Indiana Tribüne, Volume 20, Number 17, Indianapolis, Marion County, 4 October 1896 — Page 4
Jnvtana TrivUne,
Erschein: Täglich uud SomllagV Die tZzltche Tribüne kostet durch den Triige, j (Jena per Woche, die entag.Tribüe"k Cextl per Woche. Leide lufarani 13 Cents ike 65 Cent per Ei.aat. Vr Post berhalb bei Tttdt ,geschtt t VoraZbt,,hluz P pti Jalt. OfTUti 18 Süd Alabama eatze. Indianapolis, Ind., 4 Oktober 1896. ÄMG - MuÜerei. Da lese ich, daß die Chicagoer Geistlichen ihren College aller Sekten cm. psohlen haben, einen allgemeinen Fast und Bettag festzusetzkN, und zwar in Hinficht auf die im Lande herrsckende Unruhe und den wachsenden Klassengeift. Factional spirit nennen sie es, und ich weiß wirklich dafür gerade keine andere Uebersetzung. Die Herren Geist lichen bemühen sich unparteiisch zu sein. Sie sagen nicht, daß man für den Sieg der Goldwährung beten soll, sie sagen auch nicht, daß man für der Sieg der Silberwährung beten soll, und wenn ich meine, daß zwischen den Zeilen ihreS Aufrufes Parternahme für die erstere zu lesen ist, so mag ich auch im Irrthum sein. Indeß, es ist wohl anzunehmen, daß eö auch Geist, liche giebt, welche für die Silber-grei Prägung sind, und diesen kann man ek nicht verwehren, für ihre Seite zu faßen und zu beten. Wie viele eS ihrer sind, daraus sollte eS eigentlich nichi ankommen, sondern nur darauf, wae daö Rechte ist. Allein man kann sich darauf nicht so recht verlassen. Wen? z. 93. zwei Armeen sich gegenüber stehen, fertig zum Schlagen, dann wird auf jeder Seite um den Sieg gebet,t. uno jede nennt ihre Sache die ger ch'eDa stellt eS sich dann meistens heraus. daß die Seite gewinnt, auf welcher ficd die meisten Leute bksinden. DaS map nun Zufall sein, oder eö mag sich mit Iich die größere Zahl immer aus Seite der gerechten Sache besiaden, genug e& kommt meistens so, daß daö Gebet der größeren Zahl sich als wirksam erweis: und daß dre gröbere Armee siegt. DaS mag sich nun in Bezug auf die bevorstehende Wahl anders gestalten, in die Erscheinung aber wird daS Re sultat in gleicher Weise treten. Der Sieg wird auf Seite der meisten Slim. men sein, waS freilich noch nicht be wiese, daß die Sieger auch die meisten Faster und Beter gestellt haben. Indeß die Sache ist nicht ganz ohne. Wie wäre eö, wenn man in Zukunft oi Führung einer politischen Garn pagne den Geistlichen überließe 7 Wo, zu all die Aufzüge, die vielen Reden und Versammlungen, die vielen Flugblätter und Zeitungen u. s. w. ? DaS alles kostet furchtbar viel Geld, verursacht große Aufregung, hält tu Leute von ihren Geschäften ab, so d-h sie sich an den Straßenecken herumüel. len und Politikö tahke, wie Herr Sauerampfer sagen würde. 3a einem Lanse. dem eS so viele Geistliche giebt, wie in dem uvsngen, und in dem die Leute so fromm find, überlasse man die ganze Angelegenheit ruhig der. Geistlichen. Diese können kurz ro der Wahl einen Fast und Bettag an setzen.- d d. für sich selber, es ist i.,ch nöthig, daß daö gewöhnliche Volkm'tthut. Dann könnten sie in wodlge . setziem ebete (da politische Gebet ist ja hierzulande Mod) ihre Sache vortragen, langsam uns deutlich, Wort füe Wort, so daß sie gar nicht verges sen, U2d dann warte ni ruhig da Resultat od. und nehme eö geduldig a9 deS richtige en. Vom wirthschaftlichen Standp,nkte aus würde ein solch, s Arranqemeri ganz und gar in unsere Zit pass" denn d wäre mit demselben die (frspzraiß einer riesigen Menge von tr b.-ttekrfl verbunden und eö lüge darin eiae Konzentration deS Betriebes. Man üverlege sich die Sache, und wem sie praktisch erscheint, der mag ein Patent darauf erwirken. Ich meinerseitö gebe jeden Anspruch als erster Ersiader gerne auf. Ein alteö Sprichwort f.gt : Wenn Einer eine Reife ttut, dann kann er was erzädlen. Und weil ich denn in voriger Woche eine Reise that, so will ich etwas von derselben mahlen. Ick 4tno hinan um fi.At unt Aus fläruna 7 ' ' , ... " Der ""srage zu verteilen vx Hr.'ße See- und Handelsstadt Wanatab 4m vioxUr. ii- sereö Staates wollte ich baben, und obwohl ich nur un g'rn ging, fürchtend, daß sich mein
Organ zu schwach erweisen könnte, um 5. . . , c . . . ' w Z c r. . Jetzt macken beide vor emer zu offi, Tn einer Stadt von 500 Einwohnern' llen Bekanntmachungen für das Bazu sprechen, ließ ich mich doch bewegen, jbepuMilum bestimmten Tafel Halt dahin zu gehen. Wer beschreibt mein jdie Plakate, vom Regen arg zugerichErstaunen, a!S ich an der Station mir M lasse? sich nur schwer entziffern: Musik und Facke'zug empfangen wurde, j Der iunge ESNN buchstabirt laut: ' Verloren! mei Gott, was m
h' in. .vzhner, aber alle !00 ßnd.deutsch.
In Wanatah ist die deutsche Sprache
die Landessprache. Mein Erstaunen wuchs noch mehr, als ich eine Versammlung von etwa 150 Personen vorfand, wovon etwa ein Drittel Frauen und Mädchen waren, und obwohl ich volle zwei Stunden sprach, hielten Alle tapfer auS. Man sagte mir, daß sich im ganzen Orte nur fünf, höchstens sechs Silberleute befänden, und daß in der ganzen Umgebung das Verhältniß dasselbe sei. Von Wanatah ging ich nach South Bend, um zu sprechen, aber eS kam nicht dazu. Darüber hat ein Herr in der Pearl Str. einen gewaltigen Lustsprung gemacht und in seiner Zeitung oie tollsten Kapriolen geschnitten. Ich gönne ihm die Freude, aber er hat, im Grunde genommen, gar keine Veranlassung, sich so sehr darüber zu freuen, denn die Ursache gereicht einem seiner Parteigenossen gar nicht zur Ehre. Dieser sein Parteigenosse hatte sich als dortiger Vertreter der Gutgeld&g aufgespielt, hatte die ArrangementS für die Versammlung über--ommen, ist zu guter Letzt zu den Fleischtöpfen EgyptenS zurückgekehrt und hat Alles unbesorgt gelassen. OaS war natürlich ein Vertrauensbruch. aber daS macht weiter nichts. Der Mann besindet sich doch wohlgeborgen wieder im Schooße seiner Partei und seine Parteifreunde freuen sich natürlich über den gelungenen Streich. tö giebt Leute, die haben eben ihre eigene Anficht über Ehrenhaftigkeit. Am Samstag war ich in Loganöport. Loganöport ist ein hudscher, strebsamer Platz und ich hatte eine gute, zufriedenstellende Versammlung. Äder die Leute hatten eö in einer Bezi'hung zu gut gemeint. Sie hatten die Versammlung im Rink" arrangirt und der faßt nach meiner Schätzung so etwa 3000 Personen. Eine deutsche Versammlung in Loganöport in einem Lokale, daS 3000 Menschen saßt (3 ist ttwai komisch, aber eS war so. Dagegen ließ mich der freundliche Empfang, der mir in Loganöport zu Theil wurde, die Unannehmlichkeit von South Lend vergessen Namentlich die Hkrren Wilhelm Burgmann, Rud. Berndt und Mich. Forloff erschöpften sich in Aufmerksamkeit. Ich bedaure heute noch, daß ich, w?il ich mich nicht ganz wohl befand, den vortrefstl chen Knödeln der Frau Burgmann nicht tapferer zusprechen konnte. Zwar waren sie nicht nach dem Brauche mei ner engeren mittelfränkischen Heimath auS gekochten Karrosseln zubereitet, sonk?rn nach oberfränkischem Brauche au rohen Kartoffeln, aber gut waren sie doch, und noch besser die freundliche Aufmerksamkeit, mit der sie servirt wurden. Wenn ich wieder einmal nach Lo gansport komme, werde ich nicht vrfehlen, mich bei BurgmannS auf bai r ichk Knödcl zu Gaste zu laden. Der Plauderer. Ihr erster Kord. Von Th. Stopp. Negentage in einem SeebadeortZ Auch heute pläschert der Regen wie oer glelchniaßia auf die glatte, blenar bene Wasserfläche. Melancholisch wandeln einzelne, beherzte Fremde un ter dem Regenschirm, möglichst prak tisch gekleidet, auf dem festen Sand streifen des Strandes vor der trägen Fluth einher. Nur vereinzelt sieht man Badegäste den Badeanstalten zu--.'s- STi -r P . l C Ort . nun oas ii)ios i.uqr Die ernacylafsigung des Hauptzwecks seines Auf enlhalts in dem theuren Oertchen mit der auch von oben kommenden Nässe zu entschuldigen, druckt sich m den en cen, unbehaglichen Wohnungen, alias Schlafstellen, den Speisezimmern der r?eniaen Hotels oder dem Lesesaales des tturhauses herum eifrig wird debattirt, ob das schaurige Wetter noch lange anhalten wird ; einzelne mißmuthige, leicht verzagende Seelen schimpfen auf daö .infame Regennest-, dessen Besuch sie doch erst unter Vericht auf manche wichtigere Ausgabe durchgesetzt haben, und suchen dadurch auf die Witterung zu wirken, daß i mit baldiger Abreise drohen und mit einem Mal bisher nicht entdeckte Vor ziige.der noch vor kurzem unausstehlich besundenenStadtwohnung, zu rühmen wissen. Ein junges Ehepaar scheint die Laune des Wettergottes nicht zu der t)xu$tn; Arm in Arm schreitet eS un - ter einem Regenschirm auf der I Strandpromenade dahin und weiß " ? 58 daliegenden Mtttt i Schönheiten abzugewinnen. Und nn die Schleusen des Himmelö noch Tage lang geöffnet Uitifn die hei . Uzt Stimmung des noch in den vo Nigmonden leberrden .alücklichen Paa res würde dadurch nicht bccinrchtig) rrin roläjtm jQaiwzt nicht alles verloren ' l-ffl - -' - ' - -'
geyr: WHmuai.achen, P5a'idZ, ein Futteral mit Brille, Strandschübben, Frühstückskörbe.' Sonnenschirme hier ist Badewäsche verwechselt das Mitbringen von Hunden in die Badeanstalten wird aufs neue verboten. Hier wird guter und billiger Mittagstisch bei Privatleuten angeboten, Sonntags Speise" eztra. Sonnabend Abend 8 Uhr Reunion im Kursaal, Gesellschaftstoilette. Morgen Abend Concert am Strande und Feuerwerk na. gute Aussichten! Ja, sogar Theater und dazu ein ganz modernes Stück! Die Direktion macht begannt, daß sie beim Erwerb dieser epochemachenden, größten Novität des Winters, überall mit colossalem Erfolge aufgeführt, keine Kosten gescheut habe und, daß . trotz dieser enormen Anschaffung und Ausstattungskosten keine Erhöhung der Preise eintrete. Möchtest Du Dir das Dings nicht mal ansehen. Martha? Man hat es im Residenztheater den ganzen Winter gegeben. Vielleicht kommen' wir angenehm über den Abend hinweg!" Ach, Max die Darstellung!.
Eine ' zusammengejuchle Proomzialbühnengesellschaft möglichenfalls dritter Ordnung ich glaube, Du langweist Dich!" .Na. nur kerne Aengstlicykelt, Nmv, ich möchte gern mal einen echten' Striese im Original seyen u.yait gewiß in Deiner Heimathstadt öfters Gelegenheit gehabt, solche Truppen zu bewundern ' für mich, oen geoore nen Großstädter, ist dies ein unbekannte? Genuß und darum zieht mich ein geheimmßvolles Etwas m den Musentempel.Wie Du willst, lieber Mann. Es klang etwas mechanisch hätte Max die Züge seines kleinen Weibes genauer betrachtet, so würde er den Ausdruck einer gewissen Verstimmung entdeckt haben. Von der kleinen un Kursaal ausgeschlagenen Bühne herab ' schaute : die Künstlerschaar, welche' in der mageren Zeit des Sommers in mittleren Badei ' rpf C-ICi. r.t4 'Mit? OTien igi juaiciu zu ein stattliches Publikum herab, welches mehr Langeweile als künstlerische ErWartung in den heißen Saal -gelockt hatte. Die Empfindungen, welche die i. . - n-vci. UI Die unjuiciuciiucji juuit ciuvi. herumziehenden Truppe nicht berechnete, hochmoderne Novität bei den Zu schauern, hinterließ, waren sehr gemischte. Ein Theil die verwöhnten und in ihrem'. Geschmack zum Theil verbildeten Großstädter belachte die ihm gebotene, halbe Karikatur, in der Erinnerung an daSOriginal sie lachten nicht über die gewagten Witze und bedenklichen Situationen, sondern über die Art, wie sie ihnen geboten wurden jede Pointe doppelt unterstrichen, jede Pikanterie eigenthümlich markirt ins Publikum hineingelacht und' geschrieen. Eine zweite Kategorie die harmlosen Kleinstädter und Provinzbewohner beteten kritiklos das gro ße Ereigniß desWinters an und' suchte dadurch einen Beweis ihrer Bildung zu geben, daß sie an den einschlägigen' i v -l r - t cv -l ' bleuen in oas accn inoctct ein stimmten. Eine dritte Seite von Zuschauein. die in der Erwartung eines gemüthlichen, wenn auch gerade nicht künstlerisch anreg'den Abends gekommen war, betrachtete das Gebotene anfangs mit befremdeten, dann bald entsetzten Mienen zu diesen gehörten auch Max und Martha und als der oft aus der Rolle des vornehmen Parisers ins Grab-Berlinische Versallende Komiker, der mehr für das dankbare Sonntagspublikum einer kleinen Provinzialstaot als für ein urtheilösähiges Auditorium spielte, denSchluß des zweiten Aktes durch eine Pointe markirte. die durch die Art, wie sie zum Besten gegeben wurde, an ihrer Deutlichkeit nichts einbüßte sah Max sein Frauchen an, sie aber flüsterte ihm zu: na, hast Du genugund verließ mit ihm die schwüle Atmosphäre deö Musentempels. Warum spielen diese Leute nicht das, was ihnen liegt Moser, Schönthan, L'Arronge es giebt doch noch gesunde Hausmannskost genug! Warum das Verpflanzen von Treibhaus, gewachsen in die reine, unentweihte Luft der Dünen?Damit waren sie ins Freie hinausgetreten ah! Der Regen hatte aufgehört die Temperatur war gestiegen. Der häßliche Eindruck deS verlörenen Abends war verflogen. Komm Kind, nun noch eine kleine Promenade auf dem Seesteg es ist ja köstlich draußen!" Max entging es in der Freude über den. Wetterumschlag, daß in seiner kleinen Frau etwas vorgehen mußte . sie war. so einsilbig er schob eS auf den uberstandenen Kunstgenuß. Aufniertsgm entfernte er die Regenspuren von einer kleinen Bank am Ende' des in See hinauögebauten Stegeöz sie setzten sich nieder, athmete? mit Entzücken den feuchten, köstlickexz Meereöodem und beobachjekn schwelgend. daS Glitzern des aufgehenden Mondes in den etwas bewegter werdenden Fluthen. deren leises Plätschern gegen den Steg melodisch herauftönte. Max war ein begeisterter Freund deö Meeres ihm ging in dieser. Umgebung das Herz auf. Max, ich möchte Dir mal etwaZ sagen- scheu blickte sich die kleine Frau um sie waren allein, irr der Fer?.e lustwandelten einzelne Paare jtrotzdM kam die Stimme leise und leicht .ibrjrend heraus. Bitte, mm was hast Du denn?- ' Ich wollte Dir schon immer etwas erzählen sozusagen deichten" sii setzte dann etwas schneller hinzu: Weißt Du eigentlich schon, daß ich einmal einen Korb bekommen foW
.VnonnnenT" Kind, Du scherzest wohl, gegeben?" " Ja, Liebster, bekommen nicht ausgetheilt!- Max lachte leicht ihn belustigte die Verlegenheit seinerFrau. Aber wie sie nur gerade jetzt darauf kam, so ganz ohne äußeren Anlaß! Ein unbehagliches Etwas begann in ihm aufzusteigen. Aber von wem denn, Kind?Nun von von von dem Liebhaber im heutigen Stück dem Charles, sonst Alois Bellmann!Was! Von dem Mann in der abgetragenen braunen Sammetjacke und mit dem verschminkten Gesicht?Von demselben.Ein leichter Schrei entfuhr dem überraschten Max; seinen Händen entfiel der grauseidene Entoutcas hätte seine Frau nicht schnell den Fuß darauf gesetzt, wäre er ins Meer geglitten. Er hatte bisher immer angenommen, daß er die.erste aufrichtige Liebe seiner Frau besaß das plötzliche Auftauchen eines Nebenbuhlers, um dessen sie vergeblich geworben, und noch dazu in der Person dieses verblühten, nur durch Toilettenkniffe künstlich für den Posten eines jugendlichen Liebhabers gehaltenen Komödianten machte ihn starr! Doch nur für einen Augenblick dann gewann er seine Fassung wieder. Einstweilen hatte er von seiner Frau eine viel zu höbe Meinung, als daß er die Geschichte ernst genommen hätte. Eine
Frau, die einen Korb bekommt undenkbar! Und wann war das, tha?Vor 8 Jahren, ueber Mann im war damals 14 Jahre alt.- Erleich tert athmete Max - aus; er vermuthete cfi.;jc einen : vermemliimen augenoimicg. Obwohl er durch die Aufrichtigkeit seiner Frau innerlich gerührt war und die humoristische Stimmung in ihm die Oberhand zu gewinnen begann, verbarg er seine Gemüthsverfassung und sagte in v'aterlich-ernstem Tone: - Na, das ist ja eine sehr nette Ueberraschung.' Bitte los !- Martha hatte inzwischen leise in ihr Taschentuch hinein geweint! Sie trocknete jetzt ihre Thränen und erzählte mit leiser Stimme ihre Leidensgeschichte.' Du weißt doch, Max, daß ich bis zu meiner Eonfirmation nie Gelegenheit zu künstlerischen Genüssen gehabt habe meine Eltern waren gegen einen zu frühen Besuch einer Großstadt, und so wuchs ich denn in meinem Heimathsnest harmlos dumm hrran." Ein ermuthigender Händedruck des Gatten schien das Letztere bestreiten zu wollen. Meiner Vorliebe für das Theater suchte ich durch gelegentliche Liebhaberaufführungen mit meinen Freundinnen zu genügen bis dann 'mal ein wirkliches Theater, noch dazu in einer für unsere Kleinstadt guten Truppe die Begeisterung in wir hell ausflammen m. Ich besuchte mit meinen Eltern die Vorstellungen häufig; Kunst und Künstler waren bei mir identisch kx v . c ... ..!.. . vir tfreuoe an ven 2varoielungen ver Gesellschaft concentrirte sich bei mir in einer Verehrung für ihre tüchtigste Kraft den allgemein bewunderten ersten Helden und Liebhaber. Den alten Charles von heute Abend?Ja. sieh' nur. er war damals ackt Jahre jünger; die gnze erste Klasse der Tochterschule schwärmte für ihn. Seit ich ihn in Maria Stuart- als Leicester in einem für meine Heimathsstadt unerhört prächtigen Costüm gesehen, war ich eine glühende Verehrerin seiner Kunst und in etwas unklarer Romantik auch seiner Person er hieß damals allgemein Der schöne Bell-mann-!-Max räusperte sich vernehmlich; bei seinem spöttische Hm!- begannen die Thränen Marthas auf's Neue zu fließen. Ich dachte mir doch damals gar nichts bei meiner Schwärmerei. Sie machten es ja Alle so nichts als eine Art Kinderei Nun. und erwiderte der Gefeierte Deine Neigung? Erfuhr er überhaupt von ihrem Dasein?" neckte Max. Höre weiter!Sie faßte sich energisch ihr mochte die Angelegenheit jetzt selbst in dem richtigen Lichte erscheinen. Ich hätte gern meiner Bewunderung einen bestimmten Ausdruck in einer Gabe verliehen; ich überlegte mir, wie ich ihn ich meine den großen Vellmann erfreuen könnte. Sollte ich ihm eine Stickerei anfertigen, ein Huldigugsgedicht anonym zuschikken Etwas Herzhaftes zu essen, Kind; einige Flaschen Wein aus Papas Kel ler!Martha lachte unwillkürlich auf. Nun, etwas Aehnliches,' eines Tages wurde in der Schule erzählt, daß der Göttliche eine Vorliebe für Erd, beeren habe." - Jh - sieh' mal - schaltete Max ein.' '. Schnell war mein Plan fertig. In unserem Garten gab es genug davon. Ich wählte heimlich die schönsten aus. packte sie aus grünen Blättern in ein ierlicheö Körbchen und bekränzte den i Rand mit Rosen. Dazwischen steckte l ich einen Zettel mit einigen von mir verfaßten Verschen !H yave jie nocy im Gedächtniß möchtest Du sie HL-ren?-Jmmer heraus damit!" Du. der mein Herz so sehr entzückt, So daß bewegt ich und beglückt. Für Dich hab' dieses ich gepflückt Und wünsche, daß es Dich erquickt! Mit Lorbeer wirst Du bald geziert. Und wir sind Alle dann gerührt !- - -.Sehr Ich'ön, lehr sch'o'n liebe Frau nur gut, daß Du diejes Talent nicyt veiter ausgebildet hast!- j
ücarrya tacyre. Also diesen Korb handigte,ich der
Lisette, unserem Stubenmädchen, aus; ich schickte sie, heimlich ,n lerne mög nung in der Zeit wo er nach meiner Berechnung in der Probe war. Sie sollte den Korb emfach m fern Zimmer stellen, gleichsam als von Heinzelmännchen gestiftet. Während Lisette den Auftrag erledigte, malte ich mir in Gedanken seine Ueberraschung bei seiner Rückkehr aus wie hatte er uns nur gestern Abend wieder als Professor m der seligen Birch - Pfeifer Dorf und Stadt" entzuckt Alle hatten wir geweint übrigens trug er damals dieselbe braune Sammetjacke wie heute Abend.Ach, Du lieber Gott!" Lisette kam mit hochrothen Backen zurück. Sie wollte Alles gut besorgt haben. Auf Lisette konnte man sich verlassen auch sie hatte gestern in Dorf und Stadt- sich herzlich ausgeweint! Meine Stimmung, die das Gefühl einer edlen That erhob, sollte bald um viele Grade heruntersinken. Nachmittags kam Lisette mit verweinten Augen in mein Zimmer ich mochte doch emmal zum Herrn Commercienrath kommen. Auf meine Frage, was denn passirt sei, antwortete sie nur: Na, das Fräulein werden es schon hören." Nicht viel Gutes ahnend, betrat ich Papas Arbeitszimmer in seinen Mienen lag ein Gemisch von Zorn und Spott. Hier schickt Dir Herr Alois Bellmann auch Deinen Korb wieder heb' ihn Dir gut auf zum Andenken an die Blamage, die ich für Dich auf mich genommen habe; im Uebrigen habe ich das Wohlwollen und die Discretion Deines Gönners von der Schmiere mit einem Dutzend Theaterbillets für fein morgiges Benefiz Mutter und Sohn" erkauft. Auch ein schönes Stück; aber nicht solche Posse wie: Vater und Tochter.Du wirst Deinen Heldendarsteller indeß zum letzten Male angehimmelt haben und noch heute auf vierzehnTage zum Onkel Oberförster fahren. Das Weitere wird Dir Mama sagen und Dir unpassende.romantischeGelüste für immer austreiben. Marsch! Ich kannte Papa mit ihm war nicht zu spaßen. Lautlos nahm ich den mir hingehaltenen. leerenKorb und verließ tief beschämt sein Zimmer. Schon am Abend hatte ich Gelegen, heit, fern von Madrid, über den dummen Streich nachzudenken und mich und das Schicksal meines Korbes zu beweinen. Die Aufklärung war eine sehr nüch ferne Lisette hatte mir aus Angst verschwiegen, daß sie bei Ausführung ihres abenteuerlichen Auftrages Malheur gehabt hatte. Sie hatte das Zimmer des großen Bellmann zwar leer gefunden, neugierig, nach Kammerzfenart, aber zu eingehende Musterung gehalten und war dann von dem Heimkehrenden überrascht worden. Theils aus Bestürzung, theils um mich nicht bloszustellen, hatte sie auf Befragen als Spender den Papa genannt." Max lachte unbändig. Und der eitle Pinsel glaubte ihr das?" Ja, er mußte es doch wohl. Er hatte sodann die Gutmüthigkeit des elegischen Dichters und Erdbeerenon kels dadurch für sich auszunützen ver standen, daß er unter Rückgabe deS Korbes, dessen Inhalt ihm vorzüglich bekommen, dem Papa Benefizbillets aufdrängte. Papa hatte mich nicht verrathen er mutzte meine Dummheit büßen. .Sag' mal. Kind, hat denn Dein Alois semen Verehrer zum Schluß Nicht auch angepumpt? Was Du aber für eine niedere Mei nung von dem Stern der Truppe hast! Jedenfalls war ich gründlich curlkt ich habe Nie wieder Schauspieler an- --?..... gei.a)ivarmi. Gewiß nicht. Kind?" Nein, sicher nicht, lieber Mann" ehrlich blickte sie lhren Max an ich habe mich voch zu sehr geschämt!" Der Gatte war vollständig versöhnt unv gad seiner kleinen Frau einen schallenden Kuß auf die Stirn. Großmüthig setzte er hinzu: Na. wir wollen Dir noch 'mal verzeihen!" Glücklich wandelte das Paar heimwärts den Steg entlang. In der Mitte begegnete ihnen eine Gestalt in einem bÄigen Ausverkaufs - Havelock und Schlapphut es war der große Bellmann. Mar kicherte und flüsterte seinem Weibchen zu: Du hattest einstmals mich beglückt Doch war ich damals halb verrückt!" Stimmt. Studiosus : Was sagen Sie zu meiner Ankeruhr?" Hm, lft wohl mehr Rettungsankeruhr? " ' Darum. A.: Warumist Dir denn dieser Schuster so unsympa. ibisch?? B.: Der liefert meiner Fraü bte Pantoffeln." "Neue Krankheit. Ser geant:' Karl, Sie sehen ja sö versoffen pus als hätten Sie das .galoppirende pe,Uttrium'!" Dringender Wunsch. ..... So. machen, Sie nur das Vor.
trät meiner Frau, womöglich zum Schweigen ähnlich." Zusammengefaßt. .Warum sieht man Dich jetzt nicht mehr mit der geschminkten Grethe?" Oh, die hat mich und sich angejchmiert!" Idyllisch. Aber, JungenS, wie seht Ihr denn aus!.. Ihr habt Euch ja alle nicht gewaschen." Braucht's nicht wir hab'n ja jetzt Ferien!" Schlau. ' .Merkwürdig, daß Dir Deine Gläubiger immer noch pumpm!". .Ich sage einfach, ich brauche das Geld für Leiratbsannonttn."
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