Indiana Tribüne, Volume 20, Number 80, Indianapolis, Marion County, 6 December 1896 — Page 2
K ------- Wl ungelöstes Mthseü Episode aus dem Bürgerkriege, von 23. V. Schierbrand. I Kurz nachdem Fort Cumter rsalIcn war, ließ sich auch Pete Nyder, ein Coloß von einem Vollblutnezer, anwerben. Pete's Mutter, die alte Tante" Martha, betrieb damals mit großem Geschick eine Weißwäscherei in Baltimore, und obwohl sie bisher genug verdient hatte, um ihren riesige Sohn sammt seinem entsprechenden Appetit zu nähren, so war es ihr doch nickt gerade unlieb, als der junge Mensch in den Krieg zog. Jedermann glaubte ja damals, dofc der Süden innerhalb weniger Monate auf den Knieen liegen und der Friede wieder hergestellt sein werde. Außerdem lief Pete Gefahr, ein völliger Tagedieb zu werden, denn er bezeigte keine ust zu irgend einer nützlichen Thätigkeit. Ehe er abmarschirte, zeugte sich Pete seiner Mutter, die gerade über einem BusenHemde in ihrer Zleinen, höllenheißen Cabine in oer Mulligan Alley schwitzte, und ließ sich gebührend bewundern. Der hünenhafte Bursche .mit seinen breiten Schultern und mächtigen Fäusten machte in der kleidsamen Uniform auch einen sehr kriegerischen Eindruck, und oie ganze Mulligan Alley lief zusammen, um ihn zu bewundern. Als guter Sohn ließ der junge Riese seiner alten Mammt)" auch ine Zwanzig-dollo7r-Note Don seinem Anwerbegeld, und so zog er wohlgemuth fort, in der Hoffnung, nächstens .mit dem Range eines Colonels, mit breiten goldenen Litzen besät, Toiederzukehren und sein übriges Leben mit Eleganz und Würde als Gentleman zu verbringen. GolZ?ene Träume! Seine Mutter hat niemals die Stunde vergessen, wo sie vor der Thür ihres Häuschens im grellen Sonnenlicht stand, die Hand schützend vor die Augen gelegt gegen das blendendeLicht, und ihrem Sohn? nachsah, wie der so stolz und jugendstark hinaus schritt, einem Leben der .Ehre und der Abenteuer entgegen. Pete Ryder war in ein InfanterieRegiment gesteckt worden, das zum Corps desGenerals McClellen gehörte. Seine ungewöhnliche Größe, und Stärke sicherten ihm einen Platz als einer der Flügelmänner im ersten Zug. Während verschiedener Scharmützel hatte er sich mit Besonnenheit und mit mehr Courage benommen als die meisten seiner Stammesgenossen im Regiment, die eine unüberwindliche Scheu vor dem Pfeifen der Kugeln zu haben schienen. Captain Wagstaff, sein directer Vorgesetzter, bezeugte dem blutjungen Riesen ein gewisses Wohlwollen und beförderte ihn on nach einigen Wochen zum Corporal. So kam der für den Norden verhängnißvolle erste Tag von Bull Run. Noch heute steigt manchem Unionssoldaten von damals die Röthe der Scham Zn'Z Antlitz, wenn er an die schmachvollen Scenen denkt, die sich damals innerbalb der großen nördlichen Armee abspielten. Jene Schlacht ist ia genügend und oft beschrieben worden, sowohl von amerikanischer wie auch fremdländischer Feder, undJedermann sinket es heute begreiflich, daß eine so undisciplinirte Armee, die zu niehr als neun Zehnteln aus Rekruten und Zungen Farmerburschen bestand, frisch weg vom Pflug geholt, nicht gegen die besser geübten Truppen des Südens Stand hielt, namentlich da letztere auch meisterhaft geführt wurden und von Fanatismus entflammt waren. Genüge es zu sagen, daß mitten im Feuer auch das Regiment, zu dem Pete Ryder geHorte, von der Panik erfaßt wurde und spornstreichs vom Schladhtfelde Uef. Alle Bande der Disciplin, aller militärische Gehörsam hatten momentan aufgehört, und das -einzige LofungswlTrt war: Rette sich wer kann! Pete hatte sich auch bei dieser Gelegenheit gut benommen und sein Möglichstes gethan, um die Käme?aden zum Aushalten zu bewegen. Natürlich umsonst, -und plötzlich sah er sich fortgerissen und unaufhaltsam gestoßen, rnitten unter dem dichten Gewühl schreiender, wüthender, vor Furcht wahnsinniger Menschen, die die Waffen fortwarfen und das Gepäck von sich schleuderten, nm dem einen Triebe der Selbsterhaltuwz folgend. Es Iax sich denken, daß Niemand an jenem schrecklichen 'Tage, während der rasenden Flucht, besonders auf Pete Ryder, den armen, unwissenden' 'Negersoldaten, -geachtet hat. Er bilietc eben nur eine einzige kleine Welle in dem unermeßlichen Strome der flüchtenden. Verschiedene Soldaten ffeines Regiments 'hatten hinterher be'hauptet, Pere sei mitten in :d Flucht gestürzt und 'habe sich mit 4 er Hand iracfj dem Kofe gegriffen, uls'habe ihn eine KugK oder ein Granatsplitter getroffen. 2orn sei er mit großer Mühe wieder (ausgestanden und sei
wektergelausen. .Wie dem auch fei, Pei Ryder war seit der Schlacht Bull Äun spurlos verschwunden. Ä2e Nachforschungen, tit sein; alte Mrrtttr nach hn anstellte sind die sie mit grrZzer Hartnäckigkeit zmehrere Jahre lang fortsetzte, blieben hne Er)lg. Die tt&t Frau ließ sich sogar die Mühe nicht verdrießen, -nach Washington zu fahren und Präsident Lincoln persönlich auszusuchen, der ft mit seiner cnwöhnlichenGüte und Leutfeligkeit aufnahm und anHorte un versprach, Nachforschungen nach dem Verblerb ihres Sohnes anstellen zu lassen. Aber (Mch diese Nachforschungen blieben vergebens. Pete Ryder 'war verschollen. Man nahm an. daß eine verirrte Kugel ihn an jenem Tage auf der Flucht getroffen und gctödtet haben müsse und daß seine Leiche eine von jenen sei, die man nach der Schlacht sanglos und' klanglos einge, j&ani hatte. Seine alte Mutte,
hoffte noö yeraume Zeit, laß In Vermißte doch noch eines Tsges uuftau chen werde, aber als Jahr äm Jahr verging, schließlich der gräßliche Bürgerkrieg aufgehört hatteund die Friedensglocken allüberall im Lande läuteten, ohne daß ihr Sohn zum Vorschein kam, da betrauerte sie ihn als einen Todten. Schmerz und Gram zehrten an dem Herzen der armen Alten. und dazu Lellten sich die Beschwerden des Alters ein. fodaß es nicht zu verwundern war, "wenn sie im Jahre
1872 m Baltimore starv. Cavtain Wagstaff. der die Compag: nie befehligt hatte, in der Pete Ryder gestanden, wurde zwar mehrmals im Verlause des lanaen Krieges verwun det, aber er genas jedesmal rasch, und seine Verwundungen hinderten maz: ein rasches Avancement. Bei Antietam erwarb er sich den OberstenrQNZ und als er bald nach Adpomattox verabschiedet ward, da trug er den stolzen Titel eines Brevet Generals ,nit in's Cwilleben. Sein?m Berufe nach war er eigentlich Arzt gewesen, und mtt yangttlk nanm er wieder auf, als es Frieden war. Er ' . w ii n liefe sich in -einer kleinen k-laor lm roeii licken Missouri nieder, heirathete bald sehr glücklich, und seine Prazis besserte sich schntll in dem Maße, datz er recy: woblbabend wurde. Viele 5lahtt gingen so dahin, und Dr. Wagstaff hatte es zu bedeutendem Ameyen unv m fluß gebracht in jenem Theile seines Adoptivstaates. Im Jahre 1891 wuroe er vom Gouverneur von uJli souri zum Mitglied einer Behörde ernannt, die die Hospitäler. Irren- und Armen-Asyle ves ganzen Staates in regelmäßigen Zwischenräumen zu insviciren batte, Bei dieser ehrenvollen Thätigkeit gelangten die Herren von der Commission auch nach toi. iiouis, wo sie unter anderem die Anstalten besuchten, die zur Ausnahme farbiger Mitbürger vimen, und m vem Irrenasyl für Farbige wurde eine ganz besonders genaue Untersuchung ang; stellt. Dr. Wagstaff mit zwei anderen Herrcn der Commission stand schließlich auch vor dem Guckloch einer Einzelzelle, die nur einen einzigen Insassen entbielt. Es war. nach dem Bericht des Anstaltsarztes, ein ganz eigenthümlicher Fall. Der irrsinnige Neger da drinnen, der in wachem Zustande niemals sprach und nur fortwährend nach Rechts hin sich an der weißgetünchten Mauer seiner. Zelle hinschob, war sonst völlig normal und gesund. aß mit gutem Appetit und schlief oes Nachts so fest und lange wie ein ermüdeter Arbeiter. Aber er war stumm und theilnahmlos gegen Alles, schien nicht das geringste Verständniß für . i , . ' -f c V lrgeno elwas zu yaoen uno war ouicg nichts von seiner eigenthümlichen Liebhaberei, fortwährend dicht an der Wand um die Seile vx streifen, abzu bringen. Dr. Wagstaff und seine zwei Kollegen veaugenicheunglen oen Irren, der sich nicht um sie bekümmerte, sehr genau. Die colossale Statur des Negers, dem die krausen Wollhaare jetzt schon in schneeigen Flocken um den runden Kops hingen, siel ihm aus. Wo hatte er nur diesen Mann schon gesehen? Der Anftaltsarzt machte die Herren darauf aufmerksam, baß von dem beständigen Berühren des Kopfes rings um die Wand der Zelle die weiße Tüncbe eine schwarze Linie zeiate. so fein wie ein Haar beinahe, aber doch deutlich erkennbar. In der, That, ein eigenthümlicher Fall," sagte Dr. Wagstass laut. Der Klang seiner Stimme mußte das Ohr des Negers berührt haben. Blitzschnell wandte er sich um und starrte den Sprechenden mit weit aus gerliienen, erschreckten Augen an. Seine Lippen öffneten und bewegten sich, aber kein Ton drang daraus hervor. Dann schüttelte er unmuthig den opt und nahm seine rastlose Wande rung wieder auf. Der Anstaltsarzt wurde gefragt. rnter welchen Umstanden der Patient eingeliefert worden und wie lange er schon daselbst sei. Seit vielen Jahren, sagte dieser. Wie er ursprünglich daym gelangt !sei, das wisse er Nicht genau, habe es aber von seinem Voraänaex, der nun verstorben sei, gehört. Demzufolge sei dieser Mann auf dun Z5anve ausgegnssen worden, wo ihn Niemand gekannt habe.' Er sei m der Gegend augenscheinlich fremd und unbeZsnnt gewesen, und noch heute wisse Niemand feinen Namen und seine Herlunsi, a er selbst entweder Nicht sprechen könne oder wolle. Er sei in der Anstalt nur .aU No. 77 bekannt So weit roiedecholte genaue ärztliche Vrüfungen ergeben hätten, fehle dem Panentm körperlich gar nichts. Welches sein Gebirnluden sei. das lieke Lck wohl erst nach seinem Tode feststellen. Aufmerksam hatte Dr. Wagstaff diesem Belicht gelauscht. Die Sache war ihm räthZelbaft. ?km Interesse der WissenschLft erbat er sich die Erlauvnltz, cm nächsten Morgen eine gründliche Untersuchung an No. 77 vornehmen zu dursen. Die Untersuchung sand pünktlich !,tatt, aber trotz aller Bemühung geit . 3 . .-ri ije.j i. .cuii c fluciji uicyi, irgeno eine ursrche sur die geistige Löhnung der korprrlich riesenhaft veranlagten Mannes zu finden. - Erst als man dm Patienten mit Chloroform betäubte und nun gennu seine Schädeldecke besichtigte. entdeckte Dr. Wagstass eine eigenthüm lich verhärtete Stelle dicht über der unken schlafe. Mit Erlaubniß des Ansialts-Direk. lors wurde zu einer Trevaniruna ae. schritten, und da entdeckte man wirk lich die Ursache der linksse aen Lab. mung des Gehirns. Sie rührte von einer unbedeutenden Wunde her. die aber vernarbt und verhärtet war im Laufe der Jahre und die einen Druck aul di: eine.Selte des Gehirns aus.
Lbtt und die ganzen Denkfunktionen sowie das Gedächtnis paralisirte. Sofort nach der Entfernung der Geschwulst kehrte auch die geistige Thätigkeit zurück, die der Patient einst beses sen. Auf die Frage nach seinem Namen erwiderte er: Pete Ryder. tes Regiment, Compagnie C, Captain Wagstaff." Da fiel es Dr. Wagstaff wie Schuppen von den Auzeu. Der Mann mit dem weißmelirten Kraushaar vor ihm war der einst verschollene, lustige Recrut Pete Ryder, den er zum letzten Mal auf der Flucht nach der Schlacht bei Bull Run zu sehen bekommen hatte. Pete, kennst Du mich noch?" frug Dr. Wegstaff mit zitternder Stimme, denn dieses Wiedererkennen muthetc ihn beinahe so an wie die Auferweckung des Lazarus. .Es scheint mir so. Boß,- erwiderte Pete mit unsicherer Stimme. Um es kurz zu machen, mill ich nur noch erwähnen, daß Pete Ryder Don feinern ehemaligen Captain nach dessen Heimath mitgenommen ward, wo er sich als Pferdeknecht und Kutscher bald in seinem Elemente fühlte. Aber man hat niemals etwas darüber in Erfahrunil bringen können, wohin Pete Ryder nach der Schlacht bei Bull Run gerathen war, ob er, unter dem Zinfluh der theilweisen Gehirnlähmunz in cinrm Stück bis nach Missouri gelaufen war oder ob er erst noch andere Abenteuer erlebt hatte. Dieser Theil seines Lebens ist für ihn und für alle anderen ein ungelöstes Rüthsel geblieben. Tcr schlaue Piccok. Ich schickt? einmal in der ganzen Stadt hernm um Kleingeld aufzutrei ben, konnte jedoch trotz aller Mühe nur sehr wenig erhalten. Da kam meinem Oberkellner Karl der Gedanke, sich welches beim Mauteinnehmer zu verschassen. Er schickt also den Piccolo, der als der größte Ausbund bekannt war, zu dem Mautner, gibt ihm ÄZnknoten mit und sagt, er solle ja recht bald wieder kommen. Wir waren wirklich Alle erstaunt über die sonst nie gewohnte Pünktlichkeit des Burschen, er brachte sein Kleingeld pünktlich. E dauerte aber keine halbe Stunde, so erhalte ich einen Brief von Mautner Schermaul mit nachstehendem Inhalt: Sehr geehrter Herr Macker! Es ist wirklich sehr bedauerlich, daß Sie so einen Gassenbuben zu einem
Kellner ausbilden lassen. Der Bursche hat beim Verlassen meines Hauses aus meinem Garten die schönsten Trauben gestohlen, ich ersuche Sie daher, diesen Buben zu strafen. Mit freundlichem Gruß M. Schermaul, Mautner. Ich konnte meinen Zorn kaum bemeistern. Ich rief dem Oberkellner und ließ ihn Schermauls Schreiben lesen. Da sagte der: Herr, wenn Sie diesen Kerl noch so sehr durchhauen, so weiß Herr Schermaul nichts davon. Das Beste wäre, wenn er ihn selbst hauen könnte. Wir schicken den Vuben selbst zu ihm zur Züchtigung. Gesagt, gethan. Ich schreibe sosort an Schermaul folgende Zeilen: Sehr geehrter Herr! Es ist mir unendlich leid, daß dies:r freche Spitzbube Sie Ihrer Weintrauben beraubte. Ich schicke Ihnen deshalb zu Ihrer Abkühlung denBurschen selbst. Er hat gleich das Rohr, mit welchem Sie den Ueberbringer züchtigen wollen. Achtungsvoll M. Macker. Darauf gab ich meinem Oberkellner den tock und den Brief, damit er beides durch den Buben an die Adresse bringen lasse. Doch Fritz, schlau wie die Möglichkeit, schien sofort eine Falle zu ahnen. Es dauerte kaum ne hale Stunde, war Fritz schon wieder da. und als ich -ihn um die Antwort Schermauls fragte. erwiderte er, daß er gesagt habe, es sei schon gut. Im selben Augenblick kam Frau Sarah Veidl mit ihrem Sohn Benjamin zur Thür herein. Ich fragte die Frau, was sie wünsche. da begann sie im Klageton. daß mein Bursche ihren Sohn mit einem Brief und Stock zum Schermaul schickte, wofür er ihm als Belohnung n kurzes Ciqarrl gab. Schermaul habe den Brief gelesen und habe den Buben mit dem Stock ganz furchtbar durchgehauen, und als sie ihn deshalb zur Rede stellte, zu ihr gesagt, daß ich ihren Benjamin zu ihm geschickt habe. So umging der schlaue Fritz die ihm zugedachte Strafe. Benjamin hat jedoch Botengänge nicht mehr übernomrnen. Vereinfachung. Sergeant (beim Unterricht über militärische Dis ciplin): Wenn ich sage Uff!", da stehen de Gemeenen uff; wenn ich fage: ,Un, im! , da stehen de Gemeenen und de Gefreiten uff; wenn ich aber sage: 'Uff. uff. uff!-, da steht Alles uff: de Gemeenen, de Gefreiten und de Untersffatzt ooch!" Höchster Grad. Mein Bräutigam ist so verliebt in mich, daß er sogar dichtet!" Und mein Bräu tigam hat mir zu Liebe sogar aufgehört, zu dichten!" Rücksichtsvoll. Baron (zu seinem Diener): Johann, ich habe einen schweren Borsenverlust erlitten und muß nun schlechtere Cigarren rauchen willst Du trotzdem bei mir bleiben?" JmmerGeschäftsmann. Jsidor: Also Du würdest mir Deine Tochter bestimmt geben?" Feigel: ,Natur.lich! Hab' sie Dir ja schon gut geschrieben!" Poetisch. .Unser ZimmerHerr. Frau Nachbarin, ist zu poetisch! Wenn er zu Bette geht, singt er aus dem Nachtlager von Granada" und Morgens, wenn er den ttopf in's Waschbecken steckt, declamirt er den .Taucher" von Schiller!"
1 Zwanzig Francs. Won Otto Frhrn. v. VSIderndorss. Ich war im Jahre 1868 nach Ostende in das Seebad geschickt worden
um meinen etwas herabgekommenen Nerven auszuhelscn. Wer beschreibt meine Staude, als ick eines Tages, auf dem Meeressande in der Richtung von Blanlenberg dahlnwsnoelno, in einem gleichfalls einsam mir entgegen Ziom mendcn den Grafen Arthur v. fir chen erkannte, mit dem ich manches Jahr m der österreichischen Armee ge meiniam im Reaiment Bavern-Drago ner gedient und mit dem ich den Krieg von 1859 so lange mitgemacht, bis ich verwundet wurde. Er bat mich damals bis zum spaten Abeib gesucht, und daß er mich auffand und mir die nöthige Vtleae verschaffte, dem danke ich es daß ich noch lebe. Graf Arthur war der einzige Sohn eines Nachgedorenen aus der obenaenannten standesyerrll cben Familie, als er in das Regiment eintrat, bereits elternlos und besaß nur ein spärliches Vermögen. Er war ein herrlicher Junge, voller Lebenslust und Lebensfreude, muthig bis zur ou itihnhnt und dabei berxensaut. ein """ v w wabrbatt aoLzenes n. Bald nach dem Kriege. Niemand konnte sich erklarm weshalb, denn seine Bravou? hatte ihm die glänzendste arrire in Aussicht gestellt, quittirte er den Dienst und zog sich in eine kleine Landstadt zurück, nsolae einer vttxn 1 v 1 . pty Von uuvorherzusehenden Todesfallen siel ihm ganz unerwartet vie kanoesHerrschaft zu. aber er erschien niemals in der Hauptstadt, um ven iym geouy rendcn Vlan in der Gesellschaft einzu nehmen, sondern, wenn er nicht Reisen in entfernte Welttheile machte, lebte er einsam auf seinen Gütern. Einmal -gelang es mir. ihn unerwartet ausfindig zu machen m Baden - Züaven , er batte offenbar eine sehr grone iZreuoe mirs wZ,d,nseken. aber er war em ernster, fast scheuer Mann aeworden der meinen 5?raaen nach dem Grunde seiner so auffallenden Veränderung auswich. Anderen Ä,ages war er ao ereist. Dieses Mal zeigte er sich weniger ' l . c ! jc ;:cu.?icrzeu, uno inoem er miv) in uucwuui lender Rübruna in seine Arme schloß versprach er mir, mich nicht wieder so ohne Grund und heimlich zu verlassen. Wir verlebten schöne Tage, tauschten unsere Erinnerungen an die alten Zeiten aus und waren wieder ein Herz und eine Seele, wie ehedem, nur sprach rr n e davon, wesdald er oen ienn aufgegeben, und selbstverständlich frug c c Cll. .? M!JP4 ich n oanacu. vzi iauz c mun v"", wen ick ibn mit anderen Badegästen bekannt machte, und lehnte es längere Zeit hindurch ab. mich in den Uluv zu begleiten, den die zur Bavegeieuicyasr gehörigen activen und vormaligen deutschen Officiere improvisirt hatten. Eines Abends ließ er sich doch von mir überreden. Er wurde natürlich sehr zuvorkommend empfangen und die (zrzählung mger mlerenanier egeonisse seiner Reisen machte ihn bald zum Mittelpunkt eines aufmerksam zuhörenden Kreises. Unglücklicher Weise wurde dieses aemutbUche Äu ammen sein plötzlich durch eine Anzahl von einer Seefahrt ziemlich angeheitert heimkehrender zunger Osslciere unterbrochen, die nach einigem lärmenden Durcheinander in kurzer ?Clt das IN solchen Fällen unvermeidliche Hazard sviel in Scene sekten. Graf Arthur be theiligte sich nicht daran, er war aufgestanden und blickte durch das Fenster iif das vom Mond beleuchtete Meer. Da zog ihn ein kleinesBlumenmädchen, welches in das Zimmer gekommen war, um seine Waare zu verkaufen, am Rock und bot ihm ein Sträußchen an. Der Graf zuckte zusammen, wie von einem elektrischen Schlage getroffen, nahm rasch aus seinem Portemonnaie ein Zwanzig-Francs-Stück und gab eö dem Kinde. Dieses, anfänglich ganz verduzt, glaubte nicht an sein Glück und hielt das Goldstück mit staunender Miene in der Hand. Aber als der Geber mit abgewendetem Gesichte rasch die Worte sprach: G-ardez le, je voiis le donne", stieß es ein Freudengeschrei aus unv stürzte aus oem 31m mer. Nun, ich muß sagen," rief jetzt der junge Fürst Rakonitz, einer der am meisten Angeheiterten in einem Tone, der anzeigte, daß er Streit such?, bisher habe ich geglaubt. Ihre Vermögensverhältnisse erlaubten Ihnen nicht, mit uns zu Pointiren: nun sehe ich aber, daß Ihnen das Geld leicht in der Hand sitzt und ich möchte mir beinahe die Frage erlauben, ob vielleicht wir als Mitspieler Ihnen nicht gut genug sind." Graf Arthur wurde todtenblaß und mit mühsam bekämpfterAufregung erwiderte er: Ich bitte, mein Fürst, brechen wir das Gespräch ab, bevor es zu Beleidigungen kommt! Wie ich principiell nie spiele, so habe ich auch meine Gründe, mich nicht zu schlagen. Als Cavalier werden Sie aber einen Mann- nicht beschimpfen wollen, von dem Sie wissen, daß er von Ihnen eine Satisfaction nicht verlangen wird. Uebrigens werde ich fofort den Club und morgenOsiende verlassen." Fürst Rakonitz wollte Etwas erwidern. aber ich kam ihm zuvor. Meine Herren", rief ich, mein Freund Graskirchen hat im Feldzuge von 1859 Proben von Tapferkeit abgelegt, die seinen Muth außer allen Zweifel stellen. Wenn er Gründe hat, sich nicht zu schlagen, so sind es jedenfalls ehrenwerthe und ich erklare hiermit, daß ich mit meiner Person statt seiner in jeder. Hinsicht eintrete". Damit legte ich meinen Arm in den seinen und wir verließen das Zimmer. Führe mich in mein Quartier", sagte Graf Arthur schwerathmend und begleite mich; Dir bin ich Aufklärung schuldig." Und zu Hause angekommen, erzählte er mir Folgendes: Du erinnerst Dich vielleicht noch, daß ich kurz nach dem 1859er Fe'id-
zuge eine Reise an die Riviera machte, um mich etwas zu erholen. Ich war damals noch der arme Officier, aber stolz auf den außer der Tour erkämpften Hauptmann und genoß das Leben, wie man es eben genießt, wenn man kurz zuvor dem Tod auf dem Schlachtfelde hundert Mal in's Auge gesehen hat. Aber leider liegt Monaco allzunahe bei Nizza und zu allem Ungkick waren die italienischen Obligationen, in denen mein kleines Vermögen bestand, gekündigt. Mein Bankier hatte sie mir zur Beifügung der zum Umsatz nöthigen Unterschrift geschickt und mir gerathen, sie des bessern Kurses wegen in Nizza zu versilbern und so trug ich das Geld bei mir, als ich eines Tages wieder in jenes Unglücksparadies mich begab. Um es kurz zu machen, am
Roulettetlsche erfaßte mich der Spiel teusel und als ich nach einer Stunde halb wahnsinnig aus demSaale stürzte war ich ein Bettler; ich hatte nicht mehr so viel, um meine Hotelrechnung bezahlen zu können. Ich stürmte in die Nacht hinaus, keines vernünftigen Ge dankens mehr fähig, durch die Alleee, welche sich an der Straße zum Meere hinzieht. Da plötzlich fällt mein Blick aus etwas im Mondllchte Hellglanzen des es war ein Zwanzig - FrancsStück. Auf einer der Bänke saß ein etwa achtjähriges Madchen fest emge fchummert, neben ihr stand ein Körb chen mit Blumen ich hielt sie also für eine der kleinen Blumenverkäuferinnen, denen man dort aufSchritt und Tritt begegnet. In ihrem weißen Schurzchen lag das Goldstuck; offen bar war es ihr beim Einschlafen aus der Hand, die sie noch krampfhaft g schlössen hielt, herabgeglitten. Vielleicht war es das unerwartete Geschenk eines übermüthigen glücklichen Spielers geWesen, vielleicht ihr Wochenerlös. Und während ich dies denke, schießt es wie ein Blitz durch mein siedendes Gehirn: Das ist Glücksgeld, das muPDich retten." Mit fiebernder Hand reiße ich ein weißes Blatt aus meinem Taschen buche, schreibe darauf: Bon pour vingt francs", lege es dem Mädchen in den Schoon und nehme den Napo leon an mich. Noch eiu kurzes Zaudern, dann eile ich in den Spielsaal zurück. Eben ertönt das: lossieurs f altes votre jeu." Ich will das Goldstück auf Nummer 20 werfen, aber es fällt auf 21 und ehe ich es richtig rucken kann, erschallt schon das: ' Wen ne va plus." Die Kugel rollt und mit sei ner monotonen Stimme ruft derCrou Pier: Xurnero Vingt-un, Rouge, Inipairo, Passe." (Die Nummern über 18 sind passe", die unter 18 rnanque".) Der dreiunddreißigfache Betrag fliegt -aus den Handen des Cassiers auf meinen Einsatz; rasch schiebe ich das Ganz auf Rouge und rougo, rouge, rouge ertont es fortlaufend, eine zehnmalige Serie, in die ich gerathen, laßt mich mehr als eine halbe Million gewinnen! Jetzt aber raffe ich das vor mir liegendeGold und meBankbillete zusammen, stopfe sie in meine Taschen und eile aus demSaale, um meinen Bon tausendfach ernzulosen. Die Bank, auf der die Schläferin gesessen, war leer! Halb sinnlos vor Schrecken stürze ich die Allee auf und ab. fuche in allen Nebenstraßen. umsonst das Blumen mädchen ist nirgends zu finden! An dern Tags setze ich einen Aufruf in alle Zeitungen, vermittle den Anschlag zur Aufforderung, die Besitzerin des Bon möge sich bei mir melden, an den Straßenecken. Ich suche jedes Blumenmädchen von Monaco zu ermitteln, spreche mit allen, umsonst das Kind, das ich (wie ich mir jetzt vorwerfe) bestohlen habe, bleibt verschwunden! Du bist ehrlos geworden, sage ich mir. Du kannst und darfst des Kaisers Rock nicht mehr tragen! Mit dem bittersten Schmerze reiche ich meinenAbschied ein. Das Glück überhäuft mich mit seinen Gaben, ich erbe was nie zu erwarten war die Standesherrschaft und neben den Gütern große Reichthümer. Was hilft es mir? Ich hielt mich für unwürdig, eines ehrlichen Mannes Hand zu drücken. Deshalb mein scheues Benehmen in Baden - Baden. Allm'alig fühle ich mich durch meine Reue und indem ich meinen Besitz lediglich zum Besten meiner Mitmenschen zu verwenden trachte, einigermaßen gereinigt. Aber eine Ehre, die ich verloren, mit der Waffe in der Hand vertheidigen zu wollen, wäre schändlich. Deshalb schlage ich mich nicht mehr."Er schwieg. Ich zermartete mein Gehirn, um ihm Trostgrunde sagen zu können; ich bekenne mit Schmerz, daß ich keine fand. Anderen Tages war Graf Arthur abgereist. Ueber ein Jahr lang hörte ich nichts von ihm. Da erhielt ich eines Tages eine Depesche von ihm aus Nizza. Ich vermahle mich dahier am 15. lf. Mts. mit der Nizzaer Kaufmannstochter Theresina Balbi. Rechne auf Dich als Trauzeugen. Brief folgt. Arthur." Der Inhalt des Briefes war folgender: Lieber, theurer ffreund! Ich bin erlöst, ich bin namenlos glücklich, meine Schuld wird getilgt, in oer süßesten Weise getilgt, indem mir ein engelgleiches Wesen sein Herz und seine Hand schenkt. Da ihr Stand em Hinderniß geboten hätte, habe ich mit dem nächsten Anwärter auf die Standesherrschaft, unter Verzicht auf diese, ein Abkommen getroffen und der Kaiser hat mir erlaubt, meinen Namen in den eines Grafen v. Kirchen zu ändern., . Ich wollte meine Theresina nicht auf die linke Hand heirathen. Und nun höre, wie wunderbar die Wege der . Börsehung auch in diesem Falle waren. Es zog mich diesen Winter wieder einmal wie mit magnetischen Kräften nach der Riviera. Natürlich suche ichMonaco auf und setze mich wie schon so oft auf die Bank, wo mich das Verhängniß ereilt hatte, das mein Leben so lange verdüsterte. Da kommen zwei Frauen, eine ältliche und eine jüngere, und setzen sich auf dieselbe Bank. .. 1
Ich möchte nur wissen", sagte die Aeltere der Beiden, warum Du immer gerade auf dieser Bank sitzen willst, Therestna?" Weil ich da vor Jahren die, kummervollste Stunde meines Lebens verbracht habe," erwiderte das junge schöne Mädchen, das wie die ältere Frau bürgerlich einfach gekleidet war. M:ine Mutter hatte mich an jenem Tage, ich war eben sieben Jahre geworden, nach Monaco mitgenommen, um meiner Taufpathin einenBesuch zu machen. Diese schenkte mir ein Körbchen voll Blumen und ein Zwanzig-Francs-stück, damit ich mir eine rothe seidene Blouse, längst mein Herzenswunsch, dafür kaufen sollte. Ich war überglücklich und ließ das Goldstück nicht aus der Hand. Es war Nacht geworden, meine Mutter hatte noch einen nothwendigen geschäftlichenGang zu machen und ich erklärte, zu müde zu sein, um mitzugehen. So setzte sie mich auf diese Bank, mit dem Auftrage, ihre Rückkehr abzuwarten. Bald schlummerte ich ein. Als ich erwachte, war mein Schatz verschwunden, statt desselben lag ein Stückchen weißes Papier in meinem Schooß. Schreiend und weinend lause ich umher, bis meine Mutter kommt und mich rasch auf die Eisenbahn bringt zur Heimfahrt. Ich habe mich
wochenlang mcht trösten können. Und Sie haben das weiße Blättchen noch?", rief ich aufspringend mit vor Aufregung erstickter Stimme. Die beiden Frauen waren nicht wenig erschrocken und offenbahr verhinderte sie nur der Schrecken am Davonlaufen. Fürchten Sie Nichts." fuhr ich fort, ich bin nicht wahnsinnig, aber von der Beantwortung memerFrage hangt da! Wohl und Wehe meines Lebens ab Haben Sie das Papier noch, von dem Sie sprachen?" Gewiß habe ich es," sagte das junge Mädchen, und zwar trage ich es stets bei mir. Hier ist es. Dabei zog sie das Blatt, das ich damals aus meinem Taschenbuche gerissen, hervor und legte es in meineHand. Jeder Zweifel war ausgeschlossen. Was verlangen Sie dafür", sagte ich zöaernd. damit Sie mir meinen Diebstabl verzeihen?" Wie, Sie sind es gewesen, der mir damals das Papier in den Schooß legte?" rief das Mädchen voll höchsten Erstaunens. Ja, ich war es; ich habe Sie be stöhlen!" Aber Verehrtester Herr", meinte nun das junge Mädchen mit lieblichem Lächeln, von Diebstahl kann doch keine Rede sein, nachdem Sie mir einen Schuldschein ausgestellt haben; es war höchstens ein etwas ungezwungen genommenes Darlehen. Geben Sie einem Armen 20 Lire und einem zweiten wieder 20 Lire als Zinsrückstand und mir lassen Sie den Bon zur Erinnerung. Daß ich mich damit nicht zufrieden gab, obwohl ich von der hübschen und klugen Art oer sprecyerin enizuai war, begreifst Du. Ich bat um die Erlaubnik. die Tante, eine KaufmannsWittwe, die mit ihrer verwaisten Nichte Theresina in Nizza wohnt, besuchen zu dürfen und schickte 20.000 Lire in The resinas Namen zur Bertheilung an die Armen von der Marne. Meine e u che bei der Tante aber wurden immer häufiger und eines Tages gab mir Theresina ihre Einwilligung, mir für das Leben anzugehören. Konnte ich meinen Schuldschein besser und vortheilhafter einlösen? Ja so, Du kennst ja Theresina Nicht! Also eile, komme, sehe und beglückwünsche dann Deinen erlösten, alten Freund!" Herbst. Von P. I. Willatzen. Das ist der Herbst, wenn wild einher Die Stürme durchs Eichthal sausen. Wenn die Wipfel wie ein empörtes Meer Langathmig brausen und brausen. Ha, wie das ächzet und wie das stöhnt, Wie wenn eine Wogenschlacht ringsum dröhnt. Als gält' es die Eichen zermalmen Gleich Halmen Das ist der Herbst. Das ist der Herbst, wenn Blatt um Blatt Die Zweige sich wieder entkleiden. Wenn lebensmüde und lebensmatt Die Blumen von hinnen scheiden, Wenn still sie neigen das liebliche Haupt. Weil erkaltet das Sonnenherz, dem sie geglaubt, Und weü's nun zu frostig auf Erden Will werden Das ist der Herbst. I Das ist der Herbst' wenn im Gezweig Allmählich die Lieder verstummen. Indes die Fluren, sonst farbenreich, In Nebelgrau sich vermummen. Der Rabe nur krächzet vom kahlen Baum, Das klingt so schaurig im Waldesräum. Wo allwärts so todt und so eigen Ein Schweigen ' Das ist der Herbst. Und das ist Herbst auch, wenn daS ' Herz Dir matter und matter will schlagen, Wenn das Haupt du neigest erdenwarts, Das einst gar stolz du getragen. Wenn die Schwinge des Geistes kraftlos wird, Wenn dein Muth gebrochen im Staube . irrt Und du flehst, daß der Herr das Ende Dir sende! Ja, das ist Herbst! Naiv. Madame (zu einem Kindermädchen, das sie engagiren will): Verstehen Sie denn auch, mit Kindern umzugehen?" Mädchen: .Gewiß! Ich war ja selber 'mal eini!"
Freundliches Antlitz. Es gibt kaum etwas Anziehenderes, klls ein leuchtendes Angesicht". Ich kann keine Vewunderrng hegen für ein Gesicht mit einem herben Lächeln, wenn das auch manchem interessant erscheint. Ein Lächeln dagegen, das von der Hand Gottes selbst auf ein Menschenantlitz geschrieben ist. als Titelblatt oder Jnhaltsverzeichniß ganzer Bände von guten Gefühlen darin.wirkt wie ein Gruß aus der höheren Welt. Du sprichst: Mein Angesicht ist hart und fest geprägt, und meine besten Ge fühle können sich in feinen Zügen nicht offenbaren". Das glaube ich dir nicht. Heiterkeit und Frohmuth derSeele sind so fein und durchdringend, daß sie sicherlich aus einem Winkel des Auges oder des Mundes hervorschauen. Setze nur hinter dein Angesicht ein Gefühl aufrichtiger Dankbarkeit gegen Gott und herzlicher Liebe zu deinem Mitmenschen, und du wirst jeden Tag eine Predigt halten, so lang wie dieStraße,. die du hinabgehst, wie die Zahl der Leute, denen du begegnest, und darin verschiedene von anderen Predigten daß von ihr gilt: Je länger, desto besser". Der Grund dafür, daß es so viele saure, so viele verdrießliche, so viele fade Angesicht gibt, liegt darin, daß Männer und Frauen ebenso vielfach beißend und unzufrieden und stumpfsinnig sind. Das Mittel, dein Angesicht zu verschönen, ist kein anderes, als deinen ganzen inneren Menschen zu verschönen. Der Reiz des Antlitzes hängt nicht von der RegelMäßigkeit der Züge ab. Ich kenne Personen, deren Stirn rauh, deren Auge schief, deren Nase ungewöhnlich lang und deren Mund auch nichts weniger als schön ist. und doch sind sie so reich an innerer Schönheit der Seele, daß man sie gern anblickt und ihre Gegenwart wie eine Offenbarung wirkt. Freundliche Liebe wohnt' auf ihrem Antlitz. Freundliche Liebe, wer ihr in die Augen schaut, den fesselt sie für immer. Sie sucht der Menschen Bestes. Sie sehnt sich zu geben, ohne Lohn. Sie hat Hilfe für die Bedürftigen und Trost für die Kranken; sie fühlt mit den Unglücklichen; sie freut, sich mit den Glücklichen; sie gibt Kraft den Schwachen, Glaube und Zuversicht den Zweifelnden; und für alle hat sie das süße Lächeln der Hoffnung. Oft erwächst sie aus dem Boden der Einsamkeit, aber sie blüht mitten unter dem Druck und dem Sturm des Lebens. Obgleich sie eine Weltmacht ist. so fährt sie sanft einher, wie ein leiser Wind über die Stirn des müden Wanderers und wie ein Blüthenregen aus ein von Schmerz gebeugtes Haupt.
Ein Opfer der Erziehung. Klärchen zeigt absolut keine Neigung für Küchenbeschäftigungen. Die Mama aber ist der Ansicht, daß ein Theil der Mitgift, und zwar nicht dr unwichtigste, den man einer Tochter in eine Ehe mitgeben könne, unbedingt die Koch kunst sein müsse. Klärchen wird also einfach hinausgeschickt, da werden ihr die hochtrabenden Instituts - Gedanken, die sie mit heimbrachte, schon vergehen! Natürlich giebt es Thränen, das ist der Mama aber ganz egal, sie bekommt ihre genaue Jnstruction und einen öeschriebenen Zettel, daß sie sich bei derBcreitung des gewünschten Menü's Rathes erholcn kann und dann hinaus! Die Köchin wird zu Besorgungen fortgeschickt, sie felbst widmet sich der Instandsetzung der Zimmer und Klärchen soll nun mit den Lieferanten, welche die Sachen ins Haus dringen, nur alleine fertig werden. Um zehn Uhr sieht die Mama in der Küche nach und erschrickt fürchterlich, als sie Klarchen auf einem Küchenstuhle schluchzend sitzen findet. Und dazu ist sie noch ganz schwarz im Gesichte und das schwarze Kleidchen zeigt Mehlflecken. Ja. um Gotteswillen.Klärchen. wie siehst Du denn aus?" ruft sie, nichts Gutes ahnend. Worauf die Tochter unter krampfhaftem Weinen antwortet: Das hast Du von Deiner Grausamkeit! Erst kommt der Mehl - Lieferant, dann d;r Rauchfangkehrer, beide halten mich für eine neue Köchin und ..und...." Nu un. u nd?" Haben mich geküßt!!" Beim Hundehändler. Junge Wittwe: Ich werde doch den fchwarzen Pudel wählen. Er paßt so gut zu meinem Trauercostüm! Enragirter Sportsmann. Der Meier ist ein so leidenschaftlicher Radfahrer, daß er in Gedanken aus der Haut nur per Bicycle fäbrt. Zu früh. Unterofficier: Schnurzel, kein dummes Gesicht gemacht! Das können Sie machen, wenn Rührt Euch!" commandirt ist!" DieHauptsache. 1. Student: Also am Dienstag steigst Du in's Examen? Du hast Dich ja gar nicht vorbereitet!" 2. Student: Allerdings aber meinen Alten!" DaS Unentbehrliche. .Sie sehen nicht in den Ballsaal. Herr Lieutenant?" Kann unmöglich,, habe Monocle vergessen!" Frauenlob. Sie haben ja wie ich höre, eine sehr brave, sparsame Frau?" Jawohl. Sie hat mir schonmanchen Kreuzer vom Munde abgespart!" : I m 'Heirathsbureau. Mutter: .Meine Tochter spielt auch perfect Klavier." Heirathsvermitt ler: .Schadet nichts, wird sich schon noch ein Schwerhöriger finden." -Bedingt.. 'Dame: Ja, ja. durch' Schaden wird man klug Lieutenant: Na ja, wer noch klüger werden kanl"
