Indiana Tribüne, Volume 20, Number 94, Indianapolis, Marion County, 20 December 1896 — Page 3

TTeiöoienc frndjL -Srzälzlnng von Henning van Horst. (8. Fortsetzung und Schluß.) 3m Erdgeschoß mußte Niemand dr: Schuß gehört haben, nichts rührte sich dort. Das war ein Glück.' So konnte die Tragödie wenigstens vor den Vurschen verborgen werden. Ich gehe jetzt zum Stabsarzt sagte ich zu 5larl. es wird hoffentlich nicht so schlimm sein, alter Junge Dann wandte ich mich an Marie. Fräulein Smitt." sagte ich. Sie haben den Versuch gemacht, einen preußischen Offizier zu ermorden. Sie sind meine Arrestantin. Ich verbiete Ihnen, dies Zimmer zu verlassen; sehen Sie nach dem Patienten, bis ich zurück-kehre.-m Dann nahm ich die Kerze, ging für inen Augenblick in den Salon und fand den Revolver am Boden liegen. Ich hob ihn auf und steckte ihn in die Brusttasche. Hierauf kehrte ich an daS Bett zurück. Wie ein kranker Vogel zusammenge "duckt, hockte Marie da. Ich hieß sie, sich auf einen Stuhl setzen. Mecha--nisch gehorchte sie, ihre Augen starr auf mich heftend. Ein verzweifeltes, tröst loses Stöhnen entrang sich ibrer Brust. So verließ ich die beiden. Sechzehntes KapZtel. Durch den Blutverlust erschöpft, lag Karl regungslos da. Grenzenlose Angst in den Mienen, hielt Marie unausgesetzt den Blick auf ihn gerichtet. Endlich ertrug sie es nicht länger, sondern sprach leise vor sich hin: Mein Gott, mein Gott! Was ist aus mir geworden!" Karl hatte es aber doch gehört. Warum wolltest Du mich morden, Marie?" Diese mit milder Stimme gestellte Frage erschütterte sie tief. Eine Aeußerung des Zornes oder Hasses würde die entgegengesetzte Wirkung auf sie geübt haben, sie hätte sich dann vielleicht aufgebäumt. Durch diese Worte fühlte s:e sich völlig zerschmettert. Mühsam und gebrochen kam es über ihre Lippen: Ich konnte nicht von Dir lassen ich mußte Dich mit mir nehmen dorthin, wo es keine Verschiedenheit der Völker gibt. Ich mußte Dich mit mir nehmen auf jene finstere, weite Reise ich konnte nicht anders." . v s Eine unsagbare Reue war bei Marie der unseligen That auf dem Fuße gefolgt. Zugleich war eine Umwandlung ihres innersten Wesens vor sich gegangen. Sie fühlte sich frei von der finstern Gewalt, die sie so lange deherrscht hatte. So wolltest Du mich also tödten," fuhr Karl fort, und hernach Dich selbst?" Armer Freund." entgegnete Ma rie, und ihre Stimme klang tieftraurig. konntest Du wirklich andres von mir denken? Gewiß, ich habe ein Verbrechen begangen, einen ungeheuren Frevel auf mich geladen, allein es gab für mich keinen Ausweg. Ich kann Dir nicht alles sagen. Mit mir sind Dinge vorgegangen in der letzten Zeit, die sich nicht beschreiben, sich nicht aussprechen lassen. Vielleicht bin ich mahnsinnig gewesen. Abcr wenn ich es war, so bin ich es jetzt nicht mehr. Nur ein Gedanke ist es. der mich beherrscht. Ich mag ih7. nicht aussprechen." Auch nicht, wenn ich Dich darum bitte?" fragte Karl und sah sie mitleidig an. O. wenn ich wüßte." entgegnete sie fast lebhaft, wenn ich einn Schimmer von Hoffnung hätte! Aber es kann ja nicht sein, zu tief, zu schwer habe ich mich gegen Dich vergangen, und doch liebte ich Dich mehr als meine Seele. Mich hat das Schicksal bestimmt. Un heil zu sähen und Unheil zu ernten." Sie schwieg und schluchzte. So sprich doch." sagte Karl, waS ist es. das Dich bedrückt?" Es ist ja nicht möglich. Mein Fredel gegen Dich ist zu groß, als daß Du verzeihen könntest!" stieß sie angstvoll hervor. Zwischen uns liegt für immer die tiefe, tiefe Kluft. Zwischen uns stehen die Schrecken dieser Nacht, das grimmige Gespenst in blutrothem Mantel. Es ist aus für alle Ewigkeit, da ist Versöhnung nicht möglich." Marie," sagte Karl, und feine Stimme klang bewegter als zuvor, das Schicksal hat unsern Lebensöund nicht gewollt, es hat ihn zerrissen mit rauher Hand. Wir müssen uns fügen, darin hast Du recht. Du irrst aber. ' wenn Du glaubst, ich könne nicht verzeihen. Ich versichere Dir, kein Funke von Haß. von Rachsucht oder Zorn birgt sich in meiner Brust. Ich verzeihe Dir. verzeihe Dir aus vollem Herzen." Da löste sich ein Strom warmer Thränen aus Maries Augen, es waren die ersten nach ihrer unseligen That. Ein matter Strahl der Freude leuchtete hindurch, als . sie bebend spraö : So ist es denn möglich so darf ich es glauben, daß Du mir ver-

geben willst? So darf ich Versöhnung hoffen, wenn unsere Wege sich scheiden? O. daz ist viel mehr, als ich verdiene, als ,ch warten konnte! Sie wollte ihre Lippen auf seine linke Han drücken, er entzog sie ihr sanlt. Und jetzt ,eh hinunter. Kind, und lege 5."schlafk?es ist besser für uns bttde. Darf ich vielleicht im Salon Hen Neumanns Rückkehr warten?" frag te sie ängstlich. Er hü mich zur Gesangenen erklart." Geh nur und fei darüber ruhig, ich werde mich mit Neumann verständigen." Er winkte mit, der Hand zum Abschied. ' ..

Schweigend entfernte sich Marie, im Hinausgehen die Hand gegen dieBrust pressend. Wenige Minuten nachher betrat ich mit dem Stabsarzt das Haus. Ich bat ihn. ein paar Sekunden im Salon zu verziehen, und trat in die Kammer. Mein Blick suchte Marie. Wo ist die Schwarze ?" fragte ich hastig. Ich habe sie zu Bett geschickt." sagte er lächelnd, das arme Kind leidet mehr als ich. Ich habe ihr noch versprechen müssen. Dich über diesen Gegenlefehl zu beruhigen." Mir war es lieb so. denn ich hatte dem Arzt unterwegs ein Märchen aufgebunden; Karl habe nicht schlafen können, habe im Zwielicht des Mondes mit dem Revolver gespielt, und so fei das Unglück geschehen. Wenn er aus der Richtung des Schußkanals die Unmöglichkeit dieser Angabe folgern würde, so war ich entschlossen, zu brich ten. Aber unn'öthiq wollte ich die Tragödie nicht aufdecken, zumal dann eine Untersuchung durch die Militärbehörde erfolgen mußte. Der Arzt prüfte die Wunde genau und erklärte sie für ungefährlich. Die Kugel stecke im Fleisch, es gelang leicht, sie herauszuziehen. Er glaubte erklären in dürfen, Karls Rekonvaleszenz werve nicht lange dauern; hinsichtlich der Verwundung stiegen ihm keine Zweifel auf. Er versicherte, ich könne mich ruhig schlafen legen, am andern Morgen werde er den Verband revidiren. Auch für Karl fei es das Beste, möglichst bald und möglichst lange zu schlafen. Dann verabschiedete er sich und wir folgten seinem Rathe. Am nächsten Morgen wurde das Haus Taiüand ein Schauplatz des Schreckens. L6onie hatte viel länger geschlafen als gewöhnlich. Nachdem sie erwacht war und sich die Augen gerieben hatte, fiel ihr Blick auf die Pendule ihr gegenüber. Es war eine Stunde später als gewöhnlich. Hatte Marie denn die Zeit verschlafen? Sie war gewohnt, von dieser geweckt zu werden. Sie sah nach Maries Bett hinüber. Richtig, da lag sie noch, dies Muster der Präzision. Es war ihr verlockend, ihrerseits einmal die Weckerin zu spielen, sie huschte aus dem Bette zu Marie hinüber Himmel, was war das! Tödtlicher Schreck durchfuhr Lonies Glieder. Marie fühlte sich eiskalt an, und wie sah sie aus! Es mußte' etwas Gräßliches geschehen sein! Sie warf schnell etwas über und lief ganz verstört zu ihrer Mutter. Sie fand beide Eltern beim Morgenkaffee; man hatte sich gewundert, daß die Mädchen nicht zum Vorschein kamen. In höchster Bestürzung begaben sich alle ins Schlafzimmer. Ein Zweifel konnte nicht obwalten; Maries Leben war entflohen, jedenfalls schon seit mehreren Stunden. Die Untersuchung des Körpers ergab keine Anhaltspunkte für die Ursache des Todes, nur waren an mehreren Stellen blaue Flecke vorhanden. Der Arzt hat später auf Herzschlag erkannt. Ich kam die Treppe herab, um der Familie Mittheilung von Petersens Selbstverwundung zu machen, als auf dem Hausflur Herr Tailland in groher Erregung, die Damen in Thränen mir entgegentraten, sie verließen gerade das Schlafzimer der unglücklichen Marie. Natürlich wurde ihre Aufregung nicht wenig gesteigert durch meinenBericht, während ich mich zusammennehmen mußte, meine Fassung zu bewahren. Es gelang mir aber, wenigstens Lonie ein Zeichen des Schweigens zu machen, was diese mit verständnißinnigem Kopfnicken beantwortete. Welches Trauerspiel! Und was sollte ich thun? Durfte ich Karl in semem Zustande etwas sagen? Ich beschloß, den Stabsarzt zu erwarten und ihm die Entscheidung dieser Frage zuzuschieben. Der Arzt kam bald und war mit Karls Befinden sehr zufrieden. Er hatte auch nichts gegen die Mittheilung des Unglllcksfalles einzuwenden, obgleich er wußte, daß Karl undMarie freundschaftlich miteinander verkehrt hatten. So schonend und vorsichtig als möglich brachte ich Karl das schmerzliche Ereigniß bei. Er nahm die Eröffnung mit merkwürdiger Ruhe auf, es war fast, als habe er es nicht anders erwartet. Theilnehmend fragte er nach allen Einzelheiten. Zuletzt sprach er, mehr vor sich hin als zu mir: So hat sie denn ausgelitten, die Aermste, ist er löst von der für sie zu schweren Last. Aber sie mußte allein hinunter zum Hades, so war es bestimmt. Vor dieser Lösung durch eine höhere Macht haben wir uns zu beugen. " Nach dem Leichenbegängniß hatte das Ganze noch ein unerquickliches Nachspiel. In dem kleinen Nest war der Verkehr zwischen Karl und Marie, wie auch zwischen Löonie und mir nätürlich nicht unbemerkt geblieben. Man machte feine Glossen darüber und wunderte sich, daß die Taillands mit Blindheit geschlagen zu sein schienen. Man nahm es ihnen auch übel, daß sie so freundschaftlichen Umgang der Vreunen in ihrer Familie zuließen. Allein Niemand versuchte direkt, ihnen die Augen zu öffnen, und wenn Herrn Tailland einmal Andeutungen gemacht wurden, so lachte er und versicherie, Petersen und ich feien die harmlosesten juugen Männer von der Welt, für seine Tochter und seine Nichte aber könne er einstehen. Maries Tod und die gleichzeitige Verwundung Petersens waren aber zu ausfallend, als daß die Klatschsucht nicht einen Sensationsroman daraus kombinirt hätte. Waren sie doch besser auf der Fährte, als sie glaubten, die Zungen von Chatelard! Und jetzt wurde auch Herr Tailland im Caf6 unter

mehr oder weniger verblümten VorWürfen geradezu darauf angesprochen. Er eilte nach Hause und ließ mich um eine Unterredung bitten. Die Sache abzuleugnen, hatte ja keinen Zweck, und so sagte ich ihm denn, allerdings habe Karl mit Fräulein Schmitt em Liebesverhältniß unterhalten, sie seien förmlich verlobt gewesen und hätten die Verlobung nach dem endgiltigen Friedensschluß bekannt geben wollen. In der letzten Zeit seien wegen der politischen Ereignisse aber schwere MißHelligkeiten zwischen den Beiden ernstanden, und die hätten, das möchte ich annehmen, Marie das Herz gebrochen. Karls Verwundung stünde damit aber wohl in keinem unmittelbaren Zusammenhang. Aber müssen Sie nicht selbst zugeben, mein Herr," rief Tailland, so etwas unter meinem Dache zu beginnen und mit meiner Nichte, ist das nicht abscheulich, nicht unwürdig?" Herr Tailland," versetzte ich mit Ruhe, ich wiederhole Ihnen, es war ein ehrenhaftes und darum ein würdiges Verhältniß. Wenn die Verlobten Grund zu haben glaub-, ten, Ihnen noch keine Mittheilung darüber zu machen, fo haben wir dies zu achten. Sie aber muß ich ersuchen, Ihre Worte mit mehr Vorsicht zu wählen, da ich eine Antastung der Ehre meines Kameraden nicht dulden werde." Der sonst so gutmüthige Mann schleuderte mir einen so wüthenden Blick zu, wie ich ihn dessen gar nicht für fähig gehalten hätte; dann verließ er mich, ohne noch ein Wort zu sagen. Er begab sich zu seiner Tochter. Als diese ihre Mitwissenschast bekannte, wallte sein Zorn von Neuem auf. Und von Dir sagen die Leute." schrie er sie an, daß Du mit dem Andern kokettirt hast, mit Herrn Neumann!" L6onie blieb sehr gelassen. Wenn die Leute das sagen antwortete sie. so lügen sie. Ich habe mit Herrn Neumann freundlich verkehrt. Wie Du und Mutter es täglich mit angesehen habt. Wir sahen und sprachen uns dann seltener, seitdem er mir einen Heirathsantrag gemacht hat." Einen Heirathsantrag?" fragte Tailland versteinert. Und was hast Du darauf erwidert?" Nun," versetzte L6onie schnippisch, ich habe ihn abgewiesen. Ich habe ihm gesagt, daß ich einen Preußen nicht heirathen werde, Toili Wut!" Dabei drehte sie sich auf dem Absatz herum. Durch diesen patriotischen Heroismus seiner Tochter wurde Herr Tailland so ergriffen, daß er L6onie in seine Arme schloß und sie versicherte, sie sei ein braves Kind und er könne stol; auf sie sein. Dann ging er zu seiner Frau und sie bekam ein gehöriges Sturzbad dafür, daß sie niemals die Augen offen halte. Unter den Thränen der Frau Tailland endigte dieser häusliche Konflikt. Es war bestimmt worden, daß das Bataillon bis zum 15. März in Chatelard verbleiben solle, um dann nach der Eisenbahnstation zu marschiren, auf welcher unsere Einschiffung in die Heimath stattfinden sollte. Es waren so viele Bataillone zu befördern, die Zahl der verfügbaren Eisenbahnlinien aber eine so geringe, daß es mit der Rückkehr der Truppen aus Frankreich nur langsam ging. So hatten wir aufs Neue Anlaß, uns in der Tugend der Geduld zu üben. Unterdessen machte Petersens Rekonvaleszenz die besten Fortschritte. Bald konnte er das Bett verlassen und im Lehnsessel sitzend mit mir plaudern. Hierbei fühlte er das Bedürfniß, mir alles dasjenige aus der Geschichte seines Liebesverhältnisses zu Marie zu erzählen, was ich noch nicht wußle. Nichts anderes erfüllte ihn. das merkte ich wohl, dennoch war jedes krankhafte Wesen von ihm gewichen. Mit der körperlichen Genesung ging die seelische Hand in Hand. Doch schlugen immer noch Wellen durch sein Gemüth, wie Meeresbrandung nach Aufhören des Sturmes. Eines Tages, als Karl von seiner verfehlten Liebe gesprochen, schloß er seufzend: Man soll nicht Anker werfen auf hoher See." Gern hätte ich entgegnet: Wer nicht sattelfest ist, soll kein wildes Pferd reiten" doch ich verbiß es noch rechtzeitig. Dann aber sagte ich, verständiger, als sonst meine Art war: Ja, Karl, wir beide haben Lehrgeld gezahlt. Wer genöthigt ist, als Kriegsmann die Grenze des Vaterlandes zu überschreiten, der soll den Blick abwenden von den Töchtern des fremdenVolkes. Es ist verbotene Frucht." Sehr herzlich war die Theilnahme des Majors und der übrigen Offiziere. Sie besuchten Petersen häufig. Natürlich wurde auch in ihrem Kreise das rnerkwürdige Zusammentressen de3 Ablebens von Marie Schmitt und Karls Verwundung erörtert. Aber nachdem ich einmal auf eine hierauf bezügliche Frage ausweichend geantwortet, war Niemand so indiskret, noch weitere Fragen zu stellen. Endlich kam der große Augenblick heran, der Tag unseres Ausmarsches aus Chatelard. Mein Abschied von Herrn und Frau Tailland war kühl, aber freundlich, von Löonie erhielt ich einen warmen Händedruck. -Sie wollte an einem der nächsten Tage nach Elboeuf reisen. Ueberglllcklich waren unsere Leute, als es zum Thore hinausging, und manches Mägdlein winkte ihnen mit thränenumflorten Augen den letzten Gruß. Ich aber sprach bei mir: Dem Himmel fei's getrommelt und gepfiffen, daß wir ohne Weiberfesseln von dannen ziehen." Karl fuhr im Wagen hinter der letzten Kompaanie. Von ler Eisenbahn

station aus 'begab er sich mit einem direkten Zuge in die Heimath, um dort feine völlige Wiederherstellung abzuwarten. Uns andern ward es nicht so gut. Es ging langsam mit dem Transport der ungeheuren Truppenmassen auf den französischen Bahnen, auf manchen Stationen hatten wir recht langen Aufenthalt. Vielfach mußten wir umsteigen in Züge, die einen Schub von Kriegsgefangenen aus dem Herzen Deutschlands herangefahren hatten. Eines Tages hielten wir auf dem Bahnhofe von Toul, auf dem Nebengeleise stand ein schier endloser Zug mit französischen Gefangenen, die aus Schlesien kamen. Endlich setzten wir uns wieder in Bewegung. Als wir einen der letzten Wagen des Gefangenenzuges passirten. glaubte ich Pierre Le blond am Fenster zu sehen. Wir fuhren aber fchon ziemlich fchnell, daher mag es wohl Täuschung gewesen sein. Es folgte der Einzug in die Garnifon. Als wir vor den Thoren derStadt Aufstellung nahmen, erschien auch Petersen, um seinen Platz auszufüllen. Unter der pflegenden Hand der Mutter war seine Wunde vernarbt, seine Kräfte hatten sich erneut. Er sah viel frischer aus, als vor der Verwundung. Unser Wiedersehen war ein überaus herzliches. Die Häuser prangten im Guirlan-den-und Flagenschmuck, von den auf uns herabregnenden Blumen und Kränzen wurden wir fast erstickt. Brausender Jubel wälzte sich durch die Straßen, die wir durchzogen. Es war unbeschreiblich unvergeßlich! Der schönste Moment aber nahte heran, als ich den Eltern an die Brust sinken durfte. Die Weihe dieser Stunden löschte alles aus, was ich Hartes und Schweres erduldet, mir war zu Muthe, als ob ich mich der großen Errungenschaften erst jetzt so recht aus vollem Herzen freuen könne, des wie-dererft.-ndenen Kaisers und Reiches, die, als wir in entschlossener Begeisterung zum Schwerte griffen, den Feind von den deutschen Marken abzuwehren, uns erst in nebelhaften Umrissen als Siegespreis vorschwebten. Und wie wurden wir gefeicrt! Jeder Einzelne von uns, als ob er das Beste gethan habe an der siegreichen Durchführung des Krieges, an der Niederwerfung Frankreichs, an der Wiedererlangung Elsaß - Lothringens! Die guten Leute waren wirklich ganz aus dem Häuschen. Aber es lohnte auch, vor Freude einmal aus dem Harschen zu sein. Jetzt, wo wir die Jubelfeier ver großen Zeit, der Neugründung des Deutschen Reiches durchleben, sprechen wir wieder häufiger von jenen denkwürdigen Ereignissen, deren Zeuge wir waren und an deren Herbeiführung wir zu unserm bescheidenen Theile mitgewirkt. Ich meine Karl Petersen und mich. Wenn ich Abends im Kreise der Familie ausruhe, meinen Jüngsten auf dem Schoß, während die beiden Aelteren mit der Mutter am Tische sitzen, dann ist Karl unser häufiger Gast, und sobald er erscheint, werden alte Geschichten erzählt. Während ich die Anwaltschaft ergriff, trat er in den Staatsdienst und machteKarriere. Vor einigen Jahren wurde er als Landgerichtsdirektor in unsere Stadt zurückversetzt, eine große Freude für mich. Er fühlt sich glücklich in seinem Verufe, so glücklich, als sich ein Junggeselle nur fühlen ianx. Am tvohlsten ader ist ihm in unserem Kreise, die Kinder lieben ihn ganz besonders. Aus Kamerad Petersen ist Onkel Petersen geworden. Neulich, als die Kinder zu Bett waren und auch Onkel Petersen aufgekrochen war, schmiegte meine Mathilde ihren Lockenkopf an meine Schulter und fragte schelmisch: Was wäre nur aus dem allem geworden, Bob. wenn die hübsche Löonie damals ja gesagt hätte?" (Ende.)

Gedankensplitter. Der Glückliche lernt niemals seine Schwächen kennen, denn seine Freunde verheimlichen sie ihm. Weißt Du ein reiches Mädchen wo, Nimm's eilig! Doch wenn sie Dich nicht haben will. Dann freilich! Gewöhnlich sind es gerade jene Leute, welche von unten hinauf gekommen sind, die einen von oben herab anschauen! Wir können oft den geringsten Zug nicht ohne Verschnupfung ertragen, aber aus einem tüchtigen Sturm gehen wir meistens neugestählt hervor. . Gleiche Fehler ziehen sich an, gliche Vorzüge stoßen sich ab! D i e Hauptwörter im Buche des Lebens sind: Geld" und Ich". Wenn man an unseren Verdiensten nicht mäkeln kann, ignorirt man sie. 5 Glück ist Zufall. Zufall Glück. Drum benütz' den Augenblick! S o manch einer verdient, der'Z nicht verdient. 5 Manchem Mimen flicht Welt wohl Kränze, creditirt ihm aber keine Suppe. ' Verschnap pU'J. . Spiele oder mcht; wenn mich aber ein Aruderöbruder anpumpt, so muk ick ihm etwas geben! FuchZmajor: Ganz richjtlg! ;

Ttc Fraucnfrage. Von Gcvrg Bötticher. Ob man hundert Tage tage. Um itzr Wesen zu ergründen .ciy ich einen Gatten finden?3l:ibt die ew'ge ..Frauenfrage". Und sie läßt sich nicht ersticken Durch die schönsten Eomplrniente, Daß die Frau dem Mann am Ende Gleich es thu' in allen Stücken! Mag sie lernend sich bemühen, Daß sie kampfgestählt hienieden. Wenn ihr das Geschick beschicken: Einsam durch die Welt zu ziehen! Woll' auch Kein's zurück sie halten. Ihren Wissensschatz zu mehren, Keines ihrem Dränge wehren, Geistesgaben zu entfalten! Doch daß Kein's auch unterfange Sich, das Weib in ihr zu tödten! Keines wag', ihr einzureden. Daß ihr Glück dies so verlange! Nein doch! Frauen zu beglücken Dafür bleibt, wie man's auch nehme. Stets das beste der Systeme: Liebend sie an's Herz zu drücken. Und Gott Lob: Ihr mögt sie hindern Jenem Glücke nachzustreben, Mögt das falsche Glück ihr geben: Frei zu sein vonMann und Kindern Folgt sie Anfangs auch der Mode, Die Natur zwingt Ihr nicht nieder: Immer, glaubt mir, kehrt sie wieder Zu der älteren Methode!

t?ivsirtfm0 Drmei s. V 'VV V Von H. Klein. In einem Badeorte nächst dem ein famen Waldwege, den man den Philofophenweg nannte, - faß er auf einer Bank und starrte in' das Sonnenlicht, das durch das Laub der Bäume fiel. Er fühlte sich an diesem Tage müde und krank. Er war nach dem kleinen Orte gekommen, weil der recht weltvergessen, abseits vom Lärm der Welt lag. Da mochte man sich gut langweilen können, und das mußte ihm gut thun. Er hatte sich in seinem Berufe als Rechtsanwalt überarbeitet, war erschöpft und benöthigte Erholumg. Eine Ueberanstrengung, nichts weiter," hatte der Arzt gesagt. Gehen Sie nach Rotherörunn, sitzen Sie auf Waldbänken und faullenzen Sie einige. Wochen, so lange es Sie freut. Essen, Sie, was Sie wollen, trinken Sie, so viel Sie können, gehen Sie spazieren wenn Sie Lust dazu haben, liegen Sie. im Bette, wenn Sie zu träge sind, aufzustehen. Die Geschäfte lassen Sie Geschäfte sein. Nicht einmal denken daran! . . . Wenn Sie wiederkommen, werden Sie gesund sein." Diesen Rath wollte er befolgen. Aber wie fo oft rn letzter Zeit, hatte er nun wieder einen Tag. an dem er sich recht krank fühlte. Während er tröstlos vor sich hin starrte, erblickte er'plötzIlch eine junge Dame, dc m einem großen, umfangreichen Buche lesend, das sie mit beiden Händen halten mußte, den Philosophenweg einhergeschritten kam. Die junge Dame war .hübsch, in ihrer schlanken Blondheit sogar sehr anziehend, und doch wandte sich Dr. Frederici mißmuthig ab. Die Schöne war ihm namllch schon Tags vorher aufgefallen, und als er. sich bei dem Brunnenarzte, seinem einzigen, leider vielbeschäftigten BekaTrnten in Rotherbrunn, nach ihr erkundigte, erwiderte dieser lächelnd: Eine Collegin! Ein, weiblicher Arzt. Ja wohl, sie hat in Zürich studirt und em Diplom erworben. Jetzt weilt sie zum Besuche ibrer Verwandten hier. Sie wird als Localberllhmtheit angestaunt. Sie müßte' sich hier nur niederlassen, und ich wäre,' einfach ruinirt. Die duldet es abernicht in Rotherbrunn. Sie will hinaus in die große Welt, ich glaube, nach Paris, um weiterzusiudiren, und dann nach Rußland, um dort die PrariS auszuüben. Schade, daß nicht auch die männlichen College ihrem Beispielefolgen!" Frederni lächelte damals mit demArzte, jetzt aber erschien es ihm rechtverdrießlich, daß das einzige, wirklich anmuthige Mädchen in Rotherbrunn, eine Gelehrte war. Zu Allem in der Welt war er noch mehr aufgelegt, als geistreiche Gespräche zu führen. Dazu war sein Kopf viel zu träge geworden. Und in diese schönen, blauen Äugen zu blicken, wäre doch eine ganz hübsche Zerstreuung in dem langweiligen Weste gewesen, geeignet, die gewünschte Erholung zu fördern. Als die junge Dame bei der Bank angelangt war, wo Frederuni saß, nahm sie mit einem leichten Grüche, aber doch kaum aufblickend und m ihr Buch- vertieft, dort gleichfalls Platz. Es war eine lange Bank, und da der Anwalt am rechten Ende faß. lich sie sich an der linken Seite nieder. Sei es. daß die junge Aerztm in ihrem Buche ein Capitel beendet hatte, das sie interessirt, oder daS sie die aügenfällige Mißachtung d ihr Seitens des jungen Mnnnes , zu; Theil wurde, verdroß. ' aber sie blickte nach einiger Zelt aus ihrem Buche auf und betrachtete verwundert den einsamen Waldfpaziersitzer. . Sie sind leidend,, mein Herr fragte sie plötzlich. ' Er blickte sie etwas überrascht üttt die Ansprache an. Dann bedachte er, daß ihr Doctordiplom nach Beschsft;gung verlangte und daß sie ein fkfthtes Mädchen, bei dem emancipier Manieren nicht auffällig waren. Da sie das Gesprach begann, sollte eZ seinen Laus nehmen. Ja. ich bin leidend." erwiderte er, und fühle mich heute wieder recht elend. Es kommt vkn Ueheranstren- . gung

Also eine Nerven-Abspannung?" So sagt der Arzt." Worin äußert sich dieselbe? Fühlen Sie auch Schmerzen?" Ich habe manchmal Kopfschmerz," sagte er mit halbem Lächeln. Er wollte sie durch seine Antwort im Fragen nicht abschrecken. HalbseitigenKopfschmerz, was man Migräne nennt?" Ja. Steigert er sich zum förmlichen Rervenkrampf?" Hie und da mal . . ." Aha! Es scheint eine Rerven-Er-schöpfung zu sein. Leiden Sie an Schlafsucht?" Manchmal ... bei der Lectüre . . . auch am Abend . . ." , Ja, das sind die Symptome," sagte der Blondkopf mit wichtiger Miene. Und dann zur Erklärung seiner Fragen: Sie müssen wissen, daß ich Arzt bin, von der Züricher Universität zum Doctor derMedicin und Chirurgie promovirt wurde." Ah, das ist ja außerordentlich interessant!" Ja," fuhr sie fort, ohne auf sein gut geheucheltes Erstaunen zu achten, in das er etwas wie Bewunderung mischte, und die Nervenpathologie bildete mein besonderes Studium." Haben Sie schon die Anwendung der Elektricität versucht?" Bisher nicht." Das könnte man mit Ihnen versuchen ... Ich bin überzeugt, es wird Ihnen gut thun." Wie schade," seufzte er, daß man sich einen so kundigen Arzt wie Sie, mein Fräulein, nicht in's Haus kommen lassen kann." Sie erröthete ein wenig. Die Zeit kommt, wo man sich dieses wird gestatten können, ohne den Anstand zu verletzen." Hoffentlich erlebe ich sie noch .... So ein Fräulein Hausarzt, wie Sie, das möchte mir behagen . . . Ihr bloßer Anblick erquickt ja das Herz!" Mein Herr, das ist eine Beleidigung." Ich habe es aufrichtig gemeint. Und bis die fchone Zeit kommt, wo alle Vorurtheile zerstört sind, darf ich wohl hoffen, daß Sie mir hier und da auf dem Philosophenwege eine' Ordinationsstunde gewähren." Ich habe eine Menge neuer Erscheinungen der medicinischen Literatur durchzusehen und ich denke, hier ist der stillte und angenehmste Ort dazu." Da haben Sie wirklich Recht." sagte bt: junge Mann mit unverwüstlichem Ernst, ohne durch das Zucken einer Muskel zu verrathen, daß ti an das verblümte Zugeständniß eines Rendezvous irgendwelche Hoffnungen knüpfte, auch ich habe den Philosophenweg sofort lieb gewonnen . . Doch Sie. wissen ja. gar nicht, verehrtes Fräulein, wer der Patient ist, den Sie in Behandlung genommen haben. Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle, Dr. Gustav Frederici, Rechtsanwalt aus der Residenz Freut mich... doch Sie kennen auch noch nicht, den Arzt, dem Sie sich anvertraut hiben. Dr. Edith Eder." Am nächstm.Tage zog sie aus ihrem Täschchen ein!: sorgsam verschlossene Phiole hervor Hier hab- ich ein wunderbares Tränklein für Sie," sagte sie. Es stammt von einer Pflanze in Brasilien und ist von merkwürdig erfrischendem Einfluß auf die Nerven. Sie können täglich bis zu dreißig Tropfen nehmen. Der Geschmack ist ein sehr angenehmer und würziger.7' Ich bin zwar grundsätzlich abgeneigt, Tränkle:n zu nehmen und Pillen zu schlucken., aber da Sie nun dergleichen verordnen, will ich mich auch dazu verstehend Am nächstem Tage rühmte er. die quickende Wirkung des aromatischen Trankes, dessen Geschmack ihn geradezu entzückt batte. Sie war sichtlich erfreut, daß- ihreVerordnungen so viel Beifall fanden.. Und dann hattz sie wieder etwas Neues , für ihn. Sehen Sie die kleine Schachtel ?! Da sind fünf kostbare Pulver darin.. Wenn Sie die Schmerzen bekomm; sollten, so' nehmen Sie eines, davon; Es ist ein vollständig unschädliches; Narcoticum. das die Schmerzen beruhigt und Sie in einen angenehmen,, stärkenden Schlaf verfallen läßt." Wie gütig sind Sie nur, daß Sie. sich eines, armen Kranken fo annehmen!" Und jeden Tag brachte sie ihm .etwas, Neues, oder sie gab ihm doch neue Rathschläge. Es machte ihr offenbar: große Freude, fein Leiden zu studiren.. Sie kanr immer wieder auf die Erörterung feines Zustandes zurück, ob das Gespräch derBeiden auch zwanzig Mcrlj jeden Tag auf andere Gegenstände ab?lenkte. Ueber die Wirkung ihfer Arze neien. stattete er mit seltener Gewiss senhaMgkeit Bericht und sie sprachen: jede Phase fein Krankheit von Tag. zu Tag.

Ich bin Jvj? VerfuchMninchtn-.." pfivgte er zu fag. Ich siehe zu. ihr Verfügung. maHen Sie -mt mi7..woZ We wollen. Selbst leöendig fextcta dürfen Sie mich, Frä lein, wenn 3 Zhnen Freude: macht." .Sehe ich p grausam aus k. X2$tt sie dann und begleitetZ die 5Mrte rali einem Blicke der nicbM mehr vcn der berufsmäßigen Strenge zeigte veLche sie die erst! Tage angenommen, ihm aber wie n feurer Straihk trcf in's Herz drana. tiefer als die Kraft aller Apothekermittel bet Welt Deichten. Als sie ihm nneder einmal mit altkluger Miene weise Perhaltungsmaßregeln gab. körnte er de? Versuchung nicht widerste'hen. Er umfaßte den Doctor der Medicin und Chirurg und drückte ihm ein paar herzhaft Küsse auf den Mund. War es die Art und Weise, wie er dabei vorging, der Blick oder da? La chen deö Mundeö, das jM: Mädchen

if tmm j fühlte sich tief verletzt, so lieb siz ihrr auch gewonnen hatte. Herr Rechtsanwalt," sagte sie in gekränktem Tone, ist das mein Dank?" Liebe Edith," erwiderte er, wollen Sie mein Haus-, Hof- und Leibarzt für alle Zeit, kurz, meine liebe Frau werden?" Eine lange Pause entstand. Dann erwiderte sie ernst: Ich nehme die Anstellung an." Etwa drei Monate später kam daS junge Paar von der Hochzeitsreise, die es auf einige Wochen nach Italien ge führt, in fein neues Heim in der Residenz. Die junge Frau besah Alles, freute sich mit Allem und liebkoste förmlich jedes Stück ihres neuen Be sitzes. Endlich kam sie zu einem reichgeschnitzten, perlmuttereingelegtenKästchen von eigenartiger Form, das an der Wand hing. Was ist das?" fragte sie. Der Mann lächelte, zögerte einm Augenblick, nahm aber dann eine kleinen Schlüssel zur Hand und öffnete das Kästchen. Da fand man denn in feinen Fächern hübsch eingelagert alle Pillen, Pulverchen, Tränklem und Salben, welche Fraulein Dr. Edith Eder einem gewissen Patienten rn Rotherbrunn während der ärztlichen BeHandlung verabreicht hatte. Sie waren noch sämmtlich wohlverkorkt, dersiegelt und gänzlich unberührt. Wie?!" rief Edith, die ihren Augen kaum traute, Du hast nichts garnichts gebraucht von Allem?" Nickis." Auch nicht die aromatischen Trvpfen ?" Auch diese nicht." Wie bist Du denn gesund gewor-" den?" Offenbar durch Sympathiemi'ttel Hätte ich alles das hier genommen Schatz, hätte ick Dich heirathen können? Ich wäre ja nicht mehr am. Leben!" Aber Du schildertest doch so gut dir Wirkungen der Arzeneien ?!" List, nichts weiter. Kriegslist. Wir wäre ich Dir wohl sonst beigekommm?' W hätte ich die Bekanntschaft weikerspinnen, mich in Dein Herz schleichen können?" Die junqe Frau hatte Lust zu wei nen. Geh," sagte sie, Du hast mich bc trogeu und belogen!" Er aber zog sie an sich und küßte ihr eine Thräne von der Wimper. Sieh', mein Herz." sagte er. allediese Schächtelchen waren Bausteine unseres Glückes. Ich hatte nicht derr. Muth, nes anzutasten. Damals lieft', ich sie unberührt und fchloß sie in die fes Kästchen ein, zum ewigen Angedenken. Du siehst, wie werth ich sie halte. Du hast mir keine Rosen geschenkt, keine glatte Schleife zum Souvenir gegeben, und meine Liebe dürstete nach Trophäen. Sie aber ssn schlucken . wäre ich mcht im Stande gewesen . . Da lächelte die junge Frau wieder. Als Ärzt hatte ich einen einzigen' Patienten fagte sie dann mit dem -ist es mir schlecht ergangen; ich will's verwinden, wenn es mir m der Ehebesser geht-. Für meine verbotene Praxis hjft Du verbotene Practiken getrieben. Nun sind wir- qmtt; hast' Du verstanden?Gewiss. Die Ehe. fch weiß, ist" etwas ganz Anderes. Dc? giebt es UU nen Pardon, da muß man jede Pille' selber hinunterschlucken !"" Tic junge gras. Was man vor 500 Jahren von einerguten Ehefrau Alles verlegte, ist aus den Rathschlägen zu sehen, die der Edelmann Peter von Roubuix imJahre 7 1393 feiirer jungen Gattin für ihre Leb'ensführung und ihr Verhalten'! und außer dem Hause, gegen den Gatten -undie'Dienerschaft. gegM Verwandte? und.' Fremde ertheilt. In denselben: heiß'ttesiumal gegen Deinen Gattenmußt Du stets von sorglicher Aufmerk-. sämkeii. erfüllt fein. Pflege ihn liebevoll, und hatte seine Wäsche rein; bah r ist'. Deine Aufgabe. Des Mannes, Sache- sind die Angelegenheiten außer.: dem Haufe. Der G?tte muß alle.Strapazen ertragen, cxx sie könnenihm: nichts anhaben; denn dieHoffnung . aüp die Pflege, die i?M nach feiner. Rückkehr sein Weib '.Admen. auf . alle..-die,-Annehmlichkeiten ynb Freuds hie - ti S.u ihr finden wiÄ. stärkt ihn: so; zum: Beispiel, daß ensich seine Stiefel : accternem wärmendn Feuer ausziehen ? kann, daß er Waschwasser fürr seine-: Füße, frische Strümpfe und Pantof ftlrr hat; daß er gpigefüttert und gult getränkt, überhauAK: jeder ?Äise,'gutr bedient wird; dcföec ein woh öges.La-. ger mit weißer.'.-, Linnen unddweißer? Mchtmütze finde;:daß gutes pelzwerk? filx ihn bereit :mt ihm n mancheanderen Freun-i leitet werden, vozv kmen ich hier.schvZgen wNL ' ?s geht's so- Db wohl, die prngfc Frau allen dieftzr-Berpslickngen aem achgekommen ifc?

Jül "stlfoei ende Ylvt st a Rickter: Eie. stehen a.lv zu. Jhzl Nachbar, mit: em S' seit Ne.?n Zeit in FritÄchast leren, rrü üssm i er . KnupveZmeyWais auhven vtwitn gc schlagen zu wtxL Haber, feie zu Ihrer Vereidigung, sonst ejwaZ an zuführen-? Sie wollte mildernde Um ,'iänfcfc geltend machen! Angeklagter: Nun..w der hole Gerichtshsf wull te Made daruff Rücksicht, nehm'n: 'S vs weeches u$, nur hm ich'n gestrichen hoab! -Genau besokgt. Arzt: ch habe Ihn hier für Ihren Sohn im Pulver verschrieben, und dann sor gen Sie auch für Zerstreuung! Mor gen werde ich selbft mal wieder nächst hen! Arzt (andern TagS): Nun. Pk der regelrnäßig eingenommen? Bauer lem: Eingenommen? Nein, zervreui hab ich'S. Herr Doctor sagten W1 Sorgen Sie für Zerp.reu.unz!