Indiana Tribüne, Volume 20, Number 45, Indianapolis, Marion County, 1 November 1896 — Page 9
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El laue. Weine eisegenossttt. Von Friedrich Meister. Die iunae Dame erregte bereits meine Aufmerksamkeit, als unser Dampfer noch an der Landungsbrücke im Hamburger Hafen lag. Sie schien in der festen Absicht, mit Niemand ein Wort zu reden, an Bord gekommen zu sein. Wie eine Närstin schritt sie über das Achterdeck der Cajütenthür zu, hinter der sie dann zunächst verschwand. Voll von ihrem Bilde lungerte ich aus der Backbordseite umher, dann hatte ich plötzlich eine seltsame Empfindung : - ... r mt l 1 t. das schone Maoqen irano mqi neoen mir. Es lag gar kein Grund vor. weshalb sie sich nicht hatte damit ei len sollen, ein Ort war, vorlaufig noch so gut wie der andere, allem die That sache. daß sie gerade meine Nähe aus wählte, verstärkte noch den Eindruck, den sie auf mich gemacht hatte. Ohne merken zu lassen, daß ich sie ansah, ge lang es mir. einen Blick auf ihr ent zückendes Profil und ihre stolzen. dunklen Augen zu werfen. Rings um uns vollzogen sich die be kannten, dem Abgang eines Ocean damvfers vorheraehenden Scenen. Ich wagte eine hierauf bezügliche Be merkung gegen meine Nachbarin ober das verachtungsvolle Schweigen, mit dem man sie aufnahm, hatte sie nicht verdient. Endlich ertönte das letzte Glocken signal; die Lausbrücke wurde eingeholt und die Hammonia" schwang ihr Vordertheil langsam und maiestatlsch in den Strom hinaus. Die junge Dame stand noch immer an memer Seite. Ich raffte meinen Muth zu sammen und fragte sie, ob sie nach Amerika reise eine alberne Frage, da das Schuf ia nach Amerika be stimmt war. Sie sah mich an, sagte nichts und ging ab. Das Wetter war wunderschön. Die Passagiere standen in Gruppen überall herum und erfreuten sich der milden Nachtluft und des schattenhaften Ufer Panoramas. Einige von ihnen redeten mich an und wir unterhielten uns recht gemüthlich. Die schöne Wortlose war gleichfalls bis nach elf Uhr an Deck, aber sie saß ganz abseits und allem ; ob dre Poesie dieser zaubervollen nacht lichen Flußfahrt mit den blinkenden Lichtlein an den Ufern und auf dem schwarzen Wasser auch aus ihr Ge müth einwirkte, dafür konnte ich sei nerlel Anhalt gewinnen. Am folgenden Morgen sah ich Frau lein Eisenlohr so nannte sie sich. wie ich im Laufe der Zeit erfuhr beim Frühstück. Das Glück wollte, daß ich einen Platz an ihrer Seite ergatterte. Es gelang mir auch, meine Bekanntschaft mit ihr dadurch em we nig zu fördern, daß sie mir stillschwei aend gestattete, ihr von den aufgetra gegen Delicatessen zuzureichen. Auf diese Weise verlief dieses erste gememschaftliche Mahl recht befriedigend. Die Nordsee war glatt wie ein Spiegel und die kühle, salzgeschwängerte Luft verlieb trefflichen Appetit. Ein nachbarliches Gespräch hatte ich freilich nicht m Fluß bringen können; zu Weiterem als der Zustimmung zu meinem Wunsch, daß es doch immer so bleiben möchte, war sie mtii zu brin gen gewesen. Bei diesem Wunsche hatte ich naturlich das herrliche Wetter im Sinn gehabt, nicht etwa ihre marmorkalte Zurückhaltung. Den ganzen Tag lang wanderte sie an Deck umher und beobachtete mit ihren dunklen Augen im Sonnenlicht waren sie eher grau die grünliche See, den kreidigen Streifen deZ - Kielwassers und die schneeweißen Möven, oder sie saß unter dem Sonnensegel auf einer der Bänke bei der Glaskuppel des Salons, tiry Buch in ;der Hand. Sie trug in dunkelblaues Kleid, das ihre prachtvollen Conturen wirkungsvoll zur Geltung brachte. Niemand redete mit ihr, auch sie sprach zu Keinem. Beim Diner machtet ich mit Hilfe der pomrnes de.terre sau tes wieder einen klonen Fortschritt in unserer Bekanntschaft; derselbe war allerdings kaum der Rede werth. Eines Morgens, als ich aus meiner Koje kletterte, stellte h sich heraus, daß Wind und Wogen sich endlich aufgemacht hatten und daß die Hammonia" ganz erheblich stampfte und .schlengerte. Diesmal war die Frühstückstafel nur spärlich besucht. Fräulein Eisenlohr erschien jedoch pünktlich. wie immer, um ihren Platz neben mir einzunehmen. Das steigerte meine Hochachtung vor ihr. Ich nahm Mir vor, sie mit allerlei scherzhaften Anekdoten von Seekranken zu unterhalten. Ich bediente ihren Teller und begann dann eine drollige Geschichte zu erzählen. Zu meinem Schrecken sprang sie jedoch ganz plötzlich auf und eilte vom Tische und aus dem Salon, wobei sie das Taschentuch vor den Mund preßte. Fünf volle Tage lana hielt ihr Stolz oder irgend, eine andere Unpäßlichkeit sie in der geheiligten Abgeschlossenheit ihrer Kammer verborgen. Ich verzehrte mich vor Sehnsucht. Während dieser fünf Tage ärbeitete die Hammonia" sich mühsam, aber tapfer und unentwegt , durch Sturm und Sturzseen hindurch:' ihre Bewegungen dabei aber waren so heftka. 4. . ' van. oas üspazierengeyen an ea nne ehr. unbequeme und bedenkliche Sache trbc; ich brachte daher den größten dieser Zeit in meinem bequemen 'uhl zu. i
Die übrigen von 'der Seekrankheit
nicht befallenen Passagiere gelangten dadurch zu der Einsicht daß ein solcher Deckstuhl doch eigentlich das Ding war, das sie vor allen andern egenständen bätten mit an Bord bringen müssen. Die hier und da angebrachten . cf r,f Bänke waren, lowoyl was iyre 'ani . . r t , als auch ihre Beichassenyeii onia, gänzlich unzulänglich für Diejenigen, die sich daraus auszunreaen uno 10 das schlechte Wetter vttx zu uoerilehen gedachten: das bloße Deck war einestheils zu ordinär zu diesem Zweck. anderntheils bot es keinen stcyeren Ankerplatz, denn die, welche ihr Heil auf den glatten Planken versuchten, befanden sich in steter Gefahr, zu. rutschen und zu rollen und jede Bewegung der Hammonia" noleiis volena mitzumachen. Man betrachtete dafür meinen Deckstuhl.den ich in einer geschützten m. 1 t,ii mifctfrfn liUC UCIIUIU tyUUt, mi imvivyv.. Blicken. Am achten Tage der Reise klärte die Atmosphäre sich auf und Wind und See wurden ruhiger. Die Mahlzeiten fanden wieder mehr Theilnehmer. Nur die meisten der Damen seyiten noq. unter ibnen auch Fräulein Eisenlohr. Ich frühstückte wie ein König, dann zündete ich mir eine Havana an, ging an Deck und schlenderte meinem Sitzplatz zu, in der Absicht, mich dem Ger 1 rr 1. . f .... HUB oer Cigarre uno gern luiig bebrten Sonnenschein recht mit Beha gen hinzugeben. Mit Schied und Zorn aber mußte ich gewahren, daß mein Stubl verschwunden war. Wüthend lief ich umher und suchte in allen Ecken, bis ich innc wurde, dab Alle um mich her vor verhaltenem Lachen fastplatzen wollten.Plötzlich sah ichmich im Lee der Eapitänskajüte dem Fräulein Eisenlohr gegenüber. Ihre sonst so stolzen Augen waren trübe und glanzlos; ihr Teint, sonst von her zarten Farbe der Pfirsichblüthe, war bleich und fahl; der Mund, voriur um noch so selbstbewußt und charak tervoll. war halb geöffnet und schlaff, als fehle der Leidenden, die Kraft, die jetzt so blassen Lippen zu schtienen. O. diese Seekrankheit! Voll innigster Theilnahme beugte ich mich über sie, da hob sie die Augenlider um etwa ein Sechszehntel Zoll und murmelte mit ersterbender Stimme: O, Herr OrloviuS verzeihen Sie ich habe ja Wohl Ihren Stuhl. Nehmen Sie ihn bitte, nehmen Sie ihn!Selbstverständlich bat und beschwor ich sie, den Stuhl doch nur ja zu behalten; ich versicherte sie, daß ich unglücklich sein würde, wenn sie sich meinetweqen desselben berauben wollte wozu sie freilich auch nicht die geringste Anstalt machte. DreiTage widmete ich ihr die treue sien Ritterdienste; ich geleitete sie die Kajütentreppe' hinauf und hinunter, ich besorgte ihr allerleiLeckerbissen und Erfrischungen vom Steward, ich zer streute sie durch Geplauder und Er zählungen, ich las ihr sogar Gedichte vor meine eigenen, ungedruckten ja, ich machte ihr sogar den Hof. Und sie? Nun, sie fühlte sich recht wohl dabei und wurde mit wunderba rer Schnelligkeit gesund. Wir, ge wöhnten uns ganz unmerklich aneinder und zwar so sehr, daß der Eine ohne den Anderen gar nicht mehr ezistiren zu können schien. Zwar versuchte der Schiffsarzt, ein etwas zudringlicher Mensch, sich auf seine medicinischen Privilegien zu steifen, auch der Eapitän belästigte uns zuweilen, allein meine Stellung war bereits zu wohl befestigt und furchtlos konnte ich sagen: J'y suis yy roste. So lagen die Dinge, als, wir uns Sandy Hook, dem Vorposten von New Aork näherten. Obgleich ich mich mit einem einfachen Feldstuhl begnügen mußte, wenn ich bei ihr saß und - m meiner Eigenschaft als gesetzlicher Ei genthümer des Deckstuhls über sie wachte, so habe ich doch Niemals eine so wundervolle Fahrt über den Atlantl schen Ocean gehabt wie diese, und das war die zehnte oder zwölfte, die ich von Berufs wegen zu unternehmen hatte. Nur noch eine Tagereise waren wir von dem Ziel der Fahrt entfernt, da wurde unser Dampfer von einem Un fall heimgesucht, der Verwirrung.Ent setzen und Todesangst an Bord verbreitete, mir aber während kurzer Momente alle Wonne und Seligkeit eines langen Menschenlebens sozusagen concentrirt zu kosten, gab. Der Sturm hatte sich wieder aufgemacht. Gegen Abend war eine schwere, dunkle Wolkenbank über der nordwestlichen Kimmung ' heraufgestiegen und als ich bei Einbruch der Nacht Fräulein Eisenlohr, die durch die drohenden Wetteraussichten vom Deck vertrieben wurde, die Eampanjetreppe hinabführte, da wurde das Schiff von einem plötzlichen Windstoß so gewaltsam auf die Seite geworfen, daß ich mich mit aller Macht an das Geländer. Fräulein Eisenlohr sich aber mit aller Macht um meinen Hals festklammern mußte. Beinahe eine Minute lang ruhte mein Kinn in ihrem weichen, duftenden Haar, dann richtete das Schiff sich wieder auf,' Emmy das war ihr süßer Name ließ mich loö, huschte die Treppe vollends hinab und dann durch den Gang in ihre Kammer, ohne Adieu. Ich kletterte an Deck zurück, um die Kissen und Decken zu holen. Ein wüthendes Unwetter umtobte den Damvker. Es war jetzt aanzfinster: die .Hammonka stampfte und bäumte sich wie ein scheu aewordnes Roß: die See brach in schäumenden Katarakten Über die Reeling herein, der Sturmwind pfiff, kreischte und sauste durch die Takelung und heulte in tiefen, sonoren Tonen über den Oeffnunaen der
großen Sornsielne'. Schräg peklschle der Regen daher,' dieMatrosen schrieen
sich gegenjeltlg ,unverstanonche Worte zu und warnten die Passagiere, die sich m cmem oder dem anderen Wmlel verspätet hatten. Ich verlor eine von meinen Decken und fand endlich ganz durchnäßt Unterschlupf im Rauchsalon, wo ich noch ein halbes Dutzend arg zerzauster und geisterbleicher Genossen antraf. Hin und her geworfen, tastend, stolpernd und stürzend erreichten wir unsere Kammern. Ich kletterte in die Koje, warf den nassen Rock und die durchweichten Schuhe hmaus, legte mich auf den Rücken, stemmte die Ellbogen rechts und links an die Planken, um nicht dorthin geschleudert zu werden, wo Rock undSchuhe bereits lagen, und lauschte dem Klirren der zerorechenden Glas- und Porzellangeschirre, dem Poltern und Krachen der Koffer, Hutschachteln und ungezählten anderen Gegenstände, die umherflogen wie Würfel im Becher, und dem unheimlichen, dröhnenden, donnernden 'Geschnurr der Schiffsschraube, wenn der Dampfer seinen Stern hoch üb?r die Fluth emporhob und die mächtigen Schraubenflügel die leere Luft schlugen. Der Steward kam und löschte die Lampen aus, was bei solchem Unwetter Vorschrift ist. Die Sache wurde dadurch nicht anscnehmer. Mir wurde Warm, unerträglich warm. Es war Sommer, die rundenFenster waren beschlossen und verschraubt. Die Atmosphäre unter Deck war stets dumpsig, aber noch niemals zuvor hatte ich eine solche Bedrückung gesuhlt. Sollten wir in den Golfstrom gerathen sein? Hatte man etwa alle Ventilatoren geschlössen, um kein Wasser herein zu lassen? Ich lag wie in einem Dampfbad. Beine eingekeilte, unbewegliche Lage durfte ich Nicht ausgeben, um nicht aus der Koje auf den Fußhoden hinab zu fallen, woselbst neben anderen Dingen auch die zerbrochene Wasserkaraffe und mein Rasirgeschirr ein lebhaftes Spiel Nleoen. ' Bald stellte sich ein unerträglicher Vurn em. Die Lust wurde immer trockener, immer ungenießbarer. Zehn Minuten hielt - ich'ö noch aus, dann packte mich eine wahre Todesangst. Ich kletterte hastig aus der Koje und tappte, der Glasscherben und Rasirmesser nicht achtend, zu? Thür hinaus. Der Salon war mit erstickendem Nebeldunst gefüllt, wie man beim matten Schein der schwingenden Lampe er kennen konnte. Aus einigen der Kam mern waren die Passagiere heraus ge kommen und standen nivi.theils in den Thuren, theils im Salon, sich gegenseitig anstarrend und dabei krampfhast irgendwo festhaltend. Die Bewegungen des Schiffes waren ganz außerordentlich. Zeitweilig. stand der Fußboden vernähe senkrecht. Jetzt lag ich flach auf der Außenwand meiner Kammer, im nächsten Augenblick hing ich wie em Trapezkünstler an der Mes singstange, die ringS an der Vand ent lang lief. Um uns her stürzte und krachte alleS, waS nicht met- und na gelfest war,' mit wildem Getose durch einander und dazu donnerten die Wogen wie mit Hammerschlägen gegen die Schisssselten. . Mein Nebenmann an der Messing stange war ein alter Herr in Nachtkleidern. Eine nette Gegend!" brüllte er mir m s Ohr. Um anstrengende Ausem andersetzungen zu vermeiden, gab ich ihm durch Kopfnicken zu verstehen, daß ich durchaus semer Ansicht wäre. Am anderen Ende des Salons ging es in den Korridor hinem, der zu Fräulein Eisenlohrs Kammer führte. Ich gewahrte daselbst eine undeutliche geisterhafte Gestalt und steuerte darauf zu, mich unterwegs an den Stühlen und dem Tisch festhaltend. Ich hatte mich nicht getäuscht: '.sie war es. Ein Heller Schlafrock umfloß ihre graZlöfe Figur. Sie ergriff meine Hand. Sie schaute mich an, eine intensive Angst in dem Blick ihrer dunklen Au gen. Gott sei Dank, daß Sie gekommen sind!" rief sie aus beklommener Brust. Wie ich schon erwähnte, hatten wir während der Tage ihrer Genesung Freundschaft geschlossen, was allerdings nur dadurch möglich geworden war, daß ich keinen Augenblick die Geböte strengsten Eeremoniells und achtungsvollster Rücksicht vergaß. Ich behielt ihre Hand in der meinen und brachte mein Gesicht ganz nahe an ihre Wange es war dies nöthig, da sie sonst in dem allgemeinen Getöse meine Worte nicht verstanden hätte. " Haben Sie nichts zu fürchten!" rief ich ihr ins Ohr. Bischen Sturm draußen, auch steht ein bischen See! War aber recht, daß Sie .nicht in der Kammer blieben!" Sie schüttelte den Kopf. Der Sturm ist nichts," erwiderte sie. Nein, ganz und gar nichts!"-lachte ich herzhaft, als sei ich von KÄdesbeinen an mit dergleichen Trubel völlig vertraut. In meinem Herzen dachte ich jedoch anders. Und sie wenn sie den Sturm nicht fürchtete woher i C . . t ruyrie oann oer unoerrennoare uns druck todtlicher Angst auf ihren bleiöen Zügen? Ihre Blicke irrten wie suchend nach allen Seiten, und ihre zarten Nüstern prusten bang und sorschend den qualmigen Dunst. Sind Sie ganz sicher, daß uns weiter keine Gefahr droht?" fragte sie nach einer kleinen Weile. ' Der Ton ihrer Stimme - berührte mich seltsam. Welche Gefahr soll unS drohen?" entgegnete ich. Was bedeutet dieser Rauch?" rief sie heiser in mein Ohr. Ehe ich noch in antworten ver
mochte., geschah über uns ein detäubender Donnerkrach, als ob das ganze Firmament auf das Schiff herabqe-
fallen wäre. Wir-stürzten Beide zu ooen, und icy berührte dabei mit der Hand etwas Metallwerk, das von dem Teppich mcht bedeckt wurde. Das Metall war so heiß, daß ich mich ver brannte. Schnell raffte ich mich auf, nahm das halb ohnmächtige Mädchen in die Arme und es gelang mir. mit der theuren Last einen der Polsterdivans zu erreichen. Zu gleicher Zeit er goß sich eine ungeheure Wassermasse durch die Eampanjelucke in den Salon, um hier, den Schisssbewegungen folgend, mit Gebrause von einer Wand zur anderen zu prallen. -Sammelte sich die Fluth auf Steuerbord, dann stieg von dem Fußboden auf Backbord alsbald ein dichter, weißer Dampf empor, und umgekehrt war das gleiche der Fall,. Auf den Donnerkrach waren auch die übrigen Passagiere mit Geschrei aus ihren Kammern gestürzt. Sie sahen , die. schäumende Wasserfluth und den .wirbelnden Dampf und im Nu ertönte der Jammerruf: .Die Kessel sind explodirt!" In der natürlichen Voraussetzung, daß das Wasser aus den Kesseln ko chend sei, legte ich Emmy der Länge nach aus den Divan. Mich selber in Sicherheit zu bringen, blieb keine Zeit, denn schon schwappte die Fluth von Backbord zurück und umspülte mein Bein bis zum Knie. Ich stieß einen Entsetzensschrei yus; das war unmännlich, aber tch konnte nicht anders. Mir war, als müsse mein Fleisch bis yus den Knochen verbrüht sein. Ich vertrage eine gute Portion Schmerz aber trete mal einer, nur mit Strümpfen an den Füßen, in kochendes Wasser, ob er dann nicht ebenfalls schreit. Mit'einem Satz hockte ich auf dem Tische und nmklgmmerte mein Beinmerkwürdige es war gar nicht verbrüht. Das. Wasser, war kalt, das ent deckten jetzt auch die Anderen. Und dennoch stieg der Dampf vom Fußboden auf.'. Emmy erkannte die Ursache dieser Erscheinung-'zuerst, oder richtiger, dieselbe bestätigte den Argwohn, den sie bereits vorher gehegt hatte. - Gott sei.unS gnädig!" rief sie. ES ist Feuer im Schiff!" . Das Wort schlug ein wie ein Blitz. In wilderVerwirrung drängte sich Al. les aus dem Salon, die Kampanje treppe hinauf. Rette mich. Lothar!" flehte Emmy in diesem Moment des höchsten 'Schreckens rief sie mich beim Vornamen um der Liebe GotteS willen, Lothar, rette mich!" . Ich riß sie an meine Brust, als wäre sie em Kmd daoel war sie von Wuchs und Figur so stattlich wie eine Diana und sicherlich nicht unter hundertundfünfzig Pfunvchwer ich küßte ihre Wangen, ihre Augen, ihren Mund und sie wehrte mir Nicht. Festen, sicheren Schrittes stieg ich die Kampanjetreppe hinan, auf den Armen die lieblichste, schmiegsame Bürde. Wir erreichten das Deck.. Sier riß der Wind an uns herum, wie eine Legion Teufel, und die über uns herstürzenden Seeen brachten uns fast zum Fall. Lange hatte ich mich und Emm? nicht gegen die rasenden Elemente ausrecht erhalten können, wenn nicht :in sürsorgli cher Matrose gekommen wäre, der eine Leine um uns schlang und uns damit an einen Pfosten band. So standen wir, Herz an Herz, stundenlang. Die Zeit, die den andern Passagieren gewiß schneckengleich dahinkroch, verflog mir nur zu schnell. Denn hier gefesselt, im Sturmestoben, . von Spruhwellen gepeitscht. vom Regen umprasselt gestand ich ihr meine Liebe und sie-lieh mir ihr Ohr. Ich mußte ihr schwören, mit ihr m dasselbe Boot zu gehen, wenn zu diesem letztenRettungsversuch geschritten wurde. War das nichts möglich, dann sollte ich ihr gestatten, bei mir zu bleiben und an Bord des dem Verhängniß verfallenen Dampfers mit Mir gemeinschaftlich tn den Tod zu gehen. - Das waren Stunden voll von süßesten Glück, voll von Himmelsseligkeit für mich. Nie werde ich jenen Tageöanbruch vergessen: wie die zerfetzten Wolken vor der aufgenden Sonne zu fliehen schienen; wie der Sturmwind in scheuer Ehrfurcht sein Toben einstellte. . Ich schaute mich nach meinem Deckstuhl um er war verschwunden auf Nimmerwiedersehen! . . Inzwischen war daS Feuer im Raum von der braven Mannschaft bekämpft und gelöscht worden und mit der Morgmsonne kam zugleich vom Ausguck her der Ruf: Land voraus!" Alle Gefahren waren überstanden. Der Lotse kam an Bord und führte das schwer-mitgenommene Schiff, von dessen stolzer Takelung nur noch wenig übria geblieben war eine der stürzenden Raaen hatte Men Donnerrrach verursacht an Sandy Hook vorüber und in. den Hafen von New Z)vrk. Wieder stand Emmy Eisenlohr neben mir an Deck, ohne ein Wort zu sprechen. Als das Schiff in sein Dock zu Hoboken einlief und Alles sich bereit machte, an Land zu gehen, wendete sie sich zu mir. Bereits während der Reise hatte ich ihr alles Wissenswerthe über meine Familie, meinenBeruf und meine Aussichten mitgetheilt, von ihr selber wußte ich dagegen noch so gut rie nichts, nicht einmal den Ort, wo hin sie wollte. Sie schaute mir ins Äuge. Sie haben mir in der vergangenen Nacht viel Lbes erwiesen und gesagt, Herr Orlovius,- begann sie mit leise bebender Stimme. Herr Orlovius?" stammelte ich aanz betroffen. , . ,
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