Indiana Tribüne, Volume 19, Number 345, Indianapolis, Marion County, 30 August 1896 — Page 3

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Revanche! Vcn Asand er ZZroa von AoSerts. (7. Fortseung). Sie legte die entfaltete Serviette wieder auf den Teller und machte eine JBßwaurrg auszustehen ein Geheimniß soll nicht bei uns zu Gast sein, hörst Du!Unsinn 1 Bleib! Was sollst auch Du Dich noch ärgern Ich bin Deine Frau jetzt beichlest Du mir sofort!" drohte sie flehend. Der Diener kam und machte sich am Büffett zu schaffen. Sie aßen aus Heuchelei vor dem Manne; aber Viktor ließ den Löffel wieder in die Suppe gleiten, er war zu erregt. L!z der Diener verschwunden war, fuhr er heraus: 'Eine Infamie! Eine Impertinenz! Diese verdammten Zeijungen!" Und er zerknitterte die Serviette, als ob es eine von den Verbrecherinnen selbst wäre. Zögernd, von Andeutungen bi zum Wortlaut der Denunziation iiDercjc hend, berichtete er. Die heutige France brachte unter geistteich sein sollender Umhüllung inen scharfen Ausfall gegen das Haus Jamin?t. Man venunzili ?5 als das Prmßennest". Pardon, Gertrud, Du wolltest es ja hören!" O er weiß, wo die Schändlichkeit herrührt. Es ist Franois', des gejagUr. Dieners Rache. Er hat sich an einen Journalisten gemacht, und die sind zu jedem Skandal bereit. Der Artikel forderte zum Schluß in unerWörter Frechheit zur Säuberung ves Nestes auf. .Ich bin's ich soll fort flüsterte fa, mit verstörtem Blick in's Leere starr:nd. Er überhörte da, zornig rief er: Ich will doch sehen, ob ich nicht im eiaenen Haufe Herr bin über diese entsetzliche Revanche!" Dann berichtete er, wie bestürzt Papa gewesen. Der sah schon den Ruin des Geschäftes. Er war so eingeschüchtert. daß er den Schreiern sofort ein Opfer hinwerfen wollte. Er meinte wenn Margret Vorsichtig lauernd brachteViktor den Kamen heraus. Sie zuckte hastig zusammen und unser Kind!" rief sie in schriller Angst. Run. nun, es wäre noch nicht der Weltuntergang. Es gröt Ammen genug in Paris!" Was? Du wolltest wirklich? Weißt Du weißt Du was das was das ist? Das ist feig!" In schärfster Betonung warf sie ihm die Worte hin. Es war wie ein Schlag in's Gesicht. Dann brach sie in Thränen aus. So kam es. daß Viktor nichts von dem Zufall erfuhr, der ihr die Zeuners in den Weg geführt. '. Vierzehntes Kapitel. Wohnt hier Madame Zeumr?" Madame Sön6?" antwortete der Portier aus der kellerartig vertieften 2oge Madame Sön6 wohflt tni fünften, Madame!" Und Gertrud stieg die fünf Treppen hinan, immer festeren Trittes, denKopf trotzig erhoben. Unterwegs im Fiaker hatte sie sich schon der Vermummung des dichten Schleiers entledigt: was für eine Aengstlichkeit! Sie hat Niemand ' zu fürchten jetzt nicht mehr!' Hinweg clle Nebengedanken! Gilt es doch. Zuflucht zu fuchm für eine Deutsche, die man in ihrem, Gertruds eigenem Hause, geächtet hat. . Die Zeuners, Mutter und Sohn, bewohnten in der Ru Soufflot, hoch übsi dem Dunst und dem Lärm der Straße, eine kleine Reihe winziger Zimmerchen, die um so mehr den Charakter von Vogelkäfigen trugen, als ihre Fenster, die sämmtlich zugleich Thüren bildeten, von dem fortlaufen 'den Gitter eine? gemeinsamen Galerie umgeben waren und ein buntgcmischtes Volk von allerlei Vögeln hier wirklich zu Gfst aus- und einflog, durch das auf der Galerie reichlich ausgestreute Futter angelockt. Vielonne, viel Lust, viel blauende Himmelsweite, und die Kuppel des Pantheons, die zu allen Fenstern hereinschaute, bald im Nebel verhaucht wie ein zartes Märchmgebild, bald vibrirend in der gleißenden Mittagssonne, bald als gigantische Silhouette ticsfchwarz in das schimmernd: Stahlblau desSternenhimmelZ ragend. Hier innen aber die Fülle deutscher L'ehaglichkeit manchem Landsmann fiel es beim Eintritt wie einVor wurf auf's Herz: hier wenigstens woh n-tn Deutsche, die sich selbst nicht aufgegeben haben in dem alles verschlincend'n Bann des Pariserthums! Als Frau Zeuncr die Karte em pfing. die ihr Gertrud meldete, erhob sie sich überrascht von ihrem ArbeitZtischchen am Fenster und eilte der An kommenden, beide Hände ausgestrickt, entgegen: Welche Freude! Welch groß- Freude!Und die tiefblauen, immer noch schönen Augen der prächtigen Greisin lach ten. irie nur Kinderaugen zu lachen vermözen. Doch gleich nach der ersten Bezrüßung stutzte sie: Gertruds Augen waren dunkel umflort und ihr Antlitz von eine? nervösen Erregung überzittert. Es st'cht doch Alles gut bei Ihnen?" Sie hätten mich gewifc nicht so bald erwa-t:t. liebe Frau Zeuner?" Gertrud versuchte zu lächeln, aber ein gewisser Zang in den Mundwinkeln ließ fast das Gegentheil zum Aus druck kommen. Als sie die würdige Da, ' me in ihrer überquellenden Herzlichkeit auf sich zueilen sah. hätte sie sich am liebsten an deren Brust geworfen. Hoffentlich keine böse Nachricht von Miilfciin?" .O danke, dank: nur Gutes von

vorr. Jcy werbe scyrewen, man wird sich herzlich freuen, daß ich Sie ge troffen. Ich komme heute, Sie um eme Gefälligkeit zu bitten, liebe Frau Zeu-

ner. Es handelt sich um ein Obdach für Jemand ixe Deutsche, die man nicht im Stich lassen darf." Gertrud hatte sich vorgenommen, die schwere Krise, die den Frieden ihres Haufes und das Glück ihrer Ehe erschütterte, nur andeutend U streifen. Doch die Herzlichkeit der alten Dame sprengte sofort den Vorsatz. Als wenn sie die Stimme ihres Mütterleins vernähme, die das Innerste ihrer Seele traf. Keine Möglichkeit, zu heucheln und zu vertuschen! Ich habe also meine Amme entlas sen müssen, Sie wiesen, eine Westerwälderin Mama besorgte sie mir." Plötzlich versagte ihr die Stimme, sie fühlte etwas Feuchtes in den Augen quellen. Frau Zeuner erschrak. Steht es so? Ist sie nicht glücklich? Eine andre Mutter hätte hier zu triumphiren vermöcht: war lhrElg'ener doch demBlendwerk dieses exotischen Glückes unterlegen. Sie hatte dergleichen kommen sehen. Das arme, liebe Wesen! Sanft umfaßte sie Gertruds Taille und leitete die iunae Rraii nack dem ! vordersten der Vogelkäfige, wo sie selbst gesessen, ßflmrnen m.f'vn Tfsi?2 .(Tinh ff v w " Wiar wr Sie werden mir erzählen." Gertrud wollte sich fassen, und so fiel die plötzliche Freude über die löstliche Behaglichkeit dieses vorderen Vogelkäsigs etwas überschwenglich au. Die Fensterthüre stand auf und die Sonne fluthete mit einer gewissen Uebermacht herein, als wollte sie z:igen, fcüs sie alsFebruarsonne zu leisten ver mochte. Dort stand ein Nähtisch, mit echter deutscher Flickarbeit darauf. Ueöerall Schoner und Schutzdeckchen nach altfränkischerArt; alles blank und gleißend von Sauberkeit, selbst die Kohlengluth im Flamin schien gtöutzt. Von den Wänden schauten Pastellbilder von Ahnen mit dem gewissen freundlichen Familienlächeln der Aeuners hernieder, etwas erstaunt über die Keckheit der Pariser Spatzen, die durchs Fenster bis in die Mitte des Teppichs hüpfende Exkursionen unternahmen und mit ihrem frechen Gezwitscher den schmetternden Schlag des echten Harzer Rollers zu überbieten trachteten. Das ist ja wie zu Hause!" entfuhr es Gertruds Lippen. Nein, keine Mög lichkeit. ihr Herz durch Heuchelei zu verschließen! Dort neben Zh saß wahrhaftig ihr Mlltterlein, ihr gutes, braves Mütterlein, und hörte theilnahmvoll nickend Gertruds Bericht zu.... Sie begann mit jenem Weihnacht?morgen, wo Margret mit dem welken Köpfchen des Kleinen vor ihr Vett getreten war. Damals schien mit der Entfernung des Wühlers FranoiZ der Preußenhaß in seinen ersten Symptomen noch unterdrückt zu sein. Aber sie hatte das Gift des Nassenhasses unterschätzt eine unheilbare Krankheit, die ihr Opfer fordert! Auch Frau Zeuner wußt: vom Preußenhaß zu erzählen. Sie wollte nicht einmal auf den Ausbruch des Krieges zurückgreifen, wo sie selbst der allgemeinen Aechtung der Deutschen weichen mußten. Das war noch durch die erste KriegZ'wuth zu entschuldigen. Aber dieses fanatisch? Delirium mitten im Frieden! Fast möchte man behaupten. es sei ein Unglück, daß wir Deutschen gesiegt haben. Aber man muß sich nicht daran kehren wir, mein Sohn und ich, wir gehen unsern Weg. Wir lassen sie ihre Gesichter schneiden und knurren und die Faust in der Ta sche ballen. Wenn es sich um Geschäft und Futter handelt, so kommen sie ganz freundlich und scharwenzeln wie die Pariser Sperlinge da wollt ihr wohl, ihr Unverschämten! Sch!" Mit einer Handbowegung scheucht: sie die immer kecker herbeihüpfenden Thierchen. Laut lärmend flogen sie auf die Galerie 'hinaus, von wo sie gleich wieder neue Annäherungsversuehe unternahmen. Einer, ein struppi ger Straßenjunge mit frechen, schwarzcn Perläuglein, blieb ruhig auf der Ecke des Nähtisches und setzte sein schimpfendes Piepsen fort. Bleib meinetwegen. Du Franzos!" drohte die alte Dame. Hörst Deine eigene Schand'." Gertrud konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. Wie lieb und köstlich die alte Dame ist! Als wenn ein frischer Hauch von Gesundheit von ihr ausginge. O von ihr muß man lernen, den Kopf hoch zu tragen. Gleich nach dieser Parenthese sprang sie wieder zu ihrem Thema über: Preußenhaß ja. wo es was zu hassen gibt! Aber diese Margret ist wahrhaftig das einfachste, gutmüthigste Menschenkind, die nichts begehrt, als ibr Viktorchcn lieb zu haben und ihren Dienst gewissenhaft zu versehen. Kein andres Verbrechen, alZ daß sie da ist. Freilich, wenn sie sich duckte und mit Füßen treten ließe! Aber sie hat auch ihren Stolz." Ich würde nichts sagen. Madame. meint sie. und alles einschlucken. aber eZ ist wegen dem Viktorchen wenn ich mich still ärgere, so schadet's dem, so ärgere ich mich lieber laut!" Als Fran?oiS, der Diener, fort war. schien alles gut zu gehen. Ich mahnte sie zur Vorsicht; sie sah. wie ich selber nur darunter zu leiden batte, und sie hielt sich still. Ich sorgte dafür, daß sie nicht häufig mit den andern in Berührung käme, das wurde als ein Komplot ausgelegt; man neidete ihr die Protektion. Ich kann mir denken, wie sie auf uns beide stichelten: seht nur die beiden Preußinnen! Sie wollten uns beide hinaus haben " O!" rief Frau Zeuner. Aber, mein Gott, schien ihr verwnntoter Älick zu samn. ist denn ntät iör

Gemahl da, Ihr Schwiegerpapa? Wer sind sie denn, die solche Tyrannei clvlU zuüben wagen? ' Ich habe mich hinreißen lassen," sagte Gertrud dumpf; ibre Stimmt zitterte und ihre Augenlider mußten

jich gegen die Thränen wehren, ich habe ihm, meinem Mann, sogar Feig, heit vorgeworfen." -Sie biß sich die Unterlippe, immer noch im Kampf mit den Thränen. Aber ich habe gesehen, wie er aus Verzweiflung die Hände rang. Es ii nichts dagegen zu machen. Es ist die Krankheit die Revanche! Die auf dtt Straße wollen es, und wir müssen t horchen." Aber sie erging sich ja auf Umwegen. Sie faßte sich und begann abermali den Versuch eines nüchternen Lerich tes. In einem Anflug von Trotz hob sie den Kopf, und der Blick ihre? Augen war nun durch's Fenster geradeaus aus die Kuppel des Pantheons gerichtet, die wie verklärt in goldigen Sonnen schein ragte, während dahinter kleine Wolkenschifflein friedlich durch tcn Azur segelten. Die Zeitung also hatte daö Preu ßenthum in der Rue de Clry denunzirt. Es war das Signal für den allgemeinen Alarm des Hauses. Am andern Morgen erschien der zweite Buch. Halter, Herr Lafosse, im Allcrheiligsten des Chefs und erklärte, kündigen zu müssen, wenn nicht gerade heraus, ohne Umschweife, denn die öffentlich: Meinung stand ja hinter ihm wenn nicht die Preußin" entlassen würde. Es wäre die Genugthuung für sie alle im Komptoir; sie würden von diesem Preußennest" genug zu leiden haben, und sie wollten nicht selbst in den Ge. ruch desPreußenthums kommen. Schon genug, daß das Haus mit dem Mül heimer Wahl arbeitete.... Der alte Herr schien wie auf den Mund geschlagen, die Zeitungsnotiz war ihm ohnehin schon in die Glieder gefahren. Zr wäre im Stande ge:oe sen, der droberiden Bedingung ewfach zu weichen und für die Entfernung der anstößigen Preußin zu sorgen. Da kam Viktor herzu. Der wies dem Unverschämten die Thüre. Gleich revoltirte das ganzePerfonal. Unsagbar läckerlich wegen einer Amme! Die Heißsporne rissen die andern fort. Herr M6jard. der erste BuchHalter, der dem Hause über dreißig Jahre angehört, wollte die Ehre der Firma retten und den äußersten Eklat vermeiden. In seiner ruhigwürdigen Art legte er dem Chef, dem er durch die langen Dienste fast freundschaftlich verbunden war, die Situation klar. Es handelt sich hier um's Prinzip. Weicht die Amme nicht, so ächtet sich Haus Jaminet in den Augen aller Franzosen. Es war zum Hellauflachen, wie diese sonst ernst zu nennenden Männer auS dem Bleiben Ses armen Westerwalder Kindes einen Kriegsfall machten, der das Haus in den Ruin hinabreißen sollte. Die öffentliche Meinung würde sich auf daS Preußennest stürzen; man würde vor Allem die unpatriotische Verbindung mit Wahl, durch welche die Nationalindustrre geschädigt werde, brandmarken Noch ist es Zeit, den Götzen der öffentlichen Meinung vor seinem Tollheitsausbruch zu beschwichtigen, indem man ihm das kleine Opfer hinwirft. Geschieht es nicht, so fordert der Götze mehr, ja alles, die Aufgabe der deutschen Geschäftsverbindung. Und das dedeutet den Untergang des Hauses. Also hinweg mit Margret! Vergebens, sich gegen diese ob ihrer Lächerlichkeit doppelt grausame Logik zu wehren! Wirklich sah Gertrud ?hren Mann die Hände ringen vor Wuth und Verzweiflung über die entsetzliche Demüthigung dieser Ohnmacht. Noch hatten sie eine Scheu vorGertrud. Nun, es blieb ihr selbst ja nichts übrig, als sich der Logik zu unterwerfen. O, es hätte nicht erst des Dazwischenfahrens ihrer Schwägerin Schneider bedurft. die in Feuer und Flammen angestürzt kam, um rhre spezrelle FemdinMargret vertreiben zu helfen; auch nicht des un würdigen GezeterS des alten Kaufmanns. der schon das Krachen des zu sammenstürzenden Hauses zu vernehmen glaubte und seine Schwiegertochter fast fußfällig befchwor, in die Entfcrnung des armen Dinges einzuwilligen; es hätte nicht des ganzen ungcheuerlichen Skandals bedurft Margret geht ja schon! Ahnungslos hatte die Amme inmitten des allgemeinen Sturmes gesessen und ihres LreHlings gewartet, als ihr Gertrud plötzlich die Kündigung vermittelte. Nach dem ersten stummen, erstaunten Glotzen ihrer wasserblauen Augen verzieht sich ihr breiter Mund zu einem Versuch eineS höhnenden Lachens: Aha, ich weiß, weil ich preußisch bin die Affen!Gleich schlägt der Hohn in lauie Thränen um. das schlafende Jlind in ihrem Schoß schreit ebenfaNZ auf. lind gleich wkeder besinnt sich das brav: W;sen man darf sich ja nicht aufregen. wegen des Viltorchens! Gut, also, sie geht! Sre hat es seit lange genzut. Aber das arme Kerlchen eZ wird seine Margret vermissen Plötzlich platzt sie aus ihrem muhsam unterdrückten Schluchzen mit der Frage heraus: Und Madam'?" Keine Antwort darauf. Sell die Frage etwa heißen: ob sie. Gertruv, auch ginge? cs dumme Din'z hat nun einmal sein: eigenen Gedanken darüber fuhr Gertrud nach einer .Paus.' fort, während ihre Augen dr? Kuppe! des Pantheons schärfer fizirten und der Hauch 'eines wehmüthigen Lächelns ur.l ihre Lippen spielte. Vielleicht hat sie recht man weiß nicht, was wir alle Äon dieser Nevanche noch zu erwarten 'haben. Aber sie ist brov. Man mufc Udo ein Beispiel an

ihr nehmen. Wiffen Sie, weshalb sie in Paris bleiben will? Weil das Viktorchen ste eines TagrZ brauchen könnte Auch will sie mich nicht im Stiche lassen, hin in Paris, sagt sie ist das nicht ist das nicht köstlich?" Eine brave Kreatur man muß ihr helfen." sagte Frau Zeuner schwer aufatbmend; die Angelegenheit schien ihr nah: zu ehen. Würden "Sie ihr einstweilen ein Asyl bieten können, liebe Frau Zeuner? Sie betrachtet es als eine Ehrensache, jetzt nicht nach Deutschland zurückzukehren. Nun erst recht bleibt sie m Paris." Frau Zeuner reichte Gertrud' d Hand: Verfügen Sie ganz über uns, vo und wann Sie unserer bedürfen." Ihre Stimme bebte leife. und unter den grauen Wimpern schimmerte es feucht. Was soll das heißen? Das sieht ja so aus, als ob sie, Gertrud, gekommen wäre, um für sich selbst Hilfe zu erfle hen. I so steht es doch nicht! Es be. darf wohl nicht des Beispiels dieser Bäuerin! Man muß tapfer sein und den ganzen Zwishenfall mit leichtem Pariser Herzen nehmen! Mit einer drolligen Geste, als gälte es einem Kinde, erwchrte sich Gertrud der kleinen, rundlichen, durchaus nicht von Runzeln verdorbenen Hand, die die ihre sanft umfaßt hielt. Sie sprang auf. warf das Köpfchen leicht nach rückwärts, und ihre Augen sprühten wie von fröhlichem Kampfesmuth. Renommiren wir doch auch wi: die Franzosen!" rief sie mit ihrer klarsten, völlig gefe steten Stimme: .Wir hadn nicht verloren, wir Preußen, wir sind nur der Uebermacht gewichen! Aber warte...." Ihre lveißen Zähnchen blinkten zwi-

schen den geöffneten Lippen; sie trat in paar Schritte bis ans Fenster vor und stand dort, übersluthet von der Ueberfülle des Sonnenscheins. Der Lärm Ver großen Stadt schlug wie daö Grollen einer aufgeregten MeereZ weite an ihr Ohr. Eine kurze Weile horchte sie, mit blinzelnden Augen gegen die Blendung ankämpfend. Dann mit einem trotzigen Zucken der Brauen besiegte sie diese Schwäche. Nun hob sie die mit einem zartgrauen schwedischen Handschuh bedeckte kleine Faust und schüttelte sie in übermüthiger Drohgebärde nach dem Häusermeer hinab: Paris! Warte. Du Ungeheuer!" Und das mit Berlocken behangene Armband klingelte und klirrte kampfesfroh dazu. Sie fühlte sich wie berauscht von dem Sonnenschein und dem Meeresgrollen und dem frohen Trotz, der durch ihre Adern pochte. O. sie hat auch franzosische Nomane studirt. und sie weiß, wie man in Paris Rache übt! Wohlan, Revanche für sie und für den kleinen Viktor, dem man seine Amme raubt! Und ein ungeahntes, schier verbrecherisches Gelüste flog sie an, das Weib zur Rache aufzurufen für die Demüthigung. die man derPreußin zugefügt. FJüfzehntes Kapitel. Die neue Amme war ein Schützling der Präsidentin Schneider; dem Kcstüm nach war sie zwar die echteste sässerin. aber bis in das Zucken : schwarzen Wimpern eine Stockfrc i, : sin; eine auffallend hübsche Brün:.: die selbst mit ihrer Ammenrolle ketterie trieb und an ihrem Kostüm mehr Gefallen zu haben schien als an ihrem Säugling. Die Komödie des kleidsamen Elsässer Kostüms wa: von Madame Schneider ins Werk gesetzt worden: Da uns die Margret das Preußennest" eingebracht hat, so müssen wir die Schlappe auf die wirksamste Weise auszumerzen suchm wir müssen mindestens eine patriotiscbe That affektiren; und da eine echte Elsässer Amme nicht sofort aufzutreiben ist, so muß man sich zu helfen wissen und irgend eine andere in das Kostüm stecken." Gertrud nickte zu Allem ihr stummes Ja!" Sie nahm die überschwengliche Erklärung des Arztes, daß diese neue Amme eine Phänomen von Gesundheit und Kraft sei. wie die Lobpreisungen Rosai, die die Charakteccigenschaften ihres Schützlings herausstrich, mit demselben fast hochfahrenden Achselzucken hin. Nun, so sag doch etwas. Gertrud!" flehte ihr Mann, den das stumme Gehenlassen immer mehr bedrückte. Gefällt sie Dir?" Wenn ste Viktorchen nur gefällt" warf Gertrud kurz hin. Und mit einem eigenartig kalten Blick, den er bisher nicht an ihr gekannt, mit einer eisigen Ruhe, die ganz gegen ihre Natur war. fügte sie hinzu: Mein Urtheil hat wohl nichts zu bedeuten " Ihr Verstand hat sich wohl dem Zwang der Verhaltnisse ffefügt, so ninte Jaminet. aber ihr Herz grollt ßexiter. Ihr Stolz ist verletzt roaruin sollen Preußen nicht auch ihr Selbstbewnßtsein haben? Das wird sich mit der Zeit alles ausheilen. Einstweilen schien alles davon abzu hängen, wie sich der Kkine der neuen Llinm gegenüber verhalten würde. Und siehe da. er schlug sich zur Partei semer Mutter! Er gedachte sich den Raub seiner Amne durchaus nicht gefallen zu lassen, von deren Nachfolgerin wollte er einfach nichts wissen. Zuerst nur die stumme Abwehr sei nes Köpfchens, das sich zur Seite kehrte und es vorzog, lieber keine Nahrung zu nehmen, als einzugestehen, daß iym die neue schmeckte. Und derselbe eigenartig kalte Blick, den er sofort feiner Mutter abgeguckt, während sonst seine Aeuglein so sonnig hell in die Welt gestrahlt hatten. Die -Weisheit deS Arztes erklärte dks erste , Abneigung des Säuglings fü: völlig normal; es sei ein selten kräftiges Kerlchen, das den Wechsel ver Nahrung spielend überwinden würde. Aber das selten kräftige Kerlchen kehrte sich 'weder an die Sheorie, noch

an Juiprucy und Mtten; offenvar war es eigensinnig und wollte seine Margret wieder haben. Seine Aeuglein nahmen gar einen drohenden Ausdruck an: Wenn ihr mir Margret nicht wiedergebt. so sollt ihr sehen...." Und nun begann es. sich feindlich gegen die kokette Modell-Amme zu wehren, stemmte sich dagegen mit denBeinchen. fuchtelte dagegen mit den Fäustchen; endlich nahm es seine Zuflucht zu Geschrei und Thränen. Man war rathlos, Gertrud war längst aus ihrem stummen Groll cmporgeschreckt. Es wäre das einfachste gewesen, man hatte Margret zurückgeholt ist sie nicht deswegen in Paris verblieben? (als ob sie dergleichen hatte kommen sehen!) Aber keines wagte, mit dem Vorschlag dieser Abhilfe hervorzutreten. Endlich war auch das Mittel der schreienden Opposition erschöpft. Das Kerlchen griff zum Aeußersten. Es drückte sein Köpfchen matt und erschöpft ins Kissen eine stumme Krankmeldung. Der Arzt setzte seine wichtige Sorgenmiene auf und wies kleinlaut den beiden Eltern, die seine Züge belauerten, das Thermometer, damit sie selbst das Resultat seiner Messung abläsen. Fieber..." flüsterte Viktor bestürzt. Gertrud stierte das Instrument an und erblaßte, ihre Lippen suchten nach einem Wort, plötzlich krampfte die Linke nach dem Halse, als wenn ihr der Schreck den Athem zu versetzen drohte. Viktor schlang seinen Arm um die Wankende und wollte ste nach dem nahen Sessel geleiten. Plötzlich ging ein Schnellen durch ihre Gestalt, als hätte ein jäher Schmerz ste getroffen. Sie riß Viktors Arm von ihrer Taille fuhr zwei Schritte zur Seite ihre flach ausgestreckte Hand wehrte ihn konvulsivisch bebend von sich ab und das schier unheimliche Flammen ihrer Augen sagte ihm, was die Worte bedeuteten, an denen die nervöse Vewegung ihrer Lippen sich abmühte: Es stirbt! Und wenn es stirbt, so habt ihr es getödtet..." Ich bitte Madame, sich zu beruhigen." sagte der Arzt, selbst bestürzt von der stummen Leidenschaft dieser Szene; es n uß nicht gleich etwas Schlimmes sein. Wir werden dieser kleinen Fieberspur schon Herr werden." Da erst schien ste zu stch zu kommen. Es ist setzt keine Zeit zu Haß und Drohung! Es gilt zu retten zu retten! Wohlan, was ist zu thun? Und nichts Seltsameres, als dieser Uebergang von der heftigen Erregung zu der fast kühlen Gewissenhaftigkeit der Muttersorge, die den Arzt immer wieder um die kleinsten, fast selbstverständlichen Details der Behandlung bedrängte. Man wurde aber mit Nichten der Fieberspur Herr, und der Anfall steigerte stch zu hoher Gefahr. Das ganze Haus hielt seinen Athem an. in banger Beklommenheit hinhorchend nach einem gewissen dunkel verhangenen Zimmer auf der Gartenfeite, aus dem leife Wimmertöne hervorkamen. Und diese Wimmertöne schienen gleichsam alle Poren des Hauses zu durchdringen und in die entkeaensten Winkel des

Hauses zu reichen. Herr Mongenast in der Portierloge schaute plötzlich mit einer verdutzten Horchmiene von seinem Petit Journal" auf. glaubte er doch durch das Pfeifen seines Asthmas ein fernes Klagen zu vernehmen. Herr M6 iard. der erste Buchhalter, hielt mit dem Schreiben inne, als wenn das Kreischen seines Gänsekiels wie das Jammern eines Kindes klänge. Dort im Allcrheiligsten, wo Vater und Sohn arbeiteten, weilte der Ton ohne Aufhören, in einer gespenstischen Deutlichkeit, und er verhinderte es, daß sich zwei Gedanken folgerichtig aneinander reihten. Immer wieder ertappten sich die beiden Herren, wie sie den Kopf in die Hand oder beide H'ände gestützt hielten, von der Sorge über den armen Liebling behaftet, den dort oben die dunklen Fittiche umflatterten. Hie und da schlich einer von der Arbeit weg. weil ihm die Angst und die Ungewißheit keineRuhe mehr ließen; wenn er wieder kam. begegneten sich die Blicke stumme Frage, stumme Antwort: noch immer keine Hoffnung? Nein, keine Hoffnung! Ja, das Viktorchen strafte sie grausam für das Verbrechen, das sie an ihm begangen: Ihr habt mir meme Margret geraubt gut, so will ich zur Strafe auch nicht mehr be? euch bleiben....." Es wollte sich durch nichts mehr oon seinem Vorhaben abbringen lassen. Weder durch dieReuequal seines Großpapas, der immer wieder betheuerre: lieber hätte er die Firma vom Preußenhaß zerschmettern lassen und er brächte willig sein Vermögen zum Opfer, wenn damit das liebliche junge Leben gerettet würde; aber die drei Aerzte, erste Spezialitäten und vergötterte Autoritäten ihres Faches, die sich um das Vettchen abmühten, waren nicht in der Lage, die Hunderttausend, die ihnen die Verzweiflung hinhielt, anzunehmen. Noch durch die starr-e, Angst seines wie" völlig gelähmten Papas, der stieren Auge in einen Abgrund zu schauen wähnte: denn wenn der Kleine stirbt, so nimmt er auch das Shegluct seiner Eltern mit ins Grab der Todesengel, der dem Kinde die süßen Augen zudrückt, wird auch Gntruds Liebe zu ihrem Gatten selbst die Augen schließen.... Auch nicht durch die fiebernd: Sorge seiner Mama, die Tag und Nacht an seinem Lager wachte; nicht durch den Hilfeschrei, mit dem das gemarterte Mutterherz sich Lust schaffte; nicht durch die Verzweiflung, mit der ihre Hände die Hand des Arztes flehend umklammerten nicht durch die heißen Thränen ihres Gebetes, die sie in stiller Nachtstunde vor dem Herrn des Lebens und deS Todes vergoß. Selbst Margret vermochte ihn nicht u halten. Die Wimmertöne batten den

Weg vis zu ryr gefunden; vn Aufau bei Straße hatte ihr die Nachricht vo ihres ehemaligen Säuglings Erkrankung vermittelt. Ein Kaufmannsjunge aus der Nachbarschaft derJaminets, der früher in Straßburg gedient und ein paar Brocken Deutsch radebrechte, war ihr begegnet und hatte ihr das Unglück berichtet. Sofort, ohne erst ihre 'leueHerrschaft in der Rue Soufflot zu benachrichtigen, war sie zu den Jaminets hingestürzt. Ist ste nicht deshalb in PariZ verblieben, um zu helfen, wenn es noth thut? Ihr Viktorchen ruft da gibt es kein Besinnen! in dieser Noth muß der erbärmliche Preußenhaß still sein! Sie ist die einzige, die helfen kann. Sie selbst ist die rettende Arznei durch ihre Entfernung ist er krank geworden da muß ihm ihr Mieder kommen auch die Gesundheit zurückgeben. Die Passanten blickten ihr auf der Straße verwundert unwillig nach, was dort für ein aufgeregtes Menschenkind dahergestürmt kam, die Leute fast vom Trottoir stoßend mit den steifen Ellbogen, ohne um Entschuldigung zu Int ten. Sie hatte ihr Heimathskostüm abgelegt, aber die ungeschickte und ungewohnte Stradttracht ließ sie erst recht auffallen. Eilig eilig! Das Viktorchen ruft! Die Margret kommt! O sie kommt schon! Wie entsetzlich groß dieses Paris! Wie zum Verzweifeln sich diese Straßen ausdehnen! Sie wollte einen Omnibus besteigen, doch noch auf dem Trittbrett besann sie sich: da hätte sie sich erst recht verirren können! Und solche Unge thu me schleichen so langsam viel schneller läuft sie hin. Vorwärts, ehe es zu spät ist! Endlich, völlig außer Athem und in Schweiß gebadet, erreicht ste die Ru: de Clöry. Gott sei Dank! Und ohne Besinnen in den Thorweg hinein. Mögen die Preußenfresser sie nachher verschlingen! Aus der Portierloge wird ihr ein Halt! zugerufen. Herrn Mongenasts asthmatische Stimme fragt, wo sie hin wolle. Er hat sie wohl nicht erkannt? Zum Viktorche!" keucht sie. Ah, die Margret! Es wundert ihn nicht einmal, daß ste gekommen ist. Ueber sein breites, gedunienes Gesicht fliegt ein Schatten, schwer heben sich die massigen Schultern zu einer Bewegung des Bedauerns, mit der er whl Besucher abzuweisen pflegt, als wollte er sagen: das Viktorchen wäre leider nicht zu Hause.... Und mit dem mühsamsten seiner Athemzüge haucht er den Ruf hervor: "Oh mon dieu!" Der Schreck fahrt ihr in die Kniee. Dies französische Wort wenigstens kennt sie es bedeutet nichts Gutes in diesem Augenblick! Zu spät? Ist sie zu spät gekommen? Eilig will' sie die Treppe hinan, aber die Bein? versagen ihr den Di?nst. Sie muß sich wahrhaftig an den bronzenen Kandelaberfuß des Podestes anlchnen. Es ist so still im Haus unheimlich still man hört ja das Pochen seines eigenen Herzens wie einen Hammerschlag Jetzt erst sieht sie. daß die Komptoirräume geschlossen sind. Es ist doch kein Feiertag heute? Ach mein Gott!" entfährt es ihr. wie ein Echo des Mongenast'schen Rufes. Da kommt Jemand. Eine große, stattliche, hübsche Person, die früher nicht im Hause war. Sie trägt auch ein Kostüm. wieMargret vordem; die dreiten seidenen Bänder des Kopfputzes flattern prahlend, und ihre steifabstehenden Röcke knattern und rauschen. Ihre Nachfolgerin?.... Ein seltsames Gefühl, aus Schreck und Eisersucht gemischt, überläuft sie heiß. Die Person tragt auf dem Arin ein zusammengerafftes Bündel mit spitzenbedecktem Bettzeug und Margret meint die Spitzen erkannt zu haben ste sind von dem Lager des Kleinen Sie will die Person anreden in ihrer Angst aber der Blick der kalten, hochmüthigen Augen schlägt ihr gleichsam das Wort vom Mund. Freilich, das ist nicht der Ersatz, den es für die Margret bedurft hätte! Und sie stürzt weiter hinan; aus cu ner beigeehnten Thür hört ste leises Schluchzen und flüsternde Stimmen, die zu beruhigen scheinen. Sie stößt die T5ire auf. In dem großen, durch Tep-. piche und Stoffe gedämpften Raum sind die Fenster verhangen obgleich es draußen noch Heller Tag ist; eine müde Lampe verbreitet nur ein dämmerndes Licht. Mehrere Gestalten sind dort, aber sie unterscheidet keines der Gesichter, die sich ihr zukehren. Es liegt ihr wie ein Flor über den Augen. Einige Herz schlage lang hält sie dort an der Thür, rathlos, was st thun soll. Plötzlich gellt ihr Name durch den Raum. An andrem Orte und zu andrer Stunde hätte man den Ruf als den Jubel eineS. Wiedersehens deuten können... Jemand erhebt sich von einem Lager, springt empor und stürzt auf sie zu zwei schlanke Arme umschlingen ihren Hals, und an ihrer Schulter wiegt sich ein von heftigem Schluchzen erschütter ter Kopf.... Margret o Margret Margret Margret " stammelt ein heißer Athem, flehend, jammernd, winselnd. Zu spät! Margret ist zu spät gekom men! Das Viktorchen bedarf keine: Amme mehr. Aber dennoch ist sie zur rechten Stunde erschienen, damit d arme, arme liebe gnädige Frau den ungeheuren Schmerz, der ihr ans 2t ben gehen will, an ihrer Schulter ausweinen kann. Ist denn nicht eine andere Schulte? da, an der das schluchzende Haupt seinen herzzerbrechenden Jammer bärge? lyrtleduna folat.1

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Für die Küche. ! Andalusische Suppe. Elnige schöne Stücke Kalb- und Rind, fleisch läßt man recht scharf anrösten und gibt die zur Suppe.bestimmte Fleischbrühe hinzu. Darauf werden einige frische Tomakn in Butter und etwas Bouillon ganz weich gedämpft, durch ein Sieb gestrichen und zusammen mit etwas abgekochter Tapioka m die klar und kräftig eingekochte Suppe gethan; als Einlage verwendet man kleine Klöße von Kalbfleischfarce oder verlorene Eier. FiletalaRelson. Eine kleine Kasserolle streicht man dick mit Butter auö, legt eine Lage Zwiebelscheiben hinein, darüber eine Lage roher Kartoffelscheiben und dann das gesalzene Beefsteak. Man bedeckt das Fleisch abermals mit Zwisbeln und Kartoffeln, gießt -etwas Jus darüber und backt, die Kasserolle zugedeckt, dreiviertel Stunden. Kalbsleber als Braten. Das Haupterforderniß zum Gelingen dieser sehr zu empfehlenden Schüssel ist eine fehnenfreie Leber. Man häutet ste, spickt ste mit leicht gesalzenen, feinen Speckstreifen recht gleichmäßig, läßt 7 Unzen Butter in einer Brat Pfanne zergehen und setzt die Leber in den Ofen, nach und nach ein Pint Bouillon aus Fleischextract zugießend. Ist die Leber unter fleißigem Begießen weich und zart geworden, so macht man iie Sauce mit saurer Sahne und etwas eingequirltem Mehl seimig und gibt sie auf den Tisch. Zu bemerken ist, daß Achtsamkeit auf den Braten verwendet werden muß, da die Leber verdorben ist, sobald ste hart und trocken wird, auch kann man der Sauce statt der Sahne einen Zusatz von Nothwein oder Weißbier zufügen. Enten - Salat. Man nehme zwei Orangen, die man erst in runde Scheiben geschnitten und dann geviertheilt hat. Ferner eine Citrone, die ebenso behandelt wird, eine halbe Tasse Fleih von der Ente, das man in kleine Stücke zerschnitten, eine halbe Tasse Sellerie und ein halbes Pfund englischer Wallnüsse, die zwanzig Minuten lang in einem Quart Wasser gekocht worden sind. Dazu kommen eine kleine geschnittene Zwiebel, ein kleines Lorbeerblatt, ein Theelöffel Salz und zwei Pfefferkörner. Man mische .Orangen, Citrone, Ente und Sellerie, lege Lattichblätter darauf, endlich die Nüsse und gieße über das Ganze den Mayonnesenaufguß. Pudding - Kartoffeln. Man lege abwechselnd in eine stark mit Butter bestrichene Form kleine Stückchen Butter, in feine Scheiben geschnittene Kartoffeln, Scheiben von Ham-mel-oder Rindfleisch, welche man zuvor gut geklopft hat. fein geschnittene Zwiebew'Und Salz. Dann gieße man kaltesWasser daran, schließe die Form, stelle sie in kochendes WaFer und lasse sie 3 bis 5 Stunden kochen. Geschmorte Gurken. Die Gurken werden sauber geschält, der Länge nach in vier Theile und nach Beseitigung der Kerne in Stücke von beliebiger'Größe geschnitten, welche man rundlich zustutzt, mit Salz mengt und so einige Stunden stehen läßt. Dann läßt man etwas Butter in einer Kasserolle gelb werden, thut die abgetropften Gurken nebst etwas Essiz und ein wenig Fleischbrühe hinzu, schmort sie auf gelindem Feuer weiche welche mit etwas Essig und Mehl klar gequirlt sind, läßt sie damit noch ei Weilchen sacht ziehen, thut das etwa noch fehlende Salz und ein wenig Pfeffer daran. Nach Belieben kann man die Gurken mit Zucker süßen. Schneeberg. Man schlägt daS Weiße von 8 Eiern zu steifem Schnee, vermischt ihn mit 7 Unzen Zucker und streicht ihn etwa fingerdick auf eineflache Schüssel. Sodann sticht man mit einem Eßlöffel Klöße ab und thut sie in kochend heiße Milch,, die vorher mit Vanille gewürzt ist., legt einen Deckel daraus und läßt die Klöße irr der Milch, die nicht kochen darf, gar ziehen. Darauf nimmt man sie mir einem Schaumlöffel heraus und legt sie zum Abtropfen und Abkühlen auf ein großes Sieb. Nachdem von dem ganzen Schnee Klöße gekocht sind, läßt man die Milch auf etwa einen halben Liter einkochen und zieht sie mit einem Eßlöffel Mehl und 6 Eidottern ab. Die Schneeklöße werden in Form eines Berges aus einer Schussel angerichtet, mit eingemachten Früchten garnirt und mit der abgekühlten Sauce zu Tifch gegeben. Ka.rtofsel- Ererkuchen.3bis 4 geriebene Kartoffeln. 2 Obertassen Milch. 3 bis 4 Eier. 2 Löffel Mehl. 2 Löffel Reibesemmel (letztere macht den Teig lockerer und bindet ihn), etwas Salz, Citroncnsast oder abgeriebene Schale werden gequirlt und wie andere Eierkuchen in einer Pfanne auf beiden Seiten backen. HochstesVertrauen. Jch sage Ihnen, es gibt keine mißtrauische ren Menschen als diesen Jtzig und Schrnul Keiner traut dem Ande ren; wenn sie auseinander gehen und sich die Hand gegeben haben, zahlt Jeder seine Finger nach!" Zerstreut. Professor: Ah, sieh' da, lieber Freund, freut mich, Sie nach so langer Abwesenheit wieder zu sehen was macht Ihre liebe Frau Gemahlin? Freund: Ich bin un verheirathet. Herr Professor. Professor: Ach so richtig ich glaubte doch ganz bestimmt aber was ich sagen wollte: wie lange sind Sie denn schon unvcrheirathet? Aus der höheren Toch. t e r s ch u l e. Professor (zu einer Schülevin): Nun, Fräulein Bertha ; was verstehen Sie unter Zukunftsmu st!?- Fräulein Mrtha: .Liebes- und Wieaenlieder