Indiana Tribüne, Volume 19, Number 338, Indianapolis, Marion County, 23 August 1896 — Page 9

Znvtana TrtvUne.

ezlage.

ZZrillcn-Meicr. Won C. Karlweis. ' Das gab ein Aufsehen, als unser Freund Meier Brillen-Meier. wie wir ihn zur Unterscheidung von seinen zahlreichen Namensvettern nannten eines schönen Tages Hochzeit hielt. War doch seine Braut, Helene von Ostendorf, als eine gefeierte Schönheit bekannt, die auf der Promenade wie im Theater, in Concerten wie aus dem Eislaufplatze, trotz ihrer einfachen Toilette, stets Aufsehen erregte und viel umworben wurde. Mit unserem Brillen-Meier war sie schon seit der Kinderzeit verlobt. gewesen, aber. Keiner von uns hatte je recht daran geglaubt, daß aus den Beiden allen Ernstes einmal ein Paar würde. ...... ., Zwar kannten 'wir unseren Freund als einen herzensguten, liebenswürdigen Jungen mit einem hübschen, freundlichen Gesichte,. dem die. goldene Brille einen leisen Anstrich von Würde verlieh. Er hatte sein gutes Auskommen, wußte sich in Gesellschaft zu bewegen, tanzte vortrefflich und fang seine lustigen Vierzeiler trotz Mirzl und Guschlbauer. Aber die Sache hatte dennoch einen Haken, oder zum mindesten ein kleines Häkchen. Fräulein von Ostendorf hatte erst kürzlich die Hand eines Millionärs ausgeschlagen jawohl, und eines jungen Millionärs obendrein. Wer hätte da denken mögen, daß sie eine solche That" nur deshalb gethan, um Frau Brillen-Meier zu werden! Die Geschichte der abgewiesenen Millionen hatte nicht geringes Aufsehen erregt. Alle Blätter brachten Noiizen. Die stolze Schöne wurde auf der Promenade, auf welcher sie täglich zu einer bestimmten Stunde in Begleitung ihrerMutter zu erscheinen pflegte, noch unverschämter angestarrt als früher. und sämmtliche Frauen und Mädchen erklärten einstimmig, daß Helene von Ostendorf entweder verrückt wäre oder einen noch reicheren Anbeter in der Reserve haben müßte. Denn an der Thatsache der zurückgewiesenen Werbung war nicht im Geringsten zu zweifeln. Der abgewiesene Millionenerbe hatte sie selbst zugestanden, bevor er nach Paris abgereist war, um seinen Schmerz auf dem Boulevard des Jtaliens spazieren zu führen. Aber sie waren falsch, jene beiden Annahmen. Helene hatte weder einen geheimen Verehrer, noch war sie derrückt. Sie war nur ein wenig verwohnt, ein wenig selbstbewußt und ein wenig romanhaft veranlagt. Eine Million zurückzuweisen, reizte eben ihre Eitelkeit mehr, als eine solche zu besitzen das unzweifelhafte Aufsehen garnicht gerechnet, das eine so seltene' That erregen mußte. Und sie machte Aufsehen damit. In vollen Zügen genoß sie das berauschende Glück, die Heldin des Tages zu sein, mit gierigen Blicken verschlang sie dieNotizen in den Zeitungen und kaufte sich sämmtliche Blätter, obgleich der kleine Artikel in allen gleichlautend abgedruckt war. Leider aber ging dieser große Tag wie jeder andere zu Ende. Die Nacht sank zur Erde nieder, und als Wien am nächsten Morgen erwachte, hatte die ' undankbare Stadt bereits einen neuen Tageshelden. Diesmal war die Million nicht zurückgewiesen, sondern zur Abwechslung einmal gestohlen worden. Zwar hörte Helene noch von Einigen, die an ihr vorüberbummelten, halblaut ihren Namen wispern aber welch ein Unterschied war das gegen den Triumphzua des veraanaenen ges. " W!cd55.ine Nacht und wieder ein Tag, dann war's GUC$ mitliefen; Wispern zu Ende, und Fräulein Helene von Ostendorf mußte sich dem gewöhnlichen Maß von Bewunderung begnügen, daß ihr von einigen beharrlichen Verehrern gezollt wurde. Sie vermochte dieses jähe Auf und Nieder des Tagesruhmes kaum zu fassen. Sie machte sich nun Vorwürfe, daß sie den Zauber jenes flüchtigen Tages nicht bis zur Neige durchkostet hatte. Weshalb nur hatte sie an jenem Tage nicht die.Oper besucht! Sie hätte damals selbst dem entzückenden Trompeter mit der süßen Baritonstimme erfolgreiche Concurrenz geboten. Das war nun für immer versäumt! Dieser Gedanke verfolgte sie im Wachen wie imTraume. Nur einen solchen Tag noch einen einzigen nur! Nur noch ein einzigesmal wollte sie ihren Namen in den Zeitungen lesen. Dieses Gesichtverdrehen, dieses Hälserecken, dieses leise Wispern und lauteReden. das wollte uni) mußte sie noch einmal sehen und hören, um jeden Preis. Mit solchen Gedanken trg sich Helene, als es sich traf, daß BrillenMeier wieder einmal einen schüchte'nen Versuch machte, seine Bräutigamrechte in Erinnerung zu bringen. Er wagte sich freilich nur an Helenens Mutter, obwohl er wußte, daß sie ihrer Tochter die verschleuderte Million gar übel vermerkt hatte. Die Mutter gab ihm auch nur die kurze Antwort: sie könne ihm wenig Hoffnung machen. doch verspräche sie ihm. mit ihrer Tochter über die Sache zu reden. Wie sehr erstaunte nun die alte Frau, als Helene nach kurzem Vesinnen plötzlich, wie einer Erleuchtung folgend, erklärte. Brillen-Meier wäre vollständig in s'.wem Rechte, sie an ihre Pflicht zu mahnen. Er möchte nur den Tag der Hochzeit bestimmen, sie wäre in jeder Stunde bereit, mit ihm vor den Altar zu treten. Unser Freund gerieth trotz der sauersüßen Miene, mit welcher ihm die künftige Schwiegermama seinGlück

derlündete, in einen voMgttTaumelMeereZäbschopften,. auchernGasthos vor Entzücken. Seine Begeisterung ist auf 'Spitzbergen erstanden um sich wirkte auch ein wenig ansteckend , auf , der Hungrigen, und Durstigen anzuHelene und wer d Beiden in ihrer j nehmen, die sich in jene. hohen BreiteZärtlichkeit und ihrem Stolze sah, 'grade verirren. Mit Spitzbergen als hätte glauben mögen, daß es auf der Reiseziel ist jedenfalls vorderhand der

Welt kein glücklicheresBrautpaar gäbe,, als unseren guten Brillen-Meier und . Fräulein von Ostendorf. . . ' I Die Hochzeit verfehlte nicht, das nothige Aufsehen zu erregen, die Legende von der zurückgewiesenen Million wurde wieder aufgefrischt unv'sammt der Lösung des Räthsels einem geehrten Lesepublikum servirt. Sämmtliche sentimentalen' Nähmamsellen geriethen darüber in Berückuna. Also aus Liebe hat sie de'n MÜionär abgewiesen! Aus Liebe! Aber, das war ja ein ganzer Roman! Und ein wirklich erlebter! .Oh, die Heldin - dieses rührenden Sieges der Liebe über den schnöden Mammon mußte man in Brautkranz und Scyleier sehen! Das Gedränae in und vor. der Kirche war unbeschreiblich. Und bei der Abfahrt zur Hochzeitstafel wurde dem Paar fogar ein dutzendstimmiges Hoch verlekt. Helene war alücklich. ihr jun er &aUt sckwamm in Wonne. - und wir tranken Champagner. Gin Kalbes Safir später war's, da tranken wir im gleichen Freundeskreise die gleiche Marke. Auch Brillen-Meier 3 . -i-r . v i- t:.e. o:; irani mir, irani ma unv in ucm ou aen., Sonderlich vergnügt sah er nich aus. Unsere Fragen nach seiner schönen. iunaen Frau beantwortete er mit einem unverständlichen Gemurmel, das zum Mindesten mcht freudig klang. Beim zwölften Glase wurden ihm die Augen schwer, aber die Zunge leichter. Er gestand uns. daß er sehr, sehr u . . u . . unglücklich- wäre. Weshalb? Diese unselige zurückgewiesene Million stände zwischen ihm und seinem Glucke, Helene und ihre Mutter spielten gc radezu Fangball mit dieser ver.. wünschten Million, und bei. jedem Wurfe flöge sie ihm an den Kopf ! t.r. -""!- , einmal von oicicr ene. cxmnai von jener, kurz, dieser Zustand sei unhalt bar, unerträglich. Sein eigener Zustand wurde es bald nicht minder. Wir trösteten ihn. so lange er noch hören konnte, dann luden wir ihn in einen Wagen ein und brach ten ihn seiner Frau nach Hause. ' ! - Sie zog die schön gezwungenen Brauen auf, als sie uns kommen sah. Der Betrunkene schaute sie von der Seite an und sagte nur ein einziges Wort. Wir verstanden es nicht. Aber ein Kosename wird es wohl kaum ge wesen sein. Wieder war etwa ein halbes Jahr vergangen. Da kam Brillen-Meier eines Abends mit leichten Schritten in unsere gemüthliche Kneipstube, setzte sich grüßend an unseren Tisch und trank mit uns. Als wir uns nach dem Befinden seiner Frau erkundigten kniff er ein Auge zu, blinzelte uns mit dem anderen so eigen an und lachte: Alles in Ordnung!Mehr war aus ihm nicht hzrauözu bekommenn. Aber die gute, süffige Marke that am Ende doch ihre Schuld digkeit. Brillen-Meier wurde redse lig. Er sprach von allen möglichen und unmöglichen Dingen, doch mit keiner Silbe von seine? Nrau oder Schwiegermutter. Dabei sah er unö immer der Reihe nach mit einem höchst pfiffigen Ausdruck an. Dann plötzlich. mitten in seinem langathmigen Geplapper, verstummteer, kmfswie der das eine Auge zu und meinte unge duldig: Nun? Weshalb denn weshalb sragt denn jetzt Keiner mehr nach mei nem häuslichen Glück?" Sein Ton hatte etwas Unheimliches. Verwundert schauten wir ihn an. Er aber kicherte weiter: Lenkt (Such. Helene und ich. wir sind heute gütlich auseinander gegan gen wahrhaftig in aller Güte.Wir ließen' uns scheiden!" Brillen-Meier! ZzrM Oucl H So wahr ich jetzt einen SchwipZ habe wohlgemerkt, aus Freude, nicht etwa aus Verzweiflung! Der Mlllionenmann ist zurückgekommen und sie sie wird sich mit ihm. verhei rathen!" Er starrte eine Weile vor sich hin. Dann schien ihm etwas ln's Auge ge flogen zu sein, denn es thränte. Dummh.Vten!" rief er, sein GlaS leerend. Wir waren nicht für einander aeschaffen. Ueber Frau Brillen Meier kann man nichts in der Zeitung schreiben trotz ihrer Schönheit -das sehe ich ja ein! Hätte sie ihn doch gleich ge .. genommen. Dann hatte doch ich nicht aber freilich, , " sie war schön und das ist sie noch heute schön so schon..." Er ließ das GlaS sinken, schob es mit zitternder Hand auf den Tisch und starrte mit nassen Augen in's Leere. Wir waren still geworden. Anderen Tages konnten wir Helenes Namen in allen Zeitungen lesen. So hatte sie 's zum dritten Male durchgesetzt. Spitzbergen. , Lum 300. Jahrestag der Entdeckung. Es ist ein eigenthümliches Zusammentrevfen. dak daS'?kabr'1896. an dem vor 200 Jahren Spitzbergen enldeckt wurde, in mancher Beziehung ein recht bemerkenswerthes für die Polarland ist. Denn daß. Spitzbergen ern Touristenland werden würde, hat sich wohl einst niemand träumen lassen; in diesem Jahre, aber ist eö in aller Form zur Wirklichkeit geworden. Nicht nur ein regelmäßiger Dampferverkehr ermöglicht es allen Polarbummlern und solchen, die es werden wollen, in bequemster Weise einen Abstecher in jene Walfischfanggründe zu machen, in - denen einst Tausende von Walfischfänaun den Rejchtbum bei

Record" im Reiseverkehr , gesetzt Wo

einst im Glänze der Mitternachtssonne die thranbeschmierten Fangleute kneipten und lustige Lieder johlten, da sitzt heute der Tourist in einem com fortablen Hotel, dessen Küche und Keller ihn vergessen machen daß er sich auf einem Breitengrade befindet,' von dem aus man bequem zum Nordpol zeigen kann. Dieser letztere bildete vor Jahrhunderten keineswegs die Sehnsucht der alten Seefahrer; deren ganzer. Trieb war vielmehr auf die Auffindung tu nti neuen Seeweges nach Indien und China gerichtet, auf dem man die Schütze des Orients. nach dem nördlichen Europa führen könnte. Diesen Seeweg suchten sie durch die Polargebiete, und ihr Streben konnte um so weniger wunderbar erscheinen, als sich ja nach der Lehre der alten Gelehrten -im hohen Norden ein schiffbares Meer befinden sollte, da nach ihrer Ansicht Ebbe und Fluth keine dauernde Eis decke zulassen und die ein halbes Jahr hindurch unaufhörlich scheinendeSonne das Eis schmelzen würde, das sich möglichweise im Winter bildete. So entstand frühzeitig die Theorie von einem offenen Polarmeer, die sich wie ein rother Faden durch die ganze Ge schichte der Polarforschung hindurch zieht. '. Auch der Holländer William Ba rents wollte, auf das offene Polarmeer bauend, auf dem ungewöhnlichen Wege über den Nordpol nach China, wobei er ein Land entdeckte, das viele spitze Berge zeigte, derohalben diese Jnsul-, wie es in Zorgdragers 1723 , i i . r i ? y : i f." " georuaiem ucy yeln.1, rncnr unsuglich Spitzbergen benamset wurde. Dies war 1596. also vor 300 Jahren. Elf Jahre später kam der berühmte arktische SeefahrerHenry Hudson, von einer englischen Handelsgesellschaft ausgesandt, um gleichfalls eme Durch fahrt zum himmlischen Reiche zu sin den, nach Spitzbergen, und durch ihn wurde zuerst die Aufmerksamkeit aus die' ungeheure Menge der Walfische, Robben. Walrosse und werthvllen Vel,tbiere auf Svikberaen aelenkt. Er berichtet über den Reichtb'm anTreib holz, das blaue und grüne Wasser deS r rw f t Meeres u. i. w. Au oen ir.soiini erwähnt Hudson bereits, trotzdem wis sen unsere Wörterbücher noch heutigen Tages nichts über diese Erscheinung, die gelegentlich von Expeditionen ge- , . c .. rts stlo ' nanni wiro, zu vericyien. wzx ,lsblink" wird in den Polarregionen beobachtet. Da bei klarem kaltem Wetter die obern Luftschichten anstatt der Feuchtigkeit mit winzigen Eiskryställchen angefüllt sind, spiegelt sich unsere Erde in dieser gefrorenen ust ao.und der Himmel erscheint weiß, wenn das Meer mit Eis bedeckt ist, wogegen derHimmel bei offenemWasser schwarz erscheint. - Dies Spiegelbild ist so ge näu daß man alle offenen Stellen im Elfe am Himmel m Form von scowar zen Wellen im Eisblink erkennen kann. r r cm rr crjc. i c . Vino größere uaiciiuu;cu uuiyuu den. so nennt man das Spiegelbild davon in der Luft .Wasserbimmel Wie mir ein Polarreisender mittheilt lassen sich die Eisverhältnisse, 'in diesen Spiegelbildern am' Himmel oft ,' schon aus emer Entfernung von 4 üu sttmeilen. zuweilen sogar aus 'noch großeren Entfernungenwährnehmen' Für eine dem Pole zustrebende Expedition ist der Eisblink" natürlich' ein höchst unwillkommener Anblick, während das Erscheinen des Wasserhimmels" sie mit neuen Hoffnungen belebt. ' Nach' den Hudsonschen ' Entdeckun qen dauerte es nicht lange, daß sich in den Meerestheilen an der Westküste. von Spitzbergen em lebhafter Wal fischfang entwickelte, woran Engländer. Holländer, die Hanseaten. Aasken und später. Skandinavier und Russen betheiligt waren. Bevor dieser Fang aber in geregelter Weise vor sich ging. gab es unter.den Walstschfangern. ms5k m - i l - 5? C C befonoere oen engilfcyen uno youanoischen, blutige Reibereien. . Die Engländer, betrachteten sich als Herren des spitzbergischen ' Fanggebiets, weil ihr Landsmann Hudson dessen eigentlicher Entdecker war.und die Holländer wurden einfach vertrieben. Infolge dessen erschien späterhin ihre Walfischfangflotte aleichfalls' wie die der Enalän der unter Bedeckung von Kriegsfahrzeugen, die den Engländern die erlittene Unbill gründlich heimzahlten. Inzwischen , erschien auch Dänemark mit einigen Kriegsschiffen auf dem Plan und forderte als Besitzer von Gron land, zu dem nach 'den Beariffen damaliaer Zeit Spitzbergen geHorte, von den Engländern Tribut. Da es da mit kein Glück hatte, betheiligte es sich selbst am Walfischfanq, um wenigstens einigen Vortheil zu haben. Die fort gesetzten Reibereien unter den vnschiedenen Nationen veranlaßten aber end lich die Regierungen, eine Theilung der Häfen Spitzbergens vorzunehmen, wobei John Bull ..wie noch heutigen Tages sich besonders rühig zeigte,' indem er zuerst und. die meisten Häfen wählen durfte. So bekamen die Engländer Bellsuno. Safehafen im Eis. szord, Hornsund und Maadalenabai. Die Holländer ließen sich auf der Am-fterdam-Jnsel häuslich nieder, die Da nen erhielten die Dänische. Insel, die Hamburger 'die -.Hamburger Bai, die Spanier und Franzosen aber, obwohl sie unter - den ersten! . waren, du bt Spitzbergen Walfischfang trieben, mußten sich, mit einigen 'Häfen an der Nordküste begnügen.:, . Die großartigstem und zugleich nick sichtsloseste Fangthätigkeit wurde von den) Holländern entwickelt, insbesondere. als Mitte, des 17. 'Jahrhunderts

daS Monopol 'delandcompagnie & Während diese Gese Sommer nie mehr alb . . . nach Spitzbergen' gesandt hu..c, gin, jetzt Hunderte von Schiffen dahin. Bei

ihrer Hauptstlon Smeerenberg hatten die -Holländer in der Annahme, daß dieser reiche' Walfischfang ewig blühen werde, unter großen Kosten ein Gebäude nach dem andern errichtet, bis der Platz einer' förmlichen Stadt glich. Die Glanzperiode Smeerenbergs begann nach Aufhören des oben genannten Monopols. Oft waren hier gegen 300 Fahrzeuge mit über 12.000 Mann Besatzung versammelt, kein Wunder, wenn sich hier im Sommer ein reges Leben entfaltete. Kaufleute und Handwerker aus Holland und den Hansestädten ließen .sich in Smeeren berg nieder, so daß dort nichts fehlte, selbst nicht frisches Brot, dessen Fertigstellung die Bäcker stets durch Läu. ten oder Hornsignale bekannt machten. Diese Glanzperiode währte etwa bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts.woraus der Walfischfang sehr nachließ, bis er mit dem dritten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts- bei Spitzbergen sein völliges Ende' erreichte. . Der seinerzeit - bei Spitzbergen in ungeheuren - Massen vorkommende Walfisch, der .Eilandsche Walvisch-.' wie ihn die Holländer nannten, hält sich stets in der Nähe von Treibeis auf' am liebsten aber beim Bai-Eise, daS so schwach ist, daß tr es zum Athmen durchstoßen kann. In den ersten Iahren des Walfischfangs wurde er daher mit Leichtigkeit in den Meeresbuchten selbst gefangen, aber schon nach wenigen Jahrzehnten war er auS denBuchten verscheucht, und hielt sich mehr beim Treibeise im Meere auf, weshalb die Walfischfänger gezwungen waren weiter hinaus aufs Meer zu gehen. Sie kamen dann nur ans Land, um Thran zu kochen, in noch späterer Zeit hielten sie sich meistens im Treibeise zwischen Spitzbergen und Grönland auf und brachten den Fang in rohem Zustande heim. Bon den deutschen Walfischfängern waren es m erster Lm:e die Hamburqer, die bei Spitzbergen lange Zeit ym durch einen lebhaften Fang ausübten. Diese deutsche WaMschfangperiode ist auch in wissenschaftlicher Beziehung von Interesse, denn sie brachte die erste eingehende Schilderung von Spitzbergen, und zwar aus der Feder deS Na turforfchers Friedrich Mariens, der 1671 als Chirurg des. Hamburger Fahrzeugs Jonas im Walfisch Spitzbergen besuchte. In seinem kur zen, aber inhaltsreichen Buche, Spitzberaische oder Grönländische Reisebeschreibung-, das 1675 erschien, gibt Mariens erne genaue Schilderung sei ner Beobachtung, die sich über Spitz 'bergensGeographie, Thier- undPflan zenwelt, über das'Eiömeer, über me teoroloaifche ' Verhältnisse u. f. w. er strecken, und diese 'Reisebeschreibung bildet noch eme -der besten Quellen über die arktische Natur. Von den Ährcnkochereien und son stigen Gebäuden von . Smeerenberg, die bald zerfielen, als sich der Walfischfang von den spltzbergifchen Ku sten entfernte, sind nur noch Ueberbleibsel vorhanden, die mit den zahl s-t mx m reimen rabern an die ctnmae miau , - - , i, fischfangperivde erinnern. Einen klei nen Ausschwung erlebte die Fangtha tigkeit bei Spitzbergen im Anfang un seres Jahrhunderts, als Russen und Norweger hier wieder den Fangbetrieb aufnahmen. Nach den Russenhau fern". Holzhütten, zu urtheilen, die zu zweien oder mehr fast in jedm Fjord. zu finden waren und die" sich zum Theil noch bis vor einigen Jahrzehn ten erhalten hatten, muß die Thatig keit der Russen eine sehr lebhafte ge wesen sein. Ihr Fang an den spitzbergischen Küsten erstreckte sich auf Walrosse. Robben und Weißfische, eine Delphinenart, Bären und Füchse. Ihre Hauptstation hatten sie aus StanS oreland. Ostsvikberaen. am Einaana zum Storfiord. wo sich zwei gry ßere und mehrere kleinere Gebäude befanden, die zuletzt 1825 in Gebrauch gewesen waren. Die Russen waren auch schon m früherer Zeit be: Spitzberaen thätig: aus 1743 dann die be rühmte Ueberwinterung, die sechs Jahre dauerte und die vier russische Matrosen., nachdem sie ihr Fahrzeug im Eise verloren hatten, aus einer der -r., aflVrnflfüft hnn St"NS Foreland durSmachen muhten. Sie besaßen nicht das geringste Hilssmit tel. AuS der Wurzel eines angetriebe nen Baumstammes verfertigten sie sich einen Boaen und auS einem -aefundenen Stückchen 'Eisen einige Lanzen, womit sie emen Eisbaren erbeuteten. Aus dessen Sehnen machten sie Bogenstränge und aus emem andern Stuck Eisen Pfeilspitzen, mit denen sie dann eine Menge Rennthiere, Füchse und zehn Eisbären erlegten. Mit - Ausnahme des einen entgingen die Matrosen doch dem Skorbut was sie ihrer beständigen Thätigkeit im Freien zu danken hatten. Die drei Ueberlebenden konnten endlich 'im Jahre 1749 nach Archangel zurilck kehrend Professor le Roy in Petersburg gab 1766 eine Schilderung" der 'merkwürdigen Schicksale dieser Leute heraus. . Allmalia haben die Russen alle Fangthatiakeit aufgegeben, und jetzi g sind es ausschließlich norwegische' Fangfahrzeuge aus.Tromsö und Hammerfest, die Spitzbergen besuchen. : Diese Fahrten sind . gleichzeitig zu - einer guten Schule für die Seeleute geworden, die in Ausübung ihres Berufes die Eigenthümlichkeiten des Eismeeres genau kennen lernen und bic daher auch em vortreffliches Material für Polar-Ex. peditionen abgeben. In wissenschaftlicher Hinsicht bat Spitzbergen eine Rolle gespielt wie kein anderes PolarlandNicbt ,nurist es (Fousetzung aus der Nuckseite.)

,

lELkl& c. - . . i . TRv Aiese Leiden sind alge. nete ZTedizlll , . sofortige

BaoaqnnBQOQQQOQOiww

i3L.HH MIS '""Il'nM MHiJMtAM

m ww wrr wwwuum

WM?. Disease cömmonly cömes 6n with slight which when neglected increase in extent an, ually grow dangerous. "TSr!... s RIPANS. TABÜL"Ä".: TtLK -RIPANSi taIules MasÄin: a rip Ans tabüles r"Är.!.!r: RIPÄNS TABÜLES Rlpans Tabnles Regnlate the Syslen and Preserre Ute Health. WEF iÜIÄUHB, 9T1MfcJSa,1flRSJBi,'iJ0 fiie'"' ' 1 i Gives 1 Huich to act. & -n n II ' Blpans Tabule ure sold ly drngetsta, or by mall ö Hellet R 'hlP",ceo(505enta l The feipana

DMnpi ll .2'ir p.'WHMä

' ,B,lT71 f f. ,

'! ill 'ä J: Jt,i .

m 5 - L zr? -f- I '

I i i ir ! Vil

m m m w i i r m t-iru i u

L'? rrtrs-i gf-r jfr-. tSfe.--k7 .SK y-gs- : " V. '. ' r'-'r '. "T Irenzel irothers, 't - - ' -i ,-.-.'--, .7

No. i Weft Washington Straße, (Merchants Nation! Bank.)

in europäisches Departement.

sungen aus alle Städte Curopai. Schissöscheine nach und von Europa.' An', und Verkauf ausländischen Geldes.

Ein altes, zuverlässiges Fabrikat.

MVäll

Ein gutes Standard Piano, vollkommen geprüft. ' Nicht für einen Tag

gemacht, aber für eine Lebenszeit, geiner Ton und Anschlag. Preise mäßig.

tt zollten dieselben sehen, ehe Sie ein anderes kaufen. WulschriBr & Sptin, 78 und 80 Nord Pennsylvania Straße.

Das Stimmm von Pianos wird

Be

i dem Brauen unserer Biere

den wir u. ' -; - ' ' reines Brunnenwasser. 1 , j L ' ' - . ;. i . ... Die besten Aerzte empfehlen unser ": " r

Eolumbis undi - ,j. - - . . ... - - . . . , . als der Gesundheit höchst zuträglich gelegentlichst für den 3n Flaschen zu beziehen Telephon Bestellungen werden nach allen

mm

saraiG . . 4. -, - -..

Sem Slaute Brewing Company.

IIAUBICE DONELLT, Manager.

m " ' " 10 '

Versuchen Sie unsere Flaschenbiere Belvet- und Tafel-Bier. ' 7 . ' Einzige Agenten i Die C. HlBICBt Co., ; - 7 - 109,187 und 1V1 WeN Obw 6ti 1- i

1 00t

- h vucimcai wiiupaoj, xio. iv oprace st., new iort.

xu cents. STWechsel, Creditbriefe und Poftanwei. M prompt und zu dillig-n Preisen hesorgt.' Kalz-E;:is-fici, r , ,.. V . :. ' , und empfehlen' dies'elbn ange n- ? r ' 0 Familiengebrauch. auS unserem Bottling-Department. 1050. Theilen der Stadt Prompt abgeliefert.

1 ni : l

UMEm

m.

GO

n Kr jSbi5 j

Telephon 1657. ' "

Su. Sozialtft,. Badisch Nr. Sachsenbuud, 3. Preußen U. Verein, Monat. HennannSsöhne, jeden 2. und 4. kiontag Monat. Sozialistjscter Sängerbund, Sesangftnde jeden Dunstag Abend. Preußen Gesangverein Gesangstunde jede Mittwoch Abend. Lincoln Lcague jeden Freitag Abend. 26. Unt. Verein wenn berufen. Gute Getränke und tu feiner Lunch.

Berliner in Flaschen zu haben bei JXIefzgenio ' . Älleinigs Dgenten. Telephon 407. ?) i) Rhein- und Mosel-Weine eigener Jmportation. ' RheiN' k JohanniSberan. ' Steinberger Kabwet. : ir'A, j Rüdesheimer Berg. wölne. Markobrunner Auslese. Mosel ernkastln Doktor. . J (VtRHM (rMtaillllM yrs . r -n..ywvi. ; lleme. ( JosephShöser Luilese. . Absolute Reinheit wird garantirt. SS 37 Süd Sslnwnrs Ltr. Tel. 1tt69. r2ZZ2Z2ZSZSZSßSZ5SSZS&SZZZZ i" OiiCE-TBlEO, ALVAYf ÖSED." j BAH:FJ)nUREüv KrtniPi nÄnfSÄOk ZJUliliJZlZXJULlUO ,rrot TU DrecOt Cepper racUcl end eil Kuchen cn ' Pl-trsd UfensII H cncc3vood.r.:crt:Pdr ccfcln etc" - i I I ÄPÖBet? ..sm: i inrrp-i am ' " wmw m 1 tUMfiUfttttftH . g 2S8KTWAMtiiTeaSttiiMAaiMU. .THE -BiR-KEEPEflS FBE'D." : f 1X7 Znm verkauf in Upöth tltn ISCenU p ykunb. ; r-rzr n LPSBSSsSfi UAtffitrTtn Strtvto'&l ' - ey v . ; , Unsere boZhsmmtnt CBrifc. frrri mit vr es .T.4i . hin Fleck, chkt trikture. . Hu rittxr tm ' titftfiil tu 1 M 4 Taqe. Frözt hoüxton UJÄ k Bcrfankt W 9prt für ii.oa. v,k; . ! UALYDOR MFG.CO..UKCAiTU.OHia HEBMAÄN LTOKE, - , 187, Süd ZZeridian Straße. Dscher MMerschmied, !- fUtftpm4T'Ä5w -tXrlqi esisuntnu. örUtrt ßx&lZta

Weißbier

nLRnTfe mmtis '! r , 83,'- -, I