Indiana Tribüne, Volume 20, Number 113, Indianapolis, Marion County, 10 January 1897 — Page 3
DerHutdesPrete Roman von Ei'is de Marchi. (2. Fortsetzung.)' Als Salvatore am Pfarrhofe vorüberkam, sah er Don Antonio, den Ortspfarrer, in Hemdärmeln dastehen, im Begriffe, vier silbernen Heiligen, welche am Weißen Sonntag, einem Hauptfeiertage des Ortes, vor dem Altare glänzen sollten, die Gesichter zu waschen. Dieser gute alte Mann Kbte nur für sein Amt; seit vierzig Jahren war keiner seiner Gedanken weiter hinaus in die Welt geschweift als bis zu dem Kirchhofe, ter die Grenze seiner Seelsorge bildete. Drei Generationen waren während dieser Zeit idurch seine segnende Hand gegangen. Die Heiligen lagen nebeneinander
rngwettet auf emer sonnenbeschienenen Bank. Don Antonio stand daneben und rührte in einer Schale einen weißen Brei aus Bimsstein und Gips um, den er dann mit einem Pinsel auf die Silkergesichter auftrug, wie um sie. zum Rasiren einzuseifen. Beim Anblick Salvatons begann er zu lachnl und. sich über sich selbst lustig zumachen. Ihr müßt nicht etwa glauben, Saltatore. daß ich meinen Herligen den Barbier mache! Allein die Aermsten ha im.nnt dr Zeit vor lautet Rauch nd Staub tint förmliche SlxuU bekommen, wie sie sich an Entenpfüben bildet. Und doch sind sie garantirt fiU berplattirt! Vierzig Piaster das Stück haben, sie rhrerzeit der Gemeinde gekosiet.... Aber wohin geht Ihr in dieser Hitze. Salvatore?" Dort hinauf.... nach San Fedele. Der Herr Baron ist da." Wirklich? So soll es doch wahr sein, was ich habe sagen hören, nämlich daß Seine Excellenz die Villa dem Erzbischof verkaufen will? Der Herr Vikar hat sich auf der Durchreife eine Sruttde lang bei mir aufgehalten und bei dieser Gelegenheit die Bemerkung fallen lassen, Santafusca wäre für ein Seminar sehr günstig gelegen, um so mehr, als Seine Eminenz hier zugleich feine Vllleggiawr aufschlagen könnte... Was glaubt Ihr von der Sache,'Sal vatore?" Ich weiß mix das, daß einmal ein geistlicher Herr bei mir war, um das Haus anzusehen. Aber seitdem ist nie mehr davon die Rede gewesen." . Und diese Anwesenheit des Barons sollte die nicht ein Anzeichen sein. daß dre Verhanidlungen begonnen ha fonT Weiß nicht." sagte der Alte, der nicht zum Plaudern ausgelegt war. Und er setzte schleichenden Schrittes seinen Weg fort. Gcht nur ja nicht zu schnell!" rief ihm der gute Priester nach. Der Stein ist hart, aber die Sonne ist härter als der Stein." Don AniMito war eine mittheilsame Natur, einem kleinen Geplauder hokd, und Pflegte, wenn er niemand zum Zubörm hatt?, seine Zuflucht zu langen Monologen zu nehmen. So wandte er sich denn jetzt, in Ermangelung lebender Zuhörer, an seine silbernen Heili cm Gewiß," sagte er, wäre es ein großcs Müct für Santafusca. wenn es dazu käme. Welche Auszeichnung, wel che Ehre, Seine Eminenz zu beherbergen! Auch ihr, meine armen Heiligen, wäret besser daran. Ihr bekämet schone goldene Heiligenscheine, wie ich in der Kurie zu Neapel welche gesehen habe." Wäre es nicht jetzt Zeit, den Heiligen die Gesichter abzuwaschen?" fragte Martina, der Meßner, ein ehemaliger Kapuzinerlaienbruder und großer Alleswisser, welcher mit. Don Antonio tiefsinnige Dissertationen über liturgische und Gewissensfragen zu halten Pflegte. Warte noch ein wenig, bis die Sonne den Teig völlig ausgetrocknet hat. Dann thust Du einen Tropfen Oel aus dem Füllschnabel darauf. Du wirst se hen. sie werden weißer als die Sterne ' Ich möchte Euch, Don Antonio, ei tx GewissenSfrage stellen. Wenn mein Nachbar einen Kürbis neben den Zaun gepflanzt hat, und r Kürbis dringt durch den Zaun in meinen Garten herüber: kann ich ihn, da abschneiden, ohne eine Sünde zu begehen? Der Gerichtsböte sagt, daß ich darf, und daß das Gesetz mir recht gibt Das Gesetz, ja, das gibt Dir recht, weil der Kürbis Deinen Grund zudeckt und Dich hindert, einen Fisolenstock hinzupflanzen. Aber wenn ich denKürbis in Deinem Gewissen befrachte, dann bekommt er ein andres Gesicht!" Don Antonio lachte in fröhlicher Schelmerei; seine weißen Haare blinkten im Sonnenschein wie die Heiligengesichter unter Martwos reibender Hand. Was wollt Ihr. Don Antonio, mit dieser Hypothese domKllrbis in meinem Gewissen sagen?" Ich will damit sagen, daß ein guter Christ nicht so sehr aus seine Rechte schauen soll als auf seine Pflichten. Den 5dürbis hast Du mch! gepflanzt, und wenn er in Deinen Garten herüber gekonimen ist, so ist es Deine Schuko, weil Du den Zaun nicht in guter Ordrnmg gehalten hast. Aber das Leben zieht e? nicht aus Deinem Grund. Was Du thun mußt, ist 'das. Du mußt zum Nachbar gehen und sagen: Dein Kürbis liegt auf meinem Grund und Boden: entwode? hole ihn ab, oder ich hole ihn selbst. Dem Gerechten, lieber Martino, schmecken, seine Kürbisse doppelt gut Ihr habt immer so gute Sprichw'ör1er. Ihr seid wirklich wie der alte SalOMCN'." Aber ohne die Königin von Saba!' ergänzte der Greis, noch immer herzsich rächend. Dann sagte er. ans einen crÄro . 3e$Mtftert Anspringend: U Barone ist angekommen."
Was kann er 'hier suchen, dieser
Werwols?" Du willst Seiner Ezcellenz eins am Zeuge flicken, Martino, und vergißt, daß Du nicht Schneider, sondern Meßner bist!.... Nun, ich hoffe, 'daß bessere Tage für Santafusca bevorstehen. Denke doch, welches Glück für uns alle und für die Kirche und für Deine Glocken, wenn sich das verwirklichte, was Don Mcario uns hat durchblicken lasfen!" Gott nz-.d Sankt Michael mögen's geben! Ich habe einen Traum gehabt, und in dem Traume habe ich Euer Hochwürden in einem goldenen Pluvial gesehen, eine Mitra auf dem Kopfe.Die Trau nie kommen von Gott. Im Traunl ist er Jakob und Pharao erschienen und Joseph, Marias Getnahl. Freilich, Du bist nicht Joseph, sondern Martin, der Meßner m Wenn Seine Eminenz herkäme, müßte er da in unserer Kirche Messe lesen?" .Verstehtsich Und glaubt Ihr, daß U Barone die Absicht hat, die Villa herzugeben?Mach mich zum Wahrsager,' und ich mache Dich zum reichen Mann Er sollte wirklich ein goldenes Meßkleid ' spenden." . Erst laß uns an bxt Erbauung der Seelen denken und 'dann erst ans Meßlieft) und an den .Baldachin, den die Mäuse zerfressen haben.Das kommt daher, weil die letzte Nußernte schlecht g-rathen ist Die Mäuse haben fehlt Nüsse, da 'werden sie gotrlos und machen sich über geweihte Sachen her. Ihr solltet sie einmal mit dem Kirchenbann belegen." . Warum? Arme Thierchen! Versündigen wir uns nicht auch manchmal an heiligen Dingen, wenn uns eine starke Versuchung dazu treibt? Aber ärger als die Mäuse, begnügen wir uns nicht immer mit Nüssen...." Während der Pfarrer und der Meßner im roannen, ruhigen Mittagsschein solch tiefsimrige Gespräche führten, schlug drinnen der Baron Don Cirillo todt. Der Streich war ihm in folgender Weise gelungen. Der Baron war dem Prete mit ruhig?m Gesicht entgegengegangen und hatte sich rech dessen Gesundheit und glücklicher Reise erkundigt. Dann fuhr er fort: Kommen Sie, Don Cirillo! Soeben habe ich nach Don Nunziante geschickt, der einer Kaufangelegenheit wegen nach der Gnneind gegangen ist. Kommen Eie! Ich empfange Sie. wie ich kann nach Jägermanier." So rödend. betraten sie das Haus und nahmen in einem ebenerdigen Zim merchen vor crntm kleinen, wackeligen Tischchen Platz. Sie werden das Haus gänzlich leer sinjden; aber um so leichter wird Jhnen die Schätzung werden. O DonCirillo, Sie machen ein Mordsgeschäft! Hielte mich nicht die Notlh an der Kehle, ich könnte,' bei einigem Warten, innerhal'b eines halben oder ganzen Iahres 'das Vierfache bekommen. Haben Sie das Geld bei sich?" , So wie ich's versprochen habe; dreißigtausend Lire," flüsterte der Prie ster, indem er sich mißtrauisch nach allen Seiten umblickte. Ich habe nicht von den Ackergründen gesprochen, welche außerhalb der Umfassungsmauer liegen. Ich könnte sie der Gemeinde zu Schulzoecken ablassen; und das ist es eben, weshalb ich Don Nunziante zu der GemeinderarhSsitzung geschickt 'habe, welche um zwei Uhr stattfinden soll. Mer ich wäre genei-gt, Ihnen den Vorzug zu geben, falls Sie sich kvulant zeigen." Wie, bin ich nicht koulant genug? Ich gebe dreißigtausend Lire für ein Haus, das ich gar nicht kenne." Verzeih: Sie, ich will Sie nicht zu Schaden bringen. Sie werden mir nichts geben, ohne sich vorher mit eigenen Augen überzeugt zu haben, daß das Haus nwhr werth ist, wenn Sie auch nur .das Material n Rechnung ziehen. Ich möchte sogar vorschlagen schon jetzt einen Nuttdgang zu machen, während wir Don Nunziante erwarten. Nachher zeige ich Ihnen auch die Felder...." Der Varon hatte die letzten Worte' abgewendeten Blicks gesprochen; sein düsteres Auge, starr zum Fenster hin ausgerichtet, schien sich -in tot Scheibe förmlich festbohren zu wollen. Zum Sehen bin ich ja gekommen," meinte der Prete ruhia,, indem er sei Buch fester an sich drückte. Und nach Neapel wollen Sie gar nicht mehr zurück?" Nie, nie mehr, per omnia saecu la!" antwortete jener mit einer Durchdrungeniheit, welche Seine Excellenz sonderbar berührte. Ich bleibe Ihr Gast, solange das Haus Ihnen gehört; ist es mein geworden, werden Sie mein Gast sein. Aber die Neapolitaner werden mich nicht mehr zu Gesicht bekommen." Wenn sie Sie aber aufsuchen kämen?" Keine Seele weiß, daß, noch wohin ich durchgegangen bin." Ich glaube nicht recht an Ihren Entschluß; Sie haben zu viele Ursachen, oft nach Neapel zu fahren. Der Leib des Don Cirillo ist hier, aber sem Geist weilt., weilt bei der Bank von Neapel..." Und der Baron zwang sich zu einem Gelächter, so schwer es ihm ankam denn, seme Kinnbacken waren wie erstarrt. Sie wollen mich durchaus zum Millionär machen! Gott weiß, wie sehr Sie mir damit unrecht thun. Die paar Er sparmsse eines arbeitsamen und frugalen Lebens, die habe ich mit mir genommen; und ich hoffe, in der Stille des ländlichen Lebens jene Ruhe, jenen Frieden zu finden, welcher der Lohn derAnspruchslasigkert'ist." Ihr werden ihn finden," sagte der Baron mit der Absicht, einen höflichen Glückwunsch zu äußern;- aber seine
Worte rollten dumpf, wie unterirdische Wölbungen enrlang. ..Nun gut, sehen wir uns also das Haus an, da wir schon einmal da sind! Daß alles neu herzurichten ist, habe ich schon gesehm," meinte der Priester, indem er ausstand . Ich xotrtt S'h. führen und Ihnen auch die Keller zeigen. Wollen Sie nicht vorher Ihr Mäntelchen ablegen?" Nein, ich zieh: vor " Prete Cirillo ergänzt: den Satz durch die Geberde, indem er mit der gierigen Bewegung eines Geizhalses den Mantel fester um den Arm schlang. Aber so geschickt er es that, der Baron hatte dennoch Zeit gehabt, die Ecke des famosen Buches zu erblicken und. daraus hervorlugettd, ein schönes blaues Bündel von der wohlbekainten Farbe der italienischen Staatsrentenobligationen. Wir wollen mit 'der Galerie den Anfang machen. Hier befand sich einmal eine fchöne Gemäldesammlung," sagte der Baron, welcher sich ein wenig seit- und rückwärts des Priesters hielt. Dieser, dem cs bei der umnittelbaren Aussicht auf den glänzenden Gewinn ganz schwindelte, betrachtete behaglich, mit unoerholener Bewunderung, die. bemalten Wölbungen, die prächtigen Fensternühinen, die guten Mosaiken. Hier war der Speisesaal. Fünfzig Gäste haben bequeni drin Platz." Gott weih, welch gute Bissen da verzehrt worden sind!" Die Erwähnun'g der Gastgelnge brachte dem Baron seinen Hunger in Erinnerung, und er verspürte ein schmerzliches Zusammenziehen in den
oberen Magenparlien. Er wich dem Prete nicht von der Ferse, mit aller Knlft fernes Willens bemüht, einen ängstlichen und doch wilden Schaue? zu unterdrücken, der seine eisernen Muskeln durchsröstelte. Sem Blick haftete gierig beurtheilend am Nacken fernes Opfers, glitt forschend die Halsmuskeln entlang, welche, zart und mager, keine große Mxrstandssälhiglelt versprachen. Hätte er jetzt seine beiden Arme ausgestreckt, seine Finger um jenen Hals geschlangen nicht einmal Jesus!- zu rufen hätte der Priester Zeit gehabt. Das ist der große Empfangssaal.... etwas düster, aber man sieht doch genug." Don Cirillo zeigte sich aefüaia wie ein Lamm, folgte jedem seiner Winke. Es war, als stieße ihn das Schicksal selbst seinen vevhängnißvollen Weg entlang. Er selbst war der erste, der alles zu sehen verlangte; der habsüchtige Wunsch, zu berechnen, wie oft seine Dreikigtauscnld in dieser Masse Mauenverk enthalten sein möchten, i',c ic i....e ... lyn ireopaus, ireppao, rn aue Schlupfwinkel, ja in die Finsterniß jener grauenhaften Souterrains hinunter, die der Baron selbst nie ohne einen Schauder betrat. Und ihm nach, wie seinSchatten, dnMordge-fellc, dem nach und nach das Mittel Zweck geworden. dem eine thierische Gier nach Blut in den Kopf, die Augen aeitieaen war. fo daß er roth sah. Hier ist die Küche." Groß!" saate innig befriediqt der Prete, der rasch seinen Ueberschlag gemacht und gefunden hatte, daß sie für eine Hauszemeinschaft von hundert Senunarlsten vollkommen ausreichte. Der Baron dachte nicht mehr: kaum daß er seinen Prete noch sah. Wie beim Herannahen eines Lle'besstelldlcheins das Blut zu sieden, in immer heißerem Schwall durch die Adern zu tosen beginnt, so fühlte er in dem Maße, als sein Opfer sich der Schlachtbank nä hcrte, seine blutige Wollust sich steigern bis zur Uner'träglichkeit. Hier gcht es nach den Srallunaen .... lveiter dann nach den Kellern." Wäre nicht Don Cirillo durch seine Habgier jeder Beobachtungsfähigkeit verauiot gewesen, so hätte es 'ihm nicht entgehen können, daß des Barons Auge einen blutigen Glanz zeigte; er würde sich umgewandt haben beim Schall einer Stimme, dre von Minute zu Minute gepreßter und dumpfer klang, bis sie zuletzt dem Schall der mit 'der Sordine gedämpften Trommel ähnelte. Aber er 'wollt: alles sehen. Im Geisie den Nutzen berechnend, den man aus diesen weiten Räumen durch Umwandlung in Schulsale ziehen konnte, durchschritt er als erster die Stallungen und betrat einen kleinen Hof, den eine hohe Mauer von drei Seiten umschloß. In d.-r Mitte desand sich tint zrsternenartige Vertiefung; der Baron hatte sie ausheben lassen, als er vor Jahren ein Neaenwasserreservoir 'für seine Stallungcn anzulegen beabsichtigte. Später Nr das Geld ausgegangen und die Sache liegen geblieben. Das zugehörige Baumaterial: Ziegel und Mauersand, ungelöschter, Kalk, und andres, lag in unordentlichen Haufen um., den Rand der Grube herum. , :' ,. Prete Cirillo, der alles sehen wollte, näherte sich dem Rande und streckte den Hals, um hineinzugucken. . , Das war für den Baron wie ein Signal. Ohr zu überlegen, ob er nach seinem Programn: handelte oder nicht, nur dem Dränge einer wüthenden inneren Gewalt folgend, that er einen lautlosen Panthnsprung. schwang eine dicke eiserne Brechstange, welche die Arbeiter dort vergessen hatten, hoch in der Lust, und ließ sie mit ihrer vollenWucht aus Don Cirillos Genick niederfallen. Der Prete brach lautlos zusammen und rollte gleich darauf, eine zerquetschte Masse, über den -Rand in die Grube. Dorthinein versetzte ihm der Baron einen zweiten Streich, der einen Bronzeschädel zertrümmert hben würde, geschweige denn den kleinen, schwachen Hirnkasten des Unglücklichen, der unter dem Hiebe auseinanderbarst wie eine alte Nuß.... DaS Buch entglitt der Umklcrmmerung des Armes, und eine Umcchl Papie quollen hervor, weithin Boden bedeckend. Unter ihnen bemerkte der Varon sofort eine Anzahl verschieden-
1 farbiger Banknoten, welche er eiligst zusammenraffte und in seine Tasche flrt-Hfrl Vwr ntan w f 1 1 r
lVfifc, Uly Vl& llilvll iUUU4llVifc Bausch bildete. Dann stieß er mit Hilfe der Stange den Leickmarn sammt dem Auch auf den Grun!) der Zisterne, bei drei Meter tief, hmab und horchte zu, wie die Masse mit einem weichen, teigigen Schall ausklatschte. Hierauf ergriff er einen Spaten und schzufelte Material in die Grirbe. abwechselnd eine Lage Zialk und eine Lage Sand, bis oben hinauf. Er arbeitete wie drei Mann.. Als dann das Loch beinahe bis zum Rande ausgefüllt war, hob er mit der 'herkulischsn Kraft feiner zwei Arme eine runde bearbeitete Steinplatte vom Boden auf, welche als Deckel für die projektirt: Zrsterne bestimmt gewesen war, und fügte sie sorgfältig auf den Rand der Oefsnung. Ueber das Ganze thürmte er dann noch einen hohen Haufen Sand und Ziegelsteine. Dann blickte er um sich, kalten Schweiß auf der Stirn. Er war allein. Auf drei Seiten ragte die erwähnte hohe Mauer, vor der vierten die fensterlose Front eines Stallflügels. Er horchte... Nichts. Nur eine Eidechse saß aus der Hohe der Mauer, mit erhobmsm Köpfchen, wie faszinirt, herüberguckmd.... Alles übnge war Schweigen, grobes, tiefes Schweigen. Und eben dikscs Ucbermab an Stille erfüllte iHn mit unerklärlicher Angst. In wüthender Eile rannte er durch die Stallung m den Wirthschaftshof und wollte eben in den Garten Hinausstürzen, als ihn plötzlich ein unerklärliches Verlangen überkam, den Schauplatz semer That noch einmal zu sehen...' er kehrte nach dem Höfchen zurück. Sand. Kalk, Ziegel alles lag an seinem Platze, ruhig, sicher. Prete Cirillo, das wußte er jetzt, würde nicht mehr nach Neapel zurückkehren. Doch eins noch. Es kam ihm vor. als ob die Brechstange, wie sie dalag, schief über den Akaterialhaufen geworfen, dsm Auge niehr sagte, als sie sollte; und er hatte noch die Kraft, sich zu bücken unk sie in die sandige Masse zu pressen, so tief, als die Hand reichte. Dann aber fühlte er, wie ihn die Kräfte verließen. Er rannte hinaus in den Garten, die Olivenallee hinab, bis dorthin, wo auf einer Wiese, voll Grün und Sonnenschein, friedlich Salvatores Ziegen weideten. Dort blieb er plötzlich stehen. Die Beine ausemandergespreizt, rm weichen Boden bis zu den Knöcheln versinkend, stand er und starrte blöden Blicks die Ziegen an; unld fo Ziegen starrten blöden Blicks zurück, ohne ihr Wiederkäuen zu Mlterbröchen.... 3. Kapitel. Nach der That. Stimmungen. Ein tiefer, warmer Friede schlummerte über der Gebend. Schmetterlinge wiegten sich in der Luft, Libellen mit durchsichtigen Flügeln umflatterten die Blüthen. Die fröhlich: Aprilsonne goß eine sanft: Wärme über Gras und Bäume, die verschiedenen Nuancen des junjgen Grüns der Oliven, Sykomoren und Lorbeerbüsche zu frischen Gegensähen steigernd. Alles schien so stillvergnügt, so herzensruhig, als wäre Prete Cirillo gar nicht todt.... Dem Baron kam alles, was geschehen war, wie ein Traum vor. Aber kein Traum war der dicke Stoß Banknoten, den seine Hand fühlte. Das war Gekd, wirkliches Geld, und speziell für ihn Heil, Ehre, Freiheit, Leben kurz das Alles an Stelle des Nichts.... Nachdem er ein paar Minuten so dagestanden mit einsinkenden Füßen, als zöge ihn ein Bleigewicht in die Tiefe, fühlte er die Nothwendigkeit, den Bann abergläubischer Schauerempfindungen von sich abzuschütteln. Nervenstimmungen und nichts andies!" sagte er mit lauter, klarer Stimme, wie auf eine innere Frage antwortend. Damit wollte er sich's zum Bewußtsein bringen, 'daß Stimmungen vergehen, Thatsachen bleiben. Alles ivar ja gut gegangen. Niemand hatte den Prete Neapel verlassen, r?mand ihn die Villa betreten sehen; niemand kannte die Beweggrüttde seiner Abreise, noch den Ort seines gewMen Aufenthaltes. Die Villa war nun auf tveitere dreißig Jahre zur Einsamkeit verurtheilt das 'war alles. Eine Eidechse hatte es gesehen; aber Eidechsen rede nicht. Wem sollte es einfallen, ein Thor zu erbrechen, einen Schutthaufen zu durchwühlen, nur um einen Menschen zii snchen, den niemanid reklamirt? Wohl war Salvatore da; aber er war ja ein halbe? Kretin, der arme Alte, und dabei fo gar nicht neugierig! Helles, lebhaftes Glockenklingcn weckte den Baron aus seinen Betrach-tung-en. Martino war es, .der den Weißen Sonntaq einläutete. Der festliche Schall erfüllte dieHügel und den blauen Himmel darüber mit Fröhlichkeit; es koar ein lustiges, kindisches Treiben, als spielten die Glocken miteinlder in den Lüften Bersteckens.) Seine Excellenz, zum Bewußtsein der Situation zurückgekehrt, fühlte nicht die Kraft in sich, bis zmn Abend auf Salvatores Rückkehr zu warten. Er schloß die Ziimner. er schloß das Gitter an der Platanenallee ab und verließ dann das Haus bei den Stal lungen, nicht ohne von auhen einen rascheu Seitenblick nach der Höhe jener Mauer hinauf zu thun, die das bewnßte Höschen umschloß. Es war ein in instinktiver Blick und keineswegs etwa durch du Furcht veranlabt. er I konnte über der ZiegeleindeckuRg der , ) Tttt 5l L'sk? vi,,icht v?rZodllche n doch f?iT 'jrid),i(n5f Pkrzlkich cctlärt sich dncch lit ttU't ikijt durch Tr,lmkl , dkk GMem lu.tt brtt.ir jfbrtt. 'Xfiiina 6r itotiriiiüfet ti 3rfti ''flut': sin XbniuinS, fcr attrrj mit tmjeut Mn Scicri.ch5.it nicht ta.it ftuumt.
ZÄauer'das gelbliche Gesicht des Prete herausgucken seh:n. Auch diese Pforte versperrte er mit dein Schlüssel wvh dachte dabei mit o.riminrgem Hi::uor: So! Jetzt soll er es versuchen., durchzugehen!" Und unter A?rmei:dll::g des Dorfes, um die Nengierze der eute nicht zu erwecken, machte er stch auf den Weg. in dersc(b:n Richtung, aber nicht auf dem gleichen Wege, den Salvztore ein'gesch:.aZen. Ans ein?m Abkürzungswege über die Hügel hosste er dem Alten zuvorzukommen, der jo?nsalls die Landstraße geivählt hatten Er marschirte' frisch 'darauf los; und aus die Straße gelangt, setzte er sich wartenid auf eine Seitenmauer und zündete stch behaglich eine Havanna an, ganz wie ein bidoerer Sommerfrischler, der sich nach des Tages Last und Mühen ein Naststündchen gönnen will. Vor ihm dehnte sich in wunderbare: Perspektive, hineingeschmiegt zwischen Hiimnel und Meer, wie zwischen zwei tiesblame Muschelschalen, jenes Stück des Parckdieses auf Erden aus, welches der Golf von Neapel heißt. Im Hiniergrun!de puffte der Vesuv seine weiße Rauchsäule in den reinen Äether empor, rnd das Gelände, um seinen Fuß schimmerte vm weißen Licht einer wütmes'atrm Atmosphäre.... Linker Hanld, hinter dickten Lorbeerbllschen, lugte der gvaue Dachfirst der Villa hervor; ein Wölkchen schwebte darüber, einen Hauch von Melancholie in das lachende Bild schalst). Stimmungen, nichts weiter!" wiederholte sein Mund mechanisch, ' fast unbewußt. Es war gerade, als spräche nicht er, sondern aus seinem Innern heraus der Geist eines kühlen Änatomen. Dann saß er schweigsam; sein Blick ruhte sinnend auf den Fernen des Horizonts, als wollte er ihre Geheimnisse ergründen. Die Havanna war ihm ausgegangen. Er fetzte sie 'wieder in Brand und begann den Rauch behaglich gegen den Himmel zu blasen, mit der wohligen Sorglosigkeit eines Mannes, 'der nach einem guten Diner im Garten veroaut. Friede, Ruhe, Frühlingswonne. Licht war alles um ihn her, gerade als wäre nichts vorgefallen. Martin der Meßner läutete noch immer in sei.iem verrückten Tempo weiter, und beim Klang der fröhlichen Melodie tanzten die Echos am Horizonte. Stimmungen gehen vorüber, aber Thatsachen bleiben! murmelte er wieder, wahrenld seine Hand sich ein wenig senkte, um den Bausch'in der Tasche zu befühlen. Wieviel Geld doch der Nerl bei sich gehabt hat! Noch war es ihm nicht möglich gewesen, die Summe zu. überzählen; aber foweit er in der Geschwindigkeit hatte schätzen können, war es ein Vermögen, was er da in der Tasche fühlte unö nicht anzusehen wagte, im vagen Gefühl, der Traum könnte entschwinden und er in schrecklichem Erwachen den Carabiniere vor sich sehen. Endlich tauchte an der Straßenbiegung Salvatore auf. Der alte Mann schleppte sich 'mühselig oen steinigen Straßervdamm entlang, ohne seinen Herrn zu erkennen, und wäre auch an ihm vorbeigegangen, hätte ihn nicht der Baron mit dem Ellbogen angestoßen. 'Da fuhr der Greis aus seiner Lethargie auf und stieß ein O!" hervor, in dem jedoch nichts von Verwunderung lag. Ich muß gleich abreifen," sagte fein Herr zu ihm, und wollte. Dir vorher nur den Thorschlüssel übergeben. In der Villa habe ich alles selost abgesperrt. Sollte jemand kommen und sic anzusehen verlangen unter dem Vorwände, ein Käufer zu sein, so antwor-
te nur ohne Umstände, daß die Villa nicht zu verkaufen ist. Oder noch besser: sage, daß sie schon verkauft .ist, und daß Du niemand hineinlassen darfst. Hast Du verstanden?" . Es wird niemand hineingelassen werden. Euer Exzellenz, mein gnädiger Herr!." antwortete der Alte. Jeder Zoll an ihm war. Demuth und Unterwürfigkeit; der ganze Mann das Bild ,des alten treuen Vasallen, der bereit ist. für seinen, Herrn alles zu geben, selbst das Leben. Der Baron suhlte, daß von diefer Seite ihm keine Gefahr drohte. Gib mieden Brief zurück." fuhr der ! Baron fort. Ich werde ihn lieber durch 1 die Post schicken. Unk Du kehre ruhig heim. Du bist alt und brauchst Ruhe.O Eccellenza!" ' Ich werde Dir auch etwas Geld schicken, damit Du doch nicht gar fo ;in Hundeleben führen mußt." . O gnädiger Herr!" Beim Sprechen seiner paar mitleidi--gen Worte hatte der Baron gefühlt, wie: sein He'z von .oirklicher und warme? Zärtlichkeit schwoll.' Salvatore und Madldalena hatten ihn fa auf ihren' As men getragen; in ihrcu treuen Herzea ledte alles fort, was an Zhm, ihrem geiieblen .Padroncino" einst gut und edel gewesen und er wo im eigenen, aber nicht m ihrem Innern zu todten !rmöcht hatte Lange stand er vnti sah dem Greise kach. wie er gehorsam seines Weges Mg, um dort in der Villa jenes andern" Gesellschaft zu leisten; usd ein leichter Nebel trübte einen Augenblick lang seine Pupille. Der Nebel löste sich. 5nd der Baron fühlte seine AuzenwinItl feucht weeden Martin harte nach einer Pause seine tUt GlockeWuupk wieder . aufgeuom--nen. Stimmungen, Stimmungen!" wie verholte zum drittenmal jene Stimrae lm tiefen Innern des Barons; und es schien ihm, als gliche sie, sonderbar genug, jener seines scrmosen Nihilisten, des Doktor Panterre. Die Sonne stand schon tief. Er erhob sich, schüttelte mit. ter Bewegung emeZ Löwen sein mäch. kiges Haupt und sah nach Zeit, tzs 3ai v'rer Uhr.,. . . : - . ' .
Der Prete war Schlag eins erschle r.en. Wie viele Ereignis e in dieser kurzen Spanne Zeit! Der Baron hatte daZ Gefühl, in, diesen drei Stunden zehn Jahre verlebt zu haben.... Um vier Uhr fünfunddreißig sollte der Zug nach Neapel abgehen. Nasch schlug er einen zweiten Feldweg ein. der ihn, mit abermaliger Vermeidung des Dorfes, auf die Hauptstraße führte. Von hier unternahm er einen kleinen Abstecher seitwärts, in der Richtung gegen die See, umging ein Gehöste von rückwärts und erreichte wieder die Hauptstraße; alles das im Zleichmäßigen, lebhaften Schritt eines Mannes, der in Geschäften seinen Weg geht; bis endlich der Pfiff der Lokomotive ihm die Annäherung des Zuges anzeigte. Dennoch wartete er noch ein wenig abseits, um ja nicht zu frühe zu.kommen, setzte sich dann yi Laufschritt! und kam eben recht, um sein Retourbillet vorweisen und in das letzte offenstehende Koupe hineinspringen zu können. Er fand nur zwei Reisende vor. ein Hochzeitspärchen, Schweizer oder Deutsche, welche wahrscheinlich' ihren Honigmond im Arm der Seenixe zubringen wollten. Umgeben von einem Wust von Täschchen, Körbchen, Plaids, Schirmen, saßen sle eng zusammengerückt, fest umschlungen, Schulter an Schulter, Hand in Hand; ihr: Augm schweiften weit über das blaue Meer, verloren in der leuchtenden Unendlichkeit der ngungslosen Fläche, welcher der beginn nende Sonnenuntergang einen neuen Reiz verlieh; und chre Lippen murmelten Worte, aus welchen die ganze innige Weichheit germanischer Liebe hervorzuklingn schien. Sie war blond, mit einem rostgen Hauch über ben Wangen und zwei blauen Augen, aus denen jungfräuliche Reinheit leuchtete. Man errieth eine Seele, die kein Flecken trübte, in der sich Gottes Antlitz widerspiegelte wie in geschliffenem Krystall. Der Baron schleuderte seinen Zigarrenstummel zum Fenster hinaus, fpuckte zu Boden und wartdie dem Paar den Rücken Mit beiden Händen an den Fensterrahmen sich kkammernd wie ein todtnrüider Mensch, drückte er die heiße Stirn gegen die Scheibe und starrte unter geschwollenen Lidern weg unverwandt in die Landschaft, ohne doch draußen etwas andres wahrzunehmen, als ein wirres Flimmern vorbeifliehender Lvchtesfekte. Solange der Zug, der eine' Berspa tung einzuholen hatte, mit voller Dampfkraft 'dahinraste, ließen das Nädergetöfe, die unausgesetzten. Signalpsiffe, die. Enegtttit, welch? 'das Bewußtsein übermäßig forcirterGeschwindigkeit in ihm hervorrief, und die sich: in stärkerem Pochen der Pulse,, des bereits ziemlich stark an Hypertrophie leldenden Herzens äußerte, dem. Baron, keine Zeit zum Denken. Ja, eine gute Viertelstunde hindurch vermochte er,, ganz absorbirt durch jene körperlichen Erregungen, die Situation gänzlich zu. vergessen. Als aber das Tempo endsich abnahm, kehrte ihm auch die.'Vesinnung zurück, und als der Zug in den Bahnhof einfuhr, hatte er sich selbst
ganz wieder. Und er war verwundert, " r r r . ic . r . ip y r. i iio) i.o ruyig uno vyiegmalliaz zu i , hen. ... J tm??JfvT5 A fr1hf-nir4. v- trtr( VWilUUyi 114s U1V11UV.IV VI. llCbU VkV Stadt, das Bild eines friedlichen Bürgers. In dem Maße,, als er die-gewohn-ten Häuser und Gkschäftslokale,, die altbekannten Straßengesichter wiedersah, nahm auch die Mbagsstimmung wieder von seinem Inneren Besitz, von Minute zu Minute' mehr, bis zur. volligste Gemüthsruhe. . Bevor er nach Hause ging, wollte- er sich noch durch ein Glas. Selz mit. Eis erfrischen, und trat zu. diesem Zwecke bei Compariello, dem Li'quoristen: der eleganten Welt, ein. Er fund 'dort eine zahlreiche Gesellschaft und,- horchte längere Zeit mit Interesse den lustigen Geschichtchen, die der Marchesino-d'Usil-ti, Direktor des Belocekwb und Altmeister im Gebiete der kleinen Skandalge schichten, zum besten gcck Zuletzt nahm ihn Usilli,. welcher-wuß-te, daß er auf der schwarzen, Liste des Klubs, della Z5enice figurirte.. beiseite mck sagte ihm mit leiser. Stimme: Mir thut's leid.. Santa., daß es dazu gekommen ist.. Ich für. mich habe Deine Partei gehalten aber Du hatfest dreiundzwanzig schwärzt Kugeln auf zwölf weiße. Willst Du eine Kleinigkeit, um wieder einmal Dein Glück zu versuchen? Ich könnte Dir bis zu zwanzigtausend Lire auftreiben und zu christlichen Jnterenem . Da seht einmal diese. Mech!" schrie Santafusca. Heut,. wo ich's. nicht mehr nöthig habe, kommen sie alle und wollen mir Geld antragen' Na, na, eine GoldmiÄe wirst Du auch, nicht entldeckb Habens Ich weiß so-, gar, daß Du. in schweren: Berlegenheiten bist. Santa! Vertraue Air als Dei-. nem gten Freunde! JD eZ wahr, waQ sie voA.Dir.sagen? ; :j -1 Was dennZ"; fragte "der Aaron nifc heiserer. Stimme. ' : r Daß Du nicht evWal imstande bist, den, Sacro Monte lumpige fu'nfghn taufend zuvickzuzahkn? : So arg ist es. nicht. Ich hoffe nen Aufschub zu fang!." murmelte SanÄfusca mit nieeraschlagenen Äugen. .Aber sprechen vir donMarlnelli. Was i macht -d soReckte Person?.' Seit mir das Glück den Rücken gewendet. . lauft sie herum und verschreit, mich als eisersüchtigen Wüiherich. Ilird Lellina? Ist sie dem di Spiano noch treu? Ich meine immer, di Spiano genießt nur die Ehre zu zahlen, während Du - Ach, was redest Du da zusammen! Nicht einmal gematt mochte ich sie ya ben. Deine Lelljna! Nimmst Du i nen Absinth?" (Fortfeiung folgt.)
Für die Auche. BrünnerSuppe mitSem m e l k l ö ß ch e n. Ein kleiner Sell:riekopf, zwei Kohlrabi, zwei Mohrrüben, zwei Petersilicnwurzeln und eine Porreezwiebel werden in ganz feine Würfel geschnitten und in einem Eßlöffel voll Butter fünfzehn Minuten langsam gedünstet. Nachdem füllt man die vorher bereitete Bouillon über das Wurzelwerk und läßt sie mit diefem zusammen noch dreißig Minuten kochen, um sie dann über die SemmelHöschen anzurichten. Die Klößchen werden folgendermaßen bereitet. Einige Milchbrötchen werden fein ge schält, eingeweicht, dann gut ausgedrückt und mit einem Löffel voll Butter in einer Kasserolle aus dem Feuer so lange gerührt, bis sich die Masse vom Boden des Geschirrs löst. Noch heiß verbindet man sie mit einem ganZn Ei, fügt, nachdem sie erkaltet ist, noch zwei Eigelbe, Salz, ein wenig geriebene Muskatnuß und einen Löffel Mehl hinzu, formt kleine Klößchen vnd läßt diese iu Brühe oder Wasser gar kochen. Gänsebraten- mit Mac.c a x o n i. Eine gereinigte und ausgebeinte Gans wird inwendig mitSalz und Pfeffer ungerieben, dann laßt man ein Psmrv' tleingebrochene Maccaroni in Salzwasser einmal äufko chen auf einem. Siebe cblaufeu, dermischt sie mit einem Viertel Pfund geriebenem Parmesankäse, und 2 Unzen frischer Butter, füllt, sie in die GanL, näht dieselbe zu, bedeckt sie mit einem gebutterten Papier, legt sie auf einer Unterlage in einr Pfanne mit ij Pinr heißem Wasser und brät sie unter . fleißigem Vegießen 1 Stunden, woraus man sie.' mit. der eigenen Sauce, einer Madeira- oder Tiuffelsauce aufgibt. Geflüaelpains.. Reste von allerhand Geflügel werden ausgelöst und feinsten gewiegt. Man fchwitzt in 2 Unzen Butter 2 Löffel Mehl und eine kleingeschnittene.- Schalotte, derkocht dies mit einem-. Viertel Pint Weißwein, gibt den Saft einer halben Citrone, 75 Gran Fleischertrakt, Pfeffer. Salz-und geriebenen. Parmesankäse dazu, so daß man eine dicke Sauce erhält, und vermischt mit ihr und acht Eigelb das gewiegte Fleisch.. Die Masse wirken kleine, mit Krebsbntter ausgestrichene Förmchen gefüllt, die man 25 Minuten im Wasserbade gar macht. Man stürzt sie-und überzieht sie mit dicker Trüffelfauce. die so dick gehalten sein muß, daß sie die-Pains nur überzieht, aber nicht herabfließt. Trüffirt e S ch wein s.su ß e. Etwa 1214 Schweinssüße flammirt man über, dem Feuer, um alle, kleinen Härchen zu entfernen,, wäscht sie und kocht sie- in einer KräUtermarmade langsam weich, was 5 7.tunden erfordert. Man läßt sie halb auskühlen und löst nun behutsam- die Knochen heraus, um si dann sogleich; mit der folgenden Farce zu füllen. Mcm zerschneidet ein Pfund frisches: Rippenfleisch vomSchwein in Stücke, thut es mit 6 Schalotten, den Abfüllen von 6 Trüffeln-und 12 Champignrms, Petersilie, Gewürz und: einem halben Pint Weißwein in eine fesischließende Kasserolle und dünstet dies eme Stunde. worauf-man das Fleisch wiegt.
mit geweichter Semmel und) uvem Ei vermischt' und kühl- stellt Die Schweinssüße werden -auf .einem Tuch ausgebreitet, mit Farce besirichen, mit Trüffelscheioen belegt, diese wieder mit Farce überstrichen und dann- die Füße wieder möglichst in ihre? natürliche Form gebracht. Man wendet sie in , . , . .,.? . m lauwarmer Buner, panrrr:ne:rn inciobrod und . brät sie kurz-iwr- dem An-, richten auf einem Rost.- Ein? kräftige Jus wird dazu gegeben.-. mittxt V i e s. D Fülle zu diesen Püstetchen wird) schon einige Wochen vor dem Gebrauch hergestellt. Man nimmt dazu das'-besiL Stück einer Zunge, wiegt es sehfL, enthäutet und .wiegt auch iunSM vtxnvs nierenfett aanz fein- und? mischt beides' mit 5!- geschälten, , kleingeschnittenen Aepfeln-, einem PfuMge.rernigten Ko rinthen. 10 Unzen Rasin. mt man: entkernt und klein schneidet. 1Z Unzen: gewiegtem Citronat. em halben ge hackten CitronenschäZkk, dem Saft von 2 Ciironen, 14 Unzun Zscker, einemi halben Löffel O.ringenluthenwassez etwsS gemischtem ftinenü Gewürz und einem kleinen GlaS Bricndy. - In ex nem: Steintopf wirk dieses Müttt Meat" bis zum .GebraLch aufbewahrt. ME man die H&ileichra backen, so,öeirkkt man emenguten Blatterteigden man zwei Messerruit stark ausut und zum Au5!kgur kr kleinen jpge nannten .PctzefvWen" verwendet. Mwr füllt Fvrmchen mit. dem Mlnce Mea:. Ita einen TeHdeckel darüber, besÄeich-t: ihn mit geschlage nnn Ei unrz bM die Mince 'chles in Ant durchhitz-ikm'. Ofen. Zuletzt vrrd Hre OberfÄchr xft feinem Sucker bei t . e. p 'w. ureui uno meze? im jjen jcacizm gelassen. feil ti'it Pastecche beim Anrichten wie glasirt aussehen. Rother Punsch. Pfund Zucker xrdes mit einem btben Pint Wasser eo ha5 Feuer gtfci; wenn er zerganzen ift. gibt man zwei Flaschen Rothlr? hwein und letze eS heiß werden Mich dem Erkalten, zkbt man noch ein Purt Arak darar d.Uronenpu4 In einem Pire Wasser klärt man ein Pfund Zucker und kocht ihn mit der sehr dünn abgeschälten Schale von einer Citrone rd dem Saft don dreien bis zur Syrupdicke, läßt ihn auskühlen und gießt zwei Flaschen Weißwein, 1 Pint feinen Arak und ein Pint nicht zu starken Thee hinzu, seiht' die Flüssigkeit durch eine reine Serviettt, macht sie über einer Spiritus- ode? Saöflamme heiß, ohne daß sie kochrn tos, und sei, virt den Punsch. . . ... .
