Indiana Tribüne, Volume 20, Number 24, Indianapolis, Marion County, 11 October 1896 — Page 2
TZe mm Frauen.
Von Julius Rodenberg. " tote wen Frauen steh'n im Leben Wie Nosen in dem dunklen Laub; Auf ihren Wünschen, ihrem Streben Liegt noch der feinste Blüthenstaub. In ihrer Welt ist keine Fehle, Ist Alles ruhig, voll und weich: Der Blick in eine Jrauenseele Ist wie ein Blick in's Himmelreich. Wohl sollst du hören hohe Geister. Verehren sollst du Manneskraft, Dich lehren sollen deine Meister. Was Kunst vermag und Wissenschaft. Doch was das Höchste bleibt hienieden. Des Ewigen nur geahnte Spur', Was Schönheit, Poesie und Frieden: Das lehren dich die Frauen nur! Vergessen und Vergeben. Ich habe es vergessen! Genug Menschen halten sich mit dieser Rede vollständig entschuldigt, als ob da Vergessen etwas ganz Selbstverständliches toazt. Wir bedenken nicht, daß der Vergeßlichkeit, in Bezug aus unsere Mitmenschen, stets eine, wenn auch nicht beabsichtigte Lieblosigkeit zu Gründe liegt; betrifft sie aber unsere Pflichten, etwas Geschäftliches, ein Äebereinkommen u. s. ro., so kann sie jboer) nur einem gewissen Leichtsinn ent ffpringen. Act), ich habe es verqessen!Wie niederschlagend und beschämend wirkt dieses Wort auf uns, wenn wir es uns selbst oder Anderen gestehen müssen, wie unangenehm berührt es uns, wenn wir es immer wieder von unseren Kindern und Dienstboten zu hören bekommen, daher sollten wir uns ernstlich bemühen, diesen schlimmen Fehler bei uns selbst und unseren Angehörigen zu bekämpfen. Unsere Vergnügungen und was uns naenebn und wichtig erscheint, vergessen wir nicht so leicht. Selbst die Menschen, die über ein schlechtes Gedächtniß klagen, vergessen nicht etwa h ten ihres eigenen Behagens, wohl ab die Anderer. Es kommt ja ... den meisten Menschen, welche ei Höheij Alter erreichen, die Zeit der Äedachtnißschwäche, allein wir brauchen iridjt ans Gleichgiltigkeit dieser vor der Zeit anheimzufallen. Mit ernstlichem Willen läßt sich das Gedächtniß ausbilden oder doch erhalten, und das ich habe rz vergessen" nämlich etwas zu thun oder zu besorgen im Interesse Anderer hat, im Grunde genommen, mit dem Gedächtniß wenig zu schassen, wir haben einfach versäumt, Wort zu halten. Ein erprobtes Mitiel gegen das Vergessen der vielerlei kleinen und großen Dinge, welche eine Hausfrau im Kopfe haben muß und nicht vergessen darf und will, ist eine kleine Wandtafel, auf welcker wir AI les, was wir nicht vergessen dürfen, anmerken; wir gewöhnen uns sehr ba.d daran und brauchen nicht mehr so häufig über unsereVergeßlichkeit zu errothen. Nun die Kehrseite des Wortes: Vergessen". Vergeben will ich Hern, aber vergessen, das kann ich nicht," hört man oft sagen; richtiger müßte es heißen: das will ich nicht," und damit wird auch der Werth des Vergebens hinfällig. Wie gut. wie durchaus nöthig ist es. daß wir Vieles vergessen! Schicke Dich in daö Unabanderlicke. scklaae es Dir aus dem Sinn, suche es zu vergessen. Du wirst j lehen', mit gutem Willen kannst Du es dahin bringen, kaum noch an dasHeroe ZU denken, und Du wirst viel besser dabei fortkommen, als wenn Du das Traurige oder das Dir zugefügte Un recht stets frisch vor Deinem Geiste zu erhalten trachtest. Das von ganzem Herzen Vergessen und Vergeben ist eine der schönsten Tugenden, wenn sie auch keineswegs leicht zu üben ist. Wir müssen stets eingedenk sein, daß auch uns Viel vergeben und vergessen werden muß. GuterAnfang. Director: Wie mir geschrieben wird. Herr Rath, so sind Sie hierher versetzt worden zur Strafe für Ihr leidenschaftliches Spielen das muß natürlich jetzt unterbleiben!" Rath: Ich weiß es leider wohl! An all' dem ist aber nur das verdammte Tarok schuld!" Director: So, so! Sie spielen auch Tarok! Das trifft sich ja anz vortrefflich uns fehlt gerade em Vierter!" Begreiflich. Sagen Sie! in:?, warum bleiben Sie denn meinen fortgesetzten Mahnungen gegenüber, mich zu zahlen, vollständig taub?" Das ist nicht zu verwundern ich sitze ja bis über die Ohren in Schulden!". Höchste Zerstreutheit. Mn alter Professor, der sich bisher stets eines gesunden Schlafes erfreut hat, kann eines Nachts nicht einschla- -fen. Er wacht bis gegen Morgen ! ia fällt ihm endlich der Grund seiner Schlaflosigkeit em: er hatte vergessen, toie Augen zuzumachen. - S ch w a ch e r T r o st. A.: Ach. ...eine Hühneraugen schmerzen entsetzIich!" B.: Trösten Sie sich, mein -Lieber, auch Hühneraugen haben ihren Vortheil! Sie werden dabei nämlich . -nie auf die Füße getreten, sondern im mer nur auf die Hühneraugen!" Zu schlau. 1. Student: Warum laßt Du beim Schneider Dürr nicht mehr arbeiten?-2. Stu Dent: Ach, der ist mir zu schlau, der kommt regelmäßig am Ende des Monats mit dem Geldbriefträger zu gleich!" Eist kleiner Schlaumeier. Onkel: WeShslb idfljl Du Dir den Leberthran immer nur' vom tSroßpapa geben lassen. Hans?" Der kleine Hans: O, der Löffel ist so 'sehr groß und Großpapa zittert tot igstenS immer 'n biöchm daneben!" I
Schisserund Steumnann. Ekizze von Friedrich Meister. Die -Hoffnung- war ein zweimasti-
ger Ewer, von der Art. wie man sie alle Tage m den Ostseehafen, von Hadersleben herunter bis Kiel, und auch auf der Elbe, von Euxhaven auswärts bis Hamburg, liegen sehen kann. Zur Besatzung brauchte ste drei Mann, oder genauer, zwei und einen halben Mann: den Schiffer, den Steuermann und emen Iunoen: bei ihrer letzten Aus reise aus Flensburg aber fehlte der letztere, aus dem einfachen Grunde, weil er fortgelaufen war und weil der Schiffer sich nicht dieZeit lassen wollte, einen neuen anzumustern oder nach dem Flüchtling zu suchen. Es war dem Jungen freilich nicht zu verdenken, , daß er zu emem längeren Anbordbleiben alle Lust verloren hatte, denn seit etwa einer Woche herrschte eme recht ungemuthllche Stimmung an Deck und besonders in der kleinen Cazüte der Hoffnung", in der alle drei Mann eng bei einandev nisten mußten. Johann Pinkert, der Schiffer, und Karl Jlling. der Steuermann, ehedem gute Freunde, waren aus irgend wer Ursache übel auf einander zu sprechen, ja sogar recht bös verfeindet. Unser Schifferdolk ist eine dickköpfige, stier nackige Sorte, die sich schwer von einer Meinung, und sei es auch der thörichtsien, abbringen läßt, wenn sie sich erst in sie verbissen hat. Bei dev Abfahrt aus dem Flensburger Hafen herrschte ein düsteres Schweigen an Bord; die ganze Förde hinab, bis zur Mündung derselben beim Scheersberg, hatten Schiffer und Steuermann kaum die nöthigsten Worte gewechselt, und auch diese waren von wüsten Drohungen und Schimpfreden begleitet gewesen. Kalt und unfreundlich sank die Nacht hernieder, als der Ewer in die offene See hinauslief; die entfernteren Fahrzeuge verschwanden in dem Dämmer zwischen Himmel und Meer, und die Seitenlaternen der Gegensegler begannen ihr grünes oder rothes Licht durch die zunehmende Dunkelheit ZU senden. Der Wind, der jetzt einen feinen Regen mitbrachte, wav dem Kurse die Hoffnung" war nach Kiel bestimmt nicht gerade günstig; die See ging höher, je mehr man den Schutz der Küste verließ, und bald war das Deck des niedrigen, tiefgehenden Ewers naß und sülüpsrig von dem hereinschlagenden Wasser. Steck die Laternen an und häng sie über die Seite. Du !" rief dev am Ruder stehende Schiffer grob dem Steuermann zu. Karl Jlling, ein schwarzhaariger, dunkeläugiger Gesell von ungefähr fünfundzwanzig Jahren, machte sich mit herausfordernder Langsamkeit an die Ausführung des Befehls. Aber 'n beten gau. Du Lump!" rief der Schiffer noch nachdrücklicher. Laß das Schimpfen nach!" gab der Steuermann zornig zurück. Meinst, ich soll von Dir alles ruhig hinnehmen?" Der Schiffer gähnte, reckte und dehnte seinen mächtigen Körper und ließ dann ein unangenehmes Lachen hören. Du wirst nehmen, was Du kriegst, min Jung," sagte er höhnisch, ein Schimpfwort, einen Schlag oder auch einen Fußtritt, wie es mir beliebt." Ja. Junge, fat Du mi bloß an!" antwortete der andere wild. Denn stek ick Di dod! Ick fürcht' mi nich vor Di, so grot un sa lang Du ot büst!" Er brachte die Backbord und die Steuerbordlaterne an ihn Ort außerhalb der Reeling. wobrt er sich nicht enthalten konnte, dem Schiffer wiederholt Blicke voll wüthendsten Hasses zuzuwerfen. Pinkert hatte aber auch, im Bewußtsein seiner überlegenen Körperkraft, alles gethan, den Zorn seines Untergebenen bis zum Aeußersten zu reizend Wenn Du mit Muckschen fertig bist," rief er nach einer Weile wieder vom Achterdeck her, indem er zugleich die Asche aus seiner Pfeife klopfte, dann komm und nimm das Ruder!" Ohne ein Wort der Erwiderung ging der Steuermann nach hinten und löste den Schiffer ab. Diesev that einen Schritt seitwärts und blieb dann stehen, um noch einen Blick in die Runde zu werfen, ehe er unter Deck ging. Dabei siel ihm die kurze Holzpfeife aus der Hand; er bückte sich, sie aufzuheben. Da griff der Steuermann, von einem plötzlichen Impulse gepackt, nach einer vor ihm auf der Cajütskappe liegenden Handspeiche und versetzte dem Ahnungslosen einen schweren Schlag über den Kopf. Halb betäubt sank der Schiffer in die Kniee, versuchte aber sogleich wieder aufzustehen, wobei er abwehrend die Arme erhob. Da schlug der Steuermann blindwüthig zum zweitenmal zu; der Getroffene stieß einen Schrei aus, taumelte zurück und stürzte über die niede Reeling in die dumpf aufrauscbende See. , Jlling legte mechanisch die Handspeiche wieder auf die Cajütskappe, dann preßte er die Faust gegen die Brust, in der der Athem zu stocken schien, und starrte weitgeöffneten Auges über das Heck, das Auftauchen des Änderen erwartend. Er 'wartete und wartete; Minuten schienen zu ' verstreichen, der Schiffer zber zeigte sich nicht. Ein Schwindel stieg ihm in's Hirn, ihm war, als Liüsse er niederstürzen da ein Aufschrei entfuhr seinem Munde, denn c: hatte Tfhtn dem Boote, das an der Fangleine hinter dem Ewer herschleppte, eine Gestalt entdeckt, die sich verzweifelt an das Dollbord des kleineu Fahrzeugs anklammerte. Ehe ev
noch, zu rechter Besinnung kommen konnte, gewahrte er. wie der Schiffer sich mühsam über den Rand des Bootes emporwuchtete und dann schwer in dasselbe hincinwälzte. Hastig und erschrocken griff er nach dem hinterwärts an seinem Leibriemen befindlichen Scheidemesser, um die Fangleine zu durchschneiden und das Boot treiben zu lassen; er führte diese Absicht jedoch nicht aus, weil ihm einfiel, daß dasselbe mit seinem Insassen sehr wahrscheinlich von einem Segler oder Dampfer aufgefischt werden würde. Während ihm dies durch den Kopf ging, sah er die in der. Finsterniß undeutliche Gestalt des Schiffers vorwärts nach dem Buge des Bootes kommen, die Fangleine ergreifen und das Boot näher an das Heck des Ewers heranziehen. Halt!" fchrie er heiser. Das laß sein, oder ich schmeiß Dich los und laß Dich treiben!" Der Schiffer ließ die Leine fahren, die sich mit einem Ruck wieder, steif spannte. Nur zu!" rief er. Schmeiß los, ich brauch' Dich nicht!" Damit hob er ein lose im Boot liegendes Brett auf und schwenkte es triumphirend. Hiermit komme ich fein an Land oder anderswo an Bord! Schmeiß ruhig los!" Wenn ich Dich an Bord kommen lasse," antwortete der Steuermann mit eigenthümlich bedrückter Stimme, willst Du mir dann schwören, daß Alles vergessen sein soll?" Nee, min Jung!" rief der andere überlaut zurück. Ob ick an Bord komm' oder nich, dat is mi ganz egal; Di aber sllnd tein Johr Tuchthus gewiß zehn Jahr Zuchthaus Karl Jlling. sobald ich an Land komme!" Der Steuermann schwieg. Er hielt die zitternde Hand auf der RuderPinne und steuerte das Fahrzeug, dabei aber ließ er das hinterdrein schleppende Boot nicht aus dem Auge. Es wurde ihm schlimm zu Muthe, wenn er an die Folgen seiner That dachte. Die Nacht war kalt, und der Schiffer fing an, sich in den nassen Kleidern vor Frost zu schütteln. Willst Du mich an Bord kommen lassen?" fragte ev nach langem Zögern und unter Zähneklappern. Unter der Bedingung, die ich Dir sagte," versetzte der Steuermann. Von Dir nehme ich keine Bed'.ngungen an!" rief Pinkert zornig. Aber vor Gericht will ich Dich haben, Du meuchelmördevi scher Hund! Mein Kopf ist der beste Zeuge!" Von nun an redete keiner ein Wort während all der langen Stunden, der langen, schweigenden Nacht. Endlich graute der neue Tag. Der Wiederschein der Seitenlaternen auf den schwarzen Wogen wurde schwächer; immev lichter färbte sich der Horizont über der östlichen Kimmung. Der Steuermann wendete den Blick von dem nassen, öden Deck und der wogenden, glasigen Fluth wieder der Gestalt im Boote zu. Pinkert begegnete dem Blick mit grimmiger Miene; er hielt das nasse Taschentuch gegen den Kopf gedrückt. Jetzt nahm er es fort und wies dem Steuermann eine große, blutige Wunde. Noch redrffc lner Erschauernd drehte Jlling daö Gesicht weg; Furcht erfaßte ihn, als er der Zukunft gedachte. In diesem Augenblick ergriff Pinkert die Fangleine, ritz das Boot an den Ewer heran und schwang sich mit mächtigem Satze an Deck. Jlling sprang von der Cajütskappe empor, auf dev er gesessen hatte, der Schiffer aber stieß ihn rauh zur Seite, griff nach der Handspeiche und nahm dieselbe mit sich hinunter in die Cajüte. Eine halbe Stunde später erschien er wieder an Deck; er hatte trockene Kleidung angelegt und ein Stück Leinen um den Kopf gebunden. Er maß feinen Feind mit einem Blick, in dem das Feuer der Rachsucht glühte. Her das Ruder!" herrschte er demselben zu. Der Steuermann trat stumm zurück. Du schlechter Kerl!" fuhr der Schiffer fort. Einen Menschen von hinten niederzuschlagen und ihn dann in seinev nassen Kluft die ganze Nacht im Boot sitzen und frieren zu lassen! Aber wart' nur, diese Fahrt soll auf lange Zeit Deine letzte Reise gewesen sein!" Jlling stöhnte innerlich, erwiderte aber kein Wort. Ich habe neeren alles aufgeschrieben, Ort und Zeit und Stunde ganz genau," redete dev Schiffer mit höhnischer Befriedigung weiter. Un de Handspak ,heww'k in min Kist' slaten; da is Blood an, min Jung," schloß er grinsend. Nu is't genoog," wendete derSteuermann sich gegen den Sprecher. Seine Stimme war heiser und tonlos. Nu is't genoog. Wat ick dahn heww, dat heww ick dahn ; wat danah kümmt, möt ick drägen." Damit ging er nach vorn, um einev weiteren Auseinandersetzung auszuweichen. Der Schiffer aber setzte sich auf die Cajütskappe, steuerte, schaute nach den Segeln und über das Meer hinaus und machte gelegentlich seiner Stimmung Luft in allerlei sehr vernehmlich hingeworfenen Bemerkungen, die für den Schiffsgenossen keine Complimente waren. Plötzlich sprang er mit lautem Ausruf von seinem Sitze auf. Da driwwt ein in't Water!" schrie er. Den möt wi upsammcln!" Dabei deutete und zeigte er eifrig mit der Linken, wahrend er mit der Rechten die Ruderpinne regierte und auf einen Gegenstand zusteuerte, der sich, nicht weit vom Ewer im Wasser treibend, mit den Wogen hob und senkte. Der Steuermann lugte in der angegebenen Richtung aus und gewahrte nun den Gegenstand gleichfalls: es war i
ein menschlicher Körper, dev in einem 1
Rettungsringe hing und so über'Wasser gehalten wurde. Jlling ergriff einen Bootshaken und stellte sich damit in Bereitschaft. Paß ja gut aus!" rief der Schiffer von achtern her. Der Steuermann trat in die Rüsten außenbords, hielt sich mit einer Hand an den Wanten und lehnte sich mit ausgestrecktem Haken so weit als möglich über das Wasser hinaus. Anfangs schien es, als sollte der treibende Körper in zu großer Entfernung vorbeischlüpfen, aber eine rechtzeitige Drehung des Ruders ermöglichte es dem Steuermann, die Jacke des Treibenden mit dem Haken zu erfassen; vorsichtig die Hakenstange verkürzend zog er ihn bis an die Schiffsseite heran. De is dod." sagte der Schiffer, der das Ruder festgelegt hatte und herbeigekommen war das von Wasser überspülte Antlitz des Mannes zu betrachten. Dann bückte ev sich über die Reeling, faßte denselben am Kragen und zog den triefenden Körper an Deck. Geh an's Ruder," befahl er. Ja. Kaptein." sagte Jlling gehörsam. Der Schiffer aber trug den Aufgefischten in die Cajüte hinab. Einen Augenblick später erschien er wieder an Deck. Er schaute in's Wettev und dann rings in die Ferne. Der Ewer befand sich jetzt ungefähr in der Gegend der Mündung derSchlei. landwärts von der Fahrstraße der Kiek Svendborger Dampfer. Wir wollen die Segel aufgeien und
zu Anker gehen." sagte er. Abev ' beten gau!" Jawoll. Captein." Willig und flink ging Kark Jlling dem Schiffer zur Hand; die Brise war nur flau, die Arbeit daher bald gethan. Als der Anker festhielt, eilten beide Männer rn die Camte. Der Aufgefischte, ein junger Matrose, lag auf den beiden an einander gerückten Sechsten; aus den EaMsdielen bildete das abtriefende Wasser eine große Pfütze. Der Steuermann nahm eilfertig das Wasser mit dem Sckwabber auf. dann setzte er den kleinen Ofen in Brand und stellte den Kessel auf die Ringöffnung. Jnzwischen hatte der Schiffer den ebloZen entkleidet; nunmehr riß.ev seine und des Steuermanns Wolldecken aus den Kojen, breitete dieselbeniuf den Die len aus und legte den Matrosen darauf, und dann begannen beide Man ner mit Ernst und Eifer die Wiederbelebungsversuche. Eine lanoe Zeit arbeiteten sie schwei gend und angestrengt, still hoffend.daß noch ein Lebenssünkchen in dem anscheinend todten Körper sein möchte. Der arme Kerl!" sagte der Schlsser bedauernd, als er einen Augenblick innehielt, um Athem zu schöpfen. Er lebt ganz bestimmt noch." meinte der Steuermann keuchend und sich mit dem Aermel den Schweiß aus dem Gesicht wischend.- "Ein todter Mensch fühlt sich anders an." Nach zehn Minuten weiterer Arbeit gab der Gerettete schwache Lebenszeichen von sich; die beiden Schiffsgenossen tauschten in erregtem Flüsterton ihre Wahrnehmungen aus. Endlich rang sich ein Seufzer über des Matrosen Lippen, und zugleich öffnete er ein wenig die Augen. Jetzt haben wir gewonnen! sagte der Schiffer mit unterdrücktem Jubel. Lieg ganz still, mein Junge, wir kriegen Dich schon. Korl. mak den Kaffee klar!" Während der Steuermann den würzigen Trank bereitete, wurde der Mürose sich wieder seines irdischen Daseins bewußt; ganz verwundert starrte ev den Schiffer an. der ihn so unsanft behandelte. Der aber schlug jetzt schnell die Decken um ihn, hob ihn auf, legte ihn in seine eiaene Koje und bot ihm dann einen Blechtopf voll heißen Kaffees zum Trinken. Der Patient schlürfte ein wenig, wurde dann aber von neuem bewußtlos. Erschrocken und besorgt sckauten Schiffer und Steuermann einander an. Manche gehen auch jetzt noch d'rauf," sagte der. erstere. Gerade wenn man denkt, daß man sie fein heraus hat, dann schlippen sie ihr Kabel, und weg sind sie." Wir müssen ihn recht warm halten," meinte Jlling, mehr können wir jetzt nicht thun." Sie packten noch mehr Decken und Kleidungsstücke auf ihren Geretteten, und dann gingen sie an Deck, um den Anker aufzuhieven und die Fahrt fort-zusetzen.-Als die Hoffnung" mit ihrem plumpen Bug von neuem durch's Wasser strich, beorderte der Schiffer den Steuermann an's Ruder und rannte wieder unter Deck. Es verging eine halbe Stunde. Geh' Du 'mal neeren und sieh ihn Dir an." fagte der Schiffer, dTreppe heraufkommend und das Rudir übernehmend. Wie's scheint, weiß er noch nicht recht, ob er. abfahren oder bleiben soll, und manchmal thut er, als ob ihm gar nichts mehr am Leben gelegen wäre." Der Steuermann gehorchte stumm. Während des ganzen Tages wechselten die beiden Männer einander am Lager des Matrosen ab. Gegen Abend, als der Ewer bereits die Gewässer dev Kieler Bucht durchpflügte, zeigte sich in dem Zustande des Patienten unter Pinkerts Pflege eine merkliche Besserung; der letztere schob seinen zottigen, leinenumwundenen Dickkopf durch die Cajütskappe empor und theilte dem Steuermann unter triumphirendcm Grinsen diesen Erfolg mit. Dann aber besann er sich plötzlich auf das Verhältniß, das zwischen ihnen beiden obwaltete, und das Lächeln verschwand von seinem Gesicht. Auch aus dem Antlitz des Steuermanns entwich der freudige Schimmer. Meuterei und Mordversuch,, so war's ja wohl," brcmmte der Schiffer düster drohenden Blickes, und dann
wartete er eine Weile, wie um die Erwiderung des Steuermanns zu hören; der aber verharrte in finsteremSchweigen. Das erste in Kiel ist. daß ich Dich arretiren lasse." fuhr Pinkert fort. Sobald wir den Ewer festgelegt haden, gehst Du unter Deck, verstanden?" Jawoll, Kaptein," antwortete de? Steuermann, ohne den anderen anzublicken. Das wird eine schöne Ueberraschung für Deine Frau sein," nahm der Schiffer wieber das Wort. Das ist aber ganz egal, von mir hast Du keine Gnade zu erwarten." Thu ich auch nicht," entgegnete Jlling dumpf. Wat ick dahn heww, dat heww ick dahn, wat danah kümmt. möt ick drägen." Unverständliche Worte vor sich hin grunzend, tauchte der Schiffer wieder hinab. Der Matrose schlief, sein Athem ging ruhig und regelmäßig; sein Psleger betrachtete ihn eine Weile und ging dann an Deck, um hier allerlei Vorbereitungen für die Ankunft im Kieler Hafen zu treffen. Der Abend dämmerte, und auf dem Lcuchtthurm vonBülk zündete man die Laterne an. Auf dem jetzt glatten Meeresspiegel glitt der Ewer schneller dahin; bald blinkte unserenSeefahrern auch das Feuer von Friedrichsort entgegen, und eine halbe Stunde später sahen sie die Lichter von Kiel. Auf der Höhe von Düsternbrook übernahm der Schiffer das Ruder, um den Ewer zu seinem Platz am Bollwerk im oberen Hafen zu steuern. Scharf und forschend schaute er von der Seite den Steuermann an, der in kurzer Entsernung wartend stehen geblieben war. Gei auf Fock und Großsegel." befahl er, als das Fahrzeug die Liegestelle der Ewer erreicht hatte. Hol den Klüver nieder." Er ließ das Ruder los und half bei der Allsführung dieser Arbeiten. Fünf Minuten später lag die Hoffnung" an den Pollern des Bollwerks vertäut. Die Segel wurden festgemacht, und als auch das Deck aufgeklart war. da stan-
den die beiden Manner einander gegen über und sckauten sich in die Augen. Unter Deck mit Div!" sagte der Schiffer in strengem Tone. Der Steuermann stieg die Treppe mnunier. Und daß Du mir auf den Mann Acht gibst." rief der Schiffer ihm nacy. ehe jetzt an Land. Und wenn Jemand von Dir wissen will, woher ich die Schramme am nops yave, oann sagst Du. ich hätte in Mutter Gron gröfts Keller in Flensburg Streit ge babt. Saft Du verstanden?" Der Steuermann hatte verstanden, allein ein seltsames Gefühl in der Kehle benahm ihm die Stimme. Als dies Gefühl endlich gewichen war, da hatte der Schisser den freien Platz am Bollwerk bereits überschritten, und die Antwort erreichte ihn nicht meqr. Thränenden Auges, blickte Karl Jlhing ihm nach, dann wendete er sich um und stieg, ein Aufschluchzen unterdrückend, die Cajütentreppe vollends hinab. Tie unzcrecißbarcn Hosenträger. Auf der Kirchweihe war es. Der Besitzer eines Standes, der Bänder, Knöpfe, Kravatten, Gläser, Strumpfbänder und eine Menge anderer Artikcl feil hält, ist von einem Schwärm Bauern umringt, die Gegenstände von ihm kaufen, deren sie gerade benöthigen. Einem der Käufer hat er. ob aus Versehen oder in betrügerischer Absicht, muß dahingestellt bleiben, zu wenig herausgegeben und kann sich, fcotz der drohenden Haltung der Menge, welche Partei für den geschädigten Käufer ergriffen, nicht dazu verstehen das noch fehlende Geld nachträglich herauszugeben. I 4i Das Scyelten der Menge wird immer heftiger, der Händler immer aufgeregter, zuletzt übermannt ihn der Zorn und er schreit ein Schimpfwort in die erregte Menge hinein. Auf dieses hin gerathen die Bauern in Wuth, packen den Beleidiger, hängen sich an ihn, zerren ihn zu Boden und prügeln ihn weidlich durch. Als der Geschlagene sich vom Boden erhebt, hängen nur noch Fetzen statt Kleider an seinem Leibe, bis auf die Hosenträger, die hatten dem Zerren und Reißen widerstanden und waren gänzlich unversehrt geblieben. Als der Händler dies gewahrt, ruft er: Da seht her, Leute, wie sich meine urzerreißbaren Hosenträger brillant bewährt haben. Alle meine Kleidungsstücke sind zerfetzt, aber die Hosenträger sind ganz, geblieben. Kauft, kauft Leute, von diesen famosen Hosenträgern, von denen ich noch zehn Dutzend auf Lager habe! Nur eine Mark kostet das Paar!" Die Bauern schlagen sich nun formlich um die unzerreißbaren Hosenträger und nach fünf Minuten hat der Handler die zehn Dutzend glatt aoges est. Das gefährliche Bild. Haben Sie denn das vorzügliche Bild nicht mehr, welches früher über Ihrem Schreibtisch hing: Der Zecher?" Ich habe es verkaufen müssen, durch das Bild wäre ich beinahe selbst an'S Saufen gekommen." Avancement. Vater (zu seinem Sohne, der bei einem Schuster in der Lehre ist): Na. wie aeht's? Machst Du Fortschritte?" Junge: O ja! Jetzt darf ich sogar schon lachen, wenn der andere Lehrling eine Ohrfeige kriegt!" Enfant terrible. Die kleine Gertrud: Großmama, nimm mich morgen mit in's Theater!" Großmama: Aber, Kind, Du bist ia noch viel zu jung! Wie ich in Deinem Alter war, hab' ich noch gar nicht gewußt daß es ein Theater gibt!" Gertrud: .Da warst Du halt dümmer als ich!" .
Eine Wcttfayrt. Skizze aus dem Leben von W. v. Sdjic brand.
Mein Freund Paul Wesienberg hatte verschiedene Eigenthümlichkeiten.Er war durch eiserne Energie, rastlosen Fleiß und ungewöhnliche Fähigkeiten zu dem geworden, .was er war Manager einer großen westlichen Eisenbahn. Niemand hatte ihm beim Aufstieg geholfen. Ohne Protection, ohne anderen Einfluß als den feiner werthvollen Dienste, war er im Alter von 40 Jahren schon zu einer Stellung gelangt.die äußerst verantwortungsreich, schwierig und anstrengend war. aber dafür auck seinem Ehrgeiz volles Genüge leistete und brillant besoldet war. Niemand indeß mißgönnte ihm den Posten, denn er hatte ihn durch eigenes Verdienst errungen und er füllte ihn aus. Paul Westenberg hatte aber, wie ich oben sagte, einige Eigenthümlichkeiten. Vor Allem hatte er sich die einfachen Sitten, die er von seinen deutschen Eltern geerbt, treulich bewahrt. ßr trug sich so einfach und lebte in einev Weise überhaupt, als ob er höchstens 530 die Woche verdiente, und Abends ließ er sich einen Krug Vier aus dem Saloon" an der Ecke bringen, ganz wie ein kleiner Spießbürger, ßr hatte einen einzigenSohn, aber mit diesem war er so strenge und verlangte von ihm gerade so viel, als ob derselbe einst seinen Weg im Leben untev denselben Schwieriakeiten sich bahnen tnllsse, wie er selbst es gethan. Niemals auch schenkte er Jemand etwas direct was er gab, mußte auf diese oder jene Manier verdient werden. Dies war nicht Geiz bei ihm, sondern Princip er glaubte, daß Geschenke nur schaden.Geber und Empfänger zugleich. Da traf ich eines Tages Albert, seinen 14jährigen Sohn, freudestrahlend auf der Straße, wo er ein funkelndes, prächtiges Bicycle tummelte. Er fuhr sein Rad mit großer Eleganz und Geschicklichkeit. und man merkte ihm an, daß er stolz darauf war. Ich. der ich seines Vaters Sparsamkeit und auch seine Abneigung ge;en Bicycles kannte, die er für nuhloen Luxus hielt, war erstaunt und rüg Albert, wie er zu dem theuren Rade gekommen sei. Papa hat mir's geschenkt," sagte er mit glücklichem Lächeln. Das wunderte mich noch mehr, und als ich einige Tage später Herrn Westenberg in einer persönlichen Angelcgenheit aufsuchte, nahm ich Gelegenheit, auf die Sache zurückzukommen. Ja," bemerkte dev Vater, und ein Leuchten ging über sein ganzes Gesicht, ich habe das Rad thatsächlich meinem Jungen geschenkt. Oder eigentlich die Eisenbahn - Compagnie. Merkwürbig. Nicht wahr? Aber hinter derSache steckt eine ganze Geschichte. Albert hatte sich ein Rad schon seit langer Zeit gewünscht, aber sich nicht getraut, mir etwas davon zu sagen, weil er meine Ansichten über den Punkt kannte. Neulich indeß kam ev zu mir und bat mich, ihm 530 zu leihen bis zum Herbst, zu welcher Zeit er mir das Geld wieder zurückzahlen zu wollen versprach. Natürlich wollte ich wissen, wozu er das Geld brauche. Und da kam's denn heraus. Er hatte sich aus seinem kleinen Wochenverdienst, den er bei mir durch Abschreiben mancher amtlichen Schriftstücke erhält, schon $30 zusammengespart und wollte das übrige Geld, was ihm noch fehlte, um sich ein schönes Vicycle zu kaufen, ebenfalls auf dieselbe Weise zusammenbringen, was ihm ungefähv einJahr genommen hätte. Da hatte er gerade jetzt eine famose Chance, ein prächtiges, solides Rad direct aus der Fabrik zu einem bedeutend reducirten Preise zu kaufen, und so wollte er sich bei mir die noch fehlenden Z30 leihen. Na. offen gestanden, gern that ich's nicht, denn ich hielt damals das Radfahren für ein nutzloses Ding, aber sein Unternehmungsgeist und seine Energie, sich ganz allein schon die Hälfte der erforderlichen Summe erspart zu baben, imponirte mir doch und so that ich ihm den Gefallen, nachdem er fest versprochen hatte, miv das geliehene Geld im Herbste zurückzuzahlen. Er gab mir seine $30 und ich schrieb ihm einen Check für den vollen Betrag von $60, den er am selben Tag noch fortschickte und bald darauf das Rad erhielt." Albert und Sie selbst sagten mir aber doch, daß das Rad ein Geschenk sei," warf ich ein. und die Geschichte kam mir ganz alltäglich vor. Allerdings darauf werde ich gleich kommen," erwiderte Herr Westenberg. Also Albert benutzte sein neues Rad so fleißig während seiner Freistunden, wie es ein enthusiastischer inabe nur kann. Und dann sparte er jeden Cent auf, um die $30 bald zusamcn zu bringen. Aber ich wußte, es fehlte noch etwas daran, und der Zahlungstag wav schon beinahe da. Ich hatte schon angefangen, mich darüber zu ärgern, daß Albert nicht Wort halten würde. Aber da kam das kleine Ereigniß dazwischen, welches mich veranlaßte, ihn persönlich dem Directorium unserer Gesellschaft zur Belohnung vorzuschlagen, und welches außerdem meine Aussichten über das Fahren auf dem Vicycle bedeutend modificirte." Nun, und das war?" Als Antwort schloß Herr Westenberg, dem man in diesem Augenblick ganz den glücklichen Vater ansah, eine kleine Cassette auf und entnahm derselben einen schriftlichen Bericht, den er mir zur Durchsicht überreichte. . Daraus ging Folgendes hervor: Albert Wesienberg hatte, während er eine Spazierfahrt in der Umaegend der Stadt machte, eine kleine Station, den Vorsteher er kannte, besucht und
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sich mit demselben in ein Gespräch eingelassen. Während desselben Passirte ein Frachtzug das Geleise vor dem Häuschen. Der Zugführer nickte im Vorüberfahren dem Stationsvorsteher. Pinckney, freundlich zu. Im selben: Moment aber bewegte sich der Telegra phen-Apparat, der in der Ecke eines kleinen Bureaus stand, und als Pinckney rasch hinzutrat und die Zeichen auf dem Streifen Papier, das zwischen sei--nen Fingern herauörollte, entzifferte da wurde er kreidebleich, sprang sofort auf und rannte vor die Station aus das Geleise, wo er dem eben vorübergefahrenen Frachtzug nachblickte und in seiner Richtung verzweifelte Vewegungen mit den Armen machte. Der Frachtzug indeß entschwand im selben Moment seinen Blicken, denn er fuhr um eine Biegung herum, die sich neben einer kleinen Anhöhe hinzog und die: nun den Zug völlig verdeckte. . Um Gotteswillen." schrie Pinckney das gibt ein Unglück No. 17 ist vor einer halben Minute von Andersonville fortgefahren und befindet sich auf demselben Geleise wie der Frachtzug vor ihm." No. 17 war ein Expreßzug, das. wußte Albert, und die Bedeutung der furchtbaren Worte, die sein Freund soeben ausgesprochen, wurde ihm sofort, klar. Was thun? Mit einer Geistesgegenwart, die weit übev seine Jahre ging, warf sich Albert sofort auf sein Rad, das er gegen das Häuschen gelehnt hatte, und fuhr davon wie der Blitz. Pinckney blieb zurück, sich den Kopf mit beiden Händen haltend, wie Jemand, der den größten Schmerz empfindet. Albert aber fuhr darauf los, als ob er den höchsten Preis bei einer Wettfahrt gewinnen wollte. Und 'eine Wettfahrt wars in der That, die er jetzt machte, eine Wettfahrt mit dem Frachtzuge.der vor ihm fuhr, jetzt dem Auge nicht sichtbar und mit bedeutendem Vorsprung. Aber der Knabe hatte sofort an einen schmalen Pfad gedacht, der quer durch das Feld lief, eine halbe englische Meile lang und dev dann bei. einer Böschung wieder auf das Geleise, stieß. Der Pfad war beschwerlich undoft mit Steinen bestreut, aber Albert: wußte, daß er um eine große Strecke kürzer war als der Weg. den das Eisenbahngeleise bis zu jenem Punkte zurückzulegen hatte, und aus diese Thatsache hatte er seine Hoffnung gegvündet, dem Frachtzug den Rang abzulaufen und rechtzeitig einzutreffen, um. ihn vor der drohenden Gefahr zu warnen. So flog er denn auf dem Pfab dahin, die Augen fest auf den Boden. gerichtet, um den Steinen mit seinem Nade auszuweichen, und die Muskeln seines jugendlichen Körpers auf's Aeußerste anspannend. Es däuchte dem Knaben eme Ewigkeit, und doch war es nur wenig über eine Minute, als ev richtig an jener Böschung eintraf und fein Stahlroß mit plötzlichem Druck auf die Bremse zügelte. Er starrte das Geleise entlang. Eben kam der Zug angesaust, und hinter ihm. noch eine ganzeStrecke,. donnerte der Expreßzug eben an dem kleinen Stationshäuschen vorbei. ' vordem Pinckney händeringend und schreiend. aber vom Zugführer unbeachtet, stand. Dem entgegenkommenden Frachtzug aber brauchte Albert, abermals seine Geistesgegenwart bcwei send, das einzige Mittel, um ihn zum schnellen Halten zu bringen. Er zog, sein altes rothes Taschentuch, das er' zum Wreiben seines Rades in der Le- ' dertasche neben dem Sattel führte schnell hervor, steckte es auf einen im Felde liegenden dicken Maisstengel und wehte mit dieser so construirten Flaggekräftigst und ohne Unterlaß. Der Zugführer.sah ihn auch und lachte.der vorderste Bremser ebenfalls. Da deutete Albevt mit ausgestrecktem Arm auf den Expreßzug. dessen Nauchstreifen eben sichtbar wurden, und die Leute auf dem Frachtzug begriffen. Schnell hielten sie den Zug an und die beiden Bremser auf dem Hinteren Theile des Zuges sprangen schnell herab unt rannten das Geleise entlang, dem donnernden Ezpreßzuge entgegen, ihre rothen Flaggen schwenkend. - Der. Zug war gerettet. Der Zu--sammenstoß vermieden. Und das war der Grund, warum Herr Westenberg in der nächste rcctorensitzung diese Angelegcnhci' Sprache brachte und warum er Meinung vom Vicycle geändert Und als er seinen Sohn frug, tctV., Geschenk er von der E!ftnbahn-G1e schaft am liebsten annehmen würd?. ? hatte Albert lächelnd gesagt: J.:U; Vicycle-. Empfindlich. A.: 5 Du's gehört. Maxl's Verlobung :;; j -wieder zurückgegangen?!" 3.: rum denn?- A.: Ach. d:r Nens hat in seinem Dusel einen Finger seU ner Braut . zum Pfcifcnstopfen - b. nutzt!f ji cn.i izuqzitznizxmzic.. -Jia. Bischen länger ausgeblieben sind!" ), da irren Sie sich! Für ß Dmge hat sie ein Gedächtniß. sie sich ihr Leben lang nur f gißmewnicht genährt hätte!? Diegutealte?' ), wie schwül heute! VSin Aussicht!- Er. war zur Zeit, als ncv sen modern waren '' brauchte man mi dungsstück nur zu machen, y Schlau Sie gerade en Schwestern ha' mich nur ein ' ler!- -
uu, iicuct tjicuuu, u:iui!iyiu v;:c ii doch! Ihre Frau wird auch nicht ew daran d:nken. daft Sie beute 'mal e
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