Indiana Tribüne, Volume 20, Number 45, Indianapolis, Marion County, 1 November 1896 — Page 10

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(Old rreedorn Rlght.) ' Kölary Public, Translator, Corresponderit etc. - No. 106 Elisabeth Qtret. Take Blake St. Car.

Die Köchin. Wiener Skizze von R. Franceschwk.

Grüß Dich Gott! Was. Du bist schon da?

Ja, ich bin Heute früher fertig ge - m

ivoroen im ureau. So! ': -" ; - Du scheinst darüber nicht' seh? erfreut zu sein! .Hast Du. etwas? - . . .Ich halte das nicht inehaus Alfred! Ich bin ganz krank vor Auf. regung. Denke Dir, die Köchin hat mir wieder gekündigt! Warum sagst Du .wieder-? Hatte sie Dir denn das schon einmal gethan? , . Du thust gerade so, . als ob Du nicht wüßtest, was in unserem Hause vorgeht. Erinnerst Du ,Dich denn nicht, daß ich ihr vorige Woche gekün digt habe? ' Ah so Du ihr? . .. l Ja. Damals hat sie doch wieder so gebeten, daß ich sie behalten solle, und ich in meiner' dummen Gutmüthigkeit behielt sie wieder; jetzt sagt sie mir. auf und ich sitze wieder da ohne Köchin und ohne. . . Aber, liebes .Kind .beruhige .Dich doch. Meines Wissens ist unter den Köchinnen keine" Epidemie äusgebröchen, und es leben ihrer" noch 'eine Menge in der Welt. Wozu denn gleich verzweifeln? Wir nehmen halt eine andere. Du weißt aber noch nicht Alles auch das Stubenmädl hat mir heute gekündigt! . . .So. so! Dadurch wird .der Fall freilich complicirter. Da brauchen wir also auch ein neues Stuben mädl. .Nün gut ich werde Dir eines

besorgen. . . - .. i Du? Ich bitte. Dich, red' mir .nicht von Deinen Besorgungen; die einzige, die Du uns verschafft hast, habe ich. wie DuDich erinnern wirst, gleich fortschicken müssen wegen ihres frechen Benehmens. . . Für solche unvorhergesehene Zwischenfälle kann ich ja nichts. Ich begreife ja Deine Aufregung. Aber in vierzehn Tagen werden wir doch' ein kochendes und ein . bodenbürstendes Frauenzimmer finden! Was. vierzehn Tage? Morgen schon müssen sie fort! ; . Morgen schon? Daö ist schnell. ' - Ja, morgen. Beide haben mich -daS auch noch' ersucht, sie Möchten vor den vierzehn Tagen fort. waK sagst Du dazu? Ich vertrage, so. etwas nicht und erklärte ihnen: dann sollen sie gleich schauen, daß ' sie wegkommen. In ein paar Tagen werde ich hoffentlich 'einen Ersatz finden. Du hast ganz Recht, die müssen gleich fort, diese Elenden. . Aber was machen ttir während dieser Zeit? Ich kann nicht kochen. Mach' keine Witze. Ich werde kochen. . . O je. . . Was, o je? Du bist noch nie zu kurz gekommen, wenn ich., in der Küche war; es hat, Dir jees Mal sehr gut geschmeckt. Das ist wahr. Entschuldige, das mo je- hat nicht Deiner Kochkunst gegolten, gegen, welche mich seinerzeit, nur ein verunglückter Risotto ein wenig mißtrauisch machte, vor der ich aber mittlerweile 'eine große Achtung geWonnen habe, sondern es entschlüpfte mir nur so, weil ich daran dachte, daß Dir der Aufenthalt in der Küche schädlichsti. Ein Paar Tage werden mich nicht umbringen. Du wirst also kochen und wer wird aufräumen? Ich. wer denn sonst? Gut. Und ich werde also Kleider ausklopfen, Stiefel, putzen und Bier, holen! Freundliche Tage winken mir da. , ' Aber, aber Alfred! Sei doch einmal vernünstig. Davon ist doch keine Rede. Die Stiesel möchten übrigens schön ausschauen, die Du putzst. Ich will mich fürdie Paar. Tage um eine Bedienerin umschauen für die grobe Arbeit. . - Das ist etwas Ander.es. . . Du da fällt mir eben ein ausgezeichneter Gedanke ein. Als jch noch ledig wo und; selbst menaairte, dq. liefmir auch einmal die 'Köchin " davon." EZ jhat mich jedoch gar nicht beunruhigt, denn ick bab für - solche Unfälle bisher immer einen Dienstmann in Reserve, der mit seinen Talenten in das' Jnterregnum einspringt.. . . . 3. : j Einen Dienstmann? Für wag? . Als Köchin!. . . Du brauchst nich'l die Hände ; zusammenzuschlagen.. Er kocht gar nicht schlecht, und die Butjer-. nockerlsuppe, . die er mir 'einst zuberei . tete; war ausgezeichnet,' ebenso wie de? Kochsala't, in dem i er ein Meister .ist. Wenn Du also willst. der.Alte lebt noch -und) kämet gern, md DU könntest Dich' schonend . . ' . ' . - -.' Ja, sag' mir Alfred, bist Du ver rückt oder'bin'ich's vielleicht?' Ich nicht. f.r Aber ganz im Ernst. Lass' Dir rnetY netwegen Deine Nockerl von einem Dienstmann machen

: so ist niA gemeint. Deine Nockerl sind mir ziatürlich lieber; ich hab' nur geglaubt, daß 'Du Dich nicht zu sehr' anstrengst. . . - - Jetzt reden wir schon eine Viertel.stunde und ich steh' auf demselben Fleck. Ich weiß mir schon keinen Rath mehr. Gerade mir. muß das Passiren, daß so oft die Dienstböten bei uns wechseln! . ... .Tröste Dich., liebes "Kind, Du bist

sehr. im.Jrrthurn. - .Es geht fast Allen so. Ueberall. wo ich hinkomme, höre ich dieselbe Klage. Manchmal glaube ich schon, daß ich selbst auch Schuld trage ich weiß es r i rni.rt .lii t ijc ... fc.Ci: iI.s -

mcgi. 5ieucia;i vin iu, zu leicht zu ungleichmäßig in der BeHandlung. Gar keine 'Spur. . Im Gegentheil.

Immer bewundere ich Deine Güte und Liebenswürdigkeit, mit denen Du die

Leute behandelst, so daß ich ausnchtlg gestanden, mir schon gedacht habe, etwas weniger Güte wäre in dem Falle und in unserem Interesse besser. .Und darum wundere ich mich aljch über den hgüfzg'en Wechsel, Es sSeint wirklich, daß für manche Menschen eine gute Brhandlung7 etwas Unerträgliches ist, daß si'e' die 'Anwendung rücksichtsloser Strenge förmlich verlangen j .Das kannst aber Du , ebensowenig .als Ich und so sind wir darauf angewiesen zu wartm.-biö wir einmal so ein wejbliches Unicum ' bekommen, welches ein freundliches . Entgegenkommen nicht nur bei der Aufnahme verlangt, sondern auch geduldig erträgt. Also schau'. Unsere drittletzte Köchin, we!ßt,Du,.die Lina... . , Lina, Lina die mit dem' hübschen Gesicht und den kleinen iOhren? Wie Du Dir daS gut gemerkst hast! . . . Ja, die!... Nachdem sie bei uns eingestanden, schickte ich ihr . ? es war geradeWafchtag und Du aßest nicht zu Hause also : ich schickte ihr ein GlaS Don unserem rothen Wein hinaus.'We trank ihn aber nicht, sondern sagtemir, sie trinke nur weißen, und dann nzürde sie auch. statt Kaffee lieber , Cacao l .trinken!. . . , horst Du nichts ' 'Ja.-ja.Mhabe jetzt nur über etwaS nachgedacht. iES hat-mich zwar sehr geärgert, aber .Du erinnerst Dich yielleicht ebenso gut an ihre Wirklich großartige Kunst, zu kochen wie an ihr hübsches Gesicht - kurz, ich behielt sie, gab ihr Weißwein und Cacao. und behandelte sie wegen ihrer 'Empfirchlichkeit 'überhaupt wie ein Stück Glas, besser, als sie unsere Gläser. von denen mir in vier Wochen mindestens zehn Stück zerschlagen wurden. .. , .. Ich erinnere mich an'einige solcher Katastrophen. Was macht daö undankbare Geschöpf? Weil ich ihr nicht erlaubte, zwei Sonntage nacheinander fortzugehen, benützte sie einen ganz geringfügigen Anlaß, mir zu kündigen. Was foll man da machen, als sich zu Tode ärgern?. ; , Nicht ärgern, Weiberl. Der Aerger wirkt auf die Galle und' dann ist das

Unglück fertig. Wa's glaubst Du. habe

ich gethan, als mir die7 athl, mt einmal bei, mir war, sagen ließ, ich spiele ihr zu laut Clavier? Geärgert? Warum nicht gar. -Ich ließ sie rufen und hielt folgende'Anrede an sie: Hochverehrtes Fräulein! '.Da Ihre schätzbaren Nerven mein.Claviersprelen nicht-ver-tragen, so werde ich vierzehn Tage' hindurch nur Pianostellen aus Schubertschen 'Liedern spielen.' '.Aber nach die-

sen vierzehn .Tagen hoffe ich von Ihnen

zuversichtlich nichts mehr zu sehen. Die Kathi scheint sich dies zu Herz:n genommen zu haben, bat mich um Verzeihung und blieb, wie Du weißt, so lange bei mir.bis sie heirathete. eine Sache, gegen welche '-die Dienstbotenordnung keine, Handhabe bietet. Ja, wenn's'imme so .leicht wäre! Aber s.Xhe Prätentiönen.. übersteigen ja alles erechte Matz und' wenn Du.

mit,' Deiner entsetzlichen' Ruhe ' diese

Dmge abbeutelst wie Schneeslocken. ich kann's .nicht; mich reibt das 'ans; Du hast. leicht ?eden. Bist dielhalbe

Zeit ..nicht zu. Hause. und wenn, einmal

etwaS Mcht. ?echt ist,, machst Du doch mir den -Vorwurf und ich muß wieder dafür.sorgen, daß .Alles in. Ordnung

kommt. . , ; Mit Ausnahme deö. Vyrwurfes hat,

was Du sagst, seine Richtigkeit und

ihr Frauen seid : ganz - entschieden

manchrn arme Hascherin mit einem

Schock voll Sorgen. .Aber was meinst Du nun, werden' wir morgen anfangen?. . ,.-

Sei so gut. Alfred und iß morqm

im. Gasthaus. .

Sehr gern. Seh?. ge?n? .Ich meine nu?, um Dkv die Sache zu

'.rlttchtern.- r

Dann, werde ' 1c& mittlerweile .eine

Vedienerin i. z ! aufnehmen. .1 Hab' die

Güte und lnserir's . in der. Zeitung. Dann .bist -Du vielleicht 1 auch so gut und schreibst derJrau Kuttler ein paar

Zeilen, - sie möchte mir gleich eine KLchin schicken: -7 sei. Nicht böse.. aber

übrigens das letztere werde ich selbst besorgen. r: . ( :

Jch werde es auch meinem Dienst-

mann sagen er foll. ;. . Lass' mich doch aus mit Deinem Dienstmann lornm', die Suppe steht kufzdem Tisch,-. . . .. .. : lEndlichl '. Mir ist schon.. Übel vor, Hunger. Wirklich vorzüglich. :,Da8 muß: xnan ihr. lassen, kochen- kann sie'. Diese. Suppe konnte . man ohne. Weiteres als Paradiessauce zum : Fleisch bringen. ..' Das ist es ja, was mich, so ärgert. Kochen, kann , sie sehr gut. reinlich! ist sie, anständig im höchsten Grad, ehrlich -r. r Was dies Alles kann sie? Und warum willst Du sie also eigentlich' weaaeben?

j Sie hat mir doch jett gekündigt! S)srfi in fr. TOrtnirn ?

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Die ganze Geschichte, ich Hab's schon

heraus, ist folgende. Sie hat einen Liebhaber und der wurde jetzt weit

hinaus nach Breitensee versetzt. Ihre Sehnsucht nach ihm scheint um so

groß zu sein, daß sie emen Dienst ln

seiner Nahe suchcn will.

. . . Dieser Kohl, liebeZ Herz,

brauchte sich nicht zu furchten, auf ei ner Herzogstafel zu stehen, er ist ein-

fach wunderbar. Auch das Fleisch läßt

nichts zu wünschen übrig . . .Also, wie

war das? Warum geht sie fort? Ja. richtig, wegen des Liebhabers! Und

das andere Mädl?

Ah. die'machts's nur nach. Wenn

die Eine bleibt, bleibt die Andere

auch. .

Vielleicht , überlegst Du Dir's noch.

Ja, was soll ich überlegen? Sie will

doch selbst fort! . Willst . Du, daß ich ihr den Stand Punkt klar mache? . .

G.ott bewahre! . Was wolltest Du

ihr-sagen? .: . ( :

. Ich? Ich. würde . zunächst bemerken,

daß ich mit ihre?: Kochkunst sehvzu

.frieden bin '.itnd -daß.wenn sie? da

Essen noch etwas ' punitltchcri fertig

stelle, sie 'eine tadellose .Köchin sei. ' ,'. ' v. jr ! r

vann mocyie iq .iyr yuwocyenittcu einmal . ..wir machen hält eine . Land-

Partie die -ganze Wohnung ; zur

Verfugung stellen, damit sie , ihren

Liebsten ungestört, und in freuydlicher Umgebung empfangen könne. ' Du

mußtest an dem . Tage die Schlüssel an der .Speis und an der.Credenz stecken

lassen. . . " :

Ob Du nur einmal ein Gespräch enden könntest, vhne solche Späße

zu machen. . . Smd die Krapserl gut? Ich hab', sie noch nicht versucht. . . Alle Achtung! Vortrefflich - ich wünsche mir nie etwas Besseres. Du, jch möchte Dir rathen, lenk' ein, lenk'

em.'

Alsa damit ich Dir sag' die Kö-

chm wartet nur auf em Wort von mir, um wieder zu bleiben. Es reut sie ja

schon und. die. Andere auch. Allein, wo soll das hinkommen, wenn man immer

nachgibt?. .... . Du, nächgeben? ... Es lockert die Disciplin. .. -

' Was 'thu ich mit der Disciplin,

wenn sie fort ist? . : Du, glaubst demnach, daß ich sie be halten soll?

SelbstverstäMich. , 'Schluck' - die

Pille hinunter und baue dem Frauen

zimmer eine freundliche Brücke, auf

der sie aus der Kundigungsstimmung wieoer zu unseren' Penaten zurückkehrt. Weißt 'Du, '.ich werde ihr sagen: D Herr ist so zufrieden mit Ihre? Küche,, daß ich ihm zu Liebe vergessen würde, .was. vorgefallen ist, falls Sie daran denken sollten, hier zu bleiben Was meinst Du?'. So ist.es ganz richtig; Du trifft imwer das' Rechte. : Aber gegessen hast Du fast, nichts. , . Vor lauter Aufregung. . . jetzt geht's schon besser. ' . . Gott sei Dank! Ich brauche also Nicht zu inseriren, keine Stempel zu zu besorgen, keine Zeugnisse' zu schreibeu. . . .. . . - - Warte nochich komme gleich. : . . Erledigt? . . , sJa. 'Alles in Ordnung.'. Ich Viuß mich aber jetzt ein wenig niederlegen, bist Du bös? ' ...Im Gegentheil. ich leg' mich ja auch nieder. Sag? der Köchin und dem' Stubenmädel, sie sollen sich auch niederlegen, weil sie dableiben. ' Pst! Vor sich ti.g. Bill: ''Nun, Bob, warum rauchst .Tu nicht mehr in Gegenwart von. 'Damen?". Bob: '..DaS

thue ich niemals wieder. l AlS ich kürz, lich in - Gegenwart ' einer Dame rauchte und Ringe in die Luft blies, steckte sie dcnFinger in einen derselben und' er

klarte, Ue .betrachte sich als meine Ber

iobte!"- ' ' : - :

Bestrafte Bonbomie.

'Z:rtheidiger -(zum Angeklägjen): .Was meinen Sie. habe ich nicht für Sie

gesprochen, 'als ob ' Sie ' mein- eigener C-ohn wären?!" Angeklagter: Jst.das

ii.lcy so n'umps-

L e b r l l n a sbeulend'' iam

Lrinzipal): 7.Herr Schulze, der- Buch.

Halter hat mir vorhin ein paar Ohrfeicicn

heruntergehauen und Vrinupa!

Zerstreut): Na, Du verlangst doch nicht

twa. daß ich Alles.allein thun soll?-

. Eine grbi l d e t e.'F-cau. Gattin: . . .l Es ift keine Art, daß! Du gar öichtt thust! Tu solltest Dichoch umZ einelStellungbemühen . ..' nicht einmal einen Orden, hast Dn! ? Gdtte: Abetich weiß gar nicht warum Düi so drängstx. liebes Kind ich bin ja ' erst vierzig'Jahre! Dattin:M. daS-ist

.gar keine Entschuldigung!' In Deinem

Alter .war Alexander der- Große schon sieben Jahre todt!" . - . Ueber triebene ZZordt

Inuug. Junger Schauspieler (zumSchmi.

nvireltor'.:der.tym seit acht Wochen die Gage- schuldet); z Herr. Direktor,! ich muß Sie nun energisch um endliche Zah lung meiner' rückständigen 'Gage bitten!" Direktor iin höchster Entrüst. ung)::7Was Sie.wagen es? Nach, dem -ich Ihnen ' blutenden ömenS den

Karl Moor" abgetreten - habe ; und meine Frau'Jhnen für den RSuber-Akt Ihren , .neuen 2 Federhut gepumpt : hat.

wollen bie auch noch Gage?.. . . . Hinaus! S'.e sind entlassen!" . v-

'Tktdlt Eocb LebeuSkratt in tramp ei.

neut Theil eures v,stemS, oder ist euer 5!er vensystem zerrüttet durch unt-kis Leben art odtr irgend welche Ursache ? Theilt mir eure Fehler tnit, und ich kill euch aernt schiben 1-. .1- tm-ln.' c. 4. Z x jc 'Im. n. -.r .

V9um hu um qai, 9a xa oxlq Nothwendig batte. j Ferner sende ich auch frei da SZeeept eines einfachen Hau!Meli, da mich rettete.

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