Indiana Tribüne, Volume 20, Number 45, Indianapolis, Marion County, 1 November 1896 — Page 3

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TserOolßiie JnujL Erzählung rcn Henning van Horst. ll. Fort etzung.) Petersen sah mich venvuirdert an. Hör mal. was ist denn eigentlich in Dich gefahren. Du bist ja rein Versessen auf dies Mädel, von dem Du doch so gut w'e gar nichts w?ißt; war Dir denn bekannt, das; sie hier im Hause ist?" Natürlich, alter Junge," rief ich lachend, sonst hätte ich die Sache nicht so fein gedeichselt, uns hier in diesNest zu legen, und Du mußt meine Unpartttlichkeit anerkennen, das ich Dich als NebenSuher mitgebracht habe. Wenn man das nicht vom Kriege haben sollte, einer schönen Französin die Cour zu machen und womöglich ein bischen den Kopf zu verdrehen, so hätte sich die lange Schinderer doch wahrlich nicht verlohnt!" Jetzt mußte auch Petersen lachen. Du spielst Dich ja als den reinen Don Juan auf. Bob,- rief er. nun. wir werden ja sehen, wie weit Du es bringst mit Deinem Herzbrechen. Mich aber laß dabei nur ruhrg aus dem

Spiel, ich habe keine solche Dummhelt:n im Sinn.Das war mir tan doch zu stark, und mm brauste ich auf. Dummheiten? Ich muß Dich wirklich bittten. Karl, dich kommentmäßig auszudrücken, wenn Du aber beharrlich den Philister herausbeißen willst, so habe ich nichts dagegen einzuwenden. Ich werde durch Dein moroses Wesen nur allzu lebyaft an die Geschichte von dem Esel zwischen en zw?i Heubüttdeln erinnert und weiß recht gut, daß in Deinen Träumen nicht ein. sondern zwei Blondköpfe sich um die Ehre des Vorzugs streiten und daß Trude Hartmann und Gustchen Weiler Petersen war dunkelroth geworden. Ich bitte dringend." sagte er mit fast schneidender Stimme, daß Du Deine Scherze nicht zu weit treibst, ich verstehe in diesem Punkte keinen Spaß, und ich ersuche Dich, nicht zu vergessen, in welcher verantwortungsvollen Stellung wir uns in diesem Hause befinden. Ich werde es nicht leiden, daß Du von dieser Stellung einen u'nangemessenen Gebrauch machst!" Es war fast 'das erste Mal im Leben, daß wir, bie unzertrennlichen Freunde, in dieser Weise miteinander zankten. Aber ich wollte dem Philister nichts hmgchen lassen. Nun, mein Ritter von der Tugendrose," begann ich kratzbürstig Da ward deutlich an die Thür geklopft, schnell unterdrückte ich meinen Llerger und rief Herein." Herr Tailland erschien auf der Schwelle, um m den verbindlichsten Worten uns eine Einladung zum Dejeuner in der Familie zu überbringen. Natürlich beeilte ich mich, mit lebhaftem Danke die Einladung anzunehmeir, denn ich hatte schon alle möglichen Pläne im Geiste gewälzt von zu arrangirenden Zauberfesten, um die Fam:lie dazu einzuladen, selbstredend nur des Lockenkopfes wegen, und nun sollte die Gelegenheit, sie zu sehen, rascher kommen, als ich gedacht hatte. Petersen wurde gar nicht erst gefragt, und. mit Händedruck, als wären wir die ältesten Freunde, ward unser artiger Wirth entlassen. Dann aber fiel ich Petersen um den Hals und sagte: Nun sei auch kein Spaverderber. alterJunge." worauf auch er herzlich lachen mußte und seine beste Laune versprach. Drittes Kapitel. Pünktlich um ein Uhr gingen wir zum Eßzimmer hinunter, in welches das Hausmädchen uns einführte. Es war noch leer, doch eine Tafel mit sechs Gedecken stand fertig da; das nicht zurückgehaltene Silberzeug entlockte mir ein Lächeln der Befried!YUNJ. Bald erschienen auch unsere Wirthe, und ich stellte Petersen der Dame des Hauses vor. Während diese ein paar Worte wechselten, traten, ofsenbar nicht wcn?g verlegen.. zwei junge Mädchen ins Zimmer, zuerst me:n Lockenkopf, der auf einem so zierlichen. so graziös dahinschwebenden Körper saß, daß ich mich sogleich m ein Feerrmärchen entruckt wähnte, hinter ihr die a.'.de. von der ich eigentlich nur bemerkte, daß sie dunkel und m schwarz gekleidet war. Madair- 'nd stellte vor: Ma rille Leo oie Blondine fcraa nitrce M $elle Schmitt," da bei meir namentlich Petersens Namen mißhandelnd. Bon leichten Enttäuschung erholte schnell, denn was lag mir sck , aran, ob das anmuthige Gk L6onie Tailland oder Mari' t hieß, und da mir jetzt ein s! üsender Blick sagte, daß die keineswegs besonders hübs .1 schien, hatte der Name Ma ltt auch schon alle frühere Zai für mich verloren. f en Damen waren in der Nc hüre stehen geblieben; Herr vt . Tailland begannen eine z! ihafte Konversation. Nichts t . aran, daß wir uns in Fein i efanden, es war, wie wenn . Nanövergäste in ein freundvju3 eingetreten wären. Es :r das Wetter gesprochen, das 'cIingsmäßig schon geworden ...;m frag nach 'der Stunde. iu . : das Bataillon eintreffen würr Rutschen Soldaten franzo-:-ob rohes Volk dabei sei. i den Offizieren zügeln '-gleichen mehr; Politik . . . . vermieden. 1 'üftni der Hausherr uxit ou Nädchen Stühle an

das Iirstfa, flackernde Kaminfeuer zu unserem größten, mit ein wenig Enttäuschung gepaartem Erstaunen denn wir verspürten einen sehr kräftigen Appetit und die kleine Gesell-

Ichast ließ sich darauf nieder. Dann brachte die Dienerin den noch rohen. am Spieße steckenden Braten und stellte ihn ans Feuer vor den HausHerrn, der es übernahm, thn zu dreYen und zu begießen, wahrend Madame Tailland mich in unablässigem Gespräch festhielt. Dafür konnte Pe tersen, der Glückspilz, sich ganz unge stört mit der hübschen Löonie unter halten, deren Blödigkeit schnell zu weichen schien. Die Kousine dagegen saß schweigend zur Seite. Mein Platz brachte es mit sich, daß ich Fraulem Schmnt jetzt genauer be trachten konnte. Woher sie wohl nur den deutschen Namen hatte? Nein, ei ne wirkliche Schönheit war sie nicht. Dafür war der Mund entschieden zu groß, oasur waren tn: Wangen zu mager. 'der Teint zu qelb. die Braum zu dicht, das rabensckxwarze HZar zu a!att fl:ju.;cncii. null) oie ounnen viiiqen err . . ..rsii.tL w. c c ,llzlenen zu matt und ausdruckslos. Freilich graziös aebaut war auch sie. verflucht graziös ob die Französin nen das alle waren? Ihr Alter konnte 5 man auf zwanzig Jahre schätzen Leonie, die reizende fifarnie zählte höchstens achtzehn. Petersen schien ganz elektrisirt zu sein, ganz toll. er. der Wortkarge, schwatzte ununterbrochen und schien sogar drollige Geschichten zu erzählen, denn er brachte seine Dame mehrmals zum Lachen. Es war. um verrückt zu werden, und ich begann, Madame Tailland auf den Mond zu wünschen. Aber was half's, daß ich darauf brannte, mich bei der schönen L6onie liebenswürdig zu zeZgen, namentlich ehe Petersen einen Eindruck auf sie machte denn er war ein verdämmt hübscher Kerl , was half das alles? Die Alte ließ nicht locker, und Petersen saß im Fett. Endlich fiel Madame eine wichtige Besorgung ein, sie rhob sich und ging hinaus und jetzt hatte ich wenigstens Gelegenheit, das Wort an Marie Schmitt zu richten, die bisher den Mund noch nicht aufgethan hatte und anscheinend theilnahmlos dasaß. Ich besann mich, daß es höchste Zeit werde, meine Karte an sie abzuliefern, wenn ich überhaupt noch Gebrauch davon machen wollte. Sie hatte Petersens Erzählung zugehört, die sie zu interessiren schien; denn ganz unerwartet flog es wie ein Leuchten über ihre Züge; ihr Auge erglühte in eigenthümlich pbosphorigem Glänze, ihr Blick erhielt etwas Strahlendes, so daß man über diesen wie verwandelten Augen die Mängel in der Skulptur ihrer Züge vergaß sie loar geradezu reizend in diesem Augenblick der Theilnahme undLebhaftigkeit. Sie erschien mir Plötzlich wie eine Sphinx, die eine Fülle von Räthseln in sich barg. Ich saß da wie etn thörichter Junge und wußte keine Anknüpfung zu sinden; immer dachte ich an die Karte m meiner Tasche, und daß es zu dumm war, sie nicht längst abgeliefert zu haben. Der Braten ward fertig. Madame Tailland kehrte zurück, und wir setzten uns zu Tisch. Jetzt wandte ich mich endlich mit einer Frage an Fräulein Schmitt, um ein Gespräch einzufädeln. Sie antwortet einsilbig und richtete den wieder erschlafften BNck anscheinend gedankenlos in die Ferne. Es war, als ob sie etwas suche; sie mochte wohl eine tiefe Liebe im Herzen trafen, das arme Kind, unausgesetzt und voll Sorge des fernen Geliebten gedenken, den sie von Gefahren aller Art umgeben wäönte wenn nicht das Schrecklichste bereits 'geschehen war! lind diese Besürchtun'gen konnte ich so leicht, mit einem Worte zerstreuen, mit dem Ausstrecken meiner Hand und ich wollte es ja thun wenn ich nur erst den Anfang des Fadens fand da lenkte die Hausfrau das Gespräch wieder in andere Richlung. Sie wies auf eine ziemlich starke Schmarre, die sich unter meiner Im ken Schläfe hinzog, und fragte, in wel. cher Schlacht ich die Wunde erhalten hätte. Ich erklärte lachend, daß ich gottlob aus allen Schlachten unversehrt hervorgegangen sei, die Nart aber aus meiner Studienzeit in Heidelberg daoongetragen. hätte. Ich sei Student der Nechte und hätte in meinen ersten Semestern flott gelebt. Auch mein Freund Petersen sei Student, er habe sich aber immer mehr zurückgehalten und sei überhaupt viel gesetzter als ich. Darum trage er auch keine solche Bescheinigung des Leichtsinns an der Stirne. Es kam mir vor, als ob nach diesen etwas übermüthig gesprochenen Worten Fräulein L6onies Blick zum erstenmal mit ein'rgem Interesse auf mir ruhte, während Maries Augen sich wieder aus Petersen richteten und von neuem jener belebende Hauch über ihre Züge flog, der sie so anzivhertdund interessant erscheinen ließ, als sie Slotzlich rief: Ach. die Herren sind deulsche Studenten, das ist prächtig! Gajton hat mir soviel von dem deutschn: Studentenlcben erzählt, er hat ein ganzes Jahr in München studirt. Dort tragen die Studenten bunte JaZ:n und ganz kleine Mützchen, und sie singen so schon bei ihren Festen, während die Damen von der Gallerie des Saales herab zuhören, und dann haben sie so eigenthümliche Gebräuche, wenn sie miteinander trinken." Nun war das Eis aebrochm und bald segelten wir im vollen Fahrwasser. Der Bordeaux des Herrn Taman war vorzüglich, und wir unterkeßen nicht, zu zeige:, was deutsche Studenten in solchem Stoff zu leisten verm'oaen. Petersen bemübte sich, den jurrgen

Mädchen den Eomment auseinanderzusetzen. Sehen Sie. meine Damen, die Studenten in Deutschland trinken einander immer zu, und dies muß erwidert werden: und wenn wir mit iun-

gen Dämmen zusammentreffen, machen wir es ebenso. Das kdnnen Sie leicht lernen, meine Damen. Indem ich jetzt mein Glas erhebe, neige ich mich gegen Sie und sage: 'Je voua viens quelque cliose, mademoiselle,' und wenn Sie nicht unhöflich sein wollen, so heben auch Sie das Glas m Ihre Lippen und sagen: 'Je vous viens apres!'" Dies wurde uter der Heiterkeit des Tisches von den beiden jungen Madchen ausgeführt, und als dann Petersen noch das frottement du salaxnandte erklärte, wollten sie sich schier iodtlachen. Auch die ernste Marie Schmitt schien alle ihre Schwermuth vergessen zu haben. Ich fragte Frau Tailland leise, ob Fräulein Schmitt vielleicht ein paar Tropfen deutsches Blut in den Adern rinnen habe. Das junge Mädchen hatte es aber doch gehört und rief mit Heftigkeit, während aus ihren Augen mich ein fast dämonisch blitzender Strahl traf: Steinen Tropfen! Trotz ihres deutschen Namens sind meine Vorsahren immer reine Franzosen gewesen." Da hatte ich es. Frau Tailland erzäblte mir dann, als Fräulein Schmitt sich mit Petersen unterhielt, ihre Nichte sei aus Ehateau Salms gebürtig, wo der Vater früher Advo!at gewesen. Später sei er zum Deputirten gewählt worden, und die Familie habe dann fast immer in Paris aelebt. Jetzt w'aren beide Eltern todt. Marie awr habe sich entschlossen, ganz zu ihnen zu kommen und als Kind -des Hauses der Jhsen zu leben. Der aute und' reichlich genossene Wem war bei mir icht ohne Wirkung; leider hatte ich mir die Mäßigkeit unseres Wirthes nicht als Muster dienen lassen. Es prickelt: mich sormllcd. micy meines Auftrages an FräuleinSchmltt zu entledigen, doch hatte ich immer den richtigen Weg noch nicht zu finden vermocht. Natürlich wuchsen die Schwierigkeiten für mich mit jedem Augenblicke, und gerade die explosiv nationale Aeußerung, die aus meine leicbte Renuna bin ersolat war. hatte mich von Neuem abgeschreckt. Endlich ermannte ich mich un'd beschloß als guter Kriegsmann, den gordischen Knoten mit dem Schwert zu durchhauen. Ich schlug an mein Glas und erhob mich, ossenbar zum Nicht germgen Erstaunen aller. 5ck beaann damit, daß denien'Taen die aerechte Strafe ereilt habe, der diesen fluchwürdigen Krieg über zwei Völker heraufbeschworen, die bestimmt seien, einander zu lieben und gemeinsam am Fortschritte frei Zivilisation zu arbeiten. Möge doch endlich auch die Verblen'dunz derer ern Ende finden, die. nock immer nickt der Wirklichkeit Rechnung trageid fort und fort das Kriegsfeuer anfachten. Es sei zu hosfen. dafc ein baldiger Friedensschluß Deutschland un'd Frankreich zu guten Nachbarn machen werde, das; wir dann nicht als Feinde, sondern als Freunde neben:inander stehen würden. Schon jetzt von diesem Geiste der Versöhnlichkeit beseelt, hatten mein Freund und ick das Saus betreten und bei den liebenswürdigen Bewohnern die gleichc Stimmuna aetunden. Nickt als Zv:m,de, sondern als Gäste batten wir am bäuslichen erde Aufnahme gefunden. .Dafür dankten wir aus bewegtem Herzen. Uebrigens stünde ich selbst bei Familie nicht ganz so fremd gegenüber, als es den Anschein habe , ich hätte bereits früher die Bekanntschaft einer dem Hause nahestehenden Persönlickkeit aemackt und von dieser eine Botschaft zu überbringm. die, wenn auch nicht gerade freudig, so doch beruhrzend laute. Und nun rzaalte ich kur, das Abenteuer, welches zum 5Zusammentrcffen mit P'crre Leblond gefuhrt hatte, und überreichte Hraulem Schmitt die Karte. Zum Schluß forderte ich Petersen auf. mit mir auf das Wohl des Hauses Tailland zu trinken. Ick alaubte mich trefflich aus der Affaire gezogen zu haben und bemerkte aar nicht, wie eine peinliche tlüc melnen Worten folgte. Marie Schmitt hielt 'den Blick fast gleichgiltig auf die in ihrer Hand defindliclxn Sckristzüae aerichtct: plöklich sah sie auf. und Flammen zuckten aus ihren Augen, als sie rief: AI), mein err. uns aeaenuoer rudmt man sich, den armen Pierre Leblond zum Gefangenen gemacht zu haben, outen Sie es veraessen baben. mein Qerr. so rufe ich es Ihnen inS Gedächtniß: Wir sind Franzosen! ?rft hthr lirrm'isfffirl'Tsfi sin m.nm an M f w f r w mm T rjj Q sammen. so unerwartet kam mir 1? Hieb. Es waren weit weniger die frrt i m m ' . xuorle lelost, -als der atzende, schneide'nde Ton, in 'dem sie gesprochen wurden. der mich verletzte. Ich fühlte mich 'iss unangen?ymste veruyrt. , lekt.nabm auck unser sonst ziem lich, schweigsamer Wirth das Wort urd. sprach mit mer fast rvosen Feierlichkeit: , .Mein 5)!rr. .ick kann Ihre. Worte, nicht nnchmcn. denn ich vermag ihnen nicht dcrzujtlmmen. W:r Franzosen denken an'ders über den Krieg lls Sie. Wir wissen, daß unser Tölpel von Kaiser in, die Fall: Ihres Ministers gegangen ist. und wenn er wie ein Elender geendet hat, so bellagen wir sein Schicksal nicht. Denn ti hat Ihren Heeren die Thüren geöffnet, unabsehbares Unbeil über Frankreick zu bringen. Durch die Invasion aber ' bat Ichre Recneruna bewiesen, dan ic unser Verderben will. darum kann Nlcht'eber Frieden zwischen den cattonen sein, als bis der letzte Preuße über den Nbcin zurückaesansen ist, bis un-

sere blutiaen un'd zerrissenen Rubmes

kränge in neuem Glänze strahlen. Sie haben ns alles geraubt, worauf wir als Nation Werth zu legen gewohnt sind. Wenn wir auch persönlich die Klingen nicht kreuzen, wenn wir uns hier auch als Privatleute gegenüber stehen und ich einen freundlichen Ver kehr wünsche, solange Sie in meinem Hause wohnen, , so muß ich es Ihnen doch aussprechen, daß wir uns über die Fragen, welche Sie zu berühren für gut fanden, wohl niemals verstandl gen werden Die Lektion war nicht unverdient, denn ich hatte mich ,arg vergriffen. Aber die Worte unseres WlrthZ - größtenteils Phrasen, wie sie in jedem Leitartikel dcr französischen Blat ter zu lesen waren waren fast aoge glitten an meinen Ohren, so verblüfft war ich durch die augenscheinliche Kälte. mit der Fräulein Schnntt die Nach richt von der Erhaltung Pierre Leblonds aufgenommen hatte. Dieser Eindruck war der bei mir vorherrschen de. So bestand denn kein Liebesverhältniß zwischen ton beiden? Ich vermochte mir das Ganze nicht zusammenzurermen. wenn ich daran dachte, mit wie bewegten Worten der junge Mann mir die Ablieferung der Karte ans Herz gelegt hatte. Auch die übn qcv Mitglieder de? Familie thaten kei ne Aeußerung der Theilnahme, nur die gutmüthige Madame Tailland sag te zu mir: Wir wußten bereits, daß Pierre am Leben ist und daß er sich wohl befindet; wir haben eine Karte von chm aus Mainz erhalten, worin er in Kurze dies mittheilt." Ein Gespräch wollte fortan nicht mehr in Fluß kommen, und wir denutzten die erste schickliche Gelegenheit, uns zu empfehlen. Sobald wir auf unserm Zimmer angekommen maren, hielt Petersen mir eine verdienteStrafpredigt, gegen die ich keine Einwendüngen zu machen wußte. Wir deschlössen auch, fortan immer oben zu speisen. Aber der leichte Sinn der Jugend ging über, die erhaltene Schrämme leicht hinweg. Auch hatten wir den Abend noch viel zu thun mit dem Empfange des Bataillons, und zur Feier des Einzugs in dies Schlaraffenland wurde im Kreise des Offizierkorps roch bis lange nach Mitternacht gezecht. Sehr müde kamen wir nach Hause, und ich wenigstens schlief den Rest der Nach wie ein Dachs im Winterlager. Erst als ich erwachte, umgaukelte mich Ltonies Lockenhupt wie ein lustiger Schmetterling, als das Bleibende aus der Flucht der Schatten des vorigen Tages. Mit einer gewissen Feierlichkeit beschloß ich. mochte, eschehen sein, was da wolle, der Ritter dieses reizenden Mägdleins zu werden. Ich wäre im Stande gewesen, den Raub der Sabinerinnen an ihr zu miederholen. Äber. die andere, die Kousine Sie e'.sHien mir in der Erinnerung wie ein schwarzer Panther. der mir die Krallen gezeigt. Tüchtig brummte mir der Schädel, als ich mich endlich erhob. Bett, Spiegelschrank begannen ein höhnisches Moulinet um mich zu tanzen. Ein unangenehmes Gefühl fraß mir an jeder Haarwurzel. Die Atmosphäre im Z:mmer war so drückend, so schwül, als wäre eine ganze -Gewitterwolke hineingekrochen. Ja, das war es, und die Elektrizität wurde von meinen Haaren aufgesogen!' Doch was konnte da sein! Ich griff zu 'dem in solchen Fällen bewährtesten Mittel, zum kalten Wasser, und begann die glühenden Hautfläch:n gründlich zu bearbeiten. Dann bewerkstelligte ich meineToilette mit besonderer Sorgfalt, als wollte ich damit jede Nachwirkung der Orgie austilgen, und bis. auf die Schatten unter meinen Augen gelang mir mem Vorhaben auch leidlich. Angenehm war es aber nicht, daß sich jetzt doch auch einige Symptome aus dem Gebiete des .Moralischen" einstellten. Ich mußte am Ab:nd wirklich arg über die Stränge geschlagen haben. Natürlich konnte ich auf dem Bankett der Offiziere nicht den Duckmäuser spielen, und natürlich war nur der vorher bei Taillands genossen Bordeaux an den Dummheiten schuld, die ich gemacht. Aber Petersen hätte doch auch etwas auf mich acht geben sollen! Ob ich wirklich dos Nenkontre mit dem Major gehabt, oder ob ich es nur geträumt? Ob ich ihn wirklich mit AI:e? Herr" angeredet, als er meinte, es sei wohl Zeit, nach Hause zu gehen? Na. mein Avancement vom Vrzefeldwebel aufwärts würde dann kern glänzendes mehr sein! Ich ging zu Petersen hinüber. Der war längst ausgeflogen. Heiliges Pflichtgefühl!" seufzte ich, der reoidirt schon Quartiere könnte die Kerle heute auch wohl ausschlafen lassen!" Was half es! Ich mußte mich, wohl oder übel, doch auch dazu beauemen, 'des Dienstes dornigen Pfad zu schreiten. , i Da! Welch reizen'der Lichtblick durch das öde Grau der Sorgen! Auf dem Treppenpodest begegnete mir Lonie m einem allerliebsten Negligö. - womöglich noch ' verführerischer als gestern. Wie ein Elfchen kam sie die Stufen herauf gehüpft, ohm' jede Ziererei bot sie mir die Hand zum Morgengrüß, ein leichter Schalk schien nur um ihren Mundwinkel zu huschen,als sie den Zeigefincker erhob un'd sag--te: Sie baben wohl .etwas lanae ge- j schlafen, Herr Neumann. Ihr Käme-' rad ist weniigsiens schon vor einer ' Stunde mit ewigen Schritten davong:zangen. Darf ich Jnen vielleicht das Frühstück hinaufschicken?" Frühstück! Die Idee war mir selbst noch nicht einmal gekommen, und nun dachte dies gute Kind sogar daran. ' Ich war wirklich gerührt. Dazu erm nerte ich mich, daß ich gestern eigentlich noch gar nicht zu einem rechten Gesvräck mit der Kleinen -kommen war.

und wollte daher schnell nachholen, was -sich auf einem Treppenpodest m Feindesland nur eben nachholen läßt. Mehr Fräulein." stotterte idh und

bemerkte bei diesen ersten Worten, daß mein natürlicher Baryton so ziemlich zum Baß hmabgesunken war, Sie sind eine gütige Fee. mich ms Frühstück zu erinnern. Sie glauben auch gar nicht, was so m armer Krieger alles bedenken muß. aber ich hatte das ruhstuck wahrhaftig veraessen. Wir hatten gestern Abend aber auch eine verzweifelt schwere Sitzung!" Ich muß bei diesen Worten verzwei seit geistreich ausgesehen haben, denn ich merkte es wohl, sie nahm sich zusammen, um nicht loszuplatzen. Was für schwere Arbeit hatten Sie denn, Hm Neumann? fragte sie aber ganz unbefangen. Mir fiel zum Glück unser Tischgespräch ein, und ich versetzte mit mehr Keckheit: Wir haben gestern zu Chren der angekommenen Kameraden - nen großen Salamander gerieben, 'das war reine leichte Sache. Jetzt lachte sie laut auf. So, und da hat man Ihnen gewiß die große Katze angebunden, von der Sie uns auch erzählt haben, Herr Neümann, darum sehen Sie so bekümmert aus. O, nun weiß ich alles!" Ich machte einen vergeblichen Versuch, sie von meiner exorbitanten Solidität iu überzeugen, dann aber stach i jr. t em r v w Mi) oer Auunicy, IN ryren ÄUgen rem gewaschen dazustehen, so sehr, daß i auf das Dejeuner zurückkam und mi geradezu wegen meiner gut gemeinten, altt verunglückten Rede entschuldigte. L6onie schken dies gut aufzunehmen. Es war so lustig gestern," saate sie. und darum zu schade, daß Sie Papa mit der dummen Politik ärgern mußten. Ich hatte Ihnen am liebsten den Mun'd zugehalten." Welch reizender Gedanke, daß sie ihr Händchen aus meine Lippen legte! Waren Sie selbst denn nicht böse über meme Worte? Fraulem Schmitt schien doch sehr erregt u sein!" sagte ich schnell. Der große Geist!" versetzte sie mit leichtem Auswerfen der Oberlippe, die würde am . liebsten gleich morgen eine zweite Jeanne d'Arc. Ich finde den ganzen Krieg zu dumm! Aufeinander zu schießen, zu stechen, zu hauen, und lauter nette, anständige Leute, die sich nichts gethan haben, es ist -einfach blödsinnig. Doch nun muß ich fort. Herr Neumann. leben Sie wohl und klmgeln Sre nur. daß Sie Ihren Kaffee bekommen!" Damit war der Wildsang davon. Natürlich warf ich ihr heimlich eine Kußhand nach, dachte des Frühstücks aber nicht weiter, sondern stieg in tieser Träumerei die Treppe hinab. In der Hausthür kam mir Johann Möller, mein Bursche in der Kompagnie hieß er Möller V mit einem mächtigen Packen von Feldpostsendungen entgegen. In Ehatelard war ein festes Relais eingerichtet worden, und nun erhielt ich neunzehn Briefe auf einmal, die bisher vergeblich auf den Etappenstraßen umhergeirrt waren. Wie ein Löwe hatte ich mich darauf gestürzt, alles andere vergessen, Kater und Dummheiten und selbst die Quartierrevision war es doch nur ein Dienst ;i discr&ion, und auf den Marfchallstab hatte ich doch einmal verzichtet. Jetzt eine Tasse Kaffee. Johann!" rief ich, und stürmte die Treppe wieder hinauf in mein Zimmer, wo ich die Briefschaften ordnete und zunächst einen erbrach, der Zigarren enthielt, hei. wie 'das Kraut schmeckte! Petersens Eigenthulm legte ich sorgfältig zusammen und entdeckte nun erst einen Brief an Fräulein Mlrie Schmitt, mit dem Absendervermerk Pierre Leblond sowie dem Poststempel Glogau. Dorthin hatte man also den Herrn Mobilgardisten internirt. Als Johann mit dem Kaffee kam. sandte ich den Brief sozleich an die schwarze Hexe. Ueber das. was drin stehen mochte, zerbrach ich mir wahrlich nicht mehr den Kopf; die hatte es denn doch mit mir verschüttet. War das eine Seligkeit, auf 'der Chaiselongue hingestreckt, die Euba im Munde, einen d!r neunzehn Briefe nach dem andern gemächlich durchzulesen! In jedem einzelnen ward mir versichert, daß es allen wohl gehe, und daß sie sich nur meinetwegen morgen machten. Nur wenZge der von mir u: der Gefechtszeit aufgegebenen Posttarien mußten angekommen fern. Wenn sie geahit hätten! Dies feine Quarticr, dies Hrmmelbett, dieserBordeaux, und last not lezst dieser Lockenkopf! Wohl ein Stünde mochte ich so da. gelegen haben, im Geiste ins Elternbaus versetzt und an die Seite der liebsten, besten aller Mütter, da öffnete sich die Thür, und gravitätisch, mit dröhnendem Schritt nahte ' sich -das Schicksal in Gestalt einer hekmbedeckten Ordonnanz. Mit der Ehrerbietung oes 1 erst kürzlich gebackenen Bizefeldwebels ergriff ich das geheiligte Buch der Befehle. Nach einigen Bestimmungen, d mich überaus lalt ließen, wie über das Schwärzen der Stiefelschäste un'd den Sitz der Feldmützen ward mein Auge plötzlich gefesselt. Wie von einer Na:ter gestochen sprang ich in die H'öye. Wahrhaftkg, dort stand es in aroßen Züqen schwarz auf 'weiß zu lesen: Bataillonsbefehl. Heute Mittag ein Uhr quartiert Vizcfeldw.'be'l Neumann mit einem Zuqe der zweitem Kompag nie nach der Ferm Le Sablon. Das Detachement hat seiire Stellung zu si ehern durch einen Doppelposten auf der Straße nach Nogent." . Au, das alfo war die präzise euheilte Quittung des Majors! Ich war aus allen meinen Himmeln! Wie. hatte ich vor wenig Minuten noch geschwelgt m d-n iödrscben Gütern, die in sreundli

ches Geschick mir nnettvartet so re:cy'

llch beschert hatte. Nun war llles, al les aus mit einem Schlage. Diese schmutzigen Fcrmen, ha, ich kannte' sie nur allzu gut. Es waren mehr Ställe, als menschenwürdige Behausungen. un'd mit dreiß?g Leuten mußte ich dies Elend theilen. Heiliger Nepomuk! Das inq allerdings über Kreide und Rokh stein. Kaum hatte ich mich hier hineingesetzt in dies weiche, warme Nest, so packte mich die rauhe Faust de Kommandeurs und schleuderte mich hinaus. Wie hatte mir der Himmel voller Geigen gehangen, welch' schonen Traumen hatte ich mich ymgege ben; und als elender Ritter von der Mancha konnte ich jetzt meinen Sancho Pansa mein Bündel schnüren lassen. Es blieb mir auch gar nichts weiter übrig, es war kein Augenblick Zeit zu verlieren. Bekümmert schellte ich Jo hann herbei un'd eröffnete ihm beinahe mit Thränen irr den Augen unser Schicksal. Darm mußte ich den Helm aufstülpen und zu den Meldungen u len, beim Hauptmann und . hol'S der Henker! beim Major. Glücklicherweise entließen die hohen Herren mich wenigstens ohne Sermon; l ff ' 3C VI. oann aoer oueo mir imi nocq coen an Zeit, mich von meinen Wirthen zu ver abschieden; Lonie war im Zimmer un'd sprach offen ihr Bedauern aus. auch Herr und Frau Tailland erwic sen sich sehr freundlich; Marie sah ich nicht. Oben traf ich Petersen ganz vertieft in sein Briefschaften. Er hatte mein Unglück schon gehört und tröstete mich damit, daß Le Sablon nur fünf un'dzwanzZg Minuten vor dem Thore des Stadtchens liegen sollte, auch verkniff er sich offenbar die sonst unfehlbar losgelassene Garldinenpredigt über meinen 'Leichtsinn vom Abend vorher, angesichts solchen Jammers konnte er sie doch nicht übers Herz bringen. Eine halbe Stunde später marschirte ich schon ander Spitze meiner Truppe aus der Landstraße. Sie schien mir dem grauen Elend entg?genzufuhren. Viertes Kapitel. Mit dem Zwangsaufenthalte in Le Sablon hatte mein so schön geträumtes Abenteuer von Ehatelard ein jähes Ende gefunden. Wie fein hatte ich eZ angelegt, in jenes Haus der Nue Napoleon zu kommen, wie waren meine kühnsten Erwartungen dort übertraffen worden. Nun saß er, der Philister, der sich aus allsdem Nichts machte, der mich wegm meiner Narrenspossen verspottete oder gar auszankte, nun 'saß Petersen als Hahn im Korbe. Es war eine Ironie des Schicksals er. der das Glück um ihn her gar nicht zu schätzen wußte. L6onie, dich nur aus der Ferne, von den Düngerhaufen Le Sablons her anbeten zu dürfen, der Gedanke war nicht zu ertragen. Un'd nun begann auch ich mich ein wenig mit der Entfernung von nur fünsuttdzwaniz Minuten zu trösten. Konnte ich da nicht täglich nach Eha telard hinüöerkommen? Auch würde Jupiter ja nicht ewig zürnen, zumal ich die besten Vorsätze für tadellose Leistungen gefaßt 'hatte, und solche Kommandos doch immer nach einiger Zeit abgelöst zu wnden pflegen. Beruhigend war auch der Gedanke, daß mein Platz im Hause Tailland schwerlich von einem andern eingenommen werden würde, zumal es eigentlich nur ein Unteroffiziersquartier war. Und lieb war's mir doch, meinen besten Freund, meinen lieben alten, famosen Karl Petersen dort zn wissen, in mein Gehege würde er mir nicht kommen, und wie es um mein Herz stand, hatte ich ihm beim Abschied deutlich genug verrathen. So grünte ein verschämtes Hofsnungsreis in meiner Brust und gab mir den Muth, mein hartes Geschick als Mann zu tragen. (Fortsetzung folgt.) Ter copirte" Walzer. Bei einem in Wien veranstalteten Balle einer Adelsgesellschaft wirkte außer der Strauß schen Kapelle auch jene des Raaber Zigeunerprimas Farkas mit, der zum Ausspielen dreier Csardas und der Tafelmusik eigens nach Wien berufen worden war. Te Marczi", sagte Graf Es .... es wahrend der Pause, der Srauß wird jetzt seinen für heute componirtenWalzer vortragen, pass' auf! Wenn Du ihn nachsplelst.bekommstDu von mir 3 Hunderter." Mg less Meltosag!" (Wird geschehen. Excellenz!) Der Walzer wird gespielt, stürmisch beklatscht, auch wiederholt, aber wie andert sich der freudige Ausdruck des Eomvonisten, als beim Essen die Ziaeuner aufmarschlren und daS nagelneue Stück mit hinreißendem Schwunge herunterfidem die verändert gebrachten Stellen durch Zwischenspieledes Eymbals ersetzend. Ah dcr muß . rch brtten! Haben die Kerle durch Bestechung meine Partitur erwischt aber unmoglich.bin erst heute früh fertig geworden!- ruft Strauß, und Marczi ist erst heute Abend aus Raab gekommen" rief lächelnd der Graf; seien Sie beruhigt, das', ist nun einmal die Gabe unserer Zigeunr! Gelt. Marczi?" und er warf ihm die drei Hunderter hin. zu denen von den begeisterten Ballgästen diele andere hinzugethan wurden. Sogar Strauß wollte mitthun, aber sein unaariscber College bat nur um einen Händedruck und um einen Klavierauszug, -m den Walzer richtig einzuüben. Eine eisern e Natur. Lebensversicherungsinspcttor (zum Ai tragsteller): Waren Sie schon öftrer, krank?" Antragsteller: Zweimal das erstemal habe ich jedoch keinen Ärt gebraucht und bin genesen." Inspektor: .Hm und das avhr.t mal? Antraqsie rT i:?:? n;e?;- -Tial hatte ich allcI-? : ton Gl- ,,r Sie aur.eln-.;tt.' ',!' - - Jnspek. ;r.i uimcn wir

Mür die Küche. Sportsuppe. Eine treffliche Kraftbrühe aus Rind-, Kalbfleisch, einem Suppenhuhn und etwas Schin ken kocht man mit dem nöthigen Wurzelwerk schon Tags vorher, stellt sie an einen kühlen Ort, seiht sie, nachdem sie sorgfältig entfettet wurde, durch und setzt etwa vier Quart dieser Brühe aufs Feuer, um in ihr langsam zwei junge, vorgerichtete Feldhühner weich zu ko chen. Zur selben Zeit schneidet man die zarten Blätter eines kleinen KopfeS Wirsingkohl in feine, nudelartigeStrei fen und dünstet sie. nachdem sie kurz mit kochendem Wasser abgebrüht wurden, in Butter mit etwas von der Kraftbrühe weich. Die Feldhühner werden zerlegt, das Fleisch abgelöst und in Würfel geschnitten, ebenso läßt man den fertigen Kohl abtropfen und thut ihn nebst dem Huhnfleisch und einem Glas Sherry an die Suppe, welche man noch mit einer Prise Cayenne und einer Prise Zucker würzt. Kleine, gelbgeröstete Semmel- oder Weißbrotschnitten werden scheiterhaufenartig angerichtet und nebenher gereicht. Gebratenes Kalbfleisch zu Gemüse. Bon einem schönen, fetten Kalb schneidet man die Rippen in Stückchen, kocht sie in Salzwasser ziemlich weich und umwälzt sie, wenn sie abgekühlt sind, mit Ei und Semmel, und bratet sie in Butter auf beiden Seiten braun. Schweinscarröaufenglis ch e A r t. Bon einem jungen Thiere nimmt man das Carr6 bis zur fünften Rippe etwa, schneidet das überflüssige Fett ab, löst dieKnochen heraus, schnei det es viereckig zurecht, rollt es zusammen und umschnürt es mit Bindf:oen. Man salzt das Fleisch, hüllt es in weißes, mit Butter bestrichenes Papier, brät es etwa anderhalb Stunde im Bratofen in Butter unter fleißigemBegießen, entfernt nun Papier sowohl wie Bindfaden und läßt das Fleisch jetzt Farbe annehmen. Während dieser Zeit bäckt man rohe, walnußgroß ausgestochene Kartoffeln in Backfett goldgelb und beinahe gar, läßt sie abtropfen, thut sie dann in eine Kasserolle in wenig frische Butter, bestreut sie mit Salz und dampft sie unter wiederholtem Rütteln weich. Ebenso bereitet man eine Apfelsauce. Man kocht etwa 12 Aepfel mit etwas Wasser weich, streicht sie durch, vermischt den Brei mit wenig Zucker und frischer Butter und verdünnt ihn mit etwas herbemWeißwein, daß er eine dicke Sauce bildet, die heiß gerührt wird, bevor man sie zu dem mit den Kartoffeln garnirten, mit etwas Jus beträufelten SchweinscarrS reicht. Gekochte Hammelkeule, Zuthaten: Hammelkeule, Salz und Wasser. Man nehme eine Keule, die nicht zu lange gehangen hat, klopfe sie tüchtig, kürze den Beinkochen und lege sie in so viel kochendes, stark gesalzenes Wasser, daß sie gut davon bedeckt ist. Dann lasse man sie 3 Minuten kochen, nehme sie ganz vom Feuer und stelle sie so lange kalt, bis man den Finger m die Brühe stecken kann. Wieder auf den Herd gestellt, darf sie nur ziehen, h. h. die Oberfläche der Brühe muß eine leichte Bewegung zeigen. Eine große Keule muß 2 Stunden ziehen. Servirt wird sie mit eiuev kräftigen Kapernsauce. Florentiner Griespudd i n g. 7 Unzen Gries wird mit einem knappen Quart Sahne klar gerührt, ein Viertel Pfund Butter, ebensoviel Zucke, und eine Prise Salz Hinzugefügt, worauf man unter beständigem Rühren auf gelindem Feuer einen dicken, glatten Brei hiervon kocht. Man läßt ihn abkühlen und mischt nun 2 Unzen geriebene süße und sechs Stück bittere Mandeln, einige Tropfen Orangeextract und elf Eigelb unterden Brei , den man darauf in drei Theile theilt-. Ein Drittel vermischt man mit dem steisen Schnee von zwei' Eiweiß, sireicht den Teig dann messerrückendick auf ein LestricheneS Backblech und bäckt ihn goldbraun, worauf man drei etwas kleinereVöden, als der Durchmesser der Puddingform beträgt, aus dem Teig schneidet, die man mit Aprikosenmarmelade bestreicht. De, Rest wird in beliebige kleine Formen

ausgestochen und mit ihnen Boden und Wände einer glatten, ausgestrichenen Stürzform belegt. Der Rest derGriesmasse wird mit dem steifen Schaum der übrigenEiweiß vermischt, etwas davon in die Form gefüllt, ein bestrichener Boden darüber gedeckt, dieser wiederum mit Griesmasse überfüllt, der zweite Boden aufgelegt und so fortgefahren, bis Böden und Griesmasse verbraucht sind. Man backt den Pudding imWasserbade im Ofen langsam 1 1 Stunde, stürzt ihn und giebt eine mit Orangenblüthenefsenz gewürzte Sahnenoder besser noch eine kräftige Weinschaumscrure nebenher. Remo-l'crdenfäuce zirFisch. Zwei grrche Zwttbeln, drei harkgekochte feinaenebene Eidotter, acht Theelöffel Senf, vier Eßlöffel feines Ori, ein Eßlöffel Zucker, ein halbes Mni Weinessig, weißer Pfeffer und Salz, nach Belieben cmch drei bis vier- Stück ge--backte Sardellen. Dies alle? wird eine Weile gerührt, nicht getocht. scharf durch ein Sieb getrieben-, wo alsdannnch Kapern- hinzugefüzt werden. Robqebrateneodec f ran.rösische Kartoffeln. Man schäle kleine Kartoffeln hübsch rund, salze sie und backe sie in schwim7ndem Schmalz goldgelb. Das unschuldige Fritz chen. Fräulein Clara (zu ihrem klei nen Neffen): Ja, denk' Dir 'mal, Fritzchen, wie ich gestern Abend m so spät von Euch fortging, sah ich einen Mann auf der Straße ach Gott, was bin ich gerannt!" Fritzchen : .Und. hast Du ihn. gekriegt, Tan!. chenZ-