Indiana Tribüne, Volume 20, Number 73, Indianapolis, Marion County, 29 November 1896 — Page 9
r-
'
VenagE.
Varon Vebus. Eine Fabel von Franz Herezeg. Man batte der Aufführung von Tirnnctrinn" Kewobnt. Nach dem Theater begab sich die ganze Familie nach dem Restaurant, um dort zu speisen. Beim schwarten afsee iagic . V. &m'A Yinn rt Vit Mfllt I IM r riiir liri VUJWUUtllll! nickt obne iealiche Malice den Zernano der Familie nannte: w . i Jene Frau hat recht. . Sie dachte an ??rancMon. Nebenve, gesagt, konnte die Schwägerin ihrem Manne Kon Rechts weaen nur den einen zorwurs maazen, oav rr uu i . c r. - j ki I finAaett auttallia dick wurde. I Nun bemächtiate sich Onkel ThomaS des Gesprächsthemas: t Es ist merkwurdw. wie ten Die i Männer nach der Hochzeit verändern! Niemand bält daZ. was er als Jungaeselle versprochen. Aus dem feurigen, eleaanten. wohlaelaunten Courmacher I wird ein verdrossener, fauler und kalter . wv M, I I I Gatte. Das Ware em Mustergatte, der bis zu seiner silbernen Hochzeit der selbe bliebe., der er als Junggeselle War.- . Was ist das für ein unreifes Ge rede!" unterbrach ihn der dicke Schwager. O, ich kannte einen solchen Menschen; er hieß Baron Rebus, er war ein wirklicher Mustergatte.- , , - . . , , ri . Und Onkel Thomas erzählte die Ge-
schichte die es Mustergatten. g Gnaden. Herr Baron Rebus - 3rn alten Pest lebte em Fraulem Flein Katharina Kelemen. k.Ät em?c' - emo ßet2fe Der Baron verbeugte sich lächelnd Schönheit die M lhrem Leben viele mh uWt feiner Sraut Un Är 5?rbe ausgetheilt hatte. Jetzt, wo es Lenn es Ihnen beliebt, können beinahe zu spat war. wollte sich kem . Standesamt gehen -Fr".er mehr emfmden. obschon sie gern herablassend Eökinaz zu geheirathe hatte In ihrer Verlassen- unb he seine Braut-zu der vor dem heit wandte sie sich an emen Heiraths- sehenden Equipage. . vermittle?, Namens Eskmaz, der 1 gleichzeitig mit Curiositäten handelte. . r .. . r L1 t , t Als das Mädchen ihm seinen Wunsch Diese Vorgänge. setzteOnkel Thovortrug, führte er feine Clientin auf mas feme Erzählung fort, habe ich einer steilen, engen Treppe nach dem nachträglich durch die Baromn RebuS, Boden, wo er seine Niederlage hatte, geb. Katharina Kelemen in ErsahAn der Wand entlang standen die rung gebracht, bei den übrigen BegeMänner, mit grünen Tüchern bedeckt, benheiten war ich unmittelbarer AuO. die leben ja nicht," rief das genzeuge. Fräulein entsetzt. Ich war ein junger Mann, als sich Man muß sie aufziehen erklärte dies ereignete, und ich mußte den daHerr Eskinaz, hier, mein gnädiges raufsolgenden Sommer in einem an Fräulein, Sie sind ja eine wohlhabende Fichtenwäldern reichen Badeörtchen Dame und besitzen mehrere Häuser: verbringen. Dort gab es zwei Gesell-
wollen Sie diesen Rechtsanwalt, der l kostet 30,000 Gulden; dieser Husarenlieutenant ist 60.000 Gulden werth, denn er ist von Adel; einen bürgerlichen Jnfanterieofficier können Sie schon für die Hälfte bekommenDieser I junge Abgeordnete ist 250.000 Gulden werth, doch fällt sein Preis, wenn nach drei Jahren sein Mandat abgelaufen ist, auf 15,000 Gulden. Fräulein Katharina gefiel aber keiner von allen. Sie verlangte etwas Besonderes, etwa? ganz Exquisites. Auch damit kann ich dienen," meinte der Curiositätenhändler, aber ich muß gleich bemerken, daß er sehr theuer ist." Der Alte öffnete den Schrank, und gleich als die Dame hineinblickte, rief sie: Ja, das ist mein Mann!" Es war ein hochgewachsener, auffallend eleganter Mann, nicht mehr so jung, aber mit gewinnenden, feinen und imponirenden Zügen. Er trug ein Monocle. Baron Rebus erklärte Eskinaz, em wahres "Cabinetstück: ein stolzer Reiter, ein vortrefflicher Tänzer, ein feudaler Schlittschuhläufer, ein tadelloser Fechter, der prächtig repräsentirt, zartfühlend und aufmerksam und mit einer engelhaften Geduld begnadet ist." Was kostet er?- fragte Fräulein Kelemen, klopfenden Herzens. - ' 300,000 Gulden." Das ist zu stark! Er bekommt ja schon eine Glatze." Für zwanzig Jahre will ich noch gut stehen." Eskinaz schloß den Schrank ruhig zu und meinte: Sie werden es noch bereuen, daß Sie ihn nicht kaufen. Einen folch' vollkommenen Mann hat man bisher noch nicht construirt. Der Künstler, der ihn verfertigte, hat sich selbst übertroffen Ich kann sagen: er ist ein vollendetttMustergatte. . Sind sie sich denn nicht alle gleich?" Der Mechanismus ist bei allen derselbe, aber bei den haarfeinen Windungen des Gehirns entstehen während der Arbeit winzige Abweichungen, welche dann auf die Thätigkeit des ganzen Automaten von Einfluß sind. Ich erinnere mich, daß ich einmal gleichzeitig drei Gatten verkauft habe. Alledrei hat ein und derselbeMeister nach einem Modell verfertigt, und doch mußten in der Construktion einige kleine ..Abweicqunaen aemeien iem, oenn der eme Automat saß beständig in den rauch geschwängerten Spielclubö, dort schlug er mit der Faust auf den Tisch und sagte: Treff und noch einmal Treff! Der-zweite Automat hingegen mußte. wenn er irgendwo plrttuosen. wie Wein und Schnaps sah, dieselben so fort hinter die Binde gießen. Der dritte, wenn er auf der Straße einem hübschen Dienstmädchen begegnete ließ seme Frau im Stich und rannte dem Madchen nach. Entsetzlich!" Im Mechanismus des Baron Re bus gibt es keinen Defekt. Sechs Jayre war er ver )atte einer Ban kierstoöter und bat sich stets so Keira gen wie am ersteis Tag. Sie lebten sehr glücklich, bis die Frau im voriaen Jahre starb. Ihr letztes 2üft war:
Eslmaz war em recytjcyazimer Mensch!" .
Dennoch war der Preis vem tfiau lein zu hoch. Tags daraus tarn sie wieder und bat den Alten, ihr noch einmal den Rebus zu, geiaen.. a, Heirathsvermittler lächelte und meinte: Nehmen Sie den Jnzanlerinen, ist billiger!" . . ... - I i r;.. Jch mag ihn aver mqi inu incm rothen Schnurrbart." Zwei Wockien verainaen bis FrauKelemen sick entschließen konnte, fcn TOnrnn Nebus ZU wäblen. Sie war damals schon bis über die Ohren in n verliebt. Der Verkäufer gab hierauf der Braut die nachneyenoe lae C....?.vi(itttft 11 LIlliLUÜUlllUl 1 1 Ulllt . nebe letzt den ceazanismus des Barons aus und gebe Jynen dann ' ' - ' . i d:n Schlüssel, (sie oraucyen lyn nur C;nmaY iäbrlich aufzuziehen, aber S'. dürfen das um des Himmels willen verseilen' sonst ist die Verwirrung uno oas unniua groß, vwi in i l , t r i : ri htT 20. Auautt. am je ben-aae des nächste wahres muk er wieder uufg zogen werden. Sonst haben Sie sich zt um ibn zu kummern." 5ieranf knüvfte Eskinaz ds Ehemii'ett des Bakons auf. steckte in da? Schlüsselloch den Schlüssel und zog ibn bebutsam auf. Den Schlüssel überreichte er dann Fräulein Kelemen, - tt athemlos auf den Automaten blickte Der Baron schüttelte sich zuerst, dann ließ er einen erstaunlichen Ton bören: Brrrrrrr!, langsam erhob er die behandschuhten Hände.rückte seine Crawatte zurecht, klemmte sein Monocle in's Auge und betrachtete das Fräulein. - - . .- Erlauben Sie. gnädiger Herr." sagte Eskinaz unterthänig. daß ich umh -'ti3 V O I kL,n cvs. xs,;n Nraut vorstelle: schaften, die sich gegenseitig heftig befebdeten. die eomine il saut und die nicht comme il saut - Gesellschaft". Ich mußte mich leider der ersteren anschließen; leider, sage lch.denn die Gesellschaft' der meine zwei 'alten' Tanten. Gott habe sie selig, präsidir ten, war ebenso langweilig wie ehren werth. Eines Tages erschienen auf der.Veranda des Hotels neue Badegäste.nämlich eme rundliche hübsche Frau mit lachenden Augen und ein Herr Mit Monocle. Baron Rebus mit Frau Gemahlm, sagte der Badearzt. Die ganze Badegesellschaft wartete mit fieberhafter Spannung, welcher der beiden Concurrenz-Gesellschaften sich die beiden anschließen würden. Wir siegten. Sie gesellten sich zu uns. Der Baron verlangte im Park eines Tages von mir Feuer zu seiner Eigarre, dann fing er em Gespräch an und stellte mich nach einer halben Stunde seiner Frau vor. Abends bat er mich, ihn meinen beiden Tanten vorzustellen. Beiden überreichte er einen prächtigen Rosenstrauß. Die Tanten waren entzückt und konnten nicht qenug die Höflichkeit und das Zartgefühl des Barons rühmen. Ich gestehe, daß mich anfänglich Nicht so sehr der Baron als seme EheHälfte mteressirte. Sie war hübsch, aber außerordentlich kokett; Abends, wenn die Musik spielte, tanzten wir regelmäßig die Quadrille, der Baron forderte dann eine meiner Tanten zum Tanze auf. dann:- er vls-a-vls sein tonne. Manchmal unternahmen wir Ausflüge, und ich war mit der schnell süßigen Frau weit voran, während der Gatte mit Mänteln und.Rcaen schirmen beschwert die Tanten begleitete. An emem regnerischen Nachmtt tag war ich in der Wohnung des Barons zu Besuch. Ich saß mit der anä digen Frau in einer Fensternische, während er uns den Rücken zukehrend in einem Lehnstuhl sich langweilte und gewohnheitsgemäß' Cigaretten rauchte. Sie sah m ihrem kurzärmligen Sdm mernealiqee allerliebst ,äus, und nach dem ich einige Zeit ihren runden Arm bewundert, hatte, beugte ich mich kühn zu ihm hinab.' um ihn zu küssen. Sie lachte, und ich blickte auf ihren Gatten barmherziger Gott, der Baron beobachtete uns m dem Spieael vls-a vis! Ich hatte erwartet, daß er gleich 'einem Tiger sich auf mich stürzen würde er aber rührte sich nicht. Ruhig rauchte er seine Cigarette wei ter. während ein geheimnißvolles, ma litiöses Lächeln seine Lippen umspielte. Ich hatte die Lection verstanden. Tags darauf besuchte ich die schöne Frau nicht, ader zu meiner großen Ueberraschung suchte mich der Baron auf der Veranda auf. Ich dachte, er wolle mich zum Duell Heraussordern. -f , , u r i q om aller ais sie, jagte er. .Sie werden es nur daher nicht ver--ssbeln, wenn ich Ihnen die Duzbrüder fchaft antrage." i - . Ich war bewegt, erschüttert. . Wir stießen mit unsern Gläsern an 'und drückten uns die Hände. Baron. Re bus verschluckte ein feines, ironisches I Lächeln. . . . . 1 Ku meinem SchreSen besuchte mich
'. i
Täas darauf 'der Baron al7crmals und sagte mir mt seinem liebenswürdig' sten Lächeln: Lieber Freund Thomas, Du. wi?dest mir einen großen Dienst erweisen; meine Gattin will heute Nachmittag. eine , nahe gelegene Quelle besuchen. Da ich sie. aber nicht begleiten kann. denn ich habe sehr Wichtiges zu thun. so wirst Du mir - doch diesen Ritterdienst nicht verweigern, sie dahin zu führen?" Das sonderbare Lächeln des Barons ärgerte mich, und ich stotterte verlegen einige Worte. Nachmittags begleitete ich die schöne Frau zur Quelle nach dem Walde. Wir waren allein Ich lenkte das Gespräch auf ihren Gatten. .Er ist ein Mustergatte." .rief sie glücklich lächelnd. . . . ' , Er liebt Sie vielleicht gar nicht, meine Gnädige?" Q, er betet mich an." Dann begreife ich seine eigenthümliche Manier nicht." Sie begreifen Rebus nicht, weil er ein außerordentlicher Mensch ist Die Durchschnittsmänner, wie Sie, md entweder m narrischer Welse eiferuchtig oder beleidigend gleichgiltig. Er ist weder das eine noch das andere. Er ist immer, wie ich ihn haben will. Wenn ich's wünsche, brennt er lichteroy. und wenn ich es Wunsche, ist er yiskaU: mit einem Worte: ein Mustergatte!" , Dieser Ausflug wurde übrigens für mich herbängnißvoll, denn unterwegs jrafen wlr mit dem zigeunerbraunen, eingebildeten, sich stets schlagenden Herrn von Horthaö zusammen, der sich uns aufdrängte und den ich dadurch hestrqsen wollte, daß ich ihn der Bazonin nicht vorstellte. Nun stellte er sich selbst vor. Ihm gegenüber benahm sich die Baronin keineswegs wie es sich für ein Mitglied der .comme j! kaut-Gesellschast ziemte, drückte vielmehr seine Hand und meinte lacheny. dqtz sie schon Zehr viel galante Streiche von ihm gehört hätte; bald bemerkte ich. daß ich 'überflüssig geworden und daß die Baronm viel lieber .den Impertinenzen des Herrn von Horthay, als mefnm geist reichen Csinplimenten lauschte. Seit jenem Tage änderte sich alles. Die schöne Dame kümmerte sich nicht mehr um mich, sondern ließ sich auf skandalöse Weise von Herrn von Hörthay den Hof machen, und ich biß 'in den sauren Apfel und wurde der treue Begleiter des Barons und der Tanten. Die ganze Badegesellschaft skandalirte sich über die Baronm, und nur die Tanten, welche Rebus durch seine aus dauernde Höflichkeit verpflichtet hatte. nahmen leidenschaftlich Partei für seine Gattm, Ich konnte mir das Betragen des Baron Rebus in keiner Weise erklären. Er duldete nicht allem das Benehmen des Herrn, von ortyay. lonvern er beschützte ihn sogar. Zuweilen wurde ich wuthend und wollte ihm den Vor Wurf in's Gesicht schleudern, daß sein Verhalten unritterllch und emes Gat ten unwürdig sei, daß er Horthay zum Zweikampf zwingen müsse, und daß ich ihm gern als Sekundant dienen wolle.... Statt dessen duzte er sich auch mit yttxxn von Horthay. . . . Es war am 20. August, als die Baronin in Gesellschaft des Herrn von Horthay und einer meiner Tanten, die aus Schwärmerei für Rebus sogar die Elephantenrolle übernommen hatte, emen Ausslug ms Gebirge machte.. Der Gatte. war zu Haus geblieben. Mittags traf ich mit ihm tm Park zu sammen; er war blaß, als fühle er sich Nicht wohl, und erkundigte sich unru hig nach seiner Frau. Sie versprach mir doch bis Mittag hier zu sem. Wir haben wichnqe Ge schäfte zu erledigen. Sie wird mich doch nicht veraessen haben?" Er fpeiste nicht zu Mittag.' sondern gmg im Park auf und ab. Ich beob achtete ihn von der Veranda aus und machte die verblüffend Wahrnehmung, daß der stattliche Mann, dessen jede Bewegung so gemessen war. als wenn er ein Uhrwerk wäre, gebrochen aussah und sich nur mühsam.-fast qualvoll fortbewegte. - - Am , Nachmittag ließ er durch einen Vauerr'burschen eincn Brief an seine Fzau besorgen. Der Bote kam des Ä'bmds vnverrichteter Sache . zurück und b:rick-tcte. daß die Gesellschaft ?n eN iÄu-s!ug nach der Tropfstein hrhle gemacht habe. Der 5.aron war bereits entsetzlich bl:iü . Willst Du Dich nicht nach Deinem Zimmer begeben?" fragte ich ihn theil nahmsvoll. . Ja. nach-Zim Zim Zim r.K?." . - Er stotterte. Ich nahm ihn beim Arm und führte ihn nach seiner Wohnung. da er. kaum mehr aus seinen Fü ßen stehen . konnte. Nur mübsam konnte ich ihn die Treppe. hinaufschlep pen. Sein starrer Arm lastete bleischwer' aus meiner Schulter. -. ; Muth, armer Freund. Muth!" , Mu M Muth." stotterte er n rv i i iüaö narre Aninn verzerrte zene dämonische Schadenfreude, die man zuweilen an ihm erblickte auf dem o-r..- t j. Ijiui iiuig niaji mciyi lutuci ;uy stützte ihn an das Geländer, um nach Hilfe zu rufen. Kaum ließ ich ihn n on . r ri? los, als er narr wie em ze enille durch das Trepvengeländer fiel und kopfüber auf.das Trottoir des Hofes stürzte. .Eine Minute stand ich zur Bildsäule erstarrt da, dann rannte ich zur Treppe hinunter. Dort lag der Baron ausgestreckt mit verrenktenHänden und zerschmettertem Schädel. Welch grauenhafter Anblick! Hände ringend sank ich neben , ibm auf die Kni und. jetzt bemerktes erst, daß aus dem gesprungenen. Schädel kleine Kupferrine. Svrunafedern aus Stabl
und silberne Walzen herausfielen. Der Kopf des Barons war aus Papiermach6." ' , Man kann sich meine Ueberraschung und meine Beschämung denken! Ich
hatte-mit emem"A'utomaten"auf demi Duzfuße gestanden. . Der glänzendste Cavalier unserer Gesellschaft, oer cornrne il funt-Gesellschaft", war nurine dumme Maschine! Jetzt ver-' stand ich das sonderbare Benehmen des Mustergatten! , Mein erster Gedanke war, die Sache zu vertuschen. Wenn das' die comme il laut-Gesellschast" erfuhr, gab es emen lacherlichen und großen Skandal! Ich -faßte deshalb die Leiche des Baron Rebus wie einen Mehlsack rNd schleppte ihn ächzend auf fein Zimmer. Als ich meine Last auf den Diwan warf, bemerkte ich auf dessen Antlitz das gefrorene Lächeln der dämonischen Schadenfreude. Nun begriff ich das Benehmen dieser malitiösen Maschine. Sie machte sich über mich lustig, der ich sie für einen Menfchen gehalten hatte. In diesem Moment stürzte die Baronin herein. Mein Gatte!" schrie sie. Sie warf einen entsetzten Blick auf ihn und beugte sich schluchzend über ihn. Ö Rebus, Rebus, wie konnte ich Dein vergessen!?" Mit zitternden Handen nß sie das Chemisett auf der Brust ihres Gatten auf, dann nahm ste emen Schlüssel aus ihrer Tasche und zog ihn wie eine Uhr auf, mit angehaltenem Athem die Wirkung erwarteud. Der Bar'N bewegte sich: mit weitaufgerissenen Augen stieß er nur das eine Wort heraus: Brrrrrrr, dann stürzte er auf den Divan zurück es war aus mU ihm! Er ist todt." schluchzte die Wittwe. Sie warf sich verzweifelt auf die Erde und raufte jammernd ihr Haar, Er hat mich .300.000 Gulden gekostet, und jetzt ist er dahin! Ich bin der schuldige Theil! Nur einmal im Jahre sollte ich ihn aufziehen und selbst dies habe ich versäumt!" . Ihr Schmerz war erschütternd. Ich wollte sie trösten und sagte ihr: Aber,. meine Gnädige. Sie können sich ja.einen anderen kauftn. Ihre VerHältnisse gestatten ja das!" Jawohl erwiderte, sie, noch im mer schluchzend, aber wer weiß, wie der andere sein wird? Vielleicht ein solcher, der auf den Tisch schlägt und sagt: Treff und noch einmal Treff! Oder einer, der fortwährend Wein oder Schnaps trinkt und den Stubenmädchen nachläuft. Einen' solch' vollendeten Gatten bekomme ich nicht mehr! Rebus war ein Mustergatte!" 5 , ' .Onkel Thomas hatte seine Erzählung beendet und zog daraus hie Mo till - A - 1-.--V - -Wohlan, nur diesen einen Muster gatten habe -ich im Leben kennen gelernt. Er war ein vollendet organistrter Ehemann und hätte gewiß noch am-Tage seiner silbernen Hochzeit ebenso trefflich funktionirt, wie . am Tage der Verlobung. wenn die Gat-tin-ihn m jedem Jahre einmal aufgezogen hätte, aber sie nahm sich auch diese kleine Mübe nicht. So sind die Weiber! Jbren tvrannischen Männern ziehen sie täglich die Stiefel aus. aber dem friedlichen Gatten tbun sie nichts zu Gefallen Doch lassen, wir das!".... Der flitgend?Zveinh'ändler. Ein Ostseemärchen von HanS Hoffmann. Ein biederer Weinhändler in Lübeck nahm sich den Schaden zu Herzen, der vielen Leuten durch starke Getränke, an Zeib und Seele geschieht,, indem es sie trunken und dann verliebt oder rauf süchtig macht, und er beschloß, diesem Uebel dadurch zu steuern, daß er die Stärke seiner Weine um ein Beträchtliches verminderte. Er nahm klares, gesundes, erquickliches Brunnenwasser und goß dieses mit Geschicklichkeit unter großen Mühen mittels eines Schlauches in seine Fässer, also daß es mit dem feurigen Weine sich auf das Anmuthigste mischte und feine Gefährlicnkeit milderte, ähnlich wie ein sanft geartetes Eheweib den Sinn ihres wüthigen Gemahls zu sittigen vermag. Und er verkaufte den so gereinigten Wein um nichts theuerer als den früheren, obgleich er doch um Vieles nützlicher zu trinken war, und trotz der großen Arbeit, die er ihm gemacht hatte. Es geschah aber, wie es oft geht, daß die Leute in seiner Stadt nicht erkennen wollten, was ihnen Gutes widerfuhr, sondern hämisch unter einander zischelten und hochmüthig sprachen: Pfui Teufel, schmeckt das Zeug dünne!" Und sie wurden unlustig und lässig bei ihm zu kaufen. Das ging ihm wiederum zu Herzen.denn er fürchtete, sie möchten. ihr Geld zu schlimmen Gesellen tragen und möchten so das Gemeinwohl schädigen, und er beschloß, abzuhelfen. Er kaufte infremden Städten allerhand köstliche Safte undSpezereien und spenbete viel Geld dafür, als da sind unvermischter, trefflicher Spiritus, gute Schwefelsäure und mannigfache andere gewürzige Säuren und Kräuter; und alle diese Dinge that er mit Freuden seinem Weine hinzu und vermengte sie damit emsig. " Und sein Fleiß war gesegnet, denn der Wein ward nunmehr noch viel feuriger als am ersten Anfang und von viel lockenderem Wohlgeschmack, und sein Duft stieg angenehm in die Nase wie der Duft einer Blume. - Und die Käufer kamen wieder reichlicher noch als vordem und tranken vergnüglich und sprachen zu einander: Es hat einen feinen Jahrgang gegeben tmft? rm TOftn irn ttt NWfsflMlK (gortsejung auf der Rückseite.)
Winter
V I
iasasasssasag
HD 12"cD"acL FEIL 8 ? Disease cornmonly comes on with slight Symptoms, which when neglected increase in extent and grad tially grow dangerous. "TSS!.!ü5 RIPANS TABÜLES uÄÄ.hs RIPANS TABÜLES " !Z":zmJ2 ? EIPANS .TABÜLES T"Z..1.T?Z RIPANS TABÜLES Ripans Tatmles Regnlate the System and Preserve the Health. "i &rt&'lQta&3trja&'t8i " Vs V mtcmct&i früiaa jfcca A 'fxMJ&& &t Til X T I Dune' 1 WtoJ I Gives 1 Quicli to act, i i n M Ripans Tabules nre Bold by drnrcists, or by mail II Xtßl'lßtm 1s the price (50 centa a box) u sent to The RipaHS 4 ' S Chemical Company, No. 10 Spruce St., New York.
fllk-mf Vrr')fwmimt ,.,..ii summe
Eiu altes, zuverlässiges Fabrikat.
jEiniTirati
Ein gutes Standard Piano, vollkommen geprüft. Nicht für einen Tag
gklnachl, aber für eine Lebenszeit. Feiner Ton und Anschlag. Preise mäßig.
7 Sie sollten dieselben sehen, ehe Sie ein anderes kaufen. WlsrSr- & Sohn,
78 und 80 Das Stimmen von Pianos wird 3 , ,!!.. -.-T.': l y&i- . !! ",.,? . ;;ii,i:K:"-
. .jvmvV. P.w
ga " 1 ! i " T."maB ,rri" z'1-' J7ät'";
, , '. i ; .. '. ; - . . ..- j Irenzel Irothers, No. 1 Wcft Washington Strake, iierekants lVation! Rank.)
Ein europäisches Departement. Wechsel, Creditbriefe und Postanwei sungen aus alle Stätte Europa?. Schisssscheine nach und von Europa. An
und .Verkauf ausländischen Geldeö.
Bei dem Brauen unserer Biere
verwenden wir nur IXT reines Brunnenwaffer. x Die besten Aerzte empfehlen unser . ' '
olurnbie und
'all btt Gesundheit höchst zuträglich und empfehlen dieselben ange- , ' gelegentlichst für den Familiengebrauch.
In Flaschen zu beziehen
HO IS
Cl-. .
Telephon 1050.
Bestellungen werden nach allen
Üp-to-Date SchnellmnffeVheiM.
Kein Geruch von verbranntem Gaö". Keine Verstopfungen und Geräusche in den Röhren. Hunderte im Gebrauch in allen Theilen der Stadt. Die bekanntesten Architekten dieser Stadt em'psehlen dieselben. C. Anncsltoaeimsell (Co., ZNnrion Block, Lcks ZNsridinn und Shio Strntzs
IPanttimaimii T"oiiiiaily 15IliiflI! I?o
- A. L. Lockrldge " - Sigentbümer. ? ' ... . t 1 .' Ice ÖiEam jeöei t. Telephon 1765. 2, und 6 Nord Saft Straße 2, und 6. Bestellungen werden prompt nach allen Theilen der Otadt abgeliefert.
Qualen
find schlimmer ak die ergerniffe der Hitze, und die gesund heit wird start angegriffen durch Verzögerung . dieselben zu kurixen. Husten, Erkältungen, Asthma, Bronchitis, Influenza sind einig, der Qualen, welche da, Leben erkürzen. 0c sahrund Mühseligkeiten sind schnell überstanden durch den brauch von Ar. August ASnig's Damburger Wrusttbee, einen heißen, mildernden, heilenden, beruhigendem Se i trank, welches während des Schlafes fuhrt und zauberarttg tederhersieNt.
er vizu iu centa. Nord Peunshlvania Straße. prompt und zu billig n Preisen besorgt. üalz-lxfract, auö unserem Bottling-Department.
BRElüIM
Theilen der Stadt prompt abgeliefert
Berliner
Weißbier
in Flaschen zu haben bei J.EvtefzgenOo Alleinige Agenten. Telephon 407. JACOB BQS, Rhein und Mosel'Weine eigener Importatiou.' Nbein j Johannisberpn. ' st.:nFlM.rtM. ff.m . j Rüdesheimer Berg. Uetne. Matkobrunner LuSlese. UTosel l Bernkastler Doktor. ",VIV. J Perlr, I-MH wvttv. luy'vui llölNe. ( JosephShöfer Auilef,. Absolute Reinheit wird garantirt. 35 37 Süd Dslnn?re Ltr. Tel. 1669. Konrad Heeß, Saloon, 330 Massachusetts Qveuue. Beste Getränke und Cigarren. LT7 2JOZL Columbia Malle ! Ecke MeCarth k Deladare Ctr. Jolm C. Zschecli, Eigenthr. . VersammlungS'Kalender : Bierbrauer U. Verein, 1. Sonntag imNonat. Südseite SchwabnuVerein, 2. Sonntag im Monat. Sozialiftische Sektion, 2. Sonntag im Nonat. Badischer Unt. Verein, 3. Sonntag im Nonat. Sachsenbund, 3. Sonntag im Monat. Preußm U. Verein, letzten Sonntag i Monat. Hermannisöhne, jeden 2. und 4. Moetag im Monat. Sozialistischer Sängerbund, Gesangstunde jeden Dunstag Abend. Preußen Gesangverein Gesangstunde jeden Mittwoch Abend. Lincoln Lcague jeden Freitag Abend. 1 26. Unt. Verein wenn berufen. Gute Getränke und eiu feiner Lunch. jZS2SZS2SZS2SZS2SZSZS2SZSZIZZ U OHCE TR1ED, ALWAYS flSED. 9eot et m BAß FIXTÜREOp OßAird BOAROO ANOAU Tln, Zlne Droao, Coppcr, Hlokot end oll Itttchcn end Ptatod UtonsUd CICCOAVood, norb!oPcrcololn. Etc M M K, W JW N in v K M W in CEOnCC WM. MOFFMAIi Ü 3 toi KmftrtiHt rreprtetoc. R 3 298 CAftT WAtMintTOM SttMPUMAMLtt. tt THE EMEEFERS' FRlEHD. Zn Verkauf in llpethekeu 26 Cents per Vfnnh. COPYRIGHTS. s' CAJV I ORTA1N A PATF.KTt Tf. prompt n wer and an taODest opinlon, lnit ta MlNXd: CO.. wbo bar bad cewly thr rcora n m imrifiiPM m v n a naranf nnamAaa ' U MW fWVVUW V IT. WlUtMW I W tlonjitrlctlr confldentlaU A liaBltkof I Commonle viwuiuu mmxTuuiK rairi ua bow so w tln tbem tent free. Also a cat&lofue Ot meduuw -" Dvrng n. 1 J IVQ Pmtent t&ken tfaronsh Munn A CVv mmtm uit KienuD dooks Ff.n i irr. fwukl Dotloe in tbe Nete-tia Atacrtca. mäi Ihn wlt9 brotiffbt wldelT beforetbe DDbllawUtt lasnsd weekly. elefrantly illastrmtM, bu by Ur tbT Urrest ctrcnlation of ans KientlO work In tb wortd. S3 ayear. Sample copi sent fr. Balldlns Edition, tnontblr. IÜO year. BlncH eoples, US Cent. Erery samber contaiaa ba tlinl platea. In colorm, and pbotofrapha of MV honse.. wltn plana. enablln bnllder to ibw lä latent desUrn and scar cuntracta. ft rtdrci! MUHN OO KW VOR HIOIDWAT M. ierhe DeutsSerBuchvittd. 408 Sud Last, Ecke McCarty Str. Up Stairs. titTT fföTl SSiBObitnL 7 Cflh KXahavm'Ktrat Blmmt ScftcHaBBcm fftx ich eatacaem.
ö üf& 1 ?ssnii. I - ' e
' K
opqccKj.." '
y'irJyßamnf.
fjSMF V?Ms8 TRtnFfeY
I m
M m m m m u MM mm mumm u M M.M w m
I W
j
