Indiana Tribüne, Volume 20, Number 45, Indianapolis, Marion County, 1 November 1896 — Page 4
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Erscheint Täglich und Sonntag. i"!1!! Cent, per Woche. Beide ,usaz?en1SEetS e, i ueni per yuye, i eSGent eiVtratt. Per Post auberlzalS be, . IIIDI IUUC UltUl 7 w 4.u ...UM 4- R? MI I Jahr. Oftut K Süd llabama trabe. Indianapolis, 3nd., 1 Nod'ber 1896. m ÄRlG-MilW.
In LippincottS Magazin veröffent. die Männer sich lieber Gefährtinnen lichte kürzlich eine Schriftstellerin, suchen, mit denen sie auf gleicher Stufe Namens Jsabel Hapgood einen sonder- stehen und vor denen sie sich nicht zu baren Artikel. Sie erklärte sich näm- schämen brauchen, aber sie haben gelich entschieden gegen höhere littera- rade keine Ursache, stolz darauf zu rische oder wissenschaftliche Erziehung sei. der Frauen, wobei der Grund, den sie Der plaudere r.
angiebt, daS Allerfonderbarste ist. Der Grund besteht nämlich nicht darin, daß eine höhere Bildung für Frauen an fifi nickt wünsöenSwertb fet, sondern
darin, daß die Männer Frauen mit Am Stammtisch im Deutschen minderer Bildung vorziehen und daß Hauses in dem Zimmer I ntarottaj . , , ...... alten Ledertapeten und den Budern zu deshalb hochgebildete Frauen schwerer mxs Jtonoxt" und Goethe's unter die Haube kommen. Sie der- Wther" war ein Platz nach dem gleicht die Erziehung amerikanischer andern leer geworden. Nun saßen Frauen mit der Erziehung russischer nur noch die beiden letzten der alten Frauen und sie meint, daß die höhere "h 9IÄ SSZ Bildung weder für russische, noch für fce en Freundschaft lange vor der amerikanische Frauen wünschenöwerth Stammtischperiode :m Deutschen sei, weil sie weder hier noch dort die Hause" begonnen hatte: Doctor Witte Schätzung der Männer fand und daß eS und Landrich.ttt Völker. c J- " . K ff., r.z Schon als Studenten hatten sie sich für die Frauen w it besser sei Gatten der vielfach gleizu bekommen, als hohe Bildung zu Cn Ansichten und Meinungen lieb erwerben. Wenigstens nicht vor der gewonnen. Als dann das Schidffll Ehe, meint sie. Wenn man durch den einen hierhin, den andern dorthin Oberflächlichkeit den Preis (einen geführt hatte, an f v r . . ander Nicht fremd oder gleichglltlg geGatten nämlich) gewonnen. dannsewS oen, wie das sonst Jugendfreundnoch immer Zeit sich veiter auSzubil- frästen häufig zu passiren pflegt; ein den. ES ist zwar richtig, meint sie, lebhafter Briefwechsel hatte sie aneindaß höhere Bildung einer Frau diese ander gekettet und ihr Verhältniß wov er fc.. VZ.. möglich noch inniger gestaltet. Dann reizender m den Aug n der Manner manm Zufall ein wenig in erscheinen laßt, aber daS Bewußtsein lk 5nbc gearbeitet, so daß Völker ihrer eigenen mangelhasten Bildung ines schönrn Tages an das Gericht läßt sie die gebildeteren Frauen jenes schmucken Landstädtchens versetzt ft. ' wurde, in dem Witte dex Kunst Arsc?jl f 5. culap's oblag. Mitsammen waren sie Ich bm m zenen Kreisen mcht be- unbQTau worden, hatten sannt, in denen die Frau nach ihrer Feuv und Leid getheilt wie Brüder Verheiratung noch viel Zeit übrig und schauten nun behaglich zurück auf hat, sich eine höhere Bildung anzueig. die durchlebten Iah, den heranwach- . rff k,rz,5n?t senden Kindn dabei manch Goldnen, n ine Be anntschaft beschrankt r,uhen der aus dem Alltagssande aesich auf die Kreise, xn denen waltet : zckenen Erfahruna spendend. Zu
Die züchtige HauSfrau, die Mutter der Kinder". 3n diesen Kreisen ist eS x i..ft.:tt :a ... tzt T iST 7 . ' ßj nA stt ilVnn nun I ' - den anderen Kreisen, nun ich vermuthe, daß wenn auch die Zeit dazu vorhanden ist, doch die Lust fehlt. 1 ' ' ii7
Die genannte Schns.flellerm hBtPCTÄKX,nb! 1u
den Männern ein schlechtes Zeugniß auö, und ich fürchte, nicht mit Unrecht. Der amerikanische Journalist Godkin sprach kürzlich in einer Zeitschrist.über den Unsinn der reichen Leute, große Paläste zu bauen. Er meinte, eö sei in New Jork oder Boston leicht genug, dieselben jeden Abend mit Gästen zu füllen, aber waö für eine Gesellschaft käme da zusammen? Wie viele von den Gästen hätten einander etwaS zu sagen? Gesetzten Falls Aktien und Werthpapiere wären als Gegenstand der Unterhaltung ausgeschlossen? WaS bliebe den Leuten noch übrig, als von der Größe deS Vermögens deö Wirthes oder eineö der Gäste zu sprechen ? Wie viele von den Männern würden wünscheu, einen Abend in der Gesellschaft von Damen zuzubringen und mit denselben zu plaudern ? U. s. w. ES ist nicht sehr schmeichelhaft für die Männer, aber ich fürchte wiederum, daß eS mit dem Gesagten seine Richtigkeit hat. Denn mit der Bildung ist daS so eine Sache. Man halt gar zu oft den äuß:ren Schliff und feinere UmgangSformen für Bildung und die Zahl der gebildeten Männer ist eine erstaunlich kleine. Man höre die Unterhaltungen der Männer an und man wird staunen, in welch engem Kreise sich dieselbe bewegt, und wie klein daS Wissen der Leute ist. Tagespolitik "skop" und ein Bischen Klatsch, daS ist; so ziemlich alleö. Manchmal helfen glücklicher Weise die Karten über den Mangel an UnterhaltungSstoss hinweg. Man schimpfe nicht über den Kaffeeklatsch der Frauen, die Kannegießerei der Männer am ' Biertisch ist um kein Haar besser. Man gehe in eine Gesellschaft von Männern und grauen. ES wäre nur liktürlich und man sollte eS . für selbstverständlich halten, wenn Männer die Gesellschaft der grauen und umgekehrt Frauen die Gesellschaft von Männer suchen Statt dessen bleiben die Männer für sich und überlassen die Frauen sich selbst. Warum? Weil sie wirklich einander nichts zu sagen haben, weil ihnen die Interessen fehlen, welche außerhalb ihrer Kreise liegen, weil .daS Wissen fehlt und weil JdU Langeweile droht. 3n amerikanischen Kreisen wird wohl noch der Umstand dazu kommen, daß :die grauen wirklich diel gebildeter sind
die Männer
durchschnittlich sehr wenig Bildung beftfccn. Die Mädchen gehen, wo immer die materiellen erysttnisze es geuai bis zu ihrem achtzehnten Jahre goer NOtt) langer zur quzr, OlC na , , . ffi ibM vierzehnten Jahre keine Lust mehr zum Ler " V i ' nen, eS treibt sie dazu Geld zu derdienen, selbst wenn sie eS nicht nothig haben. Die amerikanischen Frauen sind klüger, geistreicher und gebildeter als die Männer. Da mag nun die erwähnte Schriststellerin gar nicht so Unrecht haben, daß Aus dcr Zvaldchaussee. Von AIvm Römer. manchen Neuerungen schüttelten sie natürlich die Köpfe. In ihrer Jugend war so Vieles anders aewesen. viel schlichter, einfacher und be cheidener, 7 ' 1 . . . 1 Da hatte man noch Tanzstunoenvouuets im eigenen . kleinen Garten ge vflückt, Broihan getrunken statt Pilsener und Porter und das Schinken r i t ra 1 1 .tr. I , UU4 lUII WV wrvmwÜber waren sie besonders einig. Und die ihm am meisten und unsinnigsten Vorschud leisteten, waren die nav fa5.rer! Da in Erlenbura ein Rad sahrerclub bestand, der sich ein wenig ausfällig und labil nicht lutt ge fchmackvoll uniformirt hatte, theure Feste veranstaltete, zu denen töchterreiche Väter sich den schnöden Mamr ' . .vtn. rn . ty.:- C mon sur ungezayjle auunun uu quälen lassen mußten, Ausflüge unternahm, auf denen es manchmal hoch beraeben sollte, so war es eigentlich kein Wunder, daß die beiden Alten den .Stramvelfadken" nicht grün wa ren. Es gab in ganz Erlenburg keine entschiedeneren Femde des tavlraoeb als die, beiden Unzertrennlichen. Und wenn man sie einmal schimpfen bören wollte, so brauchte man nur Abends am Stammtisch oder Mor aens. wo man sie tagtäglich zwischen acht und neun Uhr ouf der Promenade treffen konnte, das Gesprqch auf den v Vr F. i '-?.... aosayripori zu oringen. sie uyerboten M dann förmlich in beißenden Spottredcn auf die Flitzkittelei",.... Warum hast Xn eigentlich Deinen Jungen nicht mitgebracht?" fragte diesen Abend der Landrichter, nachdem er sich mit der Blume seines (schmfe sckovvens aestärkt hatte. Er hat kine Einladung zum Bürgermeister Hm , . . und wsnn wjfl er fort V Ausgangs der Woche, Da? Schiff fährt am Dienstag oder Mijtwoch ay und er muß vorher noch den Gesunhheitszustand der Mannschaft untersuchen!" Hat er sich wirklich aus drei Iah verpflichtet?" Es ging nicht anders!" Ja. ja. Es ist eine schlechte Zeit jetzt. Unser neuer Actuar ist auch schon zweiunddreißig. Neun Jahre gelaufen bis zur festen Anjtyßung!" So?. . . Hm . . Und wie gefällj Dir?" Sehr netter Mensch!" meinte der Landrichter. Trotz seines RadfahrenS ?" fragte Witte. Der Landrichter wurde ein wenig roth, was seinem weißumrahmtenAnt litz nicht übel stand. Ja!" sagte er endlich. .Aber ich habe mir erzählen lassen. Dein Theodor hätte in Halle auch gestrampelt." Auf diese Entgegnung hin stieß auch dem Doctor das Blut ein wenig m den Kopf. . Ja ja, diese Jugend!" seufzte er dann gepreßt, Es wird wohl wahr sein!... Uebrigens, was ich Dir sagen wollte, alter Fxennd: morgen früh ..." Gut. daß Du mich da erinnerst fiel der Andere da hastig ein. Wir müssen unsern Spaziergang morgen früh mal aussetzen. Ich muß mich notbwendia mit einer riliaen Arbeit
beschäftigen, vie iu mr aus,,tcöen läßt!"
Das paßt vortreNtich! erklärte der Doctor. ohne indessen aufzusehen. Ich habe einen complicirten Fall, der mich in Anspruch nimmt!" Kunose Fugung! lachte derLand lichter etwas gezwungen. Wirklich kurios r bestätigte der Doctor und versuchte gleichfalls zu lachen, was ihm indessen ebensowenig gelingen wollte. Dann tranken sie aus. wünschten sich Out? Nacht" und begaben sich auf den Heimweg . . . Am nächsten Morgen, kurz vor acht, yielt an der Gartenpforte des Landrichterschen Besitztums ein junger Mann mit einem Stahlrade und winkte mit seinem Taschentuche nach '-n Fenstern des weinlaubumrankten Hauses hinauf. Bald danach wurde der Herr dieses kleinen Paradieses sichtbar. Guten Morgen. Herr Actuar! Na. haben Sie Wort gehalten?" Aber selbstverständlich. Herr Land, richter. Und passen Sie mal auf, wie famoS Ihnen das gefällt!" Na. na!" meinte mißtrauisch der Alte. In meinen Jahren?.. Ueber Haupt, wennSie mir nicht vorgerechnet hatten, was wir bei unsern ländlichen Gerichtstagen alles sparen, - wenn wir . . . Aber ein Unsinn ist es doch ! Und vor dem lieben Gott nicht zu verantworten . . ." In Jesselwitz haben wir durch das Fahrrad sogar einen Raubmörder ge kriegt!" erzählte der Actuar. Und wenn Sie in einer Kutsche gefahren wären?" ..Eh' da angespannt gewesen wäre, hätte der Strolch schon die Grenze hinter sich gehabt und sein Versteck erreicht! So aber kamen wir ihm, ehe er sich's versah, über den Hals!" Wahrhaftig?" Sie, können es mir. glauben, Herr Landrichter!... Aber 'in Jesselwitz fuhren wir auch alle, vom Director bis zu den Schreibern!" Hm... und Sie meinen, hinten auf der Gießlacher Waldchaussee wird uns Niemand überraschen?" Keine Seele! Es fährt alles über Wellrode und die Fußgänzer gehen den Waldweg!" Sie wissen sehr gut Bescheid?" Ja. wo kommt man aber auch nicht überall hin mit seinem lieben Rössel!" lachte der Actuar und streichelte in drolliger Zärtlichkeit die blitzblanke Lenkstange. Na. denn jn Gottes Nqmen. lo$" erklärte der Landrichter und hinter Gärten und Felder entlang schlugen sich Meister und Schüler seitwärts der besprochenen, verödeten Waldchaussee zu. Dort zeigte der Actuar mit vielem Eifer und Geschick dem alten Herrn die Handhabung der ihm bisher verfehmt gewesenen Maschine, half ihm aufsitzen, führte mit unermüdlicher Sorglichkeit Roß und Reiter erst kürzere und nach und nach längere Strecken und erklärte ab und zu enthusiastjsch, daß auf der ganzen Welt kein Mensch größexe Anlagen für diesen Sport habe ' als dex Herr Landrichter. Wenn uns bloß Niemand sieht !" stöhnte der Alte, dem die Geschichte etwaö sauer wurde und den außerdem Gewissensbiße peinigten. Es war das erste Mal gewesen, daß er seinen lieben ehrlichen Doctor beschwindelt hatte ! Was würde der sagen, wenn er von diesem verrückten Versuche erfuhr, zu dem ihn der nette Kerl von Actuar da beschwatzt hatte! Hier sind wir sicher wie in Abey? ham's Schooß!" beruhigte ihn sein Lehrmeister. Ich denke, wir nehmen' jetzt einmal ejn flotteres Tempo, Herr Landrichter, Bis an dse Chausseebiegung dort, wo der Meilenstein steht, werde tch'ö wohl aushalten!" Gut!" sagte der Landrichter, innerlich fest entschlossen, nach diesem Ritt Schluß zu machen und das gleißende Radungeheuer nie wieder zu besteigen. Nach einigen bedenklichen Schwankungen fuhren sie denn auch los. Der Äctuak jrghfe daß ihm der Schweiß in Strömen deruntee sjef und der Landrichter keuchte wie eine etnkau sende Locomotive Links scharfer treten!" rief der Actigs sind der Landrichter gehorchte. Dabei verioiin' sie leider beide den Weg aus den Augen, den sie schon ziemlich bis an die Waldecke zuruckgelegt hatten ... Plötzlich bekamen sie beide einen fürchterlichen Stoß. Der Actuar stürzte; ptf Landrichter flog förmlich von dem'tückjschek Zweissid und eine wohlthätige Staubwolke hüllte sie auf ein paar Augenblicke derart ejn,' daß sie von den beiden UnglüöSgenossen, die auf der entgegengesetzten Seite der Chaussee dem gleichen zweifelhasten Vergnügen des Lehrens und Lernens der edlen Fahrradkunst obgelegen hatten und so prompt mit ihnen zusamniengerädert waren, nicht gesehen werven konnten. HimmeNnerwetter!" fluchte der Landrichter. Welcher Ssel hat mich denn da umgefahren?" Heinrich!" klang darauf durch die Stauhwolke hindurch eine- Stimmet die dem Landrichter unheimlich bekannt vorkam, bist Dn's wirklich?" Es war dcr Doctor, der sich von seinem Sohne, dem angehenden Schiffsarzt, hatte verführen lassen, im Interesse seiner .Landpraxis und zur Verhütung der drohenden Fettleibigkeit daö Stahlroß zu besteigen, das der Sohn während seiner Oceanfahrt im Elternhause einquartieren wollte. Mit dem ganzen Schmutz und Staub, den ihnen ihre Purzelbäume Angetragen hatten, fielen die beiden Älten sich um den Hals, ohne e!n Wort weiter zu sagen. Nur ihre Augen sprachen ein gegenseitiges Bitten und Vergeben. Erst qy.Abe.nd. pls sie .wieder allein
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VrSparate. die Ihnen unter allen mvgllchen falschen Vorspiegeiungen em pfohlen werden, manche al, TonirS. andere al, Malz.ffrtrakte. Bei einigen ehi der Betrug so weit, dafz sogar der Äiame Hoff für sie erborgt wird. Ader e giebt nur neS, da de amen Jokann Hoff'sckes Malzextrakt trägt. Johann Hoff hat e früheren Generattonett.zuerft im Jahre 1847. dargeboten. I?n?eAaI,.te ? bkniuhtum die Herstellung eine ztraktes. da Mann und 15 ,,flt un slt,t' Verdauung fördert und ftimulirt. ohne ,u überreiien. ein Präparat erfüllt diesen Zweck ; L erobert sich jährlich Tausende von neuen Freunden. ""K 2 'dem daran gelegen sein, nicht etwa einen beliebigen Mal,. Vrtraktzu erhalten, sondern darauf ,u bestehen, nur den während einer Per, ode von nahe, einem halben Jahrhundert erprobten Original Artikel, da öchte Ionann Hoff'sche Malj-Etrakt gelitfert ,u bekommen. Dr. John M. Adler, in Philadelphia, Pa., schreibt: Senden Sie mir gefalligst eine iste des Johann Hoff'schen Malz.Extratts dieselbe Quantität wie vor einigen Wochen nach meiner Wohnung. Mein Sohn, der e? 'regelmäßig gebraucht, empfindet dessen Wukung auf seine Gesund, heit und Körperkraft auö Günstigste. Man sei vor sogenannten anderen Extrakten auf der Hut.
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am Stammtisch saß5n' erruirien sie nnander die Geschichte ihrer heimlichen Thorheit. , Einest hatte sich vor dem anderen genirt des früheren gemeinschaftlichen Schimpfens wegen ! Es war wirklich zu dumm! Zwei so ?lte Freunde, sich so anzulügen! Da sieht man', wohin's einen führt, das Radeln!" brummte der Landrichter. Zum Schwindler wird man !" Na eigentlich war's kaum geschwindelt!" meinte der Doctor. Eilige Arbeit war's und ein complicirter Fall auch! Aso...Z- Und er lächelte dem Freund verschmitzt in's Antlitz. Meinetwegen !" lachte der darauf lustig, radeln wir weiter!" Jägerlatein. Von E. Back. Wenn an den kühlen Abenden die Söhne Nimrods gesellig bei einander weilen, sitzend beim Trunk Bier oder beim Tropfen jungen Weins, der eben aus der Rebe gepreßt wurde, dann unterhalten sie sich am liebsten im Jägerlatein. Es ist ein eigenes, scharf ausgeprägtes Idiom und wahrscheinlich schon recht ehrwürdigen Ursprungs. In jedem Falle hat es allmälig eine geradezu klassische Bedeutung gewonnen, und die Anekdoten, welche, in ihm abgefaßt, in Umlauf sind, werden oft lieber gehört als Ueberlieferungen aus der Zeit des wirklichen Klassicismus. Einen echten Jägerlateiner, wie er so köstlich ausschneidet, hat uns einmal Rosegger geschildert. War da in der grünen Steiermark, jenem mächtigen Revier der österreichischen Lande, Erzherzog Franz Karl, der Vater des nunmehrigen Kaisers Franz Joseph, lur Jagv amvepnp. Er war ern sriches, natürlichestzemüth. dessen größes Vergnügen darin bestand, unerkannt unter seinen lieben Steiermärkern einherzuschreiten. So trifft er einmal einen Jäger, mit dem er sich gar bald in eine Unterhaltung ein läßt. Er fragt ihn, ob er schon die ftaiserstadt gesehen habe, und der Jcj- .. I V .a , l k, . er, cs oeiayk, lugk, roas oas Zeug hält, .Die Burg-, erzählt er em Erzberzoa. ist aanz von Gold. mit brillantenen Fenstern, und der Burghof is mit an rothen Sammt überzogen, daß d' Staner net nah wer'n. Um den Stevbanötburm au besteigen, hat er net amal ganze zwa Tag braucht- und Maßt, i bin halt a fermer Steiger". Der Erzherzog, der sich innerlich köstlick amüsirt. sieht ihn schelmisch an, um dann weiter zu fragen, ob er auch den Kaiser gesehen habe. Freili", entgegnete der Jägersmann, spazieren is er gangen, in an großen zotheu Mantel, rnd s' Scepter in der' rechten' Hand," Nun kymmt aber die Reihe an unseren kühnen Aufschneider, daß er seinerseits fragt; Was ist denn Dein Vater g'Wesen V Kaiser", entgegnet der Erzherzog mit Nachdruck. Der Jäger glaubt, auch der Fremde sei ein Jäger lateiner. Darum erwidert er : Du, red' net so laut! Wenn Di der Gendarm hört, wirst arretirt. Mein Bruda is neuli a arretirt wor'n." Der Steirer examinirt nun den ErzHerzog immer weiter und will sich todtlachen, fsls diese? enghlj, da sein Sohn gleichfalls Kaiser sei und seine Schwiegertochter Kaiserin u. s. w. Als sie aber Beide unter Menschen kamen und er sah. wie alle Welt den Fremden so ehrfurchtsvoll grüßte, da wurde ihm doch schier grün und blau vor den Augen, und er begriff, welche Dummheit er begangen ' habe. 'Der Erzherzog jedoch beschenkte ihn sogar noch, als er ihn aus das Huldvollste entließ. Wenn er nach Wien komme, solle er ihn nur besuchen. Ab jetzt i & u i m&Bm- m . leiaz', Wie er faech, jn pie Ureben und beichtest, weil Du 'midi so chrecklich angelogen hast.'"' ' ' Mitunter freilich verfällt der gerlateiner auch auf Schnurren, die hart an das Gebiet des übel beleumdeten Kalauers grenzen. Jst da-, so heißt es, ein Nimrod. der Baron Kukukshof, ein großer Jäger vor dem Herrn, der ein gar prächtiges Revier besitzt. Aber leider entgeht seiner Mjichse manche Beute, weil er sie mit diesen' Kerls,' den Misrern, tbeilen muß. , Es ist kaum zu glauben.' welöhen Schäden ihm diese' Spitzbuben anrichten. Glücklicherweise hat er im 'Kampf widsr sie einen ' vorzüglichen Bundesgenossen, seinen Hund Cäsar, per eben so Zlug ?ie muthig ist. Cäsar stellt ihm zedeii Milddieb; auf den unglaublich feinen Jnstinct '"dieses Ahierrs kann er sich vollkommen verlassen, Nlich faßte." nun Cäsar eine Fährte und gleich daraus hört der Varyn. daß er bellt. Er ahnt sofort, daß Cäsar einem Wilddieb auf der Spur ist. Er kommt hinzu und sieht richtig, daß das Thier einen alten Hausirer stellt.. Der Baron fährt diesen an, indem er ihm auf den Kopf zusagt, daß er einen Jagdfrevel aus-..k'-ikrt hiht Der Alte aber betbeuert
bei allen rzengeln seine völlige Unschuld. Unser Nimrod glaubt ihm nicht, er weiß, daß er sich auf Cäsar in jeder Hinsicht verlassen kann. Der
Hausirer muß also sein Päckchen auf binden und sich jede Tasche am Leibe sorgfältig untersuchen lassen. Selt samerweise findet sich nichtsdestoweni ger von Wild keine Spur. Der Ba ron aber, statt nunmehr an die Un schuld des Alten zu glauben, wird nur noch zormger, weil all sein Suchen vergeblich ist. Donnerwetter", ruft :r aus, mich machen Sie mit dem Gervinsel nicht mürbe. Sie müssen etVaS von Wild bei sich führen oder wenigstens damit in Berührung gekommen sein! Der Hund hat Sie 3 Item, uno kasar irrt sich niemals. Erneutes, aber vergebliches Betheuern des Haustiers. Ich treibe", so erzählt unser Nimrod im Kreise seiner Jägerlateiner, den Alten vor mir her und bestehe daraus, daß ihn der Ortsoorsteher des nächsten Dorfes, in daö vir nunmehr gelangen, vernimmt. Da zeigt es sicb denn bald genug, ein wie zusgezetchnetes Thier ich in meinem Cäsar besitze. Der Hausirer hieß Hirsch. Der Hund hatte seinen Na men gerochen!" Oft hat das Jägerlatein auch den Zweck, die Ungeschicklichkeit dessen zu verdecken, der darm seine Abenteuer mittheilt. Als der Rentier Würzen hacher, einer von jenen, welche niemals ein Rebhuhn oder einen Hasen treffen, durch solchenFehlschuß aus der eigenen Buchse sein ruhmvolles Waidmanns dasein geendet hatte, ließen das seine Freunde, die ganze wackere Gilde der Sonntagsjäger, selbstverständlich nicht auskommen. Stracks übersetzten sie das Ereigniß in ein wahrhaft klassisches Jägerlatein Jn dieser Fassung lautet es denn folgendermaßen: Der tüchtige Wurzenbacher schoß auf eine wilde Katze und traf sie in den Kopf. Die Kugel ging, wie das bei einem so gewiegten Schützen selbstverständlich ist, durch und durch. Die Bestie aber drehte sich, als sie sich getroffen fühlte. so blitzschnell um, daß die hinten herausfahrende Kugel den armen Wurzenbacher niederstreckte. Sehr hübsch ist auch die folgende Anekdote, die gleichfalls das Mißgeschick eines edlen Paares von Sonntagsjägern in das Idiom derselben uberscZ Man befand st rn der Heimath dieses klas sischsten aller Schützen, des zielsicheren Tell, im schweizerischen Kanton Aar gau. Hier waren zwei solche Pseudo Nimrods auf der Wildschweinpürsche. Das Glück schien ihnen nach so dielen Mißerfolgen endlich einmal zu lächeln. Zwei prachtige Saue standen vor rh nen, so fest und unbeweglich, als ob sie von unsichtbaren Gewalten nur zu dem Zwecke gehalten wurde.n. um von den Heiden Sonntagsjägern getroffen und als Sieges trophae zu Muttern heimebracht zu werden. Jn wahrhaft rommer Ergebung schienen die beiden !hiere der Kugeln zu harren, die da kommen sollten. Aber nichtsdestowe Niger ereignete sich das Unglaubliche: Die trefflichen- Schützen fehlten. Wie sie nachher ihren anderen Freun den erzählten, waren sie selbstverständ lich nur die Opfer echter wildschwei nischer Hinterlist geworden. J)ie. Jci.ger hatte sich nämlick in wesep Be sonn?nhtit und in der Absicht, daß einer dem anderen nicht die Beute vor der Nase wegschieße, verabredet, wel cher der Säue ein Jeder den Garaus machen sollte. Der Eine nahm die mit dem geraden, der Andere dagegen die mit dem gerinaelten Schwänzli auf's Korn. So drückten sie muthig los. und in demselben Augenblick geschah das Unerhörte: die mit dem geringelten Schwänzli streckte dasselbe und die mit dem geraden ringelte das ihrige. Da sind unsere Nimrods aber völlig confus geworden. Beide Schüsse ver. fehlten ihr Ziel, Pie SZiulj jedoch liefen freudig grunzend ob des gehngenen Schabernacks davon und Hüteten sich natürlich, unsern schußsicheren Nimrods je wieder vor das Rohr zu kommen. Bei solchem Geplauder verfließt dem Waidmann gar fröhlich die Zeit. Durch den Waldeödom geht ein Rau schen, wie wenn unsichtbare Gewalten Zeugen seien von dem. waö er mitge theilt hat. Jn dem ernsten, oft be, Zfsschwe?en Dgssin deZ Watdmanns bilden die Stunden, da er solche Schnurren erdichten oder gar weiter erzählen kann, gewissermaßen den Humor seines Lebens. Nberglaube ejtu VttNifttfö, ' . ' Der gewiegte Diplomat Fürst Met jernichhatte auch seinen Aberglauben. Er trat in .keine Unterredung von Wichtigkeit ein, erledigte , kein nen nenswertheS Staatsgeschafi, bevor er nicht sein Kartenorakel befragt hätte. DieftZ-Qirm Hatiencespiel. Ging die Patience auslernn begab sich Metternich an die Geschäfte, miß-' glückte dagegen daS Spiel, so verschob er leine Arbeit, die betreffende Besvre-
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