Indiana Tribüne, Volume 20, Number 31, Indianapolis, Marion County, 18 October 1896 — Page 4

Jnvians Tribüne. Erschcmt Täglich und Sonntag. Die ttllttche .Tribüne- kostet durch den Xrfijei Centi. per Woche, die enntag.Tribae-k Lenk per Woche. Seide usaenen IS Cent fc, U Cents per tfonai. Ver Post außerhalb be, ttiot LUgechtSt oraSe,ahinz ahr. Orru KL Süd lad am Siratze.

Jzdi napottS, Ind., 18 Oktober 1896. 3tr CsoBct vom Mai fest zu reden, dürfte als Anachronismus erscheinen, trotzdem sei eS mir besonderer Gründe halber gestattet, mich über diese In. stitut lokalpatriotischen StolzeS, chro Nischen Dtsiziteö und mißverstandener Bedeutung einmal auSzusprecken Nicht alS ob die Z:it besonders glücklich gewählt sei, worauf man sonst gerne aufmerksam zu machen pflegt ich verlasse mich durchaus auf den Gegenftand, der noch immer daS freundliche Interesse eineö vohlmeineuden LeserS gesunden hat. Vcr eta einer Woche lasen wir in der Zeitung, daß die Direktoren des MzifesteS zusammenkamen, über daS Schicksal desselben beriethen und wieder auöeinandergingen. Außerdem erwählten sie die neuen Direktoren. Nun ist die Sache beim Alten und eö wird nach wie vor von der Freigebig keit der Gewährsmänner abhängen, ob wir im nächsten Jahre ein Musikfest haben werden oder nicht. Maifeft oder kein Maifeft" ist die Frage. SS ist wohl kein Zeitverluft, wenn wir unS daS Maifeft" einmal genauer aisehen. Nachdem der sündige Mammon gesichert und der Chor einstudirt ist, nachdem auch in der Lokalvresse mit dem nöihigen Tam-Tam bewiesen worden ist, daß diese? Maifest alle übrigen in den Schatten stellen werde, kommt der maßgebende Theil deß MaifesteS, Tollsten und Orchester, und fertig auS dem Osten. Die Leute sideln, fingen und blasen unS waö, sacken gnädig und herablassend die dielea Eoldstücklein ein und verschwinden wie sie kamen, gefolgt von der Bevunderung deS Publikum?, dem Fluch deS Chordirigenten und den trüben Mienen der Garantoren. Welchen musikalisch künstlerischen Werth hat überhaupt ein solche Maisest? Ich bin weit davon entfernt den Herren Garantoren einen Vorwurf zu machen, erkenne im Gegentheil ihr durch Thaten bewiesenes Interesse an der gewollten Förderung der Kunst der Töe an, aber umsomehr ist die Thatsache zu bedauern, daß die Mehrzahl der durch sie gewählten Direktoren eö absolut nicht vermag sich aus einen wirklich großen künstlerischen StandpanktZzu stellen. Von diesem allein maßgebenden Gefichlöpunkte auS erfüllt unser Maifest seinen Zweck nicht und an seiner grundverkehrtea T,nden; muß eS einmal zu Grund gehen, wenn nicht rächÜcS Jahr dann später Unle? -"taifeö ist zunächst nichts ureigene. Es ist gewisseraiassen ein Brocken (deS Ostens und Europas) dir vom Tische der Reichen abfällt und der von unö Kunkhungeinden obre Prüfung eilendS verschluck! wird. Das Fest ist nicht vielmehr alS ein CirkuS Die Show kommt zu unS, Reklame Trommel und Trompete werden loSgelassen, die Künstler und Künstlerirnen produziren sich, daS Orchester spielt und wir liefern daS Publikum, brauchen aber keinen Earantiefond zu stellen und erhalten noch eine streit Parade" obendrein. In den Anzeigen heißt eS dann imnur Größer, feiner, besser alS je zuvor." DaS ist der Fluch eineö Pseudokunst, lerischen Unternehmens. Immer größer und feiner muß eS werden. Immer mehr :heuere Solisten, sonst zieht die Geschichte nicht. Ich spreche hier wohlverstanden nicht von dem Genuß, den unS daö Maifeft bietet, wiederhole auch, daß ich die Opferfreudigkeit- der Garantoren zu schätzen weiß, nur ist eö mir klar, deß ein Maifest ganz andere künstlerische Interessen vor allem Lokalinteressen vertreten muß, wenn eö dauernden Nutzen schaffen soll Worin hat daS Maifest unö biö jetzt gefördert ? Die Künstler in unserem Staate hahrx wir durch daö Maisest nicht kennen geleint, ein Orchester haben wir auch noch nicht und an dem Umstand, daß trotz dieser vorbenannten Gewohnheiten ein Chor nebst Dirigent am Leben geblieben ist, ist daö Maifeft auch 'nicht schuld. Einstweilen hat dasselbe nur für d'e östlichen Manager? auf gut Deutsch die Primadonnen und Primadon-

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piitoi,

neriche Interesse. Hie? bei unö in der Zentralstadt unseres großen Staates arbeitet eö beständig' dem Werden eineö MusikzentrumS entgegen. Solange wir unsere eigenen Kunst ler nickt berücksichtigen, so lange wir kein eigenes Orchester haben und wir man verzeihe das harte Wort den ganzen Klimbim unö zuschicken lassen müssen, steht noch nicht einmal der individuelle Genuß im Einklang mit den Kosten und dem übUchen Dennt. Den Herren Direktoren selbst kann es nicht entgangen sein, daß sie daö nächstjährige Ausstattungsstück nicht gut mit ceringerem Aufwand geben können und da sie neben dem letzjährigen Iehlschlag den großartigen künstlerischen Erfolg der Dawrosch'schen Oper sahen, so mag bei ihnen der Wunsch aufgetaucht sein, wie wäre eö, wenn wir statt deö MaifesteS eine Serie WagnerOpern, vielleicht die Nibelungen-Trilogie, durch Damrosch aufführen ließen. Könnte ein künstlerischer und vielleicht da;u ein siaanzieller Erfolg mit einem 97 Maifest gesichert werden, dann würde ich jederzeit dafür eintreten, unter den Umständen wäre eö jedoch im Interesse deS VublikumS zu wünschen, daß sich die Direktoren bereit erklären einer Sache ihre wirksame Hilfe zu leihen, die ganz, abgesehen von dem hohen Werth, von ungleich nachhaltigerem Werth ist, alö alle Musikfeste der Ver. Staaten zusammengcnommen. Damrosch sollte mit dem Ring der Nibelungen" kommen und später wollen wir dann nicht vergessen, daß Jadianapoliö auch bald ein stehendeö Or-

chester haben sollte. Dann werden wir auch ein Maifest haben, wie eö sein sollte, mit einem eigenen Chor, einem eigenen Orchester und Berücksichtigung unsere? eigenen Künstler. Der freundliche Leser kennt die Geschichte von jenem Vogel, der sich mit fremden Federn schmückte oder gar jene von dem Lzmm, daS sich die Löwenhaut umwarf und damit ausging, um den andern Viehchern zu imponiren. Der Plauderer. Im Lollenkobel. Von Lüdwig Eosghoser. In der Fremdenliste deS trefflichen Gasthauses, das den Mittelpunkt des hübschen Gebirgsdorfes bildete und die Creme der anw?s:nden Sommerfrischler unter seinem Dache verewigte. qaiit er sich folgendermaßen cmgeze'.ch riet: Fritz. Bar. Weger. Das sollte NUN freilich nur Frch Bartholomaus Wegerich heilen, aber das verschmitzte tfornrna und die scheinheilige Abkiirzung des zweien 'Tauknamcns zeiaten die unverkennbareAbsicht, unseren gut bürgerlichen Helden einer stemvel- und gebührenfreien Nobilinrung zu unterziehen. Er selbst lächelte recht gnädig, wenn er von den Stellrmrnnm Her? Laron titulirt rcuroe, und trug den Kopf so stolz erhoben, a!5 fühlte er kaum den Druck der Ädelskrcne. Gleich in den ersten Tagen seiner Anwesenheit ernannte er sich aus ttgc uer Machtvollkommenheit 3111:1 Mine, fcc Plaisir der Fremse ttoonle und trar überall dabei, ico eS bisonderÄ in Segenwart der zwei 'chmuckm Wirthstöchter ein großes Wort zu führen gab. Selbstderstand?lch ttar er ciiJf) im qrof.?r Bergsteiger unö leistet: daö lln 'glaublichste in haarsträubenven Klet terparnen, die er aber stets jgne Fu!z rer und ohne Zenzen ausführte. Er war ein leidlich hübscher ZLursche und l'&itt, von seinen sonstigen Eigen schaf ten abgesehen, einem Mädchmauge rzohl behagen können. Durch die Mas kerade aber, in :ve!che? er sich gesit?, machte er sein Aussehen -ya einem Merkwürdigen; halb' Tirolersänger, halb Don Quixote als Tourist. An den edlen Ritter von La Mancha eiinnerte er besonders durch seine schmacht tige Gestalt und den lühnen Spitzbart, welch letzterer ihm auH den Scherznamen SpitzweZ:'r'.ch" eingetragen fii.ii. Lei den Dörflern hiejz er schlichtweg der Fez" und außerdem hatte er noch denSpitznamen Echo-Columbus. Sa ron" Wegerich war nämlich von einer fast krankhaften Zucht erfüllt, Landschaftspunkte mit mchrsachem Echo zu entdecken. Das Instrument, weisen er sich bei solchen Entdeckungsreisen dediente, war ein schwerer, gediegener Revolver. Auf jede? seiner Wald- uni) Bergwanderungen verknallte er ein Dutzend Patzonen zum Schrecken des Wildes und zum ganz besonderen Aerger deSWrs!personalö. Die Pflichttreuen Jäger rannjen sich todtmüde, so oft sie einen Schutz im Walde hörten, und wenn sie dann an Stelle des verrneintlichen Wilddiebes den Echo-Eo-lumbus mit seinem Revolver fanden, blieb ihnen nicht.andereS übrig, als sich durch gesunde Grobheiten für ihre Plage zu entschädigen. Spitzwegerich erhielt deshalb eines Tages vom Förster eine scharfe Verwarnung, Einige Wochen vergingen, und js der Absicht, die Jäger nun erst recht zu ärgern, verknallte Spitzwegerich die doppelte Anzahl von Patronen. . Da geschah es nun einmal, daß unser Baron auf einer seiner Entdeckungsreisen hoch oben im Bergwald von einem schweren Gewitter überfallen wurde. In einer Holzerhütte fand er willkomrnenen Sckud vor Um Krönendes

Regen, (-lunve um Stunde verrann, aber das Strömen und Gießen wollte kein Ende nehmen und während der 5)unger unseren Helden nach Hause trieb,' hielt ihn das Bedenken zurück, daß seine so schön mit grüner Seide gestickte Lederhose in gar üblem Zustände aus so großer Wäsche hervorge hen möchte. Erst gegen Abend ließ der Regen noch, und alsSpitzwegerich aufathmend aus der Hütte trat, äußerte er seine Freude über die endliche Erlösung durch Abfeuerung von zwei Revolverschüssen. Dann schickte er sich zum Heimweg an. Kaum aber war er ,in NA? hundert Schritte niede?aestie-

qen, da hörte er näherkommende Tritte . .. 1 1 ' und yaiviame Sinnen! : .G'wiß is das wieder kein Anderer gewesen als wie der Fex! ffintt bewabr'. der bleibt bei so ei nemWetter schon lieber imWirthshaus sitzen! Da hat a Wilderer g'jcyojjen wirst es seben. und nur an Rührer wenn ich merk' im Wald, so gib ich Feuer!" Spitzwegerich erblaßte, suchte sein Heil in rascher Flucht und da es lym nack den erlauschten Worten im Walde nicht mehr geheuer war. flüchtete er zurück zur SoUerbütte. Hier stand er zitternd im Dunkel und hörte, wie draußen die Jäger ankamen, wie sie von den aufgefundenen Fußspuren sprachen und wie sie belchwllen.vor ver Hütte auf den Lumpen" zu passen. Mit schwankender Stimme rief er seine Wächter an und schrie, da er draußen einen Flmtenyayn lnaaen yorie. not ternd seinen Namen. Daraufhin ent wickelte stck, vor der Thüre folgendes Äwieaesprach: Gelt, ich hab's gesagt es ist der tter V .Und ick alaub's net! Ich saa'. es is a Lump, der dem Fexen sein'Stimm nachmacht, wen er meint.wlr laen lyn glei lausen. Ja, ja, kannst schon recht haben Und wenn wir ihn zur Thür' 'rauslassen, brennt er uns gleich eins 'nauf Aber wie sich an der Thür was rührt lass' ich's krachen." Und ick dab' aute Lust und schick eine Kugel um die ander' zum Fenster rVr?frif ifm f."fnn " 11(1(1 fcUlV vwV wyv. Bei allen Seiligen begann Spitzwe gerich seine Identität zu beschwören. Nach längerem Parlamentiren wur de der Friede unter folgender Bedin gung geschlossen: Der Herr Baron sollte in der öütte neuer machen, da mit ihn die Jäger beim Schein der Flamme zu erkennen vermöchten. Als rr dieseBedmgung erfüllt hatte, spann ten sie die Gewehre ab und setzten sich auf den Herd, aus welchem die dürren Späne lustig brannten. Die Jäger schnitten zwar finstere, ärgerlicheGesichter; dennoch aber schien es. als hätte die Angst, die der Herr Baron ausgestanden, und seine ve schämende. , unanaenebme Laae so et was wie Mitleiden in ibnen erweckt. Schließlich erboten sie sich sogar, ihn nach Hause zu führen, damit er nicht hungrig und ohne Lager die ganze Nacht m der elenden Hütte verbringen müßte. Spitzwegerich zeigte allerdings geringe Lust zu einem Abstieg in dieser pechschwarzen Nacht, er wäre lieber bis zum Morgen in der Hütte geblieben doch als die Jager meinten, dan sur etnen so berühmten Bergsteiger wie der .Herr Baron" em nächtlicher Marzcy durch den gefahrlosen Wald eme Klci nigkeit wäre, ließ ihn die Eitelkeit ver stummen. Auch tröstete ibn die Later ne. die einer der Forstleute aus seinem Rucksaa zum Barschem brachte. Voraus der Jäger mit der Laterne, binter ibm der reckt sckweiVlsameEchoEolumbus. dann der andere Jäger, so traten sie den Heimweg an. 2)ie Zager schienen einen näheren Weg einznschlaoen. denn sie verliefen bald den ausgetretenen Steig und bogen seitwärts tn den Wald. Tas war em vinerer Marsch! Ueber Stöcke und Wurzln, über bemooste ??elsblöcke. durch Gräben und Löcher, durch triefendes Dickicht und über zahllose Wtndbruche ging es dahin in unbehaglichem Wechsel. Und plötzlich, gerade als sie mitten zwischen großen, kantigen Felsblöcken standen, erlosch die Laterne und sie waren von einer Finsterniß amzeben, in der man die Hand nicht vor den Augen sehen konnte. Teufel noch amal jetzt ist's gut!" brummte der Jäger, der die Laterne getragen hatte. Ja, was machst denn!" grollte der andere. Ich kann nix dafür, die Kerzen ?S' mir 'rausg'fallen. Wohl im halbe Stunde suchten sie vergebens nach der Kerze. Es hilst nir. die is' nimmer zu sin den. Jetzt müssen wir unö halt heim greifen." Vlaudernd tavvten iick die beiden Jäger durch die Finsterniß wener, bald auswärts, öalb abwärts, bald linkS und wieder rechts. Spltweg stolderte binter ibnen nach, manck:.' stöbnte er laut er mochte froM Ur sache dazu haben ode? rir wohl auch, wenn e? eine Strecke zurückgeblieben war, seinen Führern nut weinerlicher Stimme zu, sie möchten doch ein Weilchen auf ihn warten. Da i iha? ten sie auch immer, an schlechterenWegstellen stützten sie ihn mit ihren Armen und trösteten ihn dabei mit der Arrsicherung. daß der Wald jeden Augenblick zu Ende sein müss-. Daö traf auch freilich nach etwas länglichen Augenblicken richtig ein. Spitzwezerich atbmete erleichtert auf: sie mußten ia bereits die Thalsohle erreicht haben, denn man konnte schon aus nächster Nahe Pas Rauschen des Äaqes lorcn, der am Dorfe tzorüberfloß. Q b.ticre Enttäuschung! Kaum hatten sie den Wald verlassen, da geriethen sie. noch kurzem Marsche über ebenen Wiesengründ, in wirres Gebüsch. Ein paarmal gings im Kreis umher, aber eö wollte sich kein Ausweg aus dem triesenden Gezweig imden lassen.

Halten Ihnen nur fest an mich und machen's allein keinen Schritt nach rechts oder links", ermähnte einer der Jäger den Baron, sonst könnten S' am End' in a Loch wo' neintreten und an Haxen brechen! Erschrocken klammerte sich Spitzwegerich an den Wettermantel seineZFührers und sein Schrecken steigerte sich noch, als er jählings den anderen Jäger rufen hörte: Sakra! Z'ruck. sag' ich grad vor uns geht a Wand' nunter!" Da standen sie nun rathlos stille, bis nach einer Weile Spitzwegerichs Führer kleinlaut fragte: Jetzt weiß i net, wo müssen denn wir da hing'rathen sein?" Aber ich ich kenn' mich jetzt

aus!" erwiderte der andere mit unbeimlicher Dumpfheit. Hörst denn 's Wasser vor uns net rauschen! Die Wand und 's Wasser, wir stehn ja beilia mitten drin im Hcllenkobel!" Im Höllenkobel?" zitterte es von Spitzwegerichs Lippen und ein eisiger Schauer rann ihm über den Rücken. Er kannte ja den Höllenkobel. diese wilde, pfadlose Schlucht, m deren Tiefe Wasser rauschte. Ein falscher Tritt auf dem Rande dieser Schlucht bedeu tete den sickeren Tod. .?!etzt bleibt's nur hocken auf'm Fleck und halt's euch mit alle Händ' an . . . ' .. 1 . 1 die Aest' an, maynle ver ager, oer die entsetzliche Entdeckung gemacht hat te; ich schau derweil, ob ich den Rück wea net wieder find'." Na, Seppl, bleib' lieber dabei uns! Man weiß za in der Finsterniß mm mer was oben und unten, was rechts und links is. Bleib da. Seppl wie leicht kann dir was Passiren. Seppl aber hörte nicht auf diese war nenden Worte. Die beiden Zurückblei benden hörten ihn durch die Büsche ra schein, dann plötzlich vernahmen sie em kurzes Poltern, einen klatschenden Fall ein markerschütternder Schrei durchgellte die Nacht dann war nu? noch daS Rauschen des wilden Bergba ches zu hören. Jesus Maria mein Kamerad!schrie der Jäger, der bei Spitzwegerich zurückgeblieben, schluchzend aus. und ohne der Gefahr zu achten, die ihm au genscheinlich drohte, stürzte er durch die Busche davon, der Richtung zu. auö welcher der gräßliche Schrei geklungen war. Mit zitternden Händen an dieAwel ge geklammert, faß Spitzwegerich in dem nassen Gebüsche. Er fühlte, wie ihm vor Angst und Grausen dieHaare zu Berge standen. Jeden Augenblick meinte er die Erde unter sich welchen zu fühlen und dennoch wagte er nicht sich zu regen. Unheimliche Bilder gaukelten vor seinen Augen durch die schwarze Nacht. Bald sah er sich zerschmetkrt an einem Felszocken hängen, bald sah er sich ertrunken im gurgelnden Wasser liegen und sah die gefräßigen Forellen an seinem Fleische nagen. Unter Thrär.en verfluchte er seinen Echosport und seinen Revolver, die ihn zusammen in diese fürchterliche Lage gebracht und einen psllchtgctreuen Jager, vielleicht auch noch semen hüfbereüen Kamera den. um das junge Leben betrogen hat ten. t In qualvollen Minuten verrann ihm die Zeit, mit hämmerndem Herzen lauschte er in die finstere Nacht, m das monotone Rauschen, aber keiner der Jäger kehrte zurück, er hörte keinen Ruf. keinen Laut. Schon graute der Morgen, und noch immer fand er nic?t den Muth, sich zu bewegen. Er suchte durch die Büsche zu spähen, aber das dichte Laub wehrte semen Blicken zeden Ausweg. Erst als es völlig Tag geworden, versuchte er zitternd sich aufzurichten.' Langsam tauchte er mit dem Kopse über dasGe büsch empor und da Die Haselnußstauden, die ihn um gaben, standen mitten in der schönsten ebenen Wiese: kaum zwanzig Schritte vor ihm rauschte der friedliche Bach m seinen niederen Ufern und über dem che drüben erhob sich das blinkende Wirthsbaus, auf dessen Hausbank die beiden Jäger saßen, die ihm lachend zuwinkten mit ihren arunen federge schmückten Hüten. Bor ihnen stand die jüngere der zwei blonden Wirtbstöchter und während sie kichernd die Arme in die Hüften stemmte, kam die Schwester mit dem dampfenden Kaffee auö der offenen Tyure. Gegen Abend packte er seinen Koffer und ln der Dämmerung verließ er das Dorf auf Nimmerwiedersehen. Tourlstenlled. O Lust, bei'm Lerchentrillern, Wenn Wald und Wiese grün. Mit Maiern und mit Müllern So durch die Welt zieh'n! .Solch' eine Wand'rung Dreier ungeheuern Reiz: s du mcht willst, will Mever nd Müller andererseits. Und hast du dich entschieden Und ist es Meyern rechte Und Müller ist's zufriedn So stimmt das Ding nicht schlecht. Das ist ein lustig Schreiten! Und brennt der Sonnenschein Geduld!- Es stellt: bei Zeiten Ein Regenguß sich ein! Staub. Reaen. ftroft unk ftto-t Und daß Euch nichts gebricht, 5?eblt auf des Beraes Svide Wohl auch ein Nebel nicht. Doch Euch schafft er kein Grausen: Die Karten sind parat So gut spielt sich da draußen Ms wie daheim der Skat." ' . . . . . Bald ist im weißu, Schleier Ringsum nichts mehr zu seh'n ' nr r . Vl T um Mlluer nocy und Meyer 0 Welt, was bist du schön!

Ein Erfolg.

Der bekannte Poeterl hatte vor Kurzem einen Band lyrischer Gedichte herausgegeben, bei denen der Setzer ein paar sehr unangenehme Böcke qemacht, v v r 1 , c, ' ver uorrccior yane ittyen iMn. I Poeterl war natürlich wüthend, und als sich ein Kritikus über diese Geschichte in höhnischer Belustigung ergangen hatte, rannte er mit fliegenden Locken in die Druckerei und machte dem Eorrector furchtbare, beleidigende Vorwürfe. ' I Man kann sich denken, daß sich Poeterl emen Todfeind geschaffen hatte, der ihn zuerst verklagte, so daß seine Börse eine bedenkliche Erleichterung erfuhr und der, zweitens,, geschworen hatte, bei der ersten sich bietenden Gelegenheit Rache üben zu wollen, schreckliche Rache! Und seine Zeit kam. Ter entsetzlich fruchtbare Dichter hatte ein Lustspiel geschrieben und dieses war, wie er sich bei dreimal versperrter Thüre ehrlich gestand und ihm selbst unbegreiflich schien, von dem Stadttheater des Ortes, dr die Ehre hatte Poeterl zu beherbrrgen, zur Aufführung angenommen worden. Aber, 0 Pech, in derselben Druckerei, in der Poeterl seine lyrischen Gedichte hatte drucken lassen, wurden auch die Theaterzettel gedruckt. Der Eorrector machte zuerst drei Freuden sprünge alö er den ersten Bürstenabzua bekam und dann einen dicken Strich durch Lustspiel an den Rand aber setzte er als Eorrector Trauerspiel!! Und dann ging dieses schamlose Jndividuum, das einem großen Dichter eine solche Schmach angethan hatte, ruch loser Weise zu einem Extra-Seide! Wein. Poeterl hatte sich erhoben; er machte die sorgfältigste Toilette: so zerzaust wie !,eute seine Locken waren und in einen olch' schauderhaften Knoten wie heute feine Cravatte geschlungen war, hatte man selbst nach Erscheinen seiner lyrischen Gedichte beides nicht gesehen das reine wandelnde Genie! Noch einen Schlag auf den Kalabreser von undefi. nirbarer Farbe und dann schritt er aus die Straße. Was seine so fein gestimmte Seele empfand, als er an der ersten Plakat säule fein Lustspiel zum Trauerspiel verwandelt fand, läßt sich nicht beschreiben. Diesmal rannte er mit fliegenden Locken zum Director. An dessen Filzigkeit scheiterten jedoch die beweglichsten Bitten. Die Zettel blieben ange klebt! Poeterl hatte sich in den hintersten Winkel des Musentempels verkrochen und der Vorhang hob sich endlich. Lautlos lauschte das Publikum, der Dichter glaubte, daß ihn das eigene Herz zerschlage warum lachte mau nicht warum?? Aber jetzt bei den kommenden Scenen, welche er mit so unvergleichbarem Humor und Witz aus gestattet hatte, würde das Publikum doch schon warm werden. .Nun war die erste da was war das? Einige Damen zogen die Taschentücher und weinten. Und so ging's fort! Nach dem dritten Akte begehrte man nach Poeterl es war kein rauschender Beifall, aber es war doch einer! Freilich, das kann nicht geleugnet werden: auf der Bühne bog sich alles vor Lachen was genirte aber das Poeterl, der Erfolg war da, wie er er runaen wurde, war aänüick aleickail tig ja, ja, es geschehen seltsame mge aus dieser Welt, besonders heut utage. Abgeführt. Ter irische Viscount Kilcoursie. der im Parlament von 1886 saß, wnide Peer und bekam als solcher den T:tel Carl Eavan. Im Wandelgange deö llmeryaules begegnete er dem Abgeord neten itzaerald. redete ibn an und sau te. da er aus denen Miene sab. fyifeo rald erkenne ibn nickt: Sie kennen mich nicht? Ich bin der Carl Eavan. 0 richtig!" war die Antwort. Im ersten Augenvlta dade ich Sie mit den 1 4 M m . anen lim ztilcourne verwechselt l" A 2r. P. Beatuy, Nach dßmJBallenfleber Vollständig Gesundheit wieder rtangt.-Kropf kurlrt. "Im Frühling 1892 hatt Ich sieben Wochen lang Gallenfieber. Nachdem ich haf1nrfl HH K.,...T1 1 l.k MMrA WM wVA MViW VVUVl ( UI UV WU o schwach.dau ich kaum gehen konnte. A entliehe Behandlang ichlea mir nicht Ungar wohl zu thun and ich. Schwitzte Immer während der Nacht. und konnte nur sehr wenig eisen. Ich wurae muimos. ana riaaote nicht, daas mir noch irgend etwas helfen würde, aber meine Frau las tufälliar von einem ähnlichen Fall wie dem meinigen, der aaxen nooa a earaapariiia jeurirt worden war. Ich red&chte eine Flasche zn versuchen. Es that mir so rut dass ich mehr vorrath davon holte, and treue mich saeen zu können dass machdem Ich drei Flaschen genommen, ich mich Kurfrtund vollständig woel fühlte. Ich möchte hinzufügen dass meine Frau den Krönt hatte. Sie beeann Hood'a ßaraa. per lila gegen Katarrh ru nehmen and za Ihrem grossen Erstaunen gMi ihr Has Hond's Kurirt bald wieder seine natirfrHeha"RVrm t JammP. SEAXETj Tuacola, I1L Hood'ft Pltlen befreien TTebeiiÄit biah. CUcfa, BUUoiUSt Otlfeaufat t3

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