Indiana Tribüne, Volume 19, Number 338, Indianapolis, Marion County, 23 August 1896 — Page 7
Lieölingsörumcn. Als die Ehen noch im Himmel geschlössen wurden, stand die Schlüsselblume in hohem Ansehen. Man betrachtete geradezu jede Jungfrau, welche zur Osterzeit eine Primel fand, schon als Braut. Diese zu den ersten Sendboten des Frühlings gehörende Pflanze muß sich in der Rolle der Ehestifterin auf die Dauer doch nicht bewährt haben, sonst wäre sie die Lieblingsblume der heirathslustigen Mädchen geblieben. Statt dessen wurde sie das Emblem eines alten Politikers, des Lord Veaconsfield. An seinem Todestage, dem 19. April, tragt man Z)eute noch zu Ehren dieses Staatsmannes in London Primeln am Busen oder im Knopsloch. Folgende Beebenheit gab die Veranlassung dazu. Als Lord Beaconsfield noch nicht der berühmte Politiker, sondern ein nur wenig gekannter, junger Mann, Namens Disraeli. war, lenkte er die Aufmerksamkeit eines seiner Freunde bei einem Vallfest in Buckinghamshire auf den Primelkranz.welchen eine reizende, junge Dame in ihren dunklen Haaren trug, und bemerkte: die Primeln mußien natürliche sein, da der warme Lebenshauch, der über ihnen ruhe, unmöglich nachgebildet sein könne. Sein Freund war entgegengesetzter Mei?lung. und diese Verschiedenheit der Ansichten führte zu eincrWette: Diese Primeln interessiren mich derartig," sagte Disraeli, daß ich Gewißheit darüber haben muß. Hier fünf Guineen, setzen Sie dagegen, und lassen wir die junge Dame selbst entscheiUni" Der Freund bat die ihm bekannte Dame, ihr Disraeli vorstellen zu dürfen, und dann erzählte er ihr die Wette. Es thut mir leid, aber Sie haben verloren, Mr. Disraeli hat gewonnen, es sind wirkliche und keine künstliche Primeln. Ich habe sie heute früh selbst in unserm Garten gepflückt und den Kranz selbst gewunden." Sie zog eine Blume aus dem Haar -und sagte lächelnd, sie Disraeli überreichend: Ueberzeugen Sie sich von Ihrem Siege" Disraeli steckte die Blume in sein Knopfloch und trug sie für den Rest des Abends. Am anderen Tage war er so glücklich, von der liebenswürdigen Schönen, der er einen Besuch machte, wieder eine Primel zu erhalien. Dieses Glück erneute sich täglich während seiner Anwesenheit in Buckinghamshire. Die junge Dame endete leider tragisch; auf einem Spazierritt wurde sie vom Pferde abgeworfen und starb nach langem Siechthum. Als Disraeli zum zweiten Male nach Buckinghamshire kam.fand er nur das Grab der schönen Mabel und brach sich von dessen reichem Blumenschmuck eine Primel. Seit dieser Zeit nannte er die Unvergeßliche oft in der Erinnerung seine Primiila veris". Ein Blümchen, das heute noch immer von jungen Mädchen favorisirt wird, ist das Tausendschön oder Maßliebchen. welches nachweislich schon seit dem dreizehnten Jahrhundert als Orakel- und Liebesblume imGebrauch steht. Im Mittelalter zählte man die Knoten an den Grashalmen ab, wenn man das schwerwiegende Ja" oder Nein" errathen wollte. Dieser Sitte begegnet man schon in einem Liede Walthers von der Vogelweide, wo der Verliebte den Strohhalm ergreift, um in seiner Liebesnoth ein kleinez tröstelie zu suchen: Mich hat ein Halm gemachet froh: Er sagt, ich sollte Gnade finden. Ich maß ein kleines Stückchen Stroh, Wie ich zuvor es sah bei Kindern. Nun höret zu und merket auf, .ob sie es ifrn': Sie thut, thut's nicht, sie thut, thut's nicht, sie thut. Wie oft ich messen möcht', stets war das Ende gut. Das tröstet mich, doch Glaub' gehöret auch dazu." Was den Liebenden damals der Grashalm deutete, gibt ihnen heute das Gänseblümchen kund, doch werden an dieses immer erhöhter? Anforderungen gestellt. Das bescheidene Gretchen will blos wissen, ob er sie liebt ode: nicht; die Jungfrau von heute will sogar denWärmegrad der Leidenschaft des Ersehnten genau kennen; sie will erfahren ob sie: Von Herzen, mit Schmerzen, ein wenig oder gar nicht" geliebt werde. Die Sennerinnen in den Alpen fragen die Blumen kurz: Ledig sie? Horzig ha? Jn's Klösterli ga?" Die Burschen aber wollen wissen: ob sie reich, arm oder rnittelgattig" sei. Die Lieblingsblume d:s Gotterk'önigs Jupiter war dasStiefmütterchen. Einst verließ nämlich der immer zu galanten Abenteuern geneigte, alte Herr seinen Wolkenthron, dabei nahm er, um unerkannt zu bleiben, die Gestalt eines Schäfers an. Zu seiner Beglaubigung führte er ein weißes Lämmchen mit sich. Als der göttliche Hirte auf argivischer Flur wandelte, fiel es ihm ein, sich unter die in den Tempel der !o drängenden Leute zu mischen 1 ' : V;s gerade Jo. die schöne Zci:-. V ,-hus. am Altarc; sie t: . .er durch ihren Liebreiz v . . oas Lamm als Opfers ;:'v i ' äßen nieder. Jo, welche c? . . - . gen von Prinzen aller :n: -,'.n ihre Hand warben, '' :V ;;'... oar von den flammen.. . aigen Jupiters besieci, " :i. ... ite in heißer Liebe zu ihn. , ' trafen sich die beiden L V;: tauschten Worte und . .ur kurze Zeit sollte ihr ' -,aM dauern. Eine nei- :'-- : .sin der Jo hatte gelauscht .: ' jxit das Gehörte der eifer- " ; . Luno. die nun auf Rache ' upiter verwandelte die schöne : L;n, iim .ficjbor dem ihr dro
henden Verderben zu schützen, In eine Kuh. Die Erde wollte der Verwandelten gefällig sein und lieh aus ihrem Schooße das Stiefmütterchen als Nahrung für sie hervorsprießen. Die Griechen sahen in diesem das Symbol der Jungfräulichkeit und nannten es, mit Rücksicht auf seinen Ursprung Jupiterblume". Eine der besonderen Gunst irdischer Könige sich erfreuende Blüthe ist die Nelke. Als bei dem zweiten Kreuzzuge im französischen Heere die Pest ausbrach, suchte Ludwig IX. eine Pflanze als Heilmittel dagegen. Er fand auch thatsächlich eine gewürzhaft duftende Blume, deren Geruch der Sage nach so manchen Krieg:? von der Seuche geheilt haben soll. Das Aroma dieser Blume schien ihm Aehnlichkeit mit dem der Gewürznägelein zu haben, die damals als seltene Spezerei von Indien über Egypten nach Frankreich kamen; darum nannte er sie Nelke. Die spielt in der Geschichte Frankreichs auch später noch eine Rolle. ' So war sie die Lieblingsblume des großen Eonde, des Siegers von Rocroy (Ludwig II. von Bourbon, geb. 1621), der besondere Vorschriften für deren Cultur herausgab und die hochrothe Nelkenblüthe zur Parteiblume der französischen Soldaten machte. Selbst im Gefängniß vergaß Conde seine duftige Freundin nicht, er suchte bei der Pflege seiner Nelkenstöcke Trost für die verlorene Freiheit, und als ihn seine Gemahlin mit treuen Anhängern aus dem Kerker befreite, da soll er begeistert ausgerufen haben: Fast ist es nicht zu glauben! Während der alterprobte Kämpfer Nelken zieht und pflegt, führt die Frau den Krieg und erringt ruhmvolle Siege!" Fortan blieb die Nelke als Sinnbild der Tapferkeit der erklärte Liebling im Hause Bourbon. Auch die Opfer der französischen Revolution schmückten sich zu ihrem letzten Gange zur Guillotine mit rothen Nelken; hier figurirte sie als Symbol der Todesverachtung. Wie theuer die französische Nationalblume im 16. Jahrhundert war.wo die ersten Nelken nach England importirt wurden. zeigt der Umstand, daß ein Nelkenkranz. den die Herzogin von Devonshire bei einem Feste trug, hundert Guineen kostete. In Belgien wurde sie um die Mitte des 17. Jahrhunderts eingeführt und ward gar bald eine Volksblume in des Wortes eigenster Bedeutung; alö solche hat sie sich auch bis heute behauptet. Es sind namentlich die belgischen Steinkohlenarbeite?, die an den kleinen Fensterchen ihrer bescheidenenHütten die Nelke mit rührenderSorgfalt pflegen. Kommen die mit Kohlenstaub bedeckten Bergleute nach gefahrvollem Tagewerk glücklich heim, so finden sie die Erholung bei der Pflege ihrer Nelken; sie begießen sie mit demselben Wasser, welches sie wieder zu weißen Menschen macht, in der Annahme, durch dieses schwarze Wasser Blüthen von dunklerer Färbung zu erzielen. Das von den rauschenden Fluthen des Amazonenstromes getragene Wasserwunder, die Victoria Regia. ist der Liebling ihrer Pathin, der Königin von England. Die weniger majestätisch dahinrollenden Flüsse Deutschlands tragen ein bescheideneres Geschenk der Wassergeister die Njmpkaeii; sie erfreute sich der besonderen Vorliebe des Kaisers Friedrich. Wenn die Wasserrosen auf der Havel blühten, dann begann unser Fritz" (als Kronprinz) zu baden. Beim ersten Bad fand er alljährlich die Zelle mit Nymphaeen geschmückt. Als im Jahre 1888 die Seerosen zu blühen begannen, kam der Kaiser nicht er lag auf dem Sterbebette. Der Bademeister an der Havel gedachte aber seiner, er schickte ihm einen Korb Wasserrosen, die der Kaiser an seinem Todestag erhielt und sterbend bekundete er noch seine Freude über das Blumengeschenk. Auch bei den Völkern des Alterthums stand die Wasserrose in hohem Ansehen.die Germanen schrieben ihr geheinmißvolle Kräfte zu und Plinius erzählt, daß sie aus einer Nymphe entstanden sei, die aus heißer, unerwiderter Liebe zu Herkules starb, daher stammt auch ihr Name Xympkuea", zu deutsch: Nymphenblume. Die Licblingsblume der Begründer des fränkischen Reiches war die Lilie. Als Chlodwig in der Schlacht bei Zülpich, von den Alemannen hart bedrängt, im Fall des Sieges Christ zu werden gelobte, erschien ihm ein Engel mit einer Lilie uno gebot ihm, sie als Schwert zu benützen. Beim Anblick dieser Lilie entflammte in Chlodwigs Kriegern neuer Muth und die Alemannen mußten weichen. Von da an führten die fränkischen Könige drei Lilien in ihrem Wappen, vielleicht das Einzige, was die heutigen KrönPrätendenten aus dem Hause Bourvon, durch die Fährnisse der Jahrhunderte hindurch, intakt erhalten haben! Unter Ludwig XII. fehlten die Lilien in keinem Garten Frankreichs; sie wurden gepflanzt, um diesen guten König, den die Franzosen Vater des Vaterlandes" nannten, zu ehren, denn er hatt: es. trotz mannigfacher Kriege, fertig gebracht, die Steuern herabzusetzen. Die Lilie durfte in keinem Strauße fehlen und das Volk machte sie zur Königsblume", weil sie seiner sittlichen Reinheit entsprach. Bei den alten Römern war die Lilie der Juno geweiht; sie war zugleich das Symbol der Hoffnung; darum wurde sie auf ?Nünzen geprägt mit der Devise: Spes populi romani" (Hoffnung des römischen Volkes). Auch bei den Persern genob sie große Ver-
, ehrung, und der Name der Landesl Hauptstadt Susa bedeutet Lilienstadt. Bei den alten Germanen war sie die Todtenblume. Nach einer altdeutschen Sage erschienen die Lilien auf den $
Gräbern solcher Personen, die eineZ natürlichen Todes gestorben waren. Wenn sie auf dem Grabe eines unschuldig Ermordeten blühte, galt sie als Zeichen kommender Rache, sproßte sie aus der letzten Ruhestätte eines armen Sünders hervor, so verkündete sie die Vergebung der Götter. Einer anderen Sage nach pflanzte der Geist des Verstorbenen die Lilie selbst auf sein Grab. Sie war das verknüpfende Band zwischen Lebenden und Todten. Im Mittclalter wurde sie von den Mönchen in vielen Klöstern geheglnd gepflegt und die beschränkten Bauern, die sich wohl ab und zu einen Einblick in die Klostergärten verschafft haben mögen und hier die Schönheit der ihnen unbekannten Blumen bewundern konnten, verbreiteten die wunderlichsten Sagen über sie. So erzählt man von dem durch Hoffmann von Fallersleben weithin bekannt gewordenen Kloster Korvei an der Weser, daß drei Tage vor dem Tode eines jeden Mönches eine weiße Lilie in dessen Chorstuhl lag und so wie diese Lilie welkte, so welkte auch der Todescandidat dahin. In der spanischen Floristik behauptete die Georgine lange Zeit hindurch den ersten Rang. Sie wurde im Jahre 1791 in Madrid zum ersten Male zur Blüthe gebracht, wohin sie us Mexico verpflanzt worden war. Man nannte sie dem schwedischen Botaniker Andrcas Dahl zu Ehren Dahlia". Man kann die Georgine auch die Gefangene des Escurial" nennen, denn die Spanier wachten eifersüchtig darüber, daß ihr Blumengeheimniß" nicht dem Auslande verrathen werde. Erst nach vielen Jahren gelang es einem französischen Diplomaten, sich auf unerlaubtem Weg in den Besitz einiger Knollen zu setzen. Allein Unrecht Gut gedeiht nicht! Im Jardin des Plantes in Paris hielt man die Georginen für tropische Pflanzen und brachte sie in ein feuchtes, warmes Treibhaus, weshalb die Knollen faulten. Doch der Liebling Aller ist wohl die Königin der Blumen, die Rose. Darum sagt von ihr der Dichter: Laß o Rose mich wohnen, Unter Deinem Blätterdach. Will Dir's nach Kräften lohnen. Will Dich preisen durch süßen Sang, Selig durch Deine Minne, Will Dir dienen mein Lebelang Holde Frau Königinne." Unschuldig vcrurthcilt. An der Ecke trafen sie sich, der Cadett v. Strumpki und Melanie. ein Backfisch, der zu der Klavierstunde ging. Neben ihr. die er mit der ganzen Gluth eines fünfzehnjährigen Jünglingherzens liebte, hinschreitend, vergaß er der gewöhnlichen Vorsicht. Er blickte sich nicht nach etwa vorübergehenden Vorgesetzten um. Und das wäre doch nöthig gewesen, denn auf der anderen Seite des Trottoirs oing der Anstaltsdirector Major vonBüster, der mit strengen Augen herüberblickte. Nur zu schnell war die Wohnung der Musiklehrerin erreicht, und die Trennung erfüllte den Cadetten mit Beklemmniß. He, Botho, kommst Du mit in die Conditorei?" Diese Anrede, von StrumpkisGroßmutter ausgehend, die gerade des Weges kam, milderte seinen Schmerz. Er trabte sogar recht vergnügt an der Seite der alten Dame und in der Conditorei beruhigte er sein heiß schlagendes Herz mit drei Portionen Eis. Eine Stunde später stand er vor dem Anstaltsdirector. Strumpki. mit wem gingen Sie eben spazieren?" Mit meiner Großmutter, Herr Major." Was? Sind Sie nicht gescheit? Ich will die Wahrheit hören. Wer war Ihre Begleiterin?Meine Großmutter, Herr Masor!" Drei Tage Arrest! Marsch! Abtreten!" Und für sich brummte der Major: So ein Schlingel! Will mir einreden, daß ein halbwüchsiger Backfisch seine Großmutter sei." Meiner Nachbarin ny$ Stammbuch. Ueb' immer Treu und Redlichkeit, UtV Nachsicht und Geduld! Ueb' Wohlthat und Barmherzigkeit Ueb' Rache an der Schuld! Ueb' Schreiben, Malen inniglich Ueb' Alles für und für. Doch übe nicht ich bitte dich, Ueb' nicht so viel Klavier! Passender Titel. Dichter: Herr Professor, sagen Sie mir doch gütigst für meine Poesieen aus d:m Hochlano einen recht bezeichnenden Titel im Gebirgs - Jargon, damit der Leser gewissermaßen vorbereitet ist auf das, was er empfinden soll." Professor: Wenn Sie das wollen, müssen Sie die Gedichte Das Alpdrückennennen." Aus dem G e r i ch t s s a a l. Staatsanwalt (am Schlüsse seiner Rede): Ich beantrage also gegen den Angeklagten die Todesstrafe." Angeklagter: Ach, Herr Staatsanwalt. Sie vernichten mir ja meine ganze Earriere." B ei T i s ch. Gast (zu seinem
' Nachbar, der fast allen aufgetragenen Spargel aus semen Teller legt): Sie, ich esse den Spargel auch gern!" Tischnachbar: Aber nicht so gern, wie ich!" ' Mutter und Tochter. Lilli: Finden Sie nicht, Herr Doktor, daß ich meiner Mama sehr ähnlich sehe?" Mama: Aber, Lilli, sei doch nicht so eitel!"
Soldm'ännchcn und ZZukgtenma' cher alter Zeit. Von Hr. Lange.
Das Jagen und' Trachten nach dem Mammon, dem gleißenden Golde und dem schönen blanken Silber ist nichts Neues. Es lassen sich auf den ersten Blick zwei Sorten von Goldmachern unterscheiden. Etliche hatten den Zweck, den Geldbeutel vor der gallvppirenden Schwindsucht zu bewahren, ihn immer hübsch rund zu erhalten, ja ihn sogar noch mehr zu füllen, daß er gleiche dem Oelkruge der Wittwe zu Zarpath. Die zweite Sorte diente dem Aberglauben zur Hebung von Schätzen; , denn was heute in's Gebiet der Fabel gehört, zur Zeit unserer Väter da gab es noch Schätze von Geistern bewacht." Erlaube mir nun, lieber Leser, daß ich Dir zuerst ein Vierblatt derjenigen Dukatenmacher vorführe, die den Geldbeutel vor gähnender Leere bewahrten. Da ist als erster und Hauptmatador dasAlraunmännchen" zu nennen. Dieser unheimliche und zugleich glückbringende Popanz entpuppt sich bei genauerer Prüfung als die unschuldige Wurzel der Alraunpflanze (Mandragora officinalis), die im südlichen Europa und im Oriente wächst. Der unterirdische Theil der Mandragorapflanze hat merkwürdigerweise überraschende Aehnlichkeit mit einem Puppenbalge. Die Wurzel spaltet sich meistens in der Mitte, und obere Auswüchse, sorgen dafür, daß auch die Arme nicht fehlen. Wo keine Kopfbildung wahrzunehmen ist. hilft leicht das Messer etwas nach. Damit die runzlige Gestalt noch unheimlicher werde, ist sie von oben bis unten mit spärlichen Haaren (Fasern) bcdeckt. Es ist erklärlich, daß sothane Mißbildung die abergläubische Bewunderung der Alten erregte. Ein Pythagoras erblickte in der Halbmmschpflanze" ein lebendiges Erdmännlein, ein Plinius unterschied sogar männliche und weibliche Wurzeln. Wenn aber die führenden Geister in solchem Wahne befangen waren, was sollen wir dann von der stumpfen Menge sagen? Es wundert uns gar nicht, daß man bald die Alraunwurzel für die Wurzel der Eirce" ausgab, mit der sie die Genossen des göttlichen Odysseus in Schweine verwandelte. Und nun, da man dieses heraus hatte, konnte man wohl ein besseres Mittel zum Zaubern und wider die Zauberei sowie zum Unsichtbarmachen finden? Händler, fahrende Leute und Quacksalber brachten das kostbare Mirakel nach Deutschland und verkauften die Wurzel denen, die nicht alle werden", für theures Geld. Um den lieben Kunden recht vielMoos aus der Tasche zu locken, erzählten sie schauerliche Dinge von der schwierigen und gefährlichen Gewinnung, sowie von der Seltenheit des koskbaren Amulets. Da die Nachfrage nach Alraunchen bald stärker war als das Angebot, so kamen schlaue Betrüger auf den Gedanken, einen eigenen Industriezweig aus dem Vertrieb der trefflichen Wurzel zu machen. Und die Natur kam ihrem erfinderischen Geiste zu Hilfe. Daheim im lieben deutschen Vaterlande wuchs ja die Zaunrübe, die eine ganz ähnliche Wurzel hatte. Die Kunst brauchte nur etwas nachzuhelsen. und das Alruniken war fertig. Damit das Ding auch Haare bekomme, steckte man ihm Gerstenkörner in den Kopf, der Same keimte alsbald, und die Samenfäden bildeten den schönsten Schmuck des kleinen Götzen. Nun erzählten die schlauen Wichte den dummen Menschen, daß das Männlein unter einem Galgen gewachsen sei, daher auch Galgenmännlein" heiße. Es erwachse aus dem Harne unschuldig Gehängter, komme also sehr selten vor, und seine Gewinnung sei mit Lebensgefahr verknüpft. Beim Ausgraben ächze und schreie es so entsetzlich. daß. wer sich nicht die Ohren zugestopft habe, todt zur Erde falle. Ein vorsichtiger Mann mache es also wie Odysseus bei den Sirenen, darnach grabe er das Männlein zur Mitternachtsstunde frei und binde es mittelst einer Schnur an den Schwanz eines kohlschwarzen Hundes. Demselben halte man einen Leckerbissen vor, und wenn das Thier danach lause, so reiße es das Alruniken heraus. Der Geist schreie aber in dem Momente gar so kläglich, daß der Hund todt hinfalle. Nun sei die größte Gefahr vorüber. Man hebe das Männlein mit einem Tuche auf. wasche es zu Hause mit rothem Weine ab und hülle es in rothe und weiße seidene Gewänder. Darauf lege man es in ein Kästlein. Alle Neumond müsse das Alraunken ein neues Hemdlein haben. Solle es weissagen, so nehme man es einen Augenblick aus feinem Behälter heraus und frage. Das kleine Kerlchen offenbare dem Besitzer die heimlichsten Dinge. Vorzüglich brauchbar aber sei es zum Geldmachen. Man brauche ihm nur Abends eine Münze beizul:gen. am nächsten Morgen habe sie sich verdoppelt. Doch allzusehr dürfe man das Dukatenmännchen in dieser Beziehung nicht anstrengen, sonst würde es schwach und ginge ein. So logen die schlauen Eharlatane. und die wundersüchtige, im Banne des finstersten Aberglaubens bifangene Menschheit ließ sich betrügen. Weniger kostspielig war der Erwerb des zweiten Geldmachers. Es war dies ein Zweig von der Traubenkirsche oder dem Faulbaum, den man am Eharfreitag - Morgen 3 Uhr vom Baume schneiden und um den bloßen Leib binden mußte. Hatte man Geld in seinem Beutelein, gut, so wuchs und gedieh es. War keines vorhanden, so kam es alsbald geheimnißvoll herbeige1 strömt. Nebenbei befand sich derBe-
sitzer dieser Goldruthe m der angenehmen Lage, sämmtliche Hexen, die sich am Eharfreitag in der Kirche befanden, zu erkennen. Wie der gute Faulbaum zu seinem Rufe gekommen ist. läßt sich nicht errathen. Vielleicht verdankt e? seine Berühmtheit seinem Gestanke und dem Gifte (Blausäure), das sich in allen seinen Theilen findet. Als Dritten im Bunde der Dukatenmacher nenn? ich den geheimnißvollen Farnsamen. Da unsere Altvordern die Fortpflanzung der Kryptogamen durch Sporen nicht kannten und doch die Vermehrung der Farne wahrnahmen, so machten sie sich allerhand Gedanken über den räthselhaften Samen der Pflanze. Natürlich mußte er kostbare Eigenschaften an sich haben, weil man ihn nie gewahrte. Wie ihn aber finden? Da sagten einige kluge Leute, in derJohannisnacht, wenn alle unholden Geister ihr Wesen trieben, sei er reif, .Andere dagegen behaupteten, in der Christnacht sei er zu haben. Alle indeß waren einstimmig in der Ansicht, daß der Farn- oder Wünschetsame plötzlich zwischen 11 und 12 Uhr reife. Dann falle er wie feuriges Gold zur Erde und zwar mit solcher Gewalt, daß er einen eisernen Mörser durchschlage. Nur ein schwarzesBocksfell könne er nicht durchdringen. Dem glücklichen Besitzer sind alle Kräfte der Natur Unterthan, und ein langes Leben steht ihm bevor. Das Beste aber ist. daß das Geld, welches bei demFarnsamen liegt, nie alle wird. Wie man wohl gesucht hat, lieber Leser, und wie mancher fleißige und sparsame Mensch wohl in den Ruf gekommen ist, daß er eine Portion des köstlichen Wunschsamens srin eig?n nenne! Greifbarer und leichter zu erwerben war das Conterfei eines Moosmännlcins. wie solche seit Alters in der Gegend von Saalfeld angefertigt wurden. Die Moosdamen und -Herren sollen gute Waldgeister sein, die denen, die sie lieben und verehren, großen Nutzen bringen. Man stelle sie sich als zwergähnliche, behaarte und bemooste Leutchen vor. Sie gehen Vorzugsweise und gerne in die Häuser, wo ihre Bildnisse stehen und mehren den Menschen das Geld. Dem aber, der keines hat, schenken sie Blätter, die sich in Gold verwandeln. Ich calculire. daß nach diesen kleinen Moosgeistern das Geld den Namen Moos" erhalten hat. Zum Aufsuchen und Heben der verborgenen Schätze bediente man sich ursprünglich der Mistel, später der Haselruthe und der Springwurz. Die Mistel, das goldene Reis", stand in dem Geruch, Reichthum zu verleihen. Deswegen mußte sie auch als Wunschruthe tüchtig sein und die Eigenschaft besitzen, Gewölbe und Schlösser zu sprengen. Die bestgeeigncte Mistel war die, welche auf einem Haselftrauche wuchs. Hieraus erklärt sich gar leicht, wie in späterer Zeit die Haselruthe avancirte. Dieser Zauberstab, mit dem man Schätze, Erzadern und Wasserquellen finden formte, wird verschieden beschrieben. Entweder war er ein Eabelzweig oder ein einfacher Stab, der dreimal so lang als der Zeigefinger sein mußte. Einjährige Triebe eigneten sich ganz besonders zu Wunschruthen, da die Witterung noch nicht die geheimnißvollen Kräfte in dem Holze beeinflußt hatte. Der gabclförmige Zweig wurde beim Schatzsuchen so getragen, daß die beiden Enden in den Händen ruhten und der gemeinschaftliche Stiel nach oben zeigte. Die stabsörmige Wünschelruthe ließ man auf dem Zeigefinger oder dem Daumen balanciren. Befand man sich Über dem Schatze, so schlug die Ruthe nach unten. Das Schneiden solcher Instrumente bildete eine eigene Wissenschaft, Erstlich mußte man Neumond haben, sollte der Stab zauberkrästig sein, und zweitens mußte das Schneiden in der Jo-hannis-, Christ- oder Charfreitagsnacht vor Sonnenaufgang unter Hersagung gewisser Formeln erfolgen. Kein Messer, kein Metall durfte die Ruthe berühren, mit einem scharfen Steine mußte sie vom Strauche abgetrennt werden und zwar sehr schnell, da sonst die Kraft entwich. Ob man noch heute Schätze mit der Haselruthe sucht, ist mx nicht bekannt, wohl aber weiß ich, daß es noch Leute giebt, die Wasserquellen damit bestimmen wollen. Und nun zum Schlüsse, lieber Leser, und zum Letzten des Trifoliums der Schätzesucher! Es ist, wie Du oben sahest, die geheimnißvolle Springwurz. Geheimnißvoll? frägst Du. Sollte denn nicht der unterirdische Stengel der vielblüthigen Maiblume, das Salomonssiegel", jedem Pflan. zenkundigen bekannt sein? Sollte nicht jeder Blumist wissen, daß dieser Wurzelsiock darum Salomonssiegel heißt, weil sich aus ihm viele runde siegelartige Stengelnarben befinden, deren Vorhandensein unsere Vorsahren dem weisen Salomo zuschrieben, der mit Hilfe dieses Stockes die Felsen zum Tempelbau gesprengt haben soll? Jawobl, natürlich! Aber jedes SalomonLsieael ist noch keine SvrinaWurzel und zeigt ttxr.t vervorgenen Schätze an. Die echte, zauberkräftige Springwurzel, das merke, kann von keinem Menschen selbst gefunden werden, die muß Dir der Specht verschasfcn. Höre, wie das zugeht! Du spürst sein Rest auf, und wenn er ausgeflogen ist, schlägst Du einen Holzkeil fest in das Flugloch hinein. Dann versteckst Du Dich. Kommt nun der Specht heim und findet sein Haus verrammelt, so fliegt er unverzüglich fort und kommt bald darauf mit einer Wurzel im Schnabel zurück, die er an den Keil hält. . Mit scharfem Krach fliegt das Hinderniß heraus, und die Oeffnuna ist frei. Der SpeÄt aber
läßt' vor Schreck die Wurzel ' fallen. Du eilst herzu und raffst den kostbaren Gegenstand auf. Es ist eine veritable Springwurz. denn sie ließ den Keil springen. Du kannst fortan mit ihr alle gebannten Schätze erheben. Probatuiu cst! Hoffentlich gehörst Du aber zu den Hellen" und fällst nicht auf dieses Recept hinein; unsere guten Alten möchten sich, wer weiß! vielleicht noch im Grabe über diese neuzeitliche Eoncurrcnz umdrehen. Wir wollen sie in Frieden ruhen lassen und lieber in fröhlicher Erinnerung an vergangene Zeiten singen: Einst gab es noch Schätze, von Geistern bewacht. Und mancher verwegene Fant, Der muthig hinausging in finsterer Nacht, Kam, Reichthum und Glück in der Hand. Da hatten die Geister noch Gold im Haus Und liehen es ohne Procente aus: Der Geist war nicht arm so wie heut! Das war eine köstliche Zeit!"
Der EescUschastsabcnd. (Münchener Gerichtsscene) Sie glaub'n wohl, jetz'n erzähl i Eahna 'was recht Lust?g's. dös wir treib'n, wenn wir an einem bestimmten Tag bei unsern Nachbarswirth z'sammakemma und an ganzen Abend recht damisch schaug'n? Ja, fidel wär's schon, wenn's net dazua manchmal so traurig wär. Der G'sellschaftsabend is von Rechtswegen nix anders als an Wirth seine stade Ausplünderung, die der Reihe nach jeden G'schästsmann trifft, der wit'n Wirth was z' thuen hat. Zum festsetzten G'seNschaftsabend mueß der Metzger, der Bäcker, der Kramer, sogar der Essigsicder und der Ochsengaumenhandler unbedingt kemma. Nachher sollt net fehl'n der Hauszimmermann, -Maurer und -Schreiner. Wer beim Wirth arbeit, mueß an Theil vom Prosit in Flüssigkeit wieder umsetzen. Is der Wirth a ganz a g'waschener, nacher nimmt er 's Fleisch von zwoa. drei Metzger, an Vierten kauft er die G'secht'n und an Fünften und Sechsten die andern Würschtl ab, und unter fünf Bäcker geht's gar nia, und der Hueber liefert 's Hausbrot, der Müller d' Semmeln, der Meier d' Muckln und der G'freite vom Kocherl bringt sein Eommißscheibling, der, obwohl nur a Zwanzgerl oder dreiQuartl dafür geb'n werden, auf a Mark! im Ausschneiden kimmt. weil der Wirth behauptet: 's geht nixn über an vier, fünf Tag alten Eommiß zu Radi und .Butter, und dabei schneid't er um drei Pfenning Schnitt! 'runter, wo d' Sunn durchscheint. Der Glaser hat Neulings erst g'sagt: Es is eahm ganz Angst, wenn die Manöver angenga, da zoagt der Wirth blos mehr an altback'nen Scheibling und sammelt mit'n Teller, daß er d'rauskimmt. Jetz'n. wer. wie meine Wenigkeit, so a Menge Pamperlwirth kennt, der staunt nimmer, wenn gegen Elfe Nachts der Wirth grandelt: Da bin i scho' da! Am G'sellschaftsabend san net amal achtz'g Liter wegganga! Mali! Beim Metzger X. holst amal drei Tag lang nixn, kaufst wieder beim Z. ein, der kimmt doch wenigstens alle G'sellschaftsabend'; tragst'n Andern aber 's Fleisch vor'm Laden vorbei, damit er si' schleimt! Aha, Schorschl, spannst jetzn, wer alleweil recht hätt'! I Hab's glei' g'sagt, fang' mit'n X. nixn an, der thuet, wia er mag, und die zwoa Schweinshaxl. die i' eahm heut' abg'nomma hab, die kann i' als ausgesottene Hadern heut' selber ess'n. Wenn scho' a Metzger nixn selber ess'n möcht, na' bin i' scho' da! G'rad fallt mir ein: der schelchhaxete Loablschmied hat si' gestern aa um Zehne bereits druckt mit drei Glas Bier. Den muck i' amal g'hörig auf; neuliugs hab' i' eahm feine verhatscht'n Markweck'n (um siebzig Pfenning mit fünf Semmeln) kaum verkauf' könna. Der Glaserbartl hat der Kellnerin an Zwoaring Trinkgeld geb'n, und seit Neujahr kauf' i' bei eahm den fünften Lampencylinder! Dös san gar koane G'schäftsleut' mehrer! Na, g'freut Enk nur, nächstes Jahr halt' i' zwoa Früahschspp'n. an Hausball und a maskirte Unterhaltung; da wenn net der Metzger im Haus sich zum Krupp'l trinkt, na' mueß er 'naus, und wenn's Haus auf d' Gant kimmt. Meine Herren! Ham's jetzn a Idee, was so a G'sellschaftsabend is und sein soll? Da kunnt i' Eahna verzähl'n, daß Sie's nimmer glaub'n würden. I als Alter hab' da meine Erfahrungen g'macht und bin jetz'n dazu kemma. an so an Abend dahoam z' bleib'n. meinetweg'n geht die heutige Verhandlung aus, wie's mag." , So erklärte der Anwesensbesitzer Franz Josef Y., ein Herr in den fünfziger Jahren, welcher mehrerer Bergehen der Beleidigung angeschuldigt war. Kläger war der Gastwirth Georg X.. Anlaß zur Beleidigung einer der eben geschilderten Gesellschastsabende. Hierzu erklärte Herr ?).: Also am 15. Juni war Gesellschaftstag beim Wirth zum g'schecket'n Kalbl. und da san alle G'schäftsleut', mit dene der Wirth was z' thuan hat, richtig bei einander g'wes'n, sogar der Bader war da, der alle Wocha zwoa Zehnernickl verdeant für's Nasir'n. Weil der Wirth a wengl grob is, so traut sich koa Gast mit eahm anbandeln, dasür strciten's selber unter anand?r. und dösmal haben zwoa Kramer g'stritt'n. weil Oaner an Andern d' Zuckerlieferung wegg'schnappt hat. natürlich sieben oder neun Pfenning Profit macht's alle Woch'n. Der Wirth war habisch, weil nur drei Partien zum Tarock'n z'sammganga san. und hat
g'sagt, dah jetzn 's Kariengeld für a neue Kart'n sechz'g und für a g'fpielte Kart'n fufz'g Pfenning kost't. Für d' Luft und 's Licht thät a so ko Mensch was zahl'n. im Gegentheil, d Gäst kauf'n ihre Cigarren wo anders? und verbrennen eahm seine Zünd hölzl. Er sei g'sonnen, nächstens sol chene Gäst. die zu oaner Halbe Bieg länger brauch, als nothwendig zum Trinken wär, aus dem Local zu weisen, dazua hat er's Recht, wia's neu lings vom Reichsg'richt selber ausg'-, sprocha worden sein soll. I horch da, wia a Schalbl, denn so was hab' i' no' net g'hört und 's Reichsg'richt is cc wengl weit weg. und da kann's leicht sein, daß dös a Wirthschaft an der russischen Grenz oder so wo g'moant hat. wo Unseroaner net woaß, wia d' Wirth, d' Gäst und 's Bier ausschaug'n. Da sag' i'. apriko, sag' i'. wia is die G'schicht vom Ausweis' Z Dös kann doch koa Münchner Biertandler im Ernst moan? Hier thuan's ja lieber Oan anstell'n, der Eahna d' Leut einawirft. Abg'sehg'n von meiner Person, i' mög schon a bisserl wask und dös net z' weru, aber g'setzt den Fall, i' kimm mit meiner Frau, die is a wengl überstark, und da kunnt & Wirth glaub'n, die trinkt ihre drei Maß, dabei zwingt's kaum zwoa Halbe. I setz den Fall weiter, der. Wirth käm' nach der ersten Halbe und saget: Sie. Frau I.. lasscn's Eahna a mal im Vertrauen sag'n, nach Ihrem Aussehg'n kunnten's bereits drei Halbe hab'n und da sieht no' a Noagl vow der ersten. Wenn's was vom G'setz kenna, nacher tummeln's Eahna, dak die zwoa Halbe einbringa, sunst hat'S was und kunnt leicht dahin geh'n Wissen's, unser Reichsg'richt hat selber g'sagt, 's dauert net länger, als mer zum Trinka nothwendig braucht, danni mueß gar sein. Mit die G'setzer is koa G'spaß z' mach! Also i' setz' den Fall no' weiter, es kunnt an Wirth in, Münka geb'n, der so hirntappet wär.'und moanet. er wollt mir dös G'seL auf a solchene Art ausleg'n, wia's des Lallipatschi da im Sinn hätt, was moan's. daß i' da anfag'n thät? A! billig's paar Bräuactien thät i' dai kaufa und die vertrinket i' im Bräu-i stübl, und den Wirth ließ i' verhunz gern, weil i' eahm die ganzen Gäst ab spänstig mach'n thät. Derweil abe? der Wirth dader nur a Fretter und cc eingebildeter Hungerleider is, der nur. von die Gäst lebt und seine Schulden! an sein Bräuer von diePfenning zahlt, die wir eahm eintrag'n, so sag i'd Grüeß Gott, meine Herren, und geh heut' no', niz für unguet. So, dcc hab'n Sie die Beleidigung. Beklagter hatte sich, obwohl er selbst für die nöthigeBeleuchtung seines FI les sich genügend vorbereitet hatte, auchj noch einen Rechtsbeistand bestellt, der mit aller Schärfe auf das Gebühren so. mancher Wirthe donnerte und damit im Zuhörerraume Zustimmung fand. Nichts half es! Die Worte: Fretter. Hungerleider und Lallipatschi wurden: mit fünf Reichsmark gerochen, wäh rend die Frage über dasRecht des Berweilens in einer Wirthschaft gar nicht erörtert wurde. Ob Herr F. noch irr Gesellschafts - Abende geht, oder aber die Refuge im Bräuhause vorzieht? Wer mag es wissen? . j Das Geschbenst.
Bei Träsen, dort an der QrlU rum, : : Ta geht ega! a Geschvenftchen um. Huhu, du glcenes leschdenfichen! t Skt Nidder Gunz von dem Cchälchcnsteltt, Ter saß einft in seiner Burg allein, Vei einem Schälchen 5)ecs;en. Und wie er grad' so gemiethlich drinlt Ta kommt ö Bettler h?reingehin!t Ganz leise in seine Schdnbe. Une er ziddcrte schrecklich und bat gar sehr: 0 Ridder. 0 gieb mir ä Schälchen her. Wir glabbcrn vor Frost ja die Äccne'Toch der Ridder gab ihm den Heetzen nich: ,Tas !3chälchcn H?sit drink' seltner ich, Er is ohnedies jetzt so deicr." Da schrie der Bettler: .Tu Wietherich CoUft einst auch bitten wie heite ich, Um nur ä Schälchcn Heeren !" Der ftlnch 13 ersillt, die Burg schdeht leer. Ter Ridder zieht beddclnd im Lande umher, Um Brod un ä SchÄchen Hecken. Und selbst nach dkm Tode, HerrZersks r.ee Da hcerd man des Nachts ofd von der Hceh, Ten Ruf nach'n EchäZchcn Heehen. Ihu Gaffceschwestern nehmtl?ich nur inAcht, Es hat schon mancher Besuche gemacht, Tas bcese Geschdenstchen. Nee awer! ttnangcnchme Uebcrraschung. Ein auserwählter Kreis von Mannern der Wissenschaft hat sich in einem Hotel versammelt, um für einen scheidenden Gelehrten eine Abschiedsfeier zu veranstalten. Nachdem man in animirter Unterhaltung mehrere Gänge des Menüs absolvirt hat, erhebt sich der Senior der Gesellschast, klopft an's Glas und beginnt unter fcierlicher Stille: Hochverehrte Bersammelte! Mit gerührtem Herzen ergreife ich das Wort und die Stimme versagt mir fast, wenn ich an den schweren Verlust denke, der uns bevorsteht! Sehen wir doch heute zum letzten Mal unter uns hier diesen edlen wir erblicken heute zum letzten Mal es ist das leiste Mal. daß wir aber, meine Herren, wo ist er denn?" Entsetzlich! Erst jetzt entdecke man. daß man vergessen hatte, de:i Scheidenden zu seiner Abschiedsfei?r einzuladen. Bitter. Gattm (die Zeitung niederlegend): Der arme Her? Schulz ist nun von aller Qual und allem Elend befreit!" Gatte: So, ich wußte ja gar nicht, daß seine Frau rc rc.t, wann ist sie denn acsioiten V '
