Indiana Tribüne, Volume 20, Number 24, Indianapolis, Marion County, 11 October 1896 — Page 9
Sndiana Aridttne.
mm Der erwischte LlzriKcr. Ein ZeitmSrchen von Tr. Owlglaß. Es war einmal ein lyrischer Dichter, der wohnte nach alter Dichterart in einer Mansardenstube. Dort hielt er aii mit einem großen Tintenkolben, einem Taschenfedernbalter. der auch einen Aleistift enthielt (für Mai- und andere Spaziergänge), ferner mit viel Papiereinem Theekessel, einer kleinen Pfeife und einem ungeheuren Beutel Nauchtabak. All' das schöne Papier dichtete er voll; denn, wenngleich nicht viel durch seinen Magen wanderte, zogen doch durch seinen Kopf die allerschönsten Gedanken in klingenden Reimen. Er hielt das für eine schlagende Widerlegung aller Art vonMaterialismus und war glücklich dabei. Aber eine', fehlte zu seines Glückes Vollkommenheit: liebenswürdige Redacteurc hatten zwar schon Verse unseres Poeten abgedruckt (unentgelilich!); doch höher ging des Jünglings Streben; durch einen Sammelband wollte er seinem Namen Glanz verleihen. auch verschwieg er sich keineswegs die Reize eines schier unausbleiblichen Goldertrages. So saß er denn im Dämmerlicht des Abends über seinen Papieren, sichtete und stellte zusammen; und siehe da, ein stattlich' Papiergebäude erhob sich, dem er den Namen Abendröthen" gab. und darauf legte er sich zur Ruhe. Andern Tags stülpte er den Hut auf und begann entschlossen und wohlgemuth eine Wanderschaft bei den Verlegern in der Stadt herum. Da wurden ihm die schrecklichsten Dinge über Liederdichtung und Publikum berichtet, und nicht jeder der Herren war des Wohlwollens voll 5odj thatkräftig und unbeirrt zog d'er Po seinem Ziele zu. Als er ein Paar Stiefel durchgelaufen hatte, ließ er sie kaltblütig frisch sohlen (denn kein zweites stand ihm zur Verfügung). vertröstete den Schuster auf die Zukunft und zog fürbaß. So kam er denn auch in einen Buchhändlerladen von ehrwürdigem Aussehen; da stand ein schöngelockter Lehrtnabe zu oberst auf einer Leiter und zwei andere schrieben mit ernsten Gesichtern an einem Pult. Er wird zum Chef geführt, der ihn ruhig anhörte, das Manuscript durchblätterte und nach einigem Besinnen also zu sprechen anhub: Mein lieber Herr, ich will's mal wagen " Der Lyriker verlor fast Athem und Stimme d. h. unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß Sie drei Viertel streichen und die Eesammtherstellungskosten bestreiten." Dem Lyriker kamen Athem und Stimme wieder. Er zögerte erst ein wenig, und dann verhandelten sie in einer geschäftsmäßigcn Weise und ganz vergnüglich. Die Druckkosten." so sagte der edle Mann, werden sich auf beiläufig hundert Mark belaufen. Setzen wir den Ladenpreis des Exemplars auf eine Mark fest und die Auflage auf Tausend?" lispelte der Lyriker. Was fällt Ihnen ein. Bester; sagen wir zweihundert." Ach ja. und von dem Gestimmtertrag ziehen Sie dann also hundert Mark ab und senden mir das zweite Hundert möglichst bald. Meine Adresse ist " Halt, Verehrtester! Bevor Sie nicht die Druckkosten bereinigt haben, kann ich die Abendröthen" nicht in die Öffentlichkeit bringen. Und dann, bedenken Sie die Provisionen! Also, ich theile Ihnen den Tag des Erscheinens mit, Sie übermitteln mir die Kosten und der Rummel kann losge hen " Der gro2g arejsmmen und oer Verleger hatte dem Lyriker ein Briefchen geschrieben. Der aber ließ sich nicht blicken, und als in seiner Mansardenstube nach ihm gefragt wurde, hieß es: Der Schreiber? Der ist grad ausgezogen." Die ganze Buchhandlung raste. Denn der Buchdrucker hatte zweihundert feinbroschierte Exemplare abgellefert und wollte sein Geld. Was war Zu thun ? Da begann der schöngelockte Lehrknabe teuflisch 5" lächeln; denn trotz snnes herrlikn Haarschmuckes war er au fir srüh verdorbener Mensch. Ihm a!o , kam ein tiefsinniger Gedanke, bei; er dem Ckef m 's Ohr raunte. ', Ern Exemplar der Abendröthen" wurde im Schaufenster ausgelegt, mit einem rothe lockenden Querstreifen geziert. Im . Hinterarunde M Ladens wurde tut merkwürdige Maschinerie aufgestellt, die mit unheimlichen Reflexlichtern Cu3 der Dämmerung hervorlugte. Hinter die Thüren des Ladens und Hauses selbst duckten sich die ernstblicke.idin Gehilfen, sprungotxrt. f' So vergtt...a. ein langer Nachmittag und der Abe,d kam. Allenthalben schon wurden Lichter angezündet. Doch des Schönc?elockten Menschenkenntniß war kein ' leerer Wahn gewesen. Leise, auf langen Beines, schlich sich em Wesen an das erleuchtete Kaufenster heran; den Rockkragen hatte .es in die Höhe geschlagen, den Hut nKh? Stirn gezogen. Unterlippe und Sänke yCr! 1 I m rlr , , ! Vorsichtla blickte es nach lmks und 1
nad) rechlS und dann geradeaus in das Meer von Papier und Licht hinein und qerieth alsbald in eine freudige und fast leidenschaftliche Aufregung,
die jedoch sehr rasch in ein Stadium der Katalepsie überging, in welchem das Wesen die Nase fast durch's Fen ster bohrte. Dies dauerte freilich nur. kurze Zelt; denn mit der Geschmeidigfeit von Tigerkatzcn schlichen sich die beiden ernsthaften Jünglinge heran und umfaxten den Starrsüchtigen. Mit allen Vieren schlug der Lyriker um sich: es half nichts. Eine unerbiitliche Gewalt bewegte ihn mit entsetzlicher Geschwindigkeit nach vorwärts, durch die gcsammte Literatur des Inund Auslandes hindurch;' der Spalt zweier parallel gestellten Metallplattcn gähnte ihn: schwarz-violett entgegen und nahm ihn auf; eine Schraube drehte sich; er fühlte einen heftigen Druck auf Rücken und Magen, keine Frage, er stak in der Eopierpresse! Da zappelte er nun mit Armen und Beinen. Und wenn das hundertste Exemplar der Abendröthen" seitdem nicht verkauft worden ist (wobei wir die Jnsertionskosten, den Sortimenterrabatt u. f. w. noch gar nicht in Rechnung ziehen). dann zappelt er heute noch. Slnto Kkuv. Humoreske von?lnna Vehnisch. Hu. was für ein öder Winter wird das werden!" seufzte beim MorgenkafUt die junge Frau des Amtsrichters Wcgener, der vor vier Wochen vonBerlitt nach Birkenthal versetzt worden. Nichts Trostloseres doch als so ein kleines Nest!" Laß gut sein, Kind!" meinte der Gatte. Hier wird man mal zu sich selber kommen. In der Berliner Hochfluth von Bällen, Gesellschaften, Eon certm und Theaterabenden verlor man ja fast die Besinnung. Uebrigens ganz so öde. wie Du fürchtest, wird's durchaus nicht werden. Auch hier giebt's Concerte und kleine Gesellschaften, die offiziellen Abfütterungen nickt zu vergessen , und dann haben wir un eren Klub Was für einen Klub?" fragte Frau Marie, gespannt aufhorchend. Ach so. ich erzählte Dir noch nicht.... gestern Abend beim Skat verabredete ich mit dem alten Kreisphysikus Zadow und seinem Sohne die Gründung eines geselligen Klubs, welchem beizutreten wir etwa dreißig Familien der Stadt, natürlich nur die Honoratioren". aufzufordern gedenken." Soll auch getanzt werden?" Marie verspürte schon einen Kitzel-in den Fußspitzen. Gewi: alle vierzehn Tage em Kränzchen, alle sechs Wochen ein Ball, im Sommer Landpartien." Männchen, Du bist ein Engel! Für die Idee muß ich Dir gleich einenKuß geben!" Verdien' ich auch. Nun, bist Du also zufrieden?" Und wie! Wie wird denn der Klub Heiken?" Na. einfach Unser Klub". Es giebt ja doch nur den einen im Ort. In drei Wochen soll das erste Vergnügen stattfinden!" Hcrrlick! Du. Männchen Nun?" Dazu möcht' ich Meta einladen. Dann kann sie gleich den ganzen Winter bei uns bleiben." Der Amtsrichter runzelte ein wenig unanädia. die Stirn. Den ganzen Winter Loairbesuck? Und unsere Gemüthlichkeit. Kind?" Natürlich. Du denkst nur immer an Dich." schmollte die Gattin. Daß ich auch meiner einzigen Schwester Rücksichten schuldig bin. kommt Dir nicht in den Sinn. Die Meta verkümmert da in ihrer ländlichen Einsamkeit. und wenn ich mich ihrer nicht annchme. ist sie. eine a'' Jungfer, ehe man sich's versieht." Ah also auf's Ehestiften läuft die Sache hinaus?" Und das merkst Du jetzt erst?" lachte Marie. Worauf denn sonst? Und Unser Klub" soll mir dazu dienen." Hast wohl gar schon einen unserer Herren für Deine Zwecke erlesen?" Halb und halb allerdings." Und wer ist der Unglückliche, wenn man die indiskrete Frage stellen darf?" Der Apotheker Mühlberqer, gute Partie, nicht wahr? Reich, hübsch elegant, nicht mehr ganz so jung, also sckon vernünftigwie geschaffen für unsere Meta." Na. Glück zu!" Diesen Winter mußt Du aber entschieden dafür sorgen, daß die Trude mehr auskommt. Rudolf!" grollte zur selben Stunde die bessere 5älfte dcs .HerrnKreisphysikus Zadow beimFrühstück. Es ist doch unerhört, daß ein Mädchen, welches einen Vater in ang;seh:ner Stellung und dazu ncch einen Bruder, der auch schon seine Praxis hat, besitzt, noch immer vergeblich auf einen Freier warten muß; und wenn wir das Mädel nicht bald unter die Haube bringen, kommt sie ms alte Register. wir wissen nicht, wie." Na. na. damit hat's doch noch gute Wege. Alte!" beschwichtigte der Gemahl. Uebrigens giebt's in dieserSaison mehr Abwechselung. Max und ich haben gestern mit dem neuen Amtsrichte? zusammen die Gründung eines Vergnügungsklubs beschlossen." ' Was Du sagst! Ein Klub! Unter welchem Namen denn?" Nun. einfach Unser Klub" er sieht ja doch konkurrenzlos da!" o.;wr? Mann, für die Idee koch' ich Dir AIUU 4J.lli "WIVVUW -Dr. Zadow schmunzelte. Wegener urk ich fordern die Familien auf. die
wn dabei Ijalen wollen." erzählte er weiter. Max besorgt uns die jungen
Leute, ein paar oucgen . . . Und fterrn Mühlberger natür. lich?" Na. selbstverständlich, da rude nun mal ein faible für ihn hüt," lä chelte der alte Herr. Wie Du Dich uoer o ernste Dinge moquiren kannst!" zürnte Frau Kreisphysikus. Da ist gar nichts zu lachen. Eine bessere Partie für Trudchen könnten auch wir uns nicht wünschen und ich sage Dir: der Mühlberger muß anbeißen diesen Winter, ich werde dafür sorgen!" Gott gebe es!" Meta war angekommen, und die ersie Festlichkeit in Unserem Klub" hatte stattgefunden. Und während das junge Mädchen noch von den Strapazen des Tanzen ausruhte, saßen der Amtsrichter und seine Frau schon mit übernächtizenGeiichtern beim ersten Imbiß. Verdrossen goß Marie dem Gatten die Sahne in den duftenden Mocca, während Jener die Morgenzeitung überflog. Du, Ludwig . . ." begann sie endlich. Was?" Er schaute nicht auf. Meinst Du. daß sie Eindruck auf einander gemacht haben?" Wer aus wen?" Na, Du weißt doch." rief sie ungeduldig. Meta auf den Apotheker und der Apotheker auf Meta." Das wissen die Götter." versetzte Ludwig gelassen. Mann, Du kannst Einen rasend machen mit Deinem Phlegma!" suhr die junge Frau auf. Es handelt sich doch um ernste Dinge, um die ganze Zukunft meiner Schwester!" D'rum eben misch' ich mich nicht hinein, dabei kommt nie 'was 'raus!" Du bist und bleibst ein Egoist, wie ich mir schon öfter Dir zu bemerken erlaubte. Aber ich brauche Deine Hilfe, und ich hoffe, Du wirst Deiner jungen Frau die erste Bitte in unserer Ehe nicht abschlagen." Jetzt schaute er auf. Die erste? Und das neue Ballkleid und der Abendmantel und die Wringmaschne, lauter Dinge, die Du im Lause der letzten Wochen von mir verlangtest?" Das waren kleine selbstverständlicheAufmerksamkeiten Deinerseits", entgegnete sie mit Würde, die mir sicher auch, ohne daß ich Dich darum ersucht hätte, geworden wären. Erst heute bitte ich Dich und nicht einmal für mich selber ..." Er warf die Zeitung bei Seite und erhob sich ärgerlich. Na. was willst Du denn eigentlich?" Du mußt Mühlberger mehr anDich zu fesseln suchen, ihm ein bischen entgegenkommen." Ach was! Wenn Meta ihm gefällt, wird er uns schon aufsuchen!" Aber das ist's ja gerade, daß ich nickt weiß, ob sie ihm schon gefällt. Gestern hat er alle großen Tänze mit der Trude Zadow getanzt. Wir müssen sein Interesse von der abzulenken suchen. Du mußt ihn öfters jn unserHauö laden und dann vor allem r.'.ach' doch den Vorschlag, daß er in den Vorstand des Klubs gewählt wird. Dafür würde er sich Dir außerordentlich verpflichtet fühlen und schon aus Dankbarkeit lebhafter bei uns verkehren. denn er ist für solche AusZeichnungen sehr empfänglich." Und während Trude Zadow noch fn süßen Träumen schlummerte, saßen Herr und Frau Kreisphysikus in angelegentlicher Unterhal?ng oeim Kakso; aber die gestrenge Hausfrau strich ihrem Gebieter die Butter heute noch dünner als gewöhnlich auf die Morgensemmel. Das tägliche Butterquan tum, das sie bewilligte, war der beste Gradmesser für ihre jeweilige Stimmung. Weißt Du, Alter, die Schwägerin von dem neuen Amtsrichter scheint mir eine ganz rafsinirte Kokette zu sein!" I. was nicht gar! Das Mädel gefällt mir sogar sehr, ist hübsch und liebenswürdig, bescheiden und feinsinnig ..." Frau Dr. Zadow ließ geräuschvoll, das Messer aus der Hand fallen und sah ihren Mann mit weit geöffneten Augen an. Sag' mal, Alter. schämst Du Dich dennn gar nicht. Du mit Deinen grauen Haaren noch so von einem jungen Ding zu schwärmen ?" Der rührte eifrig in seiner Tasse. Mein Gott. Alte. ich ... ich .. . dachte nur so. na. wenn ich sagte: sie gefällt mir. so was sagt man eben mal so hin. Weißt Du. ich meinte auch nur. sie gefiele so so als Schwiegertochter zum Beispiel." Na. das geht denn dock über den Spaß!" Frau Doktors Augen rollten. Bist Du denn blind. Rudolf?" Nicht, daß ich wüßte!" Dann mußt Du doch gesehen haben, wie das Mädchen den Apotheker einzufangen strebt." Aber er hat doch die Polonaise und den Kotillon mit unserer Trude getanzt." Pflichttänze. anders konnte er ja gar nicht, da er ein Freund von Max ist. Zur Unterhaltung in den Tanzpausen hat er sich immer das Fräulein -Meta ausgesucht. Die Wegeners ziehen ihn ja aber auch heran, es ist empörend . . . Lieber Mann. Du mußt ihm auch mehr entgegen kommen." Aber wie soll ich denn daS machen?" Ihm ein wenig schmeicheln; Du weißt ja. wie eitel er ist. Ich würde an Deiner Stelle beantragen, daß er in den Vorstand des Klulbs gewählt wird, dadurch würdest Du ihn sehr für uns gewinnen.
Jn Unserem Klub" bestand dik Vorschrift, alle Anträge von Wichtigkeit schriftlich einzubringen. Bei der Vorstandssitzung lagen zwei solcher Anträge und zwar beide völlig gleichen Inhalts vor. Beide regten zur Wahl des Apothekers Mühlberger in den Vorstand an; der eine war unterzeichnet: Amtsrichter Wegener, der andere: Dr. Zadow, Kreisphysikus. Welcher dieser beiden Herren nach Verlesung d:r zweiAnträge das längere Gesicht machte, ist schwer zu sagen ; jedenfalls entbrannte in der nächsten Viertelstunde ein heftiger Streit über das Recht der Priorität auf die Idee, den Apotheker zu Ehren zu bringen. em Streit, der zwar unentschieden blieb, aber in bitterster Feindschaft dtt beiden Skatgenossen endete. Aller heimliche Groll, der seit jenem ersten Klubvergnügen zwischen den Familien Zadow und Wegener glimmte, kam in diesem Streit zum Ausbruch, und als die Herren daheim über die Vorfälle der unerquicklichen Vorstandösitzung Bericht erstatteten, thaten ihre Gattinnen das Uebrige, um die Feindseligkeiten so weit zu steigern,daß kurzer Hand jeder Verkehr zwischen den Wegeners und den Zadows abgebrochen wurde. Nun aber kam die Kardinalfrage: was wird aus unserem Klub? In zehn Tagen sollte das nächste Kränzchen sein, ein Zusammenbleiben der feindlichen Häuser in demselben Verein war ein krasse Unmöglichkeit; wer aber sollte weichen? Mit gefurchten Stirnen saßen die beiden Ehepaare an ihren Familientischen und sannen. Meta aber verschloß sich in ihrem Zimmer und zerfloß in Thränen, und Gertrud Zadow that desgleichen.. Einer jedoch triumphirte und daS war Hans Mühlberger., Die internen Klubangelegenheiten waren natürlich in die.Oeffentlichkeit gedrungen, und der Apotheker sonnte sich in dem Hockgefühl seiner Wichtigkeit. Wäre er ein Mormone oder ein Türke gewesen, er hätte auf der Stelle die beiden jungen Mädchen zugleich geheirathet vor Freude über die Hochschätzung, welche ihm durch den Zwist der beiden einst so eng befreundeten Familien widerfuhr. . Und der Kränzchentag rückte näher; allein die Frage wer wird weichen?" war noch immer nicht gelöst. Und Gertruds Augen blieben roth und Metas noch röther. Bei der nächsten Vorstandssitzuna. in der man sich über die Wahl desBall lokals schlüssig machen wollte, glänz ten der erste Schriftführer. Amtsrichter Wegener, und der zweite stellver-
tretende, Kreisphysikus Zadow. durch Abwesenheit. Die anderen Herren einigten sich auf das Hotel zum Königsadler und theilten dies den beiden Schriftführern mit. Da. kam dem' alten Zadow ein ingeniöser Gedanke ein Gedanke, der übrigens Ludwig Wegen ' ebenfalls gekommen war, und den dieser nur ' in Rücksicht auf sein Juristengewissen schweren Herzens von . sich gewiesen. Während der Amtsrichter die Mitglieder zum Kränzchen in UnseremKlub" im Hotel zum Königsadler ausforderte, machte der Doktor einen kleinen Schreibfehler und ließ hie Amtstauglichkeit des feindlichen ersten Schriftführers vollkommen ignorlrend und sich zu dessen Vertretung berufen fühlend seinerseits Einladungen für denselben Tag zum Kranzchen m Unserem Klub" im Hotel zum Kaiseradler an alle ihm besonders Nachstehenden ergehen. So. gingen denn Zadows im Ballstaat in den Kaiseradler und mit ihnen ihre sämmtlichen Anhänger, die die List verstanden hatten. Wegeners und ihr Freundschaftskrejs vergnügten sich im Königsadler. So war der Klub gesprengt, eine B? gegnung der Parteien Montague und Capulet aus der Welt geschafft, und keine derselben hatte weichen, hatte klein beizugeben brauchen. : Nun tauchte indessen eine zweite Kardinalfrage auf: Wird Mühlberger in den Königs- oder Kaiseradler gehen? Wird Mühlberger. durch seme Wahl den Zug seines Herzens. bekunden? Frau Amtsrichter Wegeners und Frau Dr. Zadows Herz klopfte in banger Erwartung. Doch auch 'Hans Mühlberger . war tin ingeniöser Gedanke gekommen: er ginq in beide Gesellschaften die eine Hälfte des Abends m die eine, die zweite in die andere. Zu beiden Parteien zog ihn die Dankbarkeit und mit keiner wollte er's verderben. Beide Parteien triumphiren. Und in dem Kraftbewußtsein, welches ihnen dieses Triumphgefühl verlieh behaarte jede mit eisernem Trotz auf ihren Schein. Jede wollte den ursprünglichen Klub, der bei seinerGründüng so viel Aussehen erregt, repräsentiren, keine sich m eineNebenstellung Herabdrücken 'lassen. Beide nannten sie sich auch fürder Unser Klub", beide versammelten sie sich an denselben Tagen die eine im Königs-, die andere im Kaiseradler, beide machten sie die gewaltigsten Anstrengungen.' sich ourch ihre Darbietungen gegenseitig auszustechen. Der einzige Unterschied . zwischen ihnen bestand darin, daß sich der eine Klub mit einem C". der andere mit einem K" schrieb, um Verwechselungm vorzubeugen. Die starre Feindschaft der beiden Familien erstreckte sich bald' auch uf ihre Anhängerschaft. Die . Mitglieder des C Klub" behandelten die . des K Klub" wie die Preußen dieFranzosen im großen Kriegsjahr und umgekehrt. Die gesammte obere . 'LinWohnerschaft von Birkenthal war ' in zwei Kriegslager getheilt, und wenn sich Zugehörige der verschiedenenKlubs am dritten Ort. begegneten, so. machten s?-'? w-'L -b-n ?eute macken. die nickt (Fortsetzung aus der Rückseite.)
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ES ist unzweifelhaft wahr l durch ein vernachlässiqtes Magenleiden NikiösttiU, begleitet von Kopfschmerzen entsteht, eine weitere Vernachlässigung erzeugtLeSerkeiden und schließlich wird das Blut in Mitleidenschaft gezogen Jeder veiß oder sollte es wisscu, daß Dr. August Ikoentg's Hamburger Tropfen ein unfehlbares Mittel gegen obige Leiden ist.
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