Indiana Tribüne, Volume 20, Number 59, Indianapolis, Marion County, 15 November 1896 — Page 3
lyj.iT y; q r y tp
TTerOotene Jiurtjt. Erzählung von Henning van Horst. (I. Fortsetzung.) Tief bewegt taax Mari: in den Lehnsessel zurückgesunken, sie bedeckte vas Assicht mit beiden Händen, unter deneu die Thränen hervorströmten; ihre Brust arbeitete heftig in krampfhaftem Schluchzen. In stummer Theilnähme saß mein Freund ihr gegenüber. .Armes Kind," sprach er halblaut vor sich Hrn. Da richtete sie sich mit einem Kuck in blc Höhe, trocknete die Augen und fuhr mit vrbrirender Stimme jori: Was ich in jenen entsetzlichen Tagen, Wochen geirrten, ich kann es Ihnen nicht beschreiben. Mir war. als hätte ich mein besseres Selbst verloren, zls sei ich zum größeren Theil meines eigenen Wesens gestorben. Nach und roch fand ich Trost in der Erinnerung der herrlichen Zeit, die ich mit dem mir so jäh entrissenen Freun'öe durchlebt. Jeden Tag, jede Stunde des Zusammenseins suchte ich mir ins Gedächtniß zurückzurufen. Alle, alle waren so schön, so köstlich gewesen. Nur tint Lücke in unserm Liöbesleben emöfand ich nachträglich herber, als zucor, wie einen brennenden Schmerz: keine Erinnerung an eine zärtliche Umarmung, an einen einzigen feurigen Ruß zu besitzen. Wie war das möglich ??wesen. so fragte ich mich. Und mehr und mehr fing ich an. die von mir mit uusb:etung aller Kräfte geübte Zu rückhaltung zu bereuen. Ich hätt: die Trennung viel eher ertragen mit dem Bewußtsein, nur ein einziges Mal in Iastons Armen geruht zu haben." Eine dunkle Nöthe färbte ihre Wanzen und Schläfen bei diesen Worten, sie senkte den Blick zu Boden und schwieg. Endlich sprach sie weiter: Sie sehen, ich sage, ich bekenne Ihnen alles, mein Freund, Sie sirfd der erste Mensch, gegen den ich mich so äussereche, und ich fühle es. daß diese Beichte lnZr 'Erleichterung bringt. Aber 3 wissen, ein Unglück kommt selten allein. Auch mein lieber Bater war aufs tiefste erschüttert durch Gasions plötzlichen Tod. Er hatte schon seit längerer Zeit an häufigem Unwohlsein gelitten, 'die intensive politische Thätigkeit war unheilvoll und aufreibend für seine Konstitution. Eines Abends kam er erschöpft aus einer Sitzung nach Hause. Wir setzten uns zu Tische, er hob ein Glas Wein an die Lippen: plötzlich ließ er es fallen und neigte sich zorne über, mit der Stirne bis auf das Tischtuch. So lag er regungslos da. Mit einem Aufschrei sprang ich empor, ihm zu helfen. Da entdeckte ich, sie eine große Blutlache sich unter seinein Stuhle am Boden ausbreitere, und immer neue Ströme von Blut entquollen seinem Munde. Halb wahnsinnig vor Angst schellte ich der Dietierin, und mit vereinter Anstrengung trugen wir den großen Mann aus sein Lager, dort, wo einige Monate zuvor br arme Gaston geruht hatte Der schleunig herbeigerufene Arzt schüttelte den Kopf, und nach zehn Tagen hatten xir eine zweite Leichenfeier im Hause." Sie hielt einen Augenblick inne. um Äthem zu schöpfen, dann erhob sie sich und fuhr fort: So hatte ich denn alles verloren, was ich besaß und an dem mein Herz hing. Wie ein Satyrspi,el nach einer großen Tragödie wird es hnen klingen, wenn ich noch hinzufüge, daß nach des Vaters Hinscheiden . ich in trüben materiellen Verhältnissen zurückblieb. Der Vater hatte, um in Paris leben zu können, sein kleines, selbst erworbenes Vermögen auf Leidrenten gegeben, die jetzt verfallen mußten. Es blieb nichts für mich übrig, denn dem Vater war es noch nicht möglich gewesen, etwas für meineVersorgung zu thun. Der Verkauf des Hausraths war für mich gerade hinreichend, um das Trauerjahr noch in Paris zu verüben und so weit an meiner Ausbildung zu arbeiten, daß ich nach seinem Ablauf daran denken konnte, mir eine Stelle zu suchen. Doch hierzu kam es nicht, da meines Onkels Taillcind Haus sich mir gastlich öffnete, und so bin ich nach Ehatelard gekommen. .Jetzt wissen Sie alles schloß sie. meinem Kameraden mit schwermütyigem Lächeln die Hand zum Abschied reichend, die dieser ergriffen an seine Lippen zog. Dann verlkß sie mit ihrem gewohnten schnellen Schritte das Zimmer. Und Karl? Eine Zentnerlast hatte sich auf sein: Seele gelegt. Kaum ein Wort der Theilhme und des Dankes hztte er zu stammeln vermocht. W ein Nebel umflorte es sein: Augen, als er ihr nachblickte. SechstesKapitel. Als sie Abends! am Famiüentifche einander wiedersahen, war Marie ruhig und fast heiler; eine gewisse innere -Zufriedenheit schien bei ih? eingekehrt zu sein. Eine leichte, angenehme Unter Haltung würzte die Tafel. Die beiden jungen Damen mußten Proben ablegen von dem, was sie gelernt Hatten, was zu mancherlei Scherzen Anlaß gab. Frau Tailland sprach unaufh'örlich. ihr Gatte dagegen verhielt sich meist schweigend, wie gewöhnlich. L6onie und Marie verkehrten mit Karl wie rnit einem alten Freunde. Am nächsten Tage trafen Karl und Marie witder allem zur Stunde zusammen, da ich nach Ablauf meiner Wache noch anderweitig dienstlich in Anspruch genommen war. Auch heute bestand sie mit Ernst darauf, erst ihr kleine Pflicht zu etfüllen bevor ein anderes Wort gesprochen wurde. Karl hatte längst mit Staunen bemerkt, wie gut si: sich stets ih Aufgaben a-.ige-eignet tjatk und mit welch spielender Leichtigkeit sie die m .'den Anfangs-
gründen der fremden Sprache gelegnnen Schwierigkeiten überwand. Äls"er ihr darüber seine Bewunderung aussprach, glänzte ihr Auge so begluckt, so zauberhaft, daß es für jeden eine Wonne sein mußte, seinen Blick in den ih-
rigen zu tauchen. Nach der Stunde wußteKarl sie aber wieder fetabaUen. indem er mit beredtem Danke für ihr ihm gestern geschenktes Vertrauen flüchtig noch einmal den Gegenstand rarer Erzählung berührte und ie dann fragte, ob er .rhr auch von seiner Her mach und von seinem Elternhause v richten dürfe. Sie schien dies a-rne und mit Jn Kresse zu hören, und so begann er nun zu erzah.en von seiner Mutter und sei ner Schwester, vom Familienleben des Hauses, von. seiner Studienzeit, seinen Freunden, seinen Träumen und Hoffnungen; und er schloß mii dem Wunsche auf baldigen Frieden und die Rückkehr in ein geordnetes Leben. Sie hatte aufmerkiam zugehört und mehr fach Zwiichcns ragen than. Le?der machte Kar! zuletzt noch eine Anspielung daraus, daß mit dem Eintritt des Friedens auch Pierre Leblono nach Ehatelard zurückkehren wurde. Offenbar hatte er damit eine em pfindliche Stelle berührt. Marie zuckte .zusammen und erbleichte, wie der Kalk an der lüjani). Dieser arme Pierre." sprach sie mit einem Seufzer, in ihm verkörpert sich dre ganze Misere meines Daseins. Doch warum an 'die Zukunft denken, wo uns die Gegenwart geschenkt ist, uns ihrer zu freuen?" setzte sie mit einer graziösen Neigung des Kopfchens hinzu. Haben Sie keine Bilder der Ihrigen?" fragte sie ltaim schnell. Karl ging in das Schlafzimmer, um die Photographieen zu holen, und als er sie brachte, nahm er neden ihr Platz, um sie rhr zu zergen. Sie gleichen ganz Ihrer Mutter. Herr Petersen," saugte sie, während Ihre Schwester gewiß die Züge Ihres Vaters trägt; ist auch das Temperamsnt, das Gemüth Ihrer Mutter aus Sie übergegangen? Ihre Augen brannten 'wie zwei Koh len in die seinkgen, als sie diese Frage that, und IN emlger Verwirrung enlgegnete er. das vermöchte er schwer zu beurtheilen, sein Wunsch sei es von Kindesbeinen an gewesen, so edel und gut zu werden, wie seine Mutter; aver er furchte, daß chm dies nur Mangel haft gelungen sei. Ich glaube, daß Sie gut und ehrlich sind. Herr Petersen." versetzte sie. wie hatte ich ohne diifen Glauben wa gen dürfen, so mit Ihnen zu verkehren. wie ich es thue! Ach, wenn man uns Frauen doch einmal die Leitung den Diplomatie übertragen wollte, wir würden dafür sorgen, daß die Völker, die Gott bestimmt hat. an der srieoli chen Entwicklung derMenichhert zu arbeiten, nicht wie reißend: Thiere übereinander herfallen und sich zerfleischen. Ihre Mutter hat gewiß namenlose Angst ausgestanden um Sie, nicht wahr?" Im cnmuthigsten Tonfall, mit be rückender Zärtlichkeit hatte sie die letz tcn Worte gei prochen. Karl ergriff ihre Hand, und sie entzog sie ihm nicht. wahrend er erzählte, was er von den Sorgen wußte, welch: iie Sein: gen sich um ihn gemacht, und wie er in den langen Tagen 'der Noth und Gefahr fast ganz vom brieflichen Verkehr mit dex Heimath abgeschnitten gewesen: wie aber gerade in den Augenblicken des schwersten Ernstes seine Gedanken zur Mutter hinübergewandert se?en. Be: den letzten Worten halte er sie woq! leise immer mehr an sich aezoqen. denn er fühlte ihre Wange leicht an die seinige streben. Da schlug sie zitternd den Arm um seinen Nacken und barg stumm das Haupt an seiner Brust. Auch er sprach nicht mehr, sondern strich mit der emen Hand über ihr schwarzes Haar, während die andere ihre Hand immer noch in leichtem Drucke gefangen hielt. Plötzlich warf sie sich zurück, dann umschlang sie ihn mit beiden Armen. und in explosiver Heftigkeit bedeckte sie chm Stirne. Augen und Llppsn mit den leidenschaftlichsten Küssen. Er sah nur, wie eme flammend: Rothe über ihre Wangen dahinschoß. er fühlte sich berauscht, ferner Sinne kaum mächtig gegenüber diesem Au5bruche vuttani scher Glut. Kernes Wortes war er fähig; willenlos sank er ins Sofa zurück, als sie ihn losließ, einen Auqen blick ihr Gesicht zwischen beiden Händen barg und dann davon eilte. In völliger Verwirrung seiner Em pfindungen blieb er zurück, ein EhaoZ von Fragen durchschwirrte wirbelnd sein Haupt. Was war das? Em anz unerwar. teter Sieg? Aber hatte er denn den kleinsten Versuch gemacht, -ihr Herz zu bestürmsn? War es nicht vielmehr tmt ganz unerhörte Niederlage? Hatte es mit einer Kokette der gefährlichsten Art zu thun? Nein und abermals nein, rief es in ihm mit lauter Stimme, vor der alles andere schwieg. Sie war die edelste -Seele, das reinste Gemütb, die sich hingegeben hatte, wie Herz und Blut sie antrieb, ohne Rückhalt und ohne Falsch. Sie war anders geartet, als die übriaen. in den'Sckranken deZ konventionellen - - Lebens - erzogenen grauen, sie handelte impursiv urid ohne Verstellung. HtUx konnte das Liebe kein, nach so kurzer Zeit und in so heftrger Weise geäußert? Waren Li.'d: und Lekoenschaft nicht doch Himmelweit verschiedene Dinge? 'Das alles war im räthselhaft, am unklarsten aber blieb er sich über die eigenen Gefühle gegen Marie. Ihm brannte der Kopf, und er lief durch die Stadt, um ihn zu kühlen. Als er nach Anbruch der Dunkelheit zurückkehrte, 'begegnete er ihr auf der Treppe. Er wollte sie absprechen und griff nach khrer Hand.
Marie." rief er leise. . Jetzt nicht. jetzt nicht.- flüsterte sie, drückte ihm ein Billet in die Hand und huschte vorüber. Offenbar hatte sie auf ihn gewartet; immer räthselhafter ward ihm das Abenteuer, von Neuem erschien ihm ihr Benehmen in zweifelhaftem Lichte. Es kam vorübergehend eine Art von "Abkühlung über ihn. doch schon im nächsten Augenblick todte das Fieber wieder in seinem Blu:e. Bebend vor Aufregung stürmte er auf sein Zimmer, seine Hand zitterte so heftig, daß er mehrere Streichhölzer zerbrach, bevor es ihm gelang, die Ker je zu entzünden. Hastig zerriß er fcen Umschlag des Briefes, ein ganzer Hause von Blättern fiel heraus; rn großen festen Schriftzügen beoecllen die Worte das Papier. Er warf sich in den Lehnstuhl, ruckte das Licht heran uttd las: Mein Freund! Eine Frau, die sich einem Manne an den Hals wirft, ist ein verächtliches Geschöpf. So urtheilt die Welt. Ob immer mit Recht? Oder gibt es Umstände, unter denen man solche Exzentrizitäten verzeihen kann? Ich weiß es nicht, mir fehlt die Ersahrung, um darüber urtheilen zu können. Nur das eine weiß ich, daß mich mein Thun nicht gereut, daß ich kerne Scham vor mir selbst empfinde, daß es mein Recht war, so zu handeln, das Recht meines Herzens, meines undefleckten Herzens. Vielleicht werden Sie mich für wahnsinnig halten nach diesen Worten. Ja. Karl, ich liebe Dich, toll, bis zum Wahnsinn. Oder hältst Du mich für eine raffinirte Kokette, für eine Spinne, die ihr Netz gewebt, um zu fanaen, was da hineingeht? Nein, mein Freund, das thust Du nicht, dazu fost Du zu klar sehend, zu edel. Deine Seele ist frei, wie von Schmutz, so auch von niedrigem Verdachte, von Mißtrauen. Was in Zukirnt t werden maa. ich weiß es nicht.
Verachtet Du mich, stößt Du mich von Dir. ich muß es tragen; aber Du kannst mir nicht oerreehren, Dich zu lieben. Daß Du mit einer Unglücklichen zu taun bast. ist Dir bekannt. So wisse denn auch, daß die trüben, scywe ren Wolken, die auf mir lasten, zerris i sen sind für einen Moment, 'daß sie die jUUIUClSl Vtlil'v ifcßbu. ja. ich war glücklich, als ich die Minu . t . . j , rj r. . 3 r. CwStii.ivAds f?F ten haschte an meiner eiie. ;$aj iarn mir vor wie ein ganz kleines Madchen, das neben ihrem liebsten Spielgefährten. einem blonden KnabM. saß. sich vieles, vieles mit ihm erzählte und ihn zuletzt liebkosen in ihre Arme schloß. Z. . V 1 gerade so vave ica emen immm v bilden Nachbarssohn meiner Heimathsiadt in wonniger Kinderunschuld umarmt, als ich fünf Jahre zählte. und die Eltern standen daneben und freuten sich ob unsererZarthchZelt. Und im Hoben Liede der Liebe, das von Himmlischen Stimmen in die Welt Hinemaeiunaen ward, im Evangelium Heißt es doch auch: Werdet wie die Kinder! Ach. mein armes. wuns Herz wälzt alles durcheinander! Und doch, es ist die volle, reine Wahrheit. Wie eine Munk von oven klang es mir ins Ohr. als ich neben Dir saß: Nimm, o nimm! Hier ist Ambrosia, das unvergängliche, göttliche Brod der Liebe. Nippe von diesem Becher! Es ist Nektar, du trinkst du ewige Jugend daraus. Ich war ein Kind ein schwaches das Herz strömte uder rn wonnigem Sehnen in lichter Lohe plötzlich hervorbrechend, schlug dre Flamme zusammen über meinem Haupte. Em Orkan der eidenscyasl durchraste mein Blut; und warum soute ich ihm wehren? Daß er herangebraust kam. dafür war ich nicht verantwortlich. bm zu wider neyen. uoerstiea meine Kraft, für deren Maß ich wiederum nicht - verantwortlich bin. Wohl weiß ich. daß die Welt mich ver- ' r rm . i j dämmt; aber warum 5 :useu sre oas. was ich that, für ein Vorrecht der Männer erklärt hat. Mit welchem Rechtstitel. fo frage ich? Weil die Welt sich nur m Schablonen zu regre. ren vermag; und hat sie eine Schablone ausgemeißelt, so ist sie beruhigt, legt sich aufs Ohr und schläft. Weh: dem. der sie stört, der ihrer Zirkel nicht achtet! Was kümmert es die Welt. wenn mein gallisches oder römisches Blut schneller ins Sieden $ärh. als das Deine, blonder Germane! Ich ha be dies Sieden zu unterdrucken, ich arme Sklavin, so lange es dem Herrn der Schöpfuna gesallt, und wenn mir dies nicht gelingt, mit meinem spenden Blute stumm neben Du ernherzuschrelten. Komödie zu. spIen. Und solch: Komödie ist keine Lüge; es ist die un veräußerliche ForderunJ der Sitte. Wer sie verletzt, ist verworfen oder wahnsinnig.. 2rotz allsdem weiß ich genau, daß ich klar und konsequent zu danken ver, mag, und das Element meiner Naiui ist bie Wahrheit. Daß' Du hell in mnn Herz siehst, daß Du richdig über mich urtheilst, daran ist mir gelegen, well ich Dich achte und weil ich Dich lieve. Darum spreche ich in voller Freiheit zu ):r, darum decke ich alle galtet meines Innern vor Dir auf. Wenn Du mich verurtheilt hast, so. lieg! mir daran,' daß Du aber mz Du mir beleihst, und das kannst Du nur. wenn Du alles weißt. Darum diese Zeilen. Wr: es koiraman konnte, so schnell, so bald. Du sollst es erfahren. Nach meinen Anlagen bin ich ein: Träumerin, dürstend nach Poesie, nach Lieve, ach, fast verdurstet, krank vor verzeyrender Sehnsucht! Und die Welt sucht mich zu Hollen, indem sie mir Prosa bietet, dürre, ode, zahe Prosa, rn der ich ersticke. E:n lalde-s Bad, in dem das glühende Metall zischend der- ! löscht, um in dumpfer Kälte verwendbar zu werden für dieWelt. dieMensch-
Herr. Meinst Du nicht auch, mem Freund, daß eine solche kalte Douche mir gut thäte? Sie ist ja so leicht zu halben, z. B. wenn ich einen reichen Strumpfwirker heirathe, 'dessen Seele nur Gold denkt, kaltes,, rundes, klap-
perndes Gold! Was sagst Du dazu. ist das Mittel nicht trefflich ersonnen? Doch Du 'brt neugreria, mein schätz. Du willst hören, darum höre: ich will auch vernunftzz sein und vernünftig mit Dir reden. Du weißt, ich bin eine Patriotin, voll brennender Liebe zu meinem Baterlanide, zu Frankreich. Als lhrPreußen zuerst bei UN's einzöget, da war ich von Trauer und Zorn so erfüllt, daß lch die Verwüster meiner Heimath, der.en schnöder Verrath alle Thore gevffnet hatte, überhaupt nicht begrüßen wollte, wie mein Oheim es wüttschte. Dennoch erschien ich bei Tische. Vom ersten Augenblick, da ich Dich gesehen. Dich sprechen gehört, wirktest Du auf mich mit magnetischer Kraft. Immer wieder ertappte ich mich seöbst, caß meine Augen auf Dir ruhten, wenn ich auch Weib genug war, den Augen blick wahrzunehmen, wo Du es nicht bemerktet. Ich wußte auch genau, wo; her dies rapide Interesse kam, das ich an Dir genommen: mehr als jeder andere Mann, 'den rch gesehen, glichest Du Gaston. Zwar ist Dein Kops, Dein Profil anders geschnitten, aver 'in undcfinirbareZ 5twas ist das gleiche in Deinen Zügen und den seiniqen. Auch in den Bewegungen, ein wenig sogar in der Stimme erinnerst Du an ihn. ganz besonders aber in dem Enrjt Deines Sprechens und Denkens, in dem leichten Anfinge von Melancholie. Als Du erzähltest. Du wärest Student, da war mir's, als fühlte ich es phosphore-ziren m mei nem Innern. Von dem Augenblick an warst Du mir sympathisch, und wenn ich auch dies Gefühl zu bekanrpfsn trachtete, ich vermochte es nicht zu ersticken: und während ich geglau'ot hat te, nie, ach nie wicoer lieben zu können. da standest Du nur schon als Sie, ger gegenüber, ohne daß ich es ahme. Die Lrebe zog in mein He und nrstete sich ganz im Verborgenen ein. verborgen vor mir selbst, und d.is war das Gefährlichste. Denn so wurzelte sie immer fester, sie wuchs dann schnell empor, wre ein sprreßm'des Kraut des Frühlings, das in Blüthe schießt, ehe man sich dessen versieht. Als ich heute Mittag zu Dir ins Zimmer trat, da wußte ich Plötzlich, daß ich Dich l'.eöle, nicht mit jen-er stillen, heiligen Flam!ne. wie ich Gaston geliebt, nein, in wilder, stürmischer Leidenschast. O, mein armes Herz. w;e Du pochst zum Zerspringen, während ich dies schreibe! Ist es nur ein Traum ein schöner, grausamer. w:lder Traum i Ja. in Wildheit flammte diesmal meine Natur empoi. ich mußt: Dich küssen, gleich im Anfznq. das Traumbild durst mir mich! roxcn zerrinnen, wie Stauch zwischen den Fingern, die danach grei fen. Küssen mußte ich Dich, rasend. wüthend, ich hätte mit Dir sterben mögen unter Küssen, dann war alles zu Ende, ich hatte ausgelitten in einem Finale von Sengkelt. Und was nun? Ich zittere über das, was ich gewagt, gethan. Dann wieder möcht: ich aufjubeln wie ver Sklave, der die Fesseln gebrochen. Ich denke nicht an Vergangenes, nicht an Zukünftiges. Die Gegenwart' hätt mich panz in chrem Zauberkrelse gefangen. Daß sre verweile, daß die Sonne meines Glückes stille st:he. ist mein einziger Wunsch. Eine Tollbeit. nicht wahr? Gleich als ich Dich verließ, habe ich mich niedergesetzt und Dir geschrieben, ohne Ueberlegung die Worte aufs Pa pier geworfen, wie sie der Feder entquollen. Ich habe Dir jetzt alles gesagt. Wirst Du mich verachten, mir verzeihen? Können meine Gefühle ich wage nicht, es zu denkcn ein leises Echo wecken in Deiner Seele? Wirst Du die Freundschaft, von der Du mir gesprochen, mir nicht ganz entziehen? Verzeihst Du mir auch das vertrauliche Du, dessen ich mich dediente? Ich konnte nicht anders schreiben! Sei nachsichtig gegen mich armes Mädchen, so lange das Schicksal uns bei einander weilen läßt. Wie bang: Z.-veifel erfüllen meine Seele! Wirst Du es mir sagen, wenn wir uns wiedersehen, daß Du mir verzeihst, nicht schlecht, nicht zu gering von mir denkst? 'Daß ich Pierres Werb nicht werden kann, brauche ich Dir nicht zu versichern. Gehst Du fort, so werde ich hinauswandern in die Welt, mir Bekuf und Arbeit zu suchen, ein Stfek ball der Laune und Stürme deS Schicksals, bis ich. ein todüwundes Wild, das stille Platzchen gesunden habe, mein Haupt zur Ruhe zu bekren für immer. ' Lebewohl! Auf Wiedersehen! '3ch fürchte es und ich fürchte es doch nicht, dies Wiedersehen. Bis in den Tod die Deinige. Marie." Siebentes Kavitel. Ich trat vrä Zimmer. Der freund saß über seine Blätter gebeugt und schien es nicht zu bemerken. Ich hab: heute auch alle Briefe von Hause noch e'znmal wieder durchgeblattert, rief ich ihm zu. .es ist doch zu schön, daß,ta Feldvost emem so em Stück Heimath yerkarren kcrnn. Dann habe ich selojt ein s'chsselttges Aktenstück nt& der Erzählung aller Heldenthaten verfrachtet. Du. Mann der Gewissenhaftigkeit, hast diese Pflicht gewifc langst erfüllt. Jetzt erst blickte Veterien auf. ver stört, wirr, als sei er durch eine Erscheinung aus einer fremden Welt erschreckt, üben begann mrr dies auszufallen, da ward meine Aufmerksamkeit in andere Richtung gelenkt. Mit plumpen Schritten polterte Jemand die Treppe herauf, und gleich hernach stürzte mein Bursche Iobann ins
Zimmer, halb taumelnd.' halb sprrngend. Ganz wider die Ordnung riß er die Mütze vom Kopfe und schwenkte
sie hoch rn der Luft, von einem Bem aufs andere tanzend, wie ein toll g wordener Esel, oder als wäre er schwer betrunken. Dabei verzoq er sein plan gedrücktes Gesicht in so komisch-lustige Grimassen, seine Stumpfnase legte sich noch weiter hmtenuber als sonst der breite Mund dehnte sich von einem Ohr bis znm andern während die Zunre verzweifelte Anstrengungen machte, artikullrte Laute hervorzu bringen, so daß ich wirklich glaubte, der Kerl sei narrrsch geworden. End lich gelang es ihm zu schreien: Herr Feldwebel. Paris hätt' kaptwlien. nu ward Fred, un wl kamen to Hus!" Aergerlich runzelte ich die Stirne und sagte streng: Johann, Du scheinst angetrunken zu sein. Mach, daß Du fortkommst, und benimm Dich em an dermal manierlich." Auf den kalten Wasserstrahl ließ der gute Junae bnde Arme am Lerbe her absinken, schlug die Hacken zusammen und stand rn dienstlicher Haltung da. Die Augen waren ihm vor Schreck aus dem Kopse aetreten und aanz verschüch tert stammelte er' Herr, ditmal ist würklich wohr. Sei seggen dat all', un da ls ok ne Depefch kamen." Ach, Johann," sagte ich, die Schul ter ziehend, von wem hast Du Dir diesmal was aufbinden lassen? Seit Wochen heißt es leden dritten Taa: Paris hat kapitulirt, wir fahren froh zusammen, anfangs waren wir auer uns vor Jubel, und schließlich haben sich alle Nachrichten als falsch erwle seil. Man sagt jetzt sogar, das yerdämmte Nest habe noch Lebensmittel für Jahr und Tag. Ich glaube nicht eher dran, als bis ich die amtliche Nachricht schwarz aus weiß vor mir sehe. Je. Herr." versetzte Johann mit mehr Hartnäckigkeit, als er sonst seinen Vorgesetzten gegenüber an den Tag legte, dittmal hatt eraeant Schulz vcrtellt, dat wir nu gewiß, un int Batamonsbureau rs qrote Upreauna. de Major is gliek halt worden und hätt ok all Hurra raupen, un denn hätt de Adjutant den Herrn Lieutenant Kre Witz mitten up den Markt rund umsatt. da mutt dat doch wol wohr sin." Da der Adjutant und Herr von Krewitz keineswegs intim miteinander standen, so mußte doch wohl etwaZ Außerordentliches vorgefallen sein. Ich griff rasch nach meiner Mütze unv stürmte an dem verdutztenJohann vor über zur Thür hinaus, ohne werrer darauf zu achten, daß auch Peter) en seinen Savel umschnallte, mix zu fol g:n. Ich flog durch die Straße dem Eaf6 du Eommerce zu, rn dessen oberen Naumen em OfflZlerskasino imprmnsirt war. Es war unbegreiflich, aber die Kun de mußte in wenigen Minuten schon den ganzen Ort durcheilt haben, denn überall standen die Soldaten in srohem Geplauder vor den Thüren unv machten ihren gehobenen Gefühlen in Juchzern und Ausrufen Lust. Paris hett kapitulirt, Herr FeldWedel." tönte es mir von allen Seiten wie eine helle Fanfare zu. Im Kasino fand rcv d:e meisten Offiziere schon versammelt und erfuhr hier die sichere Bestätigung der Nachricht. Alle Rangunterschiede schienen für einen Augenblick ausgelöscht, es waren nur glückliche Menschen, die in freudiger Aufregung miteinander rebeten. Aber mehr noch als der kriegerische Triumph über das letzte Bollwerk des Feindes machte die gleichzeitige Nachricht vom Abschlüsse des Waffenstlllstandes die Herzen schlagen, weil wir diesen als unzweifelhaften Borläufer eines ehrenvollen Friedens betrachteten. Wie eine Zauberformel wirkte das Wort Waffenstillstand. Alle, Dom Kommandeur bis zum letzten Tambour, athmeten auf, als wäre ein ungeheurer Alp von 'hrer Brust gewichen. Die Seligkeit, welche das Wort uns einhauchte, kann nur 'ermessen. wer durchgemacht, was wir durchgemacht batten. Wir waren satt an Lorbeeren bis über d Ohren, der Durst nach Ruhm war bei allen langst gründlich gelöscht. Gewiß freuten wir uns jetzt aus voller Seele des so schwer Errungenen, und 'der Flügelschlag des Patriotismus trug uns mächtig empor: der den, Grundton unserer Stimmung bildete doch das Entzücken über die Palmen des Friedens. Als wir die Proklamation des deutschen Kaiserreiches zu Versailles am 18. Januar erfuhren, da waren wir wohl freudig bewegt über die Ersullung des Traumes unserer Kmo. heit. doch die Sorge der unmittelbaren Zukunft lastete noch zu schwer auf unö. als daß wir zum vollen Gnuß unsern Freude hätten kommen können. Heute erst jubelten die treuen, vaterlandisch gesinnten Herzen befreit empor. Von: Platze herauf fchcll die Wacht am Rhein, von einem Trupp vorbeiziehender Soldaten angestimmt; da gab auch die kräftige Stimme des Majors uns das Zeichen, rn diesen Ehor einzusailen. Und die aufaehende Sonne des neuen Reiches strahlte uns in Herrlich zeit entgegen, durch dre blutigen Nebel, dre sich endlich zerstreut hatten. Der Sekt flößen Strömen, in einem weniger etten Naß hätten wir heu:e nicht feiern gedurft. Alle Noth des Krieges, döe so lange auf uns gedrückt, und deren wir uns auch in dem freuitdlichen Lagerleben zu Ehatelard doch nur im Leichtsinn zu entschlagen vermocht, ward nun hinutttergespült. Es fühlte jeder den Anlaß, alle die Empfindungen noch einmal an feiner Seele vorüberziehen zu lassen, die wir seit Begi-M des uns so freventlich aufgedrungenen Krieges durchlebt hatten. , Als die brausende Begeisterung ver-
klungen, mit dem das vom Major au, unsern greisen Heldenkaiser ausgebrachte Hoch aufgenommen wuroe, folgte allem militärischen Brauche zum Trotz eine kurze patriotische Rede nach der artdern; Hauptmann Müller begann mit einem kernigen Hurrah für Bismarck. den Necken der Feder, der diesmal die Ernte einbringen würde, die das Schwert gemäht, dann ward Moltkes, dann unseres Kommandiren den, dann zahlreicher anderer Helden in gleicher Weise aedacht. zuletzt wagle ich es, auch dem Major ein donnerndes Hoch zu bringen, das mir mit freundlichem Blicke gelohnt ward. Helle Flamme der Begeisterung schlugen aus aller Herzen. Langst war es mir aufgefallen, daß
in dem allgemeinen Jubel Karl Peter sen fast wie geistesabwesend 'dasaß und bei jedem Toast sich nur mechanisch er hob, sein Glas kaum mit den Lkppen berührte und dann wieder auf den Stuhl zurücksank. Ist der Brummbär denn unverbesserlich?" dachte ich doch nein, er mußte etwas anderes haben, er mußte nicht wohl sein, wer war den ein treuerer Patriot denn er? Ich ging zu ihm hinüber, setzte mich nebzn ihn und legte meinen Arm um seine Schulter. Wie aus emem Traum erwachend, saZh er mir ins Auge, stürzte schnell nacheinander ein paar Gläser hinunter und ward nun lustig w:e die übrigen, bis zur Ausge lassenheit, so daß ich mich schnell über ihn berublgte. Der Major war zu uns getreten und theilte uns mit, daß er uns beide zu Offizieren eingegeben habe. Mir aber verkündigte er noch im Besonderen, daß nach Abschluß des Waffenstillstandes kein Grund mchr vorhanden sei zur Aufstellung des Detachements in Le Sablon und daß ich an einem der nächsten Tage mit meinen Leuren rn die Stadt zuruckquartieren solle. Ich fühlte mich wie der reine Glücks Pilz. Er war doch ein ganz famoser Herr, der Major! Ich mußte heute Abend aber doch früher aufbrechen als die übrigen, um meine Leute ba draußen nicht verwaist zu lassen. Petersen bat den Kommandeur, gleichfalls gehen zu dürfen. Aus der Straße fchob er seinen Arm unter den meinigen und begleitete mich nach Le Sablon hinaus. Unser Gespräch war Anfang? noch ein Widerhall der patriotischen Worte, die heute Abend getauscht worden wa ren, und die in uns nachzitterten. Eil waren beide tief bewegt' und von Dank gegen die Vorsehung erfüllt. Dann sagte Karl: Ich habe mich anfangs ganz sonderbar benommen. Ich merkte es, als Du herüberkamst. Jetzt erst dachte ich wieder daran. Ich glaubte allerdings. Du wärest krank; was hattest Du denn?" forschte ich. Da beichtete er mir alles haarklein, was ihm in den letzten Tagen begegnet war. In starrem Staunen hörte ich ihm zu. .Ra höre." rief ich endlich, stille Wasser sind tief! Da setzest Du Dich mir gegenüber aufs hohe Pferd, erklärst mir. es nicht dulden zu wollen, daß ich als siegreicher Krieger unter dem Dache dieses biederen Spießbürgers ein bischen poussire. und kaum habe ich ich, der Leichtfuß den Rücken gekehrt, da fährst Du, dies Prachtstück von Solidität, ganz andre Kriegstänze auf, an die meine Phantaste sich noch lange nicht herangewagt hätte. C w?nn Viti Ewald toafctf, Dak ich in srinrm HauZ Ski flott?Z MSvchkn tii&t, Cr fuhrwtrkte Karl riß den Arm aus dem meinlgen und pflanzte sich vor mich hin. gewiß mit seinem tiefsten Stirnrunzeln, das ich aber in der Dunkelheit nicht sehen konnte. (Fortsetzung folgt.) V o m F a ch e. Theaterdirector (zum neuen Mitglied der Truppe): Sind Sie vertraut mit den Gebräu chen der Bühne?" Schauspieler: Ich denke. Also erst Vorschuß, sonst spiele ich heute Abend nicht. Jetzt sind Sie Wohl überzeugt, daß ich kein Reuling bin?" Der Sündenbock. Mann: Ich weiß wirklich nicht, woher Karl die Ungezogenheiten hat. Frau: Weder von mir noch von Dir hat er sie geerbt. Ich glaube immer, das hat er von seiner Amme, die nicht viel taugte. Karlchen: Na ja, da haben wir's: Ich krieg' die Schläge und die Amme war schuld! Bei Vrotzens. Gast: .Sind err Commercicnrath mit Sprößlingen gesegnet?" Mehrfacher Millionär: Ich werde Ihnen sogleich meine drer kleinen Millionäre vorstellen." Modern st e Dien st böte. Erstes Dienstmädchen: Hast Du Deine Hcrbsttoiletten schon eingekauft? Zwei tes Dienstmädchen: Noch nicht, ich muß doch warten, bis meine Gnädige ihre Einkäufe gemacht hat, daß ich was Besseres wählen kann. Eine Staatsaktion. Freund: Guten Morgen, Karl! Heute allein? Wo ist denn Deine Frau?Hausherr: Die macht das Staats-examen.-Freund:,, Wa as?" Haus herr: Sie revlmrt ihre Toiletten." Ein erfahrener E h e f. Principal: Mit Ihren Zeugnissen bin ich zufrieden; ich engagire Sie unter der Bedingung, daß Ihre Mutter nie krank wird, keine Großmutter stirbt, kem Onkel eme Erbsaaft hinterläßt und Ihre Cousine nicht zu Besuch kommt! Pietätvoll. Ja, aber Frau Höperl, warum setzen Sie denn auf'ö Grab von Ihrem Mann Salat?" Ja wissen S , Frau Nachbarin, weil er'n halt gar so gern 'gessen hat!-
Aür die Küche. Maccaroni. Man koche die Maccaroni weich, schütte sie auf einen Durchschlag, nehme sie wieder in den Topf und mische reichlich gekochten, feingehackten Schinken, geriebenen Parmesankäse und Butter damit. Schinkenessenz. Man löst alles Fleisch vom letzten Ende deS Schinkenknochens ab, zerkleinert es möglichst, zerhackt auch den Knochen und setzt Beides mit einigen Löffeln sehr guter Fleischbrühe auf's Feuer. Man rührt es ununterbrochen eine halbe Stunde, gibt dann einige Pfef ferkörner, etwas Wurzelwerk und noch r i ri- m
tin yuiuc 4uu ver irasllgen zomrlon hinzu und kocht dies noch langsam 10 Minuten. Man gibt die Essenz durch ein Sieb und füllt sie in kleine Fläschchen. Hat man keine kräftige Bouillon, so muß man Fleischeztract mit Wasser auflösen und verwenden. Diese Essenz ist als Zusatz zu allen Kraftsaucen sehr zu empfehlen. Kalbsgekröse in Fricasseesauce. Das Gekröse wird mehrmals in warmem Wasser gewaschen und mit Salz abgerieben, sodann eine halbe Stunde in kaltes Wasser gelegt, abermals gewaschen und nun in SalzWasser mit Wurzelwerk und Gewürz weich gekocht. Sodann macht man eine helle Buttersauce, gibt etwas Petersilie dazu und ein Glas Weißwein, legt das kleingeschnittene Gekröse hinein, würzt mit Citronensast, Salz und Muskatnuß und zieht vor dem Anrichten die Sauce mit zwei Eidottern ab. Kartoffeln in der Schale passen gut dazu. Fleisch-Pudding. Dazu kann man gute Reste jeder Art gebratenen und gedämpften Fleisches verwenden; man entfernt alle Haut und Sehnen und hackt das Fleisch recht fein. Rohes gehacktes Fleisch dazu gemischt, verbessert den Pudding fehr, und wird er selbstverständlich ganz von rohemFleisch gemacht am schmackhaftesten, doch ist es Pflicht der sparsamen Hausfrau, gute Reste so vortheilhaft als möglich zu verwerthen. Zu zwei Pfund Fleisch rechnet man ein halbes Pfund Semmel, weicht sie in etwas Milch ein, drückt sie aus und brennt sie auf schwachem Feuer mit etwasButter oderOchsenmark ab, rzchrt, so lange der Brei noch warm ist, fünf Unzen Butter hinein, fügt zehn Eidotter, Salz, eine Prise Pfeffer, etwas abgeriebene Citronenschale, Muskatnuß, drei feingeschnittene, in ca. zwei Unzen Butter hellgelb geschwitzte Schalotten, das gehackte Fleisch und einige Eßlöffel voll sauren Rahm hinzu, rührtAlles gut durcheinander, füllt die Masse in die gut mit Butter und Semmelkrume vorbereitete Form und kocht den Pudding im Wasserbade 1$ Stunde. Nach Geschmack kann man auch feingestoßenen Kümmel oder geriebenen Parmesankäse verwenden, und ist dasFleisch mager, feingehackten Speck hinzufügen. Hummersauce. Die Schalen der Scheeren und Schwänze, sowie die Beine und Eier des Hummers werden fein gestoßen und kurze Zeit mit Buk ter gedünstet. Sodann wird gute Fleischbrühe und etwas Wurzelwerk, auch eine Zwiebel dazu gegeben, und das Ganze nach einer Stunde Kochens durch ein Sieb gethan. Hierauf wird etwas Mehl mit Wasser klargerührt, die Hummerbrühe dazu gegossen und eine feimige Sauce gekocht, die man mit einigen Eiern abzieht und mit Salz, Sardellenbutter, Muskatnuß und Citronensaft würzt. Zuletzt thut man in die Sauce ein Stückchen frische Butter und richtet sie mit dem in große Würfel geschnittenen Hummerfleisch an. Croquetten. Man bereite aus zwei Eßlöffeln Mehl und zwei Unzen Butter eine weiße Einbrenne (Mehlschwitze), rühre sie mit etwaö Bouillon, Citronensaft und weißem Wein zu einer dicken, fast steifen, glatten Sauce und gebe dann ein Viertel Pfund Sardellenbutter, Kapern, geriebene Schalotten und zwei Eßlöffel gut abgetropfte, fein zerschnittene Mixed Pickles- dazu. Unterdessen schneide man einen Teller voll von gebratenem, erkaltetem, feinem Fleisch (am besten Kalbsbraten) in erbsengroße Würfelchen, thue es in die noch sehr heiße Sauce und verrühre daS Ganze auf gelindem Feuer, aber ohne es kochen zu lassen, schütte es auf eine flache Schüssel und lasse es erkalten. Dann schneide man fingerlange und zwei querfingerbreite Täfelchm daraus, paniere sie zweimal mit verklopftem Ei und geriebenem Weißbrot und backe sie, in Schmelzbutter schwimmend, hellbraun, richte sie gehäuft an und lege ein Sträußchen gebackene Petersilie oben darauf. Bayrisch -Kraut. Zwei bis drei Weißkohlkopfe, aus denen die Strünke und starken Rippen entfernt sind, werden recht fein geschnitten und in einem halben Pfund fein würfelig geschnittenem und hellbraun gebratenem, geräuchertem, magerem Speck, etwas Wasser und dem nöthigen Salz beinahe weich gedämpft. Ein Eßlöffel voll grobkörnig gestoßenerKmmel, etwas Pfeffer, ein halbes Pint guter Essig und ein viertel Pfund Zucker werden ausgekocht, durch ein Haarsieb auf den Kohl gegossen und dieser damit vollständig weich und so kurz ge kocht, daß keme Feuchtigkeit mehr vorHanden ist. Zuletzt gibt man etwas weiße Sauce dazu und läßt ihn noch einmal aufkochen. Pflichterfüllung. Professorsfrau: Aber Mann, wie kommst Du denn nach Hause! Du bist Za vollständig betrunken! Professor der Wetterkunde: Ich habe Nebel vorausgesagt und mein Wort muß ich hal ten.
