Indiana Tribüne, Volume 19, Number 352, Indianapolis, Marion County, 6 September 1896 — Page 2
?crra!y. Hon Alexander Kaufmann.
T X. S)!c Wasserlilie kichert leis: Ich muß euch ein Dinq verrathen. Ich muß euch verrathen, was gestern . Nachts Zwei junge Verliebte thaten. Die kamen mit Aetter- und Basen schast. Den Strom hinunter Geglitten, Die saßen, weil Lauscher im Boot, ganz still, Mit auferbaulichen Sitten. Sie tauchte die Hand in's Wogenblau, Den klopfenden Puls zu kühlen, Er wollte zur selben Zeit einmal Nach der Wärme des Wassers fühlen. Und unter dem Wasser begegnen sich Verstohlen die beiden Hände, Und fliehen sich und fangen sich Es nimmt das Spiel kein Ende. Die Basen haben nichts gemerkt Von der glücklichen Liebesstunde, Ich aber hab' es wohl gesehn Tiesher aus dem lauschenden Grunde Vergißmeinnicht. Weiß mir ein Blümlein blau. Von himmelblauem Schein, Das steht in grüner Au Und heikt: Veraißnitmein! Nhland. Wunderbarer Schlüssel zu unserm Gedächtniß. Du kleines, blauesBlüm chen, welches dem Davongegangenen oder der Daheimgebliebenen zwischen den Blättern eines Tagebuches in die Augen fällt! Bei seiner Betrachtung steigen die Bilder der Vergangenheit empor; in anfangs trüben, dann deutlicheren Umrissen das Bild jener Trennungsstunde, in der Ihr beide zum letzten Mal den so liebgewönnenen Spaz:ergang durch das User büsch machtet. Ihr sehet deutlich vor Euch die Wiese, die hängenden Weiden, Hort oit leise plätschernden Wellen des Baches, und jedes Wort, welches dort gesprochen wurde, belebt sich von neuem. Und wie Ihr Euch endlich gebückt und einige der blauen Blumen am Bache gepflückt, sie wortlos mit einander getheilt und Euch doch ver standen hattet, die kleine, blaue Blume war ja so beredt! Lange, lange ist das Blümchen verwelkt. Sein treues, blaues Auge besitzt nicht mehr die bittende und mahnende Kraft, vielleicht berührt Euch gar sein Anblick peinigend, und Ihr mußt das Auge niederschlagen. Aber seid gewiß, wenn Ihr sie auch schnell von Euch geworfen, Ihr werdet die Llaue Blume m Ewigkeit Nicht verges' sen! Woher diese Bedeutsamkeit ? Sie entstammt einer alten, deutschen Volkssage. In ganz Deutschland und darüber hinaus tauchten an den titzschiedensten Orten Sagen von einer blauen Wunderblume, welche niemand von Ansehen kannte, und die nur der Zufall oder eine freundliche Fee dem Menschen in die Hand geben konnte. Einem Jüngling wurde diese blaue Blume gegeben, und plötzlich sieht er einen Berg vor sich geöffnet, in welchem Schätze ohne Zahl gehäuft liegen, bewacht von verzauberten Jungfrauen und Gnomen. Den Hut mit der Blume hat er neben sich gelegt, und er hält die Erlaubniß, zu nehmen, was er will. Schwerbeladen geht er nach dem Ausweg. Da tönt hinter ihm !ne Stimme: Vergiß das Beste nicht: Er sieht sich um. greift noch nach einem blitzenden Edelstein, der Berg schlägt hinter ihm zusammen, und zu spät sieht er ein. daß er den noch das Beste vergessen, die blaue Jölume, welche ihm immer und immer wieder den Zugang zu den unerschopf lichen Schätzen hätte öffnen können. In der Auffassung, daß die Wunder blume selber es gewesen, welche atbt ken. sie nicht gn vergessen, scheint der Name Vergißmeinnicht für die bis dahin ungenannte Blume entstanden zu sein. Bei der deutschen ffaroen symbolik, die stets den Begriff der Treue nnd Beständigkeit auf die blaue Farbe übertrug, war eine solche Auffassung auch höchst naheliegend, und Die sinnige Naturdichtunz hat sich beS halb jener sanftblauen, treuherzigen Blume der Wiesen zugewendet, die sich so leicht als Andenken aufheben und pressen laßt, ohne die Blüthen zu ver Iimn. Trost. Sagt ein Mägdlein zu Dir: jfteml" Sei nicht gleich in Noth, Schaue aus ibr Mütterlein. Denk: So wird sie auch 'mal sein!" Stann schießt Du Dich nicht todt. Ungalant. Wer war den Die- geschwatzige Dame, nebe Braut, mt joeven von Wir ging? Eine Milch schwester von mir. lieber ftelir." So?... Ich hätte sie eher für eine ZrafsttZchwester gehalten. Selb st bewußt. .DaZ Stück, !n welchem Sie als Gast aufrreten wollen, füllt eigentlich einen Abend nicht aus! Schausmeler: Unbesorgt!... Die übrige Zeit wird cppiauoiitr. DieZeitenändernsich. krau Nachbarm. diese Mam ner! Wie war der Meine früher lieb mit mir: Wenn ich damals was ha ben wollt', hat er immer gleich g'sagt: ja, azneazerl!" Wenn ich aber jetzt 'was will, schreit er: .Ja. Schne. aen: -r Ein Zeitkind. Herr : Ach. mein Fräulein, ist das ein reizendes Kind! Komm und laß dich streicheln!" Kind: Aber mein Herr, seien Sie doch anständig!" Erhebe Dich nicht cnders Lber Deine Mitmenschen, als gleich soweit, daß sie Dich nicht wieder her. abzureißen vermögen.
per vergiftete Ffeil.
Aus im Vlrmcclcben des Fernen Westens von W. v. Schlerbrand. Lieutenant Malcolm war erst 28 Jahre alt. aber im Westen hatte er sich schon einen bencidenswerthen Nuf tu worben als ein Mann, der Umsicht und Ruhe mit großer Tapferkeit verband. Die Indianer fürchteten ihn nicht blos, sondern sie achteten ihn auch wegen seiner Gerechtigkeitslttbe, die ihm die ssemdschast von meyr alZ einem oetrüqerischen Jndianecazentcn. dessen Lieferungen er als !'.lind:rwertlu oder ungenügend zurückgewics:n, eingebracht y l i c- . . r. . ! ü . :. ..i.. itt cane. 'aeuECiiraj ivai icuicuuai iui colm soder wie ihn die Indianer nannten: Straiht Ileart") groß, mager, starkknochig und mit röthlichem Ö.iar, fV! rJplrt ("lim ri ! t r& sf-r iVUS UUtlil UJUil tlUt wlVl.UUlt W kunkt bezcuatc. Mit einem Wort, er war durchaus lein Adonis. und als es in 5?ort olborn und c.uf der 'JMer vation bekannt wurde, das', er sich ini! Magqie Pingree, der gefeierten und ffir s"';f CTr.ffifr V2 U7.rnr2 k V l lJUVU.ltl VUV KIKH rfiUjVtV .IV Commandanten des Fons, verlobt babe und nächstens die Hochz?lt stattfinden folle, da wunderten sich Viele, denn das sckane Madcken batte schon mehreren viel stattlicheren und ben er situirtenVewerbern einenKorb acaeben. Denn Malcolm war Nicht allein laßlick mit seinem sommersvrossiaen. sehr rotben Gesicht, sondern er war auch b.s vor Kurzem die einzige Stutze lemer Mutter und seiner Schwester gewesen. Lektere war nun aber verheira'thet und die Mutter todt, sodak Malcolm an's üeiratben denken konnte. Das Verhältniß zwischen ihm und Maagie hatte übrigens, ohne daß es bekannt oeworden war. schon einiae Jahre gedauert; zur Zeit als dasMädchen ber Verwandten ihres Vaters :n Washington auf Besuch und der Lleutenant in der Vundesbauvtstadt noch auf Kommando war. batte die erste Annäherung stattgesunden. Und als dann Malcolm nach 5?ort Äolborn. New Mexico, zur Dienstleistung gesandt worden war, da hatte er die Geliebte wieder gefunden. Zuerst mochte ihn der alte Major nicht leiden, seines trocknen Humors wegen, aber nachdem er den tucktiaen Kern m dem lunaen Mann erkannt, da begünstigte er des sen Bewerbuna um die and oerToch ter. Und wäre nicht die langwierige und aesabrliche Erkrankung Maggie s. die sie an den Rand des Grabes brachte. dazugekommen, so wären die Zwei wohl schon vor 6 Monaten ein Paar geworden. Jetzt indeß waren alle Hinoernijse aus dem Wege geräumt und übermoraen sollten sie von dem Armeekaplan, dem alten, weißhaarigen Dr. Letter, aetraut werden, denn des sen Anwesenheit in ftort Holborn muß te benutzt werden es konnten sonst V t ST vT . i .zaqre vergeben, eye st eiegenycil wiederkehrte. So standen die Dinge am 27. Au aust. 1895. Maior Vinaree war wütbend. Der kleine, fette Mann rannte in dem Bureau schnaufend und pustend umher, sich ab und m an seinen Adiutanten Lieutenant Saxe, einen langen, bleichen Manne wendend, dem man die kurzliche Genesung von emer schweren Krankheit deutlich ansah. Was soll ich thun, Saxe? Um Gottes Willen, so sprechen Sie doch! Manners ist krank. Nowlelz und Britton beurlaubt. Vroctor zu unerfahren und ungeschickt, Sie selbst zu schwach noch. Wen zum Teufel soll ich hinschicken, wenn ich nichtMalcolm schicke? ch selbst ja, wenn ich nicht so hitzkopfiq wäre aber ich würde es mit den Halunken von Rothhäuten sofort verderben. Hm. hm eine ganz verfl Geschichte." Lieutenant Saze sagte gar nichts, und das brachte den cholerischen Major noch mehr aus der Fassung. So sagen Sie doch was. Sare. um Hotteswillen!" . .. ' .Herr Maior. es ist da nichts zu saen außer Sie schicken mich bin!" Das geht nicht. Hm, hm die Ordonnanz soll kommen. Diese kam und wurde sofort nach Lieut. Malcolm abgesandt. Während dessm schritt der alte Krieger noch immer wie em schäumen der Eber im Zimmer berum. Es war nämlich vor 15 Minuten ein reitender Eilbote von der Reservation angelangt, der berichtet hatte, daß oie Äpaazes ausgeregt und emem Ausvi,"- nahe selen.well sie von demBundescontractor bei der lekten Lieferung von Misch und sonstigen Vorräthen verrogen woroen waren, ß ne sofortig Beschwichtigung der aussätzigen Jndianer war notylg, wenn man einen olutigen Ausstand Nicht gewartigen wollte. Und das Schlimme an der Sacke war eben, dan Niemand im 5?ort ?r ano war, außer dem künftigen fv fi im i t. - yj ivitmiiuu uza anen iftajors. oem die wichtige Mission anvertraut werden konnte. Es schien grausam, denseloen am oravend ser Hochzeit auf ein derartiges Unterneben ttus,nsenden. ein Unternehmen, das immerhin rtt. (.:. n.c: i - . vitiuiyi im uua -ecoen oes unleryanolers in sich trua. denn der tlZk?ise jähzornige Eharacter der Apaches war oerannr. uno obwohl Lieutenant Malcolm bei ihnen angesehen und belieb war. konnte man immerhin den Ausgang der Mission nicht vorhersagen. Lieutenant Malcolm trat inbeh ein als sei er aus Erz gegossen, ruhig und gefaßt. Nachdem ihm der alte Maior in b?rnahe traurigem Tone die besonderen Umstände mitgetheilt hatte, die ihn I mm ... ' . nolylglen. vcn Ärautlgam seiner Tochter 43 Stunden vor dessen Hochzeit ,,f eine so gefährliche Expedition zu senden. neig.'e Malcolm nur stumm fein aup: und lagte: Gut wann soll ich gehen und wen soll ich mitnehmen?" .Am besten Sergeant Schmidt, den
Preußen das ist ein tüchtiger Kerl,
und Corporal Hlggms. Sie können. wenn Sie Gluck haben, morgen Abend Wieder zurück sein. Also viel Glück auf die Reise. Mit Gott! Und der alte Maior drehte sich um und wischte sich mit der flachen Havd eine Thräne aus den Augen. , Der Abschied von Maagie war kurz aber schmerzlich. Lieutenant Malcolm bemühte sich, emcn scherzhaften on anzuschlagen, aber es gelang ihm nur sckleckit. u.d weniqe Minuten später war er im Sattel und ritt durch die glühende, staubige Ebene, nach der Rcservation zu. Dort ging Alles schneller und bejttr ab. als man angenommen, caturiich ohne die langen Reden und nachdenllichen Verathungen ging es nicht ab, die dem Indianer einmal zur zweiten Natur aeworden und. Aber die BuclS und Brakes lannun oen ieuienanl und batten Zutrauen zu ihm, und als . . , . t-' 1 X er sich dafür verbürgte, dak ihnen - rechtigkeit widerfahren solle, da glaubten sie ihm und besiegelten am sculujse der mehrstündigen Berathung den Frieden mit verschiedenen Hanoedrücken. So schritt denn der zunae sfreier am Schlüsse befriedigt aus dem Äelt nach semen Leuten hm. Draunen aber vor dem Zelt hatte Wa - no - mo, die schöne Tochter des obersten öäuvtlinas Ma-sa-wi . auf das Wiedererscheinen des wechen unterbändlers gelauert. Schon lange war sie für ihn in Liebe entbrannt, aber der junge Qfflcier hatte ihr Entgegenkommen bisher stets mit Kälte zurückgewiesen. Nun hörte sie auf einmal durch die ndicretion der zwei Unterofficiere war es ruchbar geworden dan Lieutenant Malcolm am nächsten Tage mit der Tochter des alten Mai r f cm : . m: zors, oer lcvonen laggie -puiiji, Hochzeit feiern folle. Und wilde, verzehrende Eifersucht hatte sich ihrer bemacktiat. Wie eine Schlange, gerauschlos und geschmeidig, schlich sie hinter dem Manne, der ihre Liebe verschmäht. durch das bobe Gras. Ein zischendes Geräusch, und ein Etwas flog durch die Keine Luft und blieb im Arm des rasch dahineilenden Officiers sitzen. Er wandte sich um kem Femd war zu sehen. Er zog den Pfeil heraus aus der Wunde. Nur einige wenige Blutstropfen sickerten aus derselben und fielen auf die Erde. Lieutenant Malcolm aber hielt den Pfeil in's Sonnenlicht und untersuchte genau die Spitze. Er entdeckte eine dunkle Flüssigkeit an derselben, die letzt rasch eme andere Farbuna annahm. Vergiftet," murmelte er mit zuckender Livve. Er sann nach. Der Contractor war nicht auf der Reservation. Er hatte Schufc im Fort gesucht. Kem Arzt. kerne Medicm, kem Gegengift naher als im Fort. Lieutenant Malcolm wußte genug über die schnellwirkenden, absolut todtlichen Pfeilgifte der Indianer, um zu wissen, daß er wahrscheinlich durch kein der Wissenschaft bekanntes Mittel sich retten könne. Dennoch bewahrte er seine eherne Ruhe. Er betrat sein Zelt, wo die beiden Unterofficiere, seine Begleiter, schon auf ihn warteten, als ob nichts vorgefallen sei. Dann trank er seine Feldflasche voll Whiskey völlig leer. Vielleicht half's jedenfalls würde es ihm die Reise in's Jenseits erleichtern. Die Drei schwangen sich auf's Pferd und fort ging's zurück nach demFort. Nach Mitternacht langten sie dort an. Lieutenant Malcolm lebte noch, als man ihn vom Rosse hob, aber seine m Fieber glanzenden Augen und die schwere und ffuhllosigkeit sernerGhe der zeigten, daß sein Tod nahe bevor stehe. Am Morgen seines Hochzeitstages. as5 kaum die Sonne sich rothglühend wieder erhob, kniete Maoaie Pingree weinend und in wildem Schmer vor dem Vager ihres Bräutigams, dessen glanzlose Augen das Licht Nicht mehr salzen. Die Hcimath. Won Emil NlttershauS. Was ist die Heimath? Ist's dieScholle, )raus deines Katers Haus gebaut? .nt's icner Ort. wo du die Sonne. Das Licht der Welt zuerst geschaut? O nein, o nein, das ist sie nimmer! Nicht ist's die Heimath, heißgeliebt. Du wirst nur da die Seimatb finden. 1Ü30 gleichgestimmte Herzen gibt! Die Heimath ist. wo man dich gerne rr r y . ricyelnen. ungern wandern steht. Sie ist's, ob auch in weiter 5?erne Die Mutter sang dein Wiegenlied. Gern gewahrt. Frau: Ack ivmil, wie wunderbar schon, wie ro mantisch! Hier möcht' ich ewia ssen F- . " , . . bleiben. Mann: Bitte, lan' Dich durch mich nicht stören! Adieu! Tankend abgelehnt. 5aus. srau (zum Besuchenden): Herr Huber. thun S' grad' als ob S' zu Haus wären! 5uber: i dank ba munr icy s zciiio wiegen! ......... S" . . . v S e l b st v e r st ä n d l i ch. (?rftfr Student: Gehst Tu mit? Zweiter Student: Wolunc lkriter Student: In die Kneipe. Zweiter Student: Ta hättest Tu Dir daö Ztraacn eriva. ren tonnen: Bedenklicher Auktr Clara: Ich bin Deinem Bräutigam begegnet, der hat mir für Tich etwas gegeben. Martua lneuaierial: ö?a oenn s uiara: i?inen un. r - Naiv. .Aber 5einerl glaube gcr. Tu haust Dem kleines Brüderchen?" Wen soll ich denn! i scn hauen?
Aie Ätelne Hrasmuckc.
Bon Albert Cim. Arme kleine Grasmücke! 3n dem schattigen Garten einesKlosters der Rue dc Picpus sah ich sie zum ersten Male. Sie war 15 Jahre alt und seit dem sechsten Jahre befand ste sich hier. Ihre Ausgänge" bestanden im Winter darin, daß sie sich in dem Svielsaale oder in dem Zimmer irgend einer mitleidigen None aufhielt: !m Schatten emer iener kleinen Holzca pellen san, wie man sie in fast allen Mädchenpensionaten für vornehm? lunge Damen findet. Von Zeit zu Zeit wurde sie indeß ins Sprechzimmer gerufen und zwar stets am Freitag. Ihr Vater wünschte ' sie zu sprechen, n Mann mit bereits grauen Haaren von etwa 60 Jahren, auf dessen elegante Haltung und vornehme Erscheinung sie stolz war. Er küßte ste. erkundigte si lyrer Gesundheit, ihren Spielen u'.'d ihrenStudien; zog aus seiner Tasc irgend eine Leckerei, eme Dute mit yocoladen - Bonbons und eingemachten Früchten und verschwand schleunigst wieder. Er hatte es immer so eilig, der arme Papa! Einmal im Jahr, ein einziges Mal, und auch das nicht immer, gewöhnlich aeaen Ende August oder Ansang september. holte ste der Papa ooer emiener ab und führte sie entweder in ein Theater oder brachte sie gar in eine am Meere gelegene hübsche Villa. Nur hier sah sie ihre Mutter, eme große, schöne Frau mit blitzenden Augen. frischem Teint, vollem, üppigem Gesicht und gleichzeitig imposanter unv doch nachlässiger Haltung. Dann kehrte die kleine Grasmücke wieder nach 14 Tagen in ihren Käsig zurück. Troh dieser Lieblosigkeit oderGleichgiltigkeit war aber die leme durchaus nicht traurig und machte keineswegs den Eindruck eines Opfers. Im Gegentheil, gerade wegen ihrer guten Laune, ihres lustigen Geschwätzes und ihrer Lebhaftigkeit hatten sie ihre Mitschülermnen ihres Familiennamens Androe Vaucamp beraubt uno ste oie kleme Grasmucke getauft. An einem Aprilabend die Kleine ging gerade ms siebzehnte Jahr ließ sie die Oberm. Madame de SamtAldone in ihr Zimmer rufen. Hier fand sie die Kammerfrau ihrer Mutter. Claudine. tiefschwarz gekleidet, und man theilte ihr mit der ublichenSchonung mit. daß ihr Vater plötzlich am Herzschlaae 'oerstorben wäre. Das war der erste Kummer, den Andree erlebte und obwohl sie fast garnicht :m Familienkreise gelebt hatte. so empfand sie diesen Verlust doch auf das Heftigste und vergoß bittere Thränen. Am Tage nach dem BegrabNitz kehrte die Kleme wieder m das Nloster zurück. Sie hatte sich draußen ganz vereinsamt gesuhlt, und hatte trotz ihres Kummers Eile, ihren Platz bei ihren Kameradinnen unter dem Schutze der guten Schwestern wieder einzunehmen. Doch ihr Aufenthalt m diesem frommen Orte sollte nicht lange dauern; denn etwa 3 Wochen nach dem Tode ihres Gatten erschien Madame Vaucamp im Sprechzimmer der An stalt es war das erste Mal. und theilte ihrer Tochter mit, daß sie sie aus der Pension nehmen und von nun an ber sich behalten wurde. Madame Vaucamp war sehr der ändert. Hatte der Verlust, den sie erlitten, sie tief betroffen, hatte sie die Trauer benutzt, um gewisse Hilfsmittel der Toilette fallen zu lassen, kurz um, ste besaß nicht mehr den blendenden Teint und die rabenschwarzen Haare, die Andree stets an ihr bewundert hatte. Sie waren plötzlich ganz grau. ia fast sogar weiß geworden, und auf der Stirn hatten sich zahlreiche. noch ganz feincRunzeln gebildet. Trotzdem sah sie immer noch sehr schon und vornehm aus: itre Taille war schlank und biegsam geblieben und Madame Noemt Vaucamp hatte ihre würdevolle. hoheitgebietende Erscheinung sich auch letzt noch bewahrt. Selbst die Silberfarbung ihres Haarschmucks, das wie gepudert aussah, stand ihr durchaus nicht schlecht und gab ihrem Gesicht emen pikanten und originellen Ausdruck. Herr Vaucamp hatte zu seinen LebZeiten eine bedeutende Zuckerraffinerie m Samt Denis geleitet und em sehr großes Vermögen hinterlassen, dessen weitaus größten Theil er semerWittwe vermacht hatte; höchstens 30.000 Francs fielen Andree von Seiten ihres Vaters zu. Madame Vaucamp. die noch 30.000 Francs Rente besaß, veränderte den Hausstand nur ganz unbedeutend. Der Kutscher wurde verabschiedet, doch man nahm em Miethcoupee und behielt die große Wohnung m der Avenue de ViluerS mit den drei Dienstboten, derKöchin. der Kammerfrau und dem Kammerdiener. Doch das Leben der Madame Ncemi Vaucamp, das bis dahin in Veranllgungen und Gesellschaften aufgegangen war. hatte stch bedeutend verändert. Erstens mußte sie der Form genügen. die Trauerzeit innehalten und Theater. Bälle. Festlichkeiten, große Diners vermeiden. Dann waren ihr auch . i ? v - ort e ploLilch einige eoenren gekommen. Sie hatte sich erinnert, dan sie eine Tochter bejav, ein groges Madchen, das bereits leider! im Heirathsfähigen Alter stand. Außerdem hatte sie da sie dock cinmui uuci nao)üaa)iz vie Zahl ihrer Jahre in Betracht gezogen und r .!t. , . - r ::(..- nx . , licn ganz icic eingestanden, daß ste schon 43 zählte; dann hatte sie den erhabenen 'cmy gehabt, sich ohne Schminke und Puder in dem Svieael
zu sehen und sich zu sagen, daß es Zeit
wäre, m den Hafen einzufahren und die Segel zu streichen! Die kleine Grasmücke", die von dem Kloster in die große Wohnung der Avenue de Villiers verpflanzt worden. hatte keine andere Beschäftigung, alö ihrer Mutter Gesellschaft zu leisten und nähere Bekanntschaft mit dieser stolzen Dame zu machen, die sie TLchterchen" nannte, und die von ihr Mama" titulirt wurde und mit der sie bis dahin keine fünf Minuten allein zugebracht hatte. Mit ihrer angeborenen Sanftmth und Liebenswürdigkeit bemühte sie sich instinktiv, ihr zu gefallen und ihre Zuneigung zu ge-Minnen.
Die beiden Frauen gingen wenig aus. ' Ihre Besuche beschrankten stch auf einige Bekannte, zu denen auch Herr Pages, cm reicher Bauunternehmer gehörte, der in der Nähe derMadame Vaucamp wohnte und Andrees Vormund war. Er war mit einer kranken Frau verhcirathet, die seit Jahren ihr Bett nur verließ, um sich auf ihrem Valcon auf ihrer Chaiselongue auszustrecken, und hatte, während er das Schicksal dieser Unglücklichen nach Möglichkeit zu mildern suchte, ausschließlich m der Arbeit Trost und Zerstreuung gefunden. Sein Bureau, seme Geschäfte waren semLeben. Erst nach langen Jahren war er zu Ansehen und Vermögen gelangt. Er erinnerte sich seines Ursprungs, hatte seine einfachen Manieren, seme Vertraulichkeiten seinen Arbeitern gegen über bewahrt und duzte dieselben aus nahmslos; aber er hatte sich auch sein gutes Herz erhalten und war stets be reit, zu helfen und zu lindern; denn er wußte, wie fchwer es ist, selbst semen Weg zu finden ur,d wie wohl ein wenig Hilfe thut. Daher hatte er auch für einen seiner Commis, einen jungen Mann von 25 fahren, eme große Zuneigung gesaßt. der von emem unbekannten Wohltha ter in die Anstalt von Samt - Nikolas gebracht worden, wo er eine elementare. aber praktische Erziehung genossen hatte. Durch seinen Fleiß,' seinen Eifer, seine Kenntnisse, namentlich aber durch die Regelmäßigkeit seines Lebens und sein tadelloses Betragen rechtfertigte Antonin Lefuel vollkommen das Interesse, das ihm fem Chef entgegenbrachte. Aber er war auch ehrgeizig, und zwar so ehrgeizig, daß ihn Skrupel nie besonders störten; das hatte er sich vorgenommen,, sobald er das Leben ei' nigermaßen zu verstehen angefangen Ein hübscher Mensch von mittlerer Größe mit blauen, stets lächelnden. schmeichlerischen Augen, emem prach tigen. schwarzen Schnurrbart, auf den er sehr stolz war unv den er mit großer Sorgfalt pflegte, war er ganz dazu geschaffen, stch die Sympathien des weiblichen Geschlechts zu erwerben. Madame Vaucamp und ihre Toch ter hatten bei ihren Besuchen beiMa dame Pages den Schützling des BauUnternehmers mehr als einmal getroffen. Diese Besuche wurden, als die Trauer der beiden Frauen zu Ende ging, immer hausiger, und es kam ein Tag, da Madame Vaucamp Herrn Lefuel einlud, ste zu besuchen. Tief gerührt von dieser Gunst, die er als eme hohe Ehre betrachtete, zerfloß der zunge Mann m Dankesbezeugungen und ermangelte nicht, der Einladung zu folgen. Das Verhalten der Madame Vaucamp war bei dieser Gelegenheit den geheimen Wünschen Andrees nur zu sehr entgegengekommen. Oft hatten sich Mutter und Tochter. , wenn sie von Madame Pages kamen. von Herrn Antonin Lefuel unterhalten. Wie sein er aussah, dieser junge Mann! Wie zurückhal tend, taktvoll und geistreich er war! Die kleme Grasmucke fand an ihm alle erdenklichen Eigenschaften und die Mama beeifert: sich, ihre Meinung zu bestätigen, indem ste sagte: h, gewiß! er ist em vortrefflicher Zunger Mann!" Diese Neigung, die Andree für Antonin Lefuel empfand, wurde vollauf getheilt; daran zweifelte sie keinenAugenblick; gewisse Händedrücke, bestimmte Blicke der Freude und Dankbarkeit hatten es ihr unwiderleglich beWiesen. Nach und nach wurde diese leichte Schwärmerei ernsthafter. Andree überraschte sich, wie sie die Tage zahlte, die sie zubrachte, ohne ihn" zu sehen, wie sie auf sein Erscheinen lauerte und ihn mit fieberhafter Ungeduld ganz leise zu sich rief. Sie beschäftigte sich nur noch mit ihm, sah nur ihn und lebte nur für ihn. Antonin hielt sich jetzt nicht mehr an die kurzen, .einmal in der Woche zulässig: Pflichtbesuche. Manchmal, und gerade an den Tagen, an denen sie ausgegangen war. da ihre Mutter ue zu iraend einer Pensionsfr'cundin geschickt hatte, fand ihn die Kleine bei ihrer Rückkehr in dem kleinen Salon, der Madame Vaucamp als Boudoir diente. Und sie war ganz glucklich über diese Ueberraschung; gewiß war er nur ihretwegen, um ihre Rückkehr abzu-1 warten, so lange geblieben. Eines Abends, als ihr wieder dieses Glück zu Theil geworden, und Anto-, nin. ohne ihr wie gewöhnlich zärtlich die Qand zu drücken, von ihr und ihrer Mutter Abschied genommen, sagteMadame Vaucamp ohne alle Umschweife: Weißt Du fchon, Töchterchcn? Ich muß Dir eine N:uigkeit mittheilen; ich verheirathe mich wieder. .Ah!" Ja, mit Herrn Antonin." Mit Herrn ..." Die kleine Grasmucke blieb mit weit aufgerissenen Augen wie vom Donner gerührt sitzen. ,3ch weiß schon, was man sagen
wird." fuhr Madame Vaucamp, die das Bedürfniß empfand, ihre Thorheit zu erklären und zu entschuldigen, mit zögernder Stimme fort. Ja, ich errathe es wohl! Er ist zu jung! Aber wegen der zwei bis drei Jahre, die ich älter bin! .... Uebrigens geht das doch auch Niemanden etwas an. nicht wahr, mein Herzchen? Ich habe doch Keinem Rechenschaft abzulegen! .... Und dann ist er auch so gesetzt, so ernst . . . . vi ernster als ich! Man sieht es auf den ersten Blick; ich sehe aus wie ein Kind, dagegen er mit seiner ernsten Miene . . Ja. sie war wirklich sehr wenig ernst, die unverbesserliche Cocette; die Gerechtigkeit mußte man ih? widerfahren lassen. Doch was sie nicht erzählte, was sie selbst nicht wußte, das war derUmstand, daß der schöne Antonin seine Blicke erst dann auf sie geworfen hatte. nachdem er stch klugerweise nach der Vermögenslage von Mutter und Tochter erkundigt hatte. Sie hätte noch lange weiter schwatzen können, die kleine Grasmücke hörte nichts, sie blieb sprachlos, ohne zu denken, ohne sich zu rühren, auf ihrem Stühle sitzen. Trotz der energischen Mißbilligung des Herrn Pages und des . spöttischen Lächelns der gutenFreundinnen" fand die Hochzeit statt. Doch eine Person fehlte bei der Ceremonie; sie war an demselben Morgen verschwunden und erst nach fünf Tagen fand man ihren Leichnam unter einemVrückenpfeiler des Quai von Grenelle. Arme kleine Grasmücke!
Sein Stellvertreter. Von Max Hirschelo. Es fand ein Liederabend des d:rühmten Tenoristen Hochzeh statt. Unter dem athemlos lauschenden Publikum befand sich auch Laura. Ihre scdwarzen Augen mnaen wie aeoannt an der schlanken Gestalt des göttlichen augers, ihre Ohren gewissermaßen an seinen Lippen. Auf ihrem Schooß hielt sie einen Handschuhkasten, in welchem noch drei Paar neue Handschuhe lagen. Ursprünglich war es em volles halbes Dutzend gewesen, aber während der Vorträge hatte ste bereits zwei Paare zerklatscht und als total un brauchbar fortgeworfen. Das dritte Paar hatte sie auf den Händen, es sollte bald den beiden ersten folgen. Neben Laura saß Waldemar. ein schüchterner, iunaer Mann, der ste an betete. Sie hatte ihn niemals erhört. sie wollte nichts von ihm wissen. In der Nähe des Tenoristen erschien er iyr geradezu als.eine klägliche Figur. Er konnte nicht stngen, das war varvarisch. er war unmusikalisch, das fand sie im höchsten Grade verächtlich. Und doch, aerade heute sollte Walde mar einen Augenblick höchster Seligkeit erleben. Der Tenorist hatte soeben eine Glanznummer beendigt. Laura klatschte in überwallender Begcisterung das dritte Handschuhpaar zu nichte, es fiel in kleine Fetzen zerrissen zu ihren Füßen. Ein neues Paar anzuziehen, dazu fehlte es an Zeit, ober wohin mit dem Ueberschwang des Enthusiasmus. Sie wandte sich nach der linken Seite, an welcher eine ihr unbekannte alte Dame saß. Aber die alte Dame schüttelte ste ab. und doch war nock ein Rest von Begeisterung vorhanden. Laura wandte sich nach rechts und umarmte Waldemar. der ste entzückt an sein Herz drückte und Mein. mein!" stammelte. Da war aber gerade Lauras Begeisterung zu Ende, und sie stieß den Anbeter mit dem Ausruf: Abscheulicher!" zurück. Sie wurde ruhig und og das vierte Handschuhpaar an. Er sang die Schlußnummer. Unter Er" versteben wir immer den Tenoristen .fockzcb. nicht Waldemar. Er war zu Ende. Man überschüttete iyn B V 1' ' mit Blumen. Laura hatte keine Blumen bei fick. eine Vergeßlichkeit, für welche Waldemar ein böser Blick aus den dunklen Augen traf. Sie warf ein Zehnmarkstück aus das Podium. Soviel bätte ste für ein Blumenvouquet ausgegeben, wenn sie daran gedacht hätte. Und nun binaus. hinaus an das Pförtchen, aus welchem der begnadete Künstler heraustreten mußte. Hunderte weiblicker Enthusiastinnen warseien darauf, denn sie wollten ihm die Pferde ausspannen. Sein Diener erschien. Man umringte ihn, man fragte ihn nus. Der 5err werde in einer Droschke nach Hause fahren. Es stand eine ganze Reihe von Droschken aus der Straße. Im Nu hatte man sammilen Droschken die Pferde ausgespannt. Laura hatte das Glück, die Droschke zuben zu helfen, welche ver Tenorist erwählt hatte. Es war der Zug ihres Herzens. Er bewohnte drei Zimmer im Hotel. Das erste war das Schlafzimmer, das Zweite das Audienzzimmer, das dritte das Wartezimmer. Im letzteren standen die Verehrerinnen Hochzehs und nahmen die Nummern in Empfang, welche der Diener unter sie vertheilte. In der Reihenfolge der Nummern sollten sie in das Audienzzimmer treten. um dem Künstler persönlich die Hand drücken und ihm für den Genuß des Abends danken zu können. Laura hatte No. 107. Sie war eine der Letzten. Geduldig wartete sie, bis ihre Nummer aufgerufen wurde, dann stürmte sie hinein. ' Da stand er. Beinahe hatte sie ihn nicht wieder erkannt, so abgespannt sah er aus. Auch schien er in der kurzen Spanne Zeit wesentlich magerer geworden zu sein. Von seinen stolz herabwallenden Haaren waren nur noch einzelne Strähne zu erblicken, das Uebrige war den 106 Verehrerinnen als Locken-Andenken anheimgefallen. Mechanisch reichte er Laura eine Scheere hin. Sie schnitt noch zwei
strähne ab, es blirb gerake" ein Rest für die paar übrigen Damen im Wartezimmer übrig. Die Größe des Augenblicks machte Laura stumm. Nur durch eine Art schnellerfundener Geberdensprache konnte sie einigermaßen ihre Empfindüngen ausdrücken. Dann aber konnte ste nicht anders, sie stürzte auf der, Künstler und umarmte ihn innig. Er erwiderte ihre Küsse mit einem gewiss sen Eifer, das war sehr itt von ihm. das muß man wirklich sagen. Nur mit schwerem Herzen riß sie sich los. Zwischen Audienz- und Wartezimmer befand sich nicht nur eine Thüre, sondern auch eine Portiere. Als Nummer 108 eintrat, schlich Laura ihr nach und versteckte sich hinter der Portire. Wenigstens wollte sie den. Anblick des geliebten Künstlers noch eine Weile genießen. Endlich war die Zahl der Besuckerinnen erschöpft. Laura wollte sichgerade aus dem Versteck entfernen, als die Schlafzimmerthüre geöffnet wurde und der Doppelgänger des Tenoristen eintrat. Nein, kein Doppelgänger, jetzt erst bemerkte Laura, daß der Neueingetretene der wirkliche Tenorist war und der Andere ihm nur entfernt ähnlich sah. .Kouschke," sagte der Künstler mit finsterer Miene. Sie überschreiten Ihre Befugniste. Ich habe Sie engagirt, weil Sie mir einigermaßen ahnlich sehen, um mich von den Ovationen meiner Verehrerinnen zu '.itlasten. Aber wenn Sie jede dumme Ga::s abküssen " Ein Schrei aus einer weiblichen Kehle und das donnernde Zuschlagen einer Thüre unterbrach den Sprechenden. Laura stürzte auf die Straße, wo sie Waldemar, getreu ihrer harrend. fand. Waldemar", rief sie aus, können Sie mir verzeil?en?" Alles!" sagte er auf's Geradewohl. Morgen können Si die Verlobungskarten drucken!" hauchte sie. Er war nämlich Buchdruckereibe-sitzer.
Gründlich geheilt. Weshalb sind Sie eigentlich Nichtraucher? Halten Sie das Rauchen für schädlich?" .Ja." Inwiefern?Ich will Ihnen mal eine kleine Geschichte erzählen! Ich bekleidete auf einem größeren Comptoir eine sehr einträgliche Stelle.. Natürlich war dort auch das Rauchen verboten. " Ah. verstehe. Sie verscherzten stch durch Ihre Leidenschaft Ihre Siellung?" Lassen Sie mich auserzählen. Da war eines Tages auf dem ziemlich dunklen ftlu? die Tochter unseres Chefs geküßt worden." Ah! Ter Thäter verschwand in die Bureaux. Der Chef und sein Com pagnon. ebenso seine Frau eilten auf den Lärm der Tame herbei und nah men uns junge Leute ins Verhör. Da? heißt, mich nicht, dennls man in die Nähe meines Pultes kam, über zeugte man sich, daß ich fest schlief. Leider!" Leider? Na, diesmal diente es doch dazu, Ihre Unschuld " Lassen Sie mich auserzählen. Ter Thäter war nicht zu ermitteln. Außer mir waren Alle auf's Tiefste entrüstet, und mich brachte selbst dieser Lärm nicht auf die Beine. Da hieß es plötz lich: Feuer! Feuer!" Erschreckt lief lles durcheinander auch ich war blitzschnell erwacht und bemerke zu meinem Entsetzen, daß mein Papierkorb brannte. Ter Compagnon meines Chefs ergriff ihn und stopfte schnell mit großer Geistesgegenwart seinen Mantel hinein. Das Feuer, das kaum begonnen hatte, erstickte und als nach einiger Zeit der Mantel entfernt worden, schüttete man das angekohlte Papier auf den Fußboden, um die Ur fache deS Feuers zu ermitteln. Und wissen Sie, was man entdeckte?" Nun?" Meine noch brennende, frisch anqerauchte Cigarre." Ah! Sie hatten nicht geschlafen. Sie hatten geraucht, der Schlaf sollte nur sozusagen Ihr geistiges Alibi dar thun." So ist es." Sie selbst hatten das iunae Mädchen geküßt?" So ist es." Nun? Und Sie wurden auf der Stelle entlassen?" Leider, nein." Leider? Na. das versteh' ich nicht." Ich mußte die Tochter meines Chefs - heirathen. Seitdem bin ich Nicht. raucher geworden. Selbstbewußt. ftrflu. lein Hedwig, ich liebe Sie! Lieben Sle mich ebenfalls?" Ja, ich liebe Sie. Herr Lieutenant!" edwia. das ist der schönste Tag Ihres Le bens!" Beim Wort genommen Sie iseufttnd): .Ach Gott, ick bin so müde! Hab' wieder den ganzen Tag genäht." Er: Na, das ist doch keine Arbeit. Ich kannte einen Herrn, der sagte immer, das Nähen sei für die Frauen, was das Pfeifen für die Männer." Sie: Na, dann nimm mal hier vanschenS Solen und t-Mr drei Flicken darauf." VerunalückteS Comv:!. m ent. Fräulein: Herr Meier, wie baden Sie mich denn so fckuell er. kannt?" Herr: Ach. mein Fräulein. äi? eyen la drer ffrau Mama schauderhast ähnlich." llnbereckttater Vorwurf! Pfarrer; Schämt Ihr Euch nicht. tt verwahrlost herumzulaufen, das Hemd sieht Euch ia überall hervor? Bettler, Unmöglich, Herr Pfarer, ich habe je gar keins an!
