Indiana Tribüne, Volume 19, Number 345, Indianapolis, Marion County, 30 August 1896 — Page 6

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Äir.dttg)!Wtcnfl. t Von Karl Geros. Es läuten zur Kirche die Glocken, Die Eltern, sie gingen schon aus. Drei Kindlein in goldenen Locken Die sitzen noch unter dem HauZ. Die muntern unmühigen Gäste Sind noch für die Kirche zu klein. Doch wollen am heiligen Feste Sie fromm wie die Alten schon sein. 5at iedes ein Buch sich genommen Und bält es verkehrt aus dem Schooß, Draus singen die Schelme, die fromnien, Mit schallender Stimme drauf los. Wein selber noch kcins, was es singet, 'Sinat iedes in anderem Ton; Sinai" immer, ihr Kindlein, es dringet Auch so zu dem himmlischen Thron. Dort stehn eure Engel, die inen. Und singen dem Vater der Welt. Der stets aus dem Munde der Kleinen Am liebsten sein Lob sich bestellt. S-nat immer: da drübm im Garten, Da smat's in die Wette mit euch; Die Vögelein sind cs, die zarten, Die zwitschern im jungen Gesträuch. Sinat immer; ihr singet im Glauben, Das ist ja dem Heiland genug. Ein Lerz ohne Falsch wie die Tauben Nimmt frühe gen Himmel den Flug. Singt immer; wiv singen, die Alten, Und lesen die Schrift mit Verstand. Und doch ach! wie hundertmal halten Das Buch wir verkehrt in der Hand! Sinat immer; wir singen die Lieder Nach Noten, so wie sich's gehört. Und doch vom Gezänke der Brüder Wie oft wird der Einklang gestört! Sinat immer; aus irdischen Hallen Der hehrste und herrlichste Chor, Was ist er? ein kindisches Lallen, Ein Hauch in des Ewigen Ohr! Mutterliebe. Ein einziges auf Erden ist nur schöner Und besier als das Weib, das ist die Mutter. Leop. Schefer. Sogar der ärmste Mensch ruht einmal an einem weichen, warmenHerzen, an dem seiner Mutter, und eine innigere Liebe wird er nie in seinem Leben mehr finden. Die Mutterliebe ist ein Geheimnib. das der Menschenverstand nimmer ergründen kann. Sie steht hoch Über dem Verstände und ist eine heilige Leidenschaft, in welcher alle anderen uniergehen. Sie ist eine Oriflamme auf dem Altare des Herzens, welche nie erlöscht. Sie braucht nicht erst vom Verstände genährt und lebendig erhalten zu werden; sie lebt und webt als Jnstinct in allen Wesen. Mutterliebe ist die mächtige Triebfeder der Natur, die Quelle aller reinen Liebe sie ist das erste Gottähnliche im Menschen. Fürwahr, es liegt eine unvergängliche Zärtlichkeit in derLiebe einer Mutter zu ihrem Kinde, die über alle anderen Neigungen des Herzens geht. Sie wird nicht erkaltet durch Eigennutz, nicht entmuthigt durch Gefahr, nicht geschwächt durch Unwürdigkeit, nicht erstickt durch Undank. Jedes Labsal opfert sie der Bequemlichkeit ihres Kindes, jedem Vergnügen entsagt sie, um es zu erfreuen; sie ist stolz auf seinen Ruhm, freut sich über sein Glück, und wenn Trübsal es trifft, wird es ihr noch theurer durch sein Unglück; ja, selbst wenn Schande auf seinen Namen fällt, wird sie es doch lieben und erfreuen, und wenn die ganze Welt es ausstößt, wird sie ihm die ganze Welt sein. Wie richtig sagt Earl Töpfer: ). fühlten doch die Kinder, daß für sie An e i n t x Stelle immer Rath und Trost Für ihren Kummer wahres fühlFür ihre Hoffnung der Erfahrung Leiten Für ihre Freuden frommer Mitgenuh Zu finden ist. es ist die brüst!Und ach! wie wenig wissen wir doch die Zärtlichkeit einer liebenden Mutter zu schätzen, so lange sie lebt! Wie tot nig achten wir in unserer Jugend auf all' ihre Liebe und Sorgfalt, auf all' ihre liebevollen Bekümmernisse um uns! Aber wenn sie todt und dahin ist. wenn die Sorge undKälte der Welt erstarrend auf un'serHerz wirken, wenn wir erkennen, wie schwer es ist. wahres Mitgefühl zu finden, wie wenig Leute sich im Unglück unser annehmen, dann erst gedenken wir der Mutter, die wir verloren haben! Denn Ewig treu und ewig fest Bleibt dir das Mutterhcrz, Bleibt dir, wenn alles dich oerläßt. Bleibt dir in Lust und Schmerz." Ihr Kinder, jung und alt. Ihr achtet nicht, Ihr schätzt nicht genug diese wundervolle Mutterliebe; ist sie doch, wie jene höchste Milde, die Krone der Tugend, denn fa duldet Alles, sie leidet Alles und sie erträgt Alles." D i e Diplomatin. Freundie: Was hattest Du bei dem Restaurateur Müller zu thun?" Braut : Ja, weißt Du. dort speist nämlich mein Bräutigam und da habe ich den Wirth bestochen, daß tz ihm jetzt vor derHochzeit recht schlechte Speisen vorsetzt!" Verkehrte Wirkung. Herr: Aber, meine Damen, dieses laute Reden während des Concertes ist doch unausstehlich!" Fräulein: Nicht wahr, das finden Sie auch! Man muh wirklich furchtbar schreien, um sich bei Ländlich i machen!" ..

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Mnsen's MKIieyr. Nicht achtend die tausend Schrecken, mit denen die Natur die Pole der Erde umringt, ziehen seit Jahrhunderten kühne Forscher in das mysteriöse Eisland und schlagen ihr Leben in die Schanze, um den schrecklichen Bannkreis, den Frost und Hunger. Eisberge und Schneestürme um den Nordpol geZogen, zu durchbrechen. Mancher unerschrockene Mann ist dort für dieWissenschast den Heldentod gestorben, andere sind zur Umkehr gezwungen worden, nachdem sie, trotzigen und verwegcnen Muthes, vergeblich versucht hatten. die Fahne des Sieges auf dem Pol aufzupflanzen. Dieses Schicksal ist auch dem kühnen Norweger Dr.Fridthjof Nansen beschieden. welcher nach ca. dreijähriger Abwesenheit aus den Regionen des ewigen Eises zurückgekehrt ist. ohne das ersehnte Ziel erreicht zu hoben. Nansen ist mit seinen Begleitcrn auf der norwegischen Insel Vardö eingetroffen, nachdem die Reisenden im Herbst 1895 den Fram" (VorD r. N a n s e n. warts") verließen und sich auf das Eis begaben. Es geschah dies cm 14. März 1893 am 84. Grad nördlicher Breite. Er durchkreuzte das PolarMeer bis zu einem Punkte von 86 Grad 14 Minuten nördlicher Breite, nördlich von den Neusibirischen Inseln gelegen. Nördlich vom 82. Grade nördlicher Breite oder von da bis zum Franz Joseph Land, wo er den Winter zubrachte, sich von Bärenfleisch und Wallfischspeck nährend, ward keinLand gesehen. Der Dampfer Windward", der Materialien für die Jackson-Harms-worth-Erpedition überbrachte, traf den kühnen Forscher nahe Franz JosephsLand. Dieselben erwarteten, daß der Fram" eventuell nach derOstküste von von Grönland treiben würde. Dr. Nansen hat den Nordpol nicht erreicht, aber er ist bis zu einem Punkt, der über 2 Grad näher, als je ein Forscher gelangt ist, vorgedrungen: Greeley erreichte im Jahre 1882 den 4. Grad. Nansen's kühnesUnternehmen gründete sich auf die Annahme, daß eine polwärts gerichtete allgemeine Strömung an der asiatischen Küste des Eismeeres vorhanden sei, und in dieser treibend hoffte er den Nordpol err?ichen zu können. Am 24. Juni 1893 fuhr Nansen mit seinen Begleitern auf dem guten Schiffe Fnim", das eigens für diesen Zweck nach einem von dem Forscher selbst ersonnenen Modell gebaut war, den Christiania-Fjörd hinaus; seine Begleiter waren: Capitän Otto Sverdrup, Führer des Schiffes; Marine-Lieutenant S. Scott Hansen, Cand. med. Henrick G. Blessinz. Schiffsarzt; Adolph Juul, ProviantVerwalter und Steward; erster SteuFram. ermann T. C.Jacobsen. erster Maschi nist Anton Amundsen; Secondelieut:nant Hjalmar Johansen. Schütze. Cki-Läufer, Heizer und Matrose; Harpunier Peder L. Henriksen; Maschinist und Schmidt Lars Petersen. Der Fram" ist nicht groß, denn b:i 123 Fuß Länge hat er eineBreite von 36 Fuß. Er ist ein dreimasiigerSchooner mit einer Maschine von 160 Pferdekräftm; er sollte aber nur zwei Monate nach der letzten Kohleneinnahme unter Dampf sein und sonst die Segel benutzen. Höchst eigenartig ist die Construction der Fram". Um den gewaltigen Eispressungen des PolarmeeresStand zu halten, ist er möglichst stark und aus den besten Hölzern gebaut. Allein die 12 Zoll dicke Eis haut" kostete gegen 22,000 Kronen. Dabei hat das Schiff möglichst wenig vorspringendeEcken und Kanten. Glatt wie ein Aal sollte es zwischen den Eiöschollen hindurchschlüpfen.' Wenn sich aber dennoch die Eismast'en um das Schiff lagern und es in seinen llmai mungen festhalten würden, sollte es dem mächtigen Drucke nach oben entweichen können. Seine Seiten sind nämlich nach unten zu abgeschrägt, so daß es von den zusammendrängenden Eismassen gehoben wird, und seine Unterseite ist so flach, daß cs. auf eine Scholle gedrängt, nicht kentert. Auch sonst war die Ausrüstung musterqültig. Die Außenseiten derMannsckaf'.Zkojen, des Schiffsaals und der Eajiile sind mit verschiedenen Lagen Filz. Kork. Tannenbrettern.Linoleum. Renthierhaardecken usw. verwahrt. Zur Erwärmung und zu Kochen wurd'.n außer Kohlen Spiritus und Petrlcum mitgenommen. Ja selbst elekirische Lampen wurden in das Polarmeer geschafft. Eine Windmühle, die auf dem Schiffe aufgestellt werd?

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kann, liefert die Kraft zur Bewegung einr Dynamomaschine! Der Proviant war auf mehrere Jahre berechnet. Auf, der beigegebenen Kartenskizze ist der Schauplatz der Nansen'schen Expedition veranschaulicht. Auf der gefahrvollen Reise bewehrte sich der Fram" ausgezeichnet, trotzdem das Schiff zeitweise in 30 Fuß dickem Eise eingefroren war. Da alle Mitglieder der Expedition sich der besten Gesundheit erfreuten, wurde dem Gelingen des Unternehmens mit Zuverficht entgegengesehen. Als Nansen Zu der Ueberzeugung gelangte, daß der Fram" bald die höchste nördliche Breite erreichen würde, beschloß er die Eiswüste weiter nördlich zu durchforschen und die Leitung der Expedition an Bord des Fram" dem Capitän Sverdrup zu übergeben. Am 14. März 1895 verließ Nansen in Begleitung des Lieutenant Johansen unter 83 Grad 59 Minuten Breite und 102 Gmd 27 Minuten Länge mit 28 Hunden. 2 Schlitten und 2 Kayaks das Schiff und drang gen Norden vor. Unter unsäglichen Mühen gelangten die beiden kühnen Männer bis 86Grad 14 Minuten: dann kam Nansen zu der Ueberzeugung, daß don einem weiteren Vordringen nicht mehr die Rede sein konnte, und am 8. April wurde der Rückweg angetreten. Am 26. August erreichten sie unter 81 Grad 13 Minuten Breite und 56 Grad anc: einen Punkt, der zu einem Winterquartier passend erschien, und da es zu spät zur Fortsetzung der Tour noch Spitzbergen war, so hielt Nansen es für das Beste, zu bleiben und Vorbereitungen für das Ucberwintern zu treffen. Nansen und Johansen schössen Bären und Wa!rosse, bauten eine Hütte aus Steinen. Erde und Moos und bedeckten dieselbe

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D i e projeciirte Fahrt. mit Walroßfell. Den Walroßspeck b:nutzten sie zum Kochen, Heizen und zur Beleuchtung. Zehn Monate lang lebten sie von B'ärenfleisch und dieBärenseile dienten als Lagerstätten. Das Frühjahr brachte Sonnenschein und offenes Wasser und am 19. Mai wuroe das Winterquartier verlassen und glücklich erreichte Nansen mit seinem Begleiter Franz JosephZ Land.von wo sie auf dem Dampfer Windward" in die Heimath gelangten. Ueber das Schicksal des Fram" und der übrigen Mitglieder der Expedition fehlt noch jede Nachricht, doch glaubt Nansen.daß das Schiff sicher heimkehren wird. Eine schwimmende JZettungsstation. Auf dem Ohio wie auf dem Missouri gibt es eine schwimmende Rettungsstation und binnen Kurzem wird auch Boston eine solche besitzen. Dieselbe wird ihren Platz ungefähr eine Meile vom Ufer zwischen City Point und Thompson Island erhalten und die einzige ihrer Art auf dem Ocean sein. Die Station, welche nach den Plänen des Superintendenten Kimball vom Bundes-Rettungsdienst ge'rlfoä Ansicht der Station. baut wurde, besteht aus einem 100 Fuß langen und 33 Fuß breiten Fahrzeug, das an einem Ende spitz zuläuft, während es an dem anderen Ende eine 19 Fuß breite und über 30 Fuß lange Oesfnung hat, in dieser werden die Rettungsboote zu Wasser gelassen. Das Fahrzeug wird am Bug an einem freien Kabel verankert, so daß es stets der Richtung der Wellen folgen kann und die Rettungsboote in ruhigem Wasser herabgelassen werden können. Recht passend. Braut: Aber warum wünschen Sie gerade zu mir zu kommen?" Köchin: Ja, ich wär' halt die Braut von dem Burschen des Herrn Lieutenants, den Sie heirathen!" Bedientenlogik. Diener: Ich habe jetzt einen komischen Herrn. Der genirt sich, mir direct ein Trinkgeld zu geben. Er läßt cs immer in seiner Westentasche stecken, und da muß ich es mir beim Kleiderr:inigen herausnehmen." Ganzeinfach. Richter: Angeklagter, Sie haben nach und nack vier Ehen eingegangen, das ist ja ganz horrible was haben Sie zu Ihrer Vertheidigung vorzubringen?" Angeklagter: Daß rni' der Storch vertragen hat in die Türkei hätt' i' g'hört "

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'Mchm-Vowgorod. Die gewerblichen Ausstellungen, die in diesem Jahre in so überaus zahlrelchen Städten Europas, in Berlin. Nürnberg, Dresden, Graudenz. Kiel, Leipzig, in Budapest, in der Schweiz u. s. w. stattfinden, haben durch die große russische Ausstellung in NischniNowgorod noch eine ganz eigenartige Bereicherung erfahren. Die sagenumwobene alte Wolgastadt, die als äußerster nach Osten vorgeschobener Po sten der russischen Cultur seit JahrHunderten das Bindeglied zwischen Asien und Europa bildet, ist ja an sich schon eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Nischni - Nowgorod, an der Okamündung auf den am Ufer des majestätischen Wolgastromes steil auf ragenden Spechtsberaen, den Djat-Muster-Volksschule. lowyja Gory, malerisch a&gen, ist nicht nur. die schönste Stadt Rußlands, die mit ihrer originellen nationalenArchitectur. den prächtigen Quais, den charakteristischen Kathedralen und den bizarren Glockenthürmen eine mächtige Anziehungskraft auf den Fremden ausübt, sondern auch der weitaus lebhafteste und wichtigste . Handelsplatz im ganzen europäischen Osten. Außerordentlich fesselnd ist das bunte Bild des riesigen Dampfschiffverkehrs auf den hier zusammenfließenden beiden weiten Strömen und das phantastische, internationale Völker- und Syrachgemisch, das hier alljährlich vom 15. Juli bis zum 10. September zur Zeit der Messe" herrscht, wo Jahr für Jahr gegen viermalhunderttausend fremde Käferund Verkäufer aus allen Theilen der Welt zusammenkommen, erstaunlich leicht und bequem untergebracht werden und die ungeheuren. hier aufgestapelten Waaren in verhältnißmäßig kurzer Zeit zur Vertbeilung und zum Umsatz bringen. Und hierzu kommt in diesem Jahre noch die sehr große und bedeutsame Wvstawka, die Ausstellung, welche von den ungewöhnlich raschen Fortschritten der russischen Industrie auf fast allen Productionsgebieten ein glänzendes Zeugniß ablegt. Z&Ü&M VavillonderTheehändler. Die StadtNischni - Nowgorod wurde imJahre1212 von dem Großfürsten Juri Wsewodolowitsch gegründet. Sie zählt heute siebzigtausend Einwohner. Besonders Interesse verdienen das alte Petscherskikloster, die hohe Kremlbefestigung. zu deren steilen Thoren von dem Oka - und dem Wolgaquai sch'one. breite Straßen, wie die Iwanowskaja (Johannisstraße). emporführen, fowie die überaus zahlreichen alten und neuen Kirchen. Die originellste der neuen Kirchen ist die Stroganowkirche. sogenannt nach ihrem Erbauer Grigori Stroganow, dem bekannten Erfinder und Industriellen, der zuerst den Gedanken an die Eroberung Sibiriens anregte. Ihr Stil, der vetrinische, zeigt allerlei seltsame Verzierungen; der Fond der Kirche ist himbeerfarben und Stroganow -Kirche. mit Ranken, Arabesken und verschnörkelten Kreuzen bemalt, wie sie in Rußland erst seit Peter dem Großen aufgekommen sind. Originell ist auch das hohe Piedestal der Kirche; man muß viele Stufen emporsteigen, um zu ihr zu gelangen. Die Messe von Nischni - Nowgorod. von der Stadt durch den breiten Oka fluß getrennt, erinnert etwas an die alte Handelscity von Moskau, an das Kitai - Gorod (die Cbinastadt). Jy der Messe, die einen Siadttheil für sich bildet, giebt es keine Wohngebäude, sondern ausschließlich lange Reihen von Buden, und zwar für jede Waarengattung eine besondere Reihe. So die Eisenreihe, die Löffelreihe, die Glockenreihe u. s. w.- In der letzteren befinden sich Glocken von den rierscbiedensten Größen und Normen I Sie sind an großen, dicken Balken auf.

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9r gehängt, und man kann sich denken, welches ohrzerreißende Getön hier herrscht, wenn sie probirt werden. Der Glocken - Budenreihe. weitaus wichtigste Handelsartikel ist jetzt der Thee geworden, während z. B. der Tauschhandel mrt Pelzwaaren seinen Centralpunkt nach Leipzig und London verlegt hat. Nach NischniNowgorod gelangt nur der Landthee, der hier in großen Theeniederlagen in Kisten, die in strenger Ordnung übereinandergeschichtet und mit Holzwolle und Sägespänen bedeckt sind, aufgestapelt wird. Hinter jeder dieser Nicderlagen befindet sich eine Baracke ausMatten. in der der Commis wohnt. Der Theeumsatz beläuft sich jährlich auf über zwanzig Millionen Rubel. In der Mitte der Messe steht der Gostinny Dwor, der. große Kilushos mit feinen sechzig Flügeln und den Tausenden von Läden. Vor ihm liegt an einem Seitenarm der Oka der Hauptjahrmarktsplatz mit dem Glawny Dom, dem Hauptverwaltungsgebäude. Die diesjährige große russischeAusstellung ist entsprechend der außerordentlichen Entwicklung der Industrie in den letzten vierzehn Jahren noch drei Mal größer, als diejenige der MosGlawny Dom. kauer GeWerbeausstellung im Jahre 1832. 55 Gebäude sisd von der Negierung. 117 Pavillons von Ausstellern erbaut worden. Die Gebäude sind sämmtlich in russischem Stil errichtet und zum Theil architektonische Meisterwerke, nur. die centralasiatische Station ist in orientalischem Stil gebaut; sie weisen die russische Bauart verschiedener Zeiten und Gegenden auf, und so tritt der nationale Character deutlich hervor, zumal da auch das gesammte Personal altrussische Kleider trägt. Der Vergnügungstheil ist sehr beschränkt, die Ausstellung trägt im ganzen einen ernsten Character. Seh: stark vertreten ist die Hausindustrie, die in Rußland heute noch sieben Millionen Menschen beschäftigt, sechsmal so viel als die Fabriken. Besonders zu erwähnen sind die Abtheilungen der Land- und Forstwirthschast, desWeinbaues. der Montanindustrie und der Baumwollenfabrikation. In allen Industriezweigen werden jetzt ausschließllch russische Rohstosse bearbeitet. - Jwanowskaja. Am interessantesten sind zweifellos die Sectionen für die Aussteller Mittelasiens und Sibiriens. Hier ist m einem originellen, in chinesischemStil errichteten Pavillon der Kjachtaschen Theehändler eine lehrreiche Sammlung ausgestellt, die ein vollständiges Bild der Handelsbeziehungen Rußlands mit China und Japan giebt. Ferner sind hier die charakteristischsten Behausungen der Eingeborenen Sibiriens zu finden: die ostjakischc Jurte" und der iakutskische 2schum." In der Section für Volksbildung sind zwei Muster - Volksschulen ausgestellt, von denen die eine mit einer Kirche verbunden ist; im unterenStock befinden sich die Schlafräume derZöglinge. der Speisesaal und die Leh?:r Wohnung, im oberen die Kirche, die Bibliothek und die vier Schulräume mit allerlei bemerkenswerthen 5andarbeiten, die von Schülern und Schülerinnen angefertigt sind. Begreiflicher Wunsch. Student: Ach. einen Tag möchte ich Gläubiger sein!" Die Wahrheit ist eine schw??t Speise, die nuv durch die Würze ses Humors verdaulich wird. Ein Menschenfreund. Vater (zur Tochter, die sich zu einem Klaviervortrag anschickt) : Minna, vergiß nicht das Vorspiel, damit die Gesellschaft Zeit hat, sich zu netten!" Beschönigung.Jda: Wi fühlst Du Dich in Deiner Ehe? Man spricht. Dein Mann sei unterm Pantoffel!" Adolphine:. Nur Ver. leumdung! Ich sage Dir, ich muß immer so Pfeifen, wie mein Mann tanzt!"

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a--gg&gg Squaw-Wättttcr. Mit Fug und Recht stehen die Sauaw - Männer, die weißen Gatten von Indianerinnen, in dem denkbar übelsten Gerüche. Der Mehrzahl nach gehören diese dunkeln Ehrenmänner zu dem verkommensten Gesinde! des Westens, das, zur Arbeit zu faul und ZU feige zum Verbrechen, in der Verheirathung mit einer Squaw die einzige Möglichkeit, ein Lumpenleben zu führen, erblickt. Dev Ausnahmen gibt es nur wenige, aber diese wenigen sind sämmtlich sehr wohlhabende Männer. Nach dem Bericht der DawesCommission wird das Indianer - Territorium von 50.000 Indianern sowie 300.000 Weißen bewohnt und von letzteren gehört mindestens ein Drittel durch Heirath dem einen oder dem andern Stamme an. denn die Gesetze der ??ünf Stämme besagen, daß ein Weißer, der eine Indianerin zum Weibe nimmt, alle Rechte der StammesangeHörigkeit ererbt. Um das gewöhnliche Gesinde! fern zu halten, erhoben mehxtzz Stämme bei Ertheilung einer A.J.VlackwellundWeZb. Heirathslicenz einer Gebühr von $100 bis $200 und dies hat zur Folge gehabt, daß unter den Squaw - Männern sich ein besseres Element bemerkbar zu machen beginnt. In der Regel werden die Jndianermädchen gute Gattinnen und wenn der Weiße, dem sie ihre Hand gereicht haben, nur einigermaßen die durch seine Heirath erwordenen Privilegien auszunützen versteht, kann er es in verhältnißmäßig kurzer Zeit zu großem Wohlstand brinaen. Dies ermöglichen die eigenartigen Landgesetze der Fünf Stämme. Dieselben bestimmen, daß jeder Stammesungehörige so viel Land, als er verbessern" will, in Besitz nehmen darf, und da keine Bestimmungen hinsichtlich der Ausdehnung der Verbesserungen" eristiren, sind kem Landerwerb thatsächlich keine Grenzen gezogen. Außerdem ist Jeder zu einer halben Meile Weideland nördlich, östlich, südlich und westlich von jeder Verbesserung" berechtigt und auf Grund dieser GerechtZelte eines Squaw - Mann e s. same haben sich manche weiße Cherolees in den Besitz von 50 Quadratmeilen der besten Weiden zu setzen verstan. den. Diese ungeheueren Weiden haben sie mit Stacheldraht eingezäunt und an große Viehzüchter verpachtet, so weit sie sie nicht selbst benutzen. Einzelne haben auf ihren Ländereien Kohlen bergwerke und Oelbrunnen im Betriebe, welche ihnen sehr bedeutende Einnahmen bringen. Einer, der bemerkenswerthesten Squaw - Männer ist der reiche A. I. Blackwell in David. Dieser Mann, das Prototyp eines Voomer". kam, arm wie Hiob, vor wenigen Jahren, in das Territorium, wo er bald ein schmuckes Cherokee - Mädchen zum Weib gewann. Mit den Iahresrenten. die seiner Frau zustehen, verbesserte" er in verhältnißmäßig kurzer Zeit mehrere Plätze, welche er an Weiße, die er aus den benachbarten Staaten importirte, verpachtete. Die Pachtgelder gewährten ihm die Mittel zu immer mehr Verbesserungen" und jetzt hat er Tausende von Acres in dem prächtigen Pryor Creek Valley eingezäunt, wo er dieStadtDavid gründete und Kohlenbergwerke, Oelbrunnen u. s. w. anlegte. In der ganzen Umgegend herrscht Blackwell unumschränkt, denn er ist der erste Beamte, Redactcur der einzigen Zeitung und reliaiöses Orakel. 511 7U sei . ?UJlii .lii WilJl'Ji mwm?rm?m&& 7? tu ) .5--BlackweU's Wohnsitz. 'Außerdem hat er nach der Oesfnung des Cherokee - Streifens" dort die Stadt Blackwell angelegt. Die Vollblut - Cherokees sind seine geschworenenfseinde und sie lassen nichts unversucht, um seinen Uebergrisfen ein Ende ?.u machen. Da durch Stammesgesetz der Verkauf von Land an Richtbürge? als Hochvertath, der mit dcm Tod: bestraft wird, erachtet wird, würd? er mehrere Male in's Gefängniß ge.-vor-fcn: das erste Mal wurde er durch In tervention der Bundesbehö?d?n befreit und das zweite Mal entfloh er. Ein anderer Squaw - Mann . der Cherokees. der es zu großem Reichthum gebracht hat. ist Henry Smith, der mit seiner rothen Frau und einem Dutzend Kinder, umgeben von dem größten Luxus, auf einem prächtigen Landsitz wohnt. Bei den Crceks spielt Simon Alderson eine ähnliche Rolle

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und' unter den Chickasaws ist Jo?n Bok der angesehenste derSquaw-Män-ner, nachdem Mumford T. Johnson kürzlich gestorben ist. Daß die Jndianermädchen, welche weiße Abenteurer heirathen, aller Cultur bar sind, darf man durchaus nicht annehmen. Der Mehrzahl nach haben die Töchter de? Cherokees. Chickasaws, Choctaws und Creeks eine mittelmäßige Schulbil düng, ja einzelne sind sogar aus Hochschulen und Seminarien ausgebildet worden. Schönheiten, wie sie Cooper beschreibt.- sind unter den genannten Stämmen freilich sehr selten, doch sind die jungen Indianerinnen der Mehrzahl nach schmucke Mädchen von solchen Charaktereigenschaften, auf die es in der Ehe hauptsächlich ankommt. Die Kirche von Stadtilm. Eines der schönsten altenGotteshäuser in thüringischen Landen ist die Kirche in dem kleinen Städtchen Stadtilm. nordwestlich von Rudolstadt. Die Kirche stammt zum Theil noch 2us dem 12. Jahrhundert; ihm ist jedenfalls wenigstens der romani' sche Westbau und vielleicht der Beginn der Thurmbauten zu danken. Das 13. und 14. Jahrhundert haben dann weiAnsicht der Kirche. ter an ihr gebaut und ihr ein gotisches Gepräge aufgedrückt; die häßliche holzerne Brücke zwischen beiden Thürmen bekannt als die höchste Brücke Thüringens" ist erst im 17. Jahrhundert hinzugekommen, während das 13. allerlei, theilweise nicht glückliche Restaurationsarbeiten brachte. Noch immer künden zahlreiche Reste von der einstigen Pracht des Gotteshauses, von seinem reichen künstlerischen Schmuck ; vor allem erregen die beiden reich ornamentirtenHauptportale an dcnLangselten und ihre Vorbauten das Interesse aller Kenner; das einst reiche Bildwerk ist leider vielfach arg zerstört, wirkt aber auch heute noch durch seine derbe, kraftvolle Originalität. Dilemma. Caroline, Sie verlassen heute noch den Dienst!" Aber weshalb denn, gnädige Frau?" Sie haben sich vorhin auf der Treppe von meinem Sohne küssen lassen!" Sooo und neulich wollten Sie mir' kündigen, weil ich mich von einem wildfremden Mann auf der Treppe habe küssen lassen! Ihnen kann man's doch gar nie recht macheu!" Der Distanzfex. Ewig schade, daß die Erde so jain merhaft klein ist!" D e 8 h a l b. Du willst also doch nach Italien?" .Ja, bin von meiner Z?rau überstimmt wordin!" Glückliche Lage. Schau spiele? (der eine Collegin geheirathet): Meine Frau war so gefeiert, daß wir noch jüngst in der glücklichen Lao wa ren, allein zwölf Armbänder versetzen zu können!" Der blaue Montag. Fremder: . Ich habe den See dort noch nie so blau gesehen. Einheimischer Sandwerker: Dann waren Euer naden gewiß noch nicht am Montaz hier! Aus dem Gerichtssaal. Richter: Bekennen Sie sich schuldig. Angeklagter?" .'Angeklagter: Aber bitte, ich muß dch st hören, ö?aZ du Zeugen diW!" i ..

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