Indiana Tribüne, Volume 20, Number 52, Indianapolis, Marion County, 8 November 1896 — Page 2
tz' ' - Zean's Arief. Von Paul Feval Jean war sechs Jahre alt. Außer lincr an öeiden Knieen durchgescheuerten Hose, blondem Lockenhaar, einem zerrissenen Röckchen und dito Stiefeln nannte er nichts sein eigen. Darin fror und hungerte er (denn es war ein Winterabend und seit Mittag vorigen Tages hatte er nichts gegessen), als ihm der Gedanke kam, der guten Mutier Gottes einen Brief zu schreiben. Jetzt muß ich vermelden, wie Jean, der weder lesen noch schreiben konnte, das anfing. , Da draußen in einem Vorstadtgäßchen, nicht weit vom Invalidenhaus, lag die Bude eines Privat-Con sulenten. Derselbe war nn alter, brummiger, verabschiedeter Soldat, keineswegs reich und so unglücklich, nicht lahm genug geschossen zu sein, um m's Jnvalidenhaus aufgenommen zu werden. Jean trat bei ihm ein und sagte: Guten Tag, ich mochte gern einen Brief geschrieben haben." Macht zehn Pfennig", antwortete Papa Bouin, worauf Jean höflich sagte: Dann entschuldigen Sie bitte." Und er öffnete wieder die Thür und wollte gehen; aber Papa Bouin fand Gefallen an ihm und fragte ihn : Bist Du ein Soldawkind, Stöpsel?" Nein", erwiderte Klun-Jean. ich bin Mama's Kind; sie ist ganz allein". So", meinte der Redacteur, kenn' ich. . . Der Brief soll Dir was zu essen schaffen, he, Knirpse Ja", antwortete Jean. I Na schön, also los!" Und Papa Bouin tauchte die Feder in's Tintenfaß, dann fragt: er: Wie heißt er, Stöpsel?" Welcher er?" fragte Jean zurück. ; Nun, der Herr, Kreuzsakra!" Jetzt verstand Jean und antwortete: 's ist kein Herr." Ah. schau. . also 'ne'Dame?" Klein-?lean ward puterroth. -Es ist aber auch wirklich nicht sehr angenehm, sich mit solch' Heiklen Correspondenzen an .einen öffentlichen Briefschreiber wenden zu müssen. Aber er faßte sich ein Herz und sagte: Ich will der Mutter Gottes einen Brief schicken." Papa Bouin -lachte nicht. Er legte die Feder nieder und nahm die Pfeife aus dem Munde. Stöpsel", sprach .er strenge, ich nehme an. Du willst Dir nicht mit mir altem Manne einen Spaß erlauben. Du bist noch zu Aein, um Dir Eins zu geben. Linksum kehrt! Und mach' die Thür von draußen zu." Jean gehorchte .und zeigte seine Hacken: ich meine die seiner Füße, denn an dem Schuhwerk hatte er ja keine mehr. Als tx ihn so gehen sah, betrachtete ihn Papa Bouin ein zweites Mal von Kopf bis zu Füßen. . Himmellreuzbombenelement noch", brummte er, es giebt doch zu viel Elend in diesem Paris. . . He. Knirps, was willst Du der .heiligen Jungfrau schreiben?" Ich will ihr schreiben, daß Mama seit gestern Nachmittag 4 Uhr schläft, und ob sie nicht so gut .sein will, sie zu wecken; ich kann's nicht." Dem alten Soldaten ward die Brust zu eng. tx hatte Furcht zu derstehen. So fragte er Jaon Neuem : Was sprachst Du denn üom Essen
vorhin?" Nun," antwortete oas Kind, sie braucht's. Bevor sie einschlief, hat Mama mir das lete Stückchen Brot gegeben." Und sie? . - Was hatte sie gegessen?" Seit zwei Tauen .hat sie immer ge sagt: Ich habe leinen Hunger." Wie hast Du's angestellt, als Du sie wecken wolltest?" Nun, wie immu, .ich habe sie gelüßt." Papa Bouin fuhr mit zitternder Stimme fort: Und als Du sie küßtest. hast Du da nichts bemerkt?" O doch. . . sie war so Zalt. . . und sie rührte sich nicht. . inrd ihr Kopf war hintenüber gesunken und ihre ge schlössen! Augen schienen in oen Him mel zu schauen." Papa Bouin duchte nach: Ich habe Die Reichen beneidet, ich, der ich gut esse und gut trinke. . und sie ist vor Hunger gestorben. . . vor Hungert. . . Er rief den Knaben zu sich, .setzte rhn auf's Knie und sprach sanft: Stöpsel, Dein Brief ist geschrieben, abgeschickt und angekormuen. Führe Wich zu Dem Mutter." Ich will schon; aber warum totl nen Sie? fragte Jean erstaunt. Ich weine nicht," antwsrtete iei alte Soldat, in dem er den Knaben mit Küssen erstickte und nii Thränen überströmte. Schau, ich hatte auch eine Mutter, 's ist -schon lanze her allerdings, aber wenn ich Dich so bt trachte, da sehe ich sie wieder auf dem Sterbebette liegen, wo siem!r scheifond sagte: Äruno, bleib' ein brav Mensch." Er stand auf. schloß das Kmd Z seine Arme, preßte eö an seine Brust und sprach wie zu einem unsichtbaren Wesen: -1 Siehe, alte Mutter. Du kannst jetzt zufrieden sein." Th so ! Warum sind Se ä so vergnügt. Herr Blütheles?" Wege 'm ä Deficit!" Nu', da lacht mer doch mr!" Wieso? Schließ ich doch Heuer ab wH ßwai Töchter weniger!" Bergaloppirt. Vater (im Eifer): Laura, nimm Dir ja einen gescheidten Mann Deine Mutter hat leider mehr auf's Geld gesth'n!" I u r i lt i sch ausgedrückt. Frau: Dieser Är!ef zeigt uns Mamas Ankunft an." ZZxhter: .Her mit Um Strafmandat!" .
Mrs. Yruce öekcyrt wurde.
Ekizze nach dem Leben von 23. v. echter brand. Die reiche Mrs. Bruce, eine noch junge Wittwe, war umsonst in der großen Stadt herumgefahren, von einem prächtigen Modewaarengeschäft zum andern, und als sie jetzt aus dem letz ten heraustrat, ohne daß es ihr gelun gen war, den prächtigenSpitzenschleier, den sie zu einem Feste am nächsten Tage bedürfte, zu kaufen, da war ihre Stirn umwölkt. Es war ihr, als sei ihr Uebles widerfahren und als habe sich die ganze Welt gegen sie verschwor ren. Der Schleier war unbedingt nothwendig zu ihrem Costüm, und den Triumph über ihre Nebenbuhlerinnen, den sie sich fchon im Boraus so lebhaft ausgemalt, sah sie nun entgleiten. Kein Wunder, daß die verwöhntFrau, die im Schooße des Luxus lebte und sich fast nie einen Wunsch zu dersagen brauchte, verstimmt war. Als sie quer über das Trottoir nach ihrer eleganten Equipage schritt, vor der die wohlgenährten Pferde schon vor Ungeduld den Schnee scharrten, da näherte sich ihr, mit herabgezogener Mütze und flehender Geberde, ein Mann, dem die Noth und der Hunger aus den Augen blickten. Aber Mrs. Bruce war nicht in der Laune, mildthätig zu sein. Ein schroffes: Ich gebe einem Bagabunden nichts." und sie stieg in die Kutsche, deren Thür hinter ihr zuschlug. Der arme Mensch, dem sie so begegnet, blickte den Rossen nach, indem sich der finstere, verzweifelte Blick seiner Augen vertiefte. Er folgte langsamen, rnüden Schrittes dem Fuhrwerk, bis zur nächsten Ecke der Straße. Dort war ein Auflauf, und Menschen und Wagen hatten sich gestaut. Auch Mrs. Bruce's Kutscher war aenöthigt zu halten. Neben der Dame da drin, der die Unmuthfalten noch immer die weiße Stirn durchfurchten, saß ein kleiner, hübscher Knabe, ihr Kind. Als der Wagen hielt, sprang der Kleine heraus, um zu sehen, was es gebe, und da er einen italienischen Orqeldreher in der Menge bemerkte, der seinen Affen Geld einsammeln ließ, so drängte er sich vor, denn das war etwas, was einen Jungen seines Alters interessirte. Plötzlich ein Schrei, ein Hin- und Herfahren btz Menge, und ein unbeschreiblicher Wirrwarr. Die Stimme eines blauröckigen Polizisten ertönte, der die Menge aufforderte, auseinanderzugehen und seinen Knüppel über dem Haupte schwang, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Im selben Moment aber, in dem die Menge auseinanderstob, scheuten die Pferde vor dem Wagen der Mrs. Bruce, und der kleine Aleck, der nunmehr hülflos inmitten des wüsten Lärms und Gedränges war, wäre im nächsten Moment unter die Hufe der Pferde gerathen. Ein Mann in schäbiger Kleidung jedoch war sein Retter. Mit kühnem Griff erfaßte tx den Knaben und trug ihn auf seinen Armen in Sicherheit. Als er der zitternden und aufgeregten Mrs. Bruce ihr Kind wiedergab, da bemerkte diese zu ihrer tiefen Beschämung. daß der Mann jener Hülfesuchende war. der sie wenige Minuten vorher so schnöde abgewiesen hatte. Die Röthe der Verwirrung bedeckte das feine Antlitz der reichen Dame, als sie jetzt demselben Manne stammelnde Worte des Dankes sagte. Zugleich griff sie nach ihrer Börse und entnahm derselben einige Scheine, die sie ihm hinreichen wollte. Er aber trat zurück und sprach, mit einer Geberde beleidigten Stolzes: Madame, selbst ein Vagabund, der ich Ihnen scheine, hat ein Herz. Wenn Sie mir aber Dank schuldig zu sein glauben, so bitte ich Sie, mich zu besuchen und zu sehen, ob ich der Hülfe bedarf und ob ich ihrer werth bin." Wie . heißen Sie?" frug Mrs. Bruce, der der Auftritt peinlich war. . Gustav Lindner," und er gab ihr seine genaue Adresse, die sie zu Papier brachte. In einer Stunde bin ich bei Ihnen, da Sie das wünschen," rief sie, indem sie dem Kutscher weiter zu fahren befahl. Es war in einem Hinterhaus, in einer Nebenstraße gelegen, wo nur die tiefste Armuth ihrQuartier aufgeschlagen hatte, wo sie den Retter ihres Kindes wiederfand. Drei Treppen hoch ging's, knarrende, unsichere Stufen hinauf, und der Dunst des Elends schlug der verwöhnten Dame schwer auf die Brust. Als sie die enge Stube betrat, erblickte sie Lindner. der ihr entgegenkam, und dessen abgehärmtes, bleiches Weib, die schüchtern . und befangen zur Seite stand. In einem. Bett lagen zwei kranke Kinder mit siebergerötheten Wangen. -Der. Geruch von Medicin schwebte in der Luft. Im Ofen war kein Feuer, und das Zimmer barg nur noch das' allerdürftiaste Mobiliar. Auf diese Scene des Elends mit der Hand deutend, sagte Lindner:. Sie sehen, Madame, oaß ich nur aus bitterster Noth zum Bettler geworden bin." . Mrs. Bruce war tieferschüttert. Erzählen Sie mir, bitte, wie Sie in diesen Zustand gerathen sind." Es e.iebt da nichr viel zu erzählen," erwiderte er. Vor fünf Iahren hier angelangt aus meinem Vaterlande Deutschland, hatte ich zuerst ganz leidlichen Verdienst in meinem Handwerk Tischler sodatz ich mit meiner Familie ein Häuschen in der Vorstadt bewohnte. Dann hatte ich einen Unfall bei der Arbeit Sie sehen, daß meine linke Hand verkrüppelt ist und so mußte ich mich nach anderen Verdienst umsehen. Meine Krankheit batte meine Ersparnisse aufgezehrt. Ich fand nichts Passendes es sind schleckte Seiten ;rtt meine verkrüppelte
Hand verbot mir die meiste lohnende Beschäftigung. Ich war genöthigt, meiner Frau, die mittlerweile Beschäftigung als Hosennäherin auf'S Stück für Bruce, Sprague & Co. gefunden hatte, zu helfen. Das älteste Kind, ein Mädchen, half mit. So waren wir im Stande, bis zu $1 den Tag zu verdienen. Aber die Preise für die Arbeit sanken von 18 auf 15 Cents dasPaar, dann auf 13 und 12, schließlich auf 10." Um Gotteswillen unsere Firma zahlte Ihnen solche Hungerlöhne," unterbrach Mrs. Bruce. Jawohl, Madame, und als jetzt meine beiden Kinder krank wurden, und der Winter kam, da geriethen wir in Rückstand mit der Miethe. Der Agent drohte mir, uns am Schluß des Monats hinauszuwerfen, wenn wir nicht den rückständigen Zins zahlen. So, in bittersterNoth, bin ich zumÄttler herabgesunken es war heute das erste Mal." Tiefathmend schwieg der bleiche Mann. Frau Bruce aber standen die Thränen in den Augen. Wer ist Ihr Hauseigenthümer?" frug sie. Lindner zog eine Quittung aus der Vrusttasche und entfaltete sie. Frau Bruce las. Wie," rief sie, ich selbst bin die Eigenthümerin dieses Hauses? Ich wußte das nicht. Und mein Agent scheint, trotz meinen genauen Jnstructionen. hartherzig gegen bedürftige Miether zu verfahren. Lassen Sie mir diese Rechnung. Von heute an zahlen Sie nie mehr Miethe für dieses Zimmer, hören Sie?" Ich will das alles ordnen. Und hier" sie zog ihre Börse und entnahm derselben einen namhaften Betrag sorgen Sie für Alles, dessen Sie und die Ihrigen bedürfen. Ich werde Ihnen meinen eigenen Arzt schicken." Mit Dank nehme ich jetzt Ihre Hilfe an," antwortete Lindner, denn ich fehe, sie kommt Ihnen von Herzen. Und sobald ich wieder in besseren Umständen bin, will ich Ihnen das Geld zurückzahlen." Nein, nein, das nicht," fiel die reiche Dame ein. Betrachten Sie diese Kleinigkeit als einen schwachen Beweis meiner Dankbarkeit. Aber ich will mehr für Sie thun. Ich will dafür sorgen, daß Sie eine Beschäftigung erhalten, die sich besser für Ihre Fähigleiten und Ihre Bedürfnisse eignet." Frau Lindner, der währenddessen die Freudenthränen aus den Augen gestürzt waren, küßte die Hand ihrer Wohlthäterin, und diese entwand sich mit Mühe den Danksagungen des gerührten Ehepaares. Von jener Stunde an datirt ein völliger Wandel in dem Wesen der reichen Mrs. Bruce. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie Noth und Elend ihrer Mitmenschen von Angesicht zu Angesicht kennen gelernt, und der Eindruck bei ihr war ein nachhaltiger. Als Erbin ihres Mannes, der der (Thtf von Bruce, Sprague & Co. gewesen, berief sie eineSitzung der Actionäre, und trotz des heftigen Widerspruches des altenHerrn Morrissey. der seit vielen Jahren der Geschäftsführer war und dem ein Act der Gerechtigkeit gegen die Arbeiter und Angestellten des Hauses als purer Wahzsinn erschien, wurde in jener denkwürdigen Sitzung beschlossen, bessere LohnverHältnisse einzuführen. Dies geschah, und trotz der düsteren Prophezeiungen gen des Herrn Morrisey ruinirte sich die Firma nicht dabei. Im Gegen theil, die Geschäfte verbesserten sich und der Umsatz hob sich zusehends, und als am Jahresschluß die Aktionäre abermals eine Sitzung abhielten, und eine erheblich hohe Dividende erklärt werden konnte, da hörte aller Widerstand gegen die philanthropischenPläne der Mrs. Bruce auf. Aber dies war nicht Alles. Einer ihrer ersten Schritte war, jenen hartherzigen Agenten zu entlassen, der ihre Zinshäuser bis dahin verwaltet hatte, und einen jungen Mann anzustellen, der auf ihre Intentionen bereitwilliger einging. Stehende Regel wurde es bei ihr. darauf zu sehen, daß keiner ihrer vielen Miether, der durch unverschuldetes Unglück in Rückstand gerathen war, belästigt wurde, solange er den guten Willen zeigte, nach Möglichkeit seinen Verpflichtungen nachzukommen. Lindner wurde als Collektor angestellt, der die Miethe eincassirte, und kein besserer Mann für den Posten hätte gefunden werden können, denn mit einem lebhaften Pflichtgefühl gegen seine Wohlthäterin verband er Sympathie ' und ausreichende Personenkenntniß unter den Miethern, namentlich unter den ärmeren, und es ist seitdem nie ein Fall wirklicher Noth unter den Hunderten von Miethern der Mrs. Bruce vorgekommen, ohne daß er diese Dame nicht prompt davon in Kenntniß gesetzt hatte.' und das ge nügte bisher immer,-um sie zur rechten Zeit und in der richtigen Weise zur Hilfe anzuspornen. Ein . großer Theil ihres reichen Einkommens fließt zurück in die Hänve der Bedürftigen, und Mrs. Bruce hat nie den Tag bereut, wo sie Gustav Lindner getroffen und durch ihn zur besseren Kenntniß der Armuth geleitet worden ist. Kasernhofblüthe. Sergeant (zum Rekruten): Wegen der zwei Tage Kasernenarrest macht der Kerl ein Gesicht wie ein Zebra, dem man seineStreifen weggewaschen hat!" Boshaft. Der Herr Professor Grübelmann ist wohl sehr zerstreut." Schneider: Ja, der hat schon alsStudent vergessen seineSchulden zu bezahlen." Moderne Vertheidig u n g. Verbrecher: Das ist heute eine schwere Sache. Herr Doktor, da darf
es Ihnen im Nothfall auch auf einige I Tör?n nicht ankommen!".
"Flach Kckgorand. Humoreske von Max Hirschsett Dora lag im Schaukelstuhle, aber ohne zu schaukeln, weil sie fürchtete, diese Bewegung würde ihrem Ansehen als ernstliche Patientin Abbruch thun. Ihr Vater, der Professor Meiners, stand vor ihr und zählte in seiner pedantischen Art die Gründe auf. aus welchen eine Badereise nach Helgoland unthunlich sei, und zwar mit derselben Wucht, mit welcher er eine Stunde vorher seinen Secundanern die Ursachen aufgereiht hatte, aus welchen Cäsar es unternahm, den Rubikon zu überschreiten. Siebentens" sagte er. Dora lächelte. Sie hatte die ersten sechs Gründe überhört, weil sie für sich überlegte, welchen Eindruck es im Allgemeinen und auf eine gewisse Person im Besonderen machen würde, wenn sie sich auf der Strandpromenade in einem rosa Kleide sehen ließe. Hübsch genug war sie, das sagte ihr nicht nur ein Blick in den gegenüberliegenden Spiegel, sondern auch die jungen Lehrer des Gymnasiums, welche ihr standhaft den Hof machten. Siebentens, liebe Dora. ist Waldbach. unser altgewobiiter Sommeraufenthalt, der schönste Badeort, den man sich denken kann, und nicht so fern gelegen " Eben darum, Väterchen, kann man jetzt einmal eine Ausnahme machen, besonders wenn man mit solchen Leiden ausgestattet ist, wie ich " Leiden, Dora? Du siehst doch frisch und gesund aus. Was sollte Dir wohl fehlen?" Es läßt sich nicht bestimmt aus drücken Du würdest mich doch nicht verstehen , nur die Seeluft kann mir helfen." Ich denke, die Ostseebäder " Nein, nein, ich habe genau den Ba-der-Almanach studirt, für mich paßt nur Helgoland." Schließlich ist es doch gleichgiltig, ob Misdroy oder Helgoland " O, ich wußte ja, daß Du mein gutes Väterchen bist." Aber fällt mir gar nicht ein. Wenigstens müßte man doch den Arzt fragen, Doctor Steffen " Nur nicht Steffen, ich bitte Dich. Was ist das für ein Arzt? Herr Doctor." sage ich zu ihm, ich habe Migräne." O. das hat nichts zu bedeuten." Ich kann's gar nicht ertragen." Wird sich schon geben." Meinen Sie nicht, daß ein Migränestift gut wäre?" Das kann nichts schaden." Meine Tante rieth mir zu kalten Umschlägen." Sehr gut." MeineCousine Laura machte in solchen Fällen warme Umschläge." Versuchen Sie es damit." Und so weiter! Nein, von den Aerzten will ich nichts wissen." Nun aber, achtens " Vielleicht gehst Du lieber gleich zu zwanzigstens über. Vater." Es ist der letzte und gewichtigste Grund, mein Kind. Wir müssen sparen. Wir haben zu leichtsinnig in den Tag hinein gelebt. Wir müssen jetzt an Deine Aussteuer denken." Ich will nicht heirathen." Du bist schon achtzehn Jahre alt." Um so besser! Ich habe mich schon halb und halb mit dem Gedanken, alte Jungfer zu werden, vertraut gemacht." Auch gut. Aber nach Helgoland magst Du allein reisen wenn Du das Geld dazu hast." Gut, ich werde mir das Geld leihen von Onkel Edmund." Aber, Kind, bedenk' doch " Ich will aber nach Helgoland." Wir haben ja noch Zeit, uns die Sache zu überlegen." Durchaus nicht. Ich muß doch die Badetoiletten anfertigen lassen." Auch das noch?" . Ich will nach Helgoland." So nimm doch Vernunft an." Ich will nach Helgoland." Aber unsere Villa in Waldbach wird bereits in Stand gesetzt " Ich will nach Helgoland." .Der Professor seufzte, um so mehr, als er sich nicht frei von Schuld fühlte. Wie hatte er sein Töchterchen verzogen! Da sie die Stelle der dahingeschiedenen Hausfrau schon seit einer Reihe von Jahren ersetzte, war sie mit manchen Freiheiten ausgestattet worden, die sonst den Töchtern des Hauses versagt sind. Aber auch davon abgesehen war Dora. der Liebling der Familie und der Verwandten und wurde von Allen verhätschelt. Der Professor ging köpfschüttelnd hinaus und traf im Vorzimmer feinen Neffen Otto. Es verlangte ihn gar nicht zu wissen, welch' ein Anliegen dieser angeblich Jurisprudenz studirende junge Mann an ihn hätte, dagegen wollte er versuchen, die Dienste dieses sonst so unnützen Jüngltngs in Anspruch zu nehmen. Otto." sagte er. Du hörst doch jetzt ein Colleg über Lozik?" Ich ein Colleg über , ach, ich entsinne mich, ja!" Dann nimm Deine bisher erworbenen Kenntnisse zusammen, geh' hinein zu Dora und setze ihr auseinander,daß sie logischer Weise keine Badereise nach Helgoland beanspruchen kann." Kleinigkeit. Onkel! Du sollst 'mal sehen !" Als Otto eintrat, lag Dora noch immer im Schaukelstuhl. Nur hatte sie bereits angefangen, den Stuhl in Bewegung zu setzen. .Guten Morgen, holde Muhme." Guten Abend. Excellenz in spe." Weshalb Abend? Es ist zwölf Uhr Mittags." Um diese Zeit beginnt ja ungefähr der Kneipabend." Bah. was verstehst Du davon! Baden ist ebenso kostspielig wie Kneipen, besonders in Helgoland."
.Kneipen iumut, Baden stärk .
Laß doch daS Kneipen. Es war mir bisher sehr gesund." Laß Du doch das Baden. Das ist anerkannt gesunder." In diesem Tone ging es weiter. Wenn Dora nur weniger hübsch gewesen wäre, als sie schließlich in etwas erregter Weise ihre Antworten hervorsprudelte! Otto fürchtete, sich in seine Cousine verlieben zu müssen, und da er bereits eine gute Partie mit mehreren hunderttausend Mark und einer in Aussichtstehenden Erbschaft, im Auge hatte, trat er schnell den Rückweg an. Nun?" fragte der Professor, als er ihn kommen sah. Da hilft nur noch schweres Geschütz, Onkel. Ich werde die Mutter schicken." Nach einiger Zeit traf auch wirklich Ottos Mutter ein. Sie fand ihre Nichte in der Küche, wo sie die von der Köchin angefertigte Suppe carrigirte! Die Köchin war gerade zum Metzger gegangen, und so befanden sie sich unter vier Augen, was nach der Lage der Dinge auch das Nichtige war. Liebe Dora, hier riecht es so angebrannt." leitete die alte Dame auf's unzweckmäßigste ihre Sendung ein. Ich wüßte nicht, liebe Tante. Ich glaube, ich verstehe schon etwas von der Wirthschaft." Sei doch nicht so empfindlich." Ja. ich bin wirklich etwas nervös. Dagegen muß etwas geschehen. Papa will mich nach Helgoland schicken." Wie? Er will?" Wenigstens möchte ich, daß er wollte." Aber so nervös bist Du doch noch lange nicht." Ich werde es schon werden!" Aber wie Du mir nur antwortest! Das schickt sich gar nicht." Alles nur Nervosität." Und um ihre Behauptung zu bekräftigen, ließ sie sich auf den Küchenschemel sinken und brach in Thränen aus. Ich will nach Helgoland," schluchzte sie. Die Tante hielt es für gerathen, sich zurückzuziehen. Auf Thränen folgen Krämpfe oder Ohnmachten, das war ihr aus eigener Erfahruno erinnerlich. So etwas hat ein Dritter zu ertragen nicht nöthig. Dergleichen ist extra für den Vater oder zukünftigen iZatten bestimmt. Aber die Tante tröstete den Professor damit, sie wolle ihren Gatten. den Gerichtsrath, schicken. Wenn der nichts ausrichte, dann sei freilich Hopfen und Malz verloren. Der Gerichtsrath kam also und ließ sich von dem Professor den Fall" auseinandersetzen. Ein hübscher Criminalfall," sagte der Jurist grübelnd. Aber ich bitte Dich solche Ausdrücke " Nur Ruhe! Ich glaube, in diesem Falle würde eine Haussuchung zum Resultat führen." Drück Dich doch deutlich aus." Nun ja, Du kennst den Grundsatz: cherchez la feniine! Aber auch umgekehrt gilt es: cnercnez rhomme! Da steckt gewiß ein Mann dahinter!" Blamire Dich doch nicht, meine Dora denkt an dergleichen noch lange nicht." Führt sie ein Tagebuch?" fragte der Gerichtsrath, über die Entrüstung des Vaters ruhig hinweggehend. Nein, nicht einmal ein Wirthschaftsbuch!" Das erschwert die Sache. Hat sie nicht ein Poesie-Album, in welches sie von denjenigen Personen, die sie mit ihrer Freundschaft beehrt, Gedichte zum Andenken" oder zur Erinnerung" eintragen läßt, oder irgend etwas dergleichen?" Gar nichts." Welches ist denn jetzt ihre Lieblingslectüre?" Eine sonderbare Frage, die ich aber zufällig beantworten kann, Sie liest jetzt Chamissos Gedichte. Ich schenkte sie ihr zu Weihnachten." Gut. diesen Band möchte ich sehen. Man findet mitunter Bleistiftnotizen am Rande," murmelte er vor sich hin. Es ist unnütz." sagte der Professor, aber ich bringe es Dir." Da das Gedichtbuch auf Dora'S kleinem Schreibtisch unter anderenBüchern stand, war es leicht zu erlangen. Der Gerichtsrath blätterte darin und schüttelte mißmuthig den Kopf.. Nicht ein Bleistiftstrich fand sich in den Blättern. Ein schmaler Zeitungsausschnitt lag als Lesezeichen im Buch, auch diese beiden Seiten des Buches gewährten keinen Anhalt. Dora war in ihrer Lectüre offenbar bei der alten Waschfrau" stehen geblieben. Aergerlich wollte der Gerichtsrath das Buch weglegen, als es ihm einfiel, den als Lesezeichen dienenden Zeitungsausschnitt näher zu betrachten. Er las ein Inserat, in welchem eine billige Cigarrensorte angepriesen, wurde. Er kehrte das Blatt um und ließ ein Ah" der Befriedigung hören. Er las: , Der bekannte Tenorist Rosumoffski, dessen Concert gestern eine fo begeisterte Aufnahme fand, wird diesen Sommer in Helgoland zubringen, und wenn seine Gesundheitsverhältnisse es gestatten, die Badegäste durch Gesangsvorträge erfreuen." Der Gerichtsrath steckte das Blättchen zu sich und sagte: Widersprich ihr nicht, wenn sie wieder von Helgoland anfängt. Laß sie gewähren. Im Uebrigen verlaß Dich auf meinen Spürsinn." Damit drückte er ihm die Hand und ging. Zu Hause angelangt, trat er n das Wohnzimmer, in welchem seine Tochter Laura mit einer Handarbeit saß. Schönes Wetter heute, Laura!" Ja, Papa!" Es wird mit Macht Frühling. Ja. ja. nun haben die Tanzvergnügen ein Ende." .Ach ja. leider! ."
.Weniasiens habt Tthx noch die
Concerte. Ein gutes Concert möchte ich auch noch einmal hören." Aber, Papa, wir waren doch fast alle Woche im Concerthaus." Nun ja, Orchestermusik und der gleichen, aber Gesang möchte ich hören." Du setzest mich in Erstaunen. Du wolltest uns ja nie in ein Gesangsconcert begleiten. Dora und ich mußten immer allein gehen oder' mit Ottos Begleitung vorlieb nehmen." Nun ja, ich hatte wenig Zeit. Aber jetzt, muß ich gestehen, hätt' ich nicht übel Lust wer singt denn jetzt besonders ausgezeichnet?" Besonders? Mi? fällt Niemand ein. ..." Da wurde doch von einem Polen viel gesprochen.... wie hieß er gleich .... Muroffski...?" Rosumoffski, meinst Du?" Der wird es wohl sein. Gefiel er Dir?" Ach, er sang ganz reizend. Dora war so hingerissen, daß ihr beim Klatschen ein Paar ganz neue Handschuhe platzten." Ob das nur seinem Gesang galt? Er soll ja ein hübscher Kerl sein." O ja, Dora. . . ." Nun, was denn?" O nichts .... Er machte sich ganz gut." Dora ist vollständig verliebt in ihn ich war eben bei Meiners." Was? Woher weißt Du?" Sie stockte und erröthete. Uebrigens kann ich Dir von diesem Sänger eine Neuigkeit mittheilen, er hat in den nächsten Tagen Hochzeit. Dann wird er eine Hochzeitsreise nach Italien antreten." Aber es hieß doch, er würde nach Helgoland. . . Zeitungstratsch!" Woher weißt Du nur Alles?" Vom Notar Ehlers, der den Ehecontrakt aufgesetzt hat." Das war wieder brav zusammengelogen," sagte der Gerichtsrath zu sich, als er in sein Studirzimmer ging, aber," tröstete er sich, es war so gut wie dienstlich gelogen." Die Wirkung dieser Unterredung blieb nicht aus. Schon am Nachmittag besuchte Laura ihre Cousine Dora. Sie hatten ein langes Gespräch miteinander, und als Laura wegging, hatte Dora rothgeweinte Augen. Andern Tags sagte der Professor zu seiner Tochter: Liebe Dora, ich habe mir die Sache überlegt. Ich finde Dein Verlangen, diesen Sommer in Helgoland zuzubringen, nicht ungerechtfertigt. . . ." Nein, Papa, ich danke, ich will nicht mehr." Aber ich habe jetzt wirklich Lust bekommen, einmal einen anderen Badeort. . . ." Ich will aber nicht, ich komme nicht mit." So bedenke doch. . ." - Ich will nicht nach Helgoland." Der Professor wandte sich um und schmunzelte. Dieser Gerichtsrath." dachte er, ist doch ein Tausendsassa!" Hreu öis in den Tod. Das Spaßige an der Geschichte ist, daß er Poppy genannt wurde und daß ihr Name Daisy war. Sie hatten ihn Poppy genannt, als er ein kräftiges, rosiges, lachendesBaby war. Er wuchs nicht zu einem kräftigen, starken Mann heran; aber . sein rosiges Gesicht blieb ihm, und so blieb ihm auch der Name, den man ihm in der Kinderstube gegeben hatte. Niemand hatte je Poppy traurig gesehen. Von seinerSchulzelt bis in sein Mannesalter hatte er die Jahre hinweggelacht. Daisy war eine blasse Brünette. Es war keine Lebhaftigkeit in ihren sanften Zügen, und nur das tiefe Gefühl, welches sich in ihren .dunklen, Augen spiegelte, war ein Beweis dafür, daß Blut in ihren Adern rollte. Sie war immer ernst; sie konnte die Welt nicht anders verstehen. So gab sie auch ihr ganzes Herz an Poppy, als er es von ihr verlangte. Die ersten Tage nach ihrer Verlobung gehörten zu den glücklicbsten ihres Lebens. Sie slogen zusammen auf ihren Rädern durch die blumenreichen Pfade von Kent . . . Eines Tages fand Daisy. daß Poppy eine besondere Vorliebe für das fflirten habe, und sie wurde durch diese .Entdeckung bis in das Innerste ihrer Seele verletzt. Sie sagte es zuerst auch ganz sanft ihremPoppy, aber der lachte und meinte, sie sei ein liebeö, albernes, kleines Kind. Daisy versuchte es. sich selbst einzureden, daß dies so sei, aber es gelang ihr nicht. Sicherlich," sagte sie eines Tages, indem sie ihm zärtlich in die Augen schaute, sicherlich würdest Du sehr böse sein, wenn ich mit irgend emem Manne im TKeater oder auf der Straße flirten würde." Warum?" entgegnete er. Ich weiß, wenn Du es auch thätest, es hätte nichts zu bedeuten. Du bist mir ebenso treu, als ich es Dir bin. Treu bis ' in den Tod!" Der Ton, in dem er sprach, war leicht, aber die Worte waren es nicht. . Du verstehst wirkliche Liebe nicht, Poppy," sagte sie und von dieser Zeit an machte sie ihm keinen Vorwurf mehr. Aber sie litt deshalb nicht weniger und fühlte sich wie erniedrigt durch sein Betragen. Auf einem Ausflug zu Rad rastete sie einst mit einigen Freundinnen in einem ländlichen Gasthause. Ein Mann, mit dem Typus des Handelsreisenden, kam herein und verlangte, zumSchanktisch tretend, von der Verkäuferin ern Glas Wein und ein Lächeln." Em Schauer überlief Daisy. Sie suhlte, daß Poppy sich gerade so benehmen würde, wie der Har.dlungsttisLZdi',
) wenn er nicht einer anderen Classe an gehörte. Also war Poppy ein gemeinec Mensch? Nein, das war er nicht. Daisy erinnerte sich an sein gentlemanlikes Benehmen, das er unter keinen Umständen ablegte. Was war es also, das sie erschauern machte? .... Ein anderes Mal. als sie gedankenvoll auf die Stunde wartete, da Poppy zu ihr zu kommen pflegte, bat sie ihre alte Erzieherin. ihr etwas aus der Kinderzeit zu erzählen. Die gute Seele begann von ihrem eigenen Vater und ihrer e: genen Mutter zu sprechen und stoppelte eine Erzählung zusammen, von melcher Daisy kaum die Hälfte verstand, so gespannt lauschte sie hinaus, ob nicht der Schritt ihres Geliebten in der Zllen Strafe widerhallen würde. Die einzigen Worte, die sie von der Erzählung verstand, waren die: Mutter war eine Heilige ... so geduldig, arme. Mutter ... sie litt so viel . . ." War Dein Vater nicht gut gegen sie?" forschte Daisy. O ja! Mein Gott, er liebte sie zärtlich. aber, er war ein Flirter. Wissen Sie. ein angenehmer Mann, gerade so ein guter, netter Mann, wie es Master Poppy einst sein wird. Er hatte immer den Frauen etwas zu sagen . . . ." Daisy'S Herz schlug heftig. Immer den Frauen etwas zu sagen!" Es war so. Poppy meinte damit gar nichts", aber er hatte immer den Frauen etwas zu sagen ", wie die alte Erzieherin so unschuldig geschwätzt hatte. Wenn Poppy schon jetzt so war. was würde einmal daraus werden, wenn sie verheirathet wären? Nein, sie konnte den Gedanken nicht ertragen! Eines Abends nahm Daisy allen ihren Muth zusammen und erklärte Poppy, obwohl ihr schier das Herz dabei brechen wollte, daß sie ihn nicht heirathen werde. Du glaubst ja selbst nicht an das, was Du sagst," meinte Poppy lächelnd. Ich meine es so, Poppy." antwortete sie. Sie konnte nicht weiter sprechen. denn es war ihr, als ob ihr die innerste Seele aus dem Leibe gerissen würde. Ich könnte mich nicht mehr achten, wenn ich Dich flirten gehen lassen müßte; und Du weißt doch, ich könnteDich davon nicht abhalten. Oder könnte ich?" fügte sie hinzu, in ihrem innerstenHerzen hoffend. daßPoppy sie in seine Arme ziehen und ihr aufs Neue Liebe swören würde. Aber Poppy's Antlitz blieb unverändert, er wechselte nicht einmal die Farbe. Du liebst mich nicht." sagte er. Ich liebe Dich mehr, als Du begreifen kannst," entgegnete sie. Und es war so. Poppy drehte sich um und ging. Eme Weile hoffte sie, er werde zurückkehren.. Warum konnte er die frivole Gewöhnheit nicht aufgeben, die ihm doch nie mals das Glück zu gewähren vermochte, das ihm ihre lebenslange Erge. benheit sicherte? Warum kehrte er nicht zurück? Er kam nicht . . . Am nächsten Morgen fand man Povvv in seinem Zimmer todt. Er hatte sich eine Kugel ins Herz gejagt. Man fand keine Aufzeichnungen übe: die Ursache seines Selbstmordes, nur auf die Rückseite eines Theaterzettels hatte er mit Bleiyift die Worte geschrieben: Treu bis in den Tod!" Daisy's Antlitz wird von Tag zu Tag bleicher, und der Arzt glaubt, daß sie den nächsten Frühling nicht mehr erleben wird. Sie kann nicht leben ohne Poppy. Aber selbst wenn Poppy auS demGrabe auferstehen könnte und wiederkäme und nochmals um ihre Hand anhielte, sie würde ihn ausschlagen, weil sie weiß, daß er. auf dem Wege zu ihr das hübsche Schankmädchen um ein Glas Wein und ein Lächeln" bitten würde ... . ... Draußen im Schatten des Gartens rostet ein Rad Daisy fährt nicht mehr, seit Poppy sie verlassen hat. . . . Das ist der Weg. den manche Leute durchs Leben fahren . . . Triftiger Grund. Und wesbalb magst Du keinen Arzt heirathen?" Ach denk' doch, einen Mcnschen. der einem jederzeit aus der schönstenGardinenpredigt in diePraxiS gerufen werden kann." K i n d er m un d. Fräulein, wachsen die Schneckenhä'userln mit den Schnecken mit? Ja freilich! So! Warum wachsen denn die Hoserln nicht mit den Kindern? Nach der Badereise. Frau: Hast Du auch an mich gedacht, Männchen? Mann: Ach ja denn täglich wurde mir irgend eine Rechnung präsentirt. - K a t h e d er - Weisheit. Professor: Als Zeichen der Machtstellung Cäsars braucht nur angeführt zu werden, daß er mit seinem eigenen Kopfe Münzen schlug. Wohlthätig ist des Feuers Macht. Sie (schwär, .mend): Welche Poesie liegt doch im Feuer! Er sstnf: 7 "': Theil meiner V-r-, - Egoisi: f rs:-" iiuU c wirklich kein Birr .rch;? CVirL-l-nr,. eZ sind hochUcJ 2 N5c 'Lr;f 2::r iai ??ak und die Ui- it nr alieir!
orJUW 'k-T! hann. den Anz:!5 r.ttiV.tr..G,:t s'ch, ich V r schenk ihn Jbnk.i. Xttnsr: ':c. r.i iTi wahr, ich 1 rauch u,r. t:n'3chi:ci':-r nicht zu bezchle.? A n n v n :. :. Ziuf? Zitnbockr, sehr fromm u:.d evi ein;cfatri(?n" wegen Eonfirnct!on fefect biT ;;. zu verkaufen. N e r j ü n g u .z ö .u ' i i t Bankier: Trtf.lextavn, ?:ch rcird erscheinen der raf 6"Ir.i:Krg... setz' Dich ruien ti;:ir.th d?? De nicht so c-!tess I m 5 5 t ? l. Zlü: J?rdiiTtcdz hab' ich ele:.d geschiafm, ob aU Gewissens b'se ra:;; weij nicht
