Indiana Tribüne, Volume 20, Number 106, Indianapolis, Marion County, 3 January 1897 — Page 3

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ijftisis dosÄveto z Roman reu gmiho de Mzrchi. (1. Fortsetzung.) Allein er wai grüMich -davon über jeirqt, daß der Äensch nichtZ'als eine Handvoll Erde, und tafr die Erde zur 5rde zurückkehrt, unr dort iu bleiben. Das ivissen, hatte ihn Doktor Pan terre gelchrt, ist ein Luxus, einer du Komforts der Glücklichen dieser Erde. Uni) Gott? Gott ist ein Stecknadelkopj im Himmels kissen.... In dieser Beziehung also war d 'Baron so beruhigt, als man es nur sein kann. Hätte er gelaubt. wie Macbeth odcl Aristodemus, den Schlaf seiner Nachte in Gefahr zu bringen, so wäre es -etwas andres gewesen; aber er hatte .nicht die geringste Anlage dazu, einem Roßi oder Salrini ins Handwerk zu .pfuschen. Bei der ganzen Geschichte war nur -ein: Gefahr, nämlich die der Ueber stürzung. welche ihm die Polizei Mb, aus txn Hals bringen können.' 2' 5k sell schuft ist gerade wie d Wftte?. Man darf sie betrügen, soviel man will, nur erfahren soll sie es nicht. Man trfT -Tt tn inrtr 1lnninVn'!f Sflnn Uk IW ttt listet ttllV I Vlktyt II, VUltll erhält man ihre Liebe. ) Es hieß also, vorsichtig vorgehen; 'Prete Cirillo mußte ohne Geräusch ver schwinden wi ein Stein, der, glatt .aufs Wasser gelegt, sachte, ohne Laut in die Tiefe gleitet. Unter solchen Gedanken ging der 'Montag, Dienstag und ein Theil des Mittwochs vorüber. Da fing der Ba ton an, unter der Anstrengung des -ewigen Grübelns zu leiden. Eine gewisse Llufregung hatte sich seiner be mächtigt; mehr als einmal ertappte er sich auf der Straße, wie er über ir.gend emem schwierigen Dilenima zwei Finger wie eine Gabel vor Augen hielt coer, einer zornigen Erregung der Beininuskeln nachgebend, wie ein Narr das Trotioir entlang rannte. Er begann zu fürchten, die Leute könnten ihm zwischen den Furchen seiner Stirn hindurch die Gedanken aus dem Hirn herauslesen. Ungeduldig, nervös erregt, fiebergeschüttelt, ergriff er am Mittwoch die Feder und wars folgenfct Worte aufs Papier, Lieber Don Cirillo! Ich bin heute abgereist, um in der Villa ein wenig Ordnung zu machen. Mit mir befindet. sich Don Nunziante; er ist von allem unterrichtet und finbet, daß Sie ein phänomenales Geschäft machen. In Gottes Namen, ich büße eben für meine alten Sünden. Wir haben übrigens nicht über deu Park gesprochen, welcher niehr als zwanzig Moggio) mißt. Ich bin geneigt, Ihnen auch diesen abzulassen. iyenn Sie Geld haben. Aber ich brauche Kassa, denn der Teusel hat mich auch heute Nacht wieder verliern lassen. Ich erwarte Sie morgen. Der Zug geht um zwölf Uhr zwanzig Minuten ab; um ein Uhr können Sie da sein. - Vom Bahnhof schlagen Sie die große Olivenallee ein; ich werde dafür sorgen, dafr das Gitterthor offen steht. Sie finden in der Villa bequeme Uuterkuuft für die Nacht. Auf Wiedersehen !- Um zehn Uhr sandte er den Vrief ab. und zwar durch die Post; denn er wollte, sozusagen, dem Schicksal auch einen Theil der Verantwortung überlassen. Dann fuhr er mit dem Mittagszug nach Santasusca ab. Prete Cirillo hatte inzwischen seine Zeit nicht verloren. Auch er hatte mancherlei vorzubereiten und anzuordnen, um, ohne Verdacht zu erregen, aus der Stadt und damit aus dem Bereiche jener Nachstellungen zu gelangen, die zu ertrage.! er sich nicht mehr imstande fühlte. Zuersl suchte er Gntschelw auf, mit dem er abrechnete. Er lies; ihn dabei weit mehr gewinnen, als der Mann verdiente. Aber da es sich um baar Geld handelte, hiesz es koulant sein. Hierauf begab cr sich nach der ttasse der Bank von San Giovanni und behob eine Anzahl auf den Ueberbringer lautender Nenteutilel. die er der Si cherheit wegen dort in Depot gegeben, und welche zum Theil aus einer alten Erbschaft, zum Theil aus seinen geHeimen Spekulationen stammten. Dann that er mittels eines Vrief chenö seinem Hausherrn zu wissen, daß unernxirt.'tz Familienereignisse ' ihn zwängen, sofort abzureisen. Da es un gewih sei, ob er zurückkommen werbe, halbe er den fälligen Miethzins, sowie den Wohnungsschlüssel seinem Neffen Gennariello. demSchuhflicker, übergeben, welcher Gennariello auch bevollmächtigt sei. die Habseligkeiten bei Zeit und Gelegenheit aus der Wohnuna Zu schaffen. Nun rannte er zur Waisenfondsverloaltung, um die Angelegenheit 'des ar. inen Barons zu ordnen. Mit Thränen im Auge stellte er dem Sekretär vor. wie der leichtsinnige Mensch am Nande desWgrunes stünde. Nein, man durfte, durste nicht z:: große Härte und UnLrbittlichkeit einen unglücklichen Chri stenmeirschen in die Berzweisliuig Ire? den! Er war gekommen, um in seinem Namen einen Vergleich anzubahnen. Ein' Stadtskandal würde sicherlich nicht zur' Hebung des guten Nuses der Instiwtwu beitragen. Kurz- er sckvahte so lange,, bis die Direktion 'sich- entschloß, achttausend Lire ein für allemal urid gegen Streichung der Vuchfchuld des Barons San, tafuZca anzunehmen. Er zahlte, steckte die - Empfangsbestätigung über fünfzehntausend in die Tasche und huschte froh und triumphirend von dannen. Da erste Geschäftchen war nicht übel gegangen. , , i M,g, ift gleich ,!, Echklktl " UCl'' ä'lU.

nssssi Tags darauf begab er sich auf die Zlurie und Holle, den hochwürdigen Kanzler über die Absichten des Erzbrschofs, sowie über die Höhe des Beträges aus, welchen Seine Eminenz an die Erwerbung von Liegenschaften zu wenden geneigt wäre. Er versprach schliehlich. im Verlauf der nächsten Wo che schriftlich ein ausgezeichnetes Ge schäst in Vorschlag zu bringen, welches er schon so gut wie in der Tascke 'habe. Mit Nückstcht darauf. da& es sich um das 3chl der ctirche und der Neligion hanidelte, würde er den liberalsten Preis machen. Für den Augenblick wollte er sich we der über Lage des Objekts noch Namen des Besitzers näher auslassen, son dern begab sich zum Marchese Vico Spia.no, um sich mit ihm betreffs seme? Hypothek auseinanderzusetzen. Da i den Marchese nicht zu Hause traf, f ließ er ein paar Zeilen zurück, ts hielt schon am Abei?d desselben eine Antwort seitens des Spiano'schen Nentmeisters, in lvelcher dieser die Mö$U$eit eines Uebereinkommens in Kfche stellte. Ueber allen diesen Gesckäften ver rng 'dem Prete Cirillo die Zeit schnei ler, als es beim Baron bcr Fall gewesen war; und bevor der gute Diener Gottes sich's versehen, war der Morgen des vierten da. Gewöhnlich pflegte er das Haus erst gegen neun Uhr zu verlassen, um in der Zlirche Porto Salvo seine Messe zu lesen. Heute aber schlich er sich schon bei Tagesanbruch davon, zur Zeit, wo die Aufmerksamkeit der Leute noch ganz von den Vorbereitungen für den Tag in Anspruch genommen zu sein pflegt. Seinen Thomas unter 'dem Arme, verlieb kr 'die volksthümlichen Quartiere, lvm sich nach der Marino zu begeben, wo er unerkannt zu bleiben hoffte. Diesem Inkognito zuliebe gab er für den Tag sogar die gewohnte Messe auf und nahm in einem Winkelkafe nahe beim Zollamte eine Tasse Schokolade, in Erwartung der Stunde, zu xotltyx Gennariello. der Schuhflicker, seine kleine Butike aufzusperren pslegte. Diesem übergab er dann Schlüssel und Brief mit den Worten: Den Schlüssel bewahrst Du bis zu meiner Rückkehr den Brief aber trägst Du zu Don Ciccio Scuotto, genannt Jl Paglietta); Du weißt ja, der neben Äer Kirche San Giovanni a Mare wohnt. Ich muh nämlich eine vornehme Leiche, einen Senator, nach Mrano begleiten, wo die Familiengruft ist; und da will ich den Schlüssel nicht in der Tasche herumschleppen Soll ich Euch die Schuhe putzen, Don Cirillo?" Ja. Aus Respekt sür den Todten Wenn Ihr Zeit habt, will ich Euch auch ein paar Stiche machen." Zeit habe ich schon. Und übrigens hast Du recht; für ein Begräbnih la ch?n sie etwas zu laut, die Schuhe." Und er lachte auch über seinen Einfall, während er zusah, wie Gennariello die ärgsten Löcher in der Eile zustopfte. Ich werde Deiner armen Mutter im Meßopfer gedenken. Gennariello." O, wenn Ihr mir zwei gute Nummern wüßtet! Andern gebt Ihr welche; aber um Euer eigenes Fleisch und Blut " Mein lieber Gennariello. das geht nicht so, wie man will. Das sind Eingebungen, die man nicht erzwingen kann." O, wenn Ihr nur einmal auch für mich eine Eingebung hättet!" Meinetwegen versllche es einmal mit dem Dreiundzwanziger und dem Vier14 ! Ziger. Noch einen.. liebster Onkel, heiliger Mann; und gepriesen sei die heilige Dreieinigkeit." Gut so thue den Sechsundsechzig;? dazu. Aber nur nicht zu schwer aufla den weißt Du!.... Den Nummern fehlt zu ihrer Sicherheit der Steinbock...." Der frommgläubrge Gennariello erschöpfte sich in Dankesbetheuerungen, und als er dem Wahrsager seine Schuhe zurückstellte, glänzten diese rein und blank wie ein Spiegel. Prete Cirillo faßte die Zipfel seines Mantels, schob sich die Thomasscharteke unter den Arm und empfahl sich. In der Seebrise blähte sich das Mäntelchen hinter seinem Rücken auf wie ein Segel.... Da die Zeit sich nicht immer betrügen läßt wie die Menschen, und er nicht wußte, wie er die Stunden bis zum Abgang des Zuges zubringen sollte, so trat er in die Kirche -dell' Ospedaletto ein, um eine Messe zu hören. Einige wenige Leute umstanden ti nen Seitenaltar. an dem ein magerer, erschrocken dreinschauender Mönch mit Grabesstimme eine Todtenmesse las, aus einem Buche, mager und schwarzgerändert wie er selbst. Das Morgen licht, durch . schmutziggclbe Vorhänge brechend, erfüllte den Raum mit einem fehlen Schein, in welchem die Leuchter, die Lampen, die Rahmen der Al tarbilder unbestimmt flimmerten. Im friedlichen Halödunkel todter Nischen, vergessener Winkel hoben gemalte Heillge die Arme zum Himmel, schlummerten staubbedeckte Statuen einen le thargischen Schlummer, schmiegten sich uralte Grabinschristen in das Ge mäuer. Et lax perpctua lticcat ei..." sagte ider erschrocken dreinschauende Mönch, rnten, er. sich umwendete, die flachen Hände an den Schultern; und dabei heftete sich sein riefliegendes, lvnßes Auge auf Don Cirillo... Zusammengesunken am Fuße der Marmorbalustrade kauerte ein Weib, viell?icht die Wittwe, des Verstorbenen; ihrem schmer.zlichenSchluchzen, das von Zeit zu Zeit die Todtenstille der Wölbung unterbrach. , sekundirte aus dem Hintergrunde der Kirche der röchelnde Ton einer Lampe, der das Oel mangelte. ' ' , 23Jrlt:$: ortjlimrncr. '

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Prete Cirillo sühUe eine schwere Traurigkeit sich in sein Herz schleichen, und schwächer und schwächer machte sich die Strmme des schnöden Eizennuhes darin vernehmbar. Zweifel, Gewissens bisse stiegen rn ihm auf. Vielleicht hing er doch zu sechr an den irdischen Din gen und hatte darüber seine sittliche Vervollkommnung, die pflichtmäßige Sorge für 'das Wohl der Seelen verna.chlässigt! Eines Tages würde Gott von ihm über das anvertraute Pfund Rechenschaft fordern; und Gott läßt sich nicht mit Obligationen und Prioritaten abfertigm. Gott will mit dem Gold der Handlungen SZpVt hm. Wann dachte er, Äon LMTs, je einen Augenblick an den ta Lsigkeit? Zerknirscht, griinglUgt schwor Don Cirillo itai feierlichen Eid: der heutige Tg sollt der letzte seiner Wllcherlaufbahn sein. Einmal im Besitze der Villa uno den mit der Kurie abgeschlössen: Vertrag in der Tasche, wollte er. an nichts mehr denken als ans Wohl der Mitmenschen und das Studium der göttlichen Wahrheiten. Seine Renten würden ihm gesdatkn, viel Gutes zu thun; auch wollte er ein Tesiament zu Gunsten der Armen und Waiisen errichten. In ländlicher Stille, im kühlen Schalten derOliveu. fröhlich von Zikaden umzirpt, vor sich die weiten Berge, die See, würde er den goldenen Lebenabend des Gerechten genießen bis zu seinem seligen Ende.... Et libera nos a inalo!' sagte er mit Inbrunst und machte ein ungewohnlich großes und genau konstrutrtes Kreuz über sich. Dann stand er auf uttd entfernte sich, und zwar, um die Neugrerde Unberufener um so sicherer irrezuführen, durch ein Seitenpsörtchen, welches in eine Nebengasse ging. Noch ganz versunken in seine Zerlnirschung, wandelte cr seines Weges, als er sich plötzlich anrufen hörte: .Don Cirillo! Don Cirillo!... Habt die Gnade " Wer seit Ihr? Was wollt Ihr von mir?" Ich bin Filippino, der Hutmacher. Kennt Ihr mich denn nicht mehr?Ah! Ihr wollt mich wohl daran erinnern, daß ich einen kleinen Schuldrest bei Euch habe!" Ich soll auf demFleck sterben, wenn ich daran nur gedacht habe. Aber ich bin ein armer Teufel. Gestern war der Gerichtsdiener da und hat mir mit dem Auspfänden gedroht. Mein Weib liegt am ?!othlauf krank, meine armen vier Würmer sterben vor Hunger " Was kann ich dagegen thun?" Nur eine Kleinigkeit, Don Cirillo! Nur gerade, dab wir etwas in den Magen bekommen!" Filippino. ich bin selbst ein armer Teufel; und eben jeZt bin ich nicht in der Lage " Hört. Don Cirillo! Ich habe einen schönen, neuen Hut. den ich eigens für Euch beiseite gelegt. Eigentlich war er für Monsignore Vicario bestimmt gewesen, aber er fiel zu klein für ihn aus. Nehmt ihn, Don Cirillo, bevor die Pfändungskommi'ssion ihn fortträgt, und gebt mir das Nöthigste, um für meine Chiarina Medizin zu kaufen." Prete Cirillo überlegte, daß. da er ja nicht mehr nach Neapel zurückkehren sollte, ein neuer Hut nicht überflüssig wäre. Auch sprach noch ein Nest der eben durchgemachten Zerknirschimg in seinem Herzen; und 'da Filippino Laden ganz nahe, an der Ecke des nächsten Platzes lag. so ging er mit ihm hin und legte ein paar Lire aus den Tisch.' Gebt mir wenigstens zwölf Lire. Don Cirillo! seht d?ch den schönen, na-, gelnemn Hut.... leicht wie eine Feder.... die Bändchen von bester Seide " Punktum! Ich gebe nicht mehr als das." Aber Ihr habt auch noch einen kleinen Rest. " Prete Cirillo überlegte, daß es wirklich nicht anständig wäre, Schulden zu hinterlassen. Nun also!" sagte er. Elf Lire gebe ich. und damit gut. Und was die alte Schuld betrifft wollt Ihr drei gute Nummern dafür?" Wenn sie wirklich, wirklich ganz gut sind " Mir scheint, daß ich eben jetzt eine, gute Eingebung habe. Heute passiren sie das Zeichen des Steinbockes. Schreibt sie sorgfältig nieder, denn ich glaube wirklich, daß. sie von erster Qualität sind.Möge unser Herrgott sie Euch eingegeben haben!" rief Filippino, indem er die Feder zur Hand nahm. ' Schreibt einmal den Vierer an" (es war 'dies das Datum seiner glücklichen Flucht). Den Dreißiger" (der Preis er Villa). Und endlich den Neunjiger; der soll nämlich alles Glück für Zuch und Eure Chiarina bedeuten. Ädieu, Filippino! Ich muß eine Leiche nach Mia.no begleiten. Anu, lebt vohl!" Seinen wunderschönen, federleichten Hut auf dem Kopfe und auch das Herz merkwürdig leicht, schlug U Preoete, mich manchem Zickzackweg durch vie Gäßchen, die Richtung nach dem Lalhichos ein, als es eben Mittag schlug. Zwanzig Minuten später schmiegte er sich, mit dem rechten Arme St. Thomas von Aquin und seine Wissenschaft an sich pressend,, in d Ecke eines Koupes dritter Klasse. Niemand hatte ihn abfahren sehen; alle muhten glauben, daß er sich mit eurem Todten nach Miano begeben habe. Nun. der Todte war allerdings da, )a unter seinem Mäntelchen; aber es war ein Todter von jener Art, welcher oie Lebendigen auferweckt. Leo ,woyl, bleib da, Stadt der Nibgunst, der Kamorra, der Uuwissenheit!" rief er bei sich aus, als sich der Zug in Beweg Mg se tzte; und im dunkkn Hintergründe seines Gedächtnisses regte, sich ein lateinisches Verslein, daL er als Schulbube auswendig gelernt hatte: vatus ille qnl procul iiegotiis " D Tag war schön, hell ud frisch,

ein echter, frIlI7:r Apriltag Aber U Prevete war diesmal kein guter Astrolog gewesen.... 3. Kapitel. Am Vorabend des Verbrechens. Der Varon stand in seiner Gallerie, mit Unruhe das Erscheinen seines Helfers in der No!ch erwartend. Der kleine Palast der Santafuscas, ein etwas schnrfälllg:s Bauwerk im Stile deZ sechzehnten Jahrhunderts, wies selbst in seinem gegenwärtigen Zustande vorgerückten Verfalls, seit Jahren dem Heidekraut, dem Epheu und den Disteln überlassen, wie er war, noch manche ' Rcste seines einstigen Glanzes auf. Eine lange Allee von hundertjährigen Platanen führte zum Haupteingange, quer durch einen ummauerten Park. Park wk Allee, ja sogar die pompöse doppelte Nokokofreitreppe. welche zur großen Terrasse im ersten Stock hinausführte, waren mit Gestrüpp, Unkraut und Wuchervegetation aller Art dicht be?deckt. Und selbst dort hörte die grüne Fnvaston nicht auf. Epheustämme. Glyzinien, wilder Wem rankten sich die Mauern einpor bis fast zum Dache hinauf, breiteten dichte grüne Teppich? über den erbbröckelnden Verputz, drangen durch die Nitzen der Fensterläden h das Innere, umflochten die bauchigen G'itter. ja füllten selbst die Thüreingänge mit dichtverfrlzten Wucherungen aus. Einige verstümmelte Statuenreste, welche einst Jupiters und Merkure dargestellt haben mochten, ' waren heute nichts mehr als ein wrrres Durcheinsndir von Zttxigen Md SchlinMrk, UN ter dessen dichter Hülle der schwarzgeworden: Stein todt und begruben ruhte; und aus den verwitterten Schieferplatten der Altan? drängte sich üppigen Wuchses das Grus hervor, ein willkommener Spielplatz für die Eidechsen. Um ein Bedeutendes trübseliger war das Innere. Alles, was einst seine Einrichtung und seinen Schmuck ausgemacht, die Vasen, Wappenschilder, Kandelaber und kostbaren Gemälde, hatten sei! langem ihren Auszug aus 'dem Palaste gehalten, nicht um die Schulden des Gebieters zu bezahlen, sondern nur um momentan irgend ein Leck in dem alten Schiffskiel zu flicken, welches an allen Enden Wasser zog. Oede und Todes schweigen bewohnten allein die Näume. welche noch vor vierzig Jahren eine der stolzesten Familien des Reiches mit all ihrem Saus und Braus, ihrem ganzen feudalen Glänze beherbergt hatten. Wir sprechen hier nicht einmal von der Herrlichkeit vor und kurz nach der Wende des Jahrhunderts, als die Santafusca hier nicht viel weniger galten als zu Neapel die Bourbons. Die älteston Einwohner des Oertchns hatten noch von den Jagden und Festen, dem fürstlichen Treiben des alten Baron Nicolo erzählen hören der immer mit der Pistole in der Hand herumging, unso ruunt?n sich flüsternd Schauergeschichten zu, von Mädchenraub und Wollust. Orgien und Verbrechen aller Art. Was war von all dem geblieben? Nichts. Nein, weniger als nichts. Denn Baron Eoriolano war heute weniger werth als der erste beste der besagten Säulenstümpfe. Nicht nur, daß er" jeden Athemzug schuldig war. den er that, auch der Kerker war sein Gläubiger. Alle diese Umstände gingen ihm im Kopfe herum, während er, seinen Prete erwartend, die Galerie aus und ab spazierte, welche auf die große Terrasse führte. Ein: kalte, nackte Halle, in der sich nur noch einige Brokatfetzen an den Wänden, die Malerei der Wölbung und hie und da ein gutes Mosaik erhalten hatten; Neste alter Herrlichkeit, welche nur noch mehr geeignet waren, die tröstlose Oede und Verlassenheit der Gegenwart hervorzuheben. Ueberhaupt war das ganze Gebäude buchstäblich leer, bis auf ein paar Kämmerchen im Erdgeschosse, wo Santa fusca ein Bett und vier Stühle für sich ausgestellt und sich so eine Zufluchlsstätte geschaffen hatte, die eher einer Troglodytenhöhle als 'dem Absteigequartier eines vornahmen Herrn glich.... Die stets festverschlossenen Thüren und Fenster hatten da eine feuchtkalte Atmosphäre erzeugt, welche an unterirdische Gewölbe erinnerte; von den Wänden hallte der Fußtritt wider; geheimnißoolle Schatten huschten die Mauern entlang. Eines der Fenster konnte infolge seiner Ueberwucherung durch Schlinggewächse überhaupt gar nicht mehr geöffnet werden; in 'dieser allerdunkelsten der Kammern hatten Fleder mäuse ihre unreinen Nester gebaut, und U Barone wagte es gar nicht, in die Nähe zu kommen, aus Furcht, die ekelhafte Brüt aufzuscheuchen. Er pflegte von Zeit zu Zeit in der Villa zu erscheinen, wie ein Gespenst, und zwar immer dann, wenn er am dü-stersten-gestimmt, vom wüthendsten Hasse gegen die Welt und die Menschen erfüllt war. Aber me blieb er länger als einen oder zwei Tage; die Zeit nämlich, die er brauchte, um zusarnmenzukratzen. was etwa an nicht nietund nagelpesten Resten noch aufzustö bern war. Dann ging er wieder, wie er gekommen war, ohne eine Menschenseele gesprochen oder nur gesehen zu haben, auher Salvatore, dessen mageren Tisch er während seines Aufenhaltes getheilt. Salvatore, siebzigjährig, vom Schlage getroffen, zu drei Vierteln blind und zu neun Zehnteln verblödet, schleppte in dieser Wildniß sein? Existenz hin, in Gesellschaft eines . schwarzen Hundes und einiger Ziegen, die er im Parke weiden ließ. Er lebte von Absällen, wie eine alte Maus; der Verkauf des von den Ziegen übriggelassenen Grases, einig Büschel selbstgzogenen Salats, die Feigen und Mandeln, die er vom

Boden auflas, ein paar Hühner und die erwähnten Ziegen bewahrten ihn

vor dem 'Hungertvde. In snnem vor geschrittenen Kretinismus würde er seinen Herrn gar nicht ersannt haben. bälkn nicht dessen schwarzer Bart und der herrische Laut seiner Stimme ihre OltgewohÄe Wirkung geübt. Wenn.er diese Stimme hörte, erwachte in dem Alten, der seine Tage in der Sonne verschlizf. etwas von der früheren Lebcnskrast; seine Arme und Beine begannen sich zu regen, bewegten sich, wohl oder übel, im Sinne der langjährigrn eingewurzelten Gewohnheit des Gehorsams und der Ehrerbietung, wie ein alter verdorbener Webstuhl, der sich aus der guten Zeit noch das Gestelle ganz bewahrt hat.... Der Baron war, wie gesagt, am Mittwoch angekom'knen und hatte die Nacht im Hause zugebracht. Geschlafen wäre nicht das -richtige Wort; denn zu vle Gedanken wogten unter seiner SchädeZdecke hin und her, als daß er nur auf einen Augenblick hätte einschlummern könnsn. Aber es war auch nicht ein wirkliches Wachen mit osfencn Augen. Einsam in weiten, öden Räumen, am Vorabend entsetzlicher Ereignisse, gemartert vom Bewußtsein des über i'ym schwebenden Damoklesschwertes einer-, von teuflischenVor sätzen andrerseits, entschlossen, den Streich uwter allen Bedingungen zu führen, aber dolh in Todesangst davor, etwa nicht genugsam alle Möglichkeiten rorbedacht zu haben, wälzte er sich die Unendlichkeit der stillen Nacht hindurch fiebevisch auf seinem Strohsack hin und her mit dem Gefühl, auf lauter scharfkantigen Latten zu liegen. 'Aber neta diesen Erwägungen von bitterer Aktualität gingen auch Phantasten einher, die mit der Wirklichkeit nichts zu thun hatten...'. Gern hätte er das Aeußerske vcrmieUn. Gab eö ein Mittel? Villeicht. Der Prete war ein Hasenfuß. Ein paar gut angewandte Drohungen hätten ihn gewih derart in Angst versetzt, das; er froh gewesen wäre, sein Leben durch Herausgabe seiner Reichthümer zu erkaufen. Aber wie das ansangen? Und nachher? Wie vor seiner Anzeige stch sicherstellen? Nein, nein! Das einzig Sichere war, ihn zu tödten. Wie aber die Sache beginnen? Wohin zielen? Der Alte war misttrauisch. Durch di: Nichtamvesenheir des Notars stutzig gemacht, lvürde er mit seinem Golde nicht herausrücken. Vielleicht hatte er gar kein baares Geld mitgebracht, sondern nur Obligationen oder gar nur Checks, auf Namen lautend. Auch in diesem Punlic hiest cs mit Borsicht vorgehen; er nuifele ihm einen srenndlichenEmpsang bereiten, ihn zum Schwatz:n bringen, eine Jtunde mit ihm ma chen. ihm die groß: obere Halle, die Küchen, Stallungen und Keller zeigen .... die Keller.... die Keller wiederholte der Baron, in Gedanken die Worte uuterstreicheud. Die Idee hatte ihn srappirt. Wenn er den Mann veranlassen konnte, nur ein Dutzend Stufen hinabzusteigen, so daß er die hölzerne Fallthür über ihu, zu schliesjen vermochte, war er verloren; weder Gott Bater, noch Christus, ,wch Beelzebub konnten ihn mehr retten. ES gab da unten Labyriuthe, schauerliche Aerlieszc, lieberble'bsel der alten Fendalburg. auf deren Trümmern das neue Haus enlstauden war, und in die niemand je einen Fus; zu setzen wagte. Das richtige Weich des Nichts, wo selbst das Geschohene ungeschehen wird. Aber zum Hinabsteigen mußte man ihn bringen.... und zwar erst, nachdem man sich vergewissert, das; er das Gc'd bei sich hatte.... Hier begannen dann die Phantasieu: schwarze Gewölbe, Höhlen, Holzlagen. Katakombengänge, Brunnenschachte, feuchte uuterivdische Treppenfluchten, alles das die Kreuz und Quer mit starken Spinneweben durchzogen, welche sich klebrig um ihn legten, ihn umschlangen, am Gehen, in der Betvegung der Arme hinderten.... Dann ein gräfliches Ringen zwischen ihm und einer riesigen schwarzen Spinne, welche im Grunde niemanid anders war als sein Prete.... Zuletzt suhr er mit einem kreischenden Ansschrei im Bette enivor. Es dämmerte. Draußen im Garten jubilirten die Böget. Und plötzlich fuhr es ihm über die Wange wie das Fächeln eines sanften Flügels, ein süßer Anhauch aus seiner Kinderzeit. O. die schönen Morgenstunden, wenn er. aus seinem Bett springend, hinauseilte. um die reine Luft zu athmen) die Wange mit dem Than zu erfrischen, der glitzernd von den vollen Nosen nie-derträuselte!.. lind wenn er mit dem Uhu zur Jagd ausging, und wenn er beim Klang des Ave Maria niederkniete! Das. Glöckchen. das eben jetzt beim Morgengrauen erscholl; war noch das selbe, das ihn damals so froh gestimmt; es war auch derselbe. Don An tonio. der es läutete; der Priester, der ihn einst getanst! Aber freilich, dainalS war es ihm leichter gemacht als jetzt, das Problem des Leben-Z. Da stand? noch keine Ca-

rabinieri hinter dem Pfe'rler auf der Lauer, um ihn zu packen; Geschworene, Staalsanwälte. 5lcrhr wartn ihat un bekannte Veqriffe. Heute heute war es anders. Wenn 'der Prete ihm nicht das Gekd brachte, so sa'der letzte der Santasusca übermorgen im Zellemvagen. Das lvar bestimmt und unabwendbar; und für einen Edelmann ist die Schande ärger als der Tod. ' Aber waruAi brachte er sich nicht selbst ums Leben? Das wäre doch der einfachste Weg aus diesen gräßlichen Wirrsalm gewesen!.. Gewiß war es sür ihn ehrenvoller, Hand an , sich selbst zu legen,' als in die Hände der Polizei zu fallen. Bei diesem Gedanken begann das Awt der alten Santasusca in seinen Adern zu sieden, mit Heftigkeit rn sein Hirn emporzusteigen. Die grauen Wände färbten sich roth. nnid roth,blutigroth flammte ihm ik grüne Wild-, niß des Gartens.

Die Thx - Süwtore!" hatte schon önlmal dtt Varon, die Hände muschelförinig an den Mund haltend, von 'der Höhe der Terrasse hinabgerufcn. bis endlich seine Stentorstimme zum Ohre des alten Dieners drang, der. auf seinen Stock gelehnt, in die Betrachtung sein? Ziegen versunken, i:n Sitleu der Allee stand. Keuchend wie ein alter Blasebalg schlvankte Salvatore herbei, nm seines Herrn Befehle in Empfang zu nehmen. Da! Diesen Vrief trägst Du zum Pfarrer von San Fedele." Dort oben?" fragte Salvatore und deutete mit dem Finger nach emem fünf bis sechs Miglien entfernten Dorf hoch auf der Höhe eineS Hügels. Jawohl. Ich traue niemand als Dir. Wirst Du zu müde, so kannst Du ohne weiteres oben übernachten.Gleich gehe ich. Ich glaube, ich werde heule Abend zurück sein können.Der Baron stonfd einen Augenblick lang irachdenklich da. Sechs bis sieben Stunden hatte er jedenfalls vor sich, bevor der Alte zurück sein, konnte. Da!- sagte er. Für Tabak! Und er legte ihm zugleich mit dem Briefe ein paar Lire in die Hand; die letzten der letzten, die ihm Maddalena gegeben. Salvatore küßte die eigenem Fingerspitzen unid entfernte sich mit seinen wackelivden, kurzen Schrittchcn in der Richtung gegen die Stallungen, von wo ein Weg nach dem Orte führte. Sem Herr aber verbrachte eine einsame Stunde in der Galerie, die er, in seine verzweifelten Gedanken versunken, mit nervöfen Schritten auf und ab rannte. Er lhattö buchstäblich keimn Soldo in der Tasche, keinen Krodit, weder am Spieltische, noch bei den Lieferanten, und, abgesehen von jenem Letzten, worüber er mit dem Prete in UnterHandlung stand, nicht das Geringste mehr, das er noch hätte zu Geld machen können. Und auch die paar Tausend Lire, die er vom alten Geizhals zu erwarten hatte, mußten zum größten Theil auf die Bezahlung der dringendsten Schulden daraufgehen. Uno er bliöb arm und nackt, aufs Betteln lder Sohlen angewiesen, um sein Leben zu erhalten. Verächtlich ist das Schaf, aber der Wolf ist nicht verächtlich!" schrie es in seinem wilden Innern auf, während er aus seinem Fenster die lange Platanenallee entlang spähte, ob er nicht den Priester kommen sähe. Im Kampf ums Dasei muhte der Stärkere siegen. Das war das ewige GrundPrinzip der Existenz. Hätte er Skrupel, rekigiöse Vorurtheile, abergläubische Gespenstersurcht gekannt, so hätte er noch zögern können. Aber für ein wissenschaftlich gedrilltes Gewissen ist die Welt uirt) was daraus ist, einfache Matev're. Todt und lebendig, alles unterliegt demselben Verwesungsprozeß... In der grünen Niederung draußen ertönte ein Psrfs; und hinter dem Psisf her trug der Wwd das Hallen des von Neapel ankommenden Zuges herüber. Fast zu gleicher Zeit schlug es vom Pfarrkirchthunn herunter ein Uhr. Wird tx kommen?" fragte er sich mit leisem Beben.... Aber diese Frage fand keine Antwort. Obgleich Freigeist keinerlei Aberglauben huldigend, beschloß er doch für diesmal eine Ausnahme zu machen und ein Vorzeichen, gelten zu lassen. Kam Don Cirillo heute, so sollte ihm das ein Wink des Schicksals sein, zu handeln. Soeben zeigte ein zweiter Psisf die Weiterfahrt des Zuges an Vom Bahnhof zum Parkgitter war es ein Spaziergang von kaum zehn Minuten. Er wartete drei, vier Minuten. Der Prete erschien immer noch nicht! Er mußte wahrhaftig kriechen wie eine Schnecke.... ' Er tst nicht gekommen!" sagte sich enÄich der Baron mir einem Seufzer der Erleichterung. Und schon dachte er ans Fortgehen. Was hatte er noch tön ger in dieser Einöde zu suchend Wozu war er überhaupt hergekommen?' Und urplötzlich fühlte er, dast er Hunger hatte. Schon seit einiger Zeit war es ihm vorgekommen, als ob ein sonderbares Gefühl ihm die Magengegend zusammenschnürte; ber hatte nicht gedacht, daß das der Hunger sein könnte. Nun wurde er sich dessen urplötzlich bewußt, und ein Schauder rie--selte ihm durch die Aderm. , Hunger! er, Hunger! Konnte daS rnöglich sein? Wann hatte' je einer fU vcs Geschlechtes an dieser Krankheit gelitten? Und doch war es nichts andres.' Em Brennen, ein schmerzhastn Krampf in den Magenmusleln.. ern Santasusca litt Hunger! Zorn durchlebte ihn. Alle seine wilden. GeWsie waren mit einem Schlage wieder erwacht.

Wann Zomnlt er endlich emmal?" fragte er i:? wüthender Ungeduld, vährend er mit dem Wick das Halödsinkel des Baumgangs durchwllhlte. Und plötzlich schien es ihm, als sähe er et lras Schwarzes 'dort flattern.Warm kommt er endlich?" wiederhoUe a mechanisch; aber dafici wußte er es schon. Stetn Zweifel float mehr möglich. Sein Prete kam bedächtigen Schritte die kleine Steigung herausgewan dett, das Mäntelchen - geschürzt, d Arm fest uwdas Buch geschlungen, m dem Zkopse das nagelneue Hütchens (Fortsetzung folgt.) Nur dann. Sohn: Papa, ich habe eben ein Hufeisen auf der Straße gefusden.- Vater: .Na., dann wirf es doch fort.- Sohn:, Papa, , ich denke.' S 'bringt Glück wen man em Hufeisen findet. Vater: Ja. das heißt aber nur, wenn-ein Pferd daran .t in: - - -

Aur die Suche. H o l st e i n i s ch e Festsuvpe. Man öffnet 30 frische Austern, stichi sie aus der Schale und legt sie mit 2 Unzen Butter und einem Drittel ' Quart Weißwein nebeneinander in eine passende Kasserolle, läßt sie uf dem ffeuer heiß werden, legt sie darauf auf ein Sieb, putzt den Bart rein ab und thut sie in die Suppenschüssel. Borher hat man aus 2 Pfund Kalbfleisch und einigen Suppenhühnern mit 4 Quart Wasser und dem nöthigen Salz eine helle Fleischbrühe gekocht, di: man durchseiht und mit einem Buttermehl von 2 Unzen Butter und 1$ Unze Mehl bündig macht. Man thut diese Suppe nebst-den Austerbärten zu dem Fond der Austern und kocht sie damit eine Viertelstunde. Dann rührt man die Suppe mit 5 Eigelb, die man mit einem halben Pint Weißwein verkochte, und 3z Unzen frischer . Butter ab, schlägt sie mit etwas Cayennepfeffer und Citronensaft heiß und streicht sie zuletzt durch. Man gibt die Suppe über die Austern und dann sofort zur Tafel. Karpfen au four. (Französische Zubereitung.) Einem schönen, großen, vorgerichteten Karpsen wird der Kopf breitgedrückt und die Bauch feiten halb eingebogen, sodaß der Fisch in seiner ganzen Länge auf dem Vauch liegt, worauf man die Rückentheile vom Kopf bis zum Schwanz häutet. Man reibt ihn mit Salz und Pfeffer ein und spickt ihn fein. Der Fisch wird in eine passende Bratpfanne in steigende Butter gelegt, zu der man frisches Wurzel werk, etwas trockenes Gewürz und eine Zwiebel fügt, worauf man die gespickte Seite mit Sardellenbutter und Citronensaft beträufelt und nun den Fisch in einen gut geheizten Ofen schiebt, in dem man ihn etwa 15 Minuten unter fleißigem Begießen anbrät. Dann gießt man eine halbe Flasche Weißwein und einige Löffel Weinessig langsam. an den Fisch und brät ihn noch eine halbe Stunde. Man nimmt den Fisch behutsam aus der Pfanne, legt ihn auf eine heiße Schüssel, seiht den Fond rasch durch, kocht ihn mit etwas Glace auf und gibt ihn zu dem Fisch. Masthuhn mit Reis.. Ein dressirtes Masthuhn (Poularde) wird mit Citronensaft eingerieben, mit Speckscheiben überbunden und in eine Vraise gelegt. Zu der letzteren hat man ein Pfund Kernnierenfett fein $t schnitten, ebenso drei Zwi.ebew, eme gelbe Rübe, ein Porre, eine halbe Pastinake und .'Sellerieknolle zertheilt und dies mit drei Viertel Quart leichter Knochenbrühe, 3z Unzen würfelig geschnittenem Schinken, Gewürz und einem Lorbeerblatt eine Stunde gedünstet, worauf man die Vraise durchseiht und mit dem Saft einer Citrone vermischt. In dieser Vraise wird daS Masthuhn langsam weich gedämpft und indeß 7 Unzen abgekochter Carolinareis in Heller Fleischbrühe mit einer mit Gewürznelke besteckten Zwiebel weich gedünstet. Man richtet die Hälfte des Reises auf einer Schüssel, an, legt die zerlegte Poularde darüber bedeckt sie mit dem Rest des Reises, gießt etwas von der Braise darüber und bereitet von der übrigen Brühe mir. Buttermehl und gequirltem Eigelb' eineSauce, die man nebst einem Schüsselchen geriebenem Parmesankäse dazu reicht. Gänseleber in Kästchen Mehrere schöne Gänselebern schneidet. man in fingerdicke Scheiben-, die man einige Stunden in Citronensaft., einenr Glas Rum, Salz, etwas gewiegter Petersilie und Zwiebel marinirt. Diebeim Schneiden abfallenden Leberfetzew. wiegt man mit Geflügellebern undLuftspeck sehr fein, mischt eine eingeweichte Semmel, mehrere Eier, Salz Pfeffer und einige Löffel der Leber--marinade unter die- Masse- unw rührd die fertige Farce durch ein Sieb. Kleine Papierkästchen werden mit But ter ausgestrichen, mit der Leber gefüllt, diese mit Farce überstrichen und mit gehackten Trüffeln bestreut :.nd daSGericht im Ofen etwa 20 Minuten Zangsam gebacken.. Truthuhn- mit Trüffeln Der mit Trüffeln gefüllte Truthahrr gehört zu den feinsten, rifar auchi theuersten Schüsseln der- Kochkunst Man braucht zwei Pfund) Trüffeln zum Füllen, die man bürstet-, schalt und abrundet. Die Abfälle stößt'marr mit einem Pfund fettem- Schweins fleisch, einer: geweichten Semmel; der Truthahnleber, 2 Eigelb, 2 Löffel Madeira. Salz und Pfeffer ftp. streicht die- Farce durch ein DraMed und streicht' mit ihr-einen jungen., zuzn Braten vorgerichteten Puter fingerdtck aus. In dieser Zeit hat- mr dre Trüffels in Butter- mit, einerw GlaZ MadeiAr ziemlich weich, gedünstet wo. ttt ss? kalten- nnd mi ihrem

Satz in den Truthahn M..drefen. gut zunäht und 24 Stunden an einen- kal ten Drt stellt Nach, Verlauf diese? Zeit, wird de?- Trurvyn rn ira ein passenden- Pfanne im Lf unter sleiHigem Begießen aebrakn. Beim Abrichten verden dir Trüffeln her. OUsaenom?ren unk auf beiden Seiten .? . m r . l . : V Farnrt. Mr lena? kl und mit KaktosfellVhk. Fleisa extract und Wew zu Sae verkocht. Ochsenaugen. Man löst frische Austern aus ihrer Schale, nimmt dm Bart ab, legt sie auf einen Teller und wäscht die Schalen sorgsam aus.- In jeder Schale breitet man einen Kctfftt lösfel Astrachankaviar leicht ausevan der,' gibt eine Auster darauf und legt, auf jede Auster ein Citronenachtel. I m E i f t t. Mein Fräulein, ich liebe Sie wahnsinntg .Ach. das. hat mir auch fcfyctt. der. Herr Schnabl gesagt!" Äun, mit dem nehm' ich's noch imer Wahnsinn, auf!-