Indiana Tribüne, Volume 20, Number 100, Indianapolis, Marion County, 27 December 1896 — Page 2
Zum neurn Jahr. Prosit Neujahr! Hört ihr die Rufe im Stabilem er schallen? Hei! Nun mögen die Pfropfen knallen Lustig, Wie es seit Jahren war! Prosit Neujahr! Freuude stoßt an! Schüttelt euch bieder die Männer Hände! Ueber die holprige Jahreswende Führt uns hinüber der Hoffnung Ge spann. Freunde stobt an! Sei doch kein Frosch! Bruder, was können die Sorgen tau am?
Bruder, toaS sifei du mit trüben Au. atn. Drinnen der Lebensmuth aller erlosch? t! C - JT p - ei oocy rein rocu: Augen aradausZ Was dir im letzten Jahre verdorben, tttvt, oald hast du's wieder er worden. Morgen schon weht blr's vielleicht inZ HauZ. Augen gvadaus! Prosit NemabrZ Schwinget die Gläser und feuchtet die Kehlen, Und als Jahrspruch lasset uns wählen: Heiter im Glück und fest m Gefahr Prosit Neujahr! Iungsraucnyaar. Eine lustige Neujabrsgechichte LonCarl Wolf. m Vor vielen, vielen Jahren inei. : will nit grad sagen, es seien tausend, aber neunhundert sein's ganz g'wiß da is drobmet auf der Jaufenburg a .steinreicher Graf g'west. Jetzt wenn der Graf heut noch beim Leben sein thät. steinreich wär er a, weil die Aecker und Wies'n, de zu den G'schloß gehört haben, heut nix sein, uls steinige Ganten und öder Grund, und 's G'schloß selber ist a Steinhaufen, und nit mehr. Damals war in dem G'schloß a Glanz, daß jedweder Mensch, der einigangm ist, hat müss'n blaugfarbelte Augengläser trag'n. sonst wär er stockblind g'woid'n, so hat all die Herrlichkeit g'funkelt. Der Graf ist so auf's Prächtige s'wes'n. daß er sich einbildet hat, er kann lei auf goldene Böd'n wandeln. Aon Qlle Tischler im ganzen Thal hat r die Leimpfandlen z'sammeng'liehen und die ganze Dienerschaft auf'n Schloß hat müss'n z'sammenhelf'n. In die Leimpfandlen haben sie in der Kuchl drunt auf'n Herd nur lautere ST1 L fl . M - . .,oloiluaien gjcymolzn und aüt Studen- und ammerbodn sein fingertie mit lÄold an'gstrichen gwordn. Die Tischler haben als Entgeld ' Gold. oas rn die Velmpfandlen ist hängen blieben, außerkratzn und die Dienerfchaft hat dürfen die Pemstel bebaltn. Der Graf hat Tochter g'habt. Die ocytei war so schon, daß wenn f übers Feld oder durch' Wald gangen ist. hat s' müßn doi'n Gesicht a Voryangl tragn, denn Don die Manduleut ist jedweder, der sie angschaut hat, stoannarrisch gwordn dor Verliebtheit. In die Tochter war btz Graf selber so verliebt, daß er von einer Lästerung in die andere verfallen ist. Einmal hat er Oustgruasen gegenen Hnnmel:, Hergott hat er gruasn Gott verzeih mir die Sünd, i, erzähl ia lei. wie schreckli, daß er g'lästert hat Herrgott, hat er aruafn. schau a mal awer von Dein Himmel, ob D' unter Deine Enhl oder unter Deine HeUigen oan r: it n r . r , ri . Tinün uuai, oer 0 cpn wie mem Tochter." Lauft's einem da nit wia a Katz mit eiskalte Bratzlen übern Rückn, bei so er t. n ' einer Aeo e Von die anderen Läfternnaen will lieber nix sagn, sonst fürcht's Eng, die Nacht in der finstern Kammer zu schlafn. Von der Geburt seiner Tochter angefangen hat der Eraf auf der ausendurg alle Jahr rn tmtx gewölbten, feuersichern Kammer a g'strichns Star Goldstücklen ausgschüitet.zu an Hausn und in die Schaltjahr allemal geyaustes Star. Der Häufn Gold ist alleweil mehr ang'wachsn und wie's Grafenfräulein zwanzig Jahr alt war. ist der Äoldhaufn in der Kammer 'leicht so groß tzwest, wie derMisthaufn vorn Stall. Und dös war a Hausn, denn der Graf hat zwölf Schimmel. zwölf Rappen, zwölf Fuchsn und zwölf m " ä vn- . v zraunoien im Wiau neyn geyavt. Es hat sich aber aus'n ganzn Land kein Werber hergetrcmt, weil der Graf g'sagt hat. er muß grad so an Haufen Gold aufweisn. Da, in d Neujahrsnacht ist's 'west. die Leut' sein von alle Seiten der Kirche zugewandert und die Gloeken haben g'läutet, steht der böse, gottvergessene Graf auf'n Solder von sein Schloß und spöttelt den Leutncn. die zur Kirche gangen sind. Auf einmal steht mitt'n unter die Äirchgänger a Waldbruder. Sein schneeweißes Haar und sein Bart sein über'n Ruck'n und Brust gehangen und seine zwei Augen hab'n g'funkelt, wie zwei glühende Kohlen. Beide Arm' breitet er aus gegen Himmel und ruft: Siebenmal sei verflucht. Du Sünder! 3n die Höll' soll Dem Schloß versinken Und aus dem Loch soll gegen Himmel Dein sündhaft Lästern stink'n! Kein Baum soll wachsen und kein Strauch, Ersterben soll alles Leben, Bis einstens in der Neujahrsnacht ' Man wird den Zauber heben! Ein Jungfrauenhaar in fromm Hand Wird dö'Z zusammenbringen Und wird den gold'nen Schatz der 50? &vl Neujahr abderzwingen."
So erzählte die alte Gruberbäuerin
und es war rein zu verwundern. wie genau sie unterrichtet war in all' die . ' ' jen Sachen. Den Sckan drobmet in der Neujahrsnacht zu heben ist gar kein' Kunst. Schlag achte muß Einer, der die Kurascki bat. in ersten Scklonbof ein Lock aufgraben. Sieben Schuh tief, sieben Scbuk lana und drei ScknK breit. Bei der Arbeit darf kein Wort gesprochen werden, komm' da was nur ein- . ' . . . mal will. Der Teuf'l wird alle G'stalten annehmen, um den Schatz-
graber zu stör'n. Aber kein Ster- dem Sirt eine fordernde Freundin. benswotl, sonst versinkt er auf sieben Ohne Scheu konnte er das kleineHäusweitere Jahr. In derselben Nacht muh chen besuchen, wure dort sogar mit
er von einer Jungfrau Haupt sieben Haar' nehmen, die knüpft er z'sammen wie einBand. vorn d'ran einen geweihten Marien-Vfennia. und den seilt er n dem Haarband in's Loch. Fangt's an Mitternach zu schlagen, muß er anfangen und beim letzten Schlag muß der Pfennig Grund finden in der Gruben. Dann soll er in Gottes Nar r , l (..! rnen ansangen auszuziehen, uno oer ganze Schatz ist sein." Mäuserlstill war es in der Stube. nur das Ticken der Uhr hörte man und das Knacken der Brodgrammeln aus der Küche nebenan, denn die mnge Bäuerin schnitt Knöd'lbrod für den kommenden Tag. Die Kinder hatten sich enge an die Erzählerin herangedrängt, die Mägde ließen bei besonders spannenden Stellen die Spinnräder ruhen, und die Knechte berechneten, was em Star stnch'n a mess'n , Goldstücke in Guldenzetteln ausmachen dürfte. Als schon alles im Hause schlief, drehte sich der Hartl oben m der Dachkammer im Bette um. Sirt. schläfst schun?' Kreuz sackera, schlaf Du, wenn Dir in ememsort der mlstyausengroße Schubl Gold vor die Aug'n funkelt! A so geht's mir a," brummte der Hartl. Aber mi' luckt nit lei 's Gold alloani, 's Rittersmensch oder de Grä sin mit'n Fürhangl vorn G'sicht gei stert a alleweil umanond. O. Zweanen ZMeibe, hmhn i nxi die Hand umi," wehrte Sizt ab. Mir ist lei um's Gold! Aber mei, zu was sich in einer Sack in Grind Kovf anastrenanen. des aar net möali' ist " f i r J Warum nit mögli'. Du Zoch, Du! o ' o o" I ' . All's s möali' " murrte &ai . r sekte Nck in se nem Bette zureckit. ' ttht will i Diar füroatn i'vorrecknen), wia miar zwo den Schatz heben, Ist er heroben, geh'n miar zen Schmied und thuan 's Gold auf seiner großen Schnöllwaa ausanonder wäa'n. 's Urtfv .xt .r ertsi Htv UU yitiut t,yuui, luvrn Qber 's Madl. dös Grafn-Diandl an dem Schatz dran hängt, zelm bin Z alloanig Oagner." Alsdann drunt bei der Nähterin. der alten Leni. Jungfernbund Borsteherin ist sie. aber den Manderleuten blinzlt sie nachi. wia a müader.Hund der Fliegn, wenn sie sein Nasn umfumt, bei der Leni ist a junges Basele einzoan. fünfzebne maa sie sein und bei der barmherzigen Schwester ist sie aufzoan woddn. Auf das Dirndl vakt die Alte auf. mei' Liaber. wie a Drach'n auf an silbernen Schatz. Und dosJungferl rupfst um die sieben Haar in der heiligen Nacht, dieweil i 's Loch rab drobmet in der aufenbura. Mit ' " ' der Alten sangst a kloane Band ere -' I - - 7 I an O baleib." unterbrach da Sirt den vortragenden Hartl. O baleib, mei I WslnhT nnfinnbn hirS ? frfn sell ber mit der nnnen. frnnrln ruvf i ibr aus so fein und manierli. daß sie aar nir a'spür'n tkzuat. Und nachher kaf i mir ums halbste Gold im Afrikanischen drent a toll's Land und werd' König und 's Lenerl wird Köni-1 ym. und wenn a die !ttlcyter und , Steuerschreiber, die Burgermaster und Pfarrer alle pechschwarz sem. bm I docht a König und Kronen lass' i mir drei mach n. A silberne für die Werch-1 tlg, a vergoldete sur die Sunntig und lur die grok'n Feiertag a ganz a goldene. Es entstand nun eme lange Pause. Hartl war überwältigt von den Plänen seines Kameraden Sixt. Endlich lagte er. lies ausicuszend: llnd , iß lei m Schwemenes mit Kraut, sei's Sunnlig ooer ercyllg. Bald schnarchten Beide und träumun von woiD uno vren. , t l a. r M Neumhr ruckte immer naher. Die beiden Burschen waren aber durchaus nicht unthätig. Schmunzelnd zeigte i - i r w . I toirx rincö vsonniags emem kreunoe ein mächtiges, lebzelteius Herz, welches . c t.n. , I er oenn ramer geiaim naiic, mil I emem Sprüchlein m oer Mitte: . V C Sff1 I I So Verzuggert, wia dös Herzl, Grad so schmecksüaß bist Du. Und wia a Honig wärst, wenn sagest, Mei fensierl. sell is heut nit zu." D' I Das kleine Lenerl fühlte sich in der yai ganzgewattlg gemeiazen uoer die vielen Aufmerksamkeiten des Sixt. D sußenSpenden aß sie mit viel Verjfli AtV Ka iAMtiiAiM IT. T9 . 0-i 1 .. i? . .r r i I
uui Vll i""! nen e-Mctjcin und Klappern des zusammenschenke versperrte sie in ihrem Schrein stürzenden Holzstoßes und Slxt flog rtI2 feitrt ttnt Aiindtni U .f . . I , ... c
rr '7 T q.k fX; RA muT m 7Leib faßt sich mit dem Rucken seiner ionnenveivlannien . ano oen l Schnambart" links und rets nUH I nnm. uorvereitunaen zu ntm rtchk i n ? r . . herzhaften Kuß. da gab sie ihm eine tüchtige Ohrfeige und lief lachend da-1 von. .Bin auf'n besten Me jfSnrtl " 5?- I richteSizt am anderen Tage. Wenn die Dirndlen anfanaen z'krad'n. beik'n ! und schlag', kimmt die Liab bald zum Ausbruch.Nur eine nrf sonnt vs ?s,;. Lenerl nicht verstehen. Ost und oft schmeichelte der Sixt, sie möge doch einmnl ssln w2 rz. ni, w,Z .. Hgii fiv llbU VHUV, iVLtlii Vfc plötzlich eines Abends vor sie hintreten tn,fd, um ifir s?-s.-n WA e.. i. MW . Iiwvfcl luywiiw JUUll UH 3 zurupfen. ,AlZ die Kleine auch ihrer
ase emmal von diesem Verlangen er.
l5al)tte. erfüllte sreudiaer Schreck das Herz der alten Jungfer. Jungfräul?jf.L cm . 1 1 . I "cyes aar ii oocy in auer uxzu oelannt als erprobtes Mittel, yarte er5en zu bezwingen. Du lieber Himmel. und das hatte sie nicht einmal bemerkt! Der schmucke Bursche, der Sizt hatte es. ja auf sie selbst abgesehen. Die Junafrauenhaarc. die suchte er freilich auf anderem Boden, der Böse, aber ein treues Herz sollte er nur bei ihr suchen . i r uno sinoen. I Von nun an war die alte Naherm afsee oewmyei und sonst Mit allerlei Aufmerksamkeiten überrascht. Das junge Dirndl war ein Schlauköpferl und bemerkte recht gut das verliebte I Angenverdreyen der Base. Sie selbst hatte a Nicht die geringste Absicht, mit dem Sizt anzubandeln, und stand ihr daher auch jede eifersüchtige Regung ferne. Im Gegentheil! Sie erhosste c. ri.rx'jti. -t i von oer ganzen seicyicyie einmal tinzn großen Spaß. Der Hartl stieg indessen völlig tiefsinnig herum. Ganz genau besah er sich den Platz oben in der Jaufenburg und traf die eingehendsten Borbereltungen, um jedwedem etwa auftauchenden Zauber m der Neujahrsnacht Mit aller Energie begegnen zu können, Haue und Schaufel trug er zum Schmied und ließ zu dessen größter Verwunderung in beide Grabwerkzeuge ie drei Kreuze einschlagen. I Endlich brach der große Tag an. Hartl war die personificirte Melancholie. Mittags aß er für fünf. In Gottsnamen, sagte die Bauerm, was I ,st lei oanmal mit n Hartl! Der Mensch hat ja in Hungertyphus!" Hartl aber entgegenete: Wer woaß. wm oft l no' bei an 'deckten Tisch huck'." Will's Gottmit so an Hunger nit oft." entgegnete die Bäuerin, Du fressest m's no' auf Sizt war zwar aufgeregt, aber er schaute mit aller Zuversicht der heunaen Schatzheouna entgegen. Es war ihm gelungen,, das junge Lenerl zu einem Fensterln zu bewegen. Um elf uor iouic er anilvpsen, uno er ijanc s'ch fest vorgenommen, wenn sie, sich m m i w mm m . r Nicht gutwillig Die leren Jungsrauic r t. r. . . ooiniciajcin iicbc, io weroe er ilc m vewau auy einen cmc" srt're rir jtvt riss yerausrein. ms vjnx rnjaon digung für den ausgestandenen Schrecken und Schmerz wollte ihr einen Schubkarren voll Goldstucke vor's luyren. r . Es war eine verhaltnißmaßig schone u rn ir r 9 w i 'jrnrni. iftniier Zwar- aoer nirni oe- ' "7-'" rV' cts s ev ri x sonders kalt. Die kleinen Fensterchen in den Häusern und Hütten, bis hinauf u oen yorqnen eigen, waren aue oeleucuiei, oenn um zmois uyr manoeri Alt und Jung zur Kirche, Schon seit acht Uhr schaufelte und harkte der Hartl oben im Schloßhofe an der gefrorenen Erde herum. Eme kleine Laterne beleuchtete den Platz und daneben stand ein braunes Häferl mit Weihbrunnen. Fleißig besprengte sich aril oaraus uno oer saian, jeroie das sonstige Hollengesindel mußten gem r. t . c wailig mtpzzi oavor yaoen. oenn ors jetzt zeigte sich nichts Verdächtiges, Die Arbeit ging schwer von Statten, denn er mußte ja schweigen, er konnte . , . k i n u , mii ieinemnrcuzleusi ooer ml! einem v t .. rrfiu youenouno versiuaazier nacunciien. Unten im Dorfe, es schlug eben elf Uhr, Uand der Sirt aus emem hoyen HolzN0N QM llUSMeN ve? averm UN0 schäckerte und schmeichelte mit dem blutjungen Lenerl. Hätte er nur geleyen, welches euselchen aus iyren Spltzbubenauglem funkelte. Schmeichelnd strich er mit seiner rauhen Hand über den Blondkopf der kleinen em uno oeaann wieoer Mit der alten Bitte um die sieben Haare. Geh , Herzerl, geh' sei fem! Grad sieben Haarlen lass' Dir ausrupfen. daß mir unsere Lieb z ammenknupfen können. .Guat." flüsterte das Dirndl, j will Dir den K'fall'n tbuan. Wart l,i n Weilele. i will mir die 3öv? aufmachen." und eilia kuschte sie davon. Bleib nit z' lang," flüsterte Sizt. denn eben schlug es halb zwölf. Der kleine Teufel aber huschte in die Nebenkammer. wo ihre Base, den Kopf vor einem kleinen, mit Vavier einaefakten ' ' ' j w Spiegel bin und herdrehend. 5?esttaal frisur m machen beaann. und flüsterte ibr in's Obr: Der Sirt wartet am Fensierl." Jesus, Maria!" schrie J. ' . . J ' die alte verliebte Scdacdte! und wie der Wind flog sie zur Thüre hinaus und . . ;? v ' ' an s eniterl. Sirt war indessen schon sehr unaeduldig geworden. Die Leute auf der Straße mehrten sich, eine Viertelstunde war es ymaus bis zum &qioü, darum kurz ent chloren. öo wie er mahnte. das Lenerl sei wieder da, tastete er nhnt viel zu sckauen und zu reden nrrrfi ihum Kovf. mit einem Griff fakte r ' ven einen der herunterhängenden Zöpfe, ein kräftiger Schnitt mit seinem scharfen Messer, ein Sprung, ein Ra- ' r r r" oem eroberten Jungsernhaar die 0r'a e ymaus. Und wie es schon U sein pflegt: Am unteren Ende des Dorfes f brinnf mtt fitMrf in's Wasser und am oberen Ende erzählt TZjC r jfl f. rn , n w mon naaz einer ieriei uunoe: Unten im Dorfe sei vor Schrecken ttxm Heumachen Jemand in's Wasser gedrungen. So ging es auch bier. Die alte Näherin stieß bei dem Ueberfall einen markerschütternden Schrei aus. Und tön Minuten darauf war das halbe Dorf hinter dem Sizt her, in der Meinung, einen Mörder zu verfolaen. Entgegenkommende Leute schnitten. rJln si)?tumrA .em slieyenden Sirt den Wea ab. Voll Anast. lii cm'll rt-.r, . ' Mltternachtsstunde jur Schatzlzevung zu versäumen, svrana Sirt zr cm , " , . i. über eine hohe Mauer, durchquerte eme
Wiese, die' tobende, schreiende, johlende Menge hintendrein. Wehklagend folgte mit einem Haufen Weiber die einzöpfige Näherin. Sizt erreichte endlich das äußere Thor der Jaufenburg, den mageren Zopf der Alten noch immer in der zusammengekrallten Hand. Hartl, schon tief in der ausgegrabenen Grube stehend, hörte von ferne das
Toben und Schreien der Menge. Da auf einmal polterte und kollerte eine keuchende Gestalt heran, erschien einen Augenblick auf der Höhe des aufgewor fenen Erdhaufens und rutschte dann mit einem guten Theil desselben köpfüber in die Grube, neben den entsetzt zurückweichenden Hartl. Ohne ein Wort zu äußern, so fest und genau hielten sich Beide an die Schatzgräber instruction. nach welcher ja nie bei einer solchen Arbeit em Wort gesprochen werden darf, hielt Sixt dem Hartl den erbeuteten Zopf hm. Aber zu spät. Schon tobten die Verfolger und umringten, nun felbst böcklickst verwundert, die Grube mit den beiden Burschen. Selbstverständlich wurde nun der Fall sehr bald aufgeklärt. Ein unbändiqes Gelächter erfüllte die Burgruine, welches sich noch mehrte, als die scheltende Naherm mit emem Zops und einem Haarwurzelstumpf auf dem Schauplätze erschien. Hartl nahm den Zopf und hielt ihn nabe dem Lichte der Laterne. Dös stimmt sagte er trocken. Sirt, dös stimmt. Mit den Zöpfl moan i. lupfn miar in Schatz nit auf. Kannst's nit wiss'n." schrie nun der als Wltzvoael bekannte Schuster Franz dazwischen. Wer woak. ob er mit den Zöpfl nit die Nather-Leni als Schatz heranziagt. Die alte Leni machte ob des unerwarteten Vorschlages ein so süßes, versöhnliches Gesicht und näherte sich der m V . . V (L.IWam izJruoe, in iucicg üic uciucu uuu i nur standen, daß der arme Sizt in seiner Herzensangst wie , ein Wiesel emporkletterte und mit einem mächtigen San nach binten in der Dunkelheit k,vswnd. ' Lautes Gelächter der Anwesenden folgte, denn auch die Nähterin rannte mit lautem Geschrei hinter her. Mein Zopf gibst miar. du Haderlump. du Einbrecher, du Räuber, mein Zopf gibst her! ftrtiisisam und bedamua mea nun der .fiartl aus der Grube, schlug sich mit seinem Hute die Erdspuren von den Kleidern und saate: Sou a Teufels graberei in dem gefrorenen Bod'n und all's für die Katz. In Sixt aber, dem , . . l t -1 1 n V..& ' geyt s scrnccDi. jiun i, wö die Hex' nit derwischt!" N Jahcswemde. Vorwärts sluthet der Strom der Zeit! Flucytig entgelten die Wogen dem Blick. Kaum erschienen, wie weit schon, wie weit Liegen die lachenden Ufer zurück! Möchten wir gerne zu traulicher Rast Hemmen des Schiffleins beflügelten Lauf, Von der mächtigen Strömung erfaßt, Hält unser Wünschen sein Fliehen Nicht auf. Scheidendes Jahr, du gleichest dem Strand. Der sich in dämmernde fserne verlor. Aber im Osten taucht neues Land Aus den leuchtenden Fluthen empor. Jwav noch liegt es nebelumhullt: Macht es die Träume des Herzens uns wabr? Hoffend betreten wir sein Gefild, Sei uns gegrüßet, du neues Jqhr! freundliche Bilder umgaukeln- den Smn, Glockentöne, sie klingen fo rein. Flößen uns Ahnung von süßem Ge winn. Hoffnung künftigen Glückes ein. Reichgesegnetes Menschenherz. Das, wie oft auch sein Hoffen trog. Immer noch aus vergangenemSchmerz Reuen Glückes Verheißung sog! Neues Jahr, du täuschest uns nicht! Denn wir wissen: es birgt dein Schooß Düstere Tage Und Tage voll Licht; Freude mit Leid ist des Sterblichen - Loos., Bleiben auch Stürme uns nimmer erspart. onnunasireuoig m Giua wie m f 1 mm Noth. Dürfen wir rufen: Fröhliche Fahrt! entt doch das Steuer ver ewige Gott! Zweifel. Serbftestaae. Die Blätter fallen - Und im Goldlaub versinkt der 5?un. Hoch im Blauen verwehen, verhallen Ms s . . M m.m a Hör' ich der Wandervogel Gruß. Gold'ne Frühe voll Duft und Schimmer. ' 5?abl erlöschend zu trübem Grau. Jähes Hoffen das immer, immer schluchzend irnvt m der Thränen Ä,yau. Sterbetage. Staub sinkt zu Staube. Und kein Blühen kein Werden mehr winkt! Tage, wo mir Hoffnung und Glauoe Ach! wo selbst die Liebe versinkt. Stumme, trauernde Scheidetage, . Wo der Tod rings das Leben kükt. Wo ich-umsonst . umsonst mir sage: L)aß uni're Lieoe unsterblich ist. r:Tfiftfwto.. ei o;...i. s. v v . tu u K i. AilCUlC nant: Was haben denn gnädiqesFräu . t"- ?i rr i v. ir .. lern sur ein iniereuanies uaz e Fraulein: Das ist mein Tagebuch! Lieutenant: Vleh dann lesen anädiaes
Fräulein mal etwas von mir vor!
Zn der Veujalirsnacht. Ein Märchen von Hugo Greinz.
Tiefe Nacht lag über der kleinen, alten Stadt. Ihre Thürme und Giebel ragten steif in den dunklen Himmel empor, an dem kein Stern sein Goldlicht blitzen ließ. Nur graue, dicke Wolken schoben und drängten sich rastlos darüber und senkten sich tief bis zu den Berghängen und Wäldern herab. In den engen krummenGassen wanderte der alte Nachtwächter auf und ab, die Mütze über di Ohren gezogen und den warmen Schafspelz dicht um die Glieder geschlungen. Ein trauriges Amt, allein und frierend das harte, holprige Pflaster zu treten, während aus allen Häusern, an denen er vorüberging, fröhliches Lachen und Becherklingen herausscholl. Eben kam ihm ein Trupp stämmigerLandsknechte entgegen mit Lärmen und Singen. Eilends war er von ihnen umringt und trotz seines Warnens mitgezogen in die nächste Schenke, an der ein grüner, beschneiterTannenkranz baumelte. Mochte nun, wer wolle, die Stunden ausrufen, Sylvester kommt nur einmal im Jahre, da kann man auch dem alten Wächter ein froh Pokuliren und Zechen nicht wehren. , Nun war's leer zwischen den engen Mauern ... der Wind pfiff um die Ecken und verfing sich stöhnend in den Winkeln der Dächer. Und langsam, leise, in leichten Flocken fing es vom Himmel herabzutanzen, und weicher, nasser Schnee legte sich auf Dach und Boden Da drehte sich das alte schwere Stadtthor unhörbar in seinen Angeln, und ebenso, wie von unsichtbarerMacht getrieben, fiel es zurück m das Schloß. Eine greise Gestalt war hinausgetreten. Mit vorgebeugter, zitternder Hand schaute der alte, müde Mann in die weiten Lande, die vor ihm lagen. Ueberall Nacht und Dunkel und immer stärker werdender Flockenwirbel. Das alte Jahr war es. Nun ging's zurück zu den Tausenden von Brüdern, zum ewigen Schlafe. Man hatte ihm stark zugesetzt aus Erden, das Haar gebleicht und die Knochen mürbe gemacht. Keine Kraft mehr rn den Lenden und kein Glaube im Herzen, so begann der Greis sem Wandern tn die Heimath. Hei, wie er vov zwölfMonden jauchzend und jubelnd in die Welt gezogen! Da war er em zunger Gesell mit leich tem Sinn und frischem Muth, bestrebt, es allen Menschen recht zu machen. Ihm sollte man em treu Gedenken bewahren noch in später Zeit und' sich in schlechten Jahren noch nach ihm zurücksehnen. So hatte er sich seme Herrschast gedacht. Und wie war's gekommen! Em alter Mann, gebeugt von Sorgen und Undank, schlich er sich trübselig aus der Welt. Die Menschen weinten ihm keine Thräne nach. Alles jubelte seinem Nachfolger entgegen. Wankenden Schrittes, auf den langen Stab gestützt, den er mit sich führte. bahnte er sich den Weg durch den Schnee. Der weite, graue Mantel flatterte um ihn, und die Winde wehten ihm die kalten Flocken in's Gesicht ri i ? ip i uno leizien iom Mil klonen uno aulen noch hart zu. Am Rand des Waldes, der nun begann, machte er Rast. Dort saß ein greiser Mensch auf einem Stein und grub das faltenreiche Gesicht m seine dürren Hände. W bist Du?" sprach ihn das alte Jahr an, und was treibst Du da aliem m Sturm und Wetter, wo doch Alles in eitel Freude und Wonne schwelgt? Ich warte auf den Tod," erwiderte ihm der Alte mit gebrochener Stimme, schon lanze sehnlich ihn herbei, er scheint vergessen zu haben, daß tä noch auf der Welt weile." Der Tod? Und warum bist Du dem Leben feind? Theil' mir Deinen Kummer mit, vielleicht kann ich Dir helfen?" Du?" sagte ungläubig der. Greis. Wer bist Du denn, daß Du das könntest?" Das alte Jahr bin ich, und meine Herrschaft geht zu Ende." Du bist das alte Jahr?" rief der Alte verwundert, und ein leiser Hoffnungsschimmer tauchte in seinem verwitterten Gesicht auf. So bist Du es, der mir soviel Schmerz gebracht, der meine Kinder zu verworfenen Berbrechern werden ließ, die unter dem Galgen nochGott lästerten, Du also bist es! Ich hatte wohl Grund, Dir zu fluchen, doch gib meiner einzigen, meiner letzten Bitte die Erfüllung, Du hast ja noch die Macht, gib mir den Tod, und ich bin Dir dankbar." Gerührt lauschte das scheidendeJahr den Worten des Alten. Du bist der erste , Mensch, der mir Dank verspricht. All das Harte, das ich Dir angethan, will ich wieder gutmachen, indem ich Dir Demen Wunsch erfülle." Und das alte Jahr legte seine kalten Hände auf das weiße Haupt des Greises, der in friedlicher Ruhe entschlief. Dann wanderte es welter. Noch nicht lange war es gegangen. als ein klagendes Schluchzen an sein Ohr drang. Ein junger Gesell, schmuck und schlank, lehnte mit seinem Lockenköpf an einer hohen Tanne und weinte und stöhnte ganz herzerbarmend. Das alte ?lakr wollte vor emem Scheiden noch recht vielGutes thun und - ' . . M I ? fragte das zunge Blut nacy zemem Schmerz. Die alte Geschichte: ein Mavcyen liebte er. iuna und schön, aber reich das war sein Leid. Denn der Alte, ein hartherzig Geizhals, dem die güld'nen Dukaten schöner noch dünkten als des Töchterlein golden Haar, jagte den armen Burschen, der nur sein Herz voll Liebe und Liedern bieten lonnse, zur
Thür hinaus. Jung-RLslein härmte sich ab in stiller Kammer und er wollte in die Welt ziehen. umGeld und Ruhm zu finden. Doch wie's halt ging! ' Kaum war er aus derStadt, da packte ihnSchmerz und Verzweiflung, sein herzliebes Mädel je zu erringen und nun hätte er nur mehr einen Wunsch: lieber gleich zu sterben, als vor Sehnsucht zu vergehen und seinem Lieb zeitlebens ferne zu sein. Den Tod kann ich Dir schon geben, armer Bursch." dachte sich das alte Jahr und erhob seine Hände, um ihm den ewigen Schlaf zu verleihen. Da ging ein Klingen und Sausen durch den Wald, übermüthig schütte!ten die Zweige ihre weiße Last auf den Boden, und ein lichter, überirdischer Schimmer brach durch das Dunkel. Erschreckend flüsterte derAlte: Meine Macht ist aus!" und verschwand hinter den Stämmen. Geblendet stand der Bursch vor dem Glanz, der sich um ihn ergoß, und in den Ohren brauste es ihm wie von fernen Melodieen und Psalmeien. Vor ihm stand in himmlischer Verklärung ein herrlich schöner Knabe, der ihm freundlich zulächelte: Kann Dich denn nur derTod glücklich machen? Augen auf, mein Junge, froh und stolz in die Welt geschaut, jetzt beginnt meine Herrschaft, und Jung-Röslein follst Du freien!" Dann brach er aus dem Diadem, das seine goldenen Locken krönte, einen hellen Edelstein und reichte ihn dem Burschen. Da hast Du den Schlüssel zum Herz des Wucherers, er ist mehr werth als der kostbarste Demant, und Röschens Vaters Augen werden leuchten. wenn ev ihn sieht!" Dann verlor sich der Schimmer, nur
der Demant blitzte in der Hand des Burschen wie sonnengoldnes Feuer. Nun zurück zu Jung-Röschen! Wie er aus dem Walde trat, sah er in weiter Ferne das junge Jahr vor den Mauern der Stadt, die Thore sprangen von selber auf, und die Glocken klangen von den Thürmen und feierten seinen Einzug. Und aus der Schenke Zum rothen Hahn" schwankte der Wächter heraus und blies in sein Horn, so gut er es noch konnte. Der schwere Wein war ihm in den Kopf gestiegen, und die Landsknechtschaar johlte und schrie zu den heiseren Tönen. Nur der Zloty koan Schwnng lassen. (Münchener Eerichtssccne.) Ein bekanntes Sprichwort sagt: Een echter Berliner hat ewig Geld" wogegen der Münchener sagt: Nur koa Traurigkeit spür'n lassen. Dies beherzigt insbesondere der Maler Michael X., ein lustiger Mann von vierundvierzig Jahren, der immer noch dabei ist wo es eine Hetz gibt, obwohl er das Schönste bereits gesehen hat und sein Leben lang mit Sorge. Arbeit und widrigem Geschick sich abmühen mußte. Wenn die Geld- oder Magenfrage zu ungestüm an ihn herankommt, so hat derselbe ein Präservativ in einem humorvollen Sprichworte und dies heißt:: Nur der Noth koan Schwung lassen!" Der Michl, ein gemüthvoller blonder Junggeselle, dem beständig ein sardonisches Lächeln um den Mund schwebt, ist der Urtypus eines Müncheners, der Traurigkeit kaum vom Hörensagen kennt und der demGrundsatze huldigt: Leben und Lebenlasscn. Derselbe wurde wegen Beleidigung und Hausfriedensbruch angezeigt und hatte deshalb vor dem Richter zu erscheinen. Strenge meinte der Richter: Wir machen keine Späße! Merken Sie sich das! Aus Ihren Mienen ersehe ich, daß Sie vom Ernst der Sache nicht gerade durchdrungen sind! Was wollen Sie auf die Anklage erwidern? Angekl.: Sebgen 's Herr Stadtrichter! Sie glauben aa scho' wieder, daß i koan Ernst hab und desweg'n wird bei mir aus jedem Spaß a Ernst. Schaugen 's i bin der grüebigste Kamerad so weit als d' Jsar lauft, aber Pech hab i, wo i hinglang. Im Spielen da zahl l überall, bei die Madln da kimmt's nia bis zu die Heirathspapier, memetweg'n a Alte und da is' koa Gschmooch dabei; 's Geld is' alleweil das Wenigste, d' Freund' soso lala; d' Arbet die bleibt mer alloanig und die Andern holen 's Geld aa wieder alloa nig; d' Verwandschaft GrueßGott! reden mer von was anderen! Richter: Demnach sind Sie ein Unglückskind und ich wundere mich nur, wie Sie dazu kommen, Ihren HausHerrn zu beleidigen! Angekl.: Jaja! an Hausherrn moans? Herr Stadtrichter ham's scho' an Hausherrn g'sehgn. der net beleidigt war, wenn's am Ersten. koanZinst beianand g'habt ham? I' no' net und bei dem da erst recht net. D Hypothe-ken-und Wechselbank, meinetweg'n die deutsche Reich dank Wenns koan Pfennig Geld mehr auf an Stoanahaufä gibt, wenn die sämmtlichen G'richtsVollzieher von Münka an Starrkrampf krieg n vor lautere Wapperl aufvappen, wenn Oaner mit der siebenunddreißigsten Hypothek und zwoa Mark fufzge 's ganze Haus einthuat zu die armen Inwohner kimmt er und will haben die sollen zahl'n, da därf si' nix fehl'n. der Zins geht vor'n Essen und nur der is a ehrlicher Mensch, der am Ersten auf 'n Punkt dipfelt. Jetz'n wenn Sie aber anderer. Meinung san und denka: Essen und Trinka halt Leib und Leben z samma und dann erst kimmt der Unterstand? Wenn Sie bereits drei Zetteln ham: Im Namen Semer Majestät, sollens an Eanern g'wohnt'n Hausherrn nir mehrer zahlen! 's Geld holt am Ersten a ganz anderer Jemand! Der g'wöhnliche Hausherr hat selm Ne-j
ambt'n zahlt! Was denka's Eahne nacher? Jetz'n kriegt Koaner was. daß koan Verschmooch aufheben! net wahr? Richter: Bitte! Ihr Hausherr hat, seinen Arrest durchJahlung wieder beseitigt und Sie waren benachrichtigt, daß Sie wieder an ihn zahlen dürfen. Angekl.: Freilich! Sie sagen' ja. selber, dürfen", aber was i darf, is no' lang net müaß'n". i hätt' vielleicht aa dreimal zahl'n dürfen, aber hier hoaßt's müaß'n, sonst mag der, Michl net. Richter: Kurz! Der HausbesitzerAndreas 2). kam in Ihre Wohnung und verlangte den Miethzins und statt zu befahlen, überschütteten Sie denselben mit einer Fluth von Schimpfworten. Mittags drangen Sie noch in. dessen eigene Wohnung, wiederholten die Beleidigungen und entfernten sich, erst nach geraumer Zeit, als es Ihnen beliebte, nicht aber nach wiederholter Aufforderung, die Wohnung zu verlassen. Angekl.:A bisserl was is scho' wahr,, aber net Alles! Also der Herr HausHerr kimmt am Ersten in aller Fruah,. bringt Tinten und Feder mit zum Quittir'n und sagt: So Michl! Ehst gehst zwanz'g Stutz'n einreib'n. woaßt der Zins is das Erste für an richtigen Mann. I woaß ja. Du magst a Vierund sunst was z'leben aa no', aber da kann mer si' frett'n und i mueß aa zahl'n. Steuer und Abgaben. Umlagen. Reparaturen. G'schäftsleut und dergleicha, da kann sich Koaner anschaug'n lassen. Ueberhaupt zahl i bei. dem Haus d'rauf und 's nächst Monat kost't Wohnung a so zwoa Mark! mehrer. Da bin i wild worden und sag: Erstens zahl i net mehrer, wia ausg'macht ist, zweitens kann i net mehrer zahlen, weil der Verdcanst z' gering is,. drittens brauch i was zum Leben, und wenn mi' alle Hausherrn von der ganzen Stadt als an Haderlumperer anschaug'n. und viertens, fünftens und sechstens hab i koa' Geld zum Zahl'n. WennDu selber so richti' zahlen thätst, nachher hätt' i net mein' ganzen Schubladen voll Beschlagnahmen. Diesan meine größte Freudweil i jedesmal dabei denk: Jetzt is a Reicher g'storb'n! Im Verlauf der Unterhaltung hoaßt mi' der arme Hausherr an Depp'n und nachher hab i eahm mit a wengl saftigere Bröckerln aufg'wartet. Dös war die Beleidigung. Bitte, merken's Eahna aber den Depp'n, dös war i selber. Richter: Nun zum zweiten Fall!. Wie kamen Sie zum Hausfriedensbruch? Angekl.: Das is' was Anderes! I. kauf mir auf den Schrecken a Maß. Wissen's wenn Oaner a mal imG'wergel is', na mueß er nur der Noth koan Schwung lass'n! Dös Jammern und Zapfen hat gar koan Werth und wia d' Noth anSchwung hat, nacher kannst nimmer mitthuan. da bijt verlesen. I geh' also ganz zerm wieder hoam und denk mir: morgen geht wieder a anderer Wind, pfeif über d' Stieg'n. nauf dös nette Liadl Sehg'n Sie! das is' ein Geschäft, das bringt etwas ein! ein jeder Mann versteht es nicht, das mueß verstanden sein", da schreit d' Hausfrau: Sie, Herr Michl! zu mein' Mann eina sag' i und dös glei'. A gueter Kerl wie i bin, geh' i eina.. Der sitzt mit'n Schlafrock und an rothen .Türkenzylinder auf'n Kanapeeund raucht an Guet'n und sagt in seiner Dampfwolk'n drinnet wia a G'Wittergott: Michl! wennst glei ausziahgst, daß i di' morgen Fruah nimmer seh', nachher schenk i dir in Gottesnamen die 20 Markl! 's gibt ja Häuser gnua in der Stadt und i quittir' Dir sogar den Zinst. Da war i ganz weg und sag, wenn er was quittir'n will, dann soll er die Quadratdetsch'n quittir'n. die er kriegt, wenn er an ordentlichen Mann, der ehrlich und röthlich dasteht, no' a mal so an Antrag macht. Erlauben's a mal! Iwill haben, daß dös aufg'schrieb'n wird, weil i darin a Aufmunterung zu aner Urkundenfälschung 'rauskenna thua. Guet! d' Frau kennt mi' schon a bisserl und moant, i kunnt band-, handgreiflich werden, da schreit's: Simmerl. schaff eahm außa. na hol i d' Schandarmerie, sunst kimmt no' mehrer. Der Simmerl hat dann g'sagt: Dös brauch i mir net zu gefall'n zu lassen! i sag' eahna ganz energisch: 'naus, 'naus, 'naus! I laß eahm no' a bisserl fühl'n. daß i net auf'n Kopf g'fall'n bin und die Reater waren fertig. Der Michl erhielt für seine Ruchlosigkeit zwei Geldstrafen von je fünf Mark. Er mochte etwa mehr erwartet haben, denn er meinte: Wenn i net von Eahna selber, Herr Stadtrichter, a vierazwanzg tund'n kriag'n kunnt nacher that i no' a mal an Hausfriedensbruch riskiren, aber so is ja die G'schicht ganz guet 'nausganga. Nur der Noth koan Schwung lass'n!
Bedenklicher Fleiß. Mutter, (stolz): ... Und ob der Pepi fleißig beim Violinspielen ist! Jetzr hat er seit einem halben Jahr' Stund' und die dritte Geige ist schon hm!" EineweiteAussicht. Auf dem Wasserthurm in Hamburg, sagte zu dem Wächter ein Besuchern Man hat doch von hier aus eine ziemlich weite Aussicht? Gewiß! giebt der Angeredete zur Antwort. Man kann wohl auch von hier aus Euxhafen sehen? frägt der Besucher. Natürlich noch viel weiter! erwidert der Wärter. So, das ist aber doch kaum denkbar! Na, passen Sie man mal auf, wenn die Wolken sich verziehen, dann können 'Sie sogar die Sonne sehen! Aha! A.: der Arzt hat mir verboten, vorläufig Champagner zu trinken. B.: Wahrscheinlich, bis gW ihm Deine Rechnung bezahlt hast!
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