Indiana Tribüne, Volume 19, Number 338, Indianapolis, Marion County, 23 August 1896 — Page 4
JnSians Tribüne. Erscheint Täglich und Sonmagv.
Die tägliche .Tribüne" kostet durch den Trlg i Cents per Woche, die EonntagS-.Trkbüne'k Cent per Woche. Beide zusammen 15 Cent ade 65 Cents per Vlonat. Per Post außerhalb de, .tdt zugeschickt U Vorausbezahlung f pei ahr. ffict i 18 Süd Alabama tratzt Indianapolis, 3nd., 23 August 1896. Sonntags - piitei. Ich habe schon hie und da hervorgehoben, daß unser Indianapolis eine schöne Stadt ist und sich nach und nach auch immer mehr verschönert. Die Pflasterung der Straßen, obwohl eine sehr kostspielige Affaire, trägt dazu viel bei. Allerdings, ich muß gestehen, daß waö daS Schönaussehen betrifft, ich in Bezug aus die schwarzen in Creosot gekochten Holzblöcke meine Zweifel habe. Sie geben der Straße ein unfreundliches Aussehen, um so mehr, da wir hier seit Einführung der Gasheizung unö au helle Farben gewöhnt haben. Aber im großen Sanzen tragen gut gepflasterte Straßen außerordentlich zur Verschönerung einer Stadt bei. Aber sie tragen auck noch zu etwaS anderem bei, nämlich zur Vermehrung der Kosten der Stadtver. waltung. DaS Reinigen und Instandhalten der Straßen kostet viel Geld Allerdings, in den Kontrakten für die Pflasterung war die Instandhaltunp für fünf Jahre vorgesehen, betreff? vieler Straßen aber sangen diese Ter. mine an abzulaufen und nun hat bt Stadt dafür zu zahlen. 3n den neuer Kontrakten ist Instandhaltung für neun Jahre vorgesehen, aber auch neur Jahre sind seine Ewigkeit und au neunjährige Termine laufen ab. Nun. nur sind bereits an d,m Punkte ange langt, an dem das Einkommen der Stadt nicht mehr ausreicht. Ich befürchte sehr, die Bürger werden dem nadist in den sauren vitui einer Sleuererböbuna beißen müssen Steuer zahlen gedört bekanntlich nicht zu den liebsten Beschäfl.qungen des Burge,S und wenn er sich gerne von etwas drückt, dann ist es daS Steuerzahlen Das soll in der ganzen Welt so fern Ich habe noch von keiner Nation ge Hort, bei der daö Steuerzahlen zu den gesuchten Vergnügungen gehört. Darin find sie alle gleich. ES ist zwar nichk sebr vatriotisch, aber der Geldbeutel kennt nun einmal keinen Patriotis mus. Aber die Seraßen müssen docb nun einmal gereinigt und reparirt werden. Man könnte viel Geld für Straßenreinigung sparen, wenn man sofort gesetzlich die Benützung von Ps?rden und Mauleseln verbieten und bloß noch Fuhrwerke mit elektrischen oder anderen Motoren gestatten würde. Daö hat aber seine Bedenken. Denn obwohl der Fortschritt die elektrische Maschine hervorgebracht hat, bewegt er sich doch nicht mit der Geschwindigkeit einer solchen und wir werden uns bescheiden müssen aus die allgemeine Einführung der "horseless" Kutschen und Wagen mindestens noch ein Jahrzehnt zu warten. Inzwischen aber muß Geld her. Ob Gold, Silber oder Papier, bleibt sich ganz gleich. ES muh her mit oder ohne Freiprägung, lß zu 1 oder sonst waS zu 1. Aber wie? Darüber werden sich nun unsere klugen stadtverwaltenden Organe die Köpfe zerbrechen müssen. Ja, wenn unsere Stab väter nicht allezeit die Kreaturen der Korporationen gewesen wären. Wenn sie nicht der Strahenbahngesellschaft gestattet hätten, sich so zu verklausuliren, daß man sie vorläufig gar nicht anzapfen kann. Jeder armselige Haufirer, der vor seiner Karre einelenden, lahme Rofinante spannt und seinen ambulanten Handel auf der Straße betreibt, jeder Fuhrmann und Ezpreß. mann, der mittelst der Räder seiner Wagen und der Beine seiner Gäule sein Leben fristen muß. tat für die Be Nutzung der Straßen zu zadlen. Aber die Straßenbahngesellschaft, die Tau sende und Zehntausende einheimst, bat für dergleichen nur souveräne Verachtung, macht der Stadt eine lange Nale und lacht sie auS. DaS kommt von der Heiligkeit dek Kontrakts und der Klugheit und Ehr lichrett veifl.'ssener" Stadt Stiefoä 1er. Zlvenn , oeoenre. was erne Stadt me Jnd'anopoliö auS Straßen bahnen. Wasserwerken, GS u Elekkrizitätleitungen. Telepdonanlagen u. s. w. herausschlagen könnte, wenn sie daö nicht Alles der Pr,vataubbeu tung überließe, dann möchte ich so der schieden L Ute Bande. Esel, Nöcke u s. w heißen, wenn ich nach bekanntem Muster verfahren wollte, tooiu ich aber keine Luft habe ES st auch fraglich, ob's nützen würde. Korporationen
und Stadtdäter haben gar zu dicke
Felle. Was ist da z. B. über die Wasserwerke, geschrieben und gesprochen worden. Es ist nachgewiesen worden, daß wir verdünnte? Latrinenwasser getrunken haben, eS hat sich 7 ' I h.ra,g.stet. db da Mass., buch. . , . t, x ra stablich vergiftet war. Man hat Bacillen und Mineralien in solcher Menge darin gesunden, dak man zeoen Tropfen desselben mit seiner Flora r 1 ' I und Fauna und seinen Mineralien als J ' I . . . t.lXj.i. einen Ozean in rniniatur betrachten konnte, und eS scheint kaum, daß man sich der Sache auch nnr noch erinnert, Bon der beabücktiaten Mlteranlaae hört man nichts mehr. Die Entrü--a c . stung ist eingeschlafen, in Amerika hat man keine Zeit, entrüstet zu sem. Vielleicht erlebt sie gelegentlich wieder einmal eine kurze Auferstehung, viel- " ' I Liü hfeM wi,d.r einmal ..aan, ,ufällig" das Noblesviller Gistreservoir, ..,. r--X- ru i aber das alle; geht ja wieder vorüber . a a n ' tr CY -? I und vie euie innren in niuer engnation das auS hundert erkennbaren und nicht erkennbaren Stoffen zusamgesetzte Zeug, daö man city water D i K O' J . . . rr cvr rr t nn ct l nennt, weiter. Die Wassergesellschast . m w m a r m r aoer rouciuri iyre eqnungen nacy, wie vor mit anerkennenöwerther I .N.',nskl.k,Zt ThU i a" llrearl " - o cemntry. Der Plauderer. Ficrülce. Von Acme. Der hrnae Doctor Wenthoff sah vor seinem Schreibtisch. .Ebbe. Ebbe!" uoknle er. svrana auf und fuhr mit beiden Händen durch seinen dunklen Krauskopf. Sein Blick wanderte über den Schreibtisch da lag eine Menge betriebener Blätter seine anaekan gene Novelle, die durchaus nicht weiter kommen woll e. Ich blamire mich, und außerdem Sckocksckwerenotb nock einmal, ich brauche ia das Geld!" schrie er im höchsten Zorn. Wenn der Mensch im 2oni ist. so mi'chte er schreien können, ohne daß er . . . . . ' .. , es selicr hört; die eigene, uberanstrencite Stimme wirkt ernüchternd, P.o sckwiea cui der Doctor und sekte sich. J?U möchte ich wissen, warum ich nicht arbeiten kam,." sagte er plötzlich mit aan, rubiaer Stimme. ftö war eientlick, nichts da. WaS ihn am Arbeiten hindern konnte. Sein Zimmer war ideal gelegen, freundlich, sonnig, sauber, mit zwei großen Fenstcrn nach dem Garten hinaus, und ringsum herrschte völlige Ruhe. Seine llmebnnii war in keiner Meise aeeia. net. idn vom Dickten. Träumen und lckaffen abzubalten. Mas war es lernt? Er fing an zu Philosophiren, t-efsinnig dreinschauend und am Scknurrbart zuvfend. Ich hab's", rief er plötzlich. Mtürlick. das ist es!" Auf stck selbst einrcdcnd subr er fort: Du bist zu genusi.sücktia" ein Windbailck krackte . ' ' 1 ie.m durck das offene Fenster einen .'I ' P Strom von ?N ederdult berein. den er 1 i n v i Kohüa einsoa .da kaben wir's." eiferte er atatn stck. s a m arbe en. j i u . . ' schnüffelst du hier herum. Immer geniönen. aenienen! Wenn du den lallen Bimmel siebst, wenn die Sonne Iccht und der Fliederduft dir um die " ii . . mt streicht, dann ist's aus mit dem Arbeiten, dann treibt's dich hinaus )i sapperment, wozu lst's denn Frühina und wozu ist man iuna. Dock richt etwa, um hier in der Stube zu hocken und auf Gedanken zu warten. die Nicht kommen wollen!" Kntscklossen sedte er den weicken Filzhut etwas schief genial auf sein 0aupt. legte den Havelok über den ürm und stürmte mnna Wenthoff saß wieder in seinemZimmer bthnntttf ni,k (Snf,, ,ts ..... wvj ho tmnk den Moraenkasfe- wäbrend freund Wender vor ibm stand nd etwas erregt auf ihn einsprach: Um nls mein- l?nZtt,l in 5,ri;,.
en: Du bist auf dem Wege, ein ver- Summe geborgt und lebte so halb luoiimmeltes Genie m werden und sollst stlg. halb unlustig in den Tag hinem
Dich bessern. Y rr a " ' Wenthoff lachte: Ach nein!" Ja." !cin!" Kreuzbomben" DeinFluchen hilft Dir nichts oü aber helfen. Irr?ntalck-. 9Wn,r nftm ,.r.s eine iaarre. steckte st- in Nrnd ainn im Zimmer aus und cut dem ducken, die Eiaarre rn . ". z 1 """w"-" Munde hin. und herschiebend, dabei m . ' f W 'icpweise brummend: .Und dabei bat der 5?.rl Kr jo gemüthliche Bude! Solange ich " -w - mich berumtreibe. bab' ick's nickt so gut angetroffen Du. höre einmal, ro yajt Du das zcrmlt her?- Uno er . ,va vujjuu, viiyuuu Crr ' r . im on hohAAi Yr s?:,.. Wender trat dar ftn f?nutcin wfDC mn n beichte 'mal. da hast Du wobl wieder Jemand anaepumvt. was?" Ich habe Dir a gestern fllnfa Mark abgezogen für meinen Lebens ... w . ' i v unterhalt! lachte Wenthoff. Bender sah ihn über die Brille hin weg an: Du wolltest dafür die Mie ti;c bezahlen, sagte er ruhig ysck s w x. o.uk vv;, v, iivi JVti . r-z i säuberlich auf den Aschenbechkk und nahm seinen Hut. ' ' 1 CUi QQfnhpT Trrtlr ht HtMAfM f.! m rft Vinrfi n ? itftmr,f,T; werden H 7en?- ' ' M"a ' Wh;,,,, w v ibit.
..Hilft aber nicht!" und dabei reichte " s" ieioen siegle, oer unoeenoeie Wenthoff seinem väterlichen"Freunde Bogen aufgeschlagen, und in kurzen ' ie er ihn belustiat nannte, seine Ki- Zwischenräumen lag ein frischgrünes
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Slbieu!!"
Wenthosf sah ganz verwundert, wie fjtog $pitiftcrl Erst Moralpredigten, und dann ungemüthlich, das fehlte noch! Heute Abend soll er sein Geld haben, nt pi i jr , P VW n fl n ?i;n. cai; aUCI JLM111 Ul VU UU i IU UUl IU - M Aber etwas unbehaglich war ihm doch zu Muthe. Der JUmim" war sein treuester Freund; er hatte ihm . . r n..i.? ... i..- ' Z"- . v V)T4 trrt2 Ti O nrtrn nen ronn H iiUI Vlfc tflUlllUUl'Ul, VfcUkil lt. stch zter Zeit angeschlossen, sind anberc Bursche, da geht Alles flott her aber es fiel ihm so von ungefähr em, daß er es der fidelen Gestllschaft verdankte, wenn er das letzte halbe Jahr keine Miethe bezahlen onnlt Qlt hatten ihm Alles, was er verdient hatte, abgepumpt" und in ihrer Genialität das kleinliche Bezahlen ganz .vergessen". Und heimlich sagte ... r?j ic-3ü 1 . er sich, daß es ihm doch ganz leb Ware, iviiiii vu vfc.w tvivvvvvv4Vititiii.ll sT ivas,, " schluq unwillig mit der Faust 1 7 . V 1 f den Tisch. Solch ein Philister steckt an. das fehlte mir gerade noch, Ich muß unter lustige Menschen!" KCP I , ? UND 1011 ID j . . ... . Tn: sjnttn irUimrt In vTrirtf Firf'2 -vuuuv b st Mtn Strahl . . . ' drehten sich langsam winzige, glitzernde Staubtheilchen. Es herrschte laut lose Stille. ,,..,,. ..ff ... f r. i. frt. stnr. PioiZlicy ossneie lieg oie .yur, viiijc trat ein, mit Staubwedel und Wische tuch bewaffnet. Sie hatte sich von ih rer Tante die Erlaubrnk ausgebeten. im Zimmer des Herrn Doctor ausrau men zu ourlen. iin tu naes .ics ,? r' n-.5 ";.Vsingend, sing sie damit an. Die Staubtheilchen wurden rnruhig. sie fürchteten nicht umsonst, ii. ih rem behaglichen Tanze gestört zu werden. Jetzt wurde ein Wirbclsturm daraus. Nach einer Stunde war AI !?s eitel Sauberkeit. DaS Smgen hatte aufgehört, felifc stand in Gedanken ver unten anl Schreibtisch vor dem Hausen besaue iciur Planer. Nein, zetzt treibt er es doch zu ara! Wieder nichts gearbeitet, nicht eine Zeile! Solch' ein Faulpelz. warte!" Sie dachte nach, dann legte sie die unglücklichen Blätter vor sich auf den v iiify r . i i . r r. v. - . - cyreioil. eie cavox uno w gann zu lesen. Wunderschön!" rief sie. Jetzt muß es sich aber endlich entscheiden, ob sich die Verliebten bekommen, odei nicht. Er muß jetzt weiter aroeiten. Wie mach' ich ihn nur aufmertsam dauf?" Ich hab's!" husch war sie hm"s. Nach einigen Minuten kam sie wieder, ordnete sorgfältig die Blatter und legte sie in die Mitte des Schreib, lisches. stellte den Sessel davor und legte ein lichtgrunes Vierklee auf die obenausliegende. halbbeschriebene I Seite Der Sonnenschein im Stübchen dar verschwunden, die Dämmerung kam und wich, und es wurde tiefe acht bis Wenthoff heimkam l. Es war ihm nicht gelungen, dem Philister I . rn n u e -i ri. r v. orvl. P" w , lustigen Kameraden hatten ihn au U m m . . s-m -. seme mje vinvemung ym. vv er wtu , . r.-t .rjs.i iit . v oiaume. eiNiaW.auvgelaml. elvriettua) warf er Hut und Mantel yin und I r.. ai. c n i-. i ix. ...c v.. oie ampe an. wzm)z uu uciu Schreibtisch stand. Dabei bemerkte er. daß sem Manuscnpt emm anderen Platz erhalten hatte und daß em gruI cm ii y v. p rr r . ? "es zalicyen oaraus mg. jag erwunoeri an, war aoer zu rnuo um darüber nachzudenken und LlNg schla. ..lt; n.. f2tl MiiZMUIMger aunc iaBi uu schlecht arbeiten, das mußte Wenthoff Icöx an llll) ersaureii. 'aoei wuaiieu ihm die Schulden über den Kopf. Du unvollendete Novelle langweilte ihn und er fing die verschiedensten Sachen lua uul llC lllllu" lulCÜ" i11 lul: sen. Er wußte, das Honorar für dik betreffende Arbeit hätte seine pekuniäre Unordnung wesentlich gehoben, aber . . v r r. f. . , , . . , . dadurch schien sie ihm erst recht derlei det zu sein. Die Arbeit ging ihm nicht schnell genug und deshalb ließ er sie ganz liegen. Er erhielt eine kleine I VTOrMAarS Atnft s4 4 4 Vv i Morgens ging er fort, spät in der Nacht kehrte er heim. Was er das erste Mal kaum bemerkt hatte, wiederholte sich zu seiner höchsten Verwunderung. Immer lag das verhaßte Manuscnpt sorglich zu scmmengelegt aus dem Platz, auf dem ßicrpicitirmcö ttleevlatl dem letzten Wort, Er schob Alles bei Seite. Aber i i.i:.c v-j: , r-, w.w,tL".j. rmmai iigcn. nahm das Blattchen ln dlt Hand und I .-.-.1. ..9 . , s"r . 1 1s 0lz wn un oacyie an CiNC Oiie OlfUIICI, vik, 0N l Nicht llver i r.. . . ti . rm i i ? . r ri , -.r. v. . : , . waJ?f, tuuvvlngci mni. yaui ie ium doch heimlich in die Tasche des schwarAA IA AM - . - - iriwuc' ÜCU " iciucmoiiuricn i icr.crarncu iiuq. ein ajiciiiec einac i ,.,rt . tv:. . .j I nMI l-t Yntt 3 ihm V.a.4 n w .. v iuui wmuiu m beichtet und ließ sich von ihrem großen Jungen dafür auslachen. Und dann pachte er wener. wie guck selig sie über ut 'r. me er ,yr u i :.v lT h x ..i v. r sandte, und einmal strahlend zu ihm e . , . is . . . . p , . lagie: aju rouii gcmig etwas Gro ßes werden!" Wer hatte das Vierklee auf seinen Schreibtisch gelegt? Es war ihm klar, oatz seine brave wohlbeleibt, Wirthin sich schwerlich so oft bücken . .. r . würdc; blieb also nur dz lustizk. brunlck:ge ,unge Dmg das sei, e!,mxam iif AtiM r.jh.r. i rr. . '"g"l uivimiui im .yuu c war. U blickte- umher - Alles war so zierlic" luno lauver unv dort aus dem TttuUei
gerade auf
mit herrlichen Blüthen. Es war Zeit zum Frühschoppen: er griff nach seinem Hut. Dann sah er sich im Zimmer um. legte den Hut wieder an seinen Platz, sah sich nochmals um. stieß, ein mehrmaliges Hm, hm!" hervor, setzte sich an den Schreibtisch und fing an zu arbeiten! .... Ellsens Augen leuchteten; die 9?o vl.lle war fertig und das Liebespaar glücklich vereint. Sie war eben damit beschäftigt, ihrem Kanarienvogel frisches Futter zu geben, was dieser mit freudigem Gezwitscher begrüßte. D'e Tante schielte über ihre Brille hinweg osters zu ihr hinüber und meinte :ndl.ch: ,.Na. wie kommt denn das, der Doctor scheint ja vernünftig zu werven: er geht ja gar nicht mehr aus." ..Ja. es scheint so." bestätigte Elise sehr zleichg'.tig und trällcrte ir$in -tu-as i!,5 Lustiges. Tantchen legte die Stricknadel an r'k ') ose und lächelte st'5 u.id .tfsau rr nct. Ihn. Va klopfte eö 'enth5js trat ein und sah noch den $pzl v)n Eliscns blauem Kleidchen dinier der Thüre ihm gegenüber verschwurden. EntschuldigenSZe, wenn ich störe!" sagte er, sich höflich vor der Tante verneigend; ich bringe Ihnen hier die rückständige Miethe." Gut," sagte die Alte, stand auf und verwahrte sorgfältig das Geld. Dann setzte sie sich wieder hin. eifrig strickend, und wies auf den Stuhl, der ihr gegenllberstand. Wenthoff setzte sich, aber eine Unterhaltung wollte nicht recht zu Stande kommen. Er räusperte sich und sagte: Nun, Sie sind ja so einsilbig? I nicht doch." Ja, ja. gestehen Sie's nur. Sie waren in letzter Zeit nicht sehr zufrieden mit mir wie? Eigentlich nein. Sie bummel ten mir zu viel." Sle haben ganz Recht; und nun seien Sie nur wieder gut; jetzt bin ich wieder vernünftig." War' auch Zeit, brummte die Alte. Dann sing er an, von seiner Mutter zu reden, und dah ihm Redakteur K. ein so reichliches Honorar für seine Novelle geschickt hätte, dah er daran dächte, seine Mutter zu bitten, ihn zu besuchen. Er fragte an. ob sich für sie nicht auf einige Tage Platz schaffen ließe. Damit hatte er Tantens Herz wieder zurückerobert und sie knurrte Nicht mehr. Die Mutter wird sich freuen, wie gut ich es hier habe, und wie sauber Alles ist. Mein Zimmer ist wirklich famos und immer so allerliebst hergerichtet. Ja hm sagen Sie 'mal, wer räumt denn eigentlich bei mir auf?" Die Elise." Die, Elise! So! hm." Jawohl." sagte Tantchen lakonisch, ganz in ihre Strickarbeit vertieft. Wer ist sie denn?" forschte Wenthcff. Meiner Schwester Kind. Sie soll bei mir die Wirthschaft lernen. Aha! hm Ja, was ich noch fragen wollte in Ihrem Gärtchcn wochsen wohl recht viele Vierklees?" Tantchen sah ihn etwas verwundert cn; dann meinte sie: Daß ich nicht Wüßte." Fräulein Elise findet wohl viele?" Die? Ja, die hat darin Glück; wenn sie sich bückt, dann hat sie eines." ' Sie sieht auch immer so fröhlich aus wie alt ist sie denn gentlich?" Erst achtzehn Jahre; ich sagte ihr schon, sie soll noch warten mit dem Heirathen." Wenthoff schien nicht recht zu verstehen. Womit soll sie warten?" Mit dem Heirathen!" Will will sie denn heirathen?Freilich, sie ist ja schon lange verlobt." Dabei hob sie vorsichtig eine heruntergefallene Masche auf das Lügen wurde ihr doch schwer. Ver verlobt?" rief Wenthoff und starrte die Tante an. Mit wem?" I das is so 'ne lange Geschichte; es geht Sie ja auch gar nichts an." Allerdings nein ". er stammelte noch irgend etwas, bemerkte, daß der Kanarienvogel ein sehr hübscher Vogel sei. und empfahl sich dann. In seiner Stube angekommen, setzte er sich an den Schreibtisch, holte die Glllcksblättchen, die er sorgsam aufbewahrt hatte, hervor und zerrieb eines nach dem anderen. Gut. daß die Novelle beendet war; in der jetzigen Stimmung hätte er das Liebespaar todt unglücklich gemacht .... Wieder tanzten die Sonnenstäubchen wie toll im Kreise herum; Elise ordnete Wenthosf's Zimmer und sang wie eine Lerche.. Da stockte sie mitten im Singen; sie wischte den Schreibtisch ab und fand ihn zum Theil mit einem grünen Staub bedeckt. Was ist denn das?" Sie fand noch einige unversehrte, trockene Blättchen. Ach, der abscheuliche Mensch! Meinen Lierklee! Und er hat ihm doch so viel Glück gebracht!". Sie machte sich an die Arbeit, die Spuren von Wenthosf's zorniger Thätigkeit zu entfernen. Auch der Boden -war bestreut und sie kniete sich hin. um die Reste in ihre Schürze zu sammeln. Ich möchte wirklich wissen, warum er das gethan hat," sagte sie in ihrem Unmuth ganz laut. Möchten Sie das wirklich, Fräulein Elise?" Erschrocken wandte sie sich um und starrte Wenthoff an, der sich durch die halboffene Thüre hereingeschlichen hatte. Sie war durch sein Erscheinen so verblüfft, daß sie ganz vergaß aufzustehen und mit den Ueberbleibseln der Glücksblättchen auf. dem Schooße vor seinem Schreibtisch knieen blieb. Sie hatte dem Fenster den Rücken ge. wandt; der Sonnenschein umleuchtete
Iren standen zwei Nosenstöcke
lyre zierliche Gestatt uno vergoldete die braunen Löckchen sie sah zum
Küssen aus. Wenthoff dachte wohl sehnliches. Er trat emen Schritt vor, Am sofort mit grimmiger Miene sich zurückzuziehen. Er rausperte sich stark, legte Hut und Mantel hin und ging bann mit vilejenjchritten im Zimmer auf und ab, immer schneller. immer schneller, so daß der armen Elise ganz schwindlig wurde. Mitten im rasendsten Tempo blieb er vor ihr stehen und schrie sie unvermittelt an: Es ist unglaublich, ganz unalaublich!" Jetzt wurde ihr die Sache zu bunt. Sie stand auf. Sie scheinen sehr aufgeregt zu sein. Herr Doctor, ich störe Sie. ick werde gehen " Sie müssen bleiben; die Sache muß zur Sprache kommen, also, bitt: mein Fräulein, nehmen Sie Platz." Aber Herr Doctor ich " Bitte, nehmen Sie Platz!" Elise setzt sich auf den Stuhl, der vor dem Schreibtische steht. Aber ich begreife nicht " Sie begreifen nicht gut. dann werde ich es Ihnen sagen. Glauben Sie, ich habe mein Liebespaar umsonst so glücklich gemacht?" Aber um Gotteswillen wie mei nen Sie das?" Wie ich das meine? Sie haben unverantwortlich gehandelt. Fräulein Elise, ganz unverantwortlich. Sie hatten kein Recht, mir die Vierklees hineinzulegen " Aber Herr Doctor " Elise will ausstehen. Bitte, bleiben Sie sitzen und lassen Sie mich ausreden. Zuerst habe ich sie gar nicht beachtet, aber dann fing es an, zu wirken, weit mehr, als ich dachte und tausendmal mehr, als Sie dachten. Die kleinen, grünen Blättchen brachten mir Glück und ich arbeitete mit Eifer, tobte nicht mit meinen Kameraden herum, sondern saß hier, hier, hier", und er schlug bekräftigend auf den Schreibtisch, kaum, daß ich zum Essen fortging. Und zwischen drin paßte ich auf, ob ich Sie nicht im Hause smgen horte und stand stundenlang am Fenster, um Sie im Garten zu erspähen, und und Gedichte habe ich nicht gemacht, wie ein verlieb ter Schuljunge! Und wie die Novelle fertig, mein Liebespaar glücklich und Alles in Ordnung ist, gehe ich zu Ihrer Tante und höre, daß Sie verlobt sind! Herr im Himmel, warum haben Sie rmr gar nichts davon gesagt?" Elise saß blutübergossen da und ! schien nicht geneigt, Antwort zu geben. Wäre nur nicht der Weg zur Thüre durch ihn versperrt gewesen! Sie wäre fllr's Leben gern davongelaufen. Was soll nun werden?" sagte Äzenthots plötzlich ganz sanft und setzte mit vorwurfsvollem, melancholi schem Blick hinzu: Thut es Ihnen itnr gar nicht leid?" ".ist antwortete noch immer nicht. :äulein Elise" und er sprach bei .amen äußerst weich Fräulein Eli,e, lieben Sie Ihren Bräutigam lekrö" Ach Gott, das ist ja Unsmn, ich habe ia keinen Bräutigam!" Schade, daß kein Momentphoto graph zur Stelle war; Wenthosf's Gesicht lieferte das denkbar Möglichste an ausdrucksvoller Mimik. Sie haben fete und burrav::Um Gotteswillen, schreienSie nicht so, die Tante " Ach was, die Tante! Fräulein nr.nr. ri-c. rc r . ? i. - iicvc vjujc, lunnien toie Mir ein wenig gut sein? Elise nickte. Elise. liebe Elise. ich will arbeiten arbeiten! Großartig will ich ar beiten. wenn Elise. sind Sie mir . V 1 V " meueillzl icnon gut k Elise nickte heftiger. Er nimmt ihren Kopf zwischen seine beiden Hände und gibt ihr einen herz haften Kuß. Die Tante " IV , f" V liaioom. vornan, na i aan Recht! Die ' Tante!" Dabei erhebt er die sich nach Kräften Sträubende auf den Arm und trägt sie die Treppe hinunter nach Tantens Zimmer. Die Tante hört das Lachen und den Lärm draußen, öffnet die Thür und schlägt vie Hanoe zusammen. Doctor. sind Sie verrückt gewor V. r rr r ru. r. . oenk uue; scyamk 5vu 5Mch gar Nicht?" Jawohl. Tantchen. Sie schämt sich, aber es hilft ihr nichts!" Wenthoff stellt Elise in die Mitte des Zimmers: Hiemit habe ich dieEhre. Ihnen meine künftige Gattin. Elisabeth Wenthoff. vorzustellen!" Herr Redakteur" Wenthoff weilt mit seiner Familie in der Sommerfrisch?. Er, sein hübsches Weibchen und zwei rosige Kinder halten sich bei den Händen und tanzen einen Ringelrcih'n auf der Wiese. Tantchen sitzt, wie immer mit d?m Strickzeug beschäftigt. auf der weinumrankten Veranda und sieht dem Treiben zu. Sie nickt vergnügt, daß die Schleife auf ihrem schneeweißen Häubchen hin und her tanzt. Jent sind sie vier, jetzt sind sie selber ein Vierklee! Ich hab's immer gesagt, es ist ein Glücksblatt!Verlangt. Respektable deutsche Männer zur Uebernabme der Agentur für in jedem Hause leicbt verkauft, cke Artikel. Erfahrung nickt notbwendig, einfache Arbeit und gute Bezablung aarantirt. Jeder, der sich ein rentable Geschäft zu gründen wünscht, oder sich einen guten Nebenverdienst versckassen will, schreibe sofort für Cirkulare und kostenfreie Proben an I. Ockoop 55 Go., No. 235 State Straße, Racine. Wis.
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