Indiana Tribüne, Volume 20, Number 17, Indianapolis, Marion County, 4 October 1896 — Page 6

Zm Vicycrccsjlüm. Soa Michel ThivarZ.

Der geneigte Leser möchte wissen, wie Madame Patar, eine sehr corpulcnte und dabei äußerst Verschwender!sche Dame Radsahrerin wurde? Ich will es erzählen. Eines Tages saß ihr Gatte. Herr Patar, vor seinem Schreibtisch; er hatte neben sich einen Stoß Rechnungen liegen und addirte. 35 und 9 macht 44", murmelte Herr Patar melancholisch, und 7 macht 51 und 3 macht 59. Das macht also 5.984. Madame Patar hat in diesem Jahr bei ihr.-r Schneiderei 5.984 Francs verbraucht, die Centimes noch gar nicht mitgerechnet. Das ist bitter. Allerdings ist ja Madame Patar nicht gerade magn, und braucht, um sich zu kleiden, Stoff! Aber das ist gleich, so viel Stoff braucht ja nicht einmal eine Niesendame! Und reden läßt sie nicht mit sich! Wenn ich nur eine schüchterne Bemerkung mache, erwidert mir Madame Potar mit hochmüthiger Verachhing: eine Frau, die ihrem Manne 40.000 Francs mitgebracht hat. hat wobl das Recht, nicht in Lumpen zu geben. 40,000 Francs Mitgift und 6009 Francs jährlich für Garderobe, das ist ein Elend!" Herr Patar zuckte, kläglich die Achsiln und trommelte, um seine schlechte Laune auszuladen . an den Fensterscheiben. Auf der Chaussee fuhren Radfahrer und Radfahrerinnen vorüber; es war wie in allen Straßen von Paris ein Gewühl und Gewimmel von Radlern, die zahlreicher waren, als die Sterne des Himmels und der Sand am Meere. ' Doch die Kunststücke dieser räderbeflissenen Zweifllßler konnten die Bitrerknt nicht tilgen, die sich infolge der Schneiderinrechnung im Herzen bes Herrn Patar angesammelt hatte. Plötzlich öffnete sich heftig die Thür und Madam atar hielt mit dem an muthigen Ungestüm eines 250 Pfund wiegenden Pensionsmädchens ihren Einzug. Höre, Toto, betrachte doch einmal mein neues Costüm flötete sie mit eimx Stimme, in der die gebieterische Aufforderung zu einem Compliment enthalten war. Madame Patar trug schon wieder ein neues Kleid, das ihr Mann mit entsektem Blicke betrachtete. 800 Francs!., he?... Das ist su.r..i;:i3f 39" cui viucycuytiixjiuu, iwu8i Man sagt, solch Gelegenheitskauf Känat oft an einem Haare: nun. in diesem Gelegenheitskauf fand Herr Patar sicher eln Haar, und er murmelte: ' Schon wieder eine neue Toilette!" .Nun. ich alaube" erhikte sich Madame Patar plötzlich, wenn eine Frau ihrem Manne 40.000 Francs mltze bracht. . ." Die Fortsetzung kenne ich." seufzte Herr Patar. In diesem Augenblick stürzte auf der Straße ein Radfahrer von seiner Maschine und wäre beinahe von einem Omnibus überfahren worden. Madame Patar," sagte Herr Patar mit temperirter Wuth, warum fährst du denn mcht auch Bicycle? Madame Patar, die im Begriff stand, ihrem Spiegelbilde zuzulächeln. erwiderte: Bist du verrückt, Herr Pa rar?" Es ist allerdings richtig." meinte der Gatte, du bist zu dick!" Hätte man Madame Patar eine Ohrfeige verabreicht, sie hätte nicht wüthender werden können. JU mal heulte das edle Geschöpf, das thatsächlich die Schlankheit einer Diana zu haden alaubte; ich Im zu dick!!! Außerdem." fuhr Herr Patar fort. rast du auch Recht mcht Rad zu sahim, denn wenn dir das jemals einfiele. so würde ich dir's mch! oestatten!" Du?" schrie Madame Patar außer sich. Ja wohl, ich!" Das ist mehr a!s stark! ... Ja, das ist zu viel! ... Du würdest dir erlauben, mir etwas zu verbieten, da ich dir . . . 40.000 Francs mitgebracht habe. . . Das kenne tch ... Nun denn za, tch würde es Dir ganz ausdrücklich ver bie !en!!" Das wollen wir sehen!" heulte Madame Patar roth vor Wuth. Noch an demselben Abend hatte Madame Patar. der es an einem gewissen Widerspruchsgeist nicht fehlte, ein Bicycle. Und im Gegensatz zu den verbrechcrischcn Hoffnungen ihres Gatten, ist Madame Patar nocq nicht übersahren worden, und wird es wahrscheinlich Quch mcht werden, denn sie hat darauf verzichtet, sich ihres Rades zu bedienen, da ihre etwas umfangreiche Persönlichke'.t auf dem Sattel des Bicycles nicht Platz findet. Doch fi: ha! sich dafür entschädigt, indem sie daS Eostüm des Cvcle vornan" trägt, und zwar trägt sie die-, sä sCnsfitm rWtfrtf tH kn nrr n ? r l WlUlll VktUttV v w ifc VJUtlltl ,H, nur um ihren lieben Mann zu ärgern. Aber ihr ueber Mann ärgert sich gar nicht. Im Gegentheil, er reibt sich ver gnügt die Hände. Er denkt an bi früheren Schneiderrechnungen, an den GclegenheitSkauf für 800 Francs und Iüchi in seinen Bart, indem er sick? sagt: Ein vollständiges Radfahr-Costüm für 50 Francs! ... Ach das Belocipe? ist doch eine herrliche Erfindung!" E i n M e n s ch e n f r e u n d. Herr: Warum liegen Sie denn hier auf den Schienen. Selbstmordcandidat: Ach, mein Herr, ich bin lebensmüde, ich warte hier auf einen Zug, um mich überfahren zu lassen. Herr: Armer Kerl, kommen Sie, ich werde Ihnen helfen; auf diesem Geleise kommen vorläufig keine Züge, aber ich werde Jhnen eins zeigen, wo alle fünf Minuten ein Zug verkehrt.

. Ike Achaischrciscrcl. Sicker tat es noch kein Reisender

bereut, auf seiner Rheinreise dem romantlschcn Schale der Vkahe emen esuch aemacht zu haben. Bon Bingen der Weltstadt aus führt der Weg durch fruchtbares Gelände, unter lieblichen Rebenhllgeln hin. nach dem schönen Krcuznach mit seinen Salinen und heilkräftigen Quellen: Noch eine kurze Wanderung, und das emporblübende Bad Münster am Stein ist erreicht. Der Rheingrafenstein und das Hutten-Slcklngenschloß die Evernbura welch' stolze Namen! Thalaufwärts, am Fuße ber Weinberge, grüßt manch' hübsches Städtchen, vls endlich Oberstein erreicht ist, dessen landschaftliche Schönkeit das öerz des Touristen vor Entzücken aufjauchzen läßt. In einem Thalkessel ragen ruinengekrönte Felswände senkrecht emOb er stein. vor und behüten ein freundliches Städtchen, das etwa 6000 Einwohner zählt. Ueber die Dächer der Stadt hinweg sieht man in halber Höhe in einer dieser Felswände ein Kirchlein eingehauen. Eine alte Mähr erzählt, daß ein Graf von Oberstein mit eigener Hand eine Höhlung in dem Felsen ausgehauen und da hinein die Kirche habe bauen lassen, zur Sühne für die Ermordung seines Bruders.den er aus Eisersucht durch -ein Fenster des Schlosses über bie Felswanb hinabgestürzt habe. Doch 'nicht ber Reiz wunberbarer Natur allein fesselt hier ben Fremben. In Oberstein, seiner Schwesterstabt Jdar und den umliegenden Dörfern wird eine eigenartige Industrie betrieben. die. so alt sie ist und so weit ihre Erzeugnisse in der Welt herumkommen. doch wenig gekannt ist: die Achatschleiferei. ;?3'i7 Vor dein Schleifstein Der Südabfall des Hunsrücks zeigt sehr schöne Melaphyre; sie sind es, die der Gegend den eigenthümlichen landschaftlichen Reiz verleihen, und ihnen verdankt auch die erwähnte Industrie ihre Entstehung. Diese ' Melaphyre enthalten mandelförmige oder kugelige Knollen aus Achat, der sich zu allerlei hübschen Schmucksachen verarbeiten läßt. Wohl 400 bis 500 Jahre läßt sich die Kunde von dem Verarbeiten dieser Achate in der Nähe ihrer Funborte zurückverfolgen. Die Doppelstabt Oberstein-Jbar nebst Umgebung ist bie Heimath der meisten Achatwaaren, die man in Bädern, auf Messen und so weiter feilbietet. Jedoch weitaus der größere Theil der geschliffenen Steine geht in'sAusland; Amerika undAfrika sind Hauptabsatzgebiete. Lange Zeit genügten die Achate des heimischen Melaphyrs, aber schließlich wurde der Abbau derselben immer Steinschleifer. schwieriger, und da mit der H:bung der Berkehrswege die Nachfrage immer größer wurde, war eS ein Glück für die Achatindusiric. daß ausgewandert: Schleifer in Südamerika reiche Fu::dorte von Achat entdeckten. Tort finde! man den Achat meistens auf secundärer Lagerstätte, also im Flußgeschiebe; seine Gewinnung ist deshalb die denkbar leichteste. Seitdem nifct der Abbau des Achates im Nah?q:biet. V:)!l:r dins sind diese brastliznisch?n, ebenso avo) die indifchcn Achat: scircorl'ch nicht so dübsch gefärbt toi: die fceinv. schcn. doch corricirt man .den Fehler durch künstliches Färben, ba'i man zu ziemlich hohe? Vollkommenheit gebracht bat. Der Achat ist sehr mannigfaltig in ' Farbe und Zeichnung. Man unterscheidet Festungs-, Band-, Moos-, Baum-. Milch-Achat und so weiter; außerdem kommen technische Bezeich-

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nungen wieOnyx-, Massik- und Serasteine vor. Die Industrie beschränkt sich jedoch nicht auf dieVerarbeitung des Achates,

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Bohrer. man schleift außerdem noch Vergkrystall, Rauchquarz, Amethyst, Citrin, Rosenquarz. Opal, Olivin. Jaspis. Heliotrop. Chrysopas. Lapis lazuli, Bluteisenstein, böhmische Granaten, Almandin, Mondstein. Tigerauge, Katzenauge, Topas, Aquamarin. Rubin, Smaragd und so weiter. Aus allen Gegenden der Welt kommen die rohen, unscheinbaren Steine nach Oberstein, und als herrlich glänzende Schmuckgegcnstände kehren sie wieder in alle Gegenden der Welt zurück. In Ringen. Nadeln. Knöpfen. Broschen. Armbändern, als Stock- und Schirmgriffe. Schalen und Vasen von kunstvoller Arbeit, als Schmuckkästchen und Briefbeschwerer. Papiermesser und Fedcrhalter, Dosen u. s. w. finben bie Steine ungezählte Verwenbung. Doch ist ber Weg vom rohen Stein bis zum gleißenben Schmucke sehr lang! Der größteThei! ber Arbeit geschieht in ben einstöckigen, romantisch an einem ber Gebirgsbäche gelegenen Schleifmühlen. An einer solchen Schleise wie man bie Schleifmühlen kurzweg nennt sieht man schon von weitem bas große, mittelschlächtige Wasserrab in schneller Bewegung; bie Tropfen sprühen hoch auf. In ber Nähe ber Schleife liegen Stücke von abgebrauchten ober zersprungenen Schleifsteinen umher unb meistens lehnen neue Reservesteine an einer ihrer Wanbe an. Man Hort bas Sausen bes Triebwerks unb bas schrille Aufschreien bes von ben Schleifsteinen geriebenen Achates. Durch hohe, bis unter bas Dach reichenbe Fenster sehen wir in bieSchleife hinein. Drinnen ist bas Getöse oft so stark, baß man sich erst baran gewoh nen muß, ehe man zu sprechen wagt. Vor vier oder fünf mächtigen rothen Sandsteinen, die nur zur Hälfte aus dem Boden hervorragen, liegen acht bis zehn Schleifer auf Holzböcken, die eine muldenförmige Vertiefung be sitzen, in die sich der Schleifer hineinlegt. Die Holzböcke sind so construirt, daß der Schleifer einen Theil seines Körpergewichts benlltzen kann, um den zu schleifenden Stein in beliebiger Starke an den Schleifstein anzudrücken.' Wie ungesund diese Arbeit ist, zeigt die erschreckend hohe Sterb lichkeitsziffer der Schleiferbevölkerung. Edelsteinschleifer. Noch fast schlimmer als das Schleifen ist das Zurichten der Halbedelsteine, das heißt das zu entsprechend kleinen Stucken nöthige Zurechtschlagen dersel ben. Dies geschieht vorsichtig mit ei nem kleinen Hammer. Dabei fliegen kleine Achat- und andere Steinstäubchen umher und dringen in die Lunge des Arbeiters. Das kleinste Achatstäubchen zeigt aber- unter dem - Mikroskope dieselben scharfen Bruchranten wi: ein großes Stück des Steines. Es ist klar, daß diese Stäubchen aroßen Schaden in der Lunge anrichten: sie dringen in die Lungencapillaren ein, verwunden dabei dieselben und schaffen einen seh: geeigneten Nährbo den für die Tuöerkelbacillen. Die Tuberculose ist unter dieser Bevölkerung so verbreitet, daß man sie im Volks munde kurzweg die Schleiferkrankheit nennt. Von großer Bedeutung war es. nicht f t t r p rfrf- Pi m t nur. iur ote nouuric i.eio,:, jonoern auch für die Gesundheit der Arbeiter, als vor wenigen Jahrzehnten eine Maschme zum Schneiden der Steine in Gebrauch kam und das Zers6)lagcn der steine dadurch auf ein viel geringeres Maß beschränkt wurde. Eine dünne Wcißblechsüeibe wird auf ihremRande mit Diamantstaub versehen, und mit diese? Scheibe, die durch das Triebwerk der Schleife in rasche Bewegung gesetzt wird, kann man Stücke von beliebi?er Größe von dem Steine herunterschneiden. Polirt werden die Steine ebenfalls in der Schleife und zwar auf einer mit Tripel bestrichencn Holzwalze. Kostbarere Steine werden auf schnell rotirenden Vleischeiben mittelst Schmirgelpulver geschliffen. Zum Bohren der Schraubenlöcher in Stock- und Schirmgriffen u. s. w. bedient man sich eines an einer smkrechren Achse befestigten hohlen Cylinders aus Eisen, dessen unterer Ranb mit

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Diamantpulver bestrichen wird. Mit Hilfe eines elastischen Bogens, dessen beide Enden durch eineSchnur verbunden sind, wird d?e Achse in schnelle Bewegung gesetzt, indem die Schnur um sie gewickelt und dann mit dem Bogen hin und her gegeigt wird. - Ein wichtiger Theil der Halbedel-stein-Jndustrie ist das kunstvolle Färben der Steine. Die Achate sind im Stande, wässerige Lösungen verschiedener Stoffe in sich aufzunehmen; manche enthalten schon von Natur aus solche Lösungen, besonders des Eisens, und bei ihnen genügt ein einfaches ErHitzen, um Eisenoxyd und damit eine rothe Farbe des Steines herzustellen. Andere Steine werden einfach mit entsprechenden Lösungen getränkt, und bann wirb burch Säuren ober Erhitzen bie Farbe entwickelt. So färbt man bie Steine roth ' mit Rhobankalium unb Eisenchlorib, schwarz mit Zuckerlösung unb Kochen in Schwefelsäure, blau mit Eisenchlorib unb Ferrocyankalium u. s. w. Da ber Achat aus Schichten von verschiedener Aufnahmefähigkeit besteht, so färben sich auch biese Schichten verschieben unb baburch entstehen hübsche Linienzeichnungen in bemselben.

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Graveur. Der Zweig ber Halbebelstein-Jnbu-sirie, ber mit vollem Rechte aus ben Namen Kunstgewerbe Anspruch machen kann, ist bas Schneiden von Gemmen. Graviren genannt. Gewöhnlich benützt man solche Steine zum Schneiden von Gemmen, bei denen einer schwarzen oder rothen Schicht eine weiße aufliegt. Aus der weißen Schicht wird in kunstvoller Weise mit kleinen, schnell rotirenden Scheibchen aus Eisen, deren Rand mit Diamantstaub versehen wird, ein Relief ausgeschnitten, das sich von dem rothen oder schwarzen Grunde hübsch abhebt. Auch vertiefte Arbeiten zu siegeln und der gleichen werden kunstvoll gefertigt. Leider versuchten unverständige Kauf leute auch diese Kunst im Massenge schäst auszubeuten; die Folge war, daß der einst blühende Zweig des Kunstgewerbes zerfiel. Wo das Engrosgeschäft anfängt, beginnt gewöhnlich die Kunst aufzuhören. Ein falscher Onkel. Hör', Brander, wie ist es nur mög lich. daßder Pumper immer wieder Credit genießt?" Das ist ein Schlaumeier! Er hat von zu Haus einmal einen neuen Anzug bekommen; den zieht er von Zeit zu Zeit einem Dienstmann an. welchen er auch noch mit falschen Brillanten und Ketten fchmückt und führt ihn als Onkel spazieren! Lf. . . 1Z ' tlMWr.-i Wwwr'-j p Ich will es Ihnen ehrlich gestehen: die Mutter des Mädchens gilt für bitterböse der Vater aber ist gut!" For wie viel?" Vom Kasernenhof. Unierofficier: Ich würdeEuch allesammt gern Ochsen" nennen, wenn ich nicht befürchten müßt', daß der Tbierschutzverein dagegen Einsprache erhebt." Gemüthlich. A.: Die Geschichte, die Sie mir da erzählen, kann ich Jbnen unmöglich glauben. Herr Oberförster!" B.: Nicht? Gut. erzähle ich Ihnen also eine andere!" , Malice. A. (Arzt): Ich habe in meinem ganzen Leben nicht mehr als sechs Patient dura, den Tod verloren." B.: Das überrascht mich aber, daß Sie von einer so kleinen Praxis leben können." Niedagewesen. Huber : Wenn i Dursckt hab', trink' i a Bier; wenn i recht lusti' sei' will, trink' i an Wein; Wenn's mer nct recht extra iö, trink' i an Schnaps." Meyer: Wenn trinken S' denn nacha a Wasser V Huber (verblüfft): Ja so a Fall M mer no' net fürkomma!"

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Venedig in Wicm ; Die lustige Kaiserstadt an der Donau besitzt in seinem Venedig" ein Vergnügungs - Etablissement, das eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bildet. Am Eingang des Praters, an jener lauschigen, dem Publikum früher unzugänglichen Stätte, wo die Mitglieder des Kaiserhauses unter den Kronen herrlicher Baumriesen einstmals ihre intimen Familienfeste zu feiern pflegten, entfaltet sich ein der Wirklichkeit täuschend nachgeahmtes Stück Venedig mit seinenPalästen, seinem malerischen Baugerümpel, seinen Brücken, engen Gäßchen und Canälen. Die Architektur bildet den Rahmen buntbewegten Treibens und zahlloser Schaustellungen der verschiedensten Art. Wer niemals in der Lagunenstadt geweilt hat, der findet in diesem treuen Conterfei den vollen Borgeschmack der eigenthümlichen malerischen Reize Venedigs. In Naturgröße

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PontedelParadiso. ragen altberühmte Paläste empor; baufällige Häuschen, an derenFenstern bunte Wäsche zum Trocknen ausgehängt ist, drängen sich zu engen Gäßchen zusammen; stattliche Plätze, umsäumt von Kaufläden, Caf6s und Osterien, recken sich, Tausenden Raum bietend, in die Weite; unter den Brücken hinweg gleiten auf den Canälen Gondeln dahin, und bei jedem Schritt erschließen sich neue, entzückende Ausblicke und pittoreske Perspectiven. Eins aber hat Venedig in Wien" vor seinem Urbild voraus: das in den Lagunen sich spiegelnde, sich erfrischend von den farbensatten Fa?aden abhebende Laubgrün und hochstrebende Astwerk jahrhundertjähriger Baumriesen, die in wahren PrachtPalazziPriuliundDario. exemplaren vertreten sind', so daß Venebig in Wien" förmlich in Grün gebettet ist. Jedes einzelne Gebäude, vom armseligsten Vettlerhäuschen bis zum historisch berühmten Palazzo, ist naturgetreu wiedergegeben und auf allen lagert die abgedämpfte, verklärende Patina des Alters und melancholischen Verfalls. Kein greller Farbenton beleidigt das Auge. Diese stilvolle Täuschung wurde dadurch erzielt, daß die Malerei nicht auf Leinwand, fondern auf Stuck aufgetragen wurde. Dadurch wirkt die nachgeahmte Architektur wie wirklicher Steinbau und präsentiren sich die nicht bloß als Faaden entwickelten, sondern auch nach der Tiefe ausgestalteten Baulichkeiten von Venedig in Wien" nicht als Decorationsstüae, sondern wie wirkliche GeTre Ponti. bäude. Das aus venezianischen Originalmotiven zusammengestellte Venedig in Wien" ist ein treues Sviegclbild der charakteristischen Phystognomie der Lagunenstadt. und es ist gerades.u staunenerregend, zu sehen, mit welchem Geschick auf verhältnißmäßig engem Raum dieses vielverzweigte La byrinth von Plätzen, Gassen, Canälen und Brücken mit einer Menge von Bcrkaufslocalen, Schaustätten, Gartcnanlaqen. Avenuen. Theatern, pompöftn Rieftnsälen, lauschigen Restaurationen u. s. w. hervorgezaubert wurde. Nothwendige Vorsicht. Sich' nur, wie lächerlich auffallend sich Doctors Elfe benimmt! Sie läßt ja ihren Bräutigam nicht eine Secunde lang aus den Augen." Nur zu begreiflich! Die Hochzeit ist ja erst in vierzehn Tagen und ihr Bräutigam ist Kassircr."

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Iic verschwindende Aame. Unsere Abbildungen ziehen ben geheimnißvollen Schleier von einem Schaustück, über bessen Wie?" sich mancher schon ben Kopf zerbrochen.

Das Verbecke n. Unb wirklich ist ber Trick ein fein auSgeklügelter. Folgen wir bem Vorgang: Ein großer, sogenannter Ankleibespiegel wirb auf bie Bühne getragen. Die Glasflacye reicht bis etwa zwei Fuß über ben Boben, so, baß man unter bem Rahmen hinburch zu sehen vermag. Besonbere Eigenthümlichkeiten, bie ber Spiegel bietet, sinb eine hohe, scheinbar als Schmuck bienende Krönung unb ein ben untern Theil bes Glases überspannenber, von zwei Trägern gestützter Holzrahmen, auf bem eine Glasscheibe ruht ber Standpunkt ber Dame. Zu beiben Seiten bes Spiegels besinben sich in Scharnieren laufenbe Halter mit bunklen Vorhängen. Verschwunben. Die Dame betritt nun vermittelst eines Treppenstuhles bas Trittbrett unb beginnt sich im Spiegel zu beobachten. Der Aussteller breht sie mit einigen Begleitworten herum, so baß sie bas Gesicht bem Publikum zuwendet, worauf sie sich wieder gegen das Glas dreht. Nun wird eine AnSchrein über sie gedeckt, der so schmal ist. daß zu beiden Seiten noch Spiegelfläche hervorsieht. Hierauf kurze Pause dann wird der Schrein wieder weggehoben, und die Dame ist verschwunden. Die Täuschung wird durch das nun folgende Wegrollen des Spiegels rerstärkt, es soll dies zeigen, daß die Dame nicht etwa hinter dem Spiegel versteckt sei. Die ersten beiden unserer Wie's gemacht wird. Illustrationen erläutern auch bildlich das hier Vorgetragene, die dritte enthüllt das Geheimniß. In Wirklichkeit besteht der Spiegel aus zwei Stücken; das anscheinend harmlose Gesüge des Trittbrettes verdeckt mit seiner Rückleiste die Oberkante der untern GlaSfläche. Der obere, größere Spiegel schließt genau an die Rückseite des untern an, so, daß sein Ende hinter die Oberkante des untern Spiegels sällt. Der obere Theil bewegt sich in den Seitenrahme.i auf und ab, wie- ein Schiebfenster. Um dies zu ermöglichen, ohne daß das Publikum es gewahr wird, dazu dient die hohe Rahmkrönung. Wird der große Spiegel aufwärts geschoben, so kommt sein Obertheil hinter die Rahmkrönung zu liegen. Aus dem untern Theil berselben Spiegelfläche ist ein Stuck ausgeschnitten. weit ge.iug. um eine Dame burchpassiren zu lassen. Bild 3 erklärt dies beutlich. Wenn ber Spiegel, zu Ansang ber Schaustellung, auf bie Bühne gebracht wird, steht, die große Scheibe tief, der Ausschnitt verbirgt ff hinter der Unterscheide. Wenn.dann das gläserne Trittbrett aufgelegt worden ist, stellt sich die Dame darauf und wird, wie oben geschildert verdeckt. Hierauf wird das durch Gegengewicht bewegte Glas emporgeschoben. so baß bie Oeffnung nun frei wird. Der Schrein ist. genau so groß, biese Oeffnung zu verbecken. rechts unb links noch Spiegelfläche lassenb. Vom Hintergrunde, aus :iner eigens gefertigten Wand, wird nun ein Brett sachte nach ber Oeffnung zesoben. und bie Dame unter Beistanb eines Gehilfen,' Fuße voraus,' iinweggezogen. Hierauf schlicht sich

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die WanbfLllung ' wieder ber O5erspiegel geht nieder, der Schrein wird hinweggehoben und die Dame ist verschwunden!

Ein Rcttungsmantel. Jüngst bot sich ben Passanten ber Schiffsbrücke zu Köln ein seltsamer Anblick bar: ben Rhein herab trieb ein räthselhaftes Ungeheuer, große aufgeblähte Schwingen hielten es über bem Wasser, währenb es mit ben Hänben aufgeschlagen ein Buch hielt, über welches sich ein Männerkopf mit starkem Schnurrbart unb energischen Zügen beugte. Die Wellen trugen spielenb bie sonberbare Gestalt bahin. bie sich für bie Eingeweihten als ber Techniker F. W. Kühl entpuppte. Derselbe führte ben Vertretern ber Presse seinen neuen Rettungsmantel in erfolgreicher Probe vor. Kühl im Rettungsmantel. Die Construction bieses Mantels ist Geheimniß seines Erfinders. Aeußerlich unterscheidet er sich nicht von einem gewöhnlichen Ueberzieher, ber mit einem boppelten Gummifutter ausgestattet ist; er ist sehr leicht, seine Füllung besteht aus einer Masse, bie ein Untersinken untcr Wasser verhinbert; in zwei Minuten ist er angelegt, mit Luft gefüllt unb zum Gebrauch fertig, wie ber Erfinber es bei feiner Probe bewies. Herr Kühl behauptet, mit bem nöthigen Mundvorrath versehen, 16 bis 18 Tage im Wasser zubringen zu können, wenn er noch die zu dem Mantel gehörigen Beinkleiver, Schuhe etc. angelegt hat. Aber auch der Mantel allein genüge, den Schiffbrüchigen tagelang in bequemer Lage über Wasser zu halten. Prinz und Priester. Durch die in der Schutzengelkirche zu Eichstätt von dem apostolischen Vicar des Königreichs Sachsen, Bischof Dr. Wahl, an dem Prinzen Max, Herzog zu Sachsen, vollzogene Priesterweihe ist eine Angelegenheit zum Abschluß gekommen, über die seit 1893, in welchem Jahre Prinz Max aus freien Stücken den bunten Rock .des Ulanenofficiers mit dem schmucklosen Kleide des Priesterseminarzöglings, die freundliche Garnison Oschatz mit den stillen klösterlichen Räumen von Eichstätt vertauschte, gar viel geredet und geschrieben worden ist. Vierundachtzig Jahre lang hat die römisch-ka-tholische Kirche unter ihrer Priesterschaar keinen. Spröden des uralten MG FKW 'v.'V'-. ""'& fcvl .' ' " VaV, M ""Vkj Prinz Max. Herrscherhauses Wettin mehr gehabt; Clemens Wenzeslaus, der letzte Kurfürst von Trier und letzter Fürstbischof 'von Augsburg, war auch der letzte Wettiner, der sich dem Dienst derKirche gewidmet hatte; die französischen Heere vertrieben ihn zweimal aus seinem Bischofssitz Koblenz, bessen reizendes Schloß er erbaute; er starb zu Oberndorf am 27. Juli 1812. Der Vater des Prinzen Max, Prinz-Feld-marschall Georg, war von Anfang an mit dem Vorhaben seines Sohnes einverstanden und nach längerem Zögern gab auch König Albert seine Zustimmung. Nach der Primizfeier fand ins königlichen Residenschlosse vor dem" König und in Gegenwart deZ JustizMinisters Dr. Schurig sowie, des vortragenden Rathes im Gesammtministerium Geh., Rath. Meusel die Verzichtlcistung des Prinzen Max auf seine Rechte als Prinz des sächsischen Königshauses statt. . - ,.' . .'. f ' , ..... v P ro tz ent hum. .Frau Kommerzicnräthm, waren. Sie schon in der Ausstellung?" Gott, mer haden de neuesten Sachen schon vor. 20 Jahrengesehen.- ; S ch w e r e r V a l l a st. Luftschiffe?: Neulich hat mir mein College während der Äallonfabrt sein fBmif, sen erleichtert." Herr: Na. da wird ' der Ballon schön in die Höhe gestiegen ' sein." CT f I - i r-. n . Herr (den andern süf den Mun tre-'-13. FI in II I I M! T TT T V f"- lTTTTPl . tend): Bitte um Verzeihung,' für' . 1T r ji! jr i m mcir.c uatjcjixaiicqicii. rociicr Herr: Au! Sie Tölpel! Verzeihen Sie gütigst diese G robheit." ' --Billiges Merl a n g e n. fßirf) ( 1 11 rn Ann.f snttUn. uiitjviiuivil flUUjltJ , Na, man haut doch nicht gleich -vjt?, baß bie Gegnernimmer aussiebn. tn ,uen Raufer (auf den Zuhörutauni. deutenb): .I möcht bo scho bitttn.'. daß paar Sachverständige vücr.t ' . . ,.. . . ,...'. ' v-

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