Indiana Tribüne, Volume 20, Number 113, Indianapolis, Marion County, 10 January 1897 — Page 6

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Zapmc Dressur. Kaum ein Jahrzehnt ist vergangen, da sprach man noch allgemein von der Dressur der w?den Bestien.- Die Niemen- und Knotenpeitsche, ein Spieß oder Speerstab, ja noch viel schlimmere Instrumente" verhalfen damals dazu, daß man die furchtbarsten Thiere, wie Löwe. Tiger,- Panther und andere, so zu bändigen vermochte, daß sie unbedingt folgsam sein mutzten. Ja. man wußte dies zu erreichen, selbst wenn es nur dadurch gelingen wollte, daß jene gewaltigen Raubthiere durch das entschlich grausame Verfahren mit dem glühenden Eiscnstab verstümmelt und einem frühzeitigen Ende entgegengebracht wurden. Dank der Thätigkeit eines klugen, einsztsvollen und dabei in Wahrheit zugleich herzensguten Menschen, des Besitzers der größten Handelsmenagerie der Welt, Karl Hagenbeck in Ham-

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rs Löwengruppe. bucg. stehen wir jetzt in dieser Hinsicht auf einem völlig anderen Standpunkt. Lei ihm ist vom derartigen Drejsiren der Thiere jetzt gar keine Rede mehr, während doch die Ablichtung zu einer diel höheren Vollendung gelangt und die Freude an solchen Vorführungen bei allen wirklichen, verständnißvollen Thierfreunden eine weit größere und befriedigendere ist. Die sogenannte zahme Dressur", wie sie jetzt in den meisten Menagerlen ausgeübt wird, besteht darin, daß die Thiere, sogar die am schwierigsten zu bändigenden, wie die Eisbären, in Deutschland nur mit Güte und Leckerbissen beruhigt und gezähmt werden. und dies erreicht man eben mit voller Sicherheit dadurch, daß alle diese Thiere so aus früherJugend her durchaus sach- und naturgemäß aufgezogen, immer gut und liebenswürdig behandelt und wenn es nothwendig ist. doch durch rasches und energisches Entgegentreten, aber immer nur mit einigen Peitschenhieben, zur Ruhe und Folgsamkeit gebracht werden. Im Gegensatz dazu vermag man die derartigen Bändiger mit Tiger und Löwe. Thiere in England und Amerika, wie in Frankreich und anderwärts noch heutzutage, nach wie vor, nur durch Dressur mit den härtesten Mitteln, den schärfsten Peitschen und selbst dem glü. benden Eisen zu bändigen und abzurichten. Unter allen Thierbändigern in der Gegenwart dürfte der bekannteste und am meisten angestaunte Herr Wilhelm Philadelphia sein. Er ist der Sobn cines früheren Menageriebesttzers, dc? in Rußland mit seinen wilden Thoren reiste. Als Elephantendresseur kam' er dor einigen Jahren zu Karl Hagenbeck und dann zu dessen Bruder Wllbclm, bei dem er hauptsächlich die sich überall weiter verbreitende zahme Dressur lernte. In Paris wurde er dadurch förmlich berühmt, daß er einen Löwen zu Pferde unter ungeheurem Zillauf des Publikums vorführte. Von den übrigen wirklichen Abcichtern der großen Raubthiere müss:n wir sodann vornehmlich den jüngeren Vruder Wilhelm rühmend erwähnen, der' D e r K r a g e n b L r. sich nur mit der Ablichtung beschäftigt, aber niemals persönlich die thierischen Künstler dem Publikum vorführt. In gleicher Weise thätig, jedoch auch vor dem Publikum arbeitend, sehen wir den Schwager, Herrn Mehrmann, der die. größte Raubthiergruppe nn Thiercirkus vorführt. Sodann gibt es noch einige mehr oder minder bedeutende derartigeThierbändiger: Richard List' und Julius Seeth reisen als Dresseure unter außerordentlichem Erfolg in ganz Europa umher. , Sie alle haben "ihre Lehrzeit größtenteils bei Karl Hagenbeck. zum Theil auch bei WÜlm. bestanden. Sie alle aber sind ine einzigen jetzigen Dresseure, die in dem Systern der zahmen Dressur" mit den wilden Thieren sich beschäftigen. Alle diese Männer lassen es sich also anqele?n sein, nur allenfalls vermittelst twz. Wxnm Peitsche die Thiere zurechlzu Welsen und auch die srchbarsten unter

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denselben in der Aufzucht von früher Jugend her mit Güte zu behandeln und zu zähmen.

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Panther auf der Walze. Im Lauf der Jahre sind eine Anzahl ganz absonderlicher, mehr oder minoer großer Thiergruppen beziehungsweise Thierbilder gezeigt worden, bei deren Anblick dem harmlosen Beschauer die Haare zu Berge stehen. Den größartigsten Eindruck machen die Raubthiere, eine Gruppe der schon mehrmals genannten gefährlichsten Bewohner der Wildniß, die der Dresseur Heinrich Mehrmänn in den mannigfaltigsten Stellungen und Bewegungen den Zuschauern vorführt. Auf einem Treppengestell sitzen oben ein Kragen bär, zu seiner Seite rechts und links je ein Panther, darauf folgen auf jeder Seite ein Löwe, ein Königstiger, und wieder ein Löwe. Drei davor gestellte Stühle sind mit einem Eisbären in der Mitte und zwei Ulmer Doggen besetzt. In einer anderen Gruppe präsentirt sich Herr Wilhelm Philadelphia inmit tat seiner guten Freunde, nämlich dreier erwachsener Löwen und zweier ebensolcher Tiger, unter und aus denen er behaglich der Ruhe pflegt und deren einem er. auf ihm liegend, den Rachen aufreißt, um ihn den Besuchern in seiner ganzen Furchtbarkeit zu zeigen. Der Thierbändiger Philadelphia gibt .uns sodann verschiedene andere Beweise von dem guten Verhältniß, in dem Löwe auf dem V'elociped. er mit diesen Thieren steht. Auf dem Bilde Ro. 1 ruht er inmitten von vier Löwen, die ihn sitzend und stehend umaeben. Einer liegt ihm zu Füßen und einer schaut oberhalb seines Hauptes auf alle Umgebung, als wolle er darüber wachen, daß seinem Herrn kein Haar gekrümmt werde. In sehr ge müthlicher Weise trägt Herr Philadelphia sodann einen gewaltigen Königstiger (Bild 2) auf dem Rücke.: durch den Cirkus, um zu zeigen, wie weit er das furchtbare Thier der Wildniß yezähmt und gebändigt habe. Förmlich freundschaftlich umarmt er sich gegenseitig mit einem schon ziemlich strammen, ausgewachsenen jungen Löwen (Bild 3). der ihm in gleichsam zärtlicher Liebenswürdigkeit die Pfoten um dieSchultern legt und sich von ihm liebkosen läßt. Eine der offenbar komischsten Figuren in dieser absonderlichen Gesellschaft bildet der Kragenbär, der von Herrn Philadelphia aufrecht gehend dem Publikum vorgeführt wird (Bild 4). Ferner stellt sich eine Anzahl dieser Thiere, die in derselben Dressur dazu abgerichtet worden sind, selbstständig, ohne Begleitung ihres Herrn und Mei sters, im Cirkus vor. Da ist ein Pan Tiger und Maulthier. ther (Abbildung 5), der auf einer Walze in den Cirkus gerollt kommt, ein Löwe (Bild 6). der auf einem Velociped fahrend von zwei außerordentlich großen Ulmer Doggen hineingeschoben wird, und dann ein Tiger (Bild 7), der auf einem Maulthier stehend daherrei tet. Hierzu kommen sodann nochVorführungen. wie: Ein gewaltiger Königstiger, der auf einem prachtvollen Rappen in den Cirkus hereingalovpirt, während auf der andern Seite ein großer Löwe auf einem Elephanten sitzend erscheint, der noch dazu auf einem Veloziped hereinradelt, das er mit dem Rüssel und den Vorderbeinen in Bewegung setzt; ein zweiter, fast noch größerer Tiger, der auf einer Kugel in den Cirkus hereinzurollen versteht, und ein Kragenbär, der als. wirklich gut abgerichteter Seiltänzer auftritt. Weiter zeigen vier ausgewachsene Elephanten, aufgerichtet auf zwei Beinen, ihre Künste. Zweihundert . wunderliche Künstler, die Karl Hagenbcck's Affen Paradies bilden, führen dem Zuschauer wahrheitsgemäß das Volk auf einem Dorfjahrmarkt vor. Seehunde spielen Guitarre, läuten mit Glocken und schiefee Pistolen ab. und auch Vögel leisten Außerordentliches. Die dressirten Prachtpapageien, sogar in den seltenen Arten der Äraras, Kakadus und ande rer. lausen . auf Rollen und Kuaeln. fahren mit kleinen Wagen als Pferd. Kutscher und Reisender, wiegen sich yx je fünf Köpfen auf einer Schaukel, batanciren zu je dreien auf einer Stange

ziehen eine Fahne auf. kugeln sich auf Commando auf dem Tisch entlang, schießen Purzelbäume, tanzen und hüffen nach dem Takt, laufen durch Flaschenreihen, gehen auf aufrecht stehenden Flaschen dahin, fahren auch Caroussel und so weiter. Und bei allen Thieren möchten wir sagen: Alles, was sie den Zuschauern vorführen, geschieht nicht allein mit einer großen Virtuosität, sondern auch mit einer förmlichen Freudigkeit.

Die Nkummkönigitt. Unter den anscheinend unerklärlichen Productionen, mit welchen die namhaftesten Zauberkünstler das Publikum in Erstaunen setzen, verdien die Vorführung der Blumenkönigin" nicht den letzten Platz. Scheinbar vor Aller Augen wird von dem Künstler eine junge Dame, von der, wie torn dem Mädchen aus der Fremde. Niemand weiß, woher sie kam, auf die Bühne gezaubert. Und doch geht Alles mit natürlichen Dingen zu, denn die ganze Illusion beruht auf dem geschickten Arrangement von Spiegeln. In der ersten Abbildung ist das Erscheinen der Blumenkönigin-, in einem auf der Bühne 'aufgestellten Gestell, das mit einem Schrank ohne Vorderwand Aehnlichkeit hat, veranschaulicht. Der Boden dieses Gestells befindet sich etwa 12 Zoll über der Bühne und seine Rückwand, , die ein Gewirr der mannigfal-, fe vi-i ifäyzM'i (- Auf der Bühne, tigsten Blumen mit einem Stück blau. Himmels darüber darstellt, ist dicht an den aus. Vorhängen gebildeten Hintergründ gerückt. Vier Pfosten tragen ein flaches Dach, welches etwa drei Fuß weit vorsteht, und unter dem Boden brennen drei elektrische Achter, um dem Publikum zu zeigen, daß die Blumenkönigin" nicht etwa durch eine versteckte. Fallthür . hineinschlüpfen kann. Da das Gestell weder Vorhänge noch Thüren hat. ist jeder Zuschauer überzeugt, daß eine Täuschung unmöglich sei, da der Ausblick äugenscheinlich durch nichts behindert ist. Und doch ist dies der Fall, freilich hat das Publikum keine Ahnung davon. Nachdem der Zauberer seinen Hokuspokus gemacht hat, placirer einen mit einem Vorhang versehenen Rahmen genau vor die Mitte des offenen Gestells. Dieses Manöver hat, wie der Prestidigitateur seinen Zuschauern weiß macht, eigentlich gar keine Bedeutung, da man ja von links und rechts schräg hindurch sihen kann. Jeder' nimmt dies für Eintreten der Dame. baare Münze, der Künstler zieht den Vorhang fort und vor den Augen des überraschten Publikums präsentirt sich die Blumenkönigin". Wie und woher ist die Dame auf die Bühne gekommen? Die Antwort ist -sehr, einfach. Das Gestell ist durch Spiegel, die mit den Rückseiten an einander gelegt sind, in drei Abtheilungen geschieden, über das Vorhandensein dieser Spiegelwände wird man aber durch das Blumenarrangement der Rückwände, die in denselben reflcctirt werden, hinweggetäuscht. In Wirklichkeit können die Zuschauer nicht schräg durch daZ ganze Gestell sehen, und wenn die mittlere Abtheilung durch den VerHang verdeckt ist, so sind sie außer Stande, wahrzunehmen, was hinter demselben geschieht. Ist der Rahmen mit demselben an Ort und Stelle placirt, dann spaziert die Blumenkönigin" gemüthlich hinein und ebenso verschwindet sie wieder. In der zweiten Abbildung ist ein Querschnitt des Gestells mit den Spiegelwänden dargestellt und das Hereinkommen der Vlumenkönigin" veranschaulicht. Erbschaftsstreit. Frau: Von wem nur unser liebes Fritzchen sein gutes Herz geerbt hat?" Mann: Doch wohl vonDir, denn ich habe meines noch." T r o st. ... . .Nein, Papa, ich heirathe diesen Mann nicht seine rothen Haare sind abscheulich!" .Na ja, Kind, seine Haare sind ein bischen lebhaft blond, aber, siehst Du denn nicht, er verliert sie ja schon!" Im Zweifel. Frau (zum neuen Mädchen): .Eines nicht zu vergessen: Haben Sie einen Bräutigam?" Dienstmädchen: .Bräutigam? Da weiß ich wirklich nicht, was ich sagen soll, Wilhelm macht immer so viel' Ausflüchte!" Un nöthige Besorgn, ß. Er: . . . Wenn nur um's Himmelswil len DeinVater nicht zu früh merkt, daß ich Dich entführt habe und uns ein, holt!" Sie: .O. mache Dir deshalb keine Sorge, lieber Fritz! Papa ist schon voraus, um den Pastor zu bestes len!" .

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Die Genossenschafk der NSYnenkünstker. Längst vorüber und fast vergessen sind jene Zeiten, in denen der Schauspielet dem .fahrenden Volke" beige rechnet wurde, vor dem man ängstlich seine Thür verwahrte. Die Muse der Schauspielkunst wanderte damals noch heimathlos durch die Lande. Erst, als sie sich seßhaft mächen konnte, stiegen sie und ihre Jünger in den Augen der Welt, und als man ihr allerorten prächtige Tempel errichtete, öffneten sich auch alle Thüren gern und weit den Bühnenkünstlern. Etwas freilich war von der alten Unstetigkeit bis auf unsere Zeit in dem Bühnenvölkchen geblieben: eine leichte, fröhliche Auffassung des Lebens, die dem Heute hul digt und des Morgen nicht denkt. Kein Band schloß sie aneinander als

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LudwigBarnay. das goldene der Kunst, der sie dienten. Die gemeinsamen Interessen fühlte der Einzelne wohl, aber die Interessen des Einzelnen drängten jene seitab, und in jenen . Tagen hätte Niemand ernstlich an die Möglichkeit gedacht, den Schauspielerstand auf dem ernsten Fundament gemeinsamer Interessen organisiren zu können. Freilich, an einzelnen Anregungen dazu hatte es auch vor der Zeit der Wiedergeburt des Deutschen Reiches nicht gefehlt. Konrad Ekhof wollte bereits 1778 eine .allgemeine Pensionsund Todtenkasse für alle deutschen Schauspieler" gründen. Fr. W. Großmann dachte an eine .Versorgungsanstatt" aber das blieben schöne Ideen, die Niemand in die That umsetzte. Hofrath Schneider erst, der ehemalige Hofschauspieler und spätere Vorleser des Kaisers Wilhelm I.. schuf etwas, den Nentenfonds Perseverantia", der später in die große Pensionsanstalt eingeschlossen wurde. Dem auf den blutigen Ebenen Frankreichs wiedergeborenen jungen Deutschen Reiche klangen zum ersten Male die Osterglocken, - da sandte ein junger Schauspieler in Frankfurt a. M. den Ruf in die Welt, der Bühnenangehörigen hinaus, der zum Ostergrüß für diese Welt werden söllte. Das war Ludwig Barnay! Er fand den alle Elemente feines Standes bindenden Gedanken, indem er aufrief zu einem allgemeinen deutschen Bühnencongreß, der im Juni 1871 stattfinden sollte, um auf diesem gemeinsam mit den Bühnenleitern die Rechte und Pflichten dieser in einem neuen Theatergesetz niederzulegen. Es gab Kämpfe genug mit dem argwöhnischen Bühnenverein, mit den eigenen Genossen. Barnay's Aufruf wurde von den besten Vertretern der Schauspielkunst Folge geleistet und auf dem Bühnencongreß. der in den Tagen vom 17. bis 20. Juli 1871 in Weimar stattfand, wurde die Gesellschaft deutscher Bühnenangehörigen in's Leben gerufen. Bei der Gründung wurde Berlin als tw m . - Wi vi .-sS, VT"?-.. . p-.--.fcV-;i J-'t i 3 tr'y; v. Hermann Nissen. Sitz der Genossenschaft beschlossen, ebenso als Sitz des Präsidiums. Dr. Hugo Müller wurde Präsident. P. I. Reinhardt wurde Generalsecretär, Heinrich Wilkm Generalkassirrr. Au-ßer-Barnay wurden m di Vorstand gewählt der arbeitsmuthige Dr. Krukl, Joseph Bletzacher und Hermann Jacobi. " . - Ein ungeheueres Thätigkeitsfeld eröffnete sich diesen Männern. Mc sie es zu besiegen wußten, roie sie namentlich die am 1. December 1871 unter Dach und Fach gekommene PensiMsanstalt . diesen kräftigen Leöcnsner der Genossenschaft, zur höchsten- Blüthe zu. bringen wußten-. - ,däs ' möerr zur unvergänglichen Ehre aller selbflkos an dem Ausbau der Genossenschaft deut scher löühnenangthörige? - thätig gewesenen. Männer ewzelne Daten kundgeben. ? Schon d3' erste Gefchüftsjahr 187172 schloß mit einem Vermögen von etwa 100.000 M. ab. Ende des Jahres 1882 besaß die Genossrnschaft schon ein solches von MtuVM., und seit dem 1; April 1882. jenem Tage, n dem die Genossenschaft durch Iahlung von Nenten und Pensionen ihren reichen Segen auszustreuen begann, ist dieselbe Summe von 2 Mill. bereits in Form von Renten Tind Pensione zur Auszahlur?g gelangt, und das Vermögen der. Genossenschaft ist über die I Zünfte Million hinaus gediehen. Di:

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Saunst! erhalten mit 131 Jahren eine Rente von 1800 M., auch wenn sie selbst noch verdienen. Sonst wird ihnen außerdem ein Jnvalidenzuschuß

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Dr. MaxPohl. zu Theil. Das sind Ziffern, auf die jeder andere Berufsstand nur mit Neid sehen kann. Ziffern, die dem Worte Die Kunst geht nach Brot" einen sympathischen Sinn unterlegen. Weniger faßbar, aber darum nicht weniger vorhanden sind die moralischen Erfolge der Genossenschaft. Deren größter ist die bloße Thatsache, daß sie sich und ihre Leiter zu einer so geachteten Stellung hat heraufschwingen können. Drei der mit der Genossenschaft auf's Engste verknüpften Männer führen wir unseren Lesern im Bilde vor. Vor Allen Hofrath Ludwig Barnay. der nach glänzender, ruhmvoller künstlerischer Laufbahn als Begründer des Berliner Theaters neue Lorbeeren sich erwarb und heute sein otium maxima cum dignitate in Wiesbaden verlebt. Die beiden anderen Männer, deren Porträts wir bringen, repräsentiren die heutige Genossenschaft. Es sind ihre Präsidenten: Hermann Nissen, der als sehr geschätztes Mitglied des Deutschen Theaters in Berlin die Reihe seiner Vorgänger im Präsidium der Genossenschaft auf's Würdigste und Thatkräftigste fortzusetzen bestrebt ist. und Dr. Max Pohl, der vortreffliche Charakterdarsteller des Berliner Theaters, der feinen Collegen in hingebendsier Weise unterstützt. Capitän Jüngst. In Lehe bei Bremerhaven ist nach längerer Krankheit Capitän Theodor Jüngst, welcher viele Jahre im Dienste des Norddeutschen Lloyd gestanden hat, gestorben. Der Verstorbene war am 23. November 1838 geboren und wurde am 13. September 1873 zum Capitän ernannt. Anfangs Februar 1892 vollendete er die 100. Reise über Capt.Jüngst. den Ocean. Er führte unter Anderem die Dampfer .Hohenstaufen". .Köln", Habsburg", Rhein", 6ms" und seit seiner Erbauung den Schnelldampfer Havel". Der Verstorbene galt als einer der befähigtsten Lloyd - Capitäne und erfreute sich infolge seines stets freundlichen Wesens der höchsten Achtung der vielen Taufmde von Passagieren, welche er auf dem Dampfer beförderte, und der aufrichtigen Anhänglichkeit seiner Untergebenen, welche ebenso wie seine Familie schmerzlich um ihn trauern. AucheinJubilar. So voll war ich noch nie! Heut' sind es aber auch zehn Jahre, daß mir meine Alte durchgegangen ist!Emporend. Sa oft ich Migräne hab', pfeift mein Mann den gan-. zenTag!" Ah. empörend!" Ja. ich ärgere mich selbst darüber, daß ich nicht mehr kriegen Liag!"?.: . , ,; ;- T i i f t i g e r G r u n d. A. : '.Ist es möglich. Du hast Deine frühere Haushälterin geheirathet?" B.: Was wollte ich machen? Die Person hätte mir sonst gekündigt !" JmBade. Fräulein : .Wären . Sie auch in die Fluth gesprungen, Herr Lieutenant, wie der Taucher vonSchiller?" Lieutenant: Gewiö. anädiaes Fräulein, habe so wie so schon länzfl Lust, mir da unten 'mal 'ne Austerndank anzusehen."

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Mit großem Eifer wird von Seiten der Erfinder wie Fabrikanten auf die Einführung von Motorwagen der verschiedenstenArt hingearbeitet, ohne daß. soweit unser Land in Betracht kommt, diese Bemühungen bisher einen nennenswerthen Erfolg gehabt haben. Zum weitaus größten Theil sind diese wenig ermuthigendenResultate auf den überaus, trostlosen Zustand unserer Landstraßen zurückzuführen. In Europa, namentlich in England, Frankreich und Deutschland, welche Länder vorzügliche Vicinalwege und Chausseen haben, liegen dieVerhältnisse günstiger. Von den neuesten Motorwagen, welche in England in Aufnahme gekommen sind, wird Arnold's .Oelkutsche" viel Arnold's Oelkutsche. gerühmt; dieselbe hat drei Sitze, kann aber auch für vier Personen eingerich tet werden. Die Betriebskraft wird von einem sogenannten Benz'schen Benzinmotor geliefert, dessenConstruction das Zurücklegen von 60 bis 70 Meilen ermöglicht, ohne daß ein neues Ausfüllen des Reservoirs nöthig wird. Die Kutsche, deren Räder mit Gummireifen versehen sind. läßt stch sehr leicht lenken und das Arrangement der Maschinerie macht selbst beim Hinabführen steiler Hügel dieAnWendung der Bremse überflüssig. Ein Prachtbau. Auf dem Lindenmarkt am Alten Pregel zu Königsberg wuchs während der letzten drei Jahre der Prachtbau der neuen Synagoge ewpor, der nun zu seinem Theil das architektonische Bild der preußischen Krönungsstadt bedeutsamer gestaltet. Die ganze Anläge hat eine Frontbreite von 40 Mtr. bei einer Tiefe von 60 Mir. Der Baugrund war nicht der günstigste; der Pfahlrost allein erforderte einen Aufwand von . 70.000 Mark. Die Synagoge besteht aus dem kuppelüberwölbten Centralbau, der den Zwecken des Cultus allem vorbehalten ist, und den beiden Seitenflügeln, die einen Trau- und Confirmandensaal, einen Sitzungsranm für die Gemeindevertretung, ein Bibliothekszimmer und Räume für die Gemeindebeamten enthalten. Gefällig gegliederte Nebenthürmchen mit fpitzen Helmen scheiden den Hauptraum von den RebengebäuDie neue Synaaoge. den auch nach außen in cnrgxnfälliger Weise. Das Detail der baulichen Ornamente erinnert nicht selten an den rheinischen Uebergangsstil, so.besonders die Zwerggalerie am Ortogon der Kuppel, während die Fensterrose an die Münster West- und Süddeutschlands gemahnen möchte. Das dreitheilige Hauptportal gestattet den männlichen Gemeindeangehörigen den Eintritt in ds Innere, während Seitenthüren den Frauen den Zugang zu den Emporen gewähren. Ein ruhiges, gedämpftes . Licht fällt durch die bunten Glasscheiben, während die Ausmalung des Innern, in der ein bläulicher Grundton vorherrscht, sich aller figürlichen Darstellung enthält. Die garrze Prachtent faltung des jüdischen Cultus ist im Allerheiligsten vereinigt, namentlich was die Kostbarkeit des verwendetem Materials anbetrifft. Im Zweifel. " c " Jetzt weiß ich nicht, bin ich auf einen Schwaben" getreten, oder hat der meine Tochter geküßt?!" ' I m R a u s ch e. Betrunkener (seine Frau doppelt sehend): Das ist eine Feigheit! Swei über Einen!' ' Verlockend. Der kleine Fritz (zum Hannsl): Du, HannLl. soLst z' Haus kommen, Dei' Mutier sucht Dich schon überall, sie will Dich durch hau'n!-.

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Ein Mädchen, welches im ElternHause verweichlicht, verzärtelt und ver zogen worr5n und in emer ihjcijc herangebildet wurde, das die Rücksicht auf die Antulluna des Gehirns mit möalichst vielem todten und nutzlosen Wissenskram alle anderen (sestchtspunlte in den Hintergrund drängte, den frischen. freien Sinn ertödtete und die körperliche Ausbildung vernachlässigte, ein solches Wesen wird nie und nimm eine standhafte, muthige Lebensgefährtin des Mannes, eine sorgsame, treue Mutter ihrer Kinder sein. Der Körper der Frau im Kindesalter muß ebenso und noch besser gepflegt werden, als der des Knaben, damit sie ein schönes Weib und eine glückliche Mutter werden könne. Dazu muß aber das Mädchen frühzeitig an Luft und Sannenlicht gewöhnt werden, muß Ball schlagen und springen, wie der Knab?. eislaufen, singen, turnen und schwimmen. Es darf nicht viel im Zimmer sitzen, mit von Gedichten oderRomanen gerötheten Wangen und mit vom Sticken und ähnlichen Handarbeiten flimmernden Augen. Bei solchen Beschäftigungen sinkt die Brust ein, die Muskeln werden matt, der Rücken krumm, die Augen und das Herz krank. Sind die Schulstunden beendet, dann folgen gewöhnlich noch Lectionen in Musik, im Zeichnen und Malen und manchen anderen Wissenschaften und Künsten, die bei mangelnder Begabung nur noch .dazu beitragen. den Geist zu verwirren und von dem abzulenken, was dem Berufe der Frau am nächsten liegt, die aber auch mithelfen, die Widerstandskraft des Körpers noch mehr herabzusetzen, Bleichsucht, Blutarmuth und Schwachnervigkeit zu erzeugen. Die geringe Bewegung, die bei alledem stattfindet, wird durch vieles Tanzen auf Bällen und bei ahnlichen Gelegenheiten nicht ersetzt. Im Gegentheil werden hierLungen und Herz, namentlich bei zu enger Bekleidung, zu Gewaltarbeiten" gezwungen. die bei oftmaliger Wiederholung stets von nachtheiligen Folgen sind. Solche bleichsüchtige, nervöse Madchen Pflegen sich auch schlecht zu ernähren, sie essen nicht reichlich und nicht' kräftig genug, greifen gern nach Näschereien und erhalten dadurch zwar em ätherisches und interessantes Aussehen, aber die Lebenskräfte nchmen dabei nicht zu, und es wird auf diese Weise die Grundlage für so manches Leiden geschaffen, welches späterhin am Organismus nagt und rüttelt, und welchem der Arzt nur sehr schwer beikommen kann. Dazu trägt vielfach auch die nicht gesundheitsgemäße Bekleidung bei. die sich nur nach dem richtet. was die Tyrannin Mode vorschreibt und das Wohlbehagen dabei hintenansetzt. Wie viele Mädchen sind in enge Mieder gezwängt, nur um eine gerade, stolze Haltung zu erzielen. Das dabei die Brustorgane eingeengt wer den und sich nicht recht entwickeln köinen. daß die Lungen sich nicht geügend auszudehnen vermögen. derMage? und die Leber zusammengepreßt und in ihren Verrichtungen gestört werden, sind Punkte, die nebensächlich nicht in Betracht kommen, bis sie sich dann freilich späterhin in unangenehmster Weise geltend machen, wenn die Eßhist schwindet. Herzklopfen und Beklernmungen sich einstellen und das ganze übrige Heer der Beschwerden und Leiden. die eine mrvernünftigeBehandlumz des eigenen Körpers im Gefolge hat. Man braucht kein Fcundsätzlicher Gezner des Eorsetts z sein, denn es giebt dem weiblichen Körper dieHaltung und hebt in plastischer Weise dessen Sckönheit mehr hervor. Dagegen muß das Schnuren ganz in. Wegfall kommen, welches Herz und Lungen beengt, und Magen und Leber verkrüppelt. Es giebt' in der Frage der Bekleidung! ch manche andere Punkte, welche eine sorgfältige, gesundheitsgemäße Berücksichtigung verdienen, z. B. die Fuß bekleidung. es würde dann mehr schön entwickelte Füße, weniger Fußleiden und vielleicht anch weniger schwache Verven" geben. Wenn die vernunfige mö.ßen Bedingnngen in der ganzen. Le densweise mehr Berücksichtigung sändra. würden auch die GesundheitverHaltnisse des weiblichen GefchlechteZ gefordert werden. Bei Betrachtung der Frage, welche Stellung die Frau m d:? Gesundheitspflege einnimmt, müssm A?ir schließlich auch nock von einem anderen Gesichtspunkt ausgehen und un- , ser Augenmerk darauf richten, welchen Einfluß rne Frau aus du gejundyelttlchen Verhaltnisse des Hiuses und der Familie auszuüben vermag. Hier bietet sich ihr ein weiter Wirkungskreis, denn die Häuslichkeit und die Familie sind ja das natürliche Feld ihrer Thätigkeit. Die Sorge um die Reinheit, Luftigkeit und die sonstigen Gesund, heitsbedingungen der Wohnung.' die Sorge für eine passende Auswahl und Zubereitung der Nahrung, sowie für viele andere Dinge der körperlichen Pflege, sie liegen hauptsächZich derFrau ob. und eine Frau die in unermüdlicher. gewissenhafter Weise auch auf Er. füllung dieser Pflichten bedacht ist. wird ihren schönsten Lohn finden in der Gesundheit ihrer Familie und den? Gedeihen ihres Hausstandes.' fsrüh übt sich. trn , 'JJiUÜ .Ade. (in dfe Kinderstube tretend): Ethel. wer wird denn einen so colossa len Scandal machen? Da schau' 'mil an. wie ruhig Fritzchen dasitzt - . Ethel (schnippisch): .Der hat leicht rc hig dasitzen das ist so in dem Sprel . das wir jetzt gerade spielerr. Er ist nämlich der Papa, der spät nach HauS komrzt. und ich bin Du." . Standesbewußtsein. Lieutenant (der von seinem Kameraden zu einem Glase Bier eingeladen wird): In dieses Local können"ir aber nicht aehen, lesen Sie doch. w.aZ hier steht: Civile Preise.