Indiana Tribüne, Volume 20, Number 45, Indianapolis, Marion County, 1 November 1896 — Page 6
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per weiße Engel". Von I. L. .Am Schottenfeld zu Wien stand biZ vor einigen Jahren ein Haus, das Zum weißen Engel" hieß. Es erhob sich recht bescheiden und armselig dort, wo die langen Gassen, die an der Mariahilferstraße stolz und großstädtisch beginnen, gegen Altlerchenseld zu dorfähnlich verlaufen. Da wohnten wir vor mehr als dreißig Jahren und verlebten die schönsten Tage, die Menschen jemals verleben, die goldene Jugendzeit. Die Hausfrau. es war eine steinalte Wittib, hatte ein Enkelkind, die Marie, eine Waise, an der die Matrone mit' rührender Zärtlichkeit hing und welche auch der Liebling aller anderen Hausbewohner war. Eh: man stch's versah, war die Mizzerln achtzehn Jahre alt; die Großmutter lebte noch immer, sie hieß schon dreißig Jahre die alte Hausfrau". Die Enkelin hatte sich herrlich entfaltet. Ihr Gesicht hatte sich eigentlich gar nicht geändert. Genau so hatte sie als kleines Mädchen ausgesehen. Die Anmuth und der Zauber echter Kindlichkeit lag auf den Zügen der Jungfrau, der Frohsinn der echten Unschuld schaute aus ihren Augen. Aber ein Jahr später war die kindliche Heiterkeit von dem Antlitze der Mizzi verschwunden, ein trüber, welker Zug zog sich von den Nasenflügeln gegen den kleinen Mund, und wenn ihre Lippen lächelien, so that es einem ordentlich weh, es war ein bitteres Lachen, das dem Weinen auf ein Haar ähnlich sah. Die Großmutter starb, die Enkelin wurde Erbin des Hauses und eines sehr bedeutendenVermögens, und als wollte sie die Stätte ihrer Jugend vollständig zerstören, verkaufte sie das . Weiße Engel" - Haus, das alsbald niedergerissen wurde, und zog in eine ferne Vorstadt, wo sie Niemand kannte, um dort still und einsam zu leben. Vor einigen Tagen besuchte ich sie. Sie war ein weißer Engel geworden; schon zogen sich dicke weiße Striche durch das herrliche Haar, eine abgeklärte Ruhe lag auf ihren Zügen. Ja," sagte sie seufzend, auch ich habe meinen Theil vom Schicksal bekommen und es hat mir einen solchen Klaps versetzt, daß ich geglaubt habe, es wirft mir das Herz aus dem Leibe. Jetzt ist Alles vorüber. Wie ich ihn zum ersten Male gesehen habe, da hat mir eine innere Stimme gesagt: Das ist er! Es gab da gar keine Einleitung, keineVorrede. Plötzlich war ich bis über die Ohren in ihn verliebt, und da er mir sagte, daß er auch mich liebe, lebte ich ein Leben himmlischer Seligkeit durch. Hast Du mich gern. Mizgerl?" Ja! Unendlich!" Hast Du mich gern. Adolph?" Ja! Zum Verrücktwerden." Nicht wahr. Du weißt es, daß ich Dich gerne hab'!" O, gewiß!" Darin bestand unsere ganze Unterhaltung. Wir wollten es immer und immer wieder hören, daß er mich liebe, daß ich ihn liebe, und mehr wollten wir nicht. Jeden Tag brachte er mir einen Verö. Wenn er so ein Gedicht vorlas, klang mir sofort eine ganze Melodie dazu in die Öhren: Eines Tages schrieb er mir: Du weißt nicht, wie ich Dich liebe. Du hast keine Ahnung davon. Klein scheint mir das Ringen der Menschen, Ihr Streben und Kämpfen wie Hohn, Du füllest so ganz meine Seele Mit süßen Gedanken aus, Ist manchmal der Liebestrank bitter Das macht Nichts! Ich trinke ihn aus!" Ich verstand die letzten Zeilen nicht. Ich fragte ihn nach Aufklärung, er sagte Etwas, was ich nicht hörte, abe? ich fühlte seine süßen Küße und er verschloß mir damit den Mund. Ich sollte übrigens bald Aufklärung erhalten. Ein Brief ohne Unterschrift zeigte mir. es an dem Tage, da ich der Großmutter Alles gestchen wollte, an, daß Adolph verheiraih-t sei. Ich konnte es nicht fassen, ich sah zumHimmel hinan, ob er sich noch über mich wölbe, ich hatte kein Vertrauen mehr zu dem Voden, auf dem ich stand ich war gelähmt. Unter einem nichtigen Vorwande ging ich in die in dem Briefe bezeichriete Wohnung und fand die Frau Adolphs, eine liebe, kleine Frau, die einen herzigen, pausbackigen Jungen an die Brust drückte. Der Knabe schrie auf, als ich in das Zimmer trat, und grub seine Finger in die Mutterbrust. Der Schrei ging mir durch die Seele. Ich weiß nicht, wie ich fortkam. Als ich zur Besinnung gelangte, war ich zu Hause und weinte so lana.e, bis ich keineThränen hatte. Dann kam der Zorn, dann die Empörung und endlich die Verachtung. Ich habe ihn nicht mehr gesehen! Als die Großmutter starb, floh ich den Boden, auf dem einst für mich ein Himmel der Seligkeit sich in eine Hölle entsetzlicher Herzensmarter derwandelt hat. und nun sike ich hier ruhig und still und Alles. Alles ist vorüber!" Tief ergriffen hatte ich den Worten dev Jugendfreundin gelauscht. Ihre Hand lag in der meinen und ich führte ihre runden, kleinen Finger in schwerer Rührung an meine Lippen. Und 'ist Alles. Alles vorüber? fraote ich. Da breitete sie ihre Arme aus, legte !hren noch immer schönenKopf auf meineSchulter und schluchzte herzbrechend. Es ist vorüber! Es ist vorüber!" brachte sie mit Mühe hervor. Ich ließ sie ausweinen. Und dann verließ ich mit gerotheten Augen meinen guten Weißen Fngel." ' . Neu Bezeichnung. Gott, Nosesleben, was de machst der Laur., 'n Hof! Du bist ja der reine Techtel-wechteleZ!-
Ittöirölml der Wiener ßderüttaöen. Mit außergewöhnlichem Glanz feierte jüngst die lustige Kaiserstadt an der Donau das 200 - jährige Jubiläum des Bestandes ihres Hausregiinents". das im Jahre 1896 unter Kaiser Leopold I. von dem Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ritterovdens Herzog Franz Ludwig vonPfalzNeuburg errichtet wurde, 1781 Wien als Werbbezirk angewiesen erhielt und von seiner Errichtung bis zum heutigen Tage stets den jeweiligen Hochund Deutschmeister zum Inhaber hatte. Es hat ruhmvoll untev Laudon. Erzherzog Karl und Radetzky in mehr als 200 Schlachten und Gefechten gekämpst und galt von jeher als eine Elitetruppe. Im Volksmund führen dieDeutschmeister den Namen Edelknaben," da der Kaiser Joseph II. sie wegen ihrer Tapferkeit besonders hochschätzte. Die
1696. 1848. 1896. 1809. 1757. O f f i c i e r e. Deutschmeister sind Wiener, und als solche besitzen sie neben den trefflichen Eigenschaften des Wiener Volkscharakters, der Schneidigkeit, Gutmüthigkeit, gesundem Mutterwitz und frischem, keckem Humor, auch dessen Schwächen, die flotte Leichtlebigkeit, den Hang zu tollen Streichen, die scharfe Zunge und die Näsonnirlust. Wer sie zu behandeln versteht, kommt auf's Beste mit ihnen aus. Welcher Beliebtheit sich die Deutschmeister bei der Wiener Bevölkerung erfreuen, mit der sie durch so viele Bande innig vevverknüpft sind, das hat die allgemeine Theilnahme bewiesen, mit der Wien das Jubiläum seines Hausregiments gefeiert hat. Das aus seinen bisherigen Garnisonen Jglau und Brünn in Wien eintreffende Regiment wurde am Nordwestbahnhof von der Stadtvertretung begrüßt; etwa 8000 Ausgediente und Reservisten des Regiments, alle mit der Jubiläumsmedaille als ErLaden und Schießen 1696. kennungszeichen geschmückt, gaben ihm das Geleit durch die decorirtcn Straßen in die festlich geschmückte Kaserne am Rennweg, wo dem Obersten von mx Deputation alter Diener" ein kostbares Fahnenband überreicht wurde. Vor dem Zapfenstreich producirte sich in dem Riesenhof der prächtig illumirten Kaserne ein Chor von 300 Sängern. Die Ausgedienten, darunter viele, die aus den fernsten Theilen des Reichs zum Fest ihres Regiments herangezogen kamen, ehrten ihre jungen Kameraden durch einen imposanten Fackelzug. Den eigentlichen Festtag leitete eine Feldmesse im Pratev ein, zu der als Ehrengeleit des jubilirendenRegiments die alten Kameraden mittelalterliche Herolde an der Spitze der einzelnen Abtheilungen in militärischer Gliederung mit aufmarschirt waren. Nach dem Gottesdienst führte derReginientsinhaber. Hoch- und Deutschmeister Erzherzog Eugen, gefolgt von einigen Deutschen Rittern im Ordenscostüm, die Deutschmeister in die Kaserne zurück. In der Officiersmesse. auf deren Tafel die Festgabe der Stadt Wien, ein silberner Tafelaufsatz mit figuralen Darstellungen der alten und heuti gen Deutschmeister, prangte, und an Chargiren. 175 7. deren Hauptwand die Weihespenden des obersten Krieasberrn, dieMarmorbüsten Franz Joseph's, des Kaisers Leopold I. und dessen Gemahlin aus dem Grün hervorlugten, überreichte der Erzherzog jedem einzelnen Officie als Andenken an die Feier einen goldenen Jubiläumsring mit einem Opal, der mit dem Wappen des Deutschen Ritterordens geziert ist. Zu Mittag war das Regiment Gast der Gemeinde Wien.' Im Nordost - Transsept der Rotunde war für 3200 Mannschaften und Reservisten gedeckt. Im Park der Rotunde wurde das eigentlich Mannschaftsfest gefeiert, das den Edelkna den" Gelegenheit bot. ihre Virtuosität in allerlei Künsten und-Humorgewürz-
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ten Darbietungen zu demonstriren. lluf einer Bühne, deren artistische Leitung ein Gefreiter führte, wurden die iollsten Possen aufgeführt; der Mann schaftsgesangverein gab seine schönsten Lieder zum besten; eine aus Edelknabin" zusammengesetzte Damencapellc entfesselte Stürme von Heiterkeit; Na-
Griffe. 1809. tursänger und Kunstpfeifer, ParterreAkrobaten darunter nicht wenige Künstler" vom Fach boten ausgezeichnete Leistungen ; auf allen Tanzböden wurde flott gewalzt und schiaberisch" getanzt. Das Comite hatte durch Bestellung von etlichen Dutzend echter Waschermädckm dafür gesorgt, daß es den Edelknaben nicht an standesgemäßen Tänzerinnen fehlte. Die deutschmeisterlichen Volkssänger gaben eine Unmasse witziger Gelegenheitscouplets eigener Fechsung zum Besten. Es gab da die höchste Hetz." Den Glanzpunkt der festlichen Veranstaltungen bildeten die Exercitien in historischen Adjustirungen von 1696 bis 1896, zu denen das Officiercorps Trommelsignale für Plänkler 1848. die Einladungen hatte ergehen lassen. Das interessante Schauspiel wurde eingeleitet durch eine von dem Kapellmeister Wacek, dem Dirigenten der berühmten Deutschmeistercapelle, componirte musikalische Regimentsgeschichte der Hoch- und Deutschmeister, eine fast endlose Reihe von historischen Märschen, Fanfaren und Gesängen aus alter und neuer Zeit, die alle mit der Geschichte des Regiments in Verbindung stehen. Das Erscheinen jeder einzelnen der fünf Gruppen erfolgte unter denKlänqen eines zeitgenössischen Marsches. Die erste Gruppe (1696) stellte in fast komisch wirkenderSchwerfälligkeit und Ungelenkigkeit das Laden und Schießen in 56 Tempi. Es verging fast eine Viertelstunde, ehe die Mannschaft schußbereit dastand. Die Grenadiere Maria Theresia's mit den riesigen Bärenmützen (1757) zeigten schon eine größere Beweglichkeit im Evolutioniren und in der Handhabung ihrer verbesserten Schießwaffe. Unter dem großen Schlachtendenkev und -Lenker Erzherzog Karl (1809) machte sich ein weiterer Fortschritt bemerkbar. Die Klänge des Radetzky-Marsches" kündeten den Einmarsch der Gruppe an. welche die Deutschmeister aus der für Oesterreichs Waffen glorreichenZeit In Schwarmlinie 189 6. des Italienischen Krieges (1848) darstellte. Sie trugen den weißen Frack mit den bis heute gebräuchlichen blauen Aufschlägen, dem Deutschmeisterblau, und den heute komisch wirkenden, nach oben sich verbreiternden Tschakos (den sogen. Mehlbäfe'n). aber sie zeigten schon eine größere Gelenkigkeit und die Fähigkeit, durch Bildung der Kette das Gefecht in zerstreuter Fechtart zu führen. Der Zeit nach vollzog sich zwischen dieser und der letzten Gruppe ein gewaltiger Umschwung ir der Waffentechni'k und der Taktik. An die Stelle des Vorderladers trat der Hinterlader und dessen neueste Verbesserung, das Repetir- oder Magazingewehr. Unter den Klängen des flotten Deutschmeister - Jubiläumsmarsches" hielt in strammer und trotzdem leicht bewcglicher Haltung ein Zug der heutigen Deutschmeister seinen Einzug. Behenden Schrittes erstiegen sie das SchauPodium. Ein Commandowort oder ein Signalpfiff genügte, um einen Gescbosthagel zu entfesseln; auf einen Säbclwinsdes Officiers lösten sie sich in eine Kette auf; auf dem Bauch liegend und keinen Zielvunkt bietend, bildeten sie eine todsprühendc, sprungweise sich vorschiebende Kette; eine einfacheHandbewegung genügte, um ein Geschoß zu entsenden. Das knatterte, als ob eine Hand voll Erbsen geaen eine Holzwanc geschleudert würde. Ein Pfiff, und der aufgelöste 'Schwärm stand schußbereit zum tödtlichen Massenfeuer wieder geschlössen da.. Die zu Ehren der Deutschmeister in Venedia und Wien im Weigel'schen Riesen - Etablissement in Mödlwg veranstalteten Feste. Vorstellungen mit freiem Eintritt für die Mannschaften
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und Reservisten in den Theatern, die Bewirtbuna des Officiercorps im
Rathhsuse und die den Officieren vom Hoch- und Deutschmeister gegeoeneaFei im Sacker - Garten bildeten den Abschluß der zu Ehren des jubilirenden Regiments veranstalteten Fejttlcyleiten. Eine dauernde Erinnerung an das Jubiläum wird das von der Stadt Wien gestiftete Deurschmeister-Dcnk-mal bilden. Der Löwcnknade. - In Castan's Panoptikum zu Berlin wurde kürzlich eine Liliputanergesellschaft zur Schau gestellt, als deren interessantestes Mitglied unzweifelhaft Stephan Sedlmayer, alias Bibrowski, der Löwenknabe", bezeichnet werden muß. Der kleine aufgeweckte Bursche gehört zu jenen nur sehr selten vorkommenden menschlichen Abnormitä ten, die man Haarmenschen" oder Hundemenschen" zu nennen Pflegt in folge einer Mißbildung, der Hypertrichose, eines weichen üppigen HaarWuchses, der ihren ganzen Körper, insbesondere aber das Antlitz, dicht bedeckt. Stephan Sedlmayer ist, um mit Rudolph Virchow zu reden, ein hervorragend ausgezeichnetes Beispiel eines Haarmenschen." Als solcher erregte erst kürzlich in der Berliner Anthropologischen Gesellschaft, der er durch den genannten Gelehrten vorgestellt wurde, großes Interesse. Ganz besonders dicht findet sich bei ihm der Haarwuchs im Antlitz, wo er außer dem rothenLippensaum und dem obern Augenlid keine Stelle unbedeckt läßt. Die blonden Kopfhaare wachsen über die ganze Stirn bis zu den, AugenStephan Sedlmayer. brauen herab; die Nase ist mit langen blonden und glänzenden Haaren dicht bedeckt, infolgedessen der Kopf dem eines Affenpinschers ähnlich steht. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch die eigenartigen braunenen,scheu blickenden Augen und den etwas großen, eigenthümlich unregelmäßige Zähne zeigenden Mund. Rumpf und Extremitäten sind ebenfalls stark behaart; besonders kräftiger Haarwuchs bedeckt die Wirbelsäule. Im übrigen ist die Körperbildung kräftig und normal. Bezüglich der geistigen Fähigleiten unterscheidet sich der Knabe in nichts von anderen Altersgenossen seines Geschlechts; er ist intelligent zu nennen und berührt angenehm durch sein sanftes und zutrauliches Wesen. Der deutschen Sprache ist er vollkommen mächtig, desgleichen der polnischen, seiner Muttersprache. Bei'm Examen. Professor: Im Wasser finden sich Bakterien aller Art und Jnfusorien was soll man deshalb thun?" Candidat: Keines trinken!" K i n d e s s ch l a u h e i t. I II !,,. nl!!lll!i''!IUr'!ll 6 m i fcsiiijva Vater (nach dem Durchlesen der guten Censuren seines Töchterchens) : Was willst Du nun. Milla, einen Kuß ode? einen Thaler?" Milla (nach kurzem Ueberlegen den Papa umarmend): Für den Kuß 'nen Thaler!Das Rettungsrad. Schau Mama, der Olga hast Du ein Klavier gekauft, kauf' mir ein Vicycle." Wozu brauchst Du ein Vicycle?" Damit ich wegfahren kann, wenn sie spielt." AusDresden. Herr: Weshalb nennen Sie Ihren Mann immer Armoll"? Dresdncrin: Ja sehnse; eigentlich hecßt 'r Ardhur. aber weil er so wcechberzig ,s. nenne ich ihn egal Armoll. . Falsche Beziehung. Die beiden Geheimrathsköchinnen Minna und Rieke sitzen mit ihren Grenadieren bei einem Gartenkonzert, da fragt Minna plötzlich ihre Collegin: Du, den wievielten haben wir eigentlich heut?" Ick habe heut den zwciunddreißigsten!" erwidert Rieke mit einem Blick auf ihren Aujust.
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I s. Die jüngste Expedition des bekannten Polarforschers Lieutenant Robert E. Peary war nkht auf die Erreichung des mysteriösen Nordpols gerichtet, sondern ihr Hauptzweck war, den großen Meteorolith vom Cap Aork zu holen. von dem Sir John Roß 1818 berichtete, und den seither kein weißer Mann mehr sah. bis im Mai 1894 Peary und Lee dessen Lage erkannten und feststellten. Es ist ein ungeheurer Metallblock, dessen Analyse wenigstens 90 Pcocent reines Eisen ergibt; er wiegt etwa 40 Tonnen, seine Form ist unregelmäßig; er liegt auf einer Insel bei Cap York, die Peary die MeteorInsel benannt hat. Neben ihm lagen zwei kleinere Blöcke, einer von 3 und einer von einer halben Tonne, die Peary im vorigen Jahre auf der rrfw3 S21 .SJ.J.V' Auf der Bärenjagd. Kite" wegschaffte. Die Meteorolithe auf der Insel wurden von den Eskimos benutzt, um sich Eisen zu verschaffen; mit ihren Basalt-Aexten schlugen sie Stücke davon ab, aus denen sie sich Geräthe machten. Peary fand dasGelände um die Blöcke auf ziemlich weite Entfernungen von Bruchstücken dieser Basalt-Aezte bedeckt. Er nimmt an, daß die Eskimos aus dem westlichen und südlichen Grönland seit unzähligen Jahren die Insel besuchten, um sich Eisen zu verschaffen. Auch war ein Besuch des Hauptquartiers Peary's in der Bowdom-Bai (77 Grad 47 Mmuten nördlicher Breite) geplant, einer der traurigsten Einöden Nordgrönlands. wo er Material des arktischen Hochländers sammeln sollte, von dem er wahrgenommen zu haben glaubt, daß er durch die Berührung mit seinen eigenen Expeditionen und die Beobachtung von weiter vorgeschrittenen Verfahren seine Waffen und Geräthe bereits verbessern gelernt habe. Die Expedition wurde auf dem Dampfer Hope" gemacht, den Cavt. John Bartlett von St. Johns, N. F., befehligte und welcher eine Besatzung von 20Mann hatte. Außer dem Lieutenant Peary und dessen Freund Hugh Lee nahm der Maler Albert Operti aus New York, Professor I. D. FigJmSchneesturm. gins vom Smithsonian Institut, die Professoren George H. Barton und C. P. Putnam mit einer Anzahl Bostoner Studenten. R. W. Porter vom technologischen Institut von Massachusetts, Professor RalphS.Tarr mit einer Anzahl Corncll-Studenten u. a. m. theil. Es war dies die sechste vom Lieutenant Peary unternommene Expedition. Der Dampfer Hope" verließ St. Johns am 10. Juli , und landete nach 10 Tagen an der Turnawick-Jnsel, um dort magnetische Beobachtungen vorzunehmen. Auf' der mühsamen Fahrt durch das dichte Treibeis wurde eine Eisbärin mit zwei Jungen erspäht ' und erlegt, während die beiden Jungen nach einer aufregenden Jagd lebendig gefangen wurden. Die ersten Eskimos wurden am 29. Juli im Cumberland Sund angetroffen und am 4. August die dänische Colonie Ominak erreicht, woselbst die Bostoner Professoren und Studenten das Schiff verließen, um ihre eigenen wissenschaftlichen Forschungen anzustellen. Nachdem Upernavik am 6. August passirt war, wurde Professor Tarr mit den anderen HerArbeiten am Meteorolith. ren von der' Cornell-Universität am Tage darauf auf Wilcox Head gelanbei. Während der Weiterfahrt durch die Melville Bai hatte die Expedition sehr viel unter heftigen Stürmen zu leiden, doch verlief die Fahrt ohne ernsten Zwischcnfall. Während derselben fertigte dir Maler Operti zahlreiche Gypsabgüsse und Photographien von den Eskimos an. Das Ziel der Expebitten, Mcteor-Eiland. wurde am 23. August erreicht und sofort Anstalten getroffen, um den Meteor an Bord zu bringen. Leider gelang dies nicht, denn die . Hebevorrichtungen brachen, und nach unsäglichen Mühen konnte der Meteorolith nnr bis an das Ufer geschafft werden. Nach einer sehr stürmischen Reise wurden am 7. Sevtemder die Herren von der Cornell-Uni-
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verstiät, d Vorräthe ausgegangen waren und die viel zu leiden gehabt hatten, aufgenommen u?d in Omesak kamen die Bostoner wieder an Bord. Nachdem die Expedition auf der weileren Rückfahrt noch mehrere fchwere Stürme überstanden hatte, wurde Sydney, N. S.. am 26. September er-reicht.
Annaöcrg. Im sächsischen Erzgebirge, unweit der Marksteine, die das Teutsche Reich gegen das Königreich Böhmen hin begrenzen, liegt am Westabhange des' basaltischen Pöhlbergs die Stadtwaypen Stadt Annaberg, bckannt als anziehendes Reiseziel "allen Touristen, die. Erholung suchend, im Sommer den höchsten Theil des lieblichen Erzgebirges durchstreifen, wie nicht minder auch der großen Geschäftswelt wegen ihres regen Handels und Gewerbflcißes. An der steilen Berglehne erhebt sich terrassenförmig, aber gedrängt aufgebaut die Stadt, die etwas mehr als 16.000 Einwohner zählt. Annaberg verdankt fein Entstehen den Silbererzfunden, welche im Jahre 1492 ein Bergmann, am Hang des Schrcckenberges machte. Die Kunde davon verbreitete sich rasch, und alsbald kamen Bergleute und Landläufer von Nah und Fern in Schaaren herbeigezogen, um bei der neuen Silberquelle gleichfalls ihr Glück zu versuchen. Verschiedene andere reiche Anbrüche wurden gemacht, und der Bergfegen mehrte sich. Auch die Zahl der Herzog Georg. Bergleute wuchs stetig, obwohl menschenwürdige Unterkunft nicht in ausreichendem Maß vorhanden war. Da entschloß sich der jugendliche Herzog Georg, der für seinen in Kriegsdiensten fern von der Heimath weilenden Vater, Herzog Albrecht den Beherzten, die Regentschaft im herzoglichen Sachsenlande führte, bei den neuen Fundgruben eine Stadt zu erbauen. Nach langen Berathungen legte man am 21. September 1496 den Grundstein zu einer solchen. Der Wald, der das zum Baugrund erwählte Gelände deckte, ward abgeschlagen, Straßen und Hofstätten wurden abgegrenzt, und im folgenden Frühjahr begann der Bau. Fast gleichzeitig entstanden mehr denn 100 Wohnhäuser. Schon nach drei Jahren zählte man deren 500. währcnd 31 Zechen in Betrieb gekommen waren. Nach 20 Jahren aber war die Zahl der Bewohner auf 12.000 angewachsen. Herzog Georg förderte den Pau und das Gedeihen der Neuen Stadt bei Vergkirche. dem Schreckenberg" unausgesetzt, verlieh ihr zahlreiche Gerechtsame und erbaute in ihr drei Kirchen, ein Kloster, eiu Hospital, Badestuben, Kornhaus und Münze aus eigenen Mitteln. Nachdem er im Jahre 1500 das von ihm seit lange? Zeit verwaltete Land ererbt hatte, wirkte er der Stadt beim Kaiser Maximilian neue Privilegien aus und dem zufolge erhielt sie durch Urkunde vom 22. März 1501 den Namen Annaberg. Der kräftig emporblühenden Stadt blieben schwere Heimsuchungen nicht erspart. - Nicht nur der Bergsegen ließ mit der Zeit nach, auch Schönheit und Reichthum wurden durch große Feuersbrunsie in den Jahren 1604. 1630. 1664. 1731 und 1737 vernichtet; sollen doch im erstgenannten Jahre nur sieben Häuser vom Brande verschont worden sein. Seit der Entwerthun'g des Silbers lohnte der Bergbau nicht mehr. Bis vor zwei Jahren war zwar noch eine Fundgrube im Betrieb, nunmehr aber sind Eisen und Fäuel, denen die Stadt ihre Entstehung verdankt, gänzlich beiseitegelegt worden. Trotz Brandschäden und Erliegen des Bergbaues ift Zodoch Annaberg ein blühendes Gemeinwesen geblieben, das namentlich neucrdmgs wieder in gar mancher Hinsicht mit viel größeren Städten erfolgreich wetteifert.' Annaberg ist eine Industrie- und Handelsstadt geworden und bildet den gesckäftlichen Mittelpunkt der erzgebirgischen Posamentenfabrikation, die sich namentlich mit der Herstellung von Kleiderbesätzen befaßt.' Der Annaberger Handel befrieoigt zu einem wesentlichen Antheil die Bedürfnisse
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des Weltmarktes auf dem einschlagenden Gebiete, und seine haup:sächlich sten außerdeutschen Abnehmer sind England und Nordamerika. Neben-
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Annenkirche. her kommt noch die Herstellung von Gold- und Silberborten, Schnüren und Möbelposamenten, Sargschmuck und Kartonnagen in Betracht. Die Posamentenfabrikation hat sich theilweise aus der Spitzenklöppelei entwickelt, die in Annaberg um die Mitte des 16. Jahrhunderts durch Barbara Uttmann eingeführt worden ist. Die verdienstvolle Frau gilt noch heute als die Fee des Erzgebirges," wenngleich die Klöppelei nur noch in ganz geringem Umfang betrieben wird. Eine alte Tampstutschc. Angesichts der rastlosen Vestrebungen der zeitgenössischen Techniker, einen Motorwagen für den Gebrauch auf den gewöhnlichen Landstraßen zu construiren, erscheint es wohl am Platze, die Erinnerung an eine alte Dampfkutsche wach zu rusen, deren Erfinder schon vor mehr als 60 Jahren das Problem gelöst zu haben glaubte, an dessen Lösung heute noch gearbeitet wird. Unsere Abbin . ; stellt eine Dampfkutsche dar, di , ahre 1833 in London gebaut wuroe, zwischen der Themsestadt und Biimingham fuhr und von der man sich Großes versprach ohne daß der Erfolg stichhaltig gewesen wäre. So aber ist es allen ihren Nachfolgerinnen ergangen, bis auf die Motorwagen, die in neuester Zeit Aufsehen machten. AufderFahrt. Woran liegt es. daß auch die geistreichst erdachten, sorgsamst ausgeführten Constructionen derartiger Dampfwagen so wenig Erfolg haben? Der Betrieb aller jener Dampfwagen, Dampfkaleschen, Straßen - Locomotiven und wie sie sich sonst noch nennen mögen, ist zu theuer im Verhältniß zu ihrer Leistungsfähigkeit; auf schlüpfngem Boden, bei Schnee und Regen, auf minderguten Wegen versagen sie oft ganz den Dienst, während sie, wenn sie schwerer gebaut sind, die Wege stark beschädigen. Sie sind sehr schneller AbNutzung unterworfen und meist bei einem Versehen der Lenker durchaus nicht ungefährlich, sowohl für die Infassen, wie für den Straßenverkehr. Backfisch Logik. ) ',s' ' . . j f-X-W w I 11 Lieschen. Dein Vetter ' h doch zu oft!" Aber ich bitteDich, ich "!' i " rst neulich wieder gesagt, ix : nur als Cousine küssen , i VerdachtZq Mutter (zu? Tochter) heißt der Mann? T. nicht wieder zurück zi ' Der Protz c Förster: JZBarurn ;j nicht. Herr Commerz r. rebs" i) nur jagb. ' denn ' 1 "05 j 't? ben wieder ew Fa' v .!' menicnrath: Aber rein JndererstenF Seit der Rentier Hub, 7 geworden, sieht man ihn n Tag in der Kneipe! J. z sich' halt jetzt in den Flittei Wittwerstandes!" Ein t x 6 Grun. Schau, lieber' rum willst Du nicht mit v .Liebes Coustnchen.ich ha.'? gesagt, ich habe, meinen - v -, Grund. PersönliKe- r-, hat Dich dock Aq icidigt? Das n':; . - schon - wissen wi. sind zerrissen. ; 1 . .1 l . .-t tl :i tZ ! aj ll? f iCN v:n 'Z ,' i
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