Indiana Tribüne, Volume 20, Number 3, Indianapolis, Marion County, 20 September 1896 — Page 9

Jnvtana Tribüne.

CtkKX& Dnnderbare Rettung. Bon Rud. Locher. Nlch längerer Pause erzählte der Afrikareisende Schneidauf amStammtisch: Ich kann Ihnen nur den ezigen, wohlmeinenden Rath geben, meine Herren, wenn Sie jemals Gelegenheit lzaben sollten, den dunkeln Welttheil zu bereisen, so nehmen Sie einen kräftigen Korkzieher mit und ein paar Schuhe, die so dicksolig sind, wie nur möqlick. Ich will Ihnen gern erzählen, wieso ich dazu komme, Ihnen diesen Rath zu geben: frören Sie dies solqende, selbstverständlich durchaus im- .: . . . 1 o ijl vi übertriebene '.'lvenieuer, va iu meinem freunde, dem kleinen Prof:s sor Engelmann am Nil selbst erlebte. Ich muß vorausschicken, daß Professor Engelmann sehr eitel ist und daß es sein größter Schmerz ist. daß er so klein von Natur. Er versucht Um alle möglichen Mittel, um größer zu erseinen. Unter anderm trägt er stets Stiefeln mit außerordentlich dicken Soblen an sehr hohen Absätzen. Dies rettete ihm das Leben, und zwar solgendmaßen: Wir hatten den Austrag von 5)agenbeck erhalten, ihm ein schones Exemplar von einem Krokodil zu fangen, und saßen wohlgemuth mit unserer Kastenfalle am Bahr el Ghasal, wo es bekanntlich die Thiere dieser Art giebt. Wir hatten schon mehrere Tage gewartet, doch noch immer. war es keinem Krokodil eingefallen, in unsern Kasten zu spazieren. Allmählig wur. de mir die Sache langweilig und lch sagte eines schönen Tages zu Professor En.ielmann: Hören Sie mal, mem liebes Prosessorchen, die Sache paßt mir nicht mehr. Immer blos hier zu sitzen und aufzupassen, wie diese vermaledeiten Krokodile die Köpfe aus der ftlutt) stecken und uns angrinsen, das halte ich nickt länger aus. Es muß was geschehen!" Ja. aber was denn?" Sie müssen sich als Köder in unsere Kastenfalle setzen bis ein Krokodil drin ist" Und mich gefressen hat.Unsinn, wenn er hinein kommt, concentriren Sie sich rückwärts. Ich lasse die Linterthüre offen." Schön! Ich bin dabei." sprach bor Professor endlich einwilligend, indem er in den Kasten kraxelte. Es schien ihm ganz behaglich dort zu sein, denn er zog ein Buch aus der Tasche und be qann zu lesen, während ich. von der Mittagssonne erschöpft, mich aiif's Ohr legte und schlief. Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Ich ösfne meine Augen und sehe zu deiner größten Freude, daß ein ries-nhaftes Krokodil in die Falle gekrochen. Meine Freude verwandelt sich jedoch in Entsetzen, als ich sehe, wie die Bestie ihr Maul aufklappt und meinen armen Professor, der wohl ebenfalls singe schlafen sein mochte, im Nu hinuntergeschluckt hat und zwar so schnell, daß sie sich verschluckt haben mußte, denn wie ich genau sah. würgte das Thier so gewaltsam, schnappte nach Luft und sperrte den entsetzlichen Nach:n weit auf. Da sehe ich aber zu meiner unbeschreiblichen Freude, zu meinem größten Entzücken, daß von Profcssor Engelmann ein Fuß noch aus dem SÄlund herausragt. Wie einBlitz durmckt ein Rettungsgedanke mein Gehirn. Ich springe zur Falle und wie das Krokodil bevn Würgen wieder den fürchterlichen Nachen öffnet, stecke ich ihm meinen Bergstock zwischen die Kinnladen, ziehe meinen unfehlbaren Korkzieher heraus, bohre ihn in die dicke Stiefelsohle des armen Professors und ein Ruck, dann noch einer mein liebes Professorchen ist gerettet! Das Krokodil athmet erleichtert auf. siebt mich dankbar an. ich klappe die Falle zu und fort geht's zu Hagenbeck. 25,o ?arl bekam ich für das Prachteremplar. Als es starb und man den Magen untersuchte, fand man noch eine Manschette meines Freundes Engelmann, der durch meine Geistesgegenwart damals mit einigen leichtenHautabschürfungen davonkam. Sie lachen, meine Herren, am Ende, zweifeln Sie wobl gar an meiner Wahrheitsliebe aber hier, hier, meine Herren. sehenSie den Korkzikber, der mein Zeuge ist!" und mit diesen Worten zeigte ' Herr Schneidauf zur weiteren, allgemeinen Heiterkeit ein Zwe! - Mark - Messer herum, an dem sich ein blitzenderKorkzieher befand. Eine Geburtstagsfeier. Frau Pfanzcl, warum sind ..denn Sie und die Kinderln heute gar ,q nobel angezogen?" Ja, wissen 'Sie. heute ist der Geburistag meines Mannes, und den wollen wir doch Würdig feiern! Wir machen eine Landpartie!" So! Und da lassen Sie Ihr ganzes Haus ganz ohneAufsicht?" O nein, mein Mann ist ein guter .Kerl der bleibt daheim und paßt auf!Wurst wZder Wurst. Ich liebe Sie. Fräulein Amalie, wollen Sie die Meine sein?" Ach. wis!?n Sie nickt was Gescheidteres, Herr Cmil?" Doch, aber die haben mir schon einen Korb gegeben, ehe ich wagte, meine Liebeserklärung zu machen." Vorbereitet. Chirurg : Ich bewundere die Ruhe, mit welcher Sie der lebensgefährlichen Operotil,n entgegensehen." Patient: Ja. sehen Sie, Herr Doctor. ich diente ja seither dem Barbier Schnittmann zum An lernen seiner Lehrlinae."

per Vächcr.

AuS dem deutsch-amerikanischea Schauspie lerleben von Harry Sheff. Die letzten Gäste hatten sich entfernt, und der alte Papa Kost zog sich mit uns in das behaglich eingerichteteStübcyen zurück, welches dem alten Herrn als Wohn- und Schlafgemach zugleich diente. Wer Papa Kost ist? Nun. gegenwärtig widmet er seine Kräfte dem prosaischen, aber recht ejnträglichen Geschäft eines Gastwirthes und versorgt seine Mitmenschen mit Bier, Whisky und Brandy, aber noch vor zehn Jahren gehörte er als stattllcher Fünfziger dem deutsch-amerika-nischen Theater an. dessen Pionier und bekanntestes Mitglied er sich mit Fug und Recht nennen konnte. Fast vierzig Jahre lang hatte Papa Kost die bereinigten Staaten als deutscher Schauspieler und Sänger durchstreift. Jetzt, da er müde geworden und :n Baltimore in seiner allen Deutschen wohlbekannten Kneipe ein sorgenfreies Leben führt, macht er seinen besonderen Freunden zu Zeiten das Vergnügen, das Schubfach seiner Erinnerungen zu öffnen und aus dem bunten Durcheinander, das sich da während vierzigjähriger Wanderung durch die Neue Welt angesammelt hat, etwas zum besten zu geben. So auch heute. Nachdem die kleine Gesellschaft Platz genommen hatte und mit Cigarren und vorzüglichem Cocktail versehen worden war. setzte Papa Kost seine kurze Pfeife in Brand, lehnte sich behaglich in seinen Schaukelstuhl zurück und begann: Das war eine verzweifelte Lage, in der wir uns im Frühling des Jahres 1869 befanden. Da saßen wir in Chicago fest, fast ohne einen Cent Geld in' der Tasche und ohne Aussicht, durch Theatervorsiellungen unser Leben fristen zu können. Wie es so oft den deutschen Schauspielern ergeht ein Betrüger, ein Halunke hatte uns in's Unglück gestürzt. Joseph Fleischer hieß der 5ierl. Er hatte bisher ein kleinesWeingeschäft betrieben, bis er plötzlich den Beruf zum Theaterdirektor 'in sich fühlte. Elegante Manieren und eine gewisse Ueberredungsgabe besaß er. und so gelang es ihm, ein stattliches Bühnenhaus zu pachten und gute Schauspieler zu engagiren. Dann ergingen die Einladungen zum Abonnement. und als die zahlreichen Deutschen von Chicago sahen, daß Fleischer wirklich eine leistungsfähige Truppe beisammen hatte, zögerten sie nicht. Binnen weniger Tage hatte Fleischer nahezu zehntausend Dollars an Abonnementsgeldern vereinnahmt. Damit verschwand der Schuft bei Nacht und Nebel, ohne auch nur eine einzige Borstellung gegeben zu haben. Na. ihr könnt euch den Sturm der Entrüstung denken, der jetzt hereinbrach. Jedes deutsche Theaterunternehmen war auf Jahre hinaus lahmgelegt, die Deutschen schämten sich vor ihren amerikanischen Mitbürgern und wollten vom Theater nichts mehr hören und sehen. Wir armen Schauspieler mußten darunter natürlich am meisten leiden; die Gesellschaft löste sich sofort auf; einigen Glücklichen gelang es, anderweitig Unterkommen zu finden, vier von den ersten Mitgliedern aber beschlössen zu bleiben, fest zusammenzuhalten und durch Corizerte und Vortrage in Vereinen sich den Winter durchzukämpfen. Es waren unsere erste Soubrette Agnes Dovenius, ein schönes und begabtes junges Weib; der kleine, hübsche Operettentenor Hans Busch; Raphael Granzow. ein dunkelhaariger, langmähniger Pianist, und ich. Wir überwinterten in Chicago, froren, hungerten zuweilen und standen. als die lauen Frühlingslüfte den Michigansee leise bewegten, ohne Geld, ohne Aussicht, ohne Plan da. So saßen der kleine Busch und ich eines Morgens bei unserem frugalen Frühstück und beriethen gerade darüber, ob wir daS gelobte Land des Dollars nicht lieber verlassen und uns auf einem sogenannten Ochsenschiff durch Futtern und Beaufsichtigen des Rindviehs nach Europa hinüberarbeiten sollten, als plötzlich die Thür des Zimmers aufgerissen wurde und Freund Granzow hineinstürmte. Seine dunkle Mähne umflatterte noch stolzer als sonst das blasse Antlitz, und die dunklen Augen glänzten. Hier!" Das war alles, war der Pianist in seiner Erregung hervorstoßen konnte, während seine langen Finger eins Anzahl Dollarnoten vor uns auf dem Tisch ausbreiteten. Der kleine Busch war einer Ohnmacht nahe; der Anblick dieses Capitals wir hatten schnell überblickt, daß eine Summe von hundert Dollars vor uns lag überwältigte ihn. Auch ich schaute vollErwartung den Klaviermenschen an, der sich an unserem Erstaunen weidete. Dann aber rief er: Mein Alter hat mir das Geld geschickt mit derAufforderung. in seine Arme zurückzukehren und als reuiger Sohn der Musik zu entsagen und mich in seinem Schuhbazar nützlich zu machen. Aber Raphael Granzow ist nicht der Mann, seine Freunde im Stich zu lassen. Jungens. diese hundert Dollars sollen uns herausreißen und, wenn ihr meinen Rath befolgt, zu reichen Leuten macken." Ich befolge deinenRath." versicherte der kleine Tenor. Heraus mit der Sprache, was sollen wir thun?" Graniow wa statt einer Antwort mehrere ZeitungSblätter hervor und händigte sie uns ein. Es waren verschiedene Nummern des Denver Morning Journal." Lest!- rief der Klabierspieler. lest, und ihr werdet selbst einsehen, daß es für uns nur einen richtigen Weg gibt. Der führt nach .Colorado!"

Nach Tolorado," schrie Äusch. wo

man jetzt das Silber findet wie Sand am Meer? Famos, ganz famos!" Aber ich schüttelte den Kops und versicherte, daß ich mich unter keiner Bedingung auf Prospekte und Graben einlassen würde. Das sei das letzte, was ein deutscher Komiker beginnen könne. Doch Granzow unterbrach mich. Wer spricht denn davon, daß wir Silber graben wollen, nein, wir wollen das gegrabene Silber anderen abnehmen. Kinder, seid vernünftig, stoßt euer Glück nicht mit den Füßen fort. In Colorado und Neu-Mexico ist jetzt der Teufel los, man fmdet taguch neue Silberquellen; Hunderttausende strömen hin; und diese Leute, welche den Tag über schwer arbeiten, werden uns dankbar sein, wenn wir ihnen die Abende durch Gesang und Spiel und allerlei Kurzweil verschönern. Dieses Geld hier bringt uns drei sammt unserer Primadonna, der netten Dovenius. nach dem Lande des weißen Metalls und . Hallo, nicht so schnell!" mahnte ich. Was uns drei betrifft, so sind wir einig darüber, daß wir die deutsch: Kunst bis auf die höchsten Gipfel der Rocky Mountains tragen wollen; schlechter wie hier kann es am Ende da auch nicht sein. Aber ich glaube nicht, daß die Dovenius sich aus diese abcnteuerliche Fahrt einlassen wird." Und ohne sie wäre das Unternehmen barer Unsinn, sie ist unser Star, unsere Zugkraft, unser Magnet." Natürlich muß sie mit!" rief der kleine Busch. Ich gehe sofort zu ihr!" In diesem Augenblick pochte es an die Thür, und. die Dovenius trat mit frischem, kameradschaftlichem Gruß ein. Agnes war, wie fast immer im Privatleben, dunkel gekleidet; ihre Erscheinung war anmuthig, mädchenhaft, lieblich und doch nicht ohne eine gewisse Würde. Ihr höchster körperlicher Schmuck war eine Fülle glänzender goldblonder Haare, auf denen steter Sonnenschein zu xut,tn schien. Sie reichte unö die Hände und erfuhr dann von mir unser neuestes Projekt. Wie groß war unser freudlges Erstaunen, als sie, sobald ich meinen Vortrag beendet hatte, ausrief: Ich bin dabei. Ohnedies kam ich gerade, um euch mitzutheilen, daß ich in Chicago nicht länger bleiben kann bleiben will, wollte ich sagen. Ich vertraue mich euch an. weiß ja. daß ihr gute Jungen seid. Also, tvann treten wir unsere Reise an?" Morgen!" schrieen Busch und Granzow wie aus einem Munde. Das ist zu spät." unterbrach sie Agnes; können wir nicht schon heute Abend fort?" Natürlich; wenn's sein muß. in einer Stunde!" sagte ich. Und am Abend dieses Tages befanden wir uns wirklich bereits unterWegs nach dem Lande, von dessen märchenhaften Schätzen damals die ganze Welt zu sprechen begann nach Colorado! Da saßen wir denn mitten drin im Silberlande, hatten es fast bis zur Südgrenze durchkreuzt, waren beinahe bisNeu-Mezico gekommen und brauchten uns nur ein wenig südwestlich zu wenden, um das geheimnißvolle, an Schätzen und Gefahren so reiche Territorium Arizona zu betreten. Na. das überlegten wir uns aber recht gründlich, weil damals gerade wieder die Indianer das Kriegsbeil ausgegraben und unter den Minern und ViehZüchtern vonArizona eine reiche Skalpernte gehalten hatten. So hatten wir vorläufig Station in Silverton gemacht, einem wie so viele andere über Nacht entstandenen Flecken, dessen achtzig bis hundert Holzbuden den stolzen Namen einer Stadt für sich in Anspruch nahmen. Bergige Wildniß umgab diese Niederlassungen abenieuerlicher Existenzen. Menschen. w:lche auf allen Meeren des Lebens schon chiffbruch gelitten hatten und nun hier noch einmal das Glück versuchen wollten. In Silverton aber ging'Ä lustig zu. Hier wurde das schwer und gefahrvoll erworbene Geld verjubelt, vertrunken, verspielt, vergeudet; jedes dritte Haus war eine Kneipe oder eine Spielhölle. Abenteurer achten das Geld nicht; hat ihnen das Glück gelächelt, so wollen sie ihr Dasein genießen und hoffen, daß der nächste Tag ihmn einen noch günstigeren Fund bringen werde. Silverton war also gerade der Platz, den wir brauchten. Mit dem Erfolg unserer Reise waren wir bis dahin recht zufrieden gewesen. Ueberall, wohin wir nun kamen und unseren Thespiskarren rasten ließen, hatte man uns mit offenen Armen empfangen, und wenn wir sangen und spielten. wollten derJubel und der Beifall kaum enden. Auch wa? die finanzielle Seite des Unternehmens anlangte, hatten wir Ursache, unseren kühnen Entschluß zu segnen." Papa Kost stärkte sich durch einen guten Schluck, schmunzelte und fuhr fort: Dem Teufelsmädel, der Agnes. hatten wir zum großen Theile unserer ganzen Erfolg zu danken. Die verdrehte mit ihrem lächelnden Gesicht und ihren lustigen Liedern dem ganzen Mannsvolk die Köpfe Vor dem Ge hcirathetwerden mußten wir unsere Agnes zu wiederholten Malen förmlich mit Gewalt schützen; sie wurde mit ehrlich gemejnten Anträgen ' förmlich verfolgt, und einigemal hätte sie durch ein einziges Ja" eine reiche Frau werden können, da es sich um die Werbungen von Besitzern ergiebiger Zechen handelte. Sie aber wies alle Freier ab und zog mit uns weiter, auf unserem Ochsenwagen thronend, den wir uns in Denver, wo die neuerbaute Eisenbahn aufhörte, angeschafft hatten, und welcher

von rzranzow rntt unnachahmlicher Würde gelenkt wurde. Gegenwärtig durften unsere Oechslein in einem Stall zu Silverton de? Ruhe pflegen, indessen ihre Besitzer in einem anderen Stall den Altar Thalias aufschlugen. Viel mehr als ein geräumiger Stall war die Holzbude nicht, in der wir hier unsere Künste zeigen wollten, ein langgestreckter, aus Brettern errichteterSchuppen, den man erbaut hatte, um hie und da eine Versammlung abhalten zu können, wenn diese der Witterung wegen nicht unter freiem Himmel stattfinden konnte. Nun. wir waren an Luxus in dieser Beziehung nicht gewöhnt; eine Bühne war schnell zusammengeschlagen, der rothe, von Busch mit allerlei grausig anzusehenden Göttern, Göttinnen und Ungeheuern bemalte Leinwandläppen, den toir als Vorhang mit uns führten, . wurde befestigt, und nun konnte es losgehen. Die ersteVorstellung war nicht über mäßig gut besucht, die Leute wollten erst sehen, ob wir auch seien, was wir vorgaben, und dann mußte sich unser Ruf auch erst von der Stadt aus in die Berge verbreiten und die dort hausenden Schatzgräber veranlassen, die Arbeit für einen Tag ruhen zu lassen und, um uns zu sehen und zu hören, in die Stadt zu kommen. Wie überall war der Erfolg unserer Vorstellung ein vollständiger. Am zweiten Abend waren unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Kopf an Kopf standen die wilden bärtigen Männer, ließen sich geduldig drängen, schieben und quetschen, dieselben heißblütigen Menschen, die sonst bei der ersten ihnen durch einen Fremden zugefügten beleidigenden Berührung den Revolver zu gebrauchen pflcgen. Die Eingangsthür war weit offen geblieben, draußen auf dem freien Platz vor dem Theater standen noch Hunderte; sie versuchten wenigstens noch zu hören, da sie kaum bis auf die Bühne sehen konnten; die meisten von ihnen waren übrigens so ehrlich gewesen, ihr Eintrittsgeld trotz ihres fraglichen Platzes zu bezahlen, eine Freigebigkeit, die ich wahrhaftig nur in der Wildniß gefunden habe. Die Aufführung selbst verlief, vom Standpunkt unseres Publikums aus betrachtet, glänzend. Wir hatten unscre Nummern dem Geschmack unserer Hörer angepaßt, sangen sowohl deutsch wie englisch, ja sogar in einer spanischen Romance versuchte sich der kleine Busch, was die anwesenden Spanier zu einem wahren Beifallssturm begeisterte. Doch unsere Agnes übertraf uns alle, und es wurden ihr von den Söhnen der Berge Huldigungen von einer Ursprllnglichkeit dargebracht, deren sich wohl selten eine Künstlerin rühmen kann Sie sang und spielte und tanzte aber auch zu reizend, und die Lieblichkeit, die Anmuth ihrer Erscheinung hätte wohl auch andereMänner als diese halbwilden, leicht erregbaren, abenteuerlichcn Gesellen bestricken können. Die Vorstellung neigte sich ihrem Ende zu. ein kleines deutsches Liederspiel Becker's Geschichte", damals seiner lieblichen Melodien wegen viel gegeben, bildete den Schluß. Agnes, als junge, von der Hochzeit kommende Frau ganz in Weiß bräutlich gekleidet, von dem feinen Schleier umwallt, den Myrtenkranz in den goldig schimmernden Locken, stimmte gemeinsam mit Busch das Finale an, die Wiederholung eines voraufgegangenen träumerischen Liedes. Und tiefes Schweigen herrschte in dem menschcnerfllllten Raum, als sie mit zarter. inniger Stimme den Abschiedszruß sang: Es zwitschern in den Zweigen Ihr Lied die Vögelein, Die Blum' und Blüthen neigen Das Haupt im Mondcnschein. Es flüstern die Cypressen Ein seliges Vergessen, Nur Schöpfer Auge wacht. Gute Nacht gute Nacht!' . Und dahinschmelzend durchzog ihr Gute Nacht" das Haus. Noch zitterte der letzte Ton auf ihren Lippen da krachte von der Eingangsthür her ein Schuß, über die Köpfe der andächtig lauschenden Menge pfiff die Kugel hinweg. und im gleichen Augenblick brach Agnes zusammen. Ein unbeschreiblicher Aufruhr folgte dieser entsetzlichen, heimtückischen That. In einem gellenden, ohrenzerreißenden Wuthschrei machte sich die Entrüstung der Menge Luft; ein wildes Durcheinander entstand, Revolver, Dolche und Messer blitzten in nerviger Faust; alles drängte dem Ausgang zu. woher der verhängnißvolle Schuß gekommen war. Aber so Plötzlich, so unvermittelt, so überraschend war das nichtswürdige Attentat vor sich gegangen, daß selbst dienigen, welche in unmittelbarer Nähe des Schießenden gestanden hatten. kaum anzugeben wußten, wie der Mann eigentlich ausgesehen. Ein hagerer, noch Zunger Mann in der Kletdung eines Silbergrabers war es nach den Aussagen einiger Zeugen gewesen; sein braunes Haar und der Bart wie sein ganzes ziemlich verwildertes Aeußeres hätten darauf schließen lassen, daß er längere Zeit in den Bergen gelebt haben müsse, ohne nach Silverton gekommen zu sein. Kaum hatt er den Schuß abgegeben, als er mit ge waltigen Stößen sich Vlatz durch die überraschte Menge bahnte. Niemand wußte ja im ersten Augenblick, was vorgegangen sei. Niemand konnte sich über das Gebahren des wüthend um sich schlagenden Mannes Rechenschaft ablegen, und so war e3 dem Mörder gelungen, das Freie zu gewinnen und einen Baum zu erreichen, an welchem sein kleines mexikanisches Pferd stand. Ehe seine Verfolger ihn erreicht hatten, laß er auf dem Rücken seines Thieres

(ZZortsejung auf der Rückseite.)

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