Indiana Tribüne, Volume 20, Number 73, Indianapolis, Marion County, 29 November 1896 — Page 2

Mir Keinen ItHter. Von Catulle Mvndes. Durch einen Blick machte sie alle mef ne Hoffnungen zu nichte, dann sagte sie mit kurzem Lachen: Nein, einen Dichter zu lieben, ne solche Dummheit dürfen Sie mir nicht zutrauen. Ich werde sie nie, niemals begehen." Aber durch welches Verbrechen,lies ich, haben denn die Dichter ihr Glück bei den Frauen verscherzt? Verstehen sie denn nicht ebenso zu lieben wie die anderen Männer und haben sie nicht den Vorzug, in begeisterten fiic dern die Schönheit dn Geliebten singen zu können?" Das ist es ja gerate; diese poetischen Metaphern, die sind es gerade, die ich nicht leiden kann. Nein, nein, gerade die schrecken mich ab; denn ich möchte nicht, daß tS mir am Ende ööenso erginge wie meiner Freundin Rose Lautier!" Und wie istxS Ihrer Freundin Rose Laurier ergangen?" fragte ich. Die Grausame lber erzählte: Als iich eines Tages meine schone Freundin -vor ihrem Spiegel zum Balle ankleidete, da barst plötzlich, als gerade das Kammermädchen hinausging, eine kleine chinesische Vase und klirrend fielen die Scherben zuBo ten; dort aber, wo die Vase gestanden, dort stand jetzt, o Wunder, ein kleines, löbliches, rosiges Wesen, nicht größer wie ein Bienchen. ein Wesen, das man unschwer als eine Fee erkennen konnte. Und es war natürlich auch eine. Ro se", sagte sie mit einem lieblichen Stimmchen, das fast wie Mückengesumme oder Grillenzirpen klang. Rose, wie manch eine Fee in den Kelchen der dustenden Blumen ihr seliges Leben dahinbringt, so bringe auch ich das meine in den Kelchen der Blumen dahin, aber der Blumen aus weichem Plüsch, aus duftender Seide. Oder ich lebe unter den Nippes, den kleinen Figürchn, die ich so liebe. Hier in Deiitem Boudoir ist's mir am liebsten und ich habe Dich oftmals belauscht; ich habe Dich belauscht, wenn Du allein warst, ich habe Dich belauscht, wenn Dein Geliebter bei Dir war, und ich bin von Dir entzückt. So entzückt, daß ich beschlossen habe, Dir etwas zu schenken. Wünsche Dir. Ein Wunsch ist Dir gewährt, mein Wort als Fee darauf!" Was kann eine noch so schöne Frau sich anders wünschen, als noch schöner zu sein? Und Rose Laurier die leider in einen Dichter verliebt war, dachte an all die glühenden Liebeslieder, in denen er ihre Schönheit gesungen hatte. Und als sie an all dieseLieder dachte, da wünsch te sie wirklich so schön zu sein, wie er sie besungen. Gut," sagte die Fee und lachte laut auf und 'kicherte und kicherte. Zieh Dich fertig an. Sobald Du in den Vallsaal trittst, wird Dein Wunsch erfüllt sein. Und damit verschwand

sie. Wie durch Zauberkraft aber thaten ' idj Die Scherben der Bast wieder zuammen.und, als wäre nichts gescheen, stand diese wieder da aus dem Kamin. Rose beeilte sich, mit ihrer Toilette fertig zu werden. Sie konnte es kaum erwarten, in ihrer neuen strahlenden Schönbeit in den Ballsaal zu treten, in welchem sie der Bewunderung Aller sicherer war denn je. Klopfenden. Herzens begab sie sich aus den Ball. Klopfenden Herzens trat sie in den hell erleuchteten Saal, aber o Schreck, wie entsetzt floh man vor ihr, mit den Fingern zeigte man auf sie und mau Azehrte sie ab, wo sie hintrat. Was war geschehen? Um Gotteswillen, was war geschehen? Und voU Angst stürzte sie zu einem Spiegel. Das Herz eines Tigers wäre von dem Schmerzens schrei, den sie ausstieß, weich geworden !Ja, sie war wirklich so geworden, wie ihr Geliebter, wie der Dichter sie besungen hatte. Ihr Haar war kein Haar mehr, sondern Spinnenweben in der Sonne Glanz; ihre Augen waren keine Augen mehr, sondern leuchtende Sterne". Ihr . Hals war ein wirklicher Schwanenhals und ihre Lippen waren Korallen. Engelsflllgel waren ihr gewachsen und ihr Busen war auö Schnee und Ala baster! . . . Arme Freundin. Sie floh entsetzt cus dem Saal. Zu Huuse gab ihr die Fee zwar die frühere Schönheit wieder; aber Sie Tverden begreifen, weshalb ich mich hüte, einen Dichter zu lieben." So sagte sie mir. Trotzdem sie aber von einer Fee gesprechen, glaubte ich ihr doch nicht, daß das der Grund sei, weshalb sie mich nicht lieben wolle. Nein, ich wußte ganz gut, daß sie mich rmr deshalb abwies, weil sie Sonntag aus rier Plaza de Toros einenTorero gesehen hatte, durch dessen Blitzesaugen ihr kleines Herz in Flammen gesetzt worden ivar. O, wie ich sie hasse diese Toreros. Wechsel. Oberst: Erzählen Sie mit kurzen Worten Ihre Affaire mit dem Reserve Lieutenant Bankier S., Herr Lieutenant!" Lieutenant: Hatten kegen Givla Wechsel scharfen Wort - Wechsel natürlich Folge davon ein Kugel - Wechsel." Oberst: .Und eine weitere Folge davon mein Herr Lieutenant unter Anderen Garnison-Wechsel!'' Offenherzig. A.: Ich höre, lieber Freund, Du bist seit einem halben Jahre verheirathet! Wie aefällt'S Dir in der Ehe?" B.: O, nicht schlecht!" A.: .Auf waS bist Du denn bei Deine? Verheirathig gegangen? Auf Vkld oder auf Schönleii? B.: .Auf 2txm

Warum ich rcstgnirte. Von W. v. Schrbrand. Seit meiner frühesten Jugend war ich für die Partei thätig gewesen. Schon damals als ich noch Kniehosen trug und mein Vater mir dieselben manchmal straff spannte, war ich von einer wahrhaft rabiaten Loyalität gegen meine Partei beseelt, und oft gab es lebhafte Auftritte, wenn ich.währcnd der Campagnezeit spät nach Hause kam, weil ich durchaus die Parade hatte mitmachen müssen. Meine Kleider waren dann beschmutzt, mein Gesicht schwarz von Ruß und Rauch, und mciitt Stiefel bis oben mit Koth bespritzt. Aber für alles dies und für die Hiebe, die ich von meinem unenthusiastischen Erzeuger obendrein erhielt, tröstete mich das Bewußtsein, etwas großes für die Partei gethan zu haden, und wenn dann am Wahlabend die Berichte einliefen und einen aber maligen Sieg der Partei verkündeten, da war ich im siebenten Himmel, und stolz sagte ich zu mir: Dabei hast Du auch geholfen!" Jetzt war ich nun schon eine ganze Zeitlang Bürger der Ver. Staaten, toai verheirathet, hatte selbst schon einen Jungen, der ganz ähnlich in sei nem Jung-Amerika-Gefühl war, wie ich es einst gewesen. Ich hatte auch ein Geschäft, das recht gut ging. Aber das Liebste von Allem war mir doch die Politik geblieben. Ich war bei je der Wahl amtlich thätig als Clerk oder Richter. Ich hatte schon einen Termin als Stadtvater hinter mir, und war bei verschiedenen Gelegenheiten einer der Candidaten für wichtige Locallimter gewesen, ohne indeß die erfor derliche Anzahl von Stimmen erhalten zu haben. Indeß trugen alle diese Dinge, die mir viel Zeit und, ich gestehe es, auch viel Geld gekostet hatten, dazu bei, um mich zu einen prominentenCitizen" und zu einen prac tical politician" zu machen. Bei öffentlichen Versammlungen wurde mein Name jederzeit mit Achtung genannt und gehört. Wieder war, eine Präsidentenwahl gewesen. Der Kampf war erbittert und langwierig gewesen, und ich hatte mich ganz besonders angestrengt. AI lein 37 öffentliche Reden hatte ich zu Gunsten des Tickets und in begeistertem Lobe unserer Candidaten gehalten. Um so schöner, herrlicher deuchte mir jetzt der Sieg. Vov Freude hatte ich mein Geschäft eine Woche lang ganz vernachlässigt und nur dem Jubel gelebt. Ich weiß nicht, wie viel Drinks" ich in jener Woche zu Ehren der erfolgreichen Candidaten in meiner Stamm kneipe hinter die Binde gegossen hatte, weiß aber, daß der dicke John" mir hinterher eine ganz grimmige Rechnung präsentirte. Es war auch während jener Woche, daß ich zuerst den Gedanken faßte, mich um ein Bundesamt in Washington zu bewerben. Meine Freunde und Bewunderer ermuthigten mich. Zuerst hatte ich eigentlich nur ein kleineres Aemtchen, ich glaube im Postamt war's in meiner Vaterstadt haben wollen. Aber meine Freunde behaupteten, daß würde kein Aequivalent für meine thuvm hohen Verdienste sein, und so ließ ich mich überreden, daß ein höheres Amt ln Washington, etwa im Departement des Inneren oder im Schatzamt, et was zu mindestens $3000 oder $4000 Jahresgehalt, mehr meinen Fähigkei ten und Ansprüchen gemäß sein würde. Gott, der Mensch läßt sich ja so leicht überreden, wenn es gilt, sein eigenes Verdienst anzuerkennen. Nachdem ich einmal diesen Entschluß gefaßt, beeilte ich mich auch, ihn auszuführen. Man muß - das Eisen schmieden so lauge es heiß ist. Ich fertigte also meine Application aus. Jedermann unterzeichnete sie, und das Congreßmitglied meines DistrictS, .Bill" Mascot, versicherte mich, daß er Alles thun werde. waS in seinen Kräften siehe und daß er keinen Moment bezweifle, daß ich erfolgreich sein werde. Er klopfte mir sehr freundschaftlich auf die Schulter.. lächelte mich und den Varkeepev an und sagte, meine Verdienste um die Partei und um die neue Administration erforderten zum mindesten die von mir gehoffte Anerkennung. Ich schwamm drei Monate in Wonne, und auf alle Einreden meiner etwas nüchtern urtheilenden Frau hatte ich nur immer die eine Antwott: You'll see!" Aber nach Ablauf dieser drei Monate standen die Dinge noch accurat so wie zu Anfang kein Haar besser. Da kam Bill" Mascot aus Washington zu den Feiertagen zu mir, und der rieth mir, einfach nach Washington überzusiedeln. Dort säße ich, wie der Knabe, an der Quelle, und es könnte nicht fehlen, etc. etc. Einen Brief vom Präsidenten,, worin mir für meine Dienste während derCampagne dankte und sich sehr schmeichelhaft über mich ausdrückte, hatte ich schon einige Wochen vorher empfangen. Ich ließ mich also ohne besondere Mühe bereden, und brachte Alles in Ordnung, um nach Washington zu ziehen. Mein Geschäft verkaufte ich. Es war. so wie so die letzten Monate recht schlecht gegangen. Meine Familie ließ ich vorläusig noch zurück; ich selbst aber fuhr mit Bill" Mascot nach Washington und stieg in Lloyd's Hotel ab, welches mir mein Reisebegleiter empfohlen hatte, weil es Morgens der SammelPunkt der einflußreichsten Politiker sei. In Washington gesiel eö mir sehr gut. Jedermann war freundlich zu mir und interessirte sich für meine erwartete Anstellung. Namentlich war dies der Fall beim Lunch, wo ich gewohnlich die Zeche bezahlte ich konnte doch nichts weniger thun für so

gute Freunde und begeisterte Fürspre eher denn das waren sie alle, wie sie sagten. Ueberall wohin ich kam, sowohl im Weißen Haus, wo ich von Bill" Mascot dem Präsidenten persönlich vorgestellt wurde, wie auch im Staats-, im Schatz- und im InnerenDepartement, wurde ich lächelnd und zuvorkommend aufgenommen. Jedermann schien von meinen Verdiensten um die Partei völlig durchdrungen zu sein. Endlich, nachdem so zwei weitere Monate auf recht angenehme, nur etwas kostspielige Weise, verflossen waren, stürzte Bill" Mascot eines Tages, als ich mit einem Kreise meiner neuen Bekannten gerade beim Lunch saß, rothglühend auf mich zu und sagte, indem er sich den Schweiß von der Nase trocknete: Hurrah, alter Bursche, hurrah! Hier ist Deine Anstellung!" Und damit schwenkte er. als ob es eine Depesche direct vom Kriegsschauplatz wäre, ein großes, gefaltetes Papier über seinem Haupte. Was ist's Bill?" frug ich, indem ich meine Bewegung, die mir die Kehle zuschnürte, zu meistern suchte. Consul in Whyoway", schrie Bill, und Alles stand auf, stürzte auf mich los, schüttelte mir die Hand, bis sie mich schmerzte, und gratulirte mir in den überschwänglichsten Ausdrücken. Natürlich ließ ich einige Flaschen Piper Heidsieck sofort auf Eis stellen, um die sen endlichen Triumph meiner Beharrlichkeit zu feiern. Die Anderen feierten mit, den ganzen Nachmittag. Während einer momentanen Windstille in der animirten Unterhaltung frug ich Bill" Mascot: Wo ist eigentlich Whyoway?" Bill" wäre beinahe böse geworden. Um Gotteswillen", flüsterte er, verrathe doch nicht Deine Unwissenheit so Jedermann weiß wo Whyoway ist." Und damit schenkte er sich ein neues Glas ein und zündete eine meiner besten Havanas an. Was ist denn das Salär?" frug ich noch. Weiß ich nicht, ist auch Nebensache wirst Du schon rechtzeitig erfahren. Jedenfalls muß ich Dir sagen es hat mich diel Mühe und Anstrengung gekostet, um Dir diesen Posten zu erobern, -wieviel das wirst Du nie ermessen können." Ich war vor Rührung den Thränen nahe, konnte mich aber doch entschließen, noch zu fragen, warum mir der Präsident nicht den Posten gegeben habe, um den ich mich beworben. Weiß ich nicht", sagte wieder Bill" Mascot, aber das weiß ich, daß die Administration sammt und sonders glaubt. Niemand würde so gut auf dieses Consulat in Whyoway passen wie gerade Du." Ich fühlte mich geschmeichelt. Noch mehr fühlte ich mich geschmeichelt, als ich meine Ernennung in den Abendblättern las. Aus den daran gefügten biographischen Notizen, ersah ich, daß ich ein viel bedeutender, klügerer und gelehrter Mann war, als ich bis dahin geglaubt hatte. Nur komisch, daß ich von Niemand erfahren konnte, wo eigentlich Whyoway liegt. Ich brachte die halbe Nacht damit zu, meinen Atlas und meine Spezialkarten zu studiren und den Gazzetter of the World" aufmerksam durchzublättern. Aber nichts Verrieth mir, wo das Feld meiner zukünftigen ehrenvollen Thätigkeit gelegen sei. 3?n den Bureaus wo ich vorsprach, ging mir's nicht besser. Als ich dem Präsidenten persönlich dankte für meine Ernennung, lächelte er, aber als ich ihn frug, wo Whyoway liege, da bildete sich sofort eine Falte auf feiner Stirn, und er antwortete beinahe zornig: Ich sollte denken. Herr Sturzberger, daß Sie dies selbst wissen müßten". Damit entließ er mich. Endlich traf ich einen alten Seecapitän im Marinedepartement, der mir mittheilte, Whyoway liege an der Westküste von Afrika, und man wisse eigentlich nicht, ob es den Portugiesen, den Franzosen oder den einheimischen Negerfürsten gehöre, weil fortwährender Kampf um den Besitz jenes Landstückes herrsche. Mit dieser Information betrat ich das Staatsdepartement am nächsten Morgen. Sie wurde mir dort von dem Chefclerk, Herrn Bighead, bestätigt. Dieser fügte noch einige Einzelheiten hinzu auf Befragen. Das Consulat in Whyoway sei kein salarirtes, sondern der Inhaber sei auf Sporteln und Gebühren angewiesen. Diese bezifferten sich, wenn das Geschäft gut gehe und gerade kein Krieg herrsche, auf 540 550 das Jahr, ein Betrag, mit dem der Consul, wenn er die einfachen Sitten der Eingeborenen annehme, sehr gut auskommen könne. Das Klima sei vorzüglich nur hie und da etwas Sumpffieber und dabei so warm, daß man niemals Pelzsachen oder Ueberzieher anzuschaffen brauche. Ich sank auf einen Stuhl, der glücklicherweise in meiner Nähe stand. Nach ungefähr 10 Minuten kam ich wieder zu mir. Ich resignire", murmelte ich. Gut", war Alles, was Herr Bighead mir darauf erwiderte. Am nächsten Tage kehrte ich mit einem Schnellzug nach meiner Heimath zurück. Meine Frau sagte nur: Von see!" Meine Mitbürger lächelten, wenn sie mich in der Straße trafen. Ich habe es durch großen Fleiß und eiserne Sparsamkeit so weit gebracht, daß mein Geschäft wieder so gut geht wie vor meiner Ernennung zum Consul von Whyoway. Ich habe nie mehr seitdem etwas mit der Politik zu thun gehabt. Mir

tft eö jetzt verhältnißmäßig gleichgül tig, welche Partei am Wahltag ge-winnt.

Eine Wckodic Von M. Tiebig. Sehr verehrter Freund! Sie haben in der , letzten Nummer Ihrer Musikzeitung so überaus günstig über mein Opus und mich berichtet, daß ich mich Ihnen zu herzlichem Dank verpflichtet fühle. Ich freue mich über den Beifall von Kritik und Publikum; sie alle heben einstimmig die Schönheit des leitenden Motivs im letzten Satz meiner Symphonie hervor Diese einfache, ergreifende Sehnsuchtsmelodie!" Ich habe sie nur entlehnt. Der Lorbeer gebührt nicht mir, er gebührt einer Todten. Lesen Sie die folgenden Zeilen!" Möblirtes Zimmer mit Cabinet" stand auf dem angegrauten Pappzettel über der Hausthür, die sich leise schaukelnd im Zugwind hin und her bewegte. Zu erfragen: Vorderhaus, drei Treppen links, bei Zöllner." Mehrere Tage war Gustav Heinrich Hartmann schon umhergeirrt nach Wohnungen. Er war fremd in BerIm; was ihm gefiel, war zu theuer, und wo es sein Portemonnaie gestattet hätte, lugte die Sonne kaum in den schmutzigen Hof, und ein Rudel l'ärmender Kinder trieb dort sein Wesen. Die eleganteren Straßen wurden langst nicht mehr in Betracht gezogen, aber anständig war's ja hier auch also en avant! Er stieg die drei gewundenen Treppen hinan ah! Freifrau von Zöllner" stand über der Klingel. Es dauerte eine ganze Weile, bis geöffnet wurde. Erst zeigte sich ein Auge an dem runden Guckloch und musterte den Draußenstehenden endlich ging die Thür auf. Sie wünschen?" Guten Tag! Hier sind Zimmer zu vermiethen. nicht wahr? Ich möchte sie gern ansehen." O bitte!" Ueber das Antlitz der hageren, altlichen Dame mit dem abgesetzten Roth auf den Backenknochen und dem sorgfältig auftoupirten spärlichen Haar unter der bebänderten Morgenhaube glitt ein plötzliches Lächeln. Aber es verschwand gleich wieder unter der angenommenen Miene vornehmer Gleichgiltigkeit. Bitte, treten Sie näher!" Sie eilte vor ihm her durch den stockdunklen Flur, er tappte hinterdrein nun stieß sie eine Thür auf und machte eine einladende Handbewegung: Hier ist das Zimmer und hier das Cabinet bitte!" Eine dumpfe Luft schlug den Eintretenden entgegen, es war offenbar lange nicht gelüftet worden. Die Fenfter waren mit Roulea,ux. verhängt, und Über dem Sofa und' den zwei Polsterfesseln lagen weiße gehäkelte Schutzdecken. Sie entschuldigen!" Die Frau eilte auf das erste Fenster zu und zog das Rouleau in die-H'öhe: Wir halten immer sorgfältig geschlossen, das Licht zieht die Möbel so aus aber, sehen Sie nur. diese Aussicht! Die finden Sie in ganz Berlin nicht mehr!" Sie stieß das Fenster auf, ein Strom freierer Luft wehte herein er blickte über einen schmalen Hof, rechts und links hohe Giebelwände,aber dann kam ein Gewirr von Bäumen und Büschen; es sah aus wie ein verwilderter Park, ein wüster unordentlicher Garten, graue Steinklumpen schienen darin umherzuliegen und halb aufgehöhte Grabhügel. Er konnte es nicht deutlich erkennen. Die Dame drängte ihren bcbänderten Kopf neben den seinen. Sehen Sie." wies sie stolz, wie wundervoll! Das ist der alte Begräbnißplatz der Gemeinde, aber begraben wird schon seit Ewigkeiten Niemand mehr frier. Bor ein paar Jahren floß hinterm Hof noch die Panke wir mußten auf einem Brett übersteigen aber die ist jetzt zugeschüttet, wir haben die beste Luft. Jetzt ist es ja noch Winter, aber in ein paar Monaten sollten Sie sehen! Da blüht der Flieder unten im Garten in Bündeln. Das ist ein Duft, und einmal hörten wir auch eine Nachtigall. Meine Tochter sitzt viel unten. Sie können auch da sitzen es ist wirklich wundervoll!" So," sagte der junge Mann und zog den Kopf zurück. Still würde es hier sein, sehr still, gut zum Arbeiten er sah sich im Zimmer um. Alles mit einer gewissen schäbigen Eleganz; der Pfeilerspiegel im breiten Goldrahmen, die kleinen Porcellanfigürchen auf Sims und Console, der große Chinesenschirm in der einen Ecke mit den darunter an die Wand drapirten Fächern und künstlichen Blumen. Nebenan das Cabinet, durch ewen grünen Vorhang abgeschlossen. i Platz war noch, sein Clavier würde gut stehen können. Er fragte nach dem Preis; der war mäßig, ganz für ihn passend, und doch und doch er konnte sich nicht entschließen. Die Dame hatte so wenig Angenehmes für ihn. Es, lag gar nicht in unserer Absichtzu vermiethen," bemerkte sie so nebenbei, den Kopf höher aufreckend, aber seit mein Mann, der Freiherr, todt und mein Sohn in's Ausland gereist ist, ist uns die Wohnung wirklich zu groß, wir verlieren uns in den aus gedehnten Räumen. Wir geben dies Zimmer nur zu so billigem Preis ab, um nicht ganz allein zu sein. Sie sinden kein besseres unter diesen Bedingungen nicht wahr, sehr hübsch? Der Morgenkaffee ist mit eingerechnet eine große Tasse und zwei Brötchen mit Butter und alles comme !I kaut, nicht wahr?"

Er niesle stumm. Es war ihm Peinlich, fortzugehen, und doch verlegen drehte er sich hin und her. Da ein Schließen des Entrees, ein müder, gleichgiltiger Schritt im dunklen Flur Frau von Zöllner riß die Thür auf: Helene, bist Du's?" Ja." Ein Mädchen stand auf der Schwelle, eine überschmächtige Figur. Hinter ihr war das Dunkel, vom Fenster fiel ihr das Licht grell in's Gesicht noch nicht alt und doch keine Jugend mehr, die Wangen schmal, die schön geformten Lippen blaß. Es durchzuckte den jungen Mann fast schmerzlich das war eine Blume, an der ein Wurm nagte, eine KirchHofsblume; unwillkürlich sah er sie unten sitzen zwischen den Fliederbüschen, auf dem eingesunkenen GrabHügel, und dem Gesang der einzigen Nachtigall- lauschen. Sie neigte den bleichen Kopf zum Gruß, ihre melancholischen Augen sahen ihn einen Augenblick an. Sie hatte eine Notenrolle in der Hand und noch eine Musikmappe am Arm. Meine Tochter Helene." sagte die Freifrau, vorstellend. Sie ist sehr musikalisch, spielt und singt viel zu ihrem Vergnügen." , Wird es Sie stören?" Das Mädchen, hob ängstlich bittend den Blick. Ich gebe Clavier- und Gesangstun.den, aber die meisten außer dem Hause und" Helene!" Der Ton der Mutter hatte etwas ungemein Scharfes. Ueber das Gesicht der Tochter flog eine jähe Nöthe. O bitte, bitte, im Gegentheil." beeilte sich der junge Mann zu versichern er Wichte selbst nicht, warum er so log es stört mich durchaus nicht. Wenn ich Sie nur nicht störe, ich bin vom Fach. Mein Name ist Gustav Heinrich Hartmann, Musiker!" 5 Und so hörte er sie manchmal in der Dämmerung spielen. Den ganzen übrigen Tag rannte sie draußen herum in Regen und Naßkälte und gab schlecht bezahlte Stunden an Begabte und Unbegabte, an Liebenswürdige und Unliebenswürdige. Er traf sie oft, wenn er zum Mittagstisch ging wie abgespannt und matt kehrte sie heim. Am liebsten hörte er sie singen. Hann saß er still, den' Kopf in die Hand gestützt, und lauschte. Sie sang meist, wenn die Mutter nicht zu Hause war, es fiel ihm auf, und dann so oft und oft dasselbe Lied. Wie eine wehmüthige Klage schien es durch dieThür der Berliner Stube zu ihm hereinzudringen. Die Berliner Stube war der einzige Wohn- und Schlafraum, den Mutter und Tochter besaßen halbdunkel.vollgepfropft mit möglichen und unmöglichen Sachen; da stand auch ihr Clavier. ' Er sah sie im Geiste eben, da er wieder lauschte, am Instrument sitzen, die durchsichtigen Hände auf die Tasten gelegt, die großen Augen weit aufgeschlagen, starr in's Leere gerichtet. An was dachte sie? Drunten auf der Gassen Stand ich, sein zu passen " Er kannte die Heyse'schen Verse, aber die Melodie kannte er nicht' sie schmiegte sich den Worten an wie ein Gewand dem Körper. Doch ich blieb alleine . Bei der Blitze Scheine " Gott, wie das Mädchen sang! Wieviel Vorwurf, wieviel Schmerz lag in den verschleierten, gleichsam tastenden Lauten! Nacht gewichen" frierend heimgeschlichen" er verstand nur immer die letzten Worte. Stille" Locken Fülle" Aber jetzt, horch! ' War das dieselbe halbgebrochene Stimme? Wie ein Verzweiflungsschrei, wie das gewaltige Aufschluchzen bittersten Jammers gellte es durch die Stille: Daß ein Sturm erginge. Sich darin verfinge Mich zum Himmel trüge Weit hinweg Aus dieser Welt der Lüge!" O, diese Sehnsucht! Gustav Heinrich Hartmann neigte den Kopf tiefer; er fühlte, wie es ihn überlief. Nebenan war es ganz still geworden, kein Accord mehr, kein Rücken des Stuhles doch nun ein Wimmern, ein unterdrücktes Stöhnen! Sie weinte. Daß sie Kummer hatte, wußte er längst. Hinter dem großartigen Gethue der Freifrau von Zöllner steckte blutwenig, das hatte er bald erfahren. Sie hielt keinen Dienstboten, nur ein halbwüchsiges fpillriges Ding von Mädel kam des Morgens für eine Stunde: das übrige schaffte sie selbst. Wenn sie auch mit alten Glacehandschuhen in der Küche wirthschaftete, man sah ihren Fingern die Arbeit .doch an. Der verstorbene Zollner, von dessen Freiherrnkrone und Ahnengallerie die Wittwe gern sprach, war nichts mehr und nichts wenig? als ein bankerotter Gutsbesitzer, und der in'ö Ausland gereifte Herr Sohn ?! Drunten auf der Gassen Stand ich, sein zu passen Hatten diese blassen Lippen nie geglüht, hatten sie nicht auch einmal sehnsüchtig dem Kuß der Liebe entgegengelechzt? Warum denn sie nicht, wie so viele andere! Ein paar Tage später begegnete er Helene auf der Treppe. Sie sah noch blasser als sonst aus, merkwürdig verwelkt. Er redete sie an, er konnte eö nicht lassen zu fragen: Von wem war daö Lied, Fraulein, daö Sie letzthin san. aen? Ich glaube, Donnerstaa war's.

am Abend ja, ja rlchlig! Donnerstag!" Sie erschrak und' wurde noch blcicher. Sie waren zu Hause?" stammelte sie. Ich ich dachte dachte, ich wäre ganz allein!" Ja. ich war zu Hause." Er ergriff ihre Rechte und schüttelte sie herzhaft. Ich danke Ihnen! Es ist eine wunderbare Melodie. Vom wem ist sie?" Von mir," sagte sie leise, und er fühlte, wie ihre Hand in der seinen zitterte. Dann sah sie ihn wie verloren an, zog ihre kalten Finger ohne Druck zurück und schritt mit langsamem Nicken an ihm vorüber die Treppe hinauf. Er mußte den ganzen Tag an den verlorenen Blick ihrer Augen denken, ihr Ton in dem Von mir" lag ihm immerfort in den Ohren; er wurde beides nicht los. auch den nächsten Tag nicht und den übernächsten. In der dritten Nacht schlief er unruhig. Aechzend lag er in seinem Bette hinter dem grünen Vorhang.wälzte sich nach rechts und links und schlug mit den Armen um sich der Alb drückte ihn da ging langsam die Thür seines Zimmers auf. er fühlte den eisigen Zug über sein Kissen hinwehen der Vorhang rollte zur Seite sie stand da mit bloßen Füßen im langen Nachthemd, bleich wie weißes Wachs! Nur ihre Lippen waren roth wie Blut und sehnsüchtig geöffnet Drunten auf der Gassen Stand ich. sein zu passen Doch ich blieb alleine. " O! o! Hatte das Jemand gesagt?! Nein, nein. Niemand! Sie stand stumm und rang, die Hände aber ganz unten von dem alten Kirchhof kam's wie eine Melodie herauf, eine Nachtigall sang .dazwischen, es klimperte über Tasten. Er richtete sich halb auf, er mühte sich zu sprechen und konnte doch nicht. Langsam langsam glitt sie näher. Er sah deutlich das tiefe Brennen ihrer Pupille und den dürstenden Ausdruck ihrer Züge jetzt jetzt faßte sie ihr langes Haar und ließ die Strähnen durch die dünnen Finger gleiten, ein herzzerreißendes Lächln verzog ihren Mund Daß ein Sturm erginge, Sich darin verfinge Mich zum Himmel trüge ... Weit hinweg Aus dieser Welt der Lüge! " Sie streckte die Arme hoch empor. Ein markerschütternder Schrei ließ ihn erwachen. Fahl grau schimmerte das Morgenlicht durch dieFenster, verstört taumelte er auf. Nebenan im Berliner Zimmer lautes Schluchzen Helene, meine Helene!" Was ist. was gibt's?! Er fuhr in die Kleider, wie ein Trunkener stolperte er hinüber, klopfte an keine Antwort. Er trat ein. Auf dem Tisch ein flackerndes Licht Frau von Zöllner aus den Knieen vor dem Schlaffosa der Tochter, und diese selbst im weißen Nachthemd darauf ausgestreckt lang, schlank und todt, ein Lächeln um den Mund. Verehrter Freund, meine Geschichte ist zu Ende, und doch war es keine Geschichte nur eine Melodie. Kasernenhofblüthcn.

Unterofficier: Krause, machen Sie nicht solch ein überschlaues Gesicht, Sie erfinden die Caricatur des Kreises ja doch nicht mehr!" - Unterofficier: Einjähriger, Sie sind also Schriftsteller, ick hoffe, Sie werden der deutschen Literatur hier keene Schande machen!" Unterofficier (zu einem angehenden Diplomaten): Einjähriger, was sind das wieder für jammervolle Klimmzüge und Sie wollen die höchsten Staatsstellen erklimmen?" Unterofficier (beim Recrutendrillen): Kerls, mir hat mal geträumt, ich würde Rhinoceros - Wärter werden, da sag' mir noch einer, daß Träume nicht in Erfüllung gehen!" Unterofficier: Mensch, nennen Sie das Laufschritt? Sie kriechen ja wie eine Schnecke, die ihr Haus mit Hypotheken belastet hat." Feldwebel: . . . Wenn ich Achtung" commandire, so darf mit keiner Wimper gezuckt werden selbst wenn Euch die Kraniche des Pfiffikus" um die Nase flattern würden!" Enfant terrible. Tante: Du bringst mir am Tage meiner Abreise auch einen Strauß als Morgengruß! Dein Papa hat mir schon ein geradezu wundervolles Bouquet gewidmet!" Der kleine Karl: Ja, Tante. Papa freut sich am meisten auf Deine Abreise!" Rücksichtslos. Baronin: Also, Herr Doctor, Sie wüßten eine Amme für meine Kleine?" Doctor: .Ja wohl, gnädige Frau, eine recht gesunde Bäuerin." Baronin: Fi doiic! Eine Bäuerin! Es ist doch unerhört, daß man nicht einmal Ammen aus den besseren Ständen für sie bekommen kann!" ModerneVerhältnisse. Brautwerber: Die modernen VerHältnisse entschuldigen es, wenn ich frage, wieviel Mitgift Ihr Fraulein Tochter hat!" Rentier: Die modernen Verhältnisse entschuldigen eö, wenn ich frage, wieviel Schulden Sie haben!" Die Verhältnisse erlauben tu nem oft erst große Sprünge, wenn die Beine steif sind.

Generar und Lieittenant. Von Frhrn. v. Schlicht. Ich möchte heute eine kurze, lehrreiche Geschichte erzählen, die sich einmal zu trug, als auch Krieg gespielt wurde, zwar nicht im Zimmer, sondern in Gottes freier schöner Natur. Die Vorgesetzten haben bekanntlich immer Recht, weil sie Alles besser wissen als ihre Untergebenen. Die nachfolgende Geschichte lehrt nein, was sie lehrt, das sage ich nicht. Es war in einem Manöver irgendwo im schönen deutschen Vaterland. Das Detachement der Nordpartei hatte unter der Führung seines Geneials einen großen Fluß zu überschreiten. Schon von Weitem merkte man dem Herrn General eine gewisse Unruhe an, man konnte ihm das schließlich nicht verdenken, denn der Fluß war breit und tief, und wenn die eiserne Brücke brach, dann konnte ihm die Sache schlecht bekommen, sintemalen er für das Leben seiner Unterthanen verantwortlich war. Der Herr General setzte seinen Gaul endlich in Galopp und ritt voran, um sich persönlich von der Beschaffenheit der Brücke zu überzeugen, und als das Detachement herankam, sah man den Herrn General im eifrigen Gespräch mit dem Brückenwärter. Die Befürchtungen des General erwiesen sich als grundlos, die Brücke hielt And wohlbehalten langte das Detachement auf dem jenseitigen Ufer an. Da ließ der General plötzlich halten und berief die Herren Osficiere zu sich. Meine Herren, ich habe Sie zu mir gebeten, weil ich diese uns sich so leicht nicht wieder bietende Gelegenheit be nutzen möchte, umSie darauf aufmerksam zu machen, wie schwer es ist, die Breite eines Stromes auch nur annähernd richtig zu schätzen. Ueber die Wichtigkeit des richtigen Entfernungsschätzens brauche ich wohl kein Wort zu verlieren. Sie wissen Alle ebenso gut wie ich, daß von dem richtigen Ermitteln der Entfernung die Wahl desVisirs, der Haltepunkt und, hauptsächlich damit zusammenhängend, die Treffresultate abhängen. Ist es schon auf dem Lande sehr schwer und erfordert es dort schon große Uebung. Entfernungen richtig zu ermitteln, so wächst diese Schwierigkeit, wenn wir eine Fläche schätzen sollen, die völlig eben ist, auf der sich dem Auge keine besonderen Merkmal bieten. Darf ich Sie nun bitten, meine Herren, sich die Breite des Stromes anzusehen und mir dannzu sagen, zu welchem Resultat Sie gekommen sind? Herr Oberst, darf ich Sie zuerst fragen, für wie breit Sie den Fluß halten?" Der Herr Oberst klemmte sich das Monocle ein und sagte nach kurzem Besinnen: Fünfhundert Meter, Herr General." Ein väterlich wohlwollendes La cheln umspielte den Mund des Borgesetzten: Ja, ja, Herr Oberst, das ist nicht so leicht, das bedarf großer Uebung. Herr Oberstlieutenant, wie denken Sie?" Der Herr Oberstlieutenant, der sich bei dem Herrn Obersten mächtig .schusterte", meinte, er wäre derselben Ansicht wie der Herr Oberst, und der Oberst nickte seinem Etatsmäßigen zu, als wollte er sagen: Wir Bide haben Recht." Und wie denkt der Herr Major über die Sache?" Ich halte fünfhundert Meter für etwas weit, mehr als dierhundertfüns undsiebenzig sind es nach meiner Meinung kaum." Das klang ' mächtig gelehrt und selbstllberzogen" und der Herr General hatte als einzige Antwort nur ein keineswegs väterlich wohlwollendes Kopfschütteln. Nach dem Herrn Major kamen die Herren Hauptleute, dann die Herren Lieutenants und nun wurde darauf losgerathen: 1000 Meter. 600 Meter, 300 Meter. 1200 Meter." Daö meterte" sich was zurecht. Der Herr General rang auf seinem Gaul die Hände und schüttelte sich vor Entsetzen, wenn eine Entfernung genannt wurde, als, wenn er jede Secunde einen Becher Ricinusöl einnähme. Aber, meine Herren, ich bitte Sie falsch, ga?z falsch aber, meine Herren, machen Sie doch Ihre Augen auf kann denn Niemand mir eine wenigstens annähernd richtige Schätzung angeben?" Da trat ein ganz blutjunger Lieutenant vor und legte die Hand an den Helm. Sie, junger Freund?", sprach der Herr General anscheinend etwas verwundert, da bin ich doch begierig nun, für wie breit halten Sie den Strom?" Und ohne Besinnen sagte der Gefragte: Einhundertsiebenundachtzig Meter dreiundvierzig Eentimeter." Ueberrascht blickte der General auf, dann versank er in tiefes Nachdenken. .Hm, hm," machte er endlich. Ihre Schätzung hat etwas für sich je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Ueberzeugung, daß sie wohl richtig sein könnte. So würde auch ich die Breite des Flusses geschätzt haben. Darf ich Sie fragen, wie Sie die Entfernung ermittelten, welche Art Sie anwandten, um die Breite so ge nau zu bestimmen?" ' Und ohne sich zu besinnen, sagte der junge Osficier, die Hand an den Helm legend: Ich habe auch den Lrückenwärter gefragt. Herr General." Tableau. - - Temperamentvolle Kinder. Nickt wabr. gnädige Frau, seitdem ich ZU tit .?.!s zrus. U Wien ehelr ? r-traui,- - :t S:e Ut !i?b: Gott mit Ui'tii öindcrsn bedacht? r.LT ;r?c: 55::a5en. Nut z - et? ir?i ö.uitt mich mt-n Gehör. I:? tc3: ... . ".':-5: Dutzend!