Indiana Tribüne, Volume 20, Number 17, Indianapolis, Marion County, 4 October 1896 — Page 9
Jnvtana Tribüne.
Ella ganzer oder Horpeoo? Von Christian Benkarg. Nein, dewe Torpedoboote imponiren mir nicht, lieber Kurt; ich lobe mir die Hochseeschiffe. . Capitän zur See Sundewall, dem diese Anrede galt, lehnte am Fenster seines Wohnzimmers und entgegnete seinem. Vetter, dem Contre Admiral Maercker: Sind aber doch verteufelte Dinger. Denk' nur 26 bis 28 Knoten. Mögen sie meinetwegen 30 Knoten laufen. Sind ja auch nur von dünnem Eisenblech und im Handumdrehen in den Grund geschossen. Wenn man sie trifft. Der Admiral lächelte. Nicht treffen? ZNit Redolverkanonen? I. das wäre! Ein paar Kugeln thun ihnen übngens auch noch nicht viel, wenigstens können sie dann immer noch ihre Torpedos lanciren nein, du unterschätzest diese Waffe. Na. wir werdms ja erleben. Mit den legten, etwas unwillig hingeworfenen Worten brach der Admiral ein Gespräch ab. das er schon oft mit seinem Vetter geführt, ohne daß eme Verständigung erzielt worden wäre. Capikan Sundewall nahm jedoch beim Eintritt seiner Achter, die eme fria sche Sherry und zwei Gläser brachte, den ffaden sofort wieder auf: Brav, Sophie; das ging ja fix. Halb dem Admiral zugewendet, bemerkte er mit Bezug auf das junge Mädchen: Flink wie 'n Torpedoboot. Gesund und kräftig wie ein Panzer kreuzer. entaeanete der Admiral, um keine Antwort schuldig zu bleiben. Sophie hatte einaeschenkt und cre denzte den Wein. Abscheulich! schmollte sie. Nun wird man gar m:t Schissen vnalichen. So aehts aber, wenn man sein junges Leben in Gesellschaft alter Seebären vertrauern muß. Warum hast du eigentlich nicht gehenathet, On kel Maercker? Der Gefragte trank bedächtig sein Glas aus. trat anö Fenster und sagte hinausblickend: Habe halt die Zeit zum Heirathen verpaßt. Komm' mal her, Sophie. Du magst doch die alten Seebären nickt leiden: wie aefallen dir denn die jungen da unten? Sie wurde krebsrotb beim Anblick zweier Lieutenants zur See. die. den Admiral .grüßend, soeben yeraussa hen. Aber Onkel Setz' mir dem Mädel nicht in den Köpft, brummte der Capitän gutmüthia.,, . . ... Der Admiral lachte behaglich. Na was denn? Das Alter zum Heirathen hat sie doch und die beiden da unten dürften ihr schon gefallen. Pirat und Hansow heißen sie, .sind mit mir von Wilhelmshaven gekommen, schneidige, junge Officiere. haben rein den Teufel im Leibe. Wie zwei geladene Torpedoboote, fing Capitän Sundewall wieder an. Statt ihres Oheims antwortete Sophie: Ihr mit euren häßlichen, morderischen Kriegsschiffen! Da gefällt mir doch ein hübsches Segelboot, wie der Kutter dort, tausendmal besser. Sieh nur, Onkel, das reizend graziöse Fahrzeug! Kein Wunder die Najade. das schnellste Boot in der Kieler Förde, sagte der Admiral mit verschmitztem Lächeln. Möchtest das schmucke Ding wohl haben? Brauchst es nur dem Papa zu sagen. Sophie wandte sich dem Vater zu. Jsts wahr. Papa? O, kaufs mir, Papachen! Ich segle so leidenschaftlich gern. Werd's bleiben lassen, antwortete der Capitän kurz; dreitausend Mark soll der Kutter kosten, wie man hört. Wenns noch 'n Torpedoboot wäre ! höhnte der andere. Plötzlich schnellte Sophie herum und klatschte in die Hände: Silentium! Ein Vorschlag zur Gute:' euer Streit Panzer oder Torpedo" ist immer noch nicht entschieden. Wettet doch! Der Verlierer muß mir die jftajabe" kauf-n. Allgemeines Gelächter. - Darauf fallen wir nicht herein, lt bes Kind. Weil ihr eurer Sache nicht sicher seid und keinen Muth habt. Oho! riefen die beiden Herren zugleich, und der Admiral fügte hinzu: So lange meine Revolverkanonen undersehrt sind, kommt mir kein Torpedoboot näher als bis auf zweihundert Meter heran, das steht bei mir felsen. fest. Der Capitän zuckt die Achseln. Wenn die Boote schlecht geführt werden .... So wett't doch! hetzte Sophie. Ihr habt ja bald-Selegenheit, dieWette aus. zutragen, wenn Onkel bei den FlottenManövern das Van.reschwader und Papa die Torpedobootsfleitille com mandirt. Wollt ihr nicht weNen? Meinetwegen, ich ris.'ire ja nichts vac, sagte der Admiral, worauf se:n Vetter trotzig erwiderte: Ich erst recht nichts wetten wir! Sie reichten sich die Hände, Sophie schlug durch; die Wette war geschlos sen. Ein Ruhetag im Manöver, soweit man bei einem Flottenmanöver übe Haupt von Ruhe reden kann. DiSPanzergeschwader machte wenigstens schon gegen Mittag wieder Dampf uf. um auszulaufen und während be; Nacht die Einfahrt in die Kieler Bucht zu formen. Zur Vertheidigung bere'.t ankerten bei FriedrichZort ewige Panzer fahrzeuge, bevien die Strandbatterieen
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und eine Torpedobootsdidision affiftir-
en. Das Torpedoboot 3 7. Sommern dant Lieutenant zur See Pirat, steuerte an der Gefion - Brücke vorbei, als der erste Kutter des Flaggschisses ge rade einige Officiere des feindlichen Geschwaders dort landete. Morjen Hansow! rief Pirat ymüber. Morien! Machst wohl die IetzteFahrt mit deinem Kippelkahn? Heute Nacht gehts euch an den Kragen. Vorher sprengen wir eucy aver m vie Luft. Werdens ja erleben. Es bleibt na türlich bei unserer Wette. Selbstverständlich adjüs! Pirat winkte dem Maschinisten Volldampf zu und flitzte mit seinem Fahrzeug davon. Die noch auf der Brücke stehenden Officiere sahen ihm nach und emer fragte Hansow: Sie haben also auch gewettet? Jawohl, noch scharfer als die Ge schwaderchefs, das heißt Pirat macyt sick anheischig, sich unserm Flaggsckiffe bis auf hundert Meter zu naHern, ohne daß er Feuer bekommt. Pirat ist ein Waahals; mbeffen wie hoch haben Sie gewettet? Der Gefraate wurde verlegen. Dann sagte er rasch: Nicht um Geld; Discretion Ehrensache. Mitternacht. Als sei die Hölle losgelassen, so blitzt und donnert und kracht es vor der Kieler Bucht draußen. Die angreifende Panzerflotte schmettert ganze Breitseiten gegen die Strandbatterieen. die natürlich die Antwort nicht schuldia bleiben. Zwischen derHasensperre und dem feindlichen Geschwader schießen auf dem leicht bewegten, durch elektrische Scheinwerfer taghell beleuchteten Wasserspiegel kleine Torpedoboote hm und wieder, grau gestrr cken und dem unaeübten Auae kaum sichtbar. Wie die Bremsen umschwär men sie die feuerspeienden Hochseeschif se, um ihnen aus möglichst geringer Entfernung die fischähnlich unter dem Wasserspiegel dahingleitenden HollenMaschinen in die Flanken zu lanciren. Die auf den Panzern sind aber auch Nicht faul; kommt em Torpedoboot m den Schußbereich ihrer Revolverkano nen, dann wird es sofort mit Eisen zuaedeckt- und außer Gefecht gesetzt, während ein Torpedotreffer als schwere Beschädigung des getroffenen Schiffes gilt. Am härtesten bedränat ist das feindliche Flaggschiff. Contre - Admi ral Maercker hat sogar auf der Commandobrücke zwei' Revolvergeschütze aufstellen lassen, die im Verein mit den an Deck stehenden den Wasserspiegel rund um dasSchiff zweihundertMeter weit fortwährend unter Feuer halten. Unaufhörlich knattern und prasseln die Kugelspritzen, übertönt von den Baß stimmen der Batterieaeschütze und Schnellfeuerkanonen, deren Feuerfchlünde auf die Strandbatterieen gerichtet sind und auf die wenigen Pan zerfahrzeuge der Gegenpartei. Haupt sachlich hat es aber der Admiral auf die Torpedoboote abgesehen. Er will endlich beweisen, daß ihm die Dinger nichts anhaben können; an seine Wette denkt er gar nicht in der Hitze des Gesechts. Anders Lieutenant zur See Hansow, der die Steuerbord - Oberdecksbattene commandirt. Leute, guckt, mit allen eu ren Augen, daß uns nicht so ein Racker auf den Pelz rückt! ruft er. mit der Hand den Blick vor dem Glänze des elektrischen Lichtes schützend. Diese Scheinwerfer sind rem des Teufels, und da kommt wieder em Boot her an! Feuer! So, das hat fein Theil. Aufgepaßt. Leute! Für jedes Boot, das mir gemeldet wird, gibts eine Flasche Cognac, richtigen Cognac, keinen Fu sel! Lieutenant Hansow hat gut reden; gewinnt er seine Wette, dann braucht es ihm auf em paar Flaschen Cognac Nicht anzukommen. Eme halbe Stunde lang währt schon der Kampf, im Ernstfalle hätte wohl schon mancher daran glauben müssen, so indessen fließt kein Blut, sondern nur blauschwarzer Pukoerschleim. denn die von dem schnellen Feuern erhitzten Geschützrohre müssen naß ausgewischt werden. Officiere und Mannschaften beben vor Aufregung, als ginv es wirklich auf Leben und Tod. Die Hu ßere Ruhe ist nur erzwungen, das kann man aus den gerötheten Augen ablesen. die aus den rauchgeschwärzten Gesich tern wahrbaft unheimlich hervorleuch ten. Es handelt sich ja auch nicht um das alljährliche Kriegsspiel alleinvielmebr um die Losung der schwerwiegen den Frage Panzer oder Torpedo?" Da rafft Capitän Sundewall alle seine Streitkräfte zusammen und die ganze Torpedobootsdivision stürzt sich von Steuerbordseite und vorn zugleich auf das Flaggschiff. Wie aus der Kanone geschossen, so sausen die gefürchteten SckneLlaufer heran, doch sie sm den die Gegner auf ihren Posten und wären im Ernst falle wohl sämmtlich verloren. Dennoch ist dem Admiral nicht recht wohl zu Muthe; er hat. sich umkehrend, im Kielwasser semes Sckiffs einen so eigenthümlichen dunkein Schatten vorüberhuschen sehen Der Schrecken ist ihm ara in die der gefahren, denn wenn das ein Torpedoboot gewesen wäre ... Der Feind kam ja nur von vorn und von Steuerbord. tröstet er sich, dennoch entringt t - r rr- i lieg iym ein Seufzer oerrieicyieruna, als plötzlich vom Fort Falkenstein ein Raketensignal aufsteigt: DaS Ganze Halt: . Die Schlacht ist geschlagen. Das Vanzergeschwader zieht sich von der Küste zurück und auf dem Flaggschiffe wird m selbiger Nacht noch manch gu ter Schluck getrunken, in der Adm!ralskajüte wie in der Officlersmesse und in den Mannschaftsräumen. Daö Bewußtsein, den Malefn Torpedo booten heimgeleuchtet zu haben, befrie. digt manntgllch aus s vomue.
um dem aroßen Nochtgefecht ist dsZ
Flottenmanöver beendet, ungeschoren nähert sich nach Tagwerden das feind nche Torpedodivisionsboot mit emem Sianal. das aus dem Flaggschisse die aroßte Bestürzung verursacht. Unsinn die wollen uns verulken unmög lich! schwirrt es auf dem Hinterdeck durcheinander, wo die Officiere stehen. Admiral Maercker ruft: Gig zu Was, ser! Herr Lieutenant Hansow, fahren Sie unter das Heck und sehen Sie zu, was Wahres daran ist. Hansow thut wie ihm geheißen und schon nach den ersten Ruderschläaen fällt er fast aus demBoot vorSchrecken. Es ist wirklich wahr, daß sich m der Nacht ein Torpedoboot von hinten bis hart an das Schiff herangeschlichen hat; unter der Admiralskajüte steht an der schwarzen Schiffswand deutlich mit Kreide angeschrieben: S 7. Pirat. 12 h. 22 m. Drei Wochen später harrte Capitän GunjberoaH in seinem an der Düsterndroker Allee gelegenen Garten derRückkunft des m heißer Seeschlacht errungenen Segelkutters Najade." Lieutenant zur See Pirat, seit seiner verwegenen Attacke auf das feindliche Flaggschiss Ad utant des Torpedo - DivisionS' - Commandanten, pflegte mit dessen Tochter allabendlich eine Stirn de spazieren zu fahren, um das Madchen in der Segelführung zu unterweisen. Daß die beiden immer allein suyren, besorgte den Capitän weiter nicht, denn unter Pirat's Führung würde seiner Sophie nichts zustoßen, dachte der alte Herr. freute blieb nun der Kutter außergewöhnlich lange draußen, und als er endlich am Landungssteg anlegte, zeigten sich seine Insassen dem sie erwartenden Capitän gegenüber ganz auffallend verlegen und scheu. Sophie errothete eis Mal über das andere und wußte gar nicht, wo sie Hinsehen sollte. Wahrend ihr Begleiter mit der Miene emes schuldbewußten Sunders dieSe gel barg. Der Capitän argwöhnte, die beiden hatten ihm etwas an dem schmucken Kutter ruinirt. das Boot be fand sich aber, wie eine genaue Besichtigung ergab, in tadelloserOrdnung, es mußte also sonst etwas vorliegen. Viellelckt hatte es sich der Adjutant gar zu sehr zu Herzen genommen, daß er heute früh emes dienstlichen Versehens halber angehaucht worden war. Am nächsten Morgen wurde der mnge Osncier noch viel kräftiger ange haucht und als Sophie in's Zimmer gerufen wurde, bekam auch sie ihr Theil: Das sind mir ja schone Ge schichten! Ich denke, du läßt dich als strebsame Seemannstochter m der Se gelführung unterrichten, und dabei dient euch die ganze Segelet nur zum Vorwand, um ungestört Süßholz ras peln zu können. Was soll man denn dazu sagen? . . Ein Blick in des Vaters Augen be lehrte sie, daß die Strafpredigt gar nicht so ernst gemeint sei, darum wagte sie zu antworten: Am schönsten wäre es, wenn du Ja dazu sagtest. Lie ber, guter Goldpapa, sag doch Ja"! So? Und weißt du denn auch, um was dieser Mensch da mit Lieutenant Hansow gewettet hat? Um dich, um meine einzige Tochter haben die Herren gewettet! Was sagst du nun? Das junge Mädchen zuckte leise zu sammen. Schändlich! Darum also die Gebeimthuerei mit der Wette, murmelte sie. dem Weinen nahe. Dann maß sie den Freier mit emem fast feindseligen Blick und fragte scharf: Ist das wahr? Leider ja, entgegnete der Gefragte klemlaut, was er weiter sagte, kam ie doch männlich offen heraus und ohne jcben frivolen Anklang: Unser Verbrechen ist hoffentlich kein unverzeihliches: wir Hansow und ich waren infolge wiederholter Fensterparaden in eine und dieselbe junge Dame gleich stark verschossen, und damit es nicht auch noch zwischen uns zu emer Schie ßerei komme, mußte einer freiwillig entsagen. Wir wetteten also, ebenso wie unsere Herren Vorgesetzten, Panzer oder Torpedo?" und der Verlierer mußte es dem Gewinner überlassen, die nähere Bekanntschaft der betreffenden Dame zu suchen. Selbstverständlich ge lobten wir ehrenwörtlich strengsteVerschwiegenheit; erst bei der ossiciellen Werbung sollte der Gewinner sein Gewissen entlasten dürfen, wie vorhin ge schehen. Und ich kann mich noch bedanken. daß der verehrliche Gewinner seinem Namen nicht noch mehr Ehre macht und mir nach echter Piratenmanier meme Tochter einfach entführte, pol terte der Capitän. Er hatte rn m mei nem eigenen Kutter Mit ihr lossegeln können, fort Gott weiß wohin! Doch jetzt hast du das Wort, Sophie. Gib ihm die Antwort, die ihm gehört; du siehst, er wartet darauf. Die beiden Männer blickten ge spannt auf daZ zwischen Lachen und Weinen schwankende junge Mädchen. Plötzlich trat sie dicht vor den Lieutenant hin und klapps! hatte .er eine kleine Ohrfeige. So, das ist für deme Seerauberwette, du garstigerPi rat. Au! machte der Getroffene, mehr belustigt als erschrocken, und hielt sich die Wnge. Der Capitän aber lachte aui sollem Halse. Ada! die zeigt mm vor aus. daß sie ebenfalls Schneid' hat. Na. dann in Gottes Namen. Kinder ; sch seh', ihr seid euch gegenseitig ge wachsen, da braucht man nicht lange zu sragen Panzer oder Torpedo? Aas Damenrad, Humoreske von Wilhelm Schriefer. Herr Johann Nepomuk Sperling war der zufriedenste Mensch von der Welt. Hatte er sich doch mit der Zeit zum ersten Buchhalter emer große: Fabrik in einem Landstadtchen empor
üttcöwunaen. um sicks daraufhin
trotz semer achwndvierzig als Junar i -slC a geieue veioraqien cocnsiaqic allerliebstes junges Frauchen zu nehmen. Da ibm seine Gattin alS Mitgift neben ihren Reizen zwar keine irdischen Güter, aber auch keine Schwiegermulter in's Haus gebracht hatte, fühlte er sich als in höchstem Grade beneidenswerth, und daß ihn die Mehrzahl seiner College m der Fabrik um dies reifende Weibchen thatsächlich beneidete, entging nicht seinem eifersüchtigen Auge. Einer nach dem Anderen suchte sich als Hausfreund der rym emzunisten, doch mit bewunderungswürdiger Tactik kielt sich Herr Sperlina die vielen allzu liebenswürdigen Leute vom Halse und brachte lieber die Abende mit ihnen in einem Herrenclub zu, als daß er auch nur einen der selben bei sich zu Hause emvsangen hätte. Aber Selbst dem stillvergnügt'sten Manne Wirft das Schicksal tückisch oft 'nen Meteorstein in die Supe Einer der Reisenden des IndustrieWerkes war der erste und einzige Radfahre? des ganzen Umkreises, und seine Frau, der jungen Frau Sperling intimste Freundin, die erste Radfah rin. Wenn nun die schöne, kinderlose Frau Sperling in den ersten Jahren ihrer Ehe täglich bis tief in die Nacht hinein vereinsamt zu Hause saß I denn ihr Mann hütete ja ihretwegen die Kneipe malte sie eö sich in ihrer Langeweile auf's Anmuthigste aus, wie angenehm ihre Freundin, an der Seite des Reisenden durch's weite Land fliegend, die Abende verbrachte, und eine überwältigende Sehnsucht nach gleichem Glücke überkam sie. So geschah es denn, daß Herr Sperling, als er wieder einmal gewohntermaßen recht spät in der Nacht nach Hause kam. seine Frau unvermuthet noch wach fand und von ihr mit der dringenden, rührenden Bitte überfallen wurde: Muki, laß unZ unter die Radfahrer gehen!" Muki glaubte, nicht recht gehört zu haben. Was fällt Dir ein, liebes Kind!sagte er erschrocken. Solch' ein Unsinn! Weißt Du nicht, daß Vies der sicherste Weg ist, sich in kürzester Zeit den bitteren Tod zu holen?" Den Tod?" entgegnete ungläubig Hermine. Im' Gegentheil!- Frau Koller, meine liebe Freundin, hat sich mit dem Radfahren ihren Mann erobert!" Ei was Deine Freundin! Aber unsereiner! Du weißt, daß ich fürLungenentzündung veranlagt bin!" Davon habe ich noch nicht das Geringste bemerkt, bester Muki. Abev der Arzt sagte mir, daß Du viel zu wenig Bewegung hast und daher gewiß bald an Herzverfettung stirbst!" Die junge r i?r Ti .1. tfiau oracy oei vielem eoanren m Thränen aus. Muki!" rief, sie schluchzend, einziger Muki! Dann begrabe nur vorher mich!" Muki wurde es warm. Er hatte dieses Weibchen von Herzen lieb, und wenn auch sein Herz nichts von einer Verfettung fpürte, so war es doch weich wie Butter und zerschmolz unter der warmen Ueberzeugungskraft der listigen Schmeichlerin. Wie gerne hätte er ihr versprochen, sie solle ihren Wunsch erfüllt erhalten, wenn ihm nicht im Tiefsten seiner Seele der Gedanke gepeinigt hätte: Radfahren? Hm! Muß wohl ganz angenehm sein, aber wer weiß, wie schwer! Hermine so reflectirte er weiter die Teufelskatze hat es sicher bald heraus, ja, das traue ich ihr zu. aber wenn ich es nicht fertig brächte? Ich hatte niemals Talent zu Acrobatenkunststücken, und vor Hermine eineSchwäche zu zeigen, muß um jeden Preis vermieden werden! Das Weib muß vor dem Manne Respect haben Respect sage ich sonst ist er kein Mann mehr m ihren Augen !' Alles erwog yerr Sperling gar wohl und faßte semen Entschluß dar nach. Du weißt, liebe Hermine, daß ich demnächst in unserer Centrale zu zu thun habe. Ich werde Mich m die ser Stadt bei einem Fahrradhändler v ry- i c cn - r c m iiücy ucii vuiicii uuo .preisen oer via der erkundigen, und das Weitere wird sich dann ja finden!" Die gute Hermine gab sich zufrieden damit, trocknete ihre Thränen, und eine Woche später befand sich Herr Johann Nepomuk Sperling aus dem .--tf-L. ? vi 1 üayrpiazze emes groneren aoeryano lers der Landesbauvtitadt. Sein Vorsatz war. sich vor allen Dingen der Sorge vor einer Blamage zu entledigen, indem er Fahrunterricht nahm; wenn er sich tüchtig mgeübt hätte, wollte er in Gottes Namen das Sündengeld herausrücken und für sich
nno leine rau je emen nover' am schaffen. Am ersten Tage übte er daö Balanciren. Es ftrapazirte seine steifen Beine fo fehr, daß er schon nach einer Stunde aufhörte, um sich für den nächsten Tag zu stärken. Am anderen Tage versuchte er bereits schon mehrfach das Aufsitzen. Er saß auch jedesmal richtig wohl nicht im Sattel, aber auf der vie! sichereren Erde. Beim ersten Versuche zerriß er sich die goldene Uhrkette, beim zweiten den rechten Stiefel und beim dritten das Knie des linken Hosenbeines. Auf dem Rückwege in sein Hotel wich ev scheu allen Sicherheitspersonen aus, in der wohlberechtigten Angst, sein Aussehen könnte eine derselben allzu eingehend interessiren. Heute oder nie!" sagte sich Herr Johann Nepomuk Sperling, als er sich am dritten Tage versuchte. Sein Lehrmeister war auf einiae Minuten lFortsesung aus der Rückseite.)
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