Indiana Tribüne, Volume 20, Number 73, Indianapolis, Marion County, 29 November 1896 — Page 3
sint TTerOotcne irncQL 2rzZhlunz von Henning van Horst. (5. Fortsetzung.) Ms sie ihn loslreß, perlte ihm laU ter Schweiß von der Stirn. Er tauHielte zurück. Marie ergriff zärtlich seine Hand. JBijt Du unwohl, mein Liebling? flüsterte sie sanft. Ein plötzlicher Schwindel." brachte er mühsam hervor, toch es ist schon vorbei." Er that einige Schritte durchs Zimmer. Es kostete ihn Mühe, sich aufrecht zu halten. Marie schlug einen Spaziergang WZ Freie vor, willenlos stimmte er zu. Die frische Luft gab ihm seine Spannkraft zurück. Marie war von entzückender Anmuth, wie ein fröhliches Kind, als ob sie ein gefährliches Feuer hätte dämpfen wollen, das sie kurz zuvor entsacht. ZehntesKapitel. So blieb es am folgenden Tag?, unÄ Karls erschüttertes Nervensystem beruhigte sich allmählich. Als aber Tags darauf Marie ihn in ihre Arme schloß, um ern:n Kuß auf seme Stirn zu drucken, fühlte er wieder jenen Scharer. Sobald sie ihn freigab, war er vorüber. Fortan zitterte er vor jeder Annaherung der Geliebten, er, ' der starke, tapfere Mann, der im Kugelregen mit keiner Wimper gezuckt. Schon w:nn sie ins Zimmer trat, konnte es ihn kalt überlaufen. Ihr schien seine Leichenblässe zu entgehen, auch beachtete sie es nicht, daß er jeder Liebkosung auswich. Und doch standen ihm die inneren Kämpfe auf der Stirn geschrieben. Er ward in ihnen hin und her geworfen bis an den Rand der Verzweiflung. Ein bitterer Wermuth war in den Becher der Liebe gemischt, den Marie ihm kredenzte. Doch anstatt aus diefer unsäglichen Seelenpein die Kraft und den Muth zu schöpfen, sich loszureißen, schien ein Dämon ihn mit übernatürlicher Gewalt nur desto fester an das Mädchen zu ketten. Zr kam zu mir und sagte, daß die Zeit des Zauderns und der SelbstPrüfung zu Ende sei, und daß er sich entschlossen habe, Marie zum Weibe zu begehren. Ich mußte ihn seines Versprechens entbinden. Er erhielt von Marie das Jawort, ihm nach dem Friedensschlüsse nach Deutschland zu folgen und seine Gattin zu werden; doch wünschte sie nicht, daß die Taillands schon jetzt davon unterrichtet würden. Von diesem Augenblick an glaubte Karl zu fühlen, daß ein krankhafter Erregungszustand der Seele von rym gewichen sei. Der Verkehr mit Marie war in die alten Bahnen liebender Hingebung zurückgekchrt. Auch die Szenen stürmischer Leidenschaftlichkeit wiederholten sich nicht. Die Zukunft begann beiden rosig zu leuchten, und mit ihr beschäftzgten sich ihre Gedanken und Gespräche. Marie war nicht ganz ohne Sorge darüber, welche Ausnahme sie bei Karls Mutter finden werde. Karl wußte sie zu beschwichtigen, indem, er von Neuem ?hr die Herzenseigenschaften der trefflichen Frau pries und sie versicherte, in ihrer selbstlosen Lvebe zu ihm werde die Mutter niemals sei um Glück in den Weg treten. Seine Liebe zu Marie schien ruhizer, sicherer und fester zu werden, und sie entzückte ihn täglich durch neue Einblicke in ihren rastlosen Geist. Sie lehrte ihn gleichsam, sie immer inniger zu lieben. Sie schritt jetzt aber auch an seiner Seite dahin wie ein frischer Gesell, fcern die Freude am Leben aus den Augen blitzt. Seine Blicke hingen und tranken an ihrer graziösen Figur. In heiterem Frohmuth stimmten sie zusammen. und selben flatterte über Mariens Züge ein Schatten der alten Schwermuth. Das wahre Paradies der Liebe hatte sich ihnen erst jetzt erfchlossen. An einem Sonnabend hatte Her? Tailland Petersen und mich zum Diaer eingeladen. Es herrschte eine frohliche Stimmung. Karl und Marie warcn so ungezwungen miteinander und doch zurückhaltend, daß ihre Veziehungen unsern Wirthen nicht auffallen , konnten; für L6onie war Diskretion ja Ehrensache. Marie hatt-e sie übrigens ins Vertrauen gezogen, das war auch nicht anders möglich, und sas junge Mädchen betrachtete Marie oon da an doch mit dem Respekt, den ein unverdorbenes Kino vor einer Braut zu empfinden pflegt. Herr Tailkrtd erzählte uns, daß er in der Nähe ein kleines Landgut gekauft habe, dicht bei La Ehapelle. daö 3inz reizend gelogen sei, und daß die Familie am Sonntag hinausfahren Volle, es zu besehen. Das Geschäft ?nüsse einen Tag über geschlossen bin )en. Einer Aufforderung uns "der Partie anzuschließen, leisteten wir natürlich gerne Folge, und so wurden allerseits Zurüstungen für den nächsten Tag getroffen. Die Feöruarsonne schien vom hei--ersten Himmel warm auf unsern Weg. D?n Rücksitz des Landauers, en Herr Tailland hatte anspannen issen. nahmen dieser selbst, seine Gat:in und Marie Schmitt an, ihnen gegenüber saßen Petersen und ich, während der WildfMg, 26omt, darauf bestand, neben dem Kutscher aus vem Lock zu thronen. Beim Passiren des Marktplatzes hatten wir ein wenig die Spießruthen ' der Offiziere auszuhalten, die mit verbindlichem, theilweise -rr rtrn irnniscbcm Lächeln her- ' ' 's t v i .zuwii:... O.TM.i "iv idj
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ten manche Neckerei darüber auszustehen, daß wir uns in den freien Stunden des Tages so wenig im Kasino blicken ließen und man vergriff sich kaum in der Ursache unseres Fernbleibens. Namentlich Petersens Unzer-
irennllchkeit von Fräulein Schmitt war auffallend genug, und es war unve greiflich, daß die Taillan'ds noch im mer nichts zu ahnen schienen. Indessen tobten wir stolz zum Thore hinaus, ich nicht wenrz beküm inert, daß ich mit dem Gegenstand meiner Träume dos-iVuo3 sitzen mußte. Ich hatte in der letzten Zeit das rn ne Schmctterlingsdasein geführt.Wenn ich L6onie nicht sehen und sprechen konnte, gaukelte ich doch mit meinen Gedanken um sie herum. Wo ich ging und stand, im Dienst, m Gesellschaft der Offiziere, in der Kirche, als einmal der Divisionspfarrer gekommen war, Gottesdienst zu halten. über all stand ihr Bild mir vor Augen. Sie war sur mich so ganz das, was nwm enw Flamme nennt. Genauer unter suchte ich den Zustand meines Herzens nicht; doch stand es sewMrstandllch bei mir fest, daß ihre Gefühle mit den melmgen gleichen Schritt hielten. Es war jedenfalls ein süker Rausch, der -mich umfmg. Täglich fanden wir ja I Gelegenheit, uns allem zu sehen und I r. . em i i v Xi zu 1P realen. zuas wouie icy meyrk n ihrer Nähe wußte ich weder von Raum noch Zeit. Ihr ganzes Wesen erschien mir von einem Hauch der Liebe umflössen wie von einem feinen Duft. Da hätte ich doch ein Erzvhilister, ein Narr sein müssen, hätte ich meinem Herzen Einhalt gebieten wollen, wenn es stärker schlug, sobald ich in den Zauberkreis trat. Da ich aus dem Schauplatz meiner Tändelei von vornherein mich als Eroberer, als Sieger, kurz als unwidersiehlich gefühlt hatte, so dachte ich auch gar nicht darüber nach, ob unser Ver hältniß ein gleichbleibendes war. oder ob es Fortschritte machte. Es roar so schön, so ganz urfamos, daß weitergehende Wünsche gar nicht in mir aufstiegen. Ich schwamm mitten im Adenteuer, und so war miYs gerade recht! So bemerkte ich auch nichts von den Einflüssen. denen ich unbewußt unterlag. Wenn ich ihr die Hand reichte, wenn ich in diese mir freundlich zugewandten klugen Züge blickte, wenn ich ihr anmuthiges Lächeln haschte, so stand ich ihr gegenüber wie einer Heiligen. Die Reinheit ihres Wesens :n ller Vertraulichkeit, diese frischeJungßräulichkeit, fern von Koketterie wie von dem, was man zimperlich nennt, bildeten ein Palladium, das in mir den äußersten Respekt erzwäng, den Respekt des Gedankens, des innersten Fühlens. das leichifertige Regungen gar nicht aufkommen ließ; ein Adel naiver Sicherheit, der mich öfters verlegen, keines klaren Wortes mächtig, wie ein ungeschickter Junge erscheinen machte. So spielte ich weiter mit dem Feuer, immer wätvr. Bisher war ich wie em Salamander hindurchgeschlüpft. Ich lebte in den Tag hin'ein, von der Hand in den Mund. Ich reflektirte nicht oder doch höchst selten; und dann suchte ich mir weiszumachen, daß solch eine platonische Liebe doch ein kolossal harmloses Ding sei. Nur manchmal, wenn ich sie eine Zeitlang nicht gesehen hatte, sagte ich plötzlich zu mir: Mensch, eigentlich bist du ein Esel, du hast ihr noch nicht einen einzigen Kuß raubt!" Und dann faßte ich für die nächste Zukunft einen heroischen Entschluß. Sobald ich aber wieder vor ihr stand und sie in allerliebster Zutraulichkeit in mich hrileinplJuderte, dachte ich nicht mehr an solche Entschlüsse. Wir waren in La Ehapelle e'mgetroffen, durchführen das lange Dorf und erreichten etwa einen, Kilometer westlich davon das Ziel unserer Fahrt. Der Heine Hos lag sehr hübsch. Die weißen Wände des zweistöckigenWohnHauses und die gleichfalls weißgetünchten Mauern, welche die Wirthschaftsgebäude umgaben warfen blen dend den Sonnenschein zurück, der dann zitternd über die Fläche eines an sehnlichen Teiches dahinglitt. Rechter Hand lachte ein von einem Flusse durchströmtes Wi-esenthal uns enrgegen, während der Teich von einem wei ter uuter'halb in den Fluß mündenden Bache gebildet wurde, dessen sich schlängelnder Lauf, von einer Reihe Obstbäume begleitet, sich hinter einem ansehnlichen Hügel verlor. Zum Bache hinab, gegen Süden geneigt, waren die Hänge des Hügels mit Weinbergen bedeckt, deren dünne, aus Tan nenholz geschnitzte Pfähle in die Erde gesteckben Streichhölzern glichen. . Die Kuppe und die zum Flusse abfallend Nordseite des Hügels trugen Gehölz, in welchem eine Gruppe düsterer Tannen sich scharf gegen den luftigen Eichenbestand abhob. Erhöht wurde die malerische Wirkung des Landschaftsbildes durch Triimmevreste einer mit lelalterlichen Burg, welche den gegen dm Hof gekehrten Vorsprung des Hü gels krönten. 3st es nicht reizend?" sagte Herr Tailland. mit der Hand darauf den Und -u seiner Gattin, deren fette Zu ge sich freudig belebten; habe ich eS Dir nicht gesagt, Therese? Und der günstige Kauf! Ja, ja, es sind leine fchlechte Zeiten, wenn man jetzt Kapltal zum Anlegen hat! Wir werden sicher viele Freude daran erleben, und wenn die Verhältnisse sich wieder konsolidirt haben, können wir leicht hun deri Prozent daraus verdienen. Sieh, wie sorgfältig die Wände mit Spalierobst bezogen sind, kein Fußbreit ist unausgenutzt geblieben!" Die am Hause sind gewiß Psirsich," meinte Frau Therese, der schon das Wasser im Munde zusammenlief. C 'tf Herr Tailland rnh
einer geringschätzigen Gebärde, die bringen nichts ein, es sind Birnen oder Kalvillen. Ich werde einen Kon trakt mit Vourdon in Paris abschließen; das Obst allein muß nrren guten Theil der Zinsen decken, es ist prima Boden für Obstkultur. Der Wein aber
ist der beste der ganzen Gegend." Wir hatten den Thorweg passirt und rasselten über den steingc Pflasterten Hos. Als der Wagm vor der Thüre des Wohnhauses hielt, trat uns der bisherige Besitzer mit höflichem Gruße entgegen. Er trug eine blaue Bluse; seine Gcsichtszüge waren traurig und verhärmt. Er hatte seinen Besitz im Wege der Substation verloren, und mußte zufrieden sein, daß der neue Eigenthümer ihn als Verwalter auf dem Hofe wohnen lassen wollte. Zwei Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, von etwa acht und sechs Jahren drängten sich neugierig hinter dem Vater, und in der Thüre erschien eine Frau, ihr Jüngstes im Arm. Die Familie machte einen wehmüthigen Eindruck, da heute die Uebergäbe ihres Eigenthums, an das Mann und Frau so viel Schweiß gewandt hatte, an einen Fremden statt finden sollte. Wir alle reichten ihnen freundlh die Hand und folgten dem stolzen Hauptes einherschreitenden Tailland ms Haus. In dem geräumigen Eßzimmer war der Tisch für unser Dejeuner gedeckt. Im Zweifel, ob die Bewirthung ausreichend sein würde, hatte Frau Tailland vorsorglich eine getrllffelte Pastete, ein Glas mit Konfitüren und einen Korb mit Kuchen eingepackt, die von Marie und L6onre auf die Tafel gestellt wurden. Da nur sechs Gedecke aufgelegt wan, lud Herr Tailland herablassend Monsieuer und Madame Voyer ein, an unserer Mahlzeit theilzunehmen, worauf diese, ohne Weiterungen zu machen, eingingen. Das aufaetraaene Essen, war einfach, aber gut zubereitet.Es gab soupe ä loseille, dann Hammelrucken mit Kartoffeln und Salat von Brunnenkresse, als Dessert prangte tm Schale mit herrlichen Nernetten. D".e Pastete wurde von Taillands zwischen Suppe und Braten eingeschoben. Schon bei Tisch zevate es sich, daß Herr und Frau Tailland nur Wirthschastliche Gedanken im Kopfe hatten. Sie umschütteten Herrn Boyer mit Fragen nach allen möglichen Dingen. Vereitwillig gab der Mann die geforderte Auskunst, wahrend die Frau m stumpfer Bedruckung dasaß, auch kaum einen Bissen berührte. Der Apetlt, den wir mitgebracht hatten, war um so frischer, die kräftige Luft hatte ihre Wirkung gethan. Am leistungsfähigsten war L6ome, der al les vorzüglich zu schmecken schirn. während Petersen und Marie sich am zurückhaltendsien zeigten. Mit großer Befriedigung nahm Herr Tailland eS auf, daß wir den Wein lobten, von jetzt an sein Wein in der verwegensten Bedeutung des Wortes. Nachdem auch ein guter Thal der Aepfel verschwunden war. brannten dre Taillands darauf, alles rn Haus und Hof knmsn zu lernen. UnterHerrn Boyers Führung wutde eine Jnspektions reise begonnen, lein Winkel vom Dacyboden bis zum Keller ward uns geschenkt. Herr Tailland hatte rn' den Kauf das gcsammte todte und lebende Inventar einbegriffen, und das letztere bildete L6onies Entzücken. Allerdings war es durch den Krieg stark dezimirt, die besten Pferde and Kühe, der großere Theil der Schafe war durch die Requisitionen verloren gzgangen. Gerade dies hatte den Besitzer, der'sr.t Jahren wegen zu gering? Anlagekapitals hatte kämpfen müssen, vollenvs zu Grunde gerichtet, wre Herr Tailland uns zuflüsterte. Um so begreislicher wutden mrr dre scheuen Seltulblicke des Maraws auf meine und Petersms Uniform, augenscheinlich kam er nicht über die Verwunderung hinweg, daß die Feinde, die ihn ruinrrt hatten. Herrn Tailland gleichsam alZ Hausfreunde begleiteten. Ob aber der brave Mercier mit seinem geschäftlichen Scharfblick es im Stillen sich sagte, daß er. zum Theil wenigstens, den Prussiens sein Glück zu verdanken habe, mag dahingestellt bleiben. L6onie zeigte lebhaftes Interesse für jeden einzelnen Vierfüßler, der vom Schicksal verschont gebl'?eben war; dies Interesse wuchs zusehends beim Vetreten des Geflügelhofes. der sich in desferem Zustande befand. Frau Boyer hatte sich in der Zucht von Rassehühnern versucht, es war einer der Stroh Halme gtroesen, nach denen dse unglückliche Familie gegriffen hatte, um sich über Wasser zu halten. L6onie kam aus der Bewunderung der hochbemigen Thiere gar mcht 'heraus und löeß ihrem Vater mcht eher Ruhe, als bis er versprach, daß einige der schönsten Ekemplare und ein stattlicher Hahn w khrem Garten nech Ehatelard überführt werdsn sollten, wo sie bereits den für eine Voliere geeignetsten Winkel anzugeben wußte. Nach Besichtigung des gut erhalknen Gartens kamen wir an den Teich, an dessen Rand einige Frösche sich plumpenid ins Wasser stürzten. Es schienen die Vorposten der Bewohner des nassen Ekemenkts zu sein, die ausgestellt nxlren. um vor dem Herannahen von Fanden zu warnen. Ein paar Schwäne glitten majestätisch über die Fluth, osfenöar zu stolz, um von uns Notiz zu nehmen. Einen Jubelschrei aber stieß Lonie?tus, als sie, halb verborgen im Schilfrohr, einen Kahn mit zwei Rudern entdeckte. Flugs- war sie hineingesprungen und lachte uns eutgegm, wie eine dem Wasser mtstiogene Nixe, d jich m Sonntagsstaat gefleckt hat. Wir müssen kahmn, wir müssen kabnen rief sie. .Herr Petersen.' Her?
Neumann, können Sie rudern?".
Lächelnd bejahten wir beide, und nun klatschte sie vor Freude in die Han.de. Wir mußten beide ernsteigen, dann folgte Marie, und nun verlangte sie durchaus, daß auch die Eltern die Kahnfahrt mit machen sollten. Herr Boyer sah etwas bedenklich dazu, das kleine Fahrzeug war reich lich belastet. Frau Tailland verwahrte sich auch h.'ftrg gegen dre Zumuthung der Theilnahme mit der Mime einer Henire, d:e em Entleib ausgebrütet, das sich ins Wasser wirft und davonscqwimmt. Ist denn der Kahn auch sicher, Herr Boyer? fragte sie angstlich, und als dieser bejahte, ermähnte sie ihre Tochter rn den eindringliHsten Worten, vernünftig zu sein, was diese aber nur veranlaßte, ihrer Lachlust die Zügel schießen zu lassen. Herr Tailland wcvr schon ungedulbig, zum zweiten Theile seines Programmes. zu den Geschäften, überzugehen, er ermähnte daher noch kurz zur Vorsicht und ging dann mit seiner Frau und dem früheren Besitzer ms Haus, um zunächst die Bücher einer gründlichen Durchsicht zu unterziehen. Wir stießen vom Ufer ab und tneben bald aus der Mitte des Wasserspiegels. Das Wasser war klar und ziemlich tief; wie Arm: eines riesigen Polypen stiegen die schlaffen Stengel der Wasserpflanzen vom' Grunde empor. Marie und Löonie betrachteten ihr Spiegelbild in der Fluth. Lonie bekam jetzt Lust, die Schwäne zu jagen. Wir suchten es ihr auszureden, sie bestand aber darauf. Als gehorsame Kavaliere strengten wir die Arme nach Möglichkeit an, und der Nachen glitt rasch genug über die Fläche der Stelle am jenseitigen Ufer zu, wo die Thiere sich gerade aufhielten. Die stolzen Vögel ließen uns ziemlich nahe herankommen, ohne sich beunruhigt zu zeigen. Dann aber, nach einer spöttischen halben Wer.dung des Halses zu uns hinüber, setzten sie ihre Schwimmfüße in Bewegung und schnell vergrößerte sich der Abstand zwischen ihnen und uns. Verdrießlich meinte L6onie. daß wir das Rudern doch nicht gründlich zu verstehen schienen, die verständigere Marie aber schlug vor, aus dem Hause Brod zu holen und die Thiere damit zu locken. Allein L6onie wollte noch nicht wieder aussteigen, und so wurden die Schwäne in Ruhe gelassen. Am oberen Ende des Teiches, dort, wo der Bach einmündete, war ein hölzernes Wehr. Wir waren in seine Nä; he gekommen, und nun entdeckten die Damen in der Tiefe ein Gewimmel kleiner Fische. Sofort wollte L6on Anstalt getroffen sehen, sie zu fangen, und als wir ihr auseinandersetzten, daß das ohne gutes Angelgeräth und allerlei Vorbereitungen nicht möglich sei, das Fangen mit demNetz aber noch größere Schwierigkeit mache, ward sie ein klein wenig verstimmt. Nichts, was mich amüsiren könnte, bringen die Herren fertig." sogte sie schmollend. Dann aber, als sei ein Geist der Revanche in sie gefahren, degann sie den Nachen so stark zu schaukein, daß Marie laut aufschrie und auch wir nicht unbesorgt waren, der Kahn könnte kippen. Das wäre ja prächtig." rief sie. als ich sie auf das Gefährliche ihrer Spielerei aufmerksam machte, dann erlebte man doch einmal etwas, und die tapferen Herren könnten uns rettend Wenn ich aber auck den Spaß nicht haben soll," da Marie heftig protestirte , so wollen wir nur lieber wieder an Land, gehen." Damit endigte die Wasserpartie. Elftes Kapitel. Löonies etwas brummige Laune verflog schnell, als sie einen Spaziergang ins Feld vorschlug und ich ihr eifrig beistimmte. Auch Marie und Petersen. die sich den ganzen Tag schweigsam verhalten hatten, schienen sehr damit einverstanden zu sein, gab es ihnen doch endlich Gelegenheit, sich etwas abzusondern und sich ungehört von anderen zu unterhalten. Wir schlugen den Weg ein, der vom Hofe aus das Flußthal hinaufführte. Marie und Petersen gingen einige Schritte vor. ich folgte mit Löonie. Wir. tauschten einige Bemerkungen über das voraufschreitende Paar. Finden Sie nicht auch. Herr Neumann, daß Ihr Freund in letzter Zeit gar nicht wohl aussieht?" fragte sie. Ich mußte es leider bestätigen, auch mir war die gelbliche, ungesunde Gesichts färbe, war die Schatten unter den Augen, die Müdigkeit im Ausdruck des sonst so kräftigen Freundes nur allzusehr ausgefallen. Ich hatte ihn auch darauf angeredet, er klagte über häufigenKopfschmerz und schlechten Schlaf. Er meinte, daß doch wohl die Strapazen der Kriegszeit nicht so an ihm abgeglitten wären, wie er bisher geglaubt, und allerdings mochte er Grund zu dieser Vermuthung haben, weil er bei seiner Kompagnie eine Anzahl besonders schwieriger Märsche und Feldwachen durchzumachen gehabt hatte, wodurch die Gesundheit des Kräftigsten erschüttert werden konnte. Ich hatte ihn getröstet und auf die gründliche Ruhe nach der bevorstehenden. Heimkehr verwiesen.: Ganz sicher war ich aber doch nicht, ob nicht auch Ausrcgungen, die aus seiner Liebschaft entsprangen, mit im Spiele wa:ten.:.: : . : Zu L6onie sagte ich, es sei dies Aussehen die Folge übermenschlicher Anjtrengung. i.Na," meinte sie, .die Anstttngungen hatte er schon durchgemacht, als er nach Chatelard kam, und wie srisch war er damals! Ich habe aber auch .sagen hören, daß der Brautstand zehrt 'und dak Brautleute manchmal von
Kräften "kommen. Von Marie freilich dürfte sich eher das Gegentheil behaupten lassen, aber auf Hnrn Petersen trifft es wohl zu." Karl und Marie hatten. Halt gemacht an einem Pfade, der, vom Wege links abbiegend, in Zickzacklinien zur Ruine hinaufführte. Ich möchte dort hinauf." rief Marie uns zu, man muß oben eine prächtige Aussicht haben." Lassen wir das Taubenpaar Ilettern, sie wollen allein sein," raunte L6onie mir zu und rief dann laut zurück: Und ich möchte sehen, wie der Fluß durch den Wald strömt. Auf Wiedersehen!" Damit schritt sie, ohne mich erst zu fragen, auf dem Thalweg weiter. Wer konnte einverstandener sein, als ich? -Eine Biegung des Weges entzog uns den Blicken der Freunde, wie dem Gesichtskreis der Meierei. Ich benutzte den Anlaß, Löonie meinen Arm anzubieten, den sie ohne Zögern nahm. Eia ganz neues Gesühl von Glück durchströmte mich, als ich diesen weichen, runden Arm unter dem meinigen fühlte. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihn dann und wann etwas stärker zu pressen, als man das unter solchen Umständen zu thun pflegt. Sie schien es nicht zu bemerken, oder sie reagirte doch nicht darauf. Dies machte mir Muth, die großen Entschlüsse ins Werk zu setzen, die ich am Morgen während der Wagenfahrt gefaßt hatte. Als wir so miteinander im Wagen saßen, ohne uns auch nur sehen zu konnen, da sagte ich mir, es müsse endlich etwas geschehen. Ich kam ja keinen Fußbreit weiter mit dem Mädel! Da war doch Petersen ein anderer Kerl, und ein Blick auf das Brautpaar erfüllte mich geradezu mit Neid. Ja, ich mußte irgend etwas thun, wenn :ö auch eine Dummheit war. Ich führte ja immer nur .die reine Ballunterhaltung mit der Kleinen, und noch dazu eine durchaus wohlerzogene BallunterHaltung. Sie mußte doch selbst erwarten, daß ich weiter ginge, vielleicht detete sie Abends und Morgens darum zu ihrer Schutzheiligen.. Ich konnte am Ende noch riskiren, daß isie sich verdrießlich von mir wandte, wenn ich sie
vergeblich schmachten ließ. - Auf dem Wasser befestigte sich mein Vorsatz, womöglich noch heute die große That zu vollbringen. Ihre launenhafte Stimmung erschien mir als. ein Symptom ihrer Ungeduld. Daß wir allem durch die Thalschlucht spazierten, war ja geradezu eine Fügung des Himmels. Der Berg senkte sich steil herab zu unserer Linken, eine dichte Tannenschonung oedeckte ihn. Zwischen dem Wege und dem Flusse befand sich em schmaler, m jungen Grün leuchtender Wiesenstreif. Wir gmgen anfangs, ohne ein Wort zu wechseln, nebeneinander her. Ich wollte ein recht flottes Gespräch begmnen, aber ich wußte den Anfang nicht zu finden, es war, als seien mu die Gedanken ausgegangen. Ach, es war so verführerisch, in stummemGlücke an ihrem Arme immer weiter zu wandeln. Sie kam mrr zu Hilfe, vermuthlich fand sie mich langweilig. Ich habe Ihnen wohl noch gar nicht erzählt, Herr Neumann," begann sie, daß ich bald eine große Reife machen werde, d. h. sobald Friede geschlössen ist und Sie abgezogen sind. denn vorher kann ich - meine Eltern nicht allein lassen." Nein, Fräulein L6onie," sagte ich, davon weiß ich noch nichts. Eine aroße Reise sagen Sie? Doch nicht etwa nach Algerien oder nach England?" O nein," sagte sie lachend, so weit würde ich mich von Hause nicht fortwagen, es geht nur nach Elboeuf! Sie kennen es doch, dies Elboeuf? Es soll eine schöne Stadt sein, es gibt dort viel Handel und Jndusrne und ütcle reiche Familien. Ich bm zu meinem Onkel eingeladen, der dort Eur6 ist, oder eigentlich etwas Höheres, wissen Sie, im der Kathedrale. Er hat eine schön Wohnung, und ich freue mich sehr auf den Besuch. Ich glaube auch, daß es sehr interessant für mich snn wird. Es ist übrigens ein Geheimniß dabei," setzte sie mit schelmischem Lächeln hinZu. Dies Geheimniß konnten Sie mir doch wohl anvertrauen, Fräulein Leonie," sagte ich, sind wir doch so gute Freunde, und Sie wissen ja selbst, daß Diskretion Ehrensache ist." Nicht um Alles in der Welt würde ich es Ihnen sagen," rief sie, das konnte noch fehlen! Nein, Herr Neumann, dies Geheimniß muß tief im Busen bewahrt werden." Was ich auch angeben mochte, . es war mir nicht möglich, ihr mehr zu entlocken. Zuletzt sagte ich: Wenn Elboeuf eine solche Anziehungskraft für Sie hat, so können wir Ihnen, ja nicht dankbar aenug sem, daß Sie wemg--siens Ihre Abreise verschieben, solange wir in Chatelard sind." . Das verspreca? ich Ihnen." r:ef sae freimüthig, hernach aber bleibe ich auch keinen Tag länger, denn dann muß es dort vor Langeweile nicht auszuhalten sein." Ich war emenAUFenbua ganz sZarr, dann jubelte es in mir auf, als ih? diese Worte entflohen waren. Jetz? oder nie!" sagte ich mir und fühlte mich ganz heroisch. Ich trug mein sugesgeMisses Haupt n ganzes Stuck hoher. Bor uns jagten sich ein paar Amseln durch die Büsche, ä schien mit einVor bild zu sein. Wir schritten hart an ei mm blühenden Haselstrauch vorüber; ich brach einen Zweig ab und betrach iete ihn wie ein Symbol. Da riß sie sich los von meinem Arme, wie ein Sturmwind war sie zur Wiese hinunter. Hell jubelte sie auf. denn die ersten gelben Himmelsschlüstl hatten hier ihre Kelche erschlossen.
"Prirnevre, prirneTdre!" nef t
mir entzückt zu aind begann eifrig zu pflücken. Ich folgte ihr, und bald hatten wir einen schönen Strauß beisammen. Da sah ich von Weitem etwas Blaues durch die Büsche schimmern, ließ sie bei den Primeln und eilte dorthin. Sie pflückte weiter. Wie ich vermuthet hatte, waren es blaue Anemonen, die in Menge dort standen. In wenig Minuten hatte ich ein hübsches Bouquet. mit dem ich wieder zu ihr ging. Sie war sehr erfreut über die blauen Blumen und nahm sie dankend entgegen, um sie mit den Primeln zu mischen. Wir stiegen wieder zum Wege hinauf, der jetzt ganz in den Wald einbog. Endlich faßte ich mir ein Herz der große Augenblick war gekommen. Fräulein Löonie," fagte ich, indeß ich fühlte, daß mir die Stimme zitierte, wir sind Freunde geworden, und Sie wissen, wie sehr ich Sie verehre. Zum erstenmal haben mir heute Ihre Worte den Gedanken der Trennung nahegelegt, und ich zürne dem Schicksal, das uns auseinander zu reißen droht. Aber ich möchte doch nicht von Ihnen scheiden, ohne em Zeichen dafür zu haben, daß auch Sie mir ein klein Bischen gut sind, ich werde daraus die Hoffnung schöpfen, daß wir aus der Ferne einander gut bleiben werden. Fraulem L6on:e, es lst für Sie ein Leichtes, mich zum Glücklichsien der Sterblichen zu machen." Sie blickte mich mit den großen Au gen verwundert an und sagte treuherzig: Ich verstehe Sie wirklich nicht, Herr Neumann. Fräulein L6onie," begann ich wieder und ergriff ihre Hand, die sie mir ohne Widerstand überließ, ein ganz kleines Zeichen Ihrer Gunst ist es. um das ich bettle. Ort und Stunde sind günstig. Fräulein L6onie: schenkenSie mir einen Kuß!"' Es war heraus. Ich hatte es einmal beschlossen, und es mußte geschehen. Mir aber war zu Muthe, als ob ich ein Verbrechen begangen hätte, mindestens in einem fremden Garten Zwetschgen gemaust. Ich sah Lsonies Blick erstarren. Eine Vlutwelle färbte ihreWangen bis zu den Schläfen herauf. Meine Hand von sich schleudernd sprang sie einen Schritt zurück. Während ihre Blicke mich trafen wie eine Stahlklinge, brach es von ihren Lippen: Auf diese Weise lohnen Sie mein Vertrauen, mein Herr? O das ist sehr schön von Ihnen! Kaum bin ich dem Schutze des Elternhauses entzogen, so glauben Sie sich Freiheiten erlauben zu dürfen! Es ist wirklich ganz unerhört, mein Herr, was Sie sich da herausgenommen haben. Ich ich möchte wissen, ob Sie an die Damen Ihres Landes solches Verlangen stellen dürfen! Oder glauben Stt; nur der Tochter eines besiegten Volkes alles bieten zu können? Antworten Sie. mein Herr! Sie antworten nicht? Ja, mein Herr. . das ist schamlos, Sie zwingen mich, Sie zu- verachten! Ich bin Ihnen wirklich sehr böse. Herr Neumann." Sie hatte sich in- immer heftigeren Zorn hineingeredet, der- mit dem harten Worte Verachtung seinen HöhePunkt erreichte; der Schluß klang viel weicher, er war von einem Thränenirom gefolgt. (Fortsetzung folgt.) Wichtclnnmn. I Von Ernst Muellenköch (Lcnbach). Weißt du noch, wie wir im Wald Erste Liebesrosen brachen? Wichtelmännchen grau und alt Saß versteckt im Felsenspalt - Und belauschte,, was. wir spchen. Wo wir dort gewandelt sind, Wo wir küssend uns umschlangen. Kommt des Herbstes rauhes Kind, Kommt vom Norden jetzt der Wind Heischend durch den Forst gegangen.. Reißt das dürre Laub vom Baum, Wirft die welken Hagerosen Nieder an des Weges Saum; Weithin durch den öden Raum Hallt sein siegberuFschtes Tosen. Tief im dämmernden Gestein Birgt sich Wichtelmannam Grunde, Träumt ber sernem Feuerlein, Lieb von deiner Aeuglein Schein-, Lieb von deinM rothen Mundee AuchernMöbelgeschäft. Vater (beim Besuche seiner Tochter): Va wie gehtS denn im Wschäfte Deines Mannes?" Tochter:: Danke, Wpa, so leidlich. Am bestemgeht das Möbelgeschäft." Vater:. We. habt Ihr denn ein Möbelgeschäft eröffnet?-' Tochter: .Gewiß, lieb Papa.. Gleich den nächsten Monat- nach derHochzeit haben wir damit angefangen und es- rft nur noch fehr wenig übrig', geblieben vom dem, was Du mir mit-'-gegeben hat!" Schmeichelhaft. Gerb:Ich sage Ihnen, das Fräulein Neumamr ist eine sehr klue Dame, diehat Verstand für Zwc." Dame: Sehen Sie, die folgere Sie heirathen, das rft gerade die riiHtige Fra für 2r Bewiesen. Ob deM Schah wirklich so sehr für Tich glüht?' Nun, er trinkt ja den genzen Tag. nur noch Glühwein." Ordnung muß sein. Die Frau Assessor ift so ordnsngsliebend. daß sie, wenn Gardine in der Wä sche smd, auch keine GaMnenpredigten hält! Aus Befehl. Dame (;u ldrem ' Gatten): ..Edaai. morgen kommt meine Jugendfreundin Elli au drei Zage zu Besuch . Tu wirst m.,ch die Zeit heftig VxtUxd"
Aiir dtc KUctjc. Kartoffel - Suppe. Einige Kartoffeln schält, wäscht und schneidet man, ebenso eine Zwiebel, einen kleinen Selleriekopf und thut dies mit einem Eßlöffel Butter, etwas Pfeffer und Salz in eine Kasserole, um eZ langsam weich zu dämpfen. Ist dieS unter fleißigem Umrühren auf schwachem Feuer geschehen, so füllt man ein Quart Bouillon, welche man auZ Fleisch - Eztract bereiten kann, oder auch nur Wasser auf, im letzteren Falle muß noch etwas Butter hineingegeben werden, verkocht die Masse langsam eine weitere halbe Stunde und streicht sie durch ein Sieb. In den Topf zu nochmaligem Aufkochen zurückgegeben, schmeckt man die Suppe ab und macht sie durch einen Zusatz von kleinen Fleischklößen besonders fein und wohl schmeckend, doch genügt es auch, sie ohne diese, gut gebunden, mit gewiegter Petersilie auf den Tisch zu geben. Fleischklößchen. Allerlei Bratenreste wiegt man fein, vermischt sie mit einem Drittel ihres Gewichts sri schem, gehacktem Fleisch, einigen Eiern, etwas saurer Sahne, Gewürz und eingeweichter Semmel, formt ovale Klößchen davon, dreht sie in Reibbrot unv brät sie braun. Man läßt sie kalt: werden, schneidet sie mitten durch, richtet sie sternförmig an und übergießt sie mit folgender Sauce. Zwei Eier kocht man hart, reibt das Eigelb durch ein Sieb verrührt es mit etwas Essig,, gibt zwer geriebene gekochteKar toffeln, zwei rohe Eigelb, vier Löffel Oel zwei Löffel saure Sahne, einen Löffel Mostrich, zwei Löffel ' Johannisbeersaft, etwas Salz, eine geriebene Schalotte, Pfeffer und noch zwei Lös fel Essig dazu,, so daß eine gut gebundene Sauce, entsteht, unter die man zuletzt eine Messerspitze mit etwas in kochendem Wasser aufgelöstem Fleischextract' und das gehackte Eiweiß der hart gekochten Eier mischt. Fricassirte Kalbsbrieschen (-Milch). Das zu Stücken geschnittene Bries dünstet man mit Butter, feinen Schalotten und Limonensaft, legt es heraus, staubt Mehl in das Fett, läßt es anlaufen, vergießt es mit Suppe und fricassirt die Sauce mit Dottern und Citronensaft. Kalte Ente. Eine schöne, fette
'Ente wird wie zum Braten Hergerich tet, dann legt man sie auf das Küchen brett, macht mit einem fcharfen Messer der Länge nach über den Rücken, dicht an beiden Seiten des Rückgratknochensher, einen Schnitt, trennt daS Fleisch bis zur Brust rein vom Knochengerippe ab, wobei die Haut nicht verletzt werden darf, und nimmt daK Gerippe sammt dem. Eingeweide .heraus. Nun füllt man die gereinigte Ente mit folgender Einlage: Etwas, gehacktes Kalbfleisch ein Stückchen Mark, iz Unze zerrührte Butter, Muskat, iz Unze abgeschältes, in kaltem Wasser eingeweichtes und stark ausgedrücktes Weißbrot, zwei bis drei Eier, das Weiße zw Schaum geschlagen, sowie die Lröermrö das Herz der Ente, näht sie zu unv kocht sie m SalzWasser in einer Serviette, bis sie gar ist. Die Schüssel garnirt man zuletzt mit rothem und weißem Fleischgelee und gibt eine pikante Sauce dazu. Roher HaMmelschin ken. Ein schöner Hammelschlegel wird acht Tage in Pökel gelegt und täglich gewendet Darauf' wird er mit Holz säure (nicht Holzejsig) bestrichen und an einem luftigen- Ort zum Räuchern aufgehängt. DaS Bestreichen wiederholt, man jeden zweiten Tag, im Gan zen viermal. Auch kann man ihn noch für. eine oder, zwei Nächte bei einem Fleischer in derr Aauch hängen lassen. Der- Schinken ist äußerst zart und wohlschmeckende R-i s w?ü,rrstch en. Ein halbe? Pfund Reis wird gebrüht, dann mit siedender, Milch, etwas Butter und Salz; zu einem dicken Brei gekocht; dann- läßt man diesen kalt werden, macht: kleine: Würstchen daraus, dreht sie in verrührtem Ei und geriebener Semmeln herum und backt sie in halb Butter., halb-Schmalz in einer flachen Pfannec. Will' man sie als süße Speife habenfa, mutz man sie in Zimmet und Zucker, ganz einwickeln und eine Obst oder. Banillesauce dazugeben. (SAifMUttx Pfannkuchen. Man- macht einen gewöhnlichen Eierkuchen mt& bäckt denselben nur auf tu ner. Seite,, beftreicht die ungebackene ttitar müc Fleischfarce, rollt ihn aus' unw schneidet ihn, nachdem er erkaltet,, in- schräge Stücke. Dieselben backt man- aW5!N in vollem Fett. D? Farce? macht man aus einem Pfuntz Fleisch,, fctt Schweiz-, halb Ochsey. -heisch,, bÄdes fein gegackt, zwei Eicryz-. etwaWißbrot, Pfsffer und 3kM? nach Wdschmack. ALie TL ritchen. Ein halhe.5; Pfund Butter wirv zu Schaum,' ge. rührte dann ein Wrtel Pfund gevo-, ßenur Zucker und p viel Zimm bsS der Teig hellbraus ist. dazu zet.han. Etttet stetem RüZren fügt man.em EiWrd, so viel MeÄ hinzu, bis dsTeig fch ausrollen M. etwa fgerdick. Zdm werden einem Glc' runde. Matze ausgefÄchen und um dieselben eine Teigrold gelegt, fest angedrückt und so viel Wlum gelassenje nachdem man Obst cuflegen will. Be Törtchen, werden in nicht zu heißen. Ofen ge, backen, wem it ausgebackn sind, her-, ausgenomuen, das OKft darauf ge-, than un5 mit steifem Eietschneez ver, Ziert. Kartoffel- Torte. Em Pfu?rd gekochte und geriebene artoffehl, ein Pfund Zucker, neu Eier. Suft und Schale von drei Citronen. Zucker und Eidotter werden eine Halbq Stunde gerLHrt, das Uebrige hinzuge. than. nebst steif geschlagenem Schnev der Eier und eine Stunde lang fi? backen.
