Indiana Tribüne, Volume 20, Number 38, Indianapolis, Marion County, 25 October 1896 — Page 4

Znviays Arivüne. Erscheim Täglich und SonmagV

Die tägliche .Tribüne- koket durch den Trlgn J Cent, per Woche, die SonntagS'.Trlbüne'k Htutt per Ooche. Leide ,us' 15 Senk de, Cents ptx Vknat. Der P,ft uHerhalb dn tilt ,ugeschitt ts SuittJlfittUms p pn '.tdr. Onuii 18 Süd rttabsm Straße. 3attjxnpolt8, 3nb.,25 Oktober 1896. ÄlllllG - MllSM. Die Thätigkeit der Einwanderungkommisfion beschränkt sich nur aus die Visitation der Menschen und da der liebe Gott kein Mitglied der Commission ist, so beziehen sich die Wahrnehmutigen deS KomiteS nur aus äußere Dinge. Leute, die ein guteS Habit anhaben und außerdem eine gewisse Menge deö sündigen Mammon? nachweisen können, werden wohl auch den von einem wkünstiaen Bürger der Vereinigten Staaten vorausgesetzte Scharfsinn mitbringen. Im umgekehrten Fall ist die Sache schon derwickelte? und da muß die Commission auspassen, daß keine unamerikanisedlN Elemente" inS Land kommen, denn tecsi Gott kein Geld giebt, dem giebt er auch keinen Verstand, amerikanischer Bürger zu werden. Aber von Menschen ist hier keine Rede wenn ich von dem Eindringen uiamerikanischer Elemente spreite, sondern von jenen kleinen aber um so bedenderen und boshafteren Tbiercken an welche der Herr Schulinspektor in einer kleinen Stadt Deutschland ganz gev'ß nicht dachte al er den Kindern va:n dösen Gewissen sprach und zum Stlusse fragte : Wl i e nun liebe Kinder, w.cm man Nacht nicht schlafen kann uai sich raftloS auf dem Bett berummälzt ?", worauf der kleine Pepi siegesbewußt anwortete : Em Floh, Herr Schulinspektor". Diese Znsektensorte von denen übrigen nur die Weibchen beißen VaZ ich von jeder sür sehr bezeichnend hie't hat nun auch den Staub DeutschlandS von den Füßen geschüttelt, ist 'der Gefahr von seiner kaiserlichen Mjestit aller höchfteigenhändig zer-sh-nettert zu werden entgangen urd h lt sib nunmehr in unserem gesegneten und durch Campagnetttteratur ii leZter Z:it auch sehr gebildeten Lane heimisch niedergelassen. Er hat sich aii) schon amerikanisier und ist in die K'rche gegangen. Da wäre nun ganz schön, wenn nicht gerade wie bei den Mensch:n die Weibchen mehr in die Airche gingen und die sind bissig. Die Turnzeitung" erfährt darüber au New Insey folgende : Flöhe, die in der Zahl von Millio nen Besitz von der ersten PreSbyteria-ner-Kirche in La Orange ergriffen haben, nöthigten die zahlreiche Schaar der Besucher, den Gottesdienst temporäc anderSwo abzuhalten. Ungefähr drei Wochen zuvor begannen einzelne andächtige Besucher ein verdächtige Acibbeln im Röcken wahrzunehmen und sich zu recken und zu strecken, alt ob sie in den letzten Zügen lägen. Selbst die Kirchenältesten wahrten ihr üblich? Decorum nicht und folgten der schönen Predigt nur unter Zeichen großer Zerstreuung und andere Lichter der Gemeinde rutschten in auffallenker Weise von links nach recht und dann wieder von recht nach link in unregelmäßigem Tempo. Manche dach, ten an den Veitstanz, al daS Geruts'che endlich allgemein wurde. Eine Dame die bi an die Ohrläppchen errötdete, machte sich au der K'.rche noch vor dem Ende de Sermon; und die Hakt' nackkgkeit der übrigen Andächtigen langte gerade noch hin, daß der Prediger nicht allein in der Kirche zurückgelassen wurde. Niemand wagte seine Sefzhrungen öffentlich bekannt zu maehe und Zeder hielt seinen Verdacht zurück. Am folgenden Sonntag war die Sacke noch umständlicher, und da Uebel schien jetzt auch den Prediger zu verfolgen. Zellwttse konnte derselbe seine Verlegenheit kaum verbergen; doch acht,te Niemand auf ihn, denn Jeder wa? mit sich selber genug be schäftigt. S,si al der Organist durch sein lüienf) ' Spiel die allgemeine Bedränan'ß .'eilen ar sing und zuweilen tranipas: falsche Tasten anschlug, wurde eine Untersuchungeingeleitet. Ob man mit Jnsekterpulver sdee mit einem feierlichen Gebetott, dienst dem störenden langbeini$t Gezücht an den Hal will, ist zur Stur.de noch nicht ruchbar geworden. Jedenfalls steht fest, daß die Emigvanten die heurige Wabkaufr-gung benutzt haben, um unbemerkt sich einzulchleichen. Die Wahlaufreguag hat aber noch mehr auf dem ' Gewissen. Llu leidlich verständigen Menschen erden die rücksichtslosesten ganatiker 1 l l 11 V l W M I Ms V V W MUMIMV l und ich trage ich schon mit ve Qt I

danken, Ohrmuss anzuschaffen und meine Nase in eine bißsichere Kapsel

zu stecken, bis die'Wahl vorübn. ist, denn, man kann nicht , wissen, wa in dieser Campagne der - Belehrung", wie man sie gerne nennt, Alle noch passiren kann. Ueberall wird diese Belehrung verzapft. In den Zeitungen, in ungezählten Pamphleten', auf den Straßenbahnwagen, im Theater, in der Wirthschaft, ja selbst der Herr Pastor untersucht, wa der Obrigkeit zu geben sei, Gold oder Silber. Viel staatsmännische Weisheit wird auch an den Straßenecken verzapft, wo vereine oder andere Volkstribun unter rieft gern Beifall gegen die GoldbugS" oder den Silberschvindel" loöpfeffert. Sollte da Land wirklich nicht gerettet werden, dann liegt e vahrhaftig nicht an ihnen und sollte man im Augenblick der größten Staateklemme ihre Hülfe in Anspruch nehmen müs sen, dann sollten sie sich, ehe sie in' Weiße Hau kommen, e i n Ding abgewöhnen, da Tabakspucken nämlich, und wollte der Herr der Heerschaaren, daß sie sich einmal darin übten. Der Plauderer. Die schwarze ZZost. Humoreske von L. Elster. Der erste Ball der Saison! Schon eine Stunde vor Beginn deSselben faß FrauRechnungsrath Timpe mit ihren Uöchtern in voller Balltoileite da, die Rückkunft ihres Manneö von dem Bureau mit hochklopfendem Herzen erwartend.' i Gottlob, daß wir fertig sind-, meinte Mama Timpe aufathmend, Gmma, Du hast doch Deine Handschuhe? Sind die Knöpfe auch vz deutlich angenäht? Du weißt, was eS für einen häßlichen Eindruck macht, wenn ein junges Mädchen ohne Knöpfe an den Handschuhen gesehen wird. Immer nur den feinen Anstand im Auge behalten! Riekchen, Du hast doch nicht gerade das Taschentuch mit dem Rostsleck genommen? Nein? Nun. dann ist's gut . . - ; Wo nur der Vater bleibt . . - Nur Geduld, Kinder. Vater hat einen weiten Weg . . Er wollte sich doch aber heute früf,tx frei machen, es ist bereits sieben Uhr. Der Lall beginnt um acht Uhr." Ja doch, ja doch . . fei ' doch vernünftig, Vater wird gleich hier sein . Dcama Timpe kam sich heute Abend ganz besonders vornehm vor. Das alte Grauseidene war auf's Neue zurecht gemacht. Riekchen hatte ein Jahr das Schneidern lernt und mit Geschick die Ballkleider in Stand gesetzt. &u lieber Gott, viel kosten durfte der NN nickt, und anstand! ausleben ßte man doch auch, hatte doch der Herr Direktor, der Chef, sein aller höchstes Erscheinen zugesagt. Kinder, die Stellung muß gervahrt werden." hatte Mama Timpe wichtig gemeint, einfach, aber vornehm! Mein Grauseidene? wird gewandt und mit schwarzer Spitze gar nirt, das sieht gediegen aus, und Eure rosa Mullkleider bekommen einen Ueberzug von eißer Gaze, dazu nehmt Ihr Apfelblüthen in's Haar!" Und nun war Alles fertig! Mit klopfenden Herzen standen Emma und Niekchen da, immer unruhiger den Zerger der Uhr verfolgend. Ob August auch da sein wird?August war der einzige Sohn deö Nechnunasrathei Timpe. Ein hoffnungsvoller jungerMann. der xn einem benachbarten Orte die Stellung eines Handlungsgehilfen bekleidete. M letzten Sonntag war er ve: lhnen geWesen, einen ganzen Koffer älterer Kleidungsstücke mitbringend, die Ma ma Timpe ausbessern sollte. Riekchen und Emma hatten -im den vevorste henden Ball sehr verlockend geschildert. Anfangs schien August keine Lust zu kaben. aber schlleklich hatte dre ueber redungskunst der Schwestern es fertig gebracht, daß er zu kommen versprach. Was August Zagt, halt er, meinte Mama Timpe würdevoll, er schlägt ganz auf Euren Vater; gewissenhast vom Kops dls zur Sohle , ,. . Unruhig, aufgeregt, wandernEmma und Rukchen in der Stube aus und ab, dann und wann prüfende Blicke in den Spiegel werfend und hier und dort etwas an dem Kmd zurecht zupfend. Wo nur der Vater bleibt, wir werden gu spät ' kommen und über Haupt keinen Tänzer mehr finden die Tanzkarten werden schon früh ausgefüllt .'.."Tapfer- schlucken die beiden MäLen die bereits aufsteiaen. den Tkränen herunter, damit die Äu gen nicht roth würden." Um Gotteswjllen seid ' still, ich trar?e Euch. Der Vater wird so wie so schon aufgeregt sein, wenn er nach Hause kommt, da sein hoher Chef auf den Ball kommt. Erst die Pflicht, dann das Vergnügen. . . " . Die Hausthür fiel in? Schloß! : Gott sei Dank! Das waren Vaters Schritte .... eilig liefen die Mädchen il.n entgegen. .. Ach. gut. daß . Du da bist Vater, .... wir haben Dich mit Sehnsucht erwartet ... es ist schon so spät.... wir werden nicht rechtzeitig zum Balle kommen . , ? Papperlapapp wenn wir kommen, sind wir da . . Hustend und prustelnd entledigte sich der Herr Rath seines Mantels. Ihr babt an nichts weiter, als an Euer Vergnügen zu denken, aber ich.. ich habe so vieles im Kopfe... die.Nacht ist noch lang, laßt mich nur erst einmal zur Testnnung kommen . . Uff, 9 . . 9 1 . V ri . i " ,"""" " . ...... www wrw j lank er auf peo nächsten Stuhl.' sich dre

Stirn mit dem bunten, seidenen Ta-

scyentuch reibend. t . .Rathlos standen die Madchen da. ihre Wangen färbten sich höher, und die Angst um die versänmte'Polonaise prägte sich -immer mehr auf den frr schen, runden Gesichtern aus. Energisch ergriff vjetzt Mama Timpe . die porzellanene Lampe und zündete das Licht an. ' ' : . Sei nur gut, Alterchen, und mache gute Miene zum bösen Spiel, kannst Dich ja die ganze Nacht ausruhen und gemüthlich Sechsundsechzig spielen.." Was Du für Begriffe hast! Sechsundsechszig, wenn der Herr Director. mein Chef, anwesend ist, wie unpassend würde das sein....! Aber gieb her. ich will mich schnell umziehen. Mein Anzug V : Hängt in unserer Schlafstube im Schränk . . erwiderte Mama Timpe. Ohne seine Damen weiter anzusehen. stampfte der Herr Rechnungsrath aus dem Zimmer. -Erleichtert athmete man auf. Die beiden Zungen Madcken bekamen wieder friscken Muth. Als Karline, das Dienstmädchen, jetzt den Kopf durch die Thür zwängte und anfragte, ob sie die Gummischuhe anziehen' helfen sollte, erstrahlten die Augen schon wieder in dem früheren Glanz. - Freilein, , Se kommen aber späte uffn Ball.... nee, nee der Fuß sitzt schiefe .... man noch mal raus .... so ... nun geht et." Hilf mrr den Mantel anziehen, Karline gebot die Frau Räthin. Der Herr Rath is doch noch nich fertig, Frau Räthin. er macht ein Spektakel in de Schlafstube, dat mir ganz ängstlich in die Küche wurde . . . wat mag er nur haben ... da . ... hören Se, Frau Räthin, der Herr Rath ruft Ihnen..." Und wirklich erscholl die Stimme des Vaters Timpe laut und energisch aus der 'Schlafstube. Henriette, Henriette komm doch, bitte,, einmal her..." Erschreckt waren die Töchter zusammengefahren. Sie kannten deS Vaters Stimme! Wenn sie so klang, war in der Regel nicht mit ' ihm zu spaßen. Mutter und Töchter liefen eilfertig aus der Thür, aber,' o weh, welch' ein Anblick bot sich ihnen dar. Nicht fertig, wie sie gehofft, sondern in Unterbeinkleidern, den Nrack übergezogen, das Licht emporhaltend, stand der Rath wuthschnaubend da. - Meine Hose . . meine neue, schwarze Hose ist nicht da..." Deine Hose? kam es erschreckt über Mama Timpes Lippen. ' .Aber natürlich, sie hängt im Schranke . . , 1 Ich selbst hängte sie hinein..."' Sie schritt auf den Schrank zu,konnte aber trotz Allem die UnauS fprechlichen nicht finden. Natürlich .... vor allein ' Tand, den Ihr wochenlang zuscrmmengenäht habt,. denkt Ihr nscht an meine: Sa chen, wo ist meine Hose, meine neue, schwarze Hose .... zum Donnerwetter, Karline, stehen Sie nicht da und kucken mich an. wie die Kuh das neue Thor, suchen Sie' meine Hose.. . ."; .- Und jetzt entspann sich eine fieber hafte Thätigkeit, allen voran der Herr Rath mit der einen Hand die Lampe hoch emporhaltend, mit der anderen ängstlich den Frack, welchen er in der Eile übergezogen, zusammenhaltend. Schränke wurden ausgeräumt und abgerückt. Commoden aufgerissen und ihres Inhalts beraubt, Garderoben ständer lee; gemacht. Ein iwilde! Chaos von Röcken und Kleidern häufte sich in den Zimmern an. aber, die Unaussprechliche war nicht zu finden. Ganz erschöpft fiel der Herr Rath in einen Rohrsessel, schimpfend, wetternd über die heillose Wirthschaft. Ich habe die Hose selbst unter Dei nen Frack gehängt, daö grenzt ja schon an Hexerei...." Unsinn! Unter meiem Frack hing die alte 5)ose von August, aber nicht die meinige...." Mama Timpe wußte nicht mehr, wie ihr zu Sinne war, Augusts Hose . . . . seine Hose .... es konnte nicht sein! Die Jagd begann aus's Neue, aber ohne Erfolg. Laut aufschluchzend sanken Emma und Riekchen auf einen Stuhl nieder, ihre Hoffnungen waren verschwunden, der Ball verloren der Vater hatte keine Hose!.... Jetzt erschien Mama Timpe wieder, zwei Hosen in der Hand haltend. Die eine hellgrau, die andere dunkel. Könntest Du nicht diese graueHose ; AttMtn Tt.fi.v flTrn9 5?s ist r.;. ungntiu, tibv4 j;vuuut ,a ti cbtui neue Sommerhose ... ." Bist Du toll . . . ich kann doch nicht eine hellgraue Hose und dazu den Frack anziehen Oder würdest Du nicht diese alte schwarze von August...." ; Die von August? .... Hahaha . . . es wird immer besser... sieh sie Dir doch einmal etwas genauer an, hinten tst fr hfrtfcf iitiV itnfn ftnrtn l 1' s"' v ' Miitkii , yititviii Fransen daran na. und die irbe ist in's Grünliche übergegangen....! Wir bleiben zu Hause . . . basta!". I Jetzt dracy oer yr.:nenstrom der Mdchen auf's Neue los. Zu Hause bleiben,... wirklich , zu Hause bleiben.... alle Freude , und Arbeit umsonst gewesen . .v. umsonst alles . . . ." , Die Thränen' der jungen' Mädchen schienen nicht ohne Wirkung- auf den Herrn Rechnungsrath zu bleiben, er i hörte auf zu schelten, ' nahm die in's sri . r? r ! v . "i - r. I tsiuniiaj iiinmcinucigojc in oieyano und unterzog sie einer genaueren Prü fung.... wenn nur nicht gerade sein hoker Vorgesetzter auf dem Balle sein würde.... aber waö würde -der' zu einer solchen Hose sagen? . . Konnte nicht sein games Anseben schwinden? Alle stolzen Pläne in Bezug auf den sehnlickst gewünschten Geheimraths titel" fielen zusammen. Jetzt schien den. Mädchen ein neuer, rascher Entschluß zu kommen. Sie nahmen dem Vater die Hose eiligst aus der öand. , Emma lucbte hinten

Olga Aethersole

plre Ti)et. 1 Lcccttta 1898. Werthe Herren! Da ächte Joyann Ksff'sltZeZ?akz-öTtraKt har tzröulein Olga Nethersole während ihrer anstrengenden Stu dien für Tannen- so vorzügliche Dienste geleistet, daß ich Sie er' gebeust um sofortige Ueberseudung eiuer neuen Kiste ersuche.ol5 A. ??et?ersole. 3

Otan verlange das ächte Aohann Hoss'sche Nalz.Vrtrart. ... Vor sogenannt Substitnten wird gewarnt

und Riekchen unten den Schaden auszubessern, - während Mama Timpe nochmals auf die Suche gegangen war. Endlich war .die Arbeit geschehen, und bittenden Blickes reichten die Mädchen dem Vater die Hose zurück. .Anprobiren .kannst. Du sie doch wenigstens, lieber Vater,.. baten .die Mädchen.' Man sieht, wirklich nicht, dafc sie etwas igeflickt, . die. Frackenden fallen ja darüber " .-.- .z. . Das war freilich wahr . v der Frack bedeckte - den Schaden . . . aber die Farbe... wenn nur diese abscheuliche, grünliche Farbe- nicht wäre . . Und schwarz ' ist sie auch. Vater. Die Lampe wirft den häßlichenSchein, Karline scheint wieder das' schlechteste Petroleum gebraucht zu haben . . . Das konnte allerdings .möglich sein. .Schließlich, so sehr-alt.war die Hose noch nar nicht, undirs war' unverant wortllch don August, daß er die Hose bereits zurückgehängt hatte. Mama Timpe kehrte jetzt zum drit ten Male von. , ihrer-Wanderung erfolglos zurück. Ihr .war ganz wirblig zu Muthe. Ermattet stand, sie da. Entschlossen, - die Hose, unter dem Arm haltend, erhob..sich -.jetzt Vater Timpe ...er. durfte den Ball nicht dersäumen, vielleicht, wurde, ihm schon heute eine .vertrauliche Vtittheilung gemacht,, wegen deS .Geheimen-. Man würde sein Fehlen mißbilligend be merkt - haben, er mußte auf den Ball, selbst mit. der geflickten, verschossenen Hose..?' ;: . !t ; Erhobenen Hauptes . im Sorgefühl der baldigen Ernennung fchritt er aus der Thür. - Niemand von den Frauen achtete auf sein, komisches .-Bild, nur 5sarlme. stand im Korridor und hielt sich dse Seiten vor Lachen,' als ihr gestrenger Brotherr-stolz in Unterbeinkleidern und Frack an rhr vorüberging. . Die Toilette-war beendigt. Zwar waren die Hosen etwas zu kurz, so daß der große,, breite .Fuß allzu -sehr zur Geltung kanr.'.aöer Vater -Timpe ach tete . nicht , mehr ., darauf und war zufrieden, als seine Frau ausrief: .Sehr gut lieber 'Mann, - rote, neu . . . Niemand wird es auffallen, -dak es nicht die Deinige ist 's Endlich war man so weit! Es war inzwischen fast zehn Uhr geworden. Mit gesenkten- Köpfen, , aber dennoch froh, auf den Ball zu kommen, schritt man dem Gasthaus zu. Dort herrschte reges, Leben. ) :" Freudig von "allen Seiten wurden die Neuangekommenden begrüßt, und es währte nicht lange, so waren die Tanzkarten , der beiden jungen Mädchen beschrieben.. . Alle Sorgen, alle Angst waren vergessen, glückliche frohe .Stunden, folgten. - .- - Mama. Timpe suchte vergebens un .ter den Tanzenden, ihren Sohn August. Wo nur der Junge steckte, er hatte fest. versprochen zu kommen.... es würde ihm doch nichts passirt sein.... " . Der Herr Rechnungsrath hielt sich sehr im Hintergrunde des Saales zurück und suchte immer ängstlich Deckung hinter einem Vordermann. Noch nie in seinem Lehen hafte er dje Hosen, der anwesenden Herrm einer so sorgO faltigen Prüfung unterzogen, sine, heute Abend. Sein Muth fank immer mehr und mehr, alle Herren hatten tadellose Beinkleider, es gab keinen anderen Ausweg, als unbemerkt an einen Spieltisch zu gelangen; saß er dort erst fest, war die größte Gefahr vorüber. Die Begrüßung eines alten Bekannten ließ indessen seinen Plan nicht so schnell zur Ausführung bringen, und auf einmal bemerkte er, daß die Gruppe vor ihnen sich prötzlich getheilt und die suchenden Blicke seines Ehss, welcher am oberen Ende des Saales stand, ihn trafen.' ' Erschreckt knickte er zusammen, mit seinem Klapphut die fadenscheinigen Stellen seines Beinkleides bedeckend. Um Gottes Willen. Rath, was ist Ihnen? Sie werden plötzlich : bliß . , . haben Sie Leibkrampfe . . . kann ich Ihnen helfen..?-' Nein . . nein . . . danke sehr kam es hastig über die Lippen deS Rathes. Eine plötzliche OhnmachtSanwand sung . . . diese verfluchte Hose ..." oie...,iAch, verzeihen Sie ...ich bin gan 3 consuö . . . Sie entschuldigen vu wohl . . . aus Wteoersehen . . . . - kopfschüttelnd sah der Herr dem Rath nach. Wie sonderbar der heute Abend war! Als der Rath eben den Saal verlassen wollte, begegnete er seiner Gattin, welche den hoffnungsvollen Sohn, fest am Arm gefaßt, nach sich zog. August schien sich von dem energischkn Druck der Hand " feiner Mutter befreien zu wollen, aber es gelang ihm nicht, er mußte ihr folgen, - Vater! . Endlich finde ich Dich." begann . Mama. Timpe, und ihre ßtimme zitterte vor Erregung. Hier an dem ungerathenen Sohn wirst Du Deine neue schwarze Hose finden. Sich he?.. und die haben wir gesucht . . . gesucht bis zur Bewußtlosigkeit.. "

r.i Was sagst Du? . . . Bengel.... Junge . . . was erdreistest Du Dich . . . danke es dem Ort, wo wrr uns besrnden, daß ich Dich nicht so strafe, wie Du es verdienst. Du bist Schuld daran, daß ich mich lächerlich mach: vor aller Welt. Augenblicklich folgst Du mir in die Garderobe, wo wir uns umziehen wer... - Empört wandte , sich der Vater dem Eingang zu. Vater verzeihe mir! Ich habe mir nichts Böses dabei gedacht. Ich glaubte, Du wärest noch im Besitz einer anderen schwarzen Hose . . die meinige war so schlecht, und eine neue konnte ich nicht kaufen, mir fehlte das Geld. Es ist unerhört...!' Ah. guten Abend, lieber Rath.ließ sich jetzt die Stimme eines Herrn vernehmen. Ich habe bislang dergeblich nach Ihnen ausgeschaut. Sie wollen doch nicht schon fort . . .?" Wie vom Blitz getroffen stand der Rechnungsrath vor dem Director, seinem hohen Vorgesetzten. Verzeihung. Herr Director. daß ich mir noch nicht die Ehre gab. Sie aufzusuchen.... DaS macht nichts, lieber Rath, vielleicht finden Sie Vergnügen daran, mir mir späterhin eine Parthle Sechsundsechsnq zu spielen...-' Ich stehe gern zu Diensten ... eö wird mir eine gcrnz besondere Ehre sein ..." Dann auf Wiedersehen, mein fie ber Rath ... Ich hoffe in einigen Ta gen Geheimrath-.... - Mit freundlichem Kopfnicken entfernte sich der Director. Wie im Traum stand der Rechnungsrath da . . Welch' ene Aussicht . . . wtfch' einGlück zeigte sich ihm ...!, Lieber Vater, wollen wir jetzt in die Garderobe gehen,- ließ sich die zag. hafte Stimme seines Sohnes vernehmen. ... Der Herr Geheimrath In spe richtete sich stolz empor, ohne darauf zu achten, daß die schwarzen Hosen seines Sohneö - ihm bedenklich in die Höhe rutschten und sprach mit würdevoller Stimme: Das Verdienst findet auch in solchen Unaussprechlichen seine gerechte Würdigung. Behalte die neue Hose, mn Sohn, ich schenke sie Dir!cjm Toldatenvrier. Folgenden Liebesbrief eines Solda ten an seine Braut erhielt die ..Memeler Allg. Zeitg." aus Thomascheiten bei Robkojen: Geliebtes Anna! Tu hasj sich gewundert, daß ich so lange nich geschrieben bin: konnt sich das so schwer! hat uns Vater zu Hause krankes Bauch, weil sich er so viel gesaust hat von daö Buttermilch: konnt sich daö verdienen nichts; nun bin ich geliebtes Anna in größtes Verlegenheit gerathen; weil sich gestohlm hat ein. Tieb die Hose daö Kamis; da haben gesagt die Feldweblü: du bezahlen die Hose sonst flögst in! Loch oder dich hollt da3 Teufel; WaZ soll ich machen, verfluchte? Zucht; willst du schicken mir 3 Mgrk. ist sich alle! Gut; wenn sich schiäs du und kommt auf Urlaub, wir Beide auf Tanz gehen; Wenn ich nich bekomme das Hose wieder, ich mich schießen ganz ' tot; vor lauter . grämen ich bald platzen . mir mein, Herzen; daS meine Hosen KamiS ver. stöhlen sind.' Ich mir - schon gekauf: habe daS Hose der eckstra; passen sicl wie Leutenannd. Nun geliebtes Annc mehr zu schreiben ich nicht habe Muht, noch viel hekeln doS Hose vier daS Frar Feldweblü. Ich mich schon viel deutsch sprechen kann, bei der Militair gelernt. Schlus der Vorstellungen. Nun lel wohl und fiel sich Kuß. Dein geliebtck Georg.Galant. Würbe gern dir Rosen pflücken. Doch der Nutzen scheint gering. Denn mit Rosen Rosen schmücken, Ist ein überflüssig' Ding, i e s e Frauen! Me'm Emil raucht nicht, trinkt nicht, kommt me ZU spät nach Haus. . . .ja, was soll ich denn mit einem Manne, dem ich gar nichts abgewöhnen kann!?Stoßseufzer. JungeFrau: Ist es auch wahr., Männchen, 'daß ich Dein einziger Gedanke hin?-.: Mann: .Ja; und den Gedanken kann' ich nicht mehr los werden!- ' r Agenten verlangt, gegen gute Bezahlung, sür den Verkauf von Artikeln, welche i jeder deutschen, sowie amerikanischen Familie nothwendig gebraucht werden. Zeder, der sich ein rentable Gesckäft zu gründen wünscht, oder sich einen outen Nebenverdienst verschaffen wiv, schreibe sofort um kostenfreie Prober', ,rculare, u. . v., an

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