Indiana Tribüne, Volume 19, Number 359, Indianapolis, Marion County, 13 September 1896 — Page 3
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ZZovnttcho! von Asander Varon von Stcßerfs. (9. Fortsehung). ' Wieder fuhr sie empor diesmal mit einem lauten Schrei und sie richtete sich entsetzt in die Höhe, mit den Händen auf der seidenen Decke nach Hilfe tastend. Die Theaterszene war wieder dageWesen, doch diesmal sah sie deutlich Viktor selbst dort in der Thüre stehen, und sie erkannte das funkelnde Dmg, das er ausgestreckt in der Hand hielt. Gz war der zierliche, in Silber auögelegte und mit reichen Ziselirungen versehene Revolver, der nebenan in dem türkischen Boudoir unter der Waffendekoratir:: an der Wand hing. Wie eine Löwin war sie selber aufgestürzt, irrn den Andern" zu decken, stand dort mit ihrem Körper gegen ihn gelehnt, flammenden Blickes, die wogendeBrust, nein, ihre ganze Figur dem Schusse als Ziel darbietend. Aber der Revolver hatte gut getroffen. Hinter ihr fiel der Andre". Mit einem markerschütternden Schrei sank sie neben dem Zuckenden in die Kniee. Ach, es war ja nur die Vision des Theaters! Doch jetzt hört: sie das APplaudiren der Zuschauer. Sie freuen sich so, weil der Franzose einen Preußen erlegt.... Unsinn! es ist ja nur das wirre Durcheinanderticken der Uhren, das so klingt. Aber sie wollte sich nicht beruhigen. Das Vett neben ihr war immer noch leer. Eine ungeheure Angst überwältigte sie. sie fühlte den Schweig auf ihrer Stirn thauen. Sie schlug die Decke zurück und spranz aus dem Bett auf den Teppich. Was wollte sie? Sie zögerte eine kurze Weile, stand aufrecht in dem lang wallenden Nachtgettand mitten in der Stube, die wie zum Gebet ineinauder verschränkten Hände zu den bebenden Lippen erhoben. Zu ihm hin, und ihn mit ihrem Körper decken? Das ist ja noch immer der Traum. Ist sie denn von Sinnen? damit! Ah, sie war ja nur aufgestanden, um nachzusehen, oö der Revolver noch an seiner Stell: hinge. Das war es. Sie schlich also auf nackten Füßen über den Teppich bis nach der kleinen Tapetenthüre hin, die in das türkische Boudoir führte. Ihre Hand zitterte so, daß sie denKrystallknopf nicht gleich zu drehen vermochte die Thür ächzt: in den Angeln, sie horchte in die Stille hinein, die auf dieses Aechzen folgte. Der Vorhang des Kabinets war nicht niedergelassen und der Mondschiin fluthete mit vollem Glanz herein. Der schräge Streif des bläulichen Lichtes traf die von wulstigen Metallstickereien strotzende Tempeldecke an der Wand und entfachte eine gleißende Blendung, die im Verein mit dem Funkeln der Waffen und dem Schimmern der Gefäße Gertrud ein deut!!ches S:b:n verwehrte. Der Neoolver war nicht da.... Sie stürzte auf die Stelle hin vor ihren Augen war ein Tanzen von flimmernden Glanzlichtern ihre. Hand fühlte fiebernd über den Teppich, auf dem die Dekoration angebracht war; endlich berührte si: etwas Kaltes. Metallisches das löste sich von dem Nagel und fiel mit dumpfem Klirren zu Loden. Ein Frcudenruf drang matt über ihre Lippen. Sie kauerte in die Kniee und nahm den Revolver auf Gottlob! Gottlob! ' Welch ein Stürmen ihres Herzens! Mit Mühe wankte sie empor. Dann, wie in einer Flucht, eilte sie nach dem Schlafzimmer zurück. Ivarf sich aufs Bett und vergrub ihr Gesicht in die Kissen. Der Gedanke an ihn. nichts als der Gedanke an ihn! Sie sah seine Augen, hörte seine Stimme, sie fühlte den Odem seines Athems.... nein, nein, ich will nicht!" Sie beschwor ihren SchuJgeist, den Schatten ihres Viktorchens herauf, um sich gegen die Versuchung zu wehren. Das liebliche Köpschm aber lächelte und 'wies auf ein herrliches Blumenbeet, das im Sonnenschein leuchtete.. Und mit dem Namen d:s ..Andernauf den Lippen schlummerte sie ein Achtzehntes Kapitel. Margret öffnete ach, die liebe, schöne gnädige Frau! - Zuerst war die gute Person ganz unbändig vor Freude über dieses Wiedersehen säst wäre sie ihrer früheren Herrin um den Hals gefallen. Wie gut, daß sie wieder da war! Sie hatten alle solch Verlangen nach ihr, Frau Zeuner. sie selbst und Herr Friedrich. O. der nicht am wenigsten! In aller Naivetät kam es heraus und sie dachte sich wohl nichts dabei. Wie es denn gehe? Ach der schöne Rhein! " Ein glückseliges Lächeln glitt Ui dem Wort über ihr braves Gesicht; mit einer Art linkischer Liebkosung fuhr ihre rauhe Hand streichend über den Plüsch von Gertruds Aer-mel hatt: der Stoff doch wchl die süße Heimathsluft eingesogen! Plötzlich stutzte sie. Wie verstört die gnädige Frau aussah! Welch eine aufgeregte Hast wie ein Wild das vcrhetzt ist. Dort im Dämmer des Flurs hatte sie die Veränderung nicht sofort beN'.ertt. Komm. Margret laß mich! ist Madame zu Haus?" Auch die Siimrne hatlc ihren weichen Ton eingebüßt.' Leider nein. O wenn sie gewußt bätte! Wir hatten sie erst am Nachmit. tag erwartet. Gestern haben wir den ganzen Tag gelauert.--Gertrud blieb mitten in der Stube stehen. Es war 'ein. stürmischer Tag. scharfe Sonnenblicke .wechselten mit
fahlem Schattenlicht; hier oben trieb der Wind ungehindert fein Wesen unl mit schrillem Gepfeife rüttelte er an dem Gitter der Galerie. wie schade," sagte sie. So war es
ihr also nicht vergönnt, noch einmal dre trauliche Poesie dieses Ortes zu ge nießen! Die gnädige Frau -werden warten. Madame kann jeden Augenblick da sein. Wenn sie den Besuch ahnte, was that sre eilen!Laß nur. Margret dann muß tch wieder qehen. Ich habe auch Elle. Oho. ich lass' Madam' nicht! Wir haben so lange Nicht mehr von mqm geplaudert." Sie meinte Viktorchen damit. Ein andermal, Margret." Das war eine Lüge und das treue Wesen soll nicht mit einer Ausflucht abgespeist werden! Hat sie mit ihrem besorgt fragenden Blick nicht ein Recht auf eine Art Beichte? Seit jenerStunde, da ihr Kopf Trost aesuckt an der Schulter der Bäuerin, ist die Schranke gefallen, die Herrin und Dienerin scheidet. ch komm' überbauvt nicht mehr. Margret. Ich werde euch nicht mehr Zehen und ihr mich nicht mehr - " Verr Du mein!" Sr))11rtt sr&sit Vrt !Zrfat4 Vi! Cntl , lutijut utuy vvi wuynti vu yuit .de zusammen und hielt sie dann überkreuzt vor der Brust. Will denn will denn die gnädig? Frau wieder verreisen?" stotterte sie. Nicht das ich bleib n Paris. Aber man will nicht, daß ich Euch wiederseh'." Was, man verbietet der lieben, schö nen gnädigen Frau, ihre Landsleute zu sehen? Zuerst war Margret sprachlos. Dann stemmte sie langsam die pauste in die Hüften und reckte ihren starken Busen heraus. Wa as?" rief sie tm pört, und ihr Antlitz flammte vor Wuth. O, da habbe' mir auch e' Wort ze rede! Diese verfluchteSchwefelband'! So ein Franzosenpack! Wart...." Sie schüttelte und rüttelte die Fäuste vor ihrem Gesicht, als wenn sie einen von dem verhaßten Franzosenpack hier in den Händen hielte, um ihn zu zerreißen. Laß sie nur kommen ich schreib' ihnen auf preußisch ins Gesicht! Ich ich" Sie war ganz außer sich vor Wuth. Beruhige Dich, Margret. Wir müssen Geduld haben. Uebrigens ist es noch nicht so schlimm. . Wer könnte mich zwingen? Aber es ist besser, ich komm: nicht mehr zu euch. Du bist ein gutes braves Mädchen; ich werde Dir's nicht vergessen. Aber nun laß die Geschichten es ist nicht so schlimm, als Du denkst. Komm, sei ruhig!" Feucht flimmerte es in Gertruds Augen, sie streckte dem Mädchen die Rechte hin. Margret stürzte auf die 'Hand los, umklammerte sie mit ihren beiden und preßte Kuß auf Kuß darauf, während ihre Thränen stürzten. Gertrud wollte der Szeile ein Ende machen und wandte sich zur Tbüre. Bitte, sage Frau Zeuner, daß ich gekommen jci, um ihr meinen innigen Dank abzustatten für die herrlicheAuöschmückung des Grabes. Es hätte mich tief ergriffen. Dann, daß ich Abschied nehmen wollte " Ihre Stimme wankte, aber es ist genug der Weichheit! Dazu ist jetzt keine Zeit! Vielleicht kehrte sie noch einmal wieder doch das vergrößerte nur die Gefahr für ihn". Wie wenn sie wartete und Um" rufen ließe? In wie viel Zeit kannst Du das KomptoirHerrnZeuners erreicht haben, Margret? Ich möchte ihn sprechen. Laß fetzt das Weinen,-ich hab: keine Zeit!" j Fast herrisch streng klang das. j Eine Viertelstunde, Madam' O Madam' wollen Herrn Zeuner sprechcn ?" j All die Wuth und der Schmerz schie-' nen verflogen vor diesem ?onnenblick. Herr Zeuner wird kommen dann ist alles gut! Er wird die liebe Gnädige : schon von ihrem Entschluß abbringen! i Er weiß für alles Rath, er ist de: Mann, der es mit dem Franzosenpack schon aufnimmt. Gleich bin ich wieder zal" Sie wollte sich sofort ausmachen. Mußte sie nicht fürchten, Frzu Aectrud könnte I sich plötzlich wieder anders besinnen? O. wie wird er ::h freuen keine größere Freude, als daß Madame ihn sehen will " Und in der Noth, all aufzubieten. ' damit die gnädige Fra'l bliebe und den Angerufenen, der ihr wahrhaftig toit ein Netter erschien, erwarte, kramte sie allerhand aus ihrem einfältigen Kopf j eigene Gedanken und Wirknes. Sie wissen nicht, wie er von Ihnen spricht. Madam'. Man kann von der Mutter Gottes nix Schöneres reden ich kann ihm nit genug von Ihnen erzähle. Oft ist er wie närrisch, von Ihnen zu hören. O. und Sie hätten seyen solle, wie er sich angestellt mit demGrab vom Viktorche. Grad', als wenn das Viktorche ihm gehört! Ja. Sie müssen ihn sprechen, dann ist alles gut. Was für ein lieber, braver, staatser Herr so einen ' hat ganz Paris, ja ganz Frankreich nit aufzuMise...." Und währenddem beobachtet: sie zu ihrer' Freude. - wie eine Mibi über Frau Gertruds blasses Antlitz' zu ha; chen begann, wie die Nöth: wuchs, und jene sich langsam abwand!:. ausScha.n über diesen Verrath. - Akj, wie unsinnig ist das Geredetes Mädchens! Dergleichen Exaltation sieht ja im cf fenen Widerspruch zu ZeunerZ Art! Und dennoch! Jetzt bissen die Zähnchen die Unterlippe, und mit wachsendem Interesse '.untersuchten-, die 'Hände, die leicht zitterten, den Kelch einer lilienar. tigen Blume dort auf dem Tischchen. O, sie ist zjwar nur eine Westerwäl derin. aber ganz so dum.n ist sie do h nicht! Sie hat ihre offenen Augin. ':-.d man braucht. ihr keine Brille auf. zusetzen! Daß Herr Zeuner nicht glück
seliger sein kann, ls in Frau Jaminets Gesellschaft, das ist klar und daß diese nicht blos der alten Dame wegen so ost zum Besuche kam. ist ebenso klar. Wie Frau Iamin soeben erröthete bei Margrets Lobpreisung?
O, ihr macht man m jolcheu Dingen nichts weis! Sie sieben sich... Fleillch ist es ein schweres Unglück.... Sie hatte sich schon lang: den Kopf mit Bergleichen zerplagt : wie wmdig und erbärrnlich kam ihr der Franzose, Gertruds Mann, gez:n den gefesteten, auch körperlich mächtigeren Deutschen vor. dessen Wesen an schönen blanken Stahl erinnerte. Und Frau Gertrud ist doch nicht blind, daß sie den Unterschied nicht auch gewahrte. Warum haben sich diese beiden nicht geheirathet? Welch ein Prachtvaar hatten sie abgegeben! Ah. es ist das unfe. lige Geschäft, das die Heirath zu Stande gebracht! Natürlich kann so ein zusackmmgeleimtes Glück nicht lange halten. : Und ein dämonisches Gelüste packte si', sich an dem Franzosen zu rächen für die eigene Austreibung nein, für das Viktorchen i Mit katzenartiger Vorsicht, ein listiges Funkeln in den wasserblaum Augen, schlich sie sich an Gertrud heran und flüsterte ihr über die Schulter wahrhaftig, sie hat Talent zur Kupp lerin! j Ja. und wissen Sie auch, daß er mir Ihre Photographie, die Madam' mir beim Abschied gaben, abgenommen hat? Ich wollt' sie ihm nit geben, aber wie ich sah. welch e' Freud' ich ihm machen thät'. da ließ ich sie ihm. Ei. bot mir ein blankes Goldstück dafür. Das wollt ich nit nehmen aber Sie wissen, ich hab' mein Bub' daheim und Madam' werden nit bös sein! Die Photographie, die trägt er nun bei sich wie ein Heiligenbild, hier auf dem Herzen..." Was soll das heißen!" fuhr Gertrud herum und ihr Antlitz loderte. Was redest Du für Unsinn! Sofort lässest Du das!" Margret prallte erschrocken zurück. Frau Jaminet schritt zur Frthüre. Verzweifelt stürzte Margret ihr nach und umklamute ihren Arm. Die li?de, schone gnädige Frau geht im Zorn und kehrt nicht wieder.... Margret bat und flehte. Nun mache nicht so viel Wesen, Margret! Es ist schon gut ich trage Dir nichts nach! Aber em andermal erlaubst Du Dir nicht wieder dergleickn!" Soll ich ihn denn nicht rufen?" Sie wagte nicht mehr, seinen Namen zu nennen. Nein!" Wie abaebackt kam es heraus. Bestelle, bitte, was ich Dir aufgetragen. Ich käme ein andermal. Und nun laß mich ich habe keine Zeit! Adieu. 'Margret!" Das arme Dinq stand wie verstelnert und ho.chte auf den leise knarrenden Tritt, der die Treppe hinabeilte. Sie kommt nicht wieder." murmelte sie dumpf. Doch gleich schüttelte sie den Kopf. Dennoch hat sie selbst recht aehabt. Gerade weil Madame so zornig war, gerade weil sie so fortstürmte liebt sie unsern Herrn. Q, Margret versteht sich auf dergleichen! ' Und das trotzig: Gefühl, daß sie recht hätte, überwog noch lange den Schmerz dieser kurz abgeschnittenen Trennung. NeunzehntesKapitel. Gertrud stürmte zur Hausthüre hinaus, aufs Gerathcwohl die Nue Soufflot HinanEinerlei, wohin. Nur daß sie durch das Gewühl der Straße Margrets Worte betäubte, die ihr fort und fort rm Ohre klangen. Und ein anderer Dreiklang, der sich in jene Worte drängt: Er liebt mich! Er liebt mich!" Als wenn ihr das etwas verhängnißvoll Neues bedeutete! Das weiß sie ja längst. Dennoch vermag sie die g?waltige Erregung darüber nicht zu meistcrn. Sie fand sich auf dem breiten Podest der Pantheontreppe. Was will sie hier? Doch nicht eintreten und in dem Gotteshause beten? Hilfe und Nath erstehen bei ihrcin Gott? durch das Murmeln ihres Gebetes die unseligen Wort: ersticken? Sie war an einem Seitenattar niedcrgekniet. Mühsam formten sich die Lippen zum Gebet. Das Pantheon' mit der Kälte und Oede seines gigantischen Jnnenraums. mit den archaistisch blassen Fresken von Chavannes ist nur ein offizieller Audienzsaal des lieben Gottes. und heute war keine Audienz. Sie flüchtete wieder hinaus. An der Ecke der Nu: Soufflot und Rue Gay-Lussac streß sie auf ihn". Herrgott!" entfuhr es ihr gleich einem Schrei. Er stand dicht vor ihr. reichte ihr mit freudestrahlender Miene die Hand, ja mit seinen beiden umfing er ihr Händchen und hielt es gefangen. Willkommen, willkommen in Paris!"' Das Händchen zitterte so; si: war erblaßt und er bemerkte, wie sie nach Athem ranz. Aber was ist Ihnen? Sind Sie nicht wohl. Frau Jaminet?" Er machte eine Bewegung, als wolle er ihr den Arm reichen bedürfte sie nicht der Stütze? Schien si: nicht zu wanken? Das brachte sie wieder zu sich. Sie I wies den halb dargeootenen urm mit einer kurzen sckz-reckhaften Gebärde von sich. Fahndete nicht Viktor nach einem Beweis? Da wäre ja ein solcher gewesen! . Es thut, mir leid, daß ich Jhmn einen solchen Schrecken einjage." sagte er. Doch was ist Ihnen? Sie' sehen erregt vd verstört aus?" " O nichts kommen Si:!" ' Die Beiden hatten bereits die Auf-
merksamkeit einiger. Vorübergehenden
aus sich gezogen, denn die Parlserstra ße ist stets neugierig. Konnte nicht Vik tor aus dem Strom der Eilenden auf tauchen, um ihn und sie auf der Stelle zu richten? Sie sind in Eile, Frau Gertrud? Ich darf Sie wohl nicht bitten, 'bei uns einzutreten? . Es sind nur zehn Schritte." Ich komme von dort ich hatte ge hfst, Ähre Mama zu treffen. Auch Sie. Ich hatte Ihnen Wichtiges mitzutheilen." Ich muß dergleichen geahnt haben mich itiei eine ganz räthfelhafte Unruhe nach Haufe. Was ist denn geschehen?" ; Ich bitte Sie, nicht hier wenn man uns sähe!" Oho, welch ein Verbrechen!" ' Er versuchte zu lächeln, aber das gelang ihm nicht vor der nervös zitternden Angst ihres ganzen Wesens. Jenseits der Straße dunkelten die hohen Laubmassen des Luxemburggartens; heftige Windstöße durchwühlten die mächtigen Baumkronen und zausten einzelne der frühzeitig welken Blätter berab, die bis herüber wirbelten. Wir wollen dorthin," drängte sie, sich 4eu umsehend. Verwundert folgte er ihr über den Fahrdamm, wobei sie ihm immer einen halben Schritt voraus blieb, als wollte sie so die Gemeinschaft seiner Begleitung leugnen. Sie traten ohne ein Wort zu wechseln, durch das hohe vergoldete Gitterthor des Gartens. Erst oben auf der Treppe, die zu dem hier leicht aufsteigenden Park führt, hielt sie an, athemlos mehr von der Angst als von der Eile. Ihr Busen stürmre, und sie preßte die Hand darauf. Ihre Augen spähten die Stufen hinab dorthin, wo jenseits des Gitters die Menge vorübereilte. Sie strich sich mit der Hand übers Gesicht: Ich weiß nicht, was das ist seit gestern Abend," stieß sie hastig aus, wie für sich: ich sehe Dinge und Menschen, die nicht da sind. Ich bin recht seltsam, nicht?" ' . Ihr Antlitz wandte sich ihn: zu. mit einem matten, wie verzweifelnden Lächeln, und ihre Wimpern zuckten. Was denken Sie von mir, lieber Freund?" Sie streckte ihm ihre Hand entgegen: Seien Sie mir nicht bös, daß ich Ihr Willkomm vorhin so schlecht erwidert. Ich war so erschrocken." Er ergrisf die Hand und er meinte den herzlichen Druck fast wie ein stummes hilfesuchendes Anklammern zu spüren. Ich möchte Ihnen so gerne helfen, wenn ich es vermag ich bitte ganz über mich zu verfügen!" Es war sein: alte sympathische Stimme, die sich so vertrauend die Herzen zu öffnen wußte, bei deren Klang man das Bewußtsein hatte, daß auf ihren Besitzer felsenfest zu bauen sei. Aber der Blick seiner Augen konnte sein inniges Mitleid nicht verbergen. Sie wollte das Zucken ihrer Wimpern nicht zu Thränen kommen lassen, und sie entzog ihm ihre Hand und ruckte w einer Art trotziger Bewegung denKopf in die Höhe. Kommen Sie, ich will Ihnen alles sagen." O er wußte schon! Zwar hatte sie es bisher immer vermieden, in seiner Gegenwart über den Stand ihres häuslichen Verhältnisses zu reden. Auey gegen seine ZZcutter flog sie nur mit Än deutunen darüber hin. und dann schien sie jedesmal eine Unvorsichtigkeit zu bereuen. Ein herber Stolz verbot ihr. die Wund: ihres Herzens vor den Blicken der andern bloßzulegen. Ader es bedürfte keiner Worte, um ihnen zu sagen, daß sie nicht glücklich war. Mutter und Sohn meinten beide, ohne daß sie sich darüber aussprachen, etwas wie die Ahnung einer kommenden Katastrophe zu spüren. Sie schritten auf dem Kies des dreiten Weges dahin; der Garten war leer, bis auf einzelne einsame Fußgänger, die diese Passage statt der lamen Straße wählten; der Sturm duldete heute nicht das fröhliche Kinderheer, das sonst diese grüne Oase in der umgebenden großen Häuscrwüste zu beVölkern pflegt. Das mächtige Rauschen des vom Sturm erregten Laubes wog:e über den ganzen Garten, das andere, fernere Rauschen der Großstadt ringsum übertönend. Schatten und Sonncnlichte? jagten in unruhigem Wechselsprel unter den Bäumen; hie und da gleißte eine Marmorstatue, vom plötziichcn Sonnenschein getroffen, grell auf; der Wasserstrahl einer Fontäne blitzte, herabnxhende Blätter husch:en neckisch umher, gleich goldigen Schme:--terlingen. O, ich hab: mich noch nicht einmal bedankt für die wunderschöne Ucberraschuna, die Sie meinem armen Kleinen bereitet! Welch herrlich: Blumen ich war ties gerührt." Sofort stand die häßlich: Szene dort am Grab: vor ihr, deren Zeug: ver todte Liebling gewesen. Die dunklen Bogen ihrer Brauen wetterten, und aus ihren Augen fuhr es wie einSprühen. Doch sah sie, wie es ihn frcuie, sie überrascht zu haben nein, nun sollte ihm diese Freude auch nicht vergällt werden! Und si: beherrschte sich, daß si: nicht offen heraus die Anklage gegen den Andern schleuderte. Hoffentlich hat der Gärtner seine; Sache gut gemacht?" erwiderte er befangen. Äama und ich hatten es ihm auf die See!: gebunden, das Arrang,'i ... cw. C!f n r r.. . . meni o:s zu rei urnunyi ynjoj zu erhalten." . Wunderschön es war eine solche i Pracht wie wird Vik torchen sich ge- : freut haben!" Ihre Stimme wankte bei dem an- ! dern Gedanken, daß der arme Liebling fortan den gemeinsamen Besuch, den j:e jn mit Zlners '?d '"r;1 .b"'statten pflegte, entbehren mn.te. C?! war ihm a.ewik'j'.d'-'-l.si e "r?"d' gcxcjcn ' und diesmal, in
Schmerz darüber, dak er nun in seiner
stillen Gruft so vereinsamen sollte, ver-' mochte ne nicht mehr an sich zu halten. Ich muß Sie leider bitten. Herr Leuner. zene Stelle zu melden O!" ltiek er überrascht aus. ' Ihr Leben ist in Gefahr. Er fyii geschworen, tote.... (sie schauderte vor W AMirJTt A SlYX f iCl UCiil CUlCUUCU-tUUl.l UlCUClUlCßCU J ich bitte Sie. alles zu vermeiden, was ihn reuen könnte!" Aber was ist geschehen?" fuhr er auf. Nichts, als daß er gestern erfahren hat, daß Sie ln Paris wohnen. Das genügte dem Franzosen. . Wie. das wukte er nickt länast? Auch Zeuner nahm das mysteriöse er" auf; es war wie eine Verabreduna. Alktors Namen nicht zu nen nen und das lakonische Einverftändniß des kleinen Wörtleins gab ihnen veiden plötzlich eine seltsame In timität. . Warum sollte ich es ihm saaen? Wie ein kindischer Troti klana das. Und eine Röthe fuhr flüchtig, gleich den huschenden Schatten dort unter den Bäumen, über ibr AntliK. Er war erstaunt wie war das Möalich? Sie hätten das nicht verheimlichen sollen! Und retzt erst hat er von den Besuchen bei uns erfahr?" . Gewiß ich wollte mein GeHelmniß haben!" trotzte sie. Ab. der Ton vante nickt bierber! Es wäre mir eine Entweihung gewesen, ihm davon zu erzählen," hauchte sie hin. Und dann nochmals, mit festerer Stimme, wie triumphirend, ihre Augen in die seinen senkend: Ja es wäre eine Entweihung gewesen! Jetzt bereue ich es nicht! Zuerst, an jenem Nachmittag, da ich Sie im Tuilerienaarten traf, wollte ick ibm von dem unschuldigen Begegniß erzaylen. Äiellelcht wäre damals schon seine thörichte Eifersucht wack oeworden vielleicht hätte er mir damals .schon die Nue Soufflot verboten vielleicht hatte ich gehorcht vielleicht auch nicht. Genug, es ist geschehen!" Sie dürfen sich nicht wundern, dß er nun alarmirt ist. Sie scheinen das heiße französische Blut noch nicht zu kennen. Er ist in seinem Recht!" Er hatte doch nicht begriffen, was mir die Rue Soufflot nach Bittorchons Tode, nach allem, was geschehen war, bedeutete. Und ich hätte das aufgeben sollen? Ihr Haus 'war mir zur zweiten Heimath aeworden süker als meine Heimath glauben Sie, daß es mich vom yein aus zurück nach Ihrer Mama, nach einer lieben Plauderstunde dort oben beiJhnen verlangte? Gott v.rZeih' mir die Sünde an meinem eigenen Elternhaus!" Sie athmete schwer auf. Er hatte nicht verstanden nicht versteh n wollen er hätte es nickt gedulde:! Ich war egoistisch und ich wollte mir oas nicht rauben lassen. Wohlan, nun ist es geschehen! Nur eines schmerzt 'mich, daß ich Sie in Gefahr gebracht. X$q vin gekommen, Sie zu warnen !ich darf Sie nicht mebr leben! Wir dürfen uns nicht mehr treffen es handelt, sich um Ihr Leben er war rasend und er drohte. Sie.... Wieder stützte sie vor dem Wort. Thränen auollen Zwischen ibren Wim.pern. Ich habe solche Angst ausstanden Ihretwegen! Ich träumte, die Drohung wäre bereits ausgeführt. Ich , flehe Sie an. alles zu vermeiden " Altte. verublaen Sie uck " unter'brach er sie. Denken Sie nicht an mich! Was kann ich nur thun, um Sie von Dem dummen Verdacht zu befreien?" Mit Mühe behielt er seine Rübe. 'Vibrirte nicht unter all der Erregung ryrer Worte das Gestandn:ß ihrer Liebe? Sie wollte sich das nickt rau'ben lassen...." Und ein jähes unseliaes s n r, 1 x . ' weihte stachelte ihn: warum mutz er seinerseits sich das rauben lassen? Nichts, nichts!" rief sie flehend. Sie werden sich still balten. Sie w?rden nichts versuchen, ibn vom Geoen'theil zu überzeugen! Es wäre vergLlich er ijt blind in seinem aß. Fortan wird sich dieser Haß auf jeden Preußen stürzen, der ihm in den Weg lomml. Und Sie selbst?" Ich werde auf meinem Bosten ausharren. Seit wann desertiren die Preußen? Und wir wollen dock auch hier in Paris gute Preußen sein und otelven! Sie lächelte durch die Tbränen. Und an dem Wort schien sie sich emporzurichten. Wre Prächtig, wie tapfer, wie lieb Sie sind!" entfuhr es ibm in seiner Begeisterung. ..Äscht!" machte sie. fast schelmisch. Und wie zum Uöbernruth aussalleno: Wenn er das gehört hätte.." : Ich fürchte, wir Teutschen Kier m Paris gehen schweren Prüfungen entaeaen." saate er. .Geschiebt uns recht! Warum bleiben wir nicht dayelm? feie haoen meine Mama nicht gesehen?" Leider nnn und das ist mir ein großer Schmerz." Wieder fiel ein Schatten über rbr AntliK. .ch weik. sie wird mich vermissen., Ich bitte, sagen Sie ih: das Liebste und Beste von mir, das Sie. sich denken können." . i Si: wird untröstlich sein!" Und auch er soll sie nicht wiedersehen?. Innerlich fühlte er ein seltsames Beben. Eine Weile schritten sie schweigend nebeneinander, die Augen starr, wie fragend, aeradeaus gewandt. Eine Blässe bedeckt: beider Antlitz. Sie fühlten das Pochen ihrerGedanten und das Weh des Abschiedes wob wie einen gemeinsamen Schleier um ihr Schweigen. z Plötzlich blizb-sie stehen, stand dicht vor ihm,' und ver Blick ihrer unbeschreiblich klaren Augen schien bis auf den Grund seiner Seele zu dringen. Abermals' reichte sie ihm ' die. Hand: ..lso es bleibt dabei." sagt: .sie. und die Klarheit' ihoer Stimm? entsprach
tan Blick ihrer Augen, wir wo?en fortan gute Preußen sein, nicht?" ' Topp!" entfuhr es ihm fast bur lchikos, und er schlug kräftig ein.
Wir wollen gute Kameradschaft, alten, wie ,damals in Mulhetin , tvenn auch nur in Gedanken!" Dann wird kein Franzose uns etwas anhaben!" rief er. wie in einem Anflug des Jubels. Und kein Preu. ßmhaß wird verhindern, daß ich Ihrer daß ich Sie ." Diesmal wollte wirklich die Erregung ihm, dem gegen solche Anwandlungen Gefeiten und Gefesteten, einen Streich spielen. Nur ein Wörttein, nicht viel mehr als ein Lallen, nur ein kurzes Aufflammen, nur ein paar Sekünden der begeisterten fflammenselig. keit für die stillglimmende Gluth in seinem Tiefinnern.... dann wollte er ja gehen! Sie zuckte zusammen Nein, nein, das nicht?" flehöen ihre Augen. Gerade das wäre nicht tapfer. Und wir wollen doch tapfer sein!" Bon ihren bebenden Lippen hastete es angstvoll: Es ist genug! Es istZeit. Wir müssen aeben Sie, bierbin ich dorthin! Leben Sie wohl leben Sie wohl! Mit einem kurzen Druck nn sie ibre Hand aus der seinen; dann wandte sie . . " i sich und ging. Anfangs war es ihm, als sähe er sie wanken; dann stemmte sich ihr Schritt fester gegen den Sturm, der sich stärker aufgemacht hatte, wie um sie selbst gleich einer abgerissenen Blütbe dainzuwehen. Er stand wie festgebannt und starrte ryr nach. Dre goldigen Schmetterlinae der welken Blätter umwirbelten ihce Gestalt, die jetzt das Sonnenlicht leuchtend durchschritt und gleich darauf wieder in dunkle Schatten tauchöe. Und so, im Wechsel von Licht und schatten, erreichte stedas Gittertbor. wo sie unter der Menschenwoae verschwand. Immer noch stand er und sah das Aufleuchten ibrer Gestalt, immer noch lauschte sein Öhr dem Klang ihrer süßen Stimme. Jetzt hob er die Hände und bedeckte damit sein Gesicht, wie um dies Leuchten und diefen Klana festzuhalten. Jetzt ließ er sie mit einem dumpfen Stöhnen niedersinken; mechanisch setzte er sich dann wieder m Bewegung, schlug denselbenWeg ein, den sie gegangen war, larrgjam. langsam, als wenn selbst die flüchtiaste Svur ihrer ftufe stapfen ihn noch zu bannen vermöchte. Bald verschlang auch ihn die Menschenmenge. Zwanzigstes Kapitel. In diesem Winter gab es über Bou. larö'de allerlei Achselzucken, Kopfschütteln und schadenfrohes Wispern selbst der Hohn wagte sich bis zu ihm hinan. Man hatte großes von ihm ertoartet. Man hatte ihn schon als Ntrer Frankreichs auf den Schild erhoben, Gambetta zum Trotz. Und nun ließ er das Revanchefeuer elendiglich zu Asche verglimmen, sein Elan war dahin. Er halbe sich angemaßt, eine Fixsternrolle am politischen Himmel zu spielen, und siehe da. er erwies sich als eine ganz triviale Sternschnuppe.' Seine Freunde waren in Berzweiflung. Für diesen Winter hatte er sich mit großartigen Plänen getragen. Es sollte eine systematische Deutschenhetze hier in Paris wie in den Provinzen ins Werk gesetzt werden. Frankreich wimmelte' abermals, wie vor dem Kriege, von deutschen Schmarotzern, die am Mark des Landes sogen es galt also eine gründlich? Säuberung inWerkstätten und Komptoiren. Frankreich will endlich, ungestört von lauerndenSpionenaugen, seinen ewig wachenden Revanchegedanken leben Und nun nichts mehr! Boularöde ivar offenbar sich selbst und seiner sudlimenJdee abtrünnig geworden. Was? Bor dem Lächeln einer armseligen kleinen Preußin sollte sein Patriorismus die Waffe gestreckt haben? So war es! Man erinnerte sich sebr ttobl ienes vikanten Gedicktes, das der DichterPatriot vor zwei Jahren der Preußin ! zu Füßen gelegt. Nun wohl, er hat die Verse in die Praxis übersetzt jetzig girrt er m Person zu ihren Fuen. Wie war das möalick aeworden?. Bouloröde zuckte über sich selbst die'' Schultern mit der fatalistischen, au-, kerst beauemen Phrase, die dem Fran-' . zosen iede selbsreioene Schuld auf das ' . Schicksal abschieben hilft: "C'est plus . fort que moi! j Uebriaens kannte er sein Publikum' und er wußte, was er im breten dürfte, ohne, von ihm gekreuzigt zu werden. Er brauchte nur einmal wieder einen seiner. patriotischen Donner in Versen da-' herrollen zu lassen, und der fanatische' Enthusiasmus des Publikums jauchzte- ; hm wieder zu wre vordem. Er batte die Eroberung der liebrei-. zenden Preußm rne ausgegeben. isr; wollte blos die Gelegenheit reisen las-, sen. Und sie schien zu reifen.. Nach dem, Tode des Kindes witterte er sofort, wre, es um das Verhältniß der beiden Gatten stand. In der ersten Trauerzeit er-, wies er sich aufrichtig als der gute Kerl, der bei ihm unter all dem patriotischen ) Phrasenwulst schlummerte. Fühlte er. doch eine Schuld auf sich lasten: war ermit seinen poetischen Aufstachelungen ! . . . m v & . nkSt Mittelbar die ur ame vx ver UNgeheuerlichkeit. die "dem Säugling seine deutsche Amme geraubt? So wollte, ri wenigstens das . Seine versuchen, -. um, den Riß, der durch das Glück des Hau tl klaffte, wieder zu heilen. Und eine Zeit lang vermochte er sich über seine eigene Ehrlichkeit zu belügen. Er er-i schöpfte sich in allerhand Aufmerksam leiten gegen die fchwergebeugte Mut ter, und er-hatte die Genugthuung, datz seine Frlndschaftsbttoeis wirklich zu? Linderung beitrugen. - i (Fortsetzung kolgt.) - -
Mur otc 5ttm)e. Blumen kohlsuppe. Einen schönen -Kopf Blumenkohl theilt man m einzelne Rosen und kocht diese in Salzwasser mit reichlich Petersilie weich. Die besten Rosen legt man heraus und passirt die anderen und den Strunk durch ein Sieb. Nun macht man eine ganz helle Einbrenn aus frischer Butter und Mehl, verdünnt mit der Brühe, mengt das Pas sirte darunter und gibt etwa eine Unze Fleischeztract dazu. Mit zwei Eigelb abgequirlt, dann über die ganzen Rosen geschüttet und mit gerösteten Semmelschnitten eingelegt, wird die Suppe zu Tisch gegeben. . Reiskuchen auf Schweizer Art. Ein Viertel Pfund blanchirter Reis werden in einem Quart Rahm mit einem Viertel Pfund feingewiegter Orangenschale dick und weich gekocht. Nachdem man die Masse hat auskühlen lassen, vermischt man dieselbe mit 4 Eidotter. Nun belegt man ein Kuchenblech mit Blätterteig, backt diesen halb gar und, streicht dann die Reismasse darüber. Die 4 Eiweiß schlägt man zu festem Schnee, würzt diesen mit Orangenzucker, bestreicht damit den Kuchen und siebt vor dem Backen noch Zucker darüber. . Kalte Reisspeise. Ein halbes Pfund vom feinsten Reis brüht man an und fetzt ihn, nachdem man das Wasser abgegossen hat, mit einem Viertel Pfund Zucker, den man mit einem Achtel Quart Wasser geklärt hat, auf den mäßig heißen Herd. Sobald der Reis das Wasser aufgesogen hat, schüttet man guten Rothwein nach und kocht den Reis unter häufigem. Schütteln (man darf ihn nicht rühren,) weich, wobei zu beachten ist, daß er ganzkörnig bleiben muß. Darauf streicht man eine beliebige, tiefe Schüssel mit Mandelöl, oder auch nur mit Wasser aus und . thut den Rei? hinein. Ist er nach unigen Stunden
erkaltet, stürzt man ihn auf eine flache rjr IT. . ?v ! lt ' chU et uno garmri lyn mir roryem. Fruchtgelee und Schlagsahne. Gefüllter Gänsehals. Die Leber einer mittelgroßen Gans wird einige Stunden in Milch gelegt, die dicke Fetthaut wird vom Halse de? Gans abgezogen, gut gewaschen und gut ' getrocknet. Indes kocht man ein Pfund Schweinsbauch in Wasser und Salz gar, wiegt nun die Lebe? fein, rührt sie durch ein Sieb und wiegt darauf den Schweinebauch, sowie 2 Unzen Gänsefloomfett fein. In etwas Fett werden 2 geriebene Zwiebeln geröstet, ohne Farbe annehmen zu dürfen, und nebst etwas feinein Pseffer, gestoßenen Gewürzkörnern, etwas Majoran und dem nötbigm Salz unter die Fleischmasse gemischt. Man näht nun die Haut des GänseHalses unten zu, füllt die Fleischmasse gleichmäßig hinein, näht sie auch oben zu und kocht den Gansehals langsam in der entfetteten Bouillon des Schwernefleisches eine halbe Stunde. Dann kühlt man ihn in kaltem Wasser, preßt ihn und schneidet ihn beim Anrichten in Scheiben Die Brühe benutzt man trefflich zu einer Kartoffel suppe, kocht reichlich Suppengrün und rohe gebrühte Kartoffeln in ihr gar. streicht sie durch, gibt einen halben Theelöffel Fleischeztract hinzu und richtet die Suppe über Brotwürfeln an.' . Jägerschnitze. Man nimmt hierzu ein Lendenstück, häutet das Fleifch und wischt es mit einem Tuch ab. Man schneidet es nun der Quere nach in fingerdicke Scheiben, klopft t sorgfältig und spickt es, nachdem man es vorher mit Pfeffer und Salz bestreut hat. Darauf thut man es mit Zwiebel, Lorbeerblatt und einem Mohrrübchen zusammen in eine mit Butter gestrichene Kasserole und läßt es bräunlich dämpfen, was etwa nach -einer halben Stunde geschehen ist. y i . ry i ' ' . r". ivooann vermiß, man einige wuzi saurer Sahne mit etwas Mehl, thut eS über das Fleisch und bratet es bis zum völligen Weichwerden in der Röhre. Schinkenklöße. Schinken reste werden in feine Würfel geschnitten. Weißbrot wird in Fleischbrühe, nachdem man es ebenfalls würfelig geschnitten, eingeweicht und hierin so lange belassen, bis es alle Flüssigkeit aufgesogen hat. Dann rührt man eS fein, fügt die Schmkenwürfel, halb soviel gelblich gebratene 'Speckwürfel einige Eier, etwas feinen Pfeffer und so viel Mehl zu. als zum Zusammenhalten nothig ist, und formt nach ein Stunde RuhenS große Klöße von der Masse. Man wendet sie in Mehl und kocht sie 10 Minuten in Salzwasser. Besonders gut zu gekochtem Obst; irn Winter auch zu Sauerkrauts Gurkensalat mit Sahne. Die Gurken werden geschält, in feine Scheiben geschnitten, mit Salz vermischt und eine halbe Stunde bei Seite gestellt. Nachdem giebt man die Gmkenscheiben auf ein Sieb, läßt sie gut ablaufen und vermischt sie mit saurer Sahne, welche mit einem Eigelb tüchtig verrührt ist, fügt gestoßenen Pfeffer, fein gehackte Petersilie und nach Geschmack noch etwas Essiz hinzu. In der Stadt deS Pschor r. Weißt. Minnerl das Hunderl das sauft heut's Vier mit mehr Durst als wia i! Sacra, waS is dos?- Hab's a schon g'spürt. Alter. hast heute erst neun Maß und a halbe wirst mir doch net krank werd'n?" Der Parvenu. A.: Sie haben ja da ei prachtige Bibliothek !" B.: Ja, wenn ich denke, WaS ich für eine Menge Geld in die Bücher hineingesteckt habe, dann komme ich mir or dentlich geistreich vor!Stoßseufzer eines Mainzer.' Herrgott, wenn nor emal Eener e' Maschin' erfinde' that', daß mer am Sunntag 'fei' Fraa nd mehr mitnehme müßt'!
