst konnte nur durch das Nachbarhaus und eine in die ScheZdewänd gebrochene Oeff nimg zu den Krankn gelangen. In Filippinos Auftrage hatte Don Nunzrante, der Notar, den Generalbirektor der königlichen Lotterien. Commendatore Berti, über die Höhe deS Gewinnes, sowie die Art und Weise der Behebung desselben befragt; er kam gegen die Mittagszeit mit der Nachricht; daß nach Abzug der Gewinnsteuer und der Kosten noch immer bei vierhundertfünfirnidfünfzigtausend Lire zur Auszahlung übrig bleiben würden; nicht ganz eine halbe Million, aber wenig darunter. Die Nennung dieser großen Sumrne bewirkte bei 'dem Paare eher ein unbestimmtes Gefühl von Niedergeschlagcnlheit als sonst etwas. - Sie fühlten' sich erdrückt; es kam ihnen vor, als wäre das Ganze die Wirkung eines Fiebertraums. Oder steckte vielleicht gar der Teuefl danter? Diefe Betäubung, dieser Zustand des Schlaswandelns, dauerte bis zumMon, tag. wo si sich aus Andrängen des Doktors ein paar Unzm Blut abzapfen neben.
7. Kapitel. Zu viel Glück. Während des Kartengebens nahm U Barone die Gelegenheit wahr und bracht: das Gespräch auf die Hypothekarangelegenheit. A propos!" wandt: er sich leichthin, ohne d Augen vorn Tisch zu heben, an den Marchese di Spiano; es war gestern ein gewisser Prete bei mir, welcher behauptete, wegen der Hypothek auf Santafusca mit. Dir in Unterhand lungen zu stehen. Er wolle sie Dir ablösen, und Du habest schon so gut wie zugesagt.' Ganz richtig. Mein Administrator hat mir von feinem Antrag erzählt und mir die ganze Geschichte als recht vortheilhaft dargestellt. Auf das hin habe ich dem Mann geschrieben, aber seitdem nichts mehr von ihm gehört." Ich kann mir ganz gut denken, wer es war," meinte der Baron, indem er die Karten auf dem Tisch ausbreitete. Aufrichtig, ich 'hatte schon daran gedacht, den ganzenSteinhaufen zu verkaufen, um meine Spielschulden bezahlen zu können aber heute lacht mir das Gluck. Wenn Du Zeit hast, will ich Dir Deine Forderung in Coeurs und Carreaus) zahlen... Er lachte und sah nach der Uhr. Es war erst zwei. ud die Herrschasten unterhielten sich so gut, daß es schade gewesen wäre, so früh aufzuhören. Topp sagte der Marchese. .Ich bleibe so lange, bis ich mein Guthaben verdoppelt oder verloren habe. Meine Forderung als Einsatz." Da ich meines Teufels sicher bin, werde ich meinen Vortheil nicht mißbrauchen. Wenden wir einmal diese vier Karten um. Da ist gleich Treffdurne... Aber sag mir, Vico, bist Du schläfrig?" Ein wenig." Rechnen wir also ab. Du bist mir achtzehnhundert schuldig; das reicht nicht zur Bezahlung der Hypothek. Aber ich weöde Dir was sagen: Bist Du bereit, alles auf ehre Karte zu riskiren, so lasse ich Dir daS Abheben. Da liegt mein Geld." Der Marchese hob ab und verlor. So, jetzt sind wir auitt," lachte der Baron in seinen Bart. Das Dokument schickst Du mir bei Zeit und Gelegenheit..... Ha, werden sich die Schatten der alten Santafuscas freuen! Die Hypothek, wißt ihr, war wie ein Flecken aus einem alten Gobelin Bald nachher schlief der Baron, todtmüde, durch und durch zerschlagen von den Anstrengungen und Aufregungen des Tages, auf einem Sofa im Spielzimmer ausgestreckt einen tiefen, schweren Schlaf, einen Schlaf, dickflüssig unio zähe wie Vogelleim. Es waren weniger eigentliche Träume, als kurze, bbitzgleiche, unzusammen hängende Visionen, die ihn marterten. Sein Geist hatte sich mit der Hartnäckigkeit des Schlafes in gewisse dunkle Syllogismen verbissen, welche, den tiefsten Schlupfwinkeln des Hirns entsprungen, undeutlich und zerrissen, in chaotischer Zerfahrenheit, in fortwährendem Wechsel ihrer Gestalt ihn umkreisten; und die gräßlichen Bemühungen, jenes hirnverrückte Fetzenwerk logisch zusammenzuflicken, verursachten ihm bis in die Lethargie seines Schlafes hinein wahrhaft unerträgliche Beängstigungen, scheuchten ihn mehr als einmal schweißgebadet empor, wie unter dem Drucke emes scheußlichen Alps. Es huschten durch diesen bleiernen Schlaf lichte und dunkle Gegenstände, Stücke Meer, Stücke grauen MauerWerks, klebrige Fetzen ungelöschten Kalks. Fragmente van Kellerstiegen und feuchtrieselnden Gewölben; und mitten in dem wirren Durcheinander drehien sich seine Vorstellungen um ih-
re eigene Achse, m Gestalt nnes Priesiers, der einen Gegenstand aus dem Kehricht herauszusuchen schien. Schließlich war der Priester Niemand anders als Doktor Panterre, spaßeshalber als Geistlicher verkleidet; und er grinste, grinste mit seinem gelben Gesicht, aus dem das Jochbein glänzend hervortrat... Und dann schlug plötzlich das Ganze um, und ein Etwas bohrte, sich schmerzsich zwischen die Windungen seines Hirns ein, wie eine Zecke, und zischte: Ein Mensch ist nicht mehr werth als eine Eidechse...." So schlief er, schnarchend wie ein Bär in der Höhle, bis gegen neun Uhr Morgens. E? blickte um sich, ohne anfänglich den Ort zu erkennen, wo er sich befand. Durch die großen Fmster hereindringend, goß das fahle Licht eines Regentages seine Melancholie über das wüste Durcheinander, die urngeworfenen Stühle, die Spieltische, die . ganze Oede des Raumes, der noch vor wenigen Stunden von Lärm und Gelächter, Witzen, Faustschlägen auf den Tisch und lauten Flüchen widerhallte. Auf einem silbernen Plateau schirnmerte ein Haufen von Goldmünzen und buntfarbigen Vankzetteln. Es war das sein Gewinnst, wie er ihn vor sich auf dem Tisch liegen gehabt, als ihm die Augen zufielen. Der Anblick des Geldes rief in ihm die- letzten Eindrücke dieser Nacht wieder wach. Er erkannte die Lokalität, erinnert sich, verzweifelt gespielt und verzweiftlt gewonnen zu haben, und ein letztes Echo des Getöses, das ihn umschwirrt, klang in seinem, verwirrten Kopfe nach. , - Obgleich er länger geschlafen alö sonst, fühlte er doch seme Augen geschwollen, seinen Mund bitter, sein ganzes Ich von einem Gefühl der Traurigkeit durchdrungen, für die er keinen Grund wußte.... Nach und nach tappte er sich im Dunkel seiner Erinnerungen von, Sprosse zu Sprosse empor, wie an einer Leiter, zum Diner im Cafe Eu ropa dem Gespräche mit Usilli.... zur Eisenbahnfcchrt mit tei Hochzeitspär chen... zum Dktivotlich unterschöbe sich die italiolsch.Saxttn im Zeichnung jowodl all Pe,ichng o tn smjöstjchn. Wir hab, tl rorg?Z0g?ll, ZU lnchkttm Pkrfläirdk dirsk Vk,chaunga durch di bei uui gkbrSuchtichea ,u ,rjktzk. (Fortsetzung lolgt.Z
Für die Mche. Schwarzwurzelsuppe. Ein Suppenteller voll Schwarzwurzeln wird geputzt, sogleich in Mehlwasser geworfen, darin gewaschen, in Stücke von etwa einem Zoll geschnitten imd in reichlich siedendem Wasser, dem man etwas Salz, Mehl und ein Stück Butter zusetzte, weich gekocht. Drei Quart helle Fleischbrühe kocht man 25 30 Minuten mit vier Eßlöffeln voll in einem Viertel Pfund Butter geschwitztem Mehl, zieht sie mit vier Eidottern, welche man mit drei Eßlöffeln voll füßem Rahm verquirlte, ab, legt mit einem Schäumer rasch die Schwarzwurzeln in die Suppenschale, fügt Farceklößchen hinzu und richtet die Suppe darüber an. Gedünstete Schweinsröllchen. Man schneidet von dem Schlegel eines jungen, nicht zu fetten Schweines 1 Zoll breite und eben solche lange Stückchen ab. klopft und salzt sie und mischt mit feingewiegter Kalbsleber. Dann rollt man die Stückchen, bestreut sie zusammen, befestigt das Ende jeder Roulade mit einem kleinen Hölzchen, gibt Butter in eine Kasserole, Zwiebel und etwas Gelbrübe. dünstet sie und gießt etwaZ Fleischsuppe zu. Wenn die Rollen unten gefärbt sind, werden sie umgewendet, die Sauce kurz eingekocht und die Hölzchen entfernt. Gänseklein. Das Gänseklem wird mit etwas Zwiebel und anderem Wurzelwerk weich gekocht. Eine Viertelstunde vor dem Essen gießt man die Brühe in einen anderen Tops, und wenn sie wieder kochend ist, werden (auf das Klein einer Gans und für vier Personen gerechnet) drei Eßlöffel Mehl, in etwas kaltes Wasser gequirlt, hineingeschüttet und mit einem gestrichenen Theelöffel voll getrocknetem Majoran und so viel Essig, als man liebt, darin aufgekocht. Geschälte Kartoffeln werden etwas reichlich weich gekocht, gut abgedampft und in der Majoranbrühe noch etwas aufgekocht ; es schmeckt gut, wenn die Kartoffeln dabei etwas zerkochen. I r i s h S t e w. Von einem scho nen Hammelsrücken schneidet man Stücke wie Coteletten, kehrt sie in Mehl und Salz um und legt eine Schicht davon in eine Puddingform. Nun gibt man etwas ganzen Pfeffer, Zwie- -belscheiben. Lorbeerblätter und eine Schicht rohe, in Scheiben geschnittene Kartoffeln hinein, dann wieder Gewürz und Fleisch und so fort, bis die Form gefüllt ist. Nun rührt man da5 übrige Mehl und Salz mit Wasser und zwei Theelöffeln voll aufgelöstem Fleischextract an. gießt es in die Form, schließt sie fest und kocht es zwei Stunden lang. Das verkochte Wasser muß immer nachgefüllt werden. Eisbein in Gel6e. Die Eisbeine wässert man über Nacht ein, setzt sie dann mit Wasser zum Kochen, schäumt gut ab, fügt zu dem Wasser einige Lorbeerblätter, Gewürzlörner und soviel Weinessig hinzu, das die Brühe einen angenehmen säuerlichen Geschmack erhält. Dann läßt man das Fleisch gut zugedeckt langsam weichkochen, nimmt es aus der Brülle, entfernt die Knochen und legt eö ,n mehrere kleine Formen oder Gläser. Die Brühe wird noch etwas eingekocht, durch ein Tuch gegossen und über die Fleischstücke gefüllt. Nach dem Erkalten servirt man das Gel6e mit Remouladensauce. KürbispureemitAepfeln. Einen kleinen Kürbis schneidet man in Stücke, entfernt die Kerne und Fafern, schält die grüne Schale ab. schneidet die Stücke in Würfel und kocht sie in Wasser, bis sie sich weich anfühlen, worauf dieselben auf einen Durchschlag zum Abtropfen gelegt werden. Eine Anzahl säuerlicher Aepfel etwa der halben Menge des Kürbis entsprechend werden geschält, die Kernhäuser herausgeschnitten, gespalten und in einem Viertel Pint Wasser, m welchem der Kürbis gekocht wurde, in einer Kasserolle weich gesotten; man bringt die abgetropften Kürbisstücke sodann hinzu, sowie etwas Zimmt. die Schale von eine halbe Citrone, und dünstet dies unter öfterem Umrühren seh? weich, woraus man es durch ein Haarsieb treibt, in die Kasserolle zurück-, bringt, Zucker nach Geschmack hinzufügt, noch einmal aufkochen läßt und endlich auf der Gemüseschüssel nett anrichtet. Apfelpastete. Zuerst bereitet man aus einem Viertelpfund schaumig gerührter Butter, drei ganzen Eiern, zwei Eßlöffeln Zücker und dem dazu nöthigen Mehl einen guten Dutterteiz. arbeitet die Masse tüchtig durch und theilt sie in zwei Hälften. Mit den, einen glatt ausgerollten TeZgstuck be legt man eine Backform bte obenauf und füllt nun geschälte, rn Viertel geschnittene Aepfel, Zucker, Korinthen und etwas Zimmet. eimge ganze Nel ken, Citrone und geschnittene Mandeln hinein und gießt ein Glas Weißwein darüber. Nun legt mannen passenden Teigdeckel darüber, doch so. dafc er einen Ninoer breit größer.
streicht mit Wasser den oberen Rand der Backform seucht und klappt den Teig ringsum egal über. Aus dem übrig bleibenden Teig formt man eine hübsche Rose, welche man ganz oben anbringt. Die fertige Pastete bleibt einige Zeit in der Nähe des warmen Ofens stehen und wird schließlich eine Stunde bei . mäßiger Hitze gebacken. Zehn Mmnten vor dem Herausnehmen überpinselt man den Deckel mit geschmolzen Butter. Präcis. Herr: Zch bin Komiker!" Agent: .Ledig?" Herr: (seufzend): .Nein verhemthet!" Agent: Also mehr Tragi-5nniker!-I m m e r I u r i st. S:Mannchen, soll ich der Gesellschasl etwas vor. spielen?" - Er (Strafuchter): .Mein Engel, U&X dsch dit dielen Zeugen!-
