Indiana Tribüne, Volume 20, Number 17, Indianapolis, Marion County, 4 October 1896 — Page 5

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Essener Slyreibebnes des Philipp Sauerampfer. Copyright x8?6 by the Cerrnaa Tres & Platc Co. Mein lieber Herr RedaZtionär !

Von mein TruroelmitdieBaure hm ich puttinier rikowwert. Ich hen ausgefunne, daß der Wedes Weiler doch nicks mit die Geschicht zu thun gehabt gehott un auch " nit aus mich gesirocke Hot, wie ich in de erschte Platz suspektet hen. Er Hot mich 's nämlich selbst gesagt und do wird's ja auch wahr sein. Mein rechte Vorderfuß kann ich immer noch nit muhfe, awwer sell werd wohl bald Widder iwwer sein. Wisse möcht ich nor. warum ich eigentlich die schreckliche Lickin kriegt hen, ich hen doch nicks aus dem Weg gemacht. Well, es is nicks wie en Mangel an Bildung oder, wie mer uf deitsch sagt, an Ettjukehschen. Wei, Guttnetz. wann mer in die Juneited Stehts sage duht, daß mer plentieGeld gemacht Hot, dann Hot mer en ganze Peil Freinde und einiger will Händs mit eim schehke. Ich bleiwe dabei, die Juneited StehtS is e ganz annere siontrie als Schermennie. Se hen in die alte Kontrie so sonnige Weg in alles. Es fällt mich grad ein, wie mer in Hamburg wäre, do hen ich zu en Kapper .Hello Fättie" gesagt un do Hot der Feller mein Name genomme un ich hen zeh Mark Fein bezahle misse. Sell gleich ich nit un ich denke, mir starte bald Widder for heim. Den Wedesweiler Hot's arig gut gefalle un er war am Liebste gar nlt mehr fort. Er Hot immer arig scheen mit mei entfernte Ehntie aus dem fünfte Glied väterlicher Seits geäckt un, wann ich nit arig mißtehken sin, dann hen ich ihn sogar emol surpreist, wie er mei Ehnt,e en Hin aewwe Hot. Es Hot mich nor arig getickelt, zu nohtisse, daß die Ehntie sell nit gegltche Hot, blkahs se Hot ihm den Kiß gleich Widder zerick gewwe. Sehn Se, Herr Redaktion, so is der Wedesweiler. Wo er nor e Viehmehl sieht, do gleicht er Mäsches zu mache. Bei die Ehntie, do hen ich's os ohrs nn gern gesehe. Denn wann die den Weg fiehlt, do sin ich ihr doch enihau näher. Well, ich sin von dem Lewe m das Wmetsch sick un teierd geworde. Mer hen kee Pehpersch kriegt, eckzept eemol die Woch. un das is in den Saluhn von dem Minnister vorgelese worde. Of Kohrs sin ich do nit beigewese. Wisse Se. seit e paar Wag gleich ich gar nit mehr m en Saluhn zu gehe un wann ich nor das Wort höre, do krieg ich so kwiere Pehns tn mein Buckel. Ich hatt gegliche, wann ich in das Pahper. mer Heißt'S de Sonntagsreiter" so en kleine Perrearef hätt krieae konnt. daß der Mister Sauerampfer aus Amerika for e Wissit angekomme wär. Ich geb Zo nit viel drum, awer eim sei Fremde gleiche's doch zu lese. Awer denke Se nor emol, nit e Lein hen se driwwer geprint! Noch nit en eenziger fstli tl 2a i. 1 vxipviftizi is lominr un qoi rnicg inicis fiejuhd! Do könne Se sich denke, was Schermennie noch von die Juneited Stehts lerne kann. Wei, wie ich Grändpa geworde sin, do sin ich von e Halmes Dutzend Riporters interfiejuhd worde. Ja. es geht nicks iwwer die Juneited Stehts. Do is Enterpreis, oder wie mer uf deitsch sagt, Sponk. Die Ehntie war arig freundlich zu mich, awer wann der Wedesweiler heimkam, do Hot se sich puttiniehr verwutschelt for Vergnüge un se Hot en angeguckt, als wann er der scheenste Mann uf die Welt wär. Phil,- hen ich zu mich selbst gedenkt, Du besser machst die Auge UN die Ohre uff. sonst wirst Du gelefft." Eines Dages hen ich mich die Ehntie getäckelt un hen Bissneß zu se getahkt. Ich hen's arig schmart mache gewollt un hen zuerscht gefrogt. wie alt se dann eigentlich wär. .Ich sin 33 Jahre alt un des is all sagt se. Well, well.- hen ich gesagt, dann Host Du awer gut Kehr vorDich genomme. wei. Du auckst nit älter wie 20." Sehn Se. sell'hot se gegliche. Se Hot alliwwer gebloscht un Hot geschmeilt wie e Gartebäsche. Du Host so Backelcher wie e Kirsch,- hen ich gesagt, un so sahftche. als wie e Pietsch, no, no, was Du e gutquckiches Frauche bist.- Ich hen ihr dabei in die Backe aeschkwiest un se Hot kee bische gekickt. ..Dehst. Du objekte, wann ich Dich wann und dann als emol e Kißche gewwe deht?- hen ich gefrogt. So fuhlisch sin ich doch nit,- sagt se un ich sin auch nit so fublisch gewest. Dann sagt ich: Gelt Ehntie. Du Host auch käsches Geld, hoste nit. un wieviel biste enihau werth?- Un was denke Se, was se g'sogt Hot. 0,- Hot se gesogt, wann ich Alles zusammen sickere, dann sin ich mei siwwezig Tausend Mark werth.- Ich hen reitewea mei Penzil . genomme un hen ausgesickert, wieviel Dahler das -sin. Ich denke awer. ich hen'ö nit recht gesickert, bikohs ich. hen nor fufzig Dausend Dah ler eraus gebracht. Ehntie.- hen ich gesagt, verkauf Dei Prapertie un komm mit mich nach Amerika. Dort Host Du arig gute Zeite un ich duhn alles for Dich, waö ich kann un Du sollst nicks misse.- Sell is alles gut genug sagt die Ehntie. awer ich hen mein Meind ufgemacht, mich Widder zu verheirathe un in Schermennie zu siebe. Gestern Nacht Hot der Mister Wedesweiler vropohst un ich hen Jesgesagt." Herr Redaktionar, in selle Mohment hen ich gesehnt. Wie ich vodder rikowwert sin, do war'n ich mehr doht wie lewendig. Die Ehntie Hot de Barber-erbeigeholt un der Hot mich Schropfkopp un Blutigel ange setzt, un die LuderS die hen kem beese Dropve Blut mehr in mich selosse. Der

Wedeswener: yo: mer Dann emol so ebbes erlebt! Wegen e.paar lumpige Dahler deht er sei scheeneS, gutguckiges Frauche disehrte! No, no, sell hätt ich nie nit gedenkt. -Ehntie,-hen ich gesagt, weißt Du dann auch was Du duhst, der Wedesweiler is en verheiratheter '!ann!- Newer meind." sagt die Ehntie, sell is alles e Lei, der Mister Wedesweiler Hot mich schon gewarnt for Dich, daß Du so en Humbuck ufmache dehst. Ich tröste mein Wedesweiler e gut Diehl mehr, wie ich Dich tröste." Sell Hot's gesettelt. Von die Min. nitt an hen ich keen Juhs mehr for den Wedesweiler gehabt. Ich hen mein Tronk gepackt un sin nach das Dipoht gefahre. mitaus, daß mich Jemand genohtist Hot. ? ' hen noch e Zeitlang for die Trehn warte gemißt un die Zeit hen ich oejuhst for noch e paar Leins an den Wedesweiler zu drappe. Ich hen geschriwwe: Mit unser Fremdsckaft is es aus for all die Zeit. Du bist en Schuft un das is all." Dann hen ich mich e Ticket nach Berlin genomme un sin fortgefahre. Sehn Se, Herr Redaktionär, so Eckspirienzeö hen ich mit meim Fremd Wedesweiler gemacht. Jetzt hen ich en emol ausgefunne. Womit ich verbleiwe Jhne Jhrn liebe: Philipp Sauerampfer. Das zerstörte Ideal. Humoreske von O. Kreutzberger. Wie sie aussah? Müßiae 5?raae!

Wie konnte Tante Molly- wohl aussehen? Sie sah so aus, wie sie hieß. Darüber waren sich ihre Verwandten in Abseitsweiler, verwittwete Frau Schulrath Tönges und zwei Töchter, völlig klar. Als vor drei Semestern. nach jahrzehntelangezin Schweigen, Molly's erster kurzer Brief mit dem Poststempel der benachbarten herzoglichen Residenz im schulräthlichen stillen Winkel' einlief, hatte das Bild der neuen Tante zunächst noch einigermaßen unter odiösen Rückerinnerungen zu leiden gehabt. Sie war ein leichtfertiger, sckulenschwänzender Charakter geWesen! Gewesen freilich; denn jetzt sprach jeves Wort in zedem ihrer gelegentlichen Briefe von ernsterSammlung und innerem Gefestigtsein. Was etwa wunderliches, schrullenhaftes an Wendungen mit unterlief, konnte man ruhig aus das Conto der alten Jungser in der Schreiberm setzen. Frau Schulrath Tges verrichtete das stets mit einem Lächeln unendlich souver'äner Milde in ihrem reservirt - kleinstädtisch zugeschnittenen Gesicht. ! Mit der Zeit hatte TanteMolly es zu einem ausgesprochenen Hochachtungserfolge bei ihrer Cousine gebracht, und als sie gar einmal ein Wörtlein von ihrer ihr recht viel Freude machenden .Schule" hatte einfließen lassen, da war sie sofort zum mahnenden Muster für Fräulein Trude, die jüngere etwas albern veranlagte Tönges, aufgerückt. Fräulein Trude ermangelte auch nicht, nj I tti tt- r, , , , im vuue iqrc cui.ierlanie ziern), mollig und mit hängenden Lockenspiralen a la Marlitt auszumalen, ein Bild übrigens, das im Umriß wohl auch das Imprimatur von Mutter und Schwester erhalten hätte. Wie der Mensch, so sein Gott! Frau SchulrathTonges unterzog sich alle zwei Jahre einer strapaziösenReise nach Kottbus, wo ihre Schwester an einen Pfarrer verhenathet war. Diesmal gedachte sie die Hinfahrt zu einer besonders nutzbringenden zu gestalten. Sie wollte ihre beiden Töchter mitneh men, den kurzen Umweg über die Residenz machen, Tante Molly überraschen und zugleich einem laut Staatsanzeiger für den Abend ihres DortseinS angesagten Frauenvortrage Ueber die Stellung des Weibes zu kaltem oder warmem Abendbrot in der Familieim evangelischen Vereinshause beiwohnen, wo sie für gewöhnlich abzusteigen pflegte. Nächsten Morgen' würden sie dann weiter dampfen,' mit Neuigkeiten reich beladen: in -Anbe-tracht, daß Schwestern und Schwager sich bereits seit 10 Jahren nichts neues mehr zu sagen hatten, kein hoch genug zu schätzender Umstand! In herbstlich früher Abenddämmerung kamen die Damen Tönges in der Residenz ihres angestammten Landesvaters an. In mancher alten, windzerzausten Kiefer an exponirten Wildecken hatteFräulein Trude unterwegs das Ebenbild der ihr unmittelbar bevorstehenden Tante Molly zu erkennen' geglaubt. Mama und Schwester Sophie hatten unterdessen lebhaft die Frage ventilirt, ob das etwaige Angebot einer HW. lehrerinnenstelle für letztere an Tante Molly's Schule" so ganz rundweg abzuweisen wäre, und waren zu einem die Tante ehrenden Resultat. ' gekommen. Kinder-, meinte die Mama am Bahnhof, um acht ist der Vortrag angesetzt. Jetzt ist's sieben Minuten nach sechs, um fünfundzwanzig Minuten nach sechs können wir bei der Ta.nte, sein, bleiben da bis spätestens viertel auf acht und sin pünktlich um halb acht im Vereinöhause." Mama war etwas pedantisch, noch von Papas Schulzeit her. Doch ließ sie immerhin einem gewissen naßkalten Humor seme Rechte; darum fügte sie hinzu: Und, Trude, daß Du mir Deine Witze über Tante Molly sparst! Man kann nicht altjüngferlich sein und zugleich lebhaftes Interesse für zweckmäßiges Familienbrot hegen!" Trude nickte reservirt und man begann Mamas Stundenplan abzuwickeln. Merkwürdig! Fünf Minuten nach sieben Uhr befanden sich die verwittwete Schulräthin nebst Töchtern auf der herzoglichen Hofbübne. zwischen

zweiter und dritter Coulisse links. So ist es nun einmal: - Der Mensch entwirft Stundenpläne und das Schicksal corrigirt sie. In Tante Molly's Wohnung richtiger auf dem Vorsaal dazu war unfern Abseitsweilern. die verwirrende Kunde geworden:, das Fräulein befände sich im Theater. Man hatte sich auf der Tre pe noch köstlich über Tantchens Schrulle amüsirt, bereits vierzig Minuten vor Beginn in die Oper zu rennen, und da die fürstliche Kunstfiliale nicht ganz aus der Richtung auf das evangelische Vereinshaus zu lag.wurde sofort beschlossen.die gute Dame dort unbarmherzig zu überraschen und gegebenenFalls ihremParuettplatz zu entführen. Wohl gemerkt: die Familie Tönges stand nicht etwa außer alleni Connex mit den neuerdings bevorzugten Materien: Wissenschaft und Kunst! Der gewesene Herr Schulrath war nicht ohne den landesüblichen Orden für Kunst und Wissenschaft, erworben durch das al'en seinen Lesern ewig unver.ekl'- sechsrktiae Drama Julius PambilittZi.i die Grube gefabren. Mit einer gewissen kecken Vertraulichkeit hatte man also d Frage nach dem Platze des Fräulein Molly TöngeS an den allwissenden Theaterportter' gerichtet. ' Tönges Tönges? Molly Tön Ah!!" machte der Stabträger. Seitsam! genau so hatten die Wirthsleute der Tante auch gemacht. In der Restdenz schien man etwas gegen den Namen zu haben. ' Der anschließenden Weisung: Links herum den Korridor, dann halb rechts, dann drei Stufen hinauf und schräg links durch die Thür- mußten sie wohl nicht präzise gefolgt sein, denn anstatt am Ende ihrer Wanderung sich einer Logen- oder Parkettschließerin gegenüberzusehen, hatten sie vielmehr plötzlich Bühne, nichts als Bühne um sich gehabt. Der Stoff für Kottbus häufte sich. Nach dem ersten Schreck hatten die Frau Schulräthin und Sophie sofort eine dem sie umwimmelnden Zigeunerrolk gegenüber gebührende, gesteigerte Reserve aufgesteckt, unter der es freilich wie heiße Neugier lohte. Die unachtsamere Gertrud hatte. inzwischen' mehr die Haltung eines um Heck' undVusch'. lauernden Indianers angenommen. Man konnte schon lugen! Die Oper war im Gange, jenseits der Coulisse hopste ein Dutzend dufti ger Gestalten den fesselndsten Bolero, und drei Balletschritte von Schulraths entfernt vollführte eine gesetztere durchaus in Flor und fleischfarbenen Tri kots aufgehende Dame höchst anstandswidrige Bewegungen bald mit dem rechten, bald mit dem linkm Bein. Sie schien sick auf GroßeS vorzubereiten. ' Nein, diese Schamlosigkeit! Bei oW einer gereiften Person!- Frau Schulrath hatte gerade noch Zeit, dieses vernichtende Urtheil abzugeben, zugleich die völlig entgegengesetzten Gedanken fröhnende jüngere Tönges naher an ihr empörtes Mutterherz zu ziehen, als ein älterer glatter Herr sie ironisch lächelnd um ihr Begehr ansprach. ' Wir sind wohl irregegangen zu unserm aufrichtigstenVedauern !" Frau Tönges konnte auch ironisch sem! Wir fragten beim Portier vorne nach einem Fräulein Molly Tönges- Tönges Tönges? Molly Tön ? Ah!!" Schon wieder dieses verletzende Erstaunen, ob ihres Familiennamens. Von dem Dichter Schulrath konnten diese Art Leute doch nichts wissen! Er hatte bei seinem Drama nie an sie gedacht ! So meinte sie pikirt: Nickt wahr, merkwürdige Namen giebt's?" Gewiß meine Gnädige, nicht jeder ist verpflichtet. Schulze oder Lehmann zu heißen. Aber bitte mir zu folgen." Gänzlich gkfaßt, auf gule Art hinausgewiesen zu werden, überraschte es die Äamen doch einigermaßen, als ihr Führer sie in etwas wie einem Durchgangszimmer auf Fräulein TöngeZ warten hieß. Das Orientirungsvermögen unserer Abseitsweilerinnen ging nicht so weit, sie darüber klar werden zu lassen, ob sie sich mit diesem Raum nun schon außerhalb oder noch innerhalb desBühnenbezirkes befänden; doch waren sie innigst geneigt, daS erstere anzunehmen. Während FräuleinTrudchen nach ihrer Art an dem Spiegel des Zimmers sich zu schaffen machte, constatirte ihre sachlichere Schwester der Mama gegenüber: Weißt Du. Mama, die die Balletdame hatte denselben Orden w Pa pa am Kleid." Mama sah sie mit einem großen, kühl verweisenden. Blick an und sagte: Sophie, ich verbitte mir ein für allemal dergleichen Scherze !- Aber, Mama, ich Habs ganz deut lick - Schweig! Nichts fürs Hopsen hatte Dein Papa diese hoh Auszeichnung bekommen !- Gewiß. Mama, es giebt doch vieler, lei Kunst und Wissenschaft?- . .Haha. Wissenschaft m den Beinen. Kunst tm Toilettesparen!--Ach. ja. Fräulein Tonnini. bald veroak ich; man erwartet sie.- Damit öffnete eine Matrone, die inzwischen schon mehreremale in mürrischer Seschäftigkeit den Raum passirt hatte, die Außenthür und verschwand wieder in den weitern Gemächern. Herein aber trat die indezente Dame in Flor, Trikot und nichts weiter. Sie wünschen? Der Regisseur sagte mir schon Wünschen? Von Ihnen nichts!!" Die steife Würde der Frau Schulräthin ' kam doch in beträchtliches Schwanken, als dieser ganze Dust und Glanz ihr so unmittelbar auf den Leib ruckte. .Dann versieh' ich nickte lächelte,

die Ballerina. Mit wem habe.' ich wohl l a cn " . OM , ' oa iücignuqcru Oh! Ich sehe., man will uns hier üyireAl Nickt amua. dak man .für

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Geld Theater spielt! Komme. Sophie; Trude. komm. Aber mein Gott, waS hast Du, Kind? Bist Du krank V : Ach nein." ' fiel Fräulein Tonnini .begütigend ein. nur etwas stark meiVun Puder in Anspruch genommen hat die Kleine." Warum nur in aller Welt?" hauchte Frau TöngeS tonlos das lockenweiße Gespenst mit künstlich verwirrtem Haar an, das ihre Tochter vorstellte, t Ich wollte bloß mal Tante Molly machen!",. l - Tante-Molly??- In Fräulein onninis schonen Augen' blitzte ein großes Erkennen auf. Mer warum denn Tante Molly erst noch mühvoll darstellen, wenn sie persönlich zu haben ist? Guten Abend Cousine. Na. ktf doch die Patschhand. So! Grüß Oott Kinder!. z.'Jy?. icyttnt. ptrttiq nichts von der TöngeS - Tonnini aehört zu haben in eurem Kuhschnappcl. Nun, verloren habt ' Ihr ja ' damn nichts, wie Ihr. nun einmal seid, und Versäumtes läßt sich ja bei gutem Willen Doppelt und dreifach nachholen. Nicht wahr?" i Muß noch erwähnt werden, daßFrau Tönges plötzlich dringend eines Stuhles benöthigt war? Aber Ihre Schule ?" Deine, bitte." Deine Schule. Du schreibst doch?- . j ?ka basi du sie denn nickt draunen springen sehen, meine Balletschule? Keizende Krabben sind darunter ; ein paar Zukunfts dell'Era's, sag' ich dir." ' Und denen dachte ich Hilfsunterricht zu ertheilen Z.Fräulein 'Sophie starrte entgöttert vor sich hm. 1 .T)ii kurckkoirtt rntA in särinlick. Sovbiechen.! Was verwirrt Dich ' denn dermaßen an mir?- fragte Tante Molly mit emem entzückend eneln kacheln. ' Jnteressirt Dich der Orden so? Er ist echt, kein Theaterschmuck. Uebrigens, wer hat dm nicyr im Lande? Ich besitze noch eine ganze' Reihe ähnlicher. bin deshalb nicht stolzer als nöthig. Waö wünschen Sie. liebe Rusch?" . Die Alte war wieder eingetreten und knurrte: . : Fraulew Tonnini vergessen, waö Sie noch vor sich haben.". : .Ist's denn schon so weit? halb acht durch? Wie bei so einem Wiedersehn die Zeit verfliegt! Nun aber schnell, Ruschen! Entschuldigt Mich einen Moment!" - ; : Damit begab sie sich in ihr ergentliches Ankleidezimmer, lie aber dieVerbindungSthitr weit ofsen. völlig bereit, auch als Evä 8ans 'phrae sich der Unterhaltung mit ihren ' Verwandten hinzugeben. Frau Schulrath Tönges hatte genug. Sie erhob sich in ihrer ganzen steifleinenen Würde und sprach: ' i ' Du verzeihst meine Liebe, unsere Zeit ist.' wie stets, knapp bemessen. Wir haben Abhaltung um acht.- ; Länger hab'.ich auch nicht Zeit, ich würde Euchsonst gern' begleiten. Aber morgen srüt-7" Geht leider auch nicht! Wir müssen um sechs schon' weiter.-Und Dich zum Mitgehn mit un? aufzufordern vürden wir schön gar nicht. Wagens Was wir vorhaben, mteressirt DiH gewiß .". ...... Nicht. , Hast Du eine Mnng. Cousinchen, was mich inte.tMrti.' Da muß ich z.' B. jetzt w VereinshauS. um .": Puf?-!- 'Soupirtmandagut Klang das spitz!. - Nicht zum besten.."- fcntt Endlich zurück ES Ä yuH ur darüher geredet werden lotzkald oder warm. Die gute Doktor Whmidt ,vM nun mal tatet ateatflu".-

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