Indiana Tribüne, Volume 20, Number 38, Indianapolis, Marion County, 25 October 1896 — Page 9
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encms. WuliderVare Hlettung. Von ContreVdmiral a. D. Reinhold - Werner. Zu Ausgang der Vierziger Jahre 'war ich Obersteuermann an Bord des Hamburger Vollschiffes Malwina". Deutschland besaß zur damaligen Zeit noch keine Kriegsmarine und um dem Dränge meines Herzens, Seemann zu werden, folgen zu können. sah ich mich genöthigt, mich für die Handelsmarine zu entscheiden. Es waren schwere Lehrjahre für mich, so ganz anders, wie ich in meinen Juc.endträumen mir gedacht, aber sie wurden überwunden und Dank meinem vortrefflichen Capitän, dem Typus eines echten Seemannes und von chrenwerthesiem Character, kam ich schnell vorwärts. Er war ein Lehrer. der es ernst meinte; nach Ablauf meires vierjährigen Contractes als Steuermannslehrling besuchte ich die Navigationsschule und wurde nach besiandener Prüfung Untersteuermann; ein Jahr später Obersteuermann und im Laufe der Zeit war das Verhältrufe des Capitäns zu mir eher das eines väterlichen Freundes, als das eines Vorgesetzten geworden. Wir befanden uns auf der Heimreise von China nach Hamburg und hatten, bisher eine schnelle glückliche Fahrt gehabt. Seit acht Tagen hatten inz jedoch den schönen gleichmäßigen yaffatwind. der uns wochenlang bealeitet, hinter uns gelassen und waren in die Zone veränderlicher Winde zwischen dem 30. und 40. Grade nördlicher Breite eingetreten, die für den Seemann wenig Annehmlichkeiten biet:t. In ihr treten oft plötzliche schwere Stürme auf; sie wechseln mit Stillen von kürzerer oder längerer Dauer, der Wind kommt bald aus diesem oder jenem Eomvastrick und wenn er nur uck als .Kakenvfote" kaum die Oberfläcke desWa5ers kräuselt, macht er ewiges Brassen der Raaen nöthig, um vorwärts zu kommen, und diese Unruhe bei Tag und Nacht kann einem das Leben herzlich sauer machen. Wir batten davon auch bereits un ser gutes Theil zu schmecken bekommen. Ein böser Nordweststurm nahm uns 24 Stunden lana ara mit. Segel waren fortgeflogen, eines unserer Eeitendoote von den Wogen zericymeitert, einige Raaen und Stangen zerbrochen und wir konnten froh sein, so glimpflich davon zu kommen. Nur den vorzüglichen See-Eigenschaften unseres guten Schiffes hatten wir es zuzuschreiben, daß es im Sturm so oaourcy vor oen geverschont blieb, '5 überkommen, in. Alles auf nagelfest ist, dem FahraufüGen, .. , vorigen "ausgetobt. .'-JÜit 5tt hatte ..lell beruhigt; selbst .eser legend rollende v sich sehr verflacht und ,f schwankte langsam und ,,ig auf ihr hin und her. ..kam diese Ruhe sehr zu statten, konnten ohne größere Störung At erlittenen Havarien ausbessern. neue Rundhölzer aufbringen und die fortgeflogenen Segel durch andere ersetzen. Ich hatte die Morgenwache von 4 Uhr bis 8 Uhr. Gegen 7 Uhr war der Capitän an Deck gekommen und wir standen Beide plaudernd an der Verschanzung. Windstillen sind für Capitäne. namentlich aber für solche von Handelsschiffen, keine willkommene Zugabe. Ihr Ehegeiz gipfelt darin, möglichst schnelle Reisen zu machen ; sie betrachten deshalb jene als einen sehr unangenehmen Strich durch ihre Rechnung und das verdirbt den meisten von ihnen so sehc die gute Laune, daß die Untergebenen ihnen scheu aus ' dem Wege gehen. .Mein Capitän gehörte jedoch nicht zu dieser Klasse. Er nahm Derartiges stets mit Gleichmuth auf und freute sich mit mir über den wundervollen Anblick, den der Ocean unseren Augen boi. Im schönsten Azur strahlend, und dort, wohin die vor Kurjem aufgegangene Sonne ihren Schein warf, wie mit flüssigem Golde übergössen, rollte sich seine endlose Fläche . vor uns auf, deren leiser Wogenschlag dem cuhigen Athmen eines schlum mernden Riesen glich. In ebenso sattem Vlau wölbte sich der Himmel über uns, kein Wölkchen trübte ihn und die Atmosphäre war so rein und klar, daß der Horizont einer scharf abgegrenzten Kreislinie glich. Wir hatten letzteren, wie das an Lord mit Tagesanbruch wegen der durchsichtigen Luft stets zu geschehen pflegt, mit dem Fernrohr abgesucht, ohne indessen ein anderes Fahrzeug zu entdecken, was namentlich auf längeren Reisen, auf denen man öfter Monate lang mit dem Schiffe allein auf der Welt zu sein glaubt, eine ersehnte Abwechslung des eintönigen Lebens bietet, bei dem ein Tag dem anderen gleicht und man sogar ihre Namen vergißt. .Ein Ruf des Ausgucks ließ jedoch jetzt unsere Blicke nach Nordosten richten. Dort stieg eine schwache Rauchsäule über dem Horizonte empor, die nur einem Dampfschiffe angehören konnte, und wir betrachteten sie durch das Fernrohr mit um so regem Interesse, als zur damaligen Zeit .roch vcrhältnißmäßig wenige Damvfer den Ocean durchkreuzten, wäh
rend man sie jetzt fast täglich in allen Meeren antrifft. r m . jf-1 '
unsere längeren eooaaziuiigeri. r -gaben, "daß die Rauchsäule kaum 'ihre anfängliche Richtung veränderte, '.aber allmälig dichter und deutlicher wurde. Der Dampfer mußte deshalb ziemlich auf uns zusteuern, eine Zayrnemung, die uns hoch erfreute, da w:r hofften, durch ihn Nachrichten as Eu ropa zu erhalten, die wir über drei Monate lang hatten entbehren müssen. w , . . f 'TlJC . 1 Wn! mU jibii aynien jicuicg nuyi, vuu u V . IX 'Jt..A IQxi.iinAM tmn oaio IN well uuycic rgt treten sollten. Unsere Aufmerksamkeit wurve indessen iekt auf einen anderen Punkt gelenkt, denn wiederum ertönte der Rüf eines oben im Vortop beschäftigten Matrosen: Ein Boot quer ab, an Backbord!" Dies regte uns natürlich sehr auf : ein Boot mitten auf dem Ocean konnte nur von Schiffbrüchigen besetzt sein und sein Schicksal gab unserer Phantaste freien Spielraum. Da wir das Fahrzeug vom Deck aus nicht sehen tonnten, enterte ich mit dem Fernrohr in, den Großtop auf. Dort unterschied ich allerdings in emer Entfernung von etwa zwei Meilen einen schwarzen, bootähnlichen Gegenstand. Ueber ihm schwebten große Schaaren von Wasservögeln, während wir bis dahin in unserer Nähe keinen einzigen wahrgenommen hatten, obwohl sonst wenigstens die kleinen schwarz-weißen Seeschwalben die Schiffe fast über den ganzen Erdkreis begleiten. Längeres betrachten gab mir jedoch die Ueberzeugung. daß es kein Boot sein könne, da es zeitweilig unter Wasser verschwand, um dann wieder aufzutauchen, bis endlich eine aufsteigende Fontaine seine wahre Natur verrieth es war ein Wal. der Luft ausblies. Es ist sonst nicht Gewohnheit dieser Thiere, längere Zeit an der Oberfläche zu bleiben. Sie kommen nach oben, um zu blasen, man sieht den Oberkörper kurze Zeit, und dann tauchen sie wieder, um eine halbe Stunde oder länger unten zu bleiben. Er mußte also wohl an eine dichte Bank von Mollusken, seine Hauptnahrung, gerathen sein die enggefchaart zuweilen in Milliarden wie eine Mauer und sehr hoch schwimmen, so daß sie das Wasser färben um sich an ihnen etwas zu Gute zu thun, oder vielmehr gethan zu haben, denn nach dem letzten Auftauchen erschien er nicht wieder, während dagegen die Wasservögel sich zu Hunderten an der Stelle seines Verschwindens theils aus das Wasser mederließen, tyeus wie Pfeile aus der Luft Herunterschossen, um sich ihren Antheil an der willkom menen Beute zu holen und sie schwe dend zu verzehren. Sie näherten sich dabei ziemlich schnell unserm Schiffe, wohl um dem Zuge der Mollusken zu folgen und nach einer Stunde waren sie dicht bei uns angelangt. Wir hatten richtig gemuthmaßt; eine wahre Bank von röthlichen Garneelen, wie sie sich auch in der Nord- und Ostsee finden, schien, umschwärmt v27.- ,ttten von Fischen, ttegenden Delphinen, onnUenMbakoren und Tummlern ja auch die dreieckige Rückenflosse des, wo es etwas zu verschlingen gibt, nie fehlenden Haies sichelte unmittelbar beim Schiffe die Oberfläche des Wassers. Sonst verspeisen sich diese Thiere gegenseitig, aber heute schwammen sie friedlich durch und neben ein-ander,-um gemeinschaftlich sich über den reichgedeckten Tisch herzumachen. Natürlich wurde auch bei uns alles mögliche Angelgeschirr bereit gemacht, um Fische oder Vögel zu fangen und damit der eintönigen Seekost aufzu helfen, denn sobald dergleichen inSicht ist. läßt man die Arbeit ruhen, und gibt den Leuten die Freiheit dazu. Aber alle Anstrengungen waren vergebens. Die Garneelen boten ein zu bequemes Futter, kein Thier biß an, und selbst der Hai verschmähte die am Haken befindlichen zwei Pfund Speck, mit dem wir ihn zu ködern suchten. -Die Garneelen schwammen so zusammengedrängt, daß er ziemlich aufrecht im Wasser stand, während er sonst wegen seines kurzen Unterkiefers sich stets auf den Rücken werfen muß. um seine Beute zu erfassen. Der lange Oberkiefer mit dem oberen Theile des Kopfes ragte . über die Oberfläche, und in dem klaren Wasser sahen wir. wie er mit jedem Oeffnen des gewaltigen Rachens Tausende von Krabben sich einverleibte. Die von allen . Seeleuten aus '3 Tiefste gehaßte Meereshyäne sollte jedoch nicht ungeschoren davonkommen und einen gehörigen Denkzettel von mir erhalten. Ich holte meine Buchsflinte. zielte auf den kaum 20 Schritte vom Schiffe entfernten Kopf und feuerte beide Kugeln gleichzeitig auf ihn ab. ' ';: Sie mußten gut getroffen haben, denn wie ein Blitz kam der Schwanz des etwa 12 Fuß langen Ungethüms bis zum halben Leibe kerzengrade aus dem Wasser, fuhr dann mit gewaltigem Schlage nieder und' das' Thier schoß in die Tiefe, um in einigen hundert Schritten Entfernung, .wieder empor zu kommen, wie wahnsinnig im Kreise in's Wasser zu peitschen und darauf später zu verschwinden er schien genug zu haben. Aber auch auf das andere Gethier wirkte der Schuß erschreckend. Man sah nichts mehr von Fischen und mit Angstgeschrei erhoben sich die Vögel, um nach allen Seiten auseinander zu stieben nur die Garneelen setzten unbeirrt lbren Weg fort. l?rst nach eraumer Zeit erschienen die Vögel wieder am Futterplaye, hielten sich aber in refpectvoller Entfcrnung vom Schiffe. Plötzlich schlossen sie sich jedoch zu einem dichten Kreise zusammen und es entwickelte sich jetzt das Schauspiel eines wüthenden Kampfes in der Luft, der unser regstes Interesse in Anspruch nahm.
eine gib?.! kommö, dl oen See-
lcuten Malmuck genannt, .war von Westen gekommen, um sich ebenfalls an den gedeckten Tisch zu setzen. Diese Vögel von der Größe eines Kolkraben, dieman sowohl. in hdhcren nördlichen wie südlichen Breitenmit Kaptauben, Albatrosen und anderen häufig antrifft, werden von den Matrosen oft geangelt, um sie mit einem Leder- oder Bleiplattenstreifen am Fuße, auf dem Name' des Schiffes und Fangtag eingeschnitten werden, wieder fliegen zu lassen. Sie sind 'ganz, schwarz gefiedert. wie unsere Raben. Dieser beliebte Sport könnte . auf den ersten Blick grausam erscheinen, ist es 'aber in Wirklichkeit nicht; da der obere Theil des Schnabels bei allen diesen Thieren . an der Spitze rechtwinkelig nach unten gebogen ist. so hakt mt Angel dahinter und es geschieht ihnen weiter kein Leid. . Der Neuangekommene Malmuck fiel uns aber dadurch auf. daß er um den Hals mit einem breiten weißen Ringe gezeichnet war, von dem aus nach jeder Seite , lange - federartige Auswüchse von derselben Farbe flatterten, so daß es täuschend ähnlich aussah, als sei ihm eine weiße Kravatte umgebunden. Keines von uns hatte je ein solches Exemplar gesehen und wahrscheinlich trug auch seine seltsame Erscheinung die Schuld, daß seine Genossen so feindselig über ihn herfielen, gerade wie es bei uns geschieht, wenn ein unglücklicher Papagei aus seinem Käfig entflieht und unsere heimischen Vögel ihn zerzausen. Der Kampf war. wie gesagt, sehr heftig, aber der Malmuck keineswegs ein Feigling. Er wehrte sich gegen die Ueberzahl seiner Angreifer auf daS tapferste und gar mancher von ihnen floh, von einem kräftigen Schnabelhiebe des Ankömmlings getroffen, schreiend aus dem Kreise. Wir schauten mit größter Aufmerksamkeit diesemKriegsspiele zu. das sich in unserer unmittelbaren Nähe vollzog, und schon glaubten wir, der Malmuck, für den wir unwillkürlich Partei nahmen, werde Sieger über die grauen Möven bleiben, als .er plötzlich einen gellenden, tromvetenähnlichen Ton ausstieß, sich' zur Flucht, .wandte, wie ein Pfeil auf. , unser Schiff zuschoß und mit voller .Fahrt gegen unseren Großmast prallte, um todt auf das Deck niederzufallen er hatte sich den Schädel eingeschlagen. Ich eilte hin. uni ihn aufzuheben und ihn dem Capitän zu .zeigen,- Es fehlte ihm ein Auge, das .ihm durch einen seiner Feinde ausgehackt war daher sein gellender Schrei, seine plötzliche Flucht und die Verfehlung des rechten Weges, die ihm das Leben kostete. Wie erstaunt aber waren wir, als wir wabrnabmen.. daß der. weiße Rina, um den Hals mit den flatternden Buschen daran nicht etwas Naturwüchsiges, sondern eine wirkliche Kravatte von weißem Segeltuche war, von Menschenhanden umgebunden und so befestigt, daß er sie über den Kopf nicht abstreifen konnte. Im ersten Augenblick glaubten wir natürlich, daß . Seeleute sich diesen Spaß gemacht, wie wir selbst Aehnliches am Kap der Guten Hoffnung so oft mit gefangenen Albatrosen gethan, aber sehr bald' wurden wir eines anderen belehrt, als wir Bleifederschrift auf dem Segeltuchstreifen entdeckten und entzifferten. Mit dem auf so merkwürdige Weise zu uns an Bord gekommenen Vogel war kein muthwilliger Seemannsspart! getrieben nein, er trug eine Botschaft traurigster Art. einen HilfeN'f von Menschen in höchster Todesr.oth. von Schiffbrüchigen, die ihn als letztes Rettungsmittel in der Hoffnung entsandt, daß Gott seinen Flug lenken und ihn zu anderen Menschen führen werde! 'Schiff Annie von Liverpool", lauteten die Worte, wir sind entmastet, die Boote von Sturzseen fortgeschlagen und acht Mann der Besatzung über Bord! gespült. Wir sind noch zehn; das' Schiff ist leck und treibt durch die. Ladung. Wenn nicht bald Hilfe -kommt oder wenn es wieder zu wehen anfängt, sind wir verloren Zum Schlüsse war der Schiffsort mit Breite und Länge, sowie das 'Datum angegeben. Letzteres war der heutige Tag, der bezeichnete Punkt kaum fünf Meilen westlich von uns entfernt. Der Malmuck war wahrscheinlich am Morgen gefangen und nach feiner. Freilassung direct auf .unser Schiff zugeflogen. Hätte' das Schiff noch Masten gehabt, würden wir es aus unseren Toppen haben schen müssen,, aber-unser Ausschauen nach, ihm war öeraeblich; der Rumpf lag zu tief im. Wasser, um aus die große Entfernung hin wahrgenommen werden zu können. . Man kann sich vorstellen, in welche Aufregung uns diese unerwarteteVotschaff versetzte! So nahe bei uns waren zehn Menschen von einem qualvollen. Tode bedroht und wir sahen uns Völlig . außer Stande ' .ihnen Hilfe , zu leisten- es drückte uns das' Herz ab. . Vergebens ließen wir unsere Blicke über die Wasserfläche schweifen, ob nicht, irgendwo das-Erscheinen eines dunkeln Streifen am Horizonte das Herannahen ewer Brise verriethe, nlr g:nds war dergleichen zu entdecken. Ueberall lag der Ocean wie ein Spiegel, nirgends huschte auch nur eine Katzenpfote wippelnd darüber hin.- Todt und schlaff hingen die Segel an Masten - und Stangen nieder und auch die leichte Windfahne an derSpitze des Großmastes regte sich nicht wir lagen festgebannt und vermochten unS' nicht zu rühren. Ich erbot mich, mit einemBoote aus zufahren, um die Rettung, zu verfuchen, und freiwillige Ruderer meldeten jfich aus der Mannschaft aenua. denn
oel solchen Gelegenheiten., wo es sich daruni handelt, Kameraden aus der Noth zu helfen, scheut der Matrose weder außergewöhnliche Anstrengungen noch eigene Lebensgefahr, aber, wenn auch, wie ich sah, mit schwerem Herzen, schüttelte der Capitän verneinend den Kopf. Ich darf die Verantwortung nicht
übernebmen". saate er. und er hatte ; Recht, wie ich ihm zugestehen mußte. Fünf deutche Meilen weit zu rudern, 1 oazu geyraucyicn wir muiucihu cueu so viele Stunden, und das Ganze war unter zwölf nicht gemacht, auch w:nn die See so ruhig blieb, und dann war es schon lange Nacht. Wer aber konnte wissen, wie lange die Stille in dicsem wechselvollen Klima anhielt? Das Barometer stand niedrig, es konnte wieder plötzlich sich ein Sturm erheben, dem unser Boot nicht gewachsen war und der mit den Geretteten zugleich die Retter im Meere begrub! Tiefe Trauer erfüllte unsere Herzen über unsere Ohnmacht; doch schöpften wir neue Hoffnung, als wir jetzt das Dampfers gedachten, den wir in unserer Aufregung bis dahin, nicht weiter beachtet hatten, und wir nchtetm uufs Neue unsere Blicke auf-ihn.'. Er war inzwischen bedeutend näher gekommen, das Unterschiff, schon aus dem Wasser herausgewachsen. Er steuerte süd lichtn Kurs, aber doch nicht direct auf uns zu, sondern etwas östlicher, so daß er uns etwa auf eine Meile Entfernung Passiren mußte, und eö kamAlleS darauf an. seine Aufmerksamkeit auf UNS zu ziehen. Wir hißten unsere Flagge imSchau. d. h. in der Mitte zusammengebunden, die internationale Bitte der Seeleute um Hilfe, die auch unter den schwierigt- xi zv.rx.3 -i. . sten Verhältnissen stets bereitwilligst! geleistet wird. Aber vergebens! J;i der Windstille hing unsere Flagge todt hernieder und der Fremde konnte an ihr nichts Besonderes erkennen, während die seinige bei der Fahrt deS Dampfers klar auswehte. Es war ein Engländer. Er setzte seinen Kurs ruhig fort, denn er hielt es nur für einen gegenseitigen Gruß. Wir waren aufdaS Bitterste enttäuscht; da machten wir noch einen letzten Versuch. Unsere vier Kanonen wurden mit doppelten Kartuschen' geladen und . gleichzeitig' abgefeuert. Wenn der Engländer auch den Knall nicht hörte, sah er dochielleicht die Rauchwolke, die bei der.' Stille gerade in die Höhe steigen mußte, . . Mit Herzklopfen . harrten ' wir eö Erfolges ; da . riefen jubelnd unsere Leute, die in ebenso angstvoller' Spannung auf den Fremden-geschaut: Er ändert Kurs und steuert gerade auf uns zu!". . Ja, es war so; unö fiel ein Stein vom Herzen und ein leises2at.er Dank.dem xtf. xäü .ruft ix Brust bei stimmte, ranz sich vcn .den, Lippen des Capitäns. " Nach kaum einer halbenStunde war der Dampfer heran, und in Sprech weite. Ich sehe, . Ihre Flagge ..weht, im Schau," rief. sein Capitän zu',uus 'her über, .sind Sie. in. Noth und was !ann ich für Sie thun?" . . .Unö fehlt nichts erwiderte der unsere, .aber es handelt 'sich. um die Rettung von Menschenleben, .die' verloren sind, wenn nicht schleunigst Hilfe kommt. Wie liegen, in Stille - und können , leider nichts thun, , aber wenn Sie . einen Umweg von . fünf .Meilen nicht scheuen, dann thun Sie ein Gotteswerk." ' Und nun. erzählte, er ihm in. kürzen Worten, durch welche wunderbare Fü gung .uns die Kenntniß des . Unglücksfalles geworden war und gab den Ort an. wo sich das' Schiff befand. Der englische Capitän schwenkte die Mütze. ;,Jch werde versuchen, das .Meinige zu thun!" rief einfach herüber. Ruder Steuerbord. VoUd'ampf voraus!" folgte dann sein Commando. Der Dampfer drehte westwärts,', seine Radschaufeln peitschten . das Wasser, und er zog dahin, um. verzweifelnden Menschen Hilfe zu bringen . ' Wie folgten'ihm unsere Blicke, als er .sich schnell entfernte und Leute . in "die .Toppen . schickte,' . um . nach' .. dem Wrack auszuschauen! Bang fragten wir'unS, ob er noch rechtzeitig' . eintreffen . wurde.' bevor die . Wellen daS sinkende Schiff, vollständig', verschlangen. aber wir gaben doch die Hoffnung nicht auf' . Sollte.die Botschaft auf so merkwürdige Weise 'uns' gekommen sein, wenn sie nicht ein Fingerzeig des Himmels war? ... Weiter und weiter, zog der Dam-pferz-sein Unterschiff begann.sich unter Wasser zu. senken, eine Zeit lang aber sahen wir . noch die Mastspitzen, dann verschwanden auch sie. Noch hob sich seine Rauchsäule am . Horizonte-, gegen den klaren . Himmel ab, aber , auch sie verflüchtigte sich allmälig und wieder um dehnte sich ringsum die tiefblaue Meeresfläche, auf der unser Schiff einsam lag. Selbst die Fische und Vöael waren entflohen; die unge. wohnte Erscheinung deS . Dampfers hatte sie verscheucht, und das Schlagen keiner Räder auch wohl die Garneelen in die Tiefe getrieben. .-Es war. bereits 2 Uhr. Nächmittags geworden und -noch nichts wieder vom Dampfer zir sehen. Auf's Neue beschlichen uns bange Zweifel; hatte er die -.Schiffbrüchigen gefunden, oder war er zu spät gekommen? ' Da endlich glaubten wir eine schiva-che-Rauchsäule wahrzunehmen und die Fernrohre kündeten, daß ' wir uuS nicht geirrt. Sie' wurde dichter und dichter,, die Mastsvitzen . traten ' üUi Wasser, das Unterschiff folgte und nach zwei St widm kam der Dampfer langseit. Er war zur rechten'Zeit angelangt,' das Schiff bereits-so. tief gesunken, daß die Wellen fast'däs.Deck bespülten.. Die aus Stückgütern bestehende Ladung' sog sich immer voller
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DaS Stimmen von Pianos wird mit Wasser, wenige ' Stunden später wäre auch dieser Halt verloren gegan gen und das Schicksal der Schiffbrü chigen besiegelt gewesen. Die zehn Geretteten , befanden sich noch alle an Bord des Wracks. Nach dem Sturm, hatten, sie ohne Nahrung, ohne Wasser und Schlaf, in steter Seelenangst, . daß jede Stunde ihre letzte sein werden oben auf dem . Deck zuge bracht,, da unten im Raum alles unter Wasser stand, und waren natürlich an Nörver und Geist .völlig erschöpft, wenngleich sie auf dem Dampfer sorgliche Pflege gefunden hatten und schon etwas erholt waren. . . Während - des - Sturmes - hatten die Leute nach Misservögeln gemischt, als plötzlich eine furchtbare Bö eingefallen war und die Masten' gebrochen hatte, die, ehe . man 'das sie haltende Tauwerk kappen und das Schiff frei von ihnen machen konnte' em Loch in. die Bordwand, stießen, während Sturzseen das sieuerlose Schiff überflutheten,. die Boote herabschlugen und' acht Mann der Besatzung mit sich nahmen.' Unter solchenUmständen. hatte man natürlich die ; Angeln im. Stiche gelassen, . ohne weiter an"sie zu denken, bis am er wähnten Morgen sich der Malmuck, der ihr Retter werden sollte, gefangen hatte., - - . Der .Dampfer war nach Westindien bestimmt,' . deshalb ' nahmen wir die Schiffbrüchigen an Bord, um sie in England zu landen. Mit herzlichstem Dank. für seine 'menschenfreundliche LcreitiiLigleit- verabschiedeten wir uns von 'dem brav?n Engländer, den ZtNü? jcdcch mit den. Worten zurückHeä: Ich habe nur meine Schuldigcilr.n." ' Unsere freudigen Hurrahs gaben jz? scheidenden Schiffe das Geleit, ?.b?r es war,' als ob der Himmel nur auf diesen Auaenblick aewartet bätte
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Aeinal) erstickt. I So füblen roir manchmal als eb -"g ein Klumpen im Halse steckte, schwer athmend, sauren lescbmack, fiebert schen Scdlaf und manchmal Schmenen 135 und Krämpfe, wenn wir an
Unverdaulichkcit Resultat. e... Verstopfung. "wwnw. : irofhers, ehe Sie ein anderes kaufen. prompt und zu billig n Preisen besorgt. denn jetzt zeigte sich tm ' wesinazen Horizont ein dunkler Streifen, m tzenpfoten" begannen über das Was ser zu laufen und seine glasgleiche Ooerslache zu kräuseln. Oben auf dem Streifen blitzte es wie Diamanten: Es waren die in wei tzem Schaum überhüpfenden Wellen. welche die kommende Brise vor sich her trieb und in denen die Sonnenstrahlen sich spiegelten. ö)aS Schlagen der Segel gegen die Masten hörte auf. sie füllten sich mit Wind und legten das Schiff leicht über. Schneller und schneller begann es dieWogen zu durchschneiden und bald mußten die kleinen Segel geborgen und ein Reff' eingestaut werden. Mit zehn KnotenFahrt flogen .wir dahin, der Heimath zu, aber so prächtig für uns der Wind war, er hätte nach wenigen. Stunden dem. Wrack gewisses Verderben gebracht und es mit den Geretteten in die Tiefe versenkt. - Von schwerenStürmen wurden wir fernerhin , verschont. Nach vierzehn Tagen hatten wir die englische Küste erreicht und die Schiffbrüchigen ihrem Vaterlande zurückgegeben, das wieder zu scVm eine bange Zeit lang sie nicht gehofft. Acht Tage später trafen auch wir nach einjähriger Abwesenheit in Hamburg wohlbehalten ein. . Jede gute Taschenuhr ist ein. richtiger Eompaß. Dies- klingt wohl etwas unglaublich, ist aber doch thatsächlich der Fall, wie aus Nachstehendem klar hervorgeht. Man legt die Uhr derart horizontal hin, daß der kleine Zeiger nach . der Sonne . zeigt. Die Mitte zwischen dem kleinen Zeiger und der' Zahl 12 des Zifferblattes zeigt nun nach Süden. Steht z.'B. der Zeiger um 10 Uhr auf die Sonne gerichtet, so wird. Süden in der Rich tung der Zahl llsein.
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