Indiana Tribüne, Volume 20, Number 10, Indianapolis, Marion County, 27 September 1896 — Page 4
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(Eriuuua Täglich und Somuag. Di täglich .Tribänr' k-ftet durch enXtlaex 1 Sentl per Woche, dle SonntagI.Tribüne"k Sextl ?er Ooöe. Bette usarw 18 Senk sie es Cents pn t?not. V 9 oft anHerhali bei Tttbt ,geschit ix 9oT(rofifMUs2 V pe, 'Jalt. Offix! 18 Süd tXMaxza vtratze. Indianapolis, Ind., 27 Sept'br 1896. Sonntag pitai. Der Gradmesser der Civilisation i ne? Volkes soll bekanntlich in dem Seifenverbrauch bestehen. Nun, eö mag auch noch andere Gradmesse? geien. Mir will eö scheinen, daß die Nahrung einer Nation noch mehr al die Seife, uni die Höhe oder Tiefe deS Culturzuftandes zeigt. Die Thätigkeit der Seife beschränkt sich schließlich auf den äußeren Menschen, aus die Haut, die allerdings zugleich unsere leibliche und geistige Grenze bildet. Die Nahrung dagegen wandert in unser Innere? gleichwie geistige Nahrung, von der öir ja auch sagen : Wir haben sie in unS aufgenommen, oder wir haben sie verbaut, vaS allerdings nicht die vielen Fälle von Dyspepsie erklärt, von denen man nie weiß, öb der Magen auf den Geist, oder etwa der Geist auf den Magen gewirkt habe. Thatsache ist jedenfalls, daß der Mensch i st daS er i ß t und wir können hinzusetzen, wie er ißt. Meister der Kunst und GeifteSverleiher ist der Magen," sagten schon die Römer, von welchen ja auch daS Sprüchvort herrührt: Tin doller Bauch studirt nicht gern," weshalb sich auch meistens, bis auf unsere Zeiten solche Leute mit dem Studium befassen, die an einem Uebermaß nicht leiden. Durch die Nahrung und wie wir sie einnehmen, unterscheidet sich auch der Mensch vom Thier. DaS Thier hat nur daS Bedürfniß, seinen Hunger zu stillen, der Mensch dagegen sollte sich immer in erhibener, fröhlicher Stirn mung zu Tisch setzen und mit Bewußtsein und Genuß daS Mahl g enieß e n. Die Wirkung auf den Magen ist eine ganz andere, als wenn man mürrisch und in Eile sein Essen hinabwürgt. Mir find schon oft Charaktereigenthümlichkeiten deS Amerikaner? .aus gefallen, die nur in seiner unappetitlichen Manie? zu essen ihre Begründung finden. Der Deutsche nimmt sich Zeit zum (?ssen. Er kommt zu Muttern und bewr'st ihr durch guten Appetit seinen Beifall ihrer Kochkunst und daS gefällt ihr. Man (oder Mann) beschränke sich daher in seinem Lob nicht auf konditionale Bemerkungen, wie ganz gut," eS geht" etc., sondern drucke sich mehr positiv auS, wie vorzüglich," hochfein" etc. Doch dieS nur nebenbei. Der Amerikaner hingegen lauft nach Gefchäftöschluß häusig. noch zur Grocerie, holt eine Büchse Bacon und Bofion BeanS, einen Applepie und PickleS und nun muß sich der Magen auf eine Attaque anstatt auf einen Genuß bereiten, denn eS muß mit Liebe gekocht fein, wobei man aber nicht an die Köchin denken soll, welche die Suppe verfalzt. Wie mit dem Essen, so mit dem Trinken. Mir gefüllt die Behaglichkeit deS bierehrliöen Teutonen mit der er sein Bierle schmatzend prüft, doch hundertmal besser, als die erwähnte Hast, womit unser angelsächsischer Better seinen Schnap hinuntergießt. Essen und Trinken hält Lnb und Seele zusammen, eö kommt aber ganz darauf an wie daS geschieht. Wir Deutschen sind keine Kostverächter. Der Franzose theilt die Esser nach Gourmand d. h. solche die gerne viel aber gut essen und in GourmetS, dem Feinschmecker ein. Durch seine Kokt ist der Franzose lcebenSwürdig, beweglichen ''eistet und sanguinisch. DaS schwere Ale und halbrohe SteakS machen den Engländer phlegmatisch, roh und melancholisch, der Amerikaner verschlingt heiße BikquitS, trinkt EiSvaffee dazu und beschwichtigt schließlich seinen rebellirendea Magen mit einem Cocktail" die Wirkung sehen dir ja alle Tage. Und nun dir Deutschen ? Wir sind und bleiben Partikularisten. WaS den Baiern als köstliche Gabe deS Himmels erscheint, würde in Mecklenburg mit tiefer Abscheu zurückgewiesen werden und trotz der alles nivellireaden Eisenbahn haben sich doch nationale Leibspeisen und Getränke bei unseren deutschen VolkSftämmen erhalten, und wie sich z. B. Württemberg seine eigenen Postmarken vorder preuMischen Hegemonie gesichert hat, so ragt auch als spezifisch national sächsische Großthat der Bliemchegaffeh" auS der Zeiten Bedräagniß.
Der Baier begeistert sich für seine Biere, Dampfnudeln und Bauchftecherl. 3a Franken giettS Grießkürbel zum nürnberger Peiterli-gloasch und gar beim ächten 'Schwob' giebtS Montags Nudele, Dienstags Hutzele, Mittwochs Knöpfte, ' Donnerstags Spätzle, Freitags 'gedämpfte Grumbira, Sonnabends Flädele und Sonntags Brätle, Salätle und wiederum Spätzle und dabei vergißt er nicht die beste Gabe GotteS, den Wein. Rheinland ist Weinland. WaS Speisen angeht, so ist eS international, man itt englisches Büffstück" mit französischer Campignonsauee und algerischem Blumkohl. Man ißtalleS, wenn eS nur gut ist und der Wein keinen Grund zur Klage giebt. So könnte man von einem deutschen Volköstamme zum andern gehen, so verschieden ihre heimathlichen Gerichte und Getränke auch sind, darin stimmen sie überein, Essen und Trinken muß gut sein und vor Allem muß man sich Zeit dazu nehmen. Ein Volk. daS Zukunft haben will, muß einen guten Magen haben. Hoffen wir, daß uns Deutschen der gute Magen erhalten bleibt, trotz
Potpie und HotcakeS und hoffen wir ferner, daß sich der Anglo-Amerikaner bessert, vielleicht wird er dann auch etwas gemüthlicher. DaS Volk ist daS zivilisirtere, daS die besten Mägen aufzuweisen hat. Der Plauderer. Das azwawennest. Novelette ron Emile Richebourg. Als ich noch ein Kind war eö smd jetzt 20 Jahre her . blieb ich oft. bevor ich zur Schule ging , vor dem schönen Hause des Herrn Bleriot sie hen. Dort setzte ich mich eine Viertelstunde lang manchmal auch noch länger auf einen großen weißen Stein und betrachtete mit unendlichem Vergnügen die Schwalben, die damit beschäftigt waren, ihre Nester zu bauen. Ich sah. wie sie auf die Straße flogen, ihre kleinen Schnäbel mit Erde füllten und dann schnell zu ihrer Arbeit zurückkehrten. Herr Bleriot galt für einen' zweifachen Millionär, doch auch gleichzeitig für den härtesten, gefühllosesten und geizigsten Mann von der Welt. Er hatte einen einzigen Sohn, der auf dem Gymnasium, war und Carriere zu machen versprach. Herr Bleriot erwartete, mit Ungeduld den großen Tag, da ein Universitätsdiplom seinem Namen neum Glanz verleihen sollte. ' Madame Bleriot war eine kleine, dicke Frau die unfähig war, die ge ringste Meinung auszusprechen und sich vollständig unter dem Willen ihres Mannes beugte. Eines Tages kam Herr Bleriot auf die Idee, das Dach seines Hauses ausbessern zu lassen, und ließ sofort die Maurer kommen. Bringen Sie das Alles herunter," sagte er und zeigte auf die Schwalbennester. Auf diese Weise." setzte er hinzu, treibe ich diese gräßlichen Thiere wenigstens los." Glücklicherweise befand man sich in den letzten Tagen des August; die letzten Schwalben waren fortgeflogen, die Nester standen leer. Die wenigen Vögel. die Abends noch in'Z Nest zurücklehrten, schliefen wie die mristen anderen, auf den Zweigen des nahen Nußbaumes. Als ich aus der Schule kam, sah ich die Arbeiter auf den langen Leitern, und am Fuße der Mauer bemerkte ich die Trümmer der Schwalbennester. Der Wind wehte die Federn und den Staub der Nester fort und zerstreute sie in der Ferne. Große Thränen traien mir in die Augen. Diese kleinen Nester bildeten meine größte Freude; man hatte sie mii geraubt. . . . Doch in der Luft sah ich einen großen Schwärm von Schwalben, sie schienen so glücklich bei einander zu sem, daß ich mich getröstet fühlte. Trotzdem hegte ich mehrere Tage hindurch einen geheimen Gro? gegen Herrn Bleriot. Im folgenden Jahre kehrten die Schwalben zu derselben Zeit wieder. Als sie die Nester nicht mehr vorfanden, die sie mit so vieler Mühe und Sorgfalt m den vorhergehenden Iahren auf dem Hause des 'Herrn Bleriot erbaut, schienen sie recht unzufrieden zu sein, und ich bemerktedaß sie in der Nähe deS ungastlichen HauseS ihr neues Heim aufschlugen. Doch eines Morgens bemerkte ich auf dem Dache des Herrn Bleriot zwei Schwalben, die mit Bauen beschäftigt waren. Ich fand die Thierchen sehr dreist. Vielleicht wußten sie nichts von Herrn Bleriot; vielleicht kamen sie auch zum ersten Male in diese Straße. Aurz und gut, sie waren sehr unklug, und ich hätte ihnen zurufen mögen: Nehmt Euch w Acht, Ihr thätet besser. Euer Nest anUt&üo zu bauen. ' Herr Bleriot, der sonst sehr gute Augen hatte.' sah die Ui&tn nicht: erst späte? entdeckte er das Nw. ls die Kleinen sich durch Piepen ankündigten' Tuit. tuit, tuit! DaS versetzte ihn in einen heftigen Zorn, er ging in seinen Schuppen und holte eine lange Stcmgt. Was willst Du thun?" fragte ihn seine Frau. Das wirst Du gleich sehen.Madame ?leriot ahnte daö Vorhaben ihres Gatten. Sle brognn zu tiU
lern, denn, sie glaubte an den Einfluß der Schwälöen auf das Glück und die Wohlfahrt der Familien. ' ' Q. ich bitte Dich." sagte sie. rühre das Schwalbennest nicht an!" . In diesem Augenblicke kam eine gute alte Bauersfrau an dem Hause vorüber. ' Die Däne hat Recht. Herr 8le riot," sagte sie; das ist etwas sehrBö ses, was Sie da thun wollen, und Sie werden es bald bereuen." Herr Bleriot wandte sich zu der Frau um und versetzte ärgerlich: x Geh' Deines Weges, alte Närrin, und erspare mir Deine Rathschläge und Dein dummes Geschwätz." Herr Bleriot, nehmen Sie sich in Acht, die Schwalben bringen Glück!" Genug der Redensarten," sagte er höhnisch; das Nest muß herunter." Mein Freund!" rief Madame Bleriot, Du beschwörst das Unglück auf uns herab!" Er zuckte die Achseln. Aber sie haben Dir doch nichts zu Leide gethan, die armen kleinen Vögel, die so hübsch singen." Ich liebe das Vogelgezwitscher nicht," sagte er mit harter Stimme, das hindert mich am Schlafen." Mit diesen Worten schlug er mit seiner Stange so heftig an dasSchwalKennest, daß es in Stücke brach und tödtete die fünf Kleinen sowie die Mutter, die in diesem Augenblick bei ihrer Brüt war. Als Madame Bleriot die sechs Leichen auf der Erde liegen sah, stieß sie einen Schrei des Entsetzens aus, setzte sich in einen Winkel des Zimmers und weinte. Er aber sagte zu sich selber: Ich habe recht gethan, wenn andere kommen, soll sie dasselbe Schicksal ereilen." Kurze Zeit darauf hatte Blmot sein Examen bestanden und kehrte zu seinem Vater nach Hause zurück. Er war Student der Philosophie. Herr Bleriot strahlte vor Stolz und dachte: Mein Sohn wird mirEhre machen, er wird gewiß eines Tages eine hohe Stellung einnehmen, und alle Welt wird von den Vleriots sprechen." Und er sah ihn schon als Staatsanwalt, Präfecten, Deputirten. MiniPer.'.'... Man befand sich im Monat August. Eines Tages setzte sich Herr Bleriot auf die Bank, die 'vor seinem Hause stand, um frische Luft zu schöpfen. Da bemerkte er plötzlich sich gegenüber auf einem 'Zweige des Nußbaumes eine Schwalbe, die ihn mit traurigemBlicke ansah.' Sie schien in der That recht unglücklich zu sein, die arme Schwalbe. Sie hielt den Kopf gesenkt, ließ die Flügel hängen, und ihr kleiner Körper zitterte. Ihre schwarzen Augen, die auf Herrn ' Bleriot gerichtet waren, glänzten wie Diamanten. Es war nur ein kleiner, schwacher Vogel, und doch erbebte Herr Bleriot unter seinem Blicke und, empfand plötzlich ein gewisses Unbehagen.' Seine Verwirrung wurde noch größer als er eineStimme zu hören glaubte, die ihm aus nächster Nähe zurief: Die Schwalben bringen Glück!" ' Am nächsten Tage, und in den nächsten, eine ganze Woche hindurch, sah er die Schwalbe wi:der, die an demselben Platze zitterte. Zu allen Stunden bemerkte tz wider seinen Willen, von einer geheimnißvollen Macht getrieben, die Anwesenheit des Vogels auf dem Zweige des Baumes. Das war für ihn ein unaufhörlicher Vorwurf, ein beständiger, sich stets erneuernder Schmerz, denn diese arme, traurige Schwalbe beweinte den Tod der theuren Gefährtin u?d der kleinen Schwälbchen, die Herr Bleriot getödtet hatte. Bald konnte er nicht mehr schlafen oder hatte in derNacht quälende, gräßliche Träume. ' Schwalben, die ihm großer als Adler erschienen, näherten sich ihm und stießen mit ihren scharfen Schnäbeln heftig auf ihn ein. Dann flogen sie ;t t m.e. i-
um ign qerum, jiiCBen iauie lagettkder aus, die ihm fast die Ohren zerrissen. Herr Bleriot fuhr jäh aus dem Schlafe empor, von einem eisigen Schweiße bedeckt, die ungeheuren Schwalben, verschwanden. Doch eine blieb ihm stets vor Augen, die, die auf dem Zweige des Nußbaums zitterte. Schließlich konnte er die Qualen nicht mehr ertragen und dachte, sich der schrecklichenVisionen dadurch zu erwehren, daß er die Schwalbe tödtete. Er nahm ein Gewehr und verließ wuthentbrannt ein Hgus, Ex zielte auf die Schwakde' und spannte den Hahn. Der Schuß ging nicht los. Dreimol hintereinander begann er von Neum, nur der Hahn schnappte, und der Vogel starrtt ihn noch jmme? unbeweglich an. Er erkannte, daß fr vom Feuer nicht erreicht werden ksnnte? nun füllte er den Lauf des Gewehreö noch einmal und setzte ein neues Zündhütchm auf. In dirsem Augenblicke kehrte Gustav Bleriot von einem Spanergange heim, den er in Begleitung ferner Mutter gemacht hatte. - ' . Infolge einer falschen Bewegung deö Herrn' Bleriot siel der Schnapper hernieder, ein starker Knall ließ sich vernehmen, undGustav fiel in Blut gebadet 7Zur Erde' Der arme , junge Mantt'batte dir oartit Panrnrn millm in die Brust bekommen. Er hauchte in ! den 'Armen seiner Mutter den letzten tfföem aus. . Dit Schwalbe, die der Knall des Oevehrs ttüuit, war eiligst davongeflogen.." Herr Bleriot war in seinen heiligsten Gesühlm,'dem Stolz und Hochmuth, getroffen worden. Unter diesem furchtbaren Schlage mußte er erliegen. Was sollte nach seinem Tode aus dem Ver
möen werden.aus das er so stolz war? Verwandte, die ihn verabscheuten, und die er verachtete, würden sich eines Ta-
ges geizig, gierig und lachend in die einzelnen Stücke theilen. O! er war für seine Selbstsucht bitter bestrast! An dem Tage, da Du die Schmal ben tödtetest, hast Du das Unglück auf unser Haus heraufbeschworen!" sagte seine Frau zu ihm. Die Schwalben bringen Gluck! Ein düsteres Feuer erstrahlte in sei nen Augen, doch das war nur ein Blitz. Er blieb stumm und senkte das Haupt. Die Schwalben bringen Glück!" Seit einiger Zeit hallten diese Worte unaufhörlich m semen Ohren wieder. Es giebt stets einen Augenblick, wo m dem ungläubigsten und kaltblutigsten Menschen das Gewissen erwacht. Von dem Tage an, da er mit seinem Sohn all seme Hoffnung und all' sei ne Traume in's Grab versenkte, sah man ihn fast gar nicht mehr. Tiefe Runzeln gruben sich :n seme Wangen und seine Stirn, seine Haare wurden weiß, und seine Gestalt beugte sich un ter der Wucht einer unsichtbaren Bür de; er hatte nie viel gesprochen, jetzt aber beharrte er m bestandigem Schweigen. Warum war er so? Warum schien Madame Bleriot ihren Mann versteckt zu halten? Eines Tages erfuhr man es. und zwar kam die Sache in folgender Wei,e an's Licht. Ein Pächter, der mit Herrn Bleriot abzurechnen hatte, erschien bei demselben in Abwesenheit seiner Frau. Er legte das Papier, auf das er seine Posten geschrieben hatte, vor ihm hin und bat ihn, die Rechnung zu prüfen. Herr Bleriot betrachtete ihn mit seit samem Lächeln. Dann nahm er eine Feder und schrieb in großen Buchstaben aus das Papier: Die Schwalben bringen Glück!" Herr Bleriot war wahnsinnig! t nunn Mlyls vertragen. (Münchener Gerichttscene). Der Schuhmachermeister Franz Taver Z., ein in Mitte der dreißiger Jahre stehender Mann, von kaum einundeinhalb Meter Höhe, ist wegen t .1 cr..i.iL -ii t v;.r. i I einet rleioiyeil vei einet geringen Größe fast kugelrund, seme Beine haben die Form eines TUrkensäbels, ein ungemein großer Kopf sitzt auf den hochgezogenen Schultern, kurz, der Mann ist aam daS Gegentheil eines Adonis und diese körverlichen Nacktbeile fordern gerade die Antipathie gegen ihn heraus. Nichtsdestoweniger lst er sehr streitlustig und bemängelt mitVorliebe seme von der Natur besser berück sichtigten Nebenmenschen mit größter Bosheit, so daß er schon, diverse Male bei Frau Justitia zusprechen mußte und weaen Ebrenkränkuna. Unfua u. s. w. eine recht umfangreiche Strasliste angelegt erhielt. Heute war er wieder mehrerer derartigerReate angeschuldigt und wartete imZuhörerraume desAusrufes. Auf einen Wink deS Gerichtsboten trat Herr Z. vor und pflanzte sich in einer seltenen Stellung vor dem Richtertische auf. Richter: Nun Herr Z.! Sie sind bei uns fast em taglicher Gast und xq glaube, JhrHandwerk muß einen wirkliehen aoldenen Boden haben, weil Sie nicht nur die Menge von Geldstrafen und Kosten zu bezahlen imStande sind, sondern aucd Ihre Zeit fast immer ,m Wlrthshause zuormgen. Hier muß te einer der Beisitzer niesen. Angeklagter: Helf Gott, daßs' wahr is', Herr Staatsanwalt! Na, i dank der Nachfrag, bin so weit recht z'srled'n! d'Lederpreis' dursten a bisserl runtergeh'n, so wär's net ohne ! WaS wollen's denn? a paa Stutz'n um sechzeb' Markl. da kaufen's die Sohle. hauen a paar Strupf'n und Absätz d'rauf. der Lehrbua brinat an Glanz d'ran und vorbei san'sl Frühender, wo mer Alles m Araht z'samma oroMk hat. da war's freili' anders. Wenn Alles auet nausaeht. kauf i no' a Scbnellsohlmaschin'. da wird in oa Ha ferl a Hand voll Nägel, in's andere der Stief'l g'steckt und auf zwo Drucker is , a neue soym auszwm:. unser Handwerk geht mit der Zeit, nur die Preis bleiben die alten, Vott sei ?anr. Richter: Nachdem also die Geldstrafen bei Ihnen kaum wirksam sind, so werden wir, um etwas Abwechslung zu haben, auf eine empfindliche Haftstrafe erkennen mujsen. Angeklagter: O bitte! meinetwegen brauchend net aus der Mode kemma, und unter uns g'sagt: a andere Straf als a paar Markl nehm i überhaupt net an, Sie hrauck'en Ihre Sitzplatz füz andere Leut, und a zünftiger Schuester is' mit'm ?kncfhe z'fried'n. Außerdem. is meine G sunvyelt net recht rar! Im Maaen feit's vertraa'n kann i nir'n und deswegen lauft mir alleweil der Gaul davon, wenn ; moan, guet geht'H." Nichjex; Erzählen Sie uns sinma' den Hergang der Sache pom 1. Juli, den weiteren Fall vom Tage d'rgus behandeln wir getrennt, obwohl er ganz gleichartig gelagert ist." Anoeklagter: Ja. ja! am 1. Juli, da hab' i in der Fruah drei Stamperl Magenbittern trunka, weil i koan Kaffee vertragen kann. Um a Neune hab' i a Halbe Helles und a Weißwurst g'nommen, mehrer mag i net! Um Zehne hab' i a Bröckerl Kronfleisch zum Zuaspitz'n g'essen, dös war aa kaum a halbets Pfünderl; früher, wia i besser beianander war, da hab' i recht gern a ganze Krön z'sammg'spo?na, mer Wird halt älter! Mei' Mittagessen hoaßt aa nimmer viel! Dös essen . Sie leich, was i leisten kann, und um Dreie. da geht nacher schon Maß! und um a Fufzgerl was vom Schwein-metzger...."
Richter: Ihre Speisekarie kümmert uns nichts! Kommen Sie auf die Sache endlich." Angeklagter:' : sag' Eahna ' die G'schicht' nur. damit's sehg'n,.daß i solid leb'n thua. net. daß d'Leut' sag'n .... also am Abend geh'n in'sBräuhaus, und da wird nacher. z'erst a Haz'n a bratene zu Grund g'legt, und seit über an Jühr hab' i's nimmer ho her als auf vifr Maßl bracht, und weil der Magen nix mehr taugt, so krieg i jedesmal von dene paar Tropfen. Über a wengl was mueß der Mensch doch genieß'n, sunst kimmt er ganz herunter und lann z'letzt im Haaro'l-
glasl Fransä tanzen. Ich hab' nun kaum die dritte Maß. da schaug i zu fällig gegen den drübern Tisch und seh', wia die mollete Obermoarin ihren Mann in d'Seiten stößt, gegen mich mit den Augen blinzelt und recht abscheulich d'rauf lacht. I krieg an Schleim, nei zum Sagen, und bei meinem Zuestand mit dem Magenleidcn trmt i in der Wuath no' zwoa Haserl. wo i doch kaum was vertragen kann. Da schreit auf oamal der Obermaier selber zu mir 'ruber: Was ls' denn heut, Franzl, Du tbuest ja Dein' sckleckten Magen überschwemmen? Fe: erst Dein' Geburtstag oder hast a Erb schaft g'macht, weilst so aufdrahst?" I sag' nixn sondern ruf der Kellnerin und schaff ihr an: .Cenzi, sagen's an Hueber drent z'sammt an Obermaier und semer Molln, sie san die drei da mischsten, protzigsten und gemeinsten Personen, die i kenn, nachher kemma's zum ablen und i geh und bleib wieder a mal aus." Die Kellnerin is a ganz a saubere, die sagt, dös soll i dene Leutl nur selber sagen, d' Hazen macht achtzig, sechs Maß a Mark sechsafufzg. Brod bams koans ls a Mark funsasechzig und achtzig san zwoa Mark fünfavierzig ohne Bedienung. I zähl nach und ormg s m mein Zuestand alleweil falsch 'raus, da sagt der Obermoar wieder: .Franzl, Du bist krank, geh hoam, sunst bist a mal g'schlenk. und kimmst vom Bräu weg durch d' Sanitätscompagnie. Du verträgst rein gar nix mehrer." Auf dös hin hab i mi' nimer haltm können und hab' eakm a guete Halbe in's G'sicht g'schütt', dabei mueß i no' Jemanden troffa ham, bin g'faßt wor'n und 's Andere is mir unbewußt. Am andern Morgen is a Packträger zu mir kemma und hat aMark fufzge für'sHoambringa verlangt und nachher a Schandarm hat a Stund d'rauf den Thatbestand bei mir protokollirt. Ders mer jetzta mit an leidenden Menfchen, der nix vertragen kann, a so umspringen, frag i?" Richter: Und gleich am andern Abend sind Sie wieder in dies Brauhaus und versuchten den Scandal auf die gleiche Weise fortzusetzen, sind aber vom Wirth ganz energisch hmausbefördert worden. Gleichwohl haben Sie sodann auf der Straße gelärmt und geschrieen und wollten emen Genoar men, der Sie zurechtwies,, zur Polizei verbringen, allein der umgekehrte Fall trat ein und. Sie wurden eine Nacht m Haft behalten." Herr Z. schwieg -und nahm auf der Anklagebank Platz.' ' Die vernommene Frau Obermaier deponirte auf, Eid: An den tappeten Schuester hab i gar net denkt, i hab' über ganz was An, deres g'lacht, da krieg i an Haufa Bier über's ganze Kleid 'nuntergoss'n ' und woaß net warum. Einspirr'n müssen's so an frechen Mmsches." Das Urtheil lautete auf drei Tage Haft und zwei Tage Gefängniß. So fort meldete Herr Z. die Berufung an: Einspirr'n kann i net aushalten, wo i so nix vertragen kann, mir wär's gnua. wenn i no' fünf Tag in's G'fangniß käm und z'erst thuet mi' die Bande dabläcka und 'nausschmeiß'n. i verlang a anders G'richt und mildere Umständ bei mein' Zuastand. , Adiö! so waö gibi's net beim Franzl!" Mit diese? Erklärung marschirte Herr Z. aui dem Saa.l. ,, Pumpernickel, Roggenbrot . und alle Sorten Kuchen in vorzüglicher Qualität bei Bernhard Than, Markt. Sand 122 der Soibrook Str. No. 1 Leben eines Knaben gerettet Durch Skropheln vernichtete Co undhelt und Hüftleiden Kurlrt. "Ich kann Ilood'i Sarsaparillft sieht Enc? dafür ; loben, waa es an meinem uaben gethan hat. Als er aechs Jahr ' . Alt "war, X5de er i l nn nrn TTflfft. laldan bafallan ie&d ' nute aa ;2&rflckea f ehoxu Er hatte echt ternae ueacnmia an einer rechten Hüfte nud litt ehreeUloh. yflz hatten ' drei der besten Aerzte. Ale letstee lllttel ahea wir uns rar nlaast, ihm Geerfie nurpkf, flood'f Cunpa bttar, 2r. 8. . rille tu -geben. Nachdem er die Xledistn nur einige Tage genommen Hatte, begann, aion sein Appe tu eo ver veaaem. Aia er eine lasene ge noxnmen, konnte er sich auf seinen Krücken ein wenig fortbewegen, die er seit drei Monaten nicht benutzen konnte "Wir fahren andauernd . mit Hoode Sarsaparille fort und in sechs Uonaten war er so weit, aus wir Ihn anziehen konnten nnd er ohne Krücken cm das Haus laufen konnte. Er hat letzt seit achtzehn Ilona ten regelmauiflr Hood'a Saraaparilla genommen, und seit den letzten sechs Mona ten geht er ohne Kracken, die ihm Ter enieden i&ou sa Kars geworden ein. Die Geschwüre sind alle geheilt. Hood's Sarsaparille hat in seinem Falle wirklich Wunder eethan. Er lauft umher und spielt bo lustig: wie ein anderes Kind.' Ins. Hexby W. Mukpht, Exeter, N. II. ööevs. JSarsa parilla Leid sieher, dass Ihrood'sde. kommt. mir Hood's PUltn eh Jtdsa UäfoUgss&
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