Indiana Tribüne, Volume 20, Number 87, Indianapolis, Marion County, 13 December 1896 — Page 2
1 " Gin Zagdaöcntalcr. Skizze dem nördlichen Minnesota von 53. v. Schierbrano. ' Der alte Bredow ZnFarnham, einem Holzfällerstädtchen im nördlichen Min nesota, war eine Perle von tftum Gaftwirth. In seinem kleinen Hotel gab's nicht nur Jahraus Jahrein das Beste, was Wald, PraZs-ie und Wasser lieferttn, sondern der Älte ließ sich auch dafür nur so I&ferÜch niedrige Preise bezahlen, daß ttvm seine Mahlzeiten mit doppeltem Alpetit aß und sich nur immer im Geheimen wundern mußte, wie er das möglich machte, skinmGästen die delikatesten Leckerbissen der Saison vorzusetM für einen Preis, &er in Chicago Oder New Avrk kannr in gewöhnllÄes Stück zähes Sreak -bezahlt hätte. Äber die Erklärung war ganz einfach. Der alte BredoTv war närn lich leidenschaftlicher Sportsman, und alles Mild, alles Geflügel -und alle Fische die seine Frau, eine&icfe. gutuiüchige Darmhessm mitsv vorzügZich?r Kochkunst zubereitete, hatte .lhr Ehiherr selbst erbeutet und seine ' Iagdgenossen. Damals Zam ich ziemiich häufig nach Farnham, und nie derfehlte ich, wenn es die Zeit irgendwie laubte. mit dem Alten .'auszuziehen, um des edlen Weldwerls , zu pflegen, denn er kannte das "Jagdterrain auf ZO Meilen in der Munde 'als "wenn es sein eigener Parlrr gewesen-wäre, und 'seine Jagdlust war wrg ungestillt. Und zog man nirt 'ihm nus, so war Man sicher, ra Abend Hei' der HeimIkehr eine schweie Ladung desjenigen -Wildprets mUzubringen, das gerade .in seasorT war. Manchmal haben .wir Beide unsere SO Prairiehühner geschössen, und wilde Enten erst! Bah, rch will gar krineZiffcrnangeben. Es "würde mir's doch Niemand glauben. Doch, da ich gerade Von Wildenten spreche, fällt mir ein .Abenteuer ein, das ich einst erlebt und wobei ich beinahe das Leben , eingebüßt hätte. Es ist eine eigene Sache. mit, solchen Jagdabenteuern hinterher, Jahre später, wenn Einem schon das Haar an den Schläfen ergraut, da. erinnert man sich ihrer gern, sogar sehr gern. Man sagt sich dann anz im Geheimen: Ja, darnals warst Du doch eigentlich noch ein ganz anderer Kerl! Und man bewunoert sich selbst :und : seine Spannkraft und Unternehmungslust von ehemals ein bischen. Aber, damals, als die Geschichte passrrtc, da war mir ganz anders zu Muthe. Nun also. Der alte Bredow war initgegangen. Er hatte nur erzählt, daß er einen 'famosen Platz wüßte, wo die Wildenten feine, fette Redheads, wie er sagte 'massenhaft vorhanden wären. 'Allerdings ein wenig weit weg, und Ä)ieGummistiefeln müsse man schon bis mber's Knie aufstreifen. Aber das thue za'Nlchts, meinte er. Richtig, sagte ich. Wir hötttncem , kleines Buggy mit, und mit dem fuhren wir circa 20 Meilen von Farnham hinweg bis in die Swampgcgend von Äoutville. Dann stiegen wir .aus und schritten munter darauf los. Es. war theilweise Wald, meistens altes, hohes Laubgehölz, theilweise auch sumpfiger Marschboden. Wir mußten streckenweise tüchtig waten. Noch war uns nichts vor den Schuß gekommen, und ich wurde etwas ungeduldig. Auf einer trockenen Stelle, unter eineriÄlten Sycamore, setzten wir
uns, um erwas zu verschnaufen. Dann stiefelten wir weiter. Das ging noch so etliche Weilen. Dann kamen wir in die richtige Sumpflandschaft hinein Mein Begleiter orientirte sich rasch Wir waren "in .den sogenannten Sycamore - Swcmps. angelangt, die einen Umfang von Dielleicht 5,000 Acres Haien und die -um diese Jahreszeit, so sagte er, vollon Wasserv'ögeln waren, worunter die prächtigsten Wildenten in . großen Schacren. Nur sind diese Bö.gel ziemlich scheu und müssen mit gro.ßer Vorsicht deschlichen werden. Wir einigten uns aüso darüber, welche Seite ?er und welche ich selbst nehmen sollte. 'Der Alte warnte mich noch ausdrück!lich vor den kÄmn Creeks", die an -Kielen Stellen gcmz unvermittelt auf:ireten und in ihrem schlangengleichen iLaufe meistens dem etwas -entfernten See zustreben. Er sagte, ich 'solle mich vor dem Flugsand, der den Boden von -manchen dieser Wässerchen bildet, hu zten.' denn wer in den selben -gerathe, sei -rettungslos dem Tvde versallen. Ich !hörte die Warnung auch ganz andäch2lg an.aber dachte mra nicht JMmbei, So kroch ich denn schon .geraume Seit in z dem Schilfe herum, und .einige kr:lchonsten, fettesten Enten hatte 'ich erkch schon geschossen und meiner a sch- einverleibt. Plötzlich bliöte ich I W in meiner unmnicioarrn caye ein ganzes LZolk von Wasservögcln, und m meinem Jagreifer achtete ich nicht darauf, &iß dieselben auf ziemlich tiefem Waer zu schwimmen schienen. Meine Doppelflinte cm die Backe legen und piff! 4?aff ! ;e bilden Ladungen SchrÄ uinter d&g flatternde, dichte EewuH! abgeben, war das Werk einer halben Secunde. Es waren gute Schusse "crUvesen, tue ich deutlich sehe konnte, tmü? mit crutm Hurrah stürzte ich vorwärts, um meine Beute z sichern. seichte! Rmnsal war m meinem Wege. Es uochte vielleicht 8 Fuß breit sein, aber lch achtete nicht viel darauf, nehm einen Anlauf und sprang hinüber nach dem anderen Ufer. Im Abspringen indeß spürte ich schon, daß dev weiche, sumpfige Boden mir nicht die richtige Sprungkraft gestaltet hatte, und anstatt auf der anderen Seite, auf dem etwas böheren Ubhanze zu landen, kam ich mit" beiden Beinen in's Wasser zu stehen. Indessen, was thut's? dachte ich und probitte, die wenigen Fuß bis zum Ufer zu waten. Aber das wollte nicht geJU Ttt Gründ unter meinen pfc,
war welch tote BüN:r. Es mochte lvohl feiner. ZZimlich Aussige? Schlamm sein und Nnn icb 'das eine Bein herauszog, fühlte i$ deutlich, wie das andere immer tiefe? sank. Alle meine Mühen 'waren vergeblich. Ich sank und sank, 'stetig, wrnn auch langsam. Und plötz lich spürce ich ganz deutlich unter meien FÜHen, wie etwas hin und hr glitt, 65was Weiches. Feinkörniges, etwas, Äas nicht Stand hielt. D?r Flugsand! Mit Blitzesschnelle durchzuckte dieser Gedanke mein Hirn. Ja. das war's der Flugsand. Ich mrißte in ein Bett desselben gerathen sein. Der Angstschweiß brach mir aus den Poren, als ich an die War--nung des alten Bredow dachte und anir mein bevorstehendes Leos vergesgenwärtigte. Doch nein! Mein Jagd- ' geführte konnte ja nicht weit entfernt sein. . Ich erhob meine Stimme und schrie schrie aus voller Kraft, bis ich heiser war. Aber nichts rührte noch regte sich in dieser Oede. Die munteren Wasservögel in meiner Nähe waren schon nach meinem Schusse eilig davongeflogen, und jetzt sah ich nichts Lebendes um mich her. Kein Echo, nur
der Wind strich säuselnd durch das Schilfrohr. Ueber nnr, der blaue, strahlende Himmel und die Sonne, die beinahe über meinem Haupte jetzt stand. Aber kein Geräusch. Niemand, der mir hätte Hilfe bringen können. Wo war nur der alle Bredow? Augenscheinlich weit weg, denn ich vernahm keinen Laut, keine Antwort, kein Gerausch, das auf seine Nähe deutete. Verlassen! Dem 'unrettbaren Tode verfallen! Ein ohnmachtähnliches Gefühl der Ermattung und Schwäche überkam mich. Doch diese Anwandlung dauerte nicht lange, wahrscheinlich kaum eine Minute. Aber mir erschien es schon eine Ewigkeit, daß ich mich hier in diesem, meiuem zukünftigen Grabe befand. Mein Grab? Bei lebendigem Leibe versinken, ersticken und begraben werden dieser gräßliche Gedanke verlieh mir die Kraft der Verzweiflung, und krampfhaft und mit Aufbietung aller Muskel- und Sehnenkraft mühte ich mich, herauszukommen aus dem schrecklichen Loch. Vergeblich. Bei jeder neuen Anstrengung sank ich etwas riefe?. Jetzt stand ich schon bis an die Brust in dem weichen Schlamm. Einige Krähen flogen hoch übev mir hinweg. Ich konnte ihr Krächzen hören. Ob sie mir wohl die Augen aushacken würden nach meinem Tode? Ach, ich vergaß. Ich würde ja begraben sem versunken und verschluckt von dem Flugsand, dessen Strömung ich jetzt deutlich unter den Füßen, Za schon bis an die Knie spüren tonnte, zuon iccucm muntt und vlaate ick mich. Eiaentbümlick! in diesem gräßlichen Moment mußte ich an ven oeruymten errn von Munck Kaufen denken, der sich bei einem übn liehen Jagdabenteuer selbst bei den Haaren aus dem Sumpfe gezogen hatte. Ueberhaupt gingen mir die unsinnigstenGedanken durch den Schäoei; es zog eme ganze Nerhe von Budern aus meinem Leben mir in der Seele vorüber bunt und obne 3u sammenhang, wie ein Kaleidoskop. Dann schrie ich wieder, so laut ich noch sonnte Aber meine Kräfte schienen sich jetzt schnell zu erschöpfen und meine Stimme klang mir unnatürlich an die Ohren, dumpf, gepreßt-. Verzweifelt ließ ich meine Arme, die noch frei waren, ausgreifen, so weit lcy lcyen konnte. ls geschah ganz instinctiv. obne Abssckt oder 5Ziel. Aber da packte meine gekrallte linke Hand plötzlich etwas Festes im Schlamme. Die Berührung meiner Fingerspitzen hatte nur einen Augenblick gedauert, aber ich hatte gefühlt, daß es Holz, daß es ein Baumstamm war. der mthTtre Zoll tief unter dem Schlamme lag und woyl vor fahren vom Wasser angeicywemmt tm mochte. Rettung! jubelte ich. Rettung! Und aoermalö ilrecite lch melne Arme aus, griff mit verlängerten Mnaersviden das rettende Etwas und suchte mich oaran sellzullammern. Aber ach! es glitt mir von den ??inaern ab. Tid tonnte es nicht fassen. Meine Arme reichten Nicht so Welt. Eln Zoll weiter nur und ich war gerettet. Aber dieser eine Zoll! Wieder bemühte ich mich, meinen Körper wenigstens etwas aus dem Schlammgrabe herauszuheben. oer vergeblich. Doch da, bei der letzten Bewegung, fühlte ich etwas in meiner Hosentasche mein Messer. Es war ein festes, ganz billiges Ding, das ich auf der Jagd gewöhnlich zum Brot- und Meiscksckneiden brauckt. Gleichviel, es bedeutete jetzt für mich vas even. vjlit fieberhafter Ungeduld zog ich's heraus, nahm es in die reckte Hand, öffnete die lange Klinge und anss nun mlt beiden Armen abermals -auS, im richtigen Moment mit dem iiicfl er einen machtigen Hieb nach unten ausführend. Gott sei Dank! Es 'blieb stecken. Deutlich fühlte ich, wie -der Stahl in das halbmorsche Holz einsairk. Und nun zog ich mich daran chinauf. Es ging langsam, sehr langsam. Der Schweiß troff mir von der glühenden Stirn und rieselte mir am ganzen Leibe hinab. Aber dessen acktete ich nicht. Wenn ich nur vorwärts kam. Uno vorwärts kam ich, wenn auch ur rucdveise, zollweise. Mehrmals rnußte ich erschöpft innebalten. Aber dann packte mich wieder eine Art Wuth, und von Neuem zerrte und zog ich. von Znt zu Zeit, als ich meine Arme etwas freier beweaen konnte, das Messer tiefer stoßend in das Holz. Alles in Allem möaen es nur weniae Minuten gewesen sein, die dieser Kampf gedauert hat. Man verlernt in solchen Augenblicken, die Zeit zu messen. Aber endlich, hochaufatbmend und völlig erschöpft, sank ich mit dem Oberkörper auf den versunkenenBaum
stamm ind umklammerte ihn. als sei er mein liebster Freund. Ein wohliges Gefühl der Sicherheit mischte sich mit der tödtlichen Erkenntniß, daß meine Kraft aufgezehrt fei und ich unbedingt der Ruhe bedürfe. Ich lag da und fühlte und hörte nichts. Wie lange, das weiß ich nicht. Es mögen mehrere Stunden gewesen sein. Plönlich rüttelte mich Jemand an de? Schulter. Halloh, was ist denn los? Wie sehen Sie denn aus? Sie sind doch nicht etwa krank?" Es war der alte Bredow. Ich sagte mir, daß er viel zu spät gekommen wäre, daß er wahrscheinlich nicht einmal meine Leiche gefunden hätte, wenn mein gutes Messer nicht gewesen wäre. 5 Aber als ich Abends im Union Hotel des alten 'Bredow einige meiner schwererkauften Wildenten, so delicat gebraten, wie es nur seine Frau fertig bringt, vor mir sah und dabei ein Glas des Prächtigsten Milwaukeer Bieres, da habe ich mir's doch schmecken lassen. Und ich bin sogar noch manchmal auf die Jagd gegangen seitdem. Aber mein Erlebniß im Sycamore Swamp liegt mir doch noch heute, nach vielen Jahren, in den Knochen.
Ein ruinirtcr GchhalS. . In ker alten Kaiserstadt Wien hatte ein junger Mann von dreißig Jahren Namens Winterer von seinem Vater das hübsche Sümmchen von einer hal ben Million Gulden geerbt. Sein ganzes Sinnen und Trachten ging nun dahin, seinen Besitz möglichst zu vermehren, und er scheute in diesem Bestreben sogar nicht vor Wuchergeschäften der bedenklichsten Art zurück. Er erreichte auch dadurch die Erfüllung seiner Wünsche, und die Thatsache, so manche Existenz zu Grunde gerichtet zu haben, verursachte ihm nicht die geringstcn Bedenken. Konnten sich doch die Geschädigten schlimmsten Falles immer noch durch ihrer Hände Arbeit vor dem Verhungern schützen! Auf diese Weise währte es nur wenige Jahre, und die erste Million war beisammen. Das Aufhäufen von Schätzen ging demGeldgierigen schließlich aber immer noch nicht schnell genug, und er sann Tag und Nacht über Mittel und Wege nach, seine Bereicherung zu beschleunigen. Da las er wiederholt in der Zeitung, daß da und dort jemand beim Nachsehen ersteigerter alter Möbel große Summen, in geheimen Fächern oder sonstwo verborgen, gefunden habe, und allmählich setzte sich die Idee bei ihm fest, jeder alte, wurmstichige Schreibtisch und jeder wackelige Polsierstuhl enthalte große Summen, die von früheren Be schern darin versteckt oder vergessen worden seien. Bon nun an wanderte er unermüdlich von Auktion zu Auktion und schacherte alte Schränke, Sofas und ähnliche Möbel zusammen. Je älter und unbrauchbarer das Gerümpel war, desto höhere Gebote machte er, so daß andere Bieter regelmäßig von ihm aus dem Felde geschlagen wurden. Es war natürlich meist werthloser Kram, den er für theilweise hohe Summen erstand und stets sofort nach dem Ankaufe in seine geräumige Wohnung bringen ließ. Dort brachte er die Abende und häufig auch die halben Nächte damit zu, die Sachen auf das Allergenaueste zu durchsuchen, wobei es ihm nicht darauf ankam, dieselben noch werthloser zu machen, als sie ohnehin schon waren. Selbstverständlich fand er nie etwas, das nach Geld oder Geldeswerth ausschaute, und mußte dann froh sein, die alten MSbelstücke für wenige Kreuzer wieder loszuschlagen. Seinen Geldleihgeschäften konnte er sich, da er fast den ganzen Tag unterWegs war. nunmehr nicht mehr in dem ausgedehnten Maße widmen wie früher, und daher wurde auch die daraus erzielten Einnahmen geringer, und er verlor nach und nach viele gute Kunden. Um die dadurch entstandenen Berluste wieder einzubringen, ließ er sich jetzt, was er früher nie gethan, nicht selten auf recht unsichere Geschäfte ein, die aber die höchsten Procente versprachen, wenn 'das Glück günstig war. Dieses ließ ihn jedoch meistens im Stich, und er büßte mitunter große Summen ein. Allein anstatt ihn von seinem Wahn zu heilen, trugen diese Mißerfolge nur dazu bei, ihn völlig blind gegen jede Regel der Vernunft zu machen. Der Ankauf von alten Sachen wurde noch erweitert, die dabei geopferten Beträge nahmen einen immer erheblicheren Umfang an, und nach wenigen Jahren sah sich Winterer bereits genöthigt, seine Capitalien anzugreifen, da die laufenden, sehr verringerten Einnahmen nicht mehr ausreichten, um der Schutzaussindungsidee nach Gebühr fröhnen zu können. Kaum zehn Jahre mochten verflossen sein, als Winterer eines Tages ven letzten Tausendguldenschein für verschiedene werthloseSchränke gab. Nachdem auch noch sein letztes Besitzthum, das Haus, der sonderbaren Manie zum Opfer gefallen war, stand Winterer, der einstige Millionär, völlig mittellos da' und sah sich gezwungen, durch seiner. Hände Arbeit sein Leben zu fristen. Doch seine Kraft war völlig gebrochen, und das Ende war, daß der Mann als Stadtarmer verpflegt werden mußte. Er starb im Jahre 1843. Grad' heraus. Aunae Wittwe: Lieber Doktor, ich habe jetzt alle Bader besucht, me Sie mir emvfoblen baben aber es bat mir nock immer keines aebotten!"' Arzt: Na. erlauben Sie, ich haöe. aber doch auch's ihn Helratysoureau!'
Schwierige Wayl. Humoreske von Jgnaz Pauer. Der Herr Sanitätsrath Professor Dr. Schlauer ging mit einem soeben erhaltenen Briefe in der Hand, dessen Inhalt ihn in lebhafte Aufregung versetzt hatte, in seinem Laboratorium auf und nieder. Seine Frau sollte übermorgen aus dem Bade zurückkommen und benöthigte dann sofort ein neues Dienstmädchen. Sie legte die Angelegenheit in die Hände ihres Gatten und eauftragte ihn, für ein passendes Mädchen zu sorgen, da sie nach ihrer Ankunft zu viel zu thun habe, um sich auch damit befassen zu können. Und nun an's Werk. Rasch sandte er den Diener, ein Inserätchen ins Jntelligenzblatt einschalten zu lassen und in einigen Dienstbotenbureaux seine Adresse abzugeben. Dies war bald geschehen und nun harrte er der kommenden Dinge mit einer Spannung, wie jtc eines solchen interessanten Falles würdig war. Ein schwaches schüchternes Klingeln war vernehmbar. Der Diener eilte zu öffnen. Eine junge, elegant gekleidete Dame stand an derThüre. Sie knixte freundlich. Herr Doktor Schlauer?" Bitte nur einzutreten Der Professor hatte sich erhoben und schob seinem Besuche ein Fauteuil zurecht. Ein wenig befangen nahm die Dame Platz. Sie schlug den Schleier, welcher ihr Gesicht verdeckt hatte, zurück und aus den hübschen Zügen zeigte sich etwas wie Unbehagen und Zwang. Sie scheinen herzleidend, mein Fräulein." Herzlcidend?" Gewiß! Es ist ganz unmöglich, daß ich mich in einem solchen Falle irren könnte." Die Dame blickte noch immer betroffen auf den großen Gelehrten, der sie in rücksichtsloser Weise in peinlichen Schrecken versetzt. Aber ich weiß nicht, Herr Professor ..." Natürlich können Sie das nicht wissen, mein Fräulein, dafür ist ja der Arzt da." Gewiß, aber ich bin . . Sie sind herzleidend und sonst nichts, das sieht ein geübter Arzt auf den ersten Blick." Das mag ja sein. Herr Professor, und doch, wenn . . ." Ach was, auf das wenn und aber lasse ich mich gar nicht ein, lassen Sie mal den Puls fühlen." Erschrocken rückte die Dame zurück und der Doktor mußte sast mit Gewalt ihre Hand ergreifen. Aber Fräulein, seienSie doch nicht so ängstlich, ich beiße Sie ja nicht!" begütigte er, seine Uhr hervorziehend und die Pulsschläge zahlend. Mit geröthetem Gesichte saß die Dame da und ihre Stimme zitterte, als sie sprach: Aber Herr Professor, ich bin doch deshalb nicht gekommen, Sie irren sich . ." Der Professor hatte die Pulsschläge aufmerksam gezählt und nur die letz ten Worte vernommen. Wie irren? Sie sagten ich irre mich? Wissen Sie wohl, mein sehr geehrtesFräulein, daß ich mich noch nie geirrt habe und ich werde Ihnen jetzt auch beweisen, daß ein Irrthum ganz ausgeschlossen ist, wollen Sie sich gefälligst ausziehen?" Aber Herr Professor! " Haben Sie jemals in Ihrem Leben schon gehört, daß ich. der Professor Schlauer, mich geirrt hätte? Lächerlich! Und jetzt bitte, ziehen Sie sich endlich aus!" Den Herrn Prfessor konnte nichts mehr ärgern, als wenn sich eine seiner Patientinnen zierte und sich weigerte, seinen Anordnungen Folge zu leisten. In solchen Fällen pflegte er keineRücksicht auf die Person zu nehmen, sondern sprach, wie so viele seiner Herren Berufskollegen, in einer Art, die sich von Grobheit eigentlich wenig unterschied. Der Ton, in dem er eben gesprachen hatte, klang nun noch schärfer
wie gewöhnlich bei solchen Gelegentzeten er ärgerte sich, daß man ihn eines Irrthums beschuldigt hatte. Die barsche Weise des Professors, hatte das Mädchen derart eingeschüchtert. daß es seinem Begehren willenlos stattgab und sich der Kleider entledigte. Doktor Schlauer begann nun eine eingehende Untersuchung. Er klopfte, horchte mit dem Stethoskop, aber je mehr er sich Mühe gab. desto mehr verdüsterten sich seine Züge. Er konnte absolut nichts finden. Sollte er sich diesmal ooch geirrt haben? Schildern Sie mir ausführlich Jhren Zustand, bis in's kleinste Detail." Herr Professor, ich fühle mich vollkommen Wohl!" Ja, vielleicht momentan, aber zu anderer Zeit?" Ich wüßte nicht, ich habe mich nie krank gefühlt." Das war offenbar ein höchst interessanter Fall. Der Professor setzte sich und in Nachdenken versunken, ver grub er das Kinn in der Hand. So etwas war ihm noch nicht vorgekommen. Und Sie fühlen keinerlei Beschwerden?" Nicht im geringsten!" Gar nie?" Niemals!" Wieder dachte der Professor nach. Ja, dann fagen Sie, warum sind Sie eigentlich zu mir gekommen?" Man hat mich hergeschickt, weil ein Dienstmädchen aufgenommen werden soll." Jetzt starrte sie der Doktor an. als wmn er nicht recht verstanden hätte. Sie ein Dienstmädchen? ! Nun. ja doch!" Der Dector faßte sich so rasch als
möglich, er wollte einen Irrthum aus keinen Fall zugeben. Nun, sehen Sie, das ist's eben, gerade deshalb habe ich Sie ja untersucht, ich möchte keine kranke Person im Hause haben. Haben Sie Zeugnisse?" Gewiß!" Nun lassen Sie mal sehen!" Darf ich mich vorher nicht anziehen?" Die Frage klang ironisch, das Mädchen weidete sich an der nur mühsam unterdrückten Verlegenheit des Gelehrten. Thun Sie das und beeilen Sie sich." Ich danke. Herr Professor, ich bin also nicht herzleidend?" Vorläufig nicht, aber Sie haben alle Anlagen dazu". Nun, dann will ich ruhig abwarten, hier bitte!" Sie hatte wieder Toilette gemacht und überreichte ein Packet von , ungefähr sechzig Zeugnis-sen.
Der Professor wog die Dokumente :n der Hand und - blickte hilflos bald auf diese, bald auf das Mädchen. Wissen Sie was,' kommen Sie übermorgen früh." Ich kann also, kommen?" Kommen Sie nur." Das Mädchen verabschiedete sich mit nr. rj . r jl w einem ziccucqcn nix uno gicicg varaus öffnete der Diener einer andern Besucherin die Thüre. Es war eine nicht mehr ganz junge Person, einfach aber nett gekleidet, welche auf Einladung des Professors ibm aeaenüber Vlan nabm. Prüfenden Blickes betrachtete der Gelehrte sem Bisams. Können Sie kochen?" O ja, Herr Doctor." .hauptsächlich Mehlspeisen." O. in Mehlspeisen bin ich eine wahre Künstlerin, das ist nicht zu viel gesagt." Nun, das freut mich, hoffentlich verstehen Sie sich auf alle übrigen häuslichen Verrichtungen ebenso gut?" Gewiß, Herr Professor, ich weiß mein Hauswesen in Ordnung zu hal ten. wie nur iraend eine." Nun, wir werden ja sehen, wo waren Sie denn früher? Bei Professor Nagel, aber " ' Nun? " Der scheint nicht viel zu verstehen." Der Doctor nickte zustimmend meinte aber doch: Ich glaube, das zu beurtheilen ist eigentlich nicht Ihre Sache. .Aber bitte " Der Professor wehrte ab. Haben Sie Zeugnisse?" Was für Zeugnisse?" Nun über Ihre bisherige Berwen duna und sonstige Aufführung!" Meine Ausführung? Was soll das heißen?" die Frau hatte sich erhoben und sprach immer schneller. Ich frage Sie, was das heißen soll, was geht Sie meine Aufführung an. ha, meine Aufführung? hat man ic so etwas erlebt? Wie rommen Sie dazu um meine Aufführung zu fragen? das ist abscheulich! So etwas ist mir all mein Lebtag noch nicht vorgekommen! Ich bin eine ehrliche, rechtschaffene ffrau, ver standen, und wenn es auch nicht so wäre, so ginge Sie meine Aufführung erst recht nichts en, verstanden, -und und und. . ." Aber um Gotteswillen, beruhigen Sie sich doch." erhob sich der Professor, 's ist doch ganz selbstverständlich, daß ich mich um Sie erkundigen muß, wenn Sie be: mir m den Dienst treten wollen. Ganz verblüfft starrte die Frau den Professor an. Wie Wa , ich in den Dienst? nein, gottlob, das hat's nicht noth, ich bin die Frau Ealkulator Schnäpsel und bin gekommen um wegen meines Leberleidens zu fragen. .Aber Sie saaten mir doch, daß Sie gut kochen können, das hat mit Ihrem Leberleiden doch nichts zu tbun!" Das freilich nicht. Sie habm aber auch nicht um dieses, sondern um die Mehlspeisen gefragt." Dagegen war nun allerdings nichts einzuwenden und der Professor, der sich nun schon zwellmal so schwer geirrt hatte, begann die ganze Dienstbotenaffaire heimlich zu verwünschen. Resignirt begann er dem Leberleiden der Frau Schnäpsel jene Aufmerksamkeit zuzuwenden, welche diese dafür beanspruchte, verschrieb ihr die üblichen Mitte! und begleitete sie dann bis zur Thüre des Vorzimmers, aus welchem lym ein Stimmenaewirre wie aus einer Volksversammluna entaeaendrana. Das ganze Zimmer war gefüllt mit stellensuchenden Dienstmädchen und jene, die keinen Platz mehr fanden, hatten sich auf dem Gange poshrt. Hllslos jay sich der Gelehrte diesem Anstürme gegenüber. Was war da zu thun ? Der Diener bemühte sich schweißtriesend in diesem Chaos die Ordnung so viel wie nur immer möglich aufrecht zu erhalten. Schicken Sie'mir eine nach der andern herein," befahl er dem Diener und so wie er geheißen, .geschah es. Ein dienstbarer Geist nach dem andern betrat das Zimmer und jedem nahm er die Zeugnisse ab und. bestellte ihn für übermorgen früh. Er wollte diese ganze Dienstbotenliteratur einer eingehenden Prüfung unterziehen und dann die geeignete Auswahl treffen. Bis in die Nacht hinein saß der Gelehrte bei dieser Arbeit, ohne auch nm den dritten Theil erledigen zu können. Dabei vergaß er ganz den eigentlichen Zweck seiner Thätigkeit. Aber nicht nur daö hatte er vergessen, sondern ei hatte auch nicht daran gedacht, daß an demselben Tag.' an welchem er all dii .Mädchen bestellt hatte, auch seine Frau zurückkehren sollte. .Unglücklicher Prosessor! : 3'
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Ein Lärmen und Poltern, Strampeln und Stampfen. Schelten, Schreien, Keifen und Lachen, kurz, ein Getose der furchtbarsten Art. weckte ihn am frühenMorgen aus süßemSchlummer. Erschrocken fuhr er empor und lauschte. Er wußte sich dieses Lärmen nicht zu erklären, es mußte irgend ein schreckliches Unglück geschehen sein. Angstbeklommen langte er nach der Schelle. Es dauerte eine geraume Weile, bis endlich der Diener erschien. Sein Aussehen vermehrte die Angst des Professors um ein Bedeutendes. Der Mann befand sich in einem Zustände der höchsten Aufregung. Mit schweißbedeckter Stirne und keuchendem Athem, stand er in derangirter Toilette vor seinem Gebieter. Der Lärm draßen tobte in ungeschwächter Kraft werter. Um Gotteswillen, was geht hier vor?" O. Herr Professor." stöhnte der geängstigte Diener und seine scheuen Blicke schweiften nach der Thüre. Nun, so rede doch, was giebts denn?" Ach Gott, diese Frauenzimmer!" Was für Frauenzimmer?" Die Sie bestellt haben!" Ich habe Frauenzimmer bestellt? und wozu? ' Sie sagen, derHerr Professor hätte sie alle m den Dienst genommen, es sind fünfundzwanzig Stuck. Mit verständnißlosem Blick starrte der Prosessor aus den Diener: Ich habe fünfundzwanzig Mädchen aufgenommen? Nun, ja doch, Sie sagen es ja alle!" In diesem Augenblicke nahm der Rumor vor der Thüre wahrhaft be ängstigende Dimensionen an. Rasch fuhr der Professor in seine Kleider und trat hinaus. Gott im Himmel, wie sah es da aus! Mit Kisten, Kosfern und Schachteln bepackt, theilweise in Begleitung von Packträgern, hielten die Mädchen, alt und jung, das Vorzimmer besetzt. Als die Damen des Professors ansichtig wurden, drängten sie alle herbei, ihrem Herrn die schuldige Ehrfurcht zu bezeugen und ferne Befehle entgegenzunehmen. Sie alle wetteiferten, es einer der andern zuvor zu thun und die Gunst des Ge bieters zu gewinnen, den sie dabei bei nahe über den Haufen warfen. Zu Tode erschrocken, suchte sich dieser in Sicherheit zu bringen und verschloß die Thüre hinter sich. Nun erhob sich der Larm, arger als je zuvSr, die Mädchen riefen nach dem Hausherrn und Hausfrau, ihren Büchern, Zeugmssen, Lohn, Polizei, die Packtrager verlangten ihr Geld von den Madchen der Diener wurde von allen Seiten bestürmt und suchte die Thüre zu ge winnen. Er wollte sein Heil in der Flucht suchen und den Professor sei nem Schicksale überlassen. Schon hatte er den Ausgang erreicht, noch ein Schritt und er war draußen, da plötzlich wurde die Thüre aufgeris sen und auf der Schwelle erschien dil Frau Professor, welche eben vomBahnHofe angekommen war. Sie hört den Lärm, sieht die vielen Menschen. ihr Mann, wollte man ihm Ovatio nen bringen? Gott sei Dank, daß Sie hier sind, gnädige Frau!" Alles schweigt und blickt auf die Angekommene. Um Gotteswillen, was geht hier vor?" Der Professor im Zimmer erkennt die Stimme und tritt heraus. Jetzt ist er geborgen. Er sucht sich ein möglichst unbefangenes 'Aussehen zu geben. Ach. Du bist schon hier?! Das ist schön, wie geht's Dir?" Sage mir erst was hier geschieht!" Hier? ah so sieh nur, liebste Amanda, ich habe Dir hier ein Dienstmädchen besorgt." Die liebste Amanda fiel in Ohnmacht. Der Herr Professor Dr. Schlauer nimmt seitdem keine Dienstmädchen mehr auf. CurioseRechnung. Nun sitzen wir zweiStunden hier, sagt Stu diosus A. ZU seinem Comilitonen B.. und Du hast mir och immer nicht dik versprochenen drei Mark geborgt! Ja, siehst Du, Geld habe ich auch nicht, aber hier Credit. Wir haben zusammen für einen Thaler verzehrt, den lasse ich aufschreiben und Du brauchst ihn mir ja erst nächste Woche wiederzugeben. Wasserscheu. Student : Ich glaube nicht, daß der Hund, dei mich gebissen hat, toll war; aber eö ist doch möglich. Woran würde ich daS Eintreten eventueller Tollwuth bei mir erkennen können? Arzt: An der Scheu vor dem Wasser. Student: Dann hab' ich sie schon. ZumAusgleich. Sommerzienrath: . Sie bieten meiner Tochter Ihre Hand, aber Sie haben doch zu viel Schulden für einen Menschen!" Baron Schreckberg - Nebelstein: Aber bedenken Sie doch, : daß Ihr Fräulein Tochter Doppel Namen dafür erhielte!" Grob. Bewerber: Sie sagen. Ihre Tochter ist noch viel zu dumm. zum Heirathen? Das glaube ich denn doch nicht. Brautvater: Gewiß, dak können Sie ja schon daran erkennen, daß sie Sie heirathen will.' Unfehlbar. Dame, (in der Modewaarenhandlung): Das ist doch nicht das richtige Himmelblau!" Kommis: Aber, gnädige Frau, wer sagt Ihnen, daß der Himmel das richtige Blau hat!?" Xon plus ultra. A.: Ihr Herr Onkel scheint ein recht unzufriedener Menfch zu sein!?' B.: Und od.' Ich sage Ihnen, wenn dem die gebrate, nen Tauben in den Mund fliegen, dann schimpft er noch, weil kein Salai dabeiist!-
Fliegende mnöaurins. Die oft an das Wunderbare gren-
zenden Productioncn gewandter Prestidigitateure haben von jeher auf das große Publikum eme bedeutende Anziehungskraft ausgeübt. Jedermann weiß, daß Alles mit natürlichen Dingen zugeht und von emer Zauberei keine Rede sem kann, allem der sasci nirende Einfluß des Geheimnißvollen bleib: nicht aus und man staunt das Gesehene an, zugleich eme Erklärung desselben versuchend. Neuerdings ha ben die Meister der Kunst den söge nannten spiritistischen Medien erfolg reich Concurrenz gemacht und durch gewisse Productionen den Humbug an geblicher Manifestationen" der Geisterwelt bloßgestellt. Hierzu gehört das Zauberstückchen, durch Geister" Tambourins spielen. Glocken läuten und Schiefertafeln beschreiben zu lassen. Die Geister" sind natürlich von Fleisch und Blut und irdische Hände, die vor den Augen der Zuschauer ver steckt sind, verüben die Scherze, welche abergläubische Leute Wohl mit einem gewissen Gruseln erfüllen. Der Zauberer placirt auf die Lehnen zweier Stühle eine dicke Glasplatte, die 16 bei 60 Zoll mißt, und auf di'se stellt er ein kleines Schränkchen, de,sen Seiten Das offeneSchränkchen. durch Hespen an die Rückwand befestigt sind und das bei einer Höhe von 42 Zoll in der Breite 36 und in der Tiefe 14 Zoll mißt. In dieses Schränkchen werden Tambourinen, Glocken sowie Schiefertafeln gethan und die vordere Thür geschlossen, worauf die GeisterManifestationen" ihren Anfang nehmen. Die Tambourins ertönen nicht nur. sondern fliegen auch durch die Luft und dieselben Capriolen machen die Glocken, während die Schiefertafeln sich mit geheimnißvollen Botschaften bedecken. Werden die Schrankthüren geöffnet, dann sind die Tambourins wie Glocken verschwunden und liegen auf dem Fußboden umher. Wie nx?den nun diese Manifestationen hervorgebracht? Das Schränkchen hat anscheinend nicht Raum genug zum Verstecken eines Menschen, der die Tambourins wie die Glocken ertönen läßt und auf den Fußboden wirft und die Votschaften auf die Tafeln schreibt, und doch geschieht Alles von irdischen Händen, denn hinter dem Schränkchen steckt wirklich ein Menschenkind. Der Prestidigitateurs - Gehilfe ist entweder ein Mann von möglichst kleiner Statur oder ein intelligenter Knabe, der mit untergeschlagenen Beinen auf einem Brette, das an der Rückseite des Schränkchens angebracht ist, hockt. Letzteres selbst ruht nur scheinbar auf Manifestationen. der Glasplatte und hängt vielmehr an starken, aber unsichtbaren Drähten, welche über Rollen hinter die Coulissen laufen und mit entsprechenden Gegengewichten versehen sind, um das Schränkchen mit dem Gehilfen im Gleichgewicht halten zu können; werden geeignete Drähte gebraucht, fo sind diese vom Zuschauerraum aus vollständig unsichtbar. Nachdem der Künstler die Stühle gezeigt und die Glasplatte auf die Lehne gelegt hat, placirt er den Rahmen des Schränkchens nebst der mit gepufftem Seidenstoff bedeckten Hinterwand auf die Platte, was natürlich Spielerei ist, da die Gegengewichte die Last des Gehilsen tragen; dann hakt er die Seitenwände ein, thut Instrumente und Tafeln in das Schränkchen, schließt die Thüren und der Spectakel nimmt seinen Anfang. Der Gehilfe langt nämlich durch eine versteckte Oesfnung in der Seide in das Innere, trommelt auf dem Tambourin, läutet die Glocken und wirft sie. schließlich auf den Fußboden; von sewer Intelligenz hängt es ab, ob die auf den Tafeln geschriebenen Manifestationen geistreich oder albern sind. Die vorsiehenden Illustrationen werden zum leichteren Verständniß der Ausführungen dienen. Figur 1 veranschaulicht das leere Schränkchen. während Figur 2 eine Seitenansicht desselben, mit dem dahinter hockenden Gehilfen hat. Der kleine'Philosoph. Hans (der sich beim Uebersteiaen eines Zaunes die Hose zerrissen hat): Wenn das die Mama sieht da wird sie wieder schimpfen, als ob ein großes Familienunglück passirt wär'!. . Hätt' ich mir ein Loch in den Kopf geschlagen, da würd' es natürlich blos heißen: 's ist dir schon ganz recht gesche hen, du Taugenichts!" Einfach. Hör' 'mal, könnte jetzt kolossal reiche Dame heirathen!" Zugreisen! Gleich zugreifen!" Ist nur leider Französin, und ich will eine Deutsche!" Pah! Kannst Dirdas Geld ja in Mark umwechseln las-sen!-
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