Indiana Tribüne, Volume 20, Number 10, Indianapolis, Marion County, 27 September 1896 — Page 3
Aeomlche! Vcn Alcttnder ZZaron von Züsöerts.
(11. Fortfeung). Gertruds Boudoir, das nach der Straße lag. zeigte Licht, das hatte er beim kommen bemerkt. Nachdem er Wie heimathlos durch seine Räume geirrt, bgaö er sich zu ihr. Als wenn er bei der Preußin Rath und Schutz zu suchen hätte vor der Wuth seiner eigentn Landsleute.... Auf Gertruds Drangen hatte tz endlich die Szene geschildert. Bei dem Erscheinen Lasosses entfuhr ihr ein kurzer Nuf der Verwunderung. Was? ;nb vor dem Popanz war Papa g:flüchtet? Papa, vor dem würde ich nicht weichen ei, ei!" Du weißt noch nicht, was die Gassenbubcn für eine Macht in Paris und damit in Frankreich bedeuten " Aber n?as will man Dir anhaben, Papa?" Weißt Du denn noch nicht, daß sogar Viktor gegen uns ist?" , Seinen Haß, o. der. kenne ich. aber er wird ihm doch nicht die Vernunft verwirren, daß er gegen sein eigen Blut wüthet!" Arme Gertrü " und der Alte streckte ihr seine breite fleischige Hand hin. Du weißt noch nicht, wessen der Fanatismus fähig ist. Er schreitet ohne Besinnen über dk Leichen des eigenen Glüöes und der eigenen Ehre. Hat Vikwr denn nicht offen heraus das Verlangen ,an mich gestellt, daß die Firma die' Verbindung mit Deinem Vater aufgeben soll?" Unmöglich! Ist er wahnsinnig?" Jaminet hob die Schultern. Es würde den Bankerott unseres wie Deincs väterlichen Hauses bedeuten. Wir sind auf diese Verbindung angewiesen. Sie besteht von den Eltern her; sie ist einfach unsere Existenz. Geben wir sie auf, so sind wir verloren." Was? Und er dächte ernstlich daran?"' Er hat mir diesen Selbstmord m aller Form vorgeschlagen gestern noch." Er ist von Sinnen! Laß mich, Papa. ich werde mit ihm reden Sie glühte und sprühte vor Erregung. Liebe, gute Gertrü Du wirst nichts ausrichten! Es ist die große Krankheit. Sie muß sich ' austoben. Der Götze' Revanche verlangt sein Opfer, und so sehr wir uns sträuben, wir werden uns über die Schlachtbank legen müssen. Unser Glück, unser Wohlstand zählt nicht. Auch Viktor kann nicht, wie' er will, weil er ebm krank ist ivie'die andern." Ich werde mit ihm reden ich werde ihn zur Vernunft bringen!" rief sie schrill drohend. i fuhr von ihrem Sitze empor, stand hoch aufrecht, mit flammenden Blicken; ihre weiße Hand bebte auf dem dunkelrochen Plüsch der Sessellehnc: Und wenn ih r"alle nicht 'den Muth und die Energie habt, dem Wahnwitz stand zu halten, so will ich es! Wir leben im Frieden, wir Deutschen und Franzofen weh dem. der diesen Frieden zu brechen wagt! Wir sind nicht mehr die geduldigen Lämmer von ehemals, wir Deutschen" Arme Gertrü " Ungläubig wiegte e'r den .Nopf. Auch Du wirst nichts ausrichten, und wenn Du Bismarck selbst zur Hilfe entbietest! Die Revanche will ihr Opfer, und wir werden das Opfer sein " Dummheit unerhörte Dummheit!" schrie sie, und ihre Hände ballten sich zu Fäusten. ' ' . Aber nur den Lippen entfuhr der empörte Ruf. Innerlich durchrieselte sie ein Schauder, das Grausen vor dem fanatischen Wahnsinn, dem nichts zu widerstehen vermöchte und dem sie sich hilflos zum Opfer hinstrecken müßten, bald, sehr bald. Gertrud so gut als die andern.... Ich will nicht! Ich will nicht!" zischelte sie in ohnmächtigem Jorn, die Fäuste wie ein Kind zückend. Ueber ihre fahlblasscn Wangen rollten große blitzende Thränen. Mit einer trotzigen Bewegung schüttelte sie diese ab. Ich will nicht! Ihr sollt sehen, ich werde euch zeigen, daß man uns nicht zwingen kann." Arme Gertrü " wiederholte Jaminet immer noch. Sein Kopf war tief herab cnif die gebauschte Rundung der Hemdenbrust gesenkt, und die Hände hingen schlaff über die Stuhllehne das klägliche Bild des Opfers, das sich widerstandslos auf das Gebeiß des aroßen Götzen über die Schlachtbank streckt. Plötzlich stutzt der Kopf und richtet sich horchend empor. Vom Ende der Straße hallt ein dumpfes' Brausen l?erauf. Wie das Grollen eines fernen Gewitters, wie daö Tofen eines Orkans.... Run legen sich die' schlaffen-Händ; euf die Lehnen, unruhig tastend; seine Aug:n weiten sich vorquellend, und mit allen Fibern seines Gesichtes horcht er nach dem seltsamen Geräusch. Und auch Gertrud 'horcht, weil es ihn so aufstöbert; ihre Fäuste lösen sich.' Was kann es sein? O, es ist doch einerlei jetzt, was auf der Straße geschieht! Aber' das teilende" GepUrer- rückt naher heran; ertrüd glaubt laut larnrend: Menschenstimmen zu vernehmen. Irgend ein Straßenskandal das ist doch nichts Seltenes! Doch die Mienen des alten - Herrn verzerren' sich immer deutlicher .'zu' einem Ausdruck blassen Schreckens jch! schnellt seine Gestalt empor, um gleich darauf wieder in den Sessel zurückzus?nken. Et 'haste aus dem.heron nahenden Gewitter ein Pfeifen gellen hören. Und dann folgen möhrere dieser unbeimlich bohl zwischen denSäusern
hallenden Pfeistöne jetztin Hculen und Johlen.. - - ' - v 'kv: : . . ' . . . ' . . .--
Sie sind's sie kommen " siam .f r.:- ,111. ... -.
iiixin innt ziirernoeii Kippen. .Wer?" . Sie kommen ich wußte ,21 keucht es aus der Enae seiner Brust. Ja, er hat es gewußt! Als er den toaal verließ, da wußte er, daß man ihm, folgen würde Lafosse und das ganze Aufgebot der Revanche. Nach dem Engländer würde er an die Reihe kommen. Wer denn? Was hast Du denn. Papar Die Revanche es ist die Revanche! Sie kommen Lafosse und die An dern " - Wieder packte sie der Zorn. Dieser entietzllche Popanz von emem Lasone Und wenn er wirklich käme, was könnt' er uns anhaben? Ich begreife dich wirklich nicht. Papa.... fürcht' ich mich denn?" Ein deutlicher Ton des Spottes, der ihn ins Gesicht traf. Es ist nicht meiner Person wegen sie werden uns selbst nichts zufügen. Aber der moralische Todtschlag ist schlimmer. Sie kommen, uns zu ächten. Morgen werden wir vernichtet sein. Die Firma Jaminet-Wahl ist ruinirt verstehst Du das denn nicht?" Herrgott und man verlangt doch nichts anders, als mit sich und allen in Frieden zu leben " stöhnte er, sich die Hände vors Gesicht schlagend. - Sie sollen nur kommen ich, ich werde ihnen Rede stehen! Sie sollen eine richtige Preußin kennen lernen!" Aufgeregt, mit stürmischen Schritten maß sie das Gemach. Jetzt hielt sie wieder in der Mitte der Stube und horchte. Das Getöse schwoll immer drohender heran. Aus dem Gewirr rauher Stimmen, die man jetzt deutlich unterschied, fuhren Rufe und Flüche empor, und die gellenden Pfiffe mehrten sich, eine Probe zu dem entsetzlichen Konzert, das folgen würde. Es mußte eine gewaltige Masse sein, die heranrückte, denn ganz in der Ferne, wahrscheinlich vom Ende der Kolönne, wurde in schrillen Tönen die Marseillaise gesungen. Die Straße war alarmirt, aus Fenstern und Thüren hallten Stimmen: Was grbt es?" El Ständchen!" (rief einer höhnend). Wem denn?" Ra, den Jaminets!" . Der Alke hat recht: eine Demonstration, die offenbar dem Hause Jaminet gilt, und sie scheint nicht gerade sehr harmonisch ausfallen zu wollen. Endlich sprang Jaminet aus seiner Läymung auf. Es war die höchste Zeit, daß er sich ermannte und den feigen Jammerton abschüttelte, ehe er die Achtung vor ihr eingebüßt. Du' bist brav und tapfer. Gertrü!" rief er. ..Weh dem. der Dich antastet auch nur mit einem Wort! Komm!" Mit seinen großen Händen ergriff er ihr widerstrebendes Köpfchen, og es an sich und drückte einen Kuß auf ihre tlareStirn. über den leise wetternden Augenbrauen. 'Saer noni dnn Dien!" und er eilte nach der Thür. Wo willst Du hin. Papa?" Hinun'er an's Thor und sie empfangen. Sie sollen mich kennen lernen!" Er merkte nicht das Komische der Wiederholung ihrer eigenen Worte. Das wirst Tu nicht thun. Papa! Das läßt Du bleiben! Hörst Du denn nicht eine regelrechte Katzenmusik. Und Du willst den Gassenbuben die Ehre anthun?"Sie vertrat ihm den Weg zur Thure. und während sie mit der einen Hand wehrte, drückte die andere auf den Knopf der elektrischen Klingel. , Der Diener erschien in Hast, mit verblüfftem Antlitz. Wenn Jemand Einlaß begehrt, Jacques, so soll man sagen, Madame wäre zu Hause Madame wäre bereit, zu empfangen, hören Sie!" Im gemessensten Befehlston sagte sie das, keine Spur der Erregung in ihrem Gesicht, so beherrschte sie sich. Haben Sie nicht verstanden?" fuhr sie den Mann scharf an, der immer noch dastand und sie anglotzte. Sehr wohl, Madame!" Du bist wirklich famos!" rief Jaminet. Viktor sollte Dich sehen!" Ich denke mir, er steckt dort unten mitten unter den Musikanten," höhnte sie grimmig. Das Geheul und Gejohl. das grausame. ohrenzermarternde Konzert von disharmonischen Tönen, das jetzt unter den Fenstern des Hauses intonir! wurde, schien sie erst' recht zu stacheln. Oho!" rief er. . Nun, , Du sagst 'ja selbst, er kann nicht, wie er will, und die Gassenbuben haben das Regiment." . Ich will selbst hinunter...." ' Bismarö!- gellte es von unten, und er erblaßke abermals. , Vismarck Qismarck!" Zu einer ungehsuren Hasseswelle schwoll das, Wort, an.--Du bleibst!" herrschte sie ihn an. Du verdirbst nur den Effekt ich werde sie empfangen! Das Konzert ist mit bestimmt! Hör doch nur den Tert)" Und ihre blinkenden Zähne zwischen den blutrothen Kippen lachten über den bissigen Scherz. . - Jetzt prallten Schläge gvgen das. Thor, so heftig, daß die Rippsach:n auf dem Kaminsims zitterten- und die Krystalle des Kronleuchters leise klingelten. Was? Verschlossen?" rief sie. Ei,' das ist ja unhöflich! Im Gegentheils gerade soll man ihnen öffnen!" - Sie klingelte abermals. Die Zofe kam händeringend herbeigeflogcn: Madame, wir sind verloren!" jaminerte sie. . - , . Unsinn! 'Sie thun uns nichts! Gehen Sie Hinunke? zu Mongenast, tf möchte daö Thor offnen!" - - O Madame!" y Thun Sie. was ich Ihnen sage!'
Und die Jammcrtöne des den Flur entlang stolpernden Mädchens wurden
verschlungen von dem ungeheuren iiann. Nieder mit den Preußen! Hin aus Mit den Verrathern! Chapp seide! Bismarckknechte!: Gemeine Preußenbande!" eine wundervolle Vlü-t'henlese von Schimpfworten, be gleitet von menagerieartigcn Tönen und dem Gedröhn des Thores, gegen das mit Stöcken und Fußtritten cedonnert wurde. Du bist von Sinnen. Gertrü Du wirst den Kerlen doch nicht das Thor öffnen lassen?" stammelte Jaminet todtenblaß. Gewiß das!" blitzte sie ihn kampfesfroh an. Weißt Du. ich habe einen Onkel, der ist Direktor eines Jrrenhauses ruhig doch da unten, man kann ja sein eigenes Wort nicht hören! von dem habe ich's gelernt, wie man Wahnsinnige bändigt. Ein verschlössenes Thor und dergleichen reizt sie nur noch mehr. Ein paar feste Augen und ein kühles Wort ich werde dieseNarren schon damit zu bändigen wissen!" Madame sie stecken noch das Haus in Brand'" Es war die asthmatisch girrende Stimme des Portiers, der a'lßer Athem vor Eile und Angst heraufgekeucht war. Sie sind im Stand, alles kurz und klein zu schlagen. Madame!" Sie haben das Thor nicht geöffnet?" Unmöglich. Madame " So werde ich es selbst öffnen." Und sie schob die Jammergestalt des alten Mannes zur Seite: Schreien könnt Ihr und mit dem Mundwerk tapfer sein!" BiSmarck! Vismarck!" brüllte und heulte und wüthete und bellte es von unten. Als wenn der Name die höchste Leistung des Schimpfens aus drückte. Ja wartet nur Vismarck!" rief sie, die Faust nach dem Fenster hin schüttelnd. Weil ihr ihn doch so fürchtet.." Sie wollte wirklich den Flur entlang nach unten stürmen, um zu offnen. O sie ist zwar nur ein Weib, aber dennocy ficht sie Nicht mit Worien! Keine Gefahr sre fürchtet sich nicht! Ihr Onkel, der Jrrenhausdirektor hat sie ja-gelehrt, wie man tobsüchtige Rarren bändigt... : Da geschah etwas Unerwartetes. Der hohe, scharfschmetternde Ton einer einzelnen Stimme fuhr in den wilden Larm da draußen hmein. Ruh ee!" Doch nur in der nächsten Nähe .dieser Stimme schwiegen die Schreier. Ruh eee! abermals, noch irnarnr jetzt sogar gebieterisch drohend. Wer ist's? Wer wagt es..." Pscht Ruhe! Boularöde. der sprechen will!" Ruhe Ruhe! " Der Ruf sckwillt jetzt in breiten Wellen über die Masse. Und der Name Boular'deZ wirkt wie einZauberwort. Jetzt sch.reigt auch, das Getobe, der Fernsteb.?nden, nur noch einige übermüthige Pfiffe. die, sich über das allgemeine Gemurniel erheben. Und jetzt hört auch das auf. Alles horcht gespannt auf Loular.'des Worte. . Und auch hier oben horchen sie. Das Gesicht des alten Jaminet hellt sich auf, und er vermag cm Gottlob! der Erlösung nicht zu unterdrücken , - Wir sind geretöet!" keuch! Mongenast. Jetzt kann man das .Thor öffnen." Aber- Gertruds trotziger Zorn wollte in der - ersten Usberraschung nichts von dem unverhofften Netter wissen. Sie hatte, sich das wunderschön gedacht, wie sie ihnen selbst das Thor öffnen würde wie die Schreier vecblufft, zurückprallen wurden, weil sie auf diese Begrüßung gewiß nicht vorbereitet waren und dann der helle Blick ihrer Augen ihre kühl lächelnde Frage, was denn das Begehr? Das Mittel des Jrrenhausdirektors ein ganz köstlicher Effekt! Und nun mußte Boularede kommen Und ihr den verderben! Dennoch war es besser so. Sie hatt: den Dichter noch nie reden hören. Jeiz: begriff sie erst die Macht, die sein gesproä?enes Wort auf seine Landleure ausübte. Zwar verstand sie nicht den Inhalt der Phrasen, die er. auf der Basis des einen Kandelabers zur Seite des Thores st.hend. über dieMerg dahmrollen lreß. Jedenfalls meisterte er die Gesten ebenso wie die Modulation des Wortes, d?e alle Register bis zum .gewaltig fortreißenden Donnerton in der Gewalt hatte.' Sie sollten sich doch schämen, einen webrlosen Büraer aii überfallen die Revanche strebe nach lohnenderen Zielen bald sei der große-Tag bereit mit Schreien und Singen sei nichts gethan nur Geduld und, die Zadn? ause'rnandergcbissen die Moraenro the des ' Sieges ' dämmert schon ' Frankreich ist im Begriff, sich aufzu fasten u. sw., u.' s. w. Das ganze Rüstzeug der'- patriotischen Phrase, rasselnd und klirrend und schmetterno. Zuerst em zustimmendes Gemurinel dann offenes Bravorufen 7 man klatscht m die Sande: ' Es leb: Boularöpe!"ruft einer,' Zu früh pscht!" Aber die Worte haben gezundet,die Aufregung wächst. Bvularde kennt ebenfalls seyr wohl das Geheim niß. im richtigen Moment aufzuboren. das wenigen zu eigen ist: Es lebe Frankreich!" ." ;: . ' ' " W?e eme Fansare schmetterr er den Ruf hinaus. Em frenetischer Jubel braust empor: Es lebe Frankreich! Es lebe die Revanche! Boulärdde hoch!" " ' ' ! : , Die Wirkung ist vollständig. Man schämt . sich wahrhaftig deS Angriffs auf das wehrlose Haus. Allmähtiaz zerstreut sich die Masse. Erst in der Ferne bekommt daZ Bedürfniß zu brüllen und ' V , 1
ZU schreien wieder sein Recht. Ein an schwellender Trupp marschirt im Takt
schritt, die Marsellaise johlend, nach den Boulevards. Am andern Morgen erfuhr Paris zu seinem Ergötzen die Heldenthat, die die man!s terribles des großen Rachegötzcn ausgeführt, indem sie die wegen ihres vorzüglichen Bieres berühmte deutsche Kneipe in der Rue Comercil gestürmt und deren Inventar mit einer den Franzosen sonst nicht üblichen Gründlichkeit in Schcrb.'n und Splitter zerschlagen hatten. Strahlend, noch berauscht von seinen eigenen Worten und des Glückes übervoll, seiner AngcÄeten 'die Fülle seiner Macht auf die Gemüther gezeigt zu haben, erschien wenige Minuten darauf Boularöde vor Gertrud, um den Dank für die Rettung einzuheimsen. Der Dienst würde ihm gewiß nicht vergessen werden! eine Anweisung auf ihre Erkenntlichkeit, die sie in Kurzem einlösen müßte... Der alte Jaminet stürzte sich mit überschwenglichen Worten auf ihn: Sie sind unser Retter. Herr Boularöde!" I. Papa, mach' es doch nicht so gefährlich!" rief Gertrud. Wenn Herr Boufatf.de nicht gekommen wäre, so wären wir auch mit ihnen fertig gewor den. Du weint, wir furchten Niemand! Im Gegentheil, ich hätte gern erlebt, was sie eigentlich gewagt hätten. Jedenfalls haben sie wundervoll gebrüllt." Und mit übermüthig funkelnden Augen rauschte sie auf den Patrioten zu und streckte ihm die Hand entgegen. 'Ich habe mich sehr gefreut. Sie einmal öffentlich reden zu hören, Herr Dionys " Und ihr bezauberndes, ndwiderstehliches Lächeln. Er war ganz verblüfft vor Ber wunderung. beugte sich galant herab und führte ihre leise bebende Hand an seine Lippen. Fast die Sache auf den Kopf gestellt: als wenn er gekommen wäre, sich zu bedanken! Solche Tapferkeit hatte er der kleinen Preu. ß!n doch nicht zugetraut. Aber erst recht gefiel sie ihm so. Schließlich ist er ihrer dennoch sicher! DieseKatzenmusik war nur das Vorspiel; es kommt eine Zeit, vielleicht schon in den nächsten Tagen, wo ihm der volle Dank wie eine reife Frucht in den Schooß fallen muß. Dreiundzwanzigstes Kapitel. , Am andern Tage', nach dem bleiernen Schlaf, der sie nach all der Aufrequng ,des Abends überfallen, erwachte Gertrud mit einem Blick in den Abgrund, der vor ihr aufgähnte. Papa hatte recht gehabt: die Katzenmusik bedeutete den Ruin des Haufes, es bliebe ihnen nun nichts andris übria. als 'sich auf die Schlachtbank hinzustrecken. . : Mit schauderndem Schreck fuhr sie aus den .Kissen. , , , . . Nein, es war kein Traum aewesen! Die häßlichen Töne von gestern hallten ihr noch im Ohr. In dem Uebermuth ihr,s kampfesfrohen Trokes hatte sie die Demonstration fast wie eine Operettenszene aufgefaßt, wo die Chöre sich plötzlich mit gewaltigem Larm wie hingezaubert aus den Koullssen ergießen. Jetzt erst flammte ihr die Gewißheit' auf. daß hinter der Komödie ein grausamer Ernst steckte, der Glück und Wohlstand des Hauses hin. wegzufegen im Begriff wäre. Doch, nachdem die Jalousieen aufgezogen waren und ein freundlicher Sonnenstreif in's Zimmer brach, wollte sich wieder oer Trotz von oe"stcrn einstellen.' Sie müßten alle zusammenhalten und sich gemeinsam ge gen das Unheil stemmen: Sie würde Biktor zur Vernunft bekehren ja, zu seiner Pflicht aufstacheln noch war ja nicht alles verloren! Und Boularöde? Plötzlich erschien er ihr wie ein rettender Stern, und ihre Gedanken begannen sich an ihn zu klammern. Sie wartete lange am Frühstückstisch auf Viktor, den sie wiederholt hatte wecken lassen: hier mußte schnell gehandelt werden! Endlich , kam er, übernächtig, mit dumpfenSinnen, über Kopfschmerz jammernd. Ah. er will ihr ausweichen? Und ein ungeheurer, schier verbrecherischer Verdacht stieg rn ihr aus: als wenn er sich wirklich gestern Abend unter den Musikanten befunden hätte. Undenkbar! Nun. jedenfalls hatte er aber den alten, guten Engländer moralisch todtschlagen helfen. Viktor. Du weißt doch, was ge. stern Abend hier geschehen ist?" Er schien wie aus einem wüsten Nebel, emporzutaumeln. Was meinst Du?" Nun, Du willst mich doch nicht glauben machen, daß Du nichts davon weißt? Die ganze Stadt ist wohl schon voll ' " Er zuckte wegwerfend . die ei.i: Schulter, als wenn er' dergleichen keine Bedeutung beilegte. . Sie muß also ohne Umschweife auf die Sache losgehen. Wohlan! Papa hat gesagt. Du battest von ihm verlangt, daß er die Verbindung mit der Firma Wahl (dies absicht. lich) aufgeben solle." Abermals zuckte er die Schulter. Ja oder nein! Du wirst doch den Muth haben. -die Wahrheit zu gesieben?" - Ein schneller Blitzesblick aus seinen Augen traf sie. Mehr als Worte sagte ihr der Blick, daß sie beide als Mann und Frau nicht mehr ein unzertrennliches Ganzes darstellten, wie die utalte und heilige Formel aebietet, sondern. daß er sich ihr als feindliche Pat. tei gegenizberstellte.. . . ;. . 3 Doch gleich nach dem Verrath, die. ses Blickes duckte er. sich. . Die Katzenmusik dünkte ihm hochwillkommen. Entlastete sie ihn uicht-.von dem hab-.
liehen Makel, daß er selbst gegen sein .1 . ev.rjt m . t , 5 ,
iigcn tf1!? uno niul wulytte. Laß das!" antwortete er mit einem barschen Anflug. Mag ich gesagt ha. den. was ich will Worte zählen nicht! Thatsachen sprechen. Du weißt doch, was das von gestern Abend zu bedeuten hat?" Wer will Dich und Papa und uns alle zwingen, Victor? Wer?" Er lachte mitleidig auf Du bist von einer grausamen Naivetät! Du hast keine Ahnung von der Macht einer Katzenmusik in Paris! Es bleibt uns nur noch eines übrig das zu thun, was man uns befiehlt...." Man? Die Gassenjungen meinst Du doch?" Sie sind stärker als Polizei, Regierung. Verträge. Vernunft. Alles!" Es ist nicht wahr! kreischte sie auf. Wenn Du energisch wolltest.... Bou. laröde ist mit uns!" Der?" höhnte er mit scharfen Lachtönen. Der Aermste! Er kann selbst nicht, wie er will, wenn es ernstlich darauf ankommt. Du wirst sehen!" So bist Du willens, den Gassenjungen das Feld zu lassen meinen Vater, unsre Ezristenz, alles, alles aufzugeben, und feige zuzusehen, wie unser Glück - über uns zusammenstürzt..." Es ist nichts zu machen Du wirst ja sehen " Mit einem durchdringenden Schrei schnellte sie auf. Eine Lüge! Du lügst! Du glaubst selbst nicht an den Zwang! Du willst meines Vaters Ruin, weil wir Preußen sind! Sag es doch offen heraus, daß Du uns hassest daß Du mich hassest...." Gertrü!" Er streckte die Arme in's Leere nach ihr aus. Schon war sie davongestllrzt. Gertrü!" stöhnte er laut. Es klang wie ein Hilruf. Er wollte von seinem Stuhle aufspringen und ihr nacheilen, aber er blieb wie angefesselt, stieren Auges. Eine kurze Vision: er sah einen Mann dort gegenüber sitzen er selbst war es, eine Jammergestalt, die ihm so recht erbärmlich, ja verächtlich vorkam. Sie hat das richtige Wort getroffen: weil er die Deutschen haßt und alles was mit ihnen Berührung hat. Der Haß rnndunstet ihm den Verstand, er raubt ihm Kraft und Willen, er vergiftet ihm Glauben und Liebe Nein, nicht die Liebe! Nicht seine Liebe.... Ein ungeheurer Schreck überfiel ihn. Heiliger Gott im Himmel! Ist denn keine Rettung vor dem entsetzlichen Wahnsinn dieser Revanche? Sein Aufspringen war wie ein gewaltsamer Versuch, unsichtbare Bande zu zersprengen. Wohin? Zu ihr? Sie mit Worten beruhigen und bethören? Nein, es muß gehandelt werden! Er wollte hinunter in's Komptoir, um mit dem Vater Mittel und Wege zu berathschlagen, dem drohenden, Unheil noch einmal entgegenzutreten. Sofort, beim ersten Blick in den vordern Komptoirraum sank die großmüthige Aufwallung seines Herzens wieder ohnmächtig in sich zusammen. Gleich schlug die Revanche ihn wieder in Fesseln es war kein Entrinnen! . Das Aussehen des Saales erinnerte an einen Feiertag. Die Pulte waren unbesetzt, die Bücher geschlossen; die Hälfte der Angestellten fehlte, die Anwesenden standen in Gruppen zusammengedrängt, heftig gestikulirend oder dumpf flüsternd; nur einer, ein kleines, eisgraues Männlein, ein altes Arbeitspferd der Firma, saß. mit seinen Beinchen den hohen Drehschemel umklammernd. über das Pult gebeugt und rechnete er war taub. Bei Viktors Kommen stockten Gesten und Worte, aber aller Augen zielten auf ihn hin. Viele vergaßen den schuldigen Gruß. Und er empfand die Blicke dieser Augen gleich Stichen; er wußte, daß sie in sein Innerstes zu drmgen suchten: ob er m Wirklichkeit auch einer der Ihrigen? Nun, so soll cr's durch die That beweisen! Er fühlte, wie eine Nöthe über sein verstörtes Antlitz schoß. Zischelte nicht eine Stimme aus den Versammelten das Wort: Verräther!" Nein, es gab kem Entrinnen! Unter den Spießruthen dieser Blicke durchmaß er den Raum nach der Thüre, die ins Allerheiligste führte. Er mußte sich zusammennehmen, damit sie die Unsicherheit seines Schrittes nicht gewahrken. Sein Vater saß im Sessel vor dem Pult, und Herr Möjard. der ersteVuchhalber, stand daneben Vielmehr lag jener ausgestreckt auf dem braunen Saffianpolftcr des. breikn Sitzes, die Arme über die Lehnen ausgebreitet. wie ein Gekreuzigter, den Kops mit einer unbeguem stumpfen Neigung des Genicks gegen das .RückPolster gelehnt; ' seine Lippen, waren fest cmfeinandergepreßte seine Augen starrten' unter den halbgeschlossenen,' leicht beöendenWimpern mit einem eigenthümlich -glitzern-den Glanz eine, .große- eingerahmte ' Photographie über dem Pulte an. Es war.die Ansicht der Wahl'schen Fabrik ' in Mittheiln, mit der Villa, wo Viktor. sich sem Gluck geyott. . . HerrnMHards länglicher, und. glan. zender Kahlkopf beugte sich, zum Gruß qeqen Viktar, während. Mittel-.- und! Zeigefinger der einen Hand ausgestreckt! auf der Innenfläche der anderen haften! blieben, als gelte es. oamn. irgend em' Argument festzuhalten. , . ! 'n Tag,. Vat:rI- . hauchte Viktor' hin. . . , - : Kerne . Antwort. Nur die. Wimpern des Alten, hoben, sich, und ein . kurzer,' stummer .Blick aus . den eigenthümlich' glitzernden Augen traf den Ankommlmg Dann forderte eme Bewegung der schlaff herabhängenden Rechnn den. Buchhalter auf, in. seiner. Rede fortzur IZyren.. . ; . . .. , ; , Das elfenbeinerne, glattrasirk Ge-. sicht des Beamten, .dessen ruhige Falten
keine Erregung zu rennen schienen, wandte sich mit einem fragenden Ausdruck nach Viktor hin; die beiden Finger hielten immer noch das Argument fest. Eine peinliche Pause, während deren die Augen des alten Jaminet noch lebhafter nach der Photographie über dem Pult hinglitzerten. Allons fahren Sie doch fort, M6jard!" kam es aus den gepreßten Lippen, die sich sofort wieder um fo fester schlössen. Monsieur, ich bin fertig ich habe nichts mehr zu sagen." stotterte der Beamte, und Stottern war sonst nicht seine Art. Die Finger glitten endlich von der Handfläche 'herab. Und Sie wollen meine Antwort wissen, Möjard?" Dann mit einer ruckweisenWendung des Kopfes nach seinem Sohne hin: Ich weiß nicht, ob Du orientirt bist? Ich möchte Herrn M6jard nicht damit belästigen, alles zu wiederholen. Höre also: das Personal streikt " Herr M6jard ma&b eine abwehrende Bewegung gege Wort. Aber ich mr fc. .. .in lieber M6jard, wir wollen ;v. solcher Stunde die Dinge doch nennen, wie sie heißen!" Also das Personal streikt. Es ist die Affaire von gestern Abend. Die Zeitungen weisen mit Fingern nach uns. Ein Theil der Herren hat definitiv quittirt ein anderer stellt Bedingungen. Oder vielmehr nur die eine: wir sollen Wahl aufgeben den Vertrag, der fcit vierzig Jahren desteht, zerreißen...." Es bleibt kein anderer Ausweg, Vater!" rief Viktor. Warte doch, bis ich zu Ende bin. Ich habe Herrn M6jard bereits gesagt, daß ich das für eine Feigheit halte, und man wird mir nicht zumukhen...." Er stockte, und er schien sich selbst über die Umwandlung zu wundern, die mit ihm seit gestern Abend vorgegangen. War es das BeispielGertruds, das ihn so aufgerichtet? Verzeihen Sle, Herr Jaminet," fiel Möjard ein, und er machte sich mit einer Art räumender Bewegung seiner Hände gleichsam Platz für den Einwurf. Verzeihen Sie ich schlug einen Modus vor, der die Verlegenheit, in die wir uns versetzt sehen (das uns" besonders betont) wesentlich mildert. (Und zu Viktor gewandt): Es soll nicht das Aeußerste geschehen! ich weiß ebenso gut, und ein Kind kann das einsehen, daß das Zerreißen des Vertrages mit Wahl für uns und ihn den Ruin bedeutet. Aber der Selbstmord soll ja gar nicht begangen werden. Es hand'lt sich darum, der erregten LffentlichZil Meinung eine Genugthuung zu geben, nur für eine Beschwichtigung zu sorgen. Das ist sehr einfach. Offiziell nur offiziell, vor den Augen der Öffentlichkeit, wird der Vertrag gelöscht. Es finden stch Mittel, diese Täuschung durchzuführen.. Wir wären längst nicht die Einzigen, die deutsche Waaren unter vaterländischer Decke beziehen und vertreiben. Ein ganz elementarerKniff " Das ist's! Ungeheuer einfach! So selbstverständlich!" rief Viktor. Es war wie ein Jubelton. DieserAusweg schien die ganze Grausamkeit der Lage auf die natürlichste Weise zu entwirren. Gottlob, das wäre die Erlösung! Die Hände des Alten tasteten konvulstvisch über die Lehnen, mit einer keuchenden Anstrengung wand sich der Körper aus der hingestreckten Sttllung rmpor. Die Brust rang nachWorten, die Augen quollen aus den Höhlen. Einfach selbstverständlich em elementarer Kniff "preßte er hervor. Das ist das ist allerdings einfach und selbstverständlich ein
Betrug!" Eine Lüge, die uns die Nothwehr eingibt, Herr Jaminet das Gebot der Selbsterhaltung fordert...." Daß ich vor mir selber nicht die Achtung verliere, mein Herr!" fiel der Alte scharf ein. . Er richtete sich völlig auf und aus seinen grauen Augen sprühte der helle Zorn. Vater beruhige Dich doch wir wollen gemeinsam überlegen " Es ist nichts zu überlegen!" rief Jener. Ich weiß, was ich zu thun habe und was ich meinem alten Geschäftsfreunde schuldig bin! Wenn es an dem ist und die Gassenbuben es durchsetzen, daß wir zu Grunde, gehen sollen wohlan, so sei es!Aber man beweise mir erst die Nothwendigkeit!", fügte er athemholmd hinzu. Drohungen und Katzenmusiken weiche ich nicht! Wir leben mitten im Friedenszustand. Noch sitzen die Gassenbuben nicht im Regiment ich denke, meme Herren, wir lassen uns nicht so elendiglich in's Bockshorn jagen! " ; , Aber der Appell an den Muth und die Einsicht der beiden Andern stiefc nur auf eine stumme ' . Verblüffung.' M6jard sowohl als Viktor stierten ihn , rathlos an. Wie ist es möglich? Was? Er wagt es. sich solchem Gebod des Volkswillens zu widersetzen? Das ist ja Wahnwitz! Das ist Verbrechen! ! Nun!" fragte der Alte nach eine? kurzen Pause, bit von dem lebhaften Gemurmel der Angestellten nebenan ausgefüllt wurde. Ach so. Sie wollen Antwort haben wegen des Streiks. Möjard?- ' ' - Ein leise trmmphirendes Lächeln glitt über seine Züge, die Genugthuung darüber, daß n, der sonst nie aus der Schablone gewichen, sie auch einmal durchUnerwartetes überraschen konnte. Gut also! Ich nehme die Kündi gung an. Wer nicht bleiben will, der mag gehen!" ' ' Vater!" Du bist ja großiahrig. Viktor, und kannst thun, was Du wiZsi!" (Fortsetzung folgt.)
Für die Küche. Nachgemachte Aalsuppe von Schinkenresten. Der Schinkenrest wird mit dem nöthigen Wasser aufgesetzt, Suppenkräuter, Zwiebeln, zwei Lorbeerblätter, zwei Möhren und drei zerschnittene Kohlrabi angefügt und dies langsam durchgeseiht und entfettet, in ihr nun kleine Blumenkohlröschen und einigeTassen voll jungerErbsen weich gekocht. Dann fügt man mehrere eingemachte Birnen mit ihrem Saft, einen Löffel Essig und wenig Zucker an die Suppe, setzt ihr noch einen halben Theelöffel Fleischertrakt zu und läßt sie noch 10 Minuten ziehen. Das Fleisch vom Schinkenknochen wird abgelöst und in Streifen geschnitten und hierüber, sowie über Griesklößchen die Suppe angerichtet. Nach Belie. den würzt man die Suppe zuletzt noch mit gehackten Aalkräutern. Kalbsfüße, gebacken e. Eiiii" Füße von frischgeschlachteten Kälbern werden sauber geputzt und gesengt, gewässert und gebrüht. Hierauf kocht man sie beinahe weich in SalzWasser, etwas Essig. Wurzelwerk, einer Zwiebeln, Zitronenschale, Lorbeerblättern, Pfeffer und Gewürzkörnern. Nun löst man das Fleisch von den Knochen, theilt es in größere oder kleinereStücke, je nach Belieben, garnirt dieselben in Ei und geriebener Semmel oder taucht sie in einen Ausbacketeig und backt die Stückchen in Butterschmalz schön hellbraun. Schinkenlnittchen. Aus weißem -Brot schneidet man gleichmäßige Scheiben, weicht sie leicht inMilch und öestreicht sie dann auf kinex Seite mit einer Farce aus Schinken. Der ge, kochte Schinkenrest wird gewiegt, mit' ein paar Eiern, einigen Löffeln saure! Sahne, gewiegten Kräutern und etwa! Pfeffer zur Farce verrührt. Die damit bestrichenen Brotscheiben wendet man in zerquirltem Ei und geriebener Semmel und bäckt sie leichtbraun. Dieselbe Farce kann man auch in kleine Blätterteigpastetchen oder einfacher in die käuflichen Jaedickeschen Krustaden füllen und so ein billiges, dabei treffliches Eingangsgericht erhalten. Englisches Eierfricass 6 e. Eine sehr beliebte Zwischenspeise, oder für den Abendtisch eine Abwechsluna bietet folgendes Recept: sechs bis acht hartgesottene Eier wer den in Schnitzchen geschnitten und in nachstehenderFricasseesauce einmal aufgekocht: Einige gehackte Champignons werden in Butter geschwitzt, eine zerbackte Schalotte, Petersilie, ein Eßlöffel Mehl, Salz und Pfeffer, Senf und Citronensaft. Ist die Sauce mit Fleischbrühe gehörig verdünnt und die Eier eingelegt, kann man die Platte vor dem Anrichten mit Krebsschwänchen garniren und mit Krebsbutter beträufeln. Schmeckt indessen auch pikant ohne diese Zuthat. Käseschnitten. Sechs, Löffel fein geschnittener oder geriebener Käse wird in einer Pfanne mit etwas lauer Milch und zwei bis drei Löffeln, Mehl zart und dicklicht angerührt. Hernach klopfk man vier Eier nach einander hin ein und fügt noch eine Tasse Milch oder Rahm dazu, setzt alles aufs Feuer und rührt beständig darin, bis die Creme zu kochen anfängt. Sie muß ziemlich dick sein und kann ein klein wenigSalz beigegeben werden. Nachdem die Creme verkühlt ist, bestreicht man fingerdick mit derselben Weißbrotschnitten und backt diese in frischem Butterschmalz schön braun. Mit Schnittlauch bestreut, sind dieselben eine sehr passende Zuspeise zu Kopfsalat, nur müssen sie ganz warm servirt werden. Biscuitnudeln. Nachdem man zwei Unzen Zucker mit vier Eidottern eine halbe Stunde gerührt hat, füat man nach und nach sechs Eßlöffel
süßen Rahm, ein Pfund seines Mehl (löffelweise), ein halbes Pfund zerlassene Butter, vier ganze Eier, . etwaS Salz und gestoßene Vanille hinzu. Nachdem der Teig gut verarbeitet ist. formt man Nudeln in der Größe cineZ Hühnereies daraus, setzt sie auf ein mit Butter bestrichenes Blech, überstreicht sie mit qeschlagenem Ei und backt sie im Ofen bei mäßiger Hitze gar, und servirt sie. auf eine Schüssel gehäuft, mit Weinschaum. Rahm- oder Obstsauce. Man kann' sie auch in einer mit Butter bestrichenen Schüssel mit Rahm mehrmals aufkochen. Rahmkartoffeln. Gesottene, zu Scheiben geschnittene Erdäpfel giebt man in eine mit Butter ausgestrichene, mit Bröseln ausgestreute Form, darauf, gießt man mit ' Schinkenfleisch abgesprudelten Rahm, schichtet darüber wieder Erdäpfel, Butter und BiSsel und bäckt das Gericht im Rohre. ' " Gute Antwort. Gattin-. 'Der Arzt sagt, ich werde zu dick ich müsse-bedeutend an Gewicht abneh men und Du verweigerst mir "die'Mittel '.zur' Badereise! ' (Weinend. Weil .Du mich eben' Nicht liebst'.--Gatte: Ach'. eben weil ich Dich so liebe,' mochte ich nicht das . Geringste von Dir verlieren!" - - Der Unwid'erstehliche. Herr: Denken 'Sie, Herr Lieutenant, Fräulein von Alst, die Sie gestern Abend sahen, ist, als sie vom Balle nach Hause kam, in Folge von Herzkrampf plötzlich verstorben! Lieutenant: Ist's möglich? Mein Gott!-Nun. ich werde mich freiwillig der Be hörde stellen. Ein zartes Gemütb. '.Ich sag' Ihnen, mein Nazi ist, so ge sühlvoll. :wie nicht leicht ein anderer Mensch. Sehen Sie, wenn wir Blutwurst haben, so ißt er sie immer im Dunkeln, weil er kein Blut sehen Sann.Ungewöhnlicher Maß st ab.- Protz: Alle Wetter, .die .See. luft bekommt mir gut,, meine. Uhrkette, wird mir. zu eng! .:
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