Indiana Tribüne, Volume 20, Number 52, Indianapolis, Marion County, 8 November 1896 — Page 6

Heneralproöcn.

Von Anna Brunnenmann. Generalproben kann man das ausTegende Schauspiel ' nennen, das man on den Tagen vor hn Herbst- und Frühjahrsrennen zu Auteuil u. s. w. in den ersten Pariser Schneiderateliers beobachten kann ; Generalproben, die den Betheiligten ebenso viele Stoßscnfzer erpressen, als gälte es die Einstudirung einer Wagneroper im Conservatoire national de musi Que' Es gilt aber auch Meisterwerke zu Tage zu fördern: die Herbst- ober die Früyjahrsmoden, nicht allein, von Paris, sondern man darf wohl kühn beHäupten, von der ganzen civilisirten Welt. Meister Paquin ist jetzt nach Worth's Tode der König der Schneider, der die tonangebenden Schönheiien von Paris zu seiner Kundschaft zählt. Ihre Wünsche und Launen in idealster Weise zu befriedigen, ist seine schwere, aber lohnende Aufgabe. In drei Acten spielt sich das Drama Mode" ab. Zunächst die Wahl der Stoffe, dann das Anprobiren und endlich die Haupt- und Generalprobe. Der erste Act ist der bedeutungsschwerste. Auf sein Gelingen kommt fast Alles an. Monsieur und Madame .Paquin geruhen der Elite von Schönheit und Eleganz ihre neuesten Ideen zu entwickeln. Stosse werden vorgelegt und an der Clientin drapirt; eine Faon wird herausgeklügelt, die, indem si: etwas noch nicht Dagewesenes an's Licht zu bringen verspricht, zugleich alle Vorzüge der Bestellerin trefflich hervorhebt, etwaige Mängel derselben aber mit bewunderungswürtigem Geschick verdeckt. Schwer wird der verwöhnten Modedame zumeist die Entscheidung. Sie hat sich etwas ganz Besonderes, nicht Ausführbares in den Kopf gesetzt. Dann sind Takt und Gewandtheit der Leiterinnen maßgebend. Sie müssen , aber vor Allem darauf bedacht sein, daß jede Toilette ein persönliches Gepräge trage. Jede Kundin hat gewöhnlich ihre bevorzugte Rathgeberin im Atelicr, auf deren Urtheil sie sich endgiltig verläßt. ; Ist der Stoff gewählt, so wird Zwei- oder dreimal anprobirt; der zweite, nothwendige, aber weniger Wichtige Act. Die letzte Anprobe jedoch entscheidet für alles. Dazu pflegt die Modistin den Hut zu senden, der zur Toilette passen soll, und vom künstlerischen Gesichtspunkte aus wird die Wirkung des Ganzen beurtheilt. Sie sind alle Künstler, diese Pariser Modistinnen und Schneiderinnen, und verstehen es wunderbar.cin Kleidungsstück mit feiner Trägerin in unnachahmliche Harmonie zu bringen. Und , nun naht der letzte Tag, der Tag der Ablieferung. Mit nervösem Herzklopfen harrt die Clientin auf das bestellte Wunderwerk ungeduldig eilt sie wohl zum Telephon oder sendet ein petit bleu" (Telegramm), um zur Pünktlichkeit zu mahnen. Jnzwischen herrscht im Schneideratelier das regsts Leben. Ueberall liegen die duf tiger Schöpfungen Meister Paqmns ausgebreitet in ihrer seidenreichen, mit crepe de cliine und Spitzenwolken umhüllten Herrlichkeit. Bildhübsche junge Mädchen von tadelloser Figur stellen sich ein und legen vorsichtig diese zarten Hüllen an; die erste Anprobirerin mustert sie noch einmal. Mit unnachahmlicher Leichtigkeit richUl sie hier eine Schleife, legt sie dort eine Falte. So thut sie mit Meister$and den letzten Pinselstrich, bevor das Kunstwerk zur Ausstellung geschickt wird. Dazwischen klingelt es in einemfort am Telephon. Die kleinen Depeschenboten eilen zu Dutzenden die Treppen herauf. Kann ich auf Sie zählen?" Wie, mein Kleid ist noch nicht da?" Ich erwarte meine Toilette um sechs Uhr!" tönt es flehend oder entrüstet von allen Seiten. Ohne sich stören zu lassen, schreitet die Probirerin mit Kennermiene die Reihe vor ihr ab. Der Verpacke? dieser Herrlichkeiten ist wirklich von Mutter Natur mit Feenhänden bedacht worden. Liebevoll, als ob er ein zartes Kindlein in die Wiege bettete, legt er die bausch!gen, complicirten Kleidungsstücke in lange Kästen und zeigt weder Hast noch Ermüdung, bis die letzte DuftWolke in ihre schützende Hülle verschlossen worden ist. Dann wird es still im Atelier; die fleißigen Hände können bis zum nächsten grand piix auf ihren Lorbeeren -ruhen. Herr Paquin aber setzt sich hin und rechnet und findet, daß ein Pariser Damenschneider in garnicht so langer Zeit zum Millionär werden kann. Und morgen. Nur um Himmelswillen kein Regen! Heiterer Sonnenschein möge über Paris lachen, und von Zeit zu Zeit möge eine schattenspendende Wolke über die von Hunderttausendcn besetzte Ebene von Auteuil hinschweben! Dann werden Schönheit, Schneider und neuesteMode einen Triumph feiern, der alle für die gehabten Ausregungen und Anstrengungen reichlich entschädigt. Ein S ch r e ck e n s r u f als T a u f n a m e.' A.: Ist's wahr, hat Ihre Frau gestern Drillinge bekommcn?" B.: Ja. zwei Bub'n und a' Mädl!" A.: Wie werden Sie die K'der kaufen lassen?" B.: Nun, ich möcht' sie am liebsten Jesses. Maria und Josef" taufen lass'n!" Unter Freunden. A.: Meine Frau hat mir zumGeburtstag ein Schlüsseltäschchen geschenkt!" B.: Nun sieh' aber zu. daß Du zum nächsten Geburtstag den Hausschlüssel bekommst!"

Die Rcrdtclcgrapliie im Bürgerkriege. Vor dem Ausbruch des SecessionSkrieges hatte noch kein Heerführer die große Wichtigkeit des Feldtelegraphen während eines Krieges erkannt. Es waren zwar in der Krim und spater in Britisch - Ostindien von den Franzosen, resp, den Engländern einige Telegraphenlinien im Laufe des Feldzuges gebaut worden, dieselben hatten sich aber nicht bewährt, da sie nur ungenügend mit allem Erforderlichem versehen waren und es namentlich an geübten Leuten fehlte. Die Generale der Union waren dieErsten, welche den außerordentlichen Nutzen, die ungemeine Wichtigkeit eines gut geleiteten Feldtelegraphen erkannten und von demselben in der ausgiebigsten Weise Gebrauch machten. Als im April

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Gen.Grantund sein Teleg r a p h i st. 1861 in Baltimore die Eisenbahnen, Brücken und Telegraphenleitungen zerstört worden und infolge dessen Washington vom Norden vollständig ifolirt war, beauftragte die Regierung den ausgezeichneten Ingenieur Tho mas Scott mit der schleunigen Wiederherstellung der Eommunication, um bt militärischen Operationen des Generals Butler zu erleichtern. Mit vier seiner besten Telegraphenbeamten und einigen Ingenieuren begann Scott sofort die Arbeit, und als die Union ihre zahlreich zu den Fahnen herbeigeeilten Vertheidiger kurze Zeit darauf nach Washington dirigirte, waren die zerstörten Eisenbahnlinien. Brücken und Telegraphen vollständig wieder betriebsfähig. Die vier Telegraphisten schlössen sich mit dem erforderlichen Material und einigen gewandten Leuten den Truppen an und bildeten somit den Kern oder Stamm eines Feldtelegraphencorps, welches imLaufe des Krieges bis zu tausend Mann anwuchs und über fünfzehntausend Meilen Leitungen legte. Mehrere MillioI m Telegraphenlager. nen, Telegramme beförderten diese Feldtelegrapjen, durch welche die Bewegungen der' entfernten Armeen von Grant, Sherman und Thomas geleitet wurden, so daß große, über ein ungeheuer ausgedehntes Terrain zerstreute Truppenmassen im gegebenen Augenblicke vereint in Action treten konnten. Die Feldtelegraphisten befanden sich meistens bei den Vorposten und geriethen häufig in's Feuer, wie z. V. bei Great Falls, einem Außenposten auf dem zu Maryland gehörigen Ufer des Potomac; dieTelegraphenstangen wurden in einer Nacht vom Feinde umgehauen und das improvisirte Stationsgebäude durch Granaten vollständig zerstört, so daß der Beamte mit seinem Apparate sich zurückziehen mußte. Bei der Schlacht von Bull Run befanden sich mehrere Telegraphisten vorn in der Front und berichteten im ärgsten Feuer über den Gang der Schlacht an das Kriegsdepartement; sie gehörten mit zu den Letzten, welche das Schlachtfeld verließen. 8 F e l d e x p e d Z e n t. Es ist während des Krieges nicht selten vorgekommen. danLeute. die mit den Südstaaten sympathisirten, die etegraphenvrahte durchschnitten und mittels dünner Kupferdrähte mit besonders aufgestellten Apparaten derbanden, um die von der Armee einlief senden Depeschen aufzufangen, namentlich in Washington, dem Sitze der Regierung; doch wurden diese Störungen im Verkehr von den gewandten Beamten fast stets entdeckt und dieLeitungen so scharf überwacht, daß dergleichen Versuche sehr bald, als zu gefährlich, unterblieben. Als die Truppen der Union weiter nach Süden vordrangen, häuften sich die Schwierigkeiten, mit denen die Beamten des Feldtelegraphen zu kämpfen hatten; ganze Sectionen der Leitungen wurden während der Nacht von den Südländern zerstört, die Drähte -ab-gerissen und in den Wäldern versteckt, dieStangen umgehauen, und oft sahen sich die Telegraphisten, die unter dem Schutze einer Escorte die Beschädigungen wieder herstellen mußten, genöthigt, mit den Waffen die Angriffe feindlicher Cavallerieabtheilungen zurückzuweisen. Als die Armee nach der Einnahme von Forktown weiter nach Süden marschirte, war das Feldtele-

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graphen - Corps bereits so geschickt in der Herstellung der Leitung, daß die Generäle zu ihrem größten Erstaunen an jedem Abend sich in der Lage befan-

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AbleitungeineSKabels. den, mit den anderen Armeecorps und dem allgemeinen Hauptquartiere telegraphisch verkehren zu können. Daß man mit Apparaten von geringer Widerstandskraft und schwachen elektrischen Strömen, wie sie auf den gut isolirten Leitungen zu gewöhnlichenZeiten genügen, nicht arbeiten konnte, hatten die Feldtelegraphisten sehr bald erfahren, sie mußten Relais" von großer Stärke und die kräftigsten Batterien anwenden, um ihre Depeschen ohne Störungen befördern zu können. Mitten im feindlichen Feuer saßen sie oft auf einem Baumstamm oder einer Kiste, empfingen und expedirten militärische Depeschen von tausend Worten und mehr, ohne daß je ein Irrthum vorkam. Die Generäle der verschiedenen Armeecorps der Union verdanken diesen Pflichttreuen Beamten nicht zum geringsten Theile die errungenen Erfolge. Mehrere Beamte des FeldtelegraphenCorps fielen während des Krieges, andere wurden verwundet und gefangen, unter Anderem traf dieses Loos einen Telegraphisten in Winchester; doch hatte er, bevor er sich ergab, Zeit, seine Depeschen zu vernichten und seinen Apparat zu zerstören.' ' JSürr sjrm i Batteriewagen. Während des Feldzuges in SüdCarolina und namentlich bei der langen Belagerung von Eharleston. waren die auf der Insel Morris stationirten Beamten und Arbeiter beim Bau der Leitungslinien häufig großer Gefahr ausgesetzt durch das Feuer der feindlichen Batterien. Eines Tages waren zwei dieser Leute damit beschäftigt, einen von' einer Granate zerrissenen Draht auf einer Telegraphenstange wieder zusammenzubinden und zu befestigen, als ein wohlgezielter Schuß aus einer Batterie der Conföderirten die Stange traf, welche sofort mit Isolatoren, Draht und den beiden Männern auf den glücklicherweise weichen Sand stürzte. Einen: anderen Telegraphisten der Union war es im September 1863 gelungen, auf der Linie von Charleston nach Savannah, in der Nähe von Pocotaligo, mehrere Depeschen der Conföderirten aufzufangen, welche einen gemeinschaftlichen Angriff derselben auf die Corps der Generäle Gillmore und Terry betrafen; der Beamte verständigte sogleich Abwickelung des Drahte. die beiden Generäle von der Absicht des Feindes und setzte sie dadurch in den Stand, ihre Armceabtheilungen rasch zu vereinigen und den Angriff abzuschlagen. Der eifrige Feldtelegraphist jedoch. Foster war sein Name, wurde bei diesem Gefechte gefangen und starb in der Gefangenschaft. Im Jahre 18&4 führte General Eckert als Chef des Feldtelegraphen. Corps ein System zur Herstellung neuer Linien ein, das sich ganz vortrefflich bewährte. Eine Rolle von isolirtem Draht von hinreichender Stärkt wurde auf dem Rücken eines Maulthieres befestigt, das ein Berittener am Zügel führte. Der Draht wickelte sich ab und wurde von den Leitungsarbeitern auf Stangen oder an Bäumen befestigt, während die elektrischen Batterien in eigens zu diesem Zwecke construirten Wagen transportirt wurden. Auf diese Weise konnten neue Feldlinien außerordentlich rasch hergestellt werden, was zur Folge hatte, daß General Grant während der letzten Zeit des Krieges täglich durch den Telegraph Rapporte von allen im Felde stehenden Armeeabtheilungen erhielt und seine Befehle, selbstverständlich in Chiffren, allen Untcrfeldherren zu gehen lassen konnte,' von denen einige mitunter tausend englische Meilen von seinem Hauptquartier entfernt waren. Die Mehrzahl der während dei Krieges errichteten Militär - Telegraphenlinien war so gut und dauerhaft, daß dieselben sogleich für den Han-dels-und Privatverkehr benützt wurren. nachdem die lekte wichtige Depesche des Feldtelegraphen die Nachricht von der Uebergabe des conföderirten Generals Lee, sowie vom Falle des letzten wichtigen Bollwerks, Richmond, nach Washington gebracht. . Die hervorragenden Leistungen des Feldtelegraphen während des Bürgerkrieges in Amerika haben sämmtliche europäischen Armeen veranlaßt, den

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Telegraphendienst im Felde nach Möglichkeit zu vervollkommnen und namentlich ganz militärisch zu organisi-ren.

Wasscrvclocipcd. Trotz der verschiedenartigsten Consiructionen von Wasservelocipeden hat doch noch keins von ihnen rechte Verbreitung gefunden; sie müssen eben erst weiter vervollkommnet werden, ehe sie als Verkehrsmittel ernstlich in Betracht kommen können. Der Entwicklungsgang der Wasservelocivede hat einige Analogie mit dem der Dampfschiffe; hier wie dort sind die unbequemen Schaufelräder durch Schraubenkorper verdrangt worden, was einen gewaltigen Fortschritt bedeutet. Originell m ihrer Art sind die Wasservelocipede mit hohlen Schraubenkörpern (System Breyer), deren eins in der Abbildung wiedergegeben ist. Die hohlen Schraubenkörper dienen gleichzeitig zumTragen und zur Fortbewegung; ihre Wirkung ist insofern besser denn die der Flügelschrauben von Dampfschiffen, als diese nur am äußeren Umfang, nicht aber m der Mitte der Nabe arbeiten, wahrend bei den Schraubenkörpern gerade die inneren Windungen wesentlich in Betracht kommen. Wind und Wellen werden bei der Drehung der Schraubenkörper leicht durchschnitten, und zur Fortbewegung ist nur eine Verhältnißmaßig germge Antriebskraft erforderlich. Zwei Schraubenkörper zusammengestellt bilden ein Wasservelociped für vier Personen. Die Schraubenkörper sind aus 0,5 Mmtr. starkem, verBreyer's Wasserveloc i p e d. zinntem Stahlblech hergestellt und bestehen aus zehn wasserdichten Abtheihingen, deren jede nur so weit bela stet ist. daß die Achse in der Ebene der Wasserfläche liegt. Ein Sinken des Fahrzeuges ist also nicht zu befürchten und bei der tiefen Lage des SchwerPunktes der Last auch ebensowenig ein Kentern desselben. Die Länge jedes Schraubenkörpers beträgt 4 Meter, einschließlich der spitz zulaufenden Enden 5 Meter, fo daß bei jeder Umdrehung des Schraubcnkörpers eine Strecke von rund 4 Meter zurückgelegt wird. Da man nun 45mal in der Minute bequem treten kann und mithin bei einer Uebersetzung von 1:2 leicht 90 Umdrehungen der Schraubenkörper von den vier Fahrern des Wasservelocipeds erzielt werden können, so wird dadurch eine mittlere Geschwindigkeit von 21,600 Meter in der Stunde erreicht, die sich natürlich durch größeren oder geringeren Kraftaufwand in ziemlich weiten Grenzen modificiren läßt. Uebrigens hat man dieses System der Schraubenkörper auch schon für größere Fahrzeuge mit Motorantrieb anzuwenden versucht. Verkehrte Welt. Gleich kommst Du zu mir, Karlchen!" Erst dann, Tante, wenn Du mir noch ein Stück Kuchen gibst!" Nein. Du bekommst keinen Kuchen mehr!" So?! Dann komm' ich auch nicht zu Dir! Ich will Dir Deinen Eigen sinn schon abgewöhnen!" Moderne Conversat i o n. Erster Herr: Heute sehr viele Damen da!" Zweiter Herr: Und hübsche Ziffern darunter !" Aus der Kaserne Sergeant: Was machen Sie denn da oben?" Rekrut: Ich will auf den Heuboden." Sergeant: Ja haben Sie denn noch nicht gefrühstückt?!" Bedenkliche Verstärkung. Richter (zum Zeugen): ...Es hat den Anschein, als ob Sie nicht die Wahrheit sprechen würden!" Zeuge: Entschuldigen. Herr Gerichtshof, ich red' sogar mehr als d' Wahrheit!" ..Roch schlimmer. A.: Ich verstehe es wirklich nicht, nie hast Du etwas zu thun; ja, hast Du denn gar keine Patienten? B. (junger Arzt): Ja, Patienten habe ich schon, aber sie sind Nie krank. Beweis. Gast (Erfinder eines Haarbalsams, zur Wirthin):. .......und Se wollm noch bi.baurt:n. me.n 2acWuchsmittel hätte keinen Erfolg bei Ihnen gehabt? Ihre Haare schwimmen ja schon in der ?uppe herum! D e r e r st e Z w i st. Sie: Die Zeiten ändern sich! Jetzt zankst Du immerwährend mit mir und einstmals sagtest Du: Du wolltest lieber mit mir in der Hölle, als ohne mich im Paradiese sein." Er: Ja leider! und der Wunsch ging m Ersullung!"

An Aalmatietts Küste.

Seit einiqen Jahren wird Dalmatien häufiger von Touristen besucht, als dies früher der Fall war,' allein noch immer hat dieses merkwürdige Land einen so bedenklichen Leumund, daß es vielfach das österreichische Algier" genannt wird. Und doch gibt es von Algier mancherlei zu loben, wenngleich das Leben in den von der Natur am reichsten gesegneten Gegenden noch überaus primitiv ist und der Tourist meistens auf jeden Comfori verzichten muß. Das lieblich: Lacroma gilt als die schönste Jns?l der Adria und einen prächtigeren Uferstrich, gleich dem zwischen dem malenschen Trau und dem aufstcebenven Spalato die Küste der Sieben Ansicht von Trau. Castelle" findet man rings im Umkreise der Adria nirgends wieder. Dort ist die eigentliche Riviera Oesterreichs. Ueberaus reizvoll ist tvxi zui von Trau nach Spalato, längs dem Gestade der Sieben Castell:" und vber die Höhe von Bella Vista, zwischen Gravosa und Ragusa, oas man mit Monaco verglichen hat. An der westlichen Flanke dieses UferstricheS liegt die Insel Bua, neben dieser ein kleines Eiland und auf le?.t;rem die Stadt Trau, die man den Wcknhafen Dalmatiens nennen könnte. Die Drehbrücke, welche die Stadt mit dem Festlande verbindet, schwankt unter der Last bepackter Tragthiere und Weinkarren. Mancher, der seine Lieb lingsmarke Bordeaux" schlürft, hat keine Ahnung davon, daß der gute Tropfen am Uferstrich der Sieben Castelle" gewachsen ist. Die Transformation des herben dalmatischen Dalmatiner. Küstenweis in ein veredeltes" Naß, in einen Lafitte", Latour," Cha-tcaux-Margaur" oder Haut-Bnon" bedarf nicht einmal der Kunstgriffe. Der herbe, dunkle Küstenwein iit von erstaunlicher Billigkeit, sagt aber eincm verwohnten Gaumen kelnesweas zu. Dagegen sind vorzüglich und viel gesucht der Augava von der Insel Brazza, der Maraschino" und Vino Tartaro" von Sebenico, der Malvasier" von Ragusa der Rosenmuskat" von Almissa, der Peceno" und Prosecco" von Sabbion'.ello und so weiter. Trau ist das gefeierteTroahir (Tragurium der Römer) und macht von außen wie von innen ganz und gar den Eindruck einer Venecianischen Stadt aus dem Mittelalter. Der alte Hafenthurm, die verwitterten Bastioncn am Hafenthor, das Rathhaus, die Loggia, die vielen Kirchen verlelyen der Stadt ein romantisches, feudal mittelalterliches Gepräge, wie man es in Dalmatien Ragusa etwa ausgenommen nirgends sonst wiederfindet. In der That war Trau einer der Hauptstützpunkte der venetiani schen Republik in Dalmatien. Die Venetianer haben auch das stattliche Hafenkastell errichtet; dagegen wurde der runde Thurm von den Bewohnern und deren Verbündeten, den Genuesen, als Während derWeinlese. Schutzwehr gegen Venedig errichtet. Die größte Sehenswürdigkeit ist aber der Dom, der schönsteKirchenbau Dalmatiens. Mit der Insel Bua ist oie Stadt durch eine steinerne Brücke verbunden. Von einer der flachen Höhen der genannten Insel genießt man. einen zaubervollen Rundblick auf. den vorliegenden schmalen Meeresarm, die altersgraue,. rings vom Meere umfluthete Stadt und das üppig grüne Ge pad: des Festlandes, über welches der l? ächtige, in seinen oberen Theilen völlig nackte Monte Carban emporsteigt. Kein Uferstrich Dalmatiens, selbst der von Ragusa nicht, weist eine ähnliche üppige' Vegetation auf wie der ttüstenstreifcn zwisScn Trau und Spalato. Seinen Namen hat ditseö Gebiet von sieben Trutzburaen. welche vcnecianische Adelige zum Schutze gegen ' Türkennoth errichten mußten. Sie erhielten dafür die Ländereien an der Riviera. An Stelle der Castelle sind Ortschaften getreten, welche als belle Schnur das arune Gelände sau men und wesentlich zu seiner Veleouna beitragen. An ' der östlichen Lehne

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zieht die Bahn durch Tunnels auf die Hochebene der Zagorze hinauf und

weiterhin nach Sebenico, mit einer M o r l a k e n. Abzweigung halbwegs in das Innere oes Landes. Der Naturpark an der Riviera der Sieben Castelle ist dem vollen Südlichte ausgesetzt und im coroen ourcy ven breiten Nucken des Küstengebirges geschützt. Weithin glänzt das Laub der Weinaelände. im Vorfrühling irrlichtert es weiß in den candelbaumen, das graue Gespinnst der Oelbäume verdeckt den weißen Kalkfels, allenthalben schatten Gruvpen von Feigenbäumen . . . Wir kommen an Eaftell Nuovo und Castell Vecchio vorüber und aelanaen in der Folge nach Castell Vitturi und Castell Gambio. Allerorten waltet der Zauber des Südens zwischen Meer Wohnstätten in Spalato. und Himmel, auf den Felshöhen und im Gartengrün. Die Luft ist weich, vonWohlgerüchen durchwürzt, die dem aromatischen Boden entströmen; im Glanz der Sonne ist em Flirren und Flittern, heiter schmiegt sich die See an die fernen blauen Inseln und in die Buchten des Festlandes. Der Gesammteindruck ist weit mehr hellenisch als italienisch. Auch die Staffagen tragen zu diesem Vergleiche bei. Die morgenländisch bunten Costüme, die rothen Käppchen oder das Fez, die faltigen Pluderhosen, die scharsgeschmttenen südslavischen Gesichter, sowie die Gewohnheit des Wafsentragcns sind Wahrnehmungen, die mehr an den Orient als den Occident erinnern. Wo die Landschaft der Sieben Castelle im Osten endet, breitet sich das Ruinenfeld von Salona aus, inmitten der herrlichen Campagna von Spalato. Hier ist klassischer Boden ein Stück Rom am illyrischen Gestade. Das seinerzeit von den Avaren zerstörte Salona ist die an antiken Funden reichste Trümmerstätte an der Westseite der Balkanhalbinsel. Der Spaten hat ansehnliche Baulichkeiten, zahlreiche Sarkophage, Fragmente von Bildsäulen und eineMenge von Gebrauchsgegenständen bloßgelegt. Auch räumlich ist die Ruinenstätte von Bedcutung. In der Bucht von Vraniza hat man das römische Arsenal zu suchen. Die einsame Stätte, welche Aufdem Markt in Spalato. rings von einer üppigen Pflanzenfülle umgeben ist, erhält ihren malerischen Hintergrund in dem aufstarrenden, ungeheuren Kalkblocke des Mossongebirges und dem Gcierneste Clissa. das ihm zur Seit: an der Bergstraße hängt. Die Campagna mit ibren Olivenund Feigengärten und den Eichen und Platanen endet dort, wo die Stadt Spalato am flachen Ufer sich ausbreitet. Fast alle Städte Dalmatiens sind in die Felsen hineingebaut; Zara und Spalato machen hiervon eineAusnähme. Dagegen hat ein Theil des letzteren die Einschnürung, welche es drückt, nicht abwerfen können und zwar aus nahe liegenden Gründen. Die ganze Altstadt liegt nämlich innerhalb des Bezirkes des ehemaligen diocletianischen Schlosses, und die einstige Hauskapelle des Römertaisers ist zum christlichen Dome geworden. Daher der seltsame Anblick vom Meere ber: die lange, altersgraue, fenster durchbrochene Mauer, welche einen Theil der Riva säumt und nichts anderes ist, als die Südfront der ehemaliacn Kaiserburg. Spalato hat einen geräumigen Hafen , und dort hat die in das Innere des Landes führende Eisenbahn ihren Ausgangspunkt. ' Auch etwa Z. Nun, macht Ihr Sohn gute Fortschritte im Rus sischen?" O ja, er verzehrt schon jeden Tag sein Talgllcht!" EingebilzterBettler. Bettler: Wollen Sie nicht die Güte haben, meinen Verdauungsapparat mit etwas warmer Suppe zu beschafti gtt?" NetteFamilie. Richter (zu einem jugendlichenAnaeklagten): Warum sind Sie nicht bei Ihren Eltern?" Ja sehen Sie, das trifft sich immer so schlecht; wenn ich mal draußen bin. sitzen sie im Gefängniß, und wenn Z sie draußen sind, bm ich drm!" .

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Ter Maschmcn-BWljzucr. Bisher galt dasMeißeln von Kunst.

werken in Stein und Holz trotz aller Fortschritte der Maschinentechnik alse in unantastbares Vorrecht der Menschenhand.aber auch in dieses Vorrecht hat eine durch Fromm, Grüne u. Co. in der Berliner Gewerbeausstellung vorgeführte Maschine, die Wenzelsche Universal - Copirmaschine für Bildhauerarbeiten figuralen und orna mentalen Charakters, eingegriffen. Die Maschine, erfunden von Civilingenieur Alex. Wenzel-Berlin, arbeitet Reliefs und volle Figuren aus Holz und aus Stein, und zwar liefert sie nicht nur ein Kunstwerk, sondern gleich stets sechs derselben Art. Der Bildhauer fertigt ein Modell aus Gips, dieses wird in die Maschine unt dem Stift eines Führungskopfes als Lehre eingespannt, und nun beginnen die an einem gemeinsamen Träger senkrecht gestellten, schnell, rotirenden Bohrer Die Copirmaschine. das Modell in ebenso viele Holz- oder Marmorblöcke zu Punktiren und ge--wissenhaft zu übertragen. Da das Gipsmodell bei häufigemGebrauch sich schnell abnutzt, so stellt man von ihm einen Abguß in hartem Metall her.um diesen als Lehre in die Maschine ein spannen zu können. Diese Metalllehre kann immer wieder zu neuen Covien benutzt werden. .Die Bohrer der Maschine, die durch Riemenübertragunz von einem Gas-, Dampf- oder elektrischen Motor betrieben werden können sind von den verschiedensten Formen; sie rotiren mit äußerster Geschwindigkeit und machen in der Minute etwa 2500 3000 Touren. Das Eigen artige besteht darm, die Bohrer Bewegungen vollführen zu lassen, die in ih rer Vielgestaltigkeit den mit demHandmeißel auszuführenden nach Möglich keit entsprechen. Diese Bewegungen sind in der Horizontalebene zwei sich kreuzende, in der Verticalebene eine auf- und abgehende, sowie eine rotrrende. Für die Bedienung der Mafchine ist nur ein einziger Arbeiter erforderlich; er führt den Stift des Führungskopfes über die Lehre. Schon nach kurzer Uebung vermag er eine brauchbare Arbeit zu liefern. Be! Marmor ist die Leistungsfähigkeit der Maschine mindestens viermal größer als jene des Bildhauers, der mit der Hand den Meißel führt. Bei Holz ist das Ergebniß noch günstiger. Architektonische Gegenstände wie ornamentirte Friese, Capitäle u. s. w. liefert die Maschine vollständig fertig, während zur Ausführung vollständig künstlerischer Arbeiten erforderlich ist, daß durch einen Bildhauer die letzte Hand an die Arbeit gelegt wird. Der Schmelz der Jugend. Also Du hast auch nichts mehr? Nein! Auch der letzte Silberling ist geschmolzen. Aha! richtig Der Schmelz der Ju. gend!" Fachmännisch. 'M2 Klavierlehrer (zu sewer Frau, Mi ihn im Dunklen auf die Nasenspitz, küßt): Eine Octav ti'fer. leb, Clara!' . DerAermste. Hat Ihre Frau auch ein sogenanntes Stecken Pferd?- Ja mich'.Neues Wort. Wie gefällt Ihnen die Tochter des Bäckermeisters Wampel?" O. eine sehr hübsche Sem. melblondine'.K a s e r n en h o f b l ji " Unteroffizier: Himmelkreuz jähriger Meier, Ihr Gaul ist do, Bärse. woSie immerHausse und spielen können! Das Rad der Ze Freund: Für wen sind alle die der?' Gatte: Für meine Frc Cousin, den Rittmeister und der tor." Freund: Und das fünfte Gatte: .Das bin ich.-.

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