Indiana Tribüne, Volume 19, Number 330, Indianapolis, Marion County, 16 August 1896 — Page 9
Jnvtana Tribüne
erläge. Sem Steckmpserd. Humoreske von Wilhelm Teschen. Unvermeidlich wie das Fatum stellie sich beim Beginn der großen Ferien schon seit fünf Jahren der Berliner Professor der Archäologie Dr. Justus Falkenberg bei seinem Bruder, dem Apothekenbesitzer Fritz Falkenberg in Honef, dem deutschen Nizza, ein. In früheren Jahren hatte der Professor seine großen Ferien in Seebädern zugebracht, aber das Leben hatte ihm eines schönes Tages dort nicht mehr behagt, er war älter und bequemer geworden. Bei seinem Bruder fand er ein wahres Heim, schöne, geräumige Zimmer und eine solche nach jederRichtung hin ihn befriedigende Berpflegung, daß der fünfzigjährige Junggeselle geradezu strahlte vor Wohlbehagen. Wenn er mit seiner hohen, brei ten und vollen Gestalt und dem Harmlos freundlichen Gesicht durch, die Straßen schritt oder auf den Promenzdcn herumspazierte,, dann sandte ihm mancher hohlwangige und engbrüstige Kurgast einen neidischen Blick nach. . Die beiden Brüder waren reich von Hause aus. Der Apotheker zählte zwei Jahre weniger und war schon seit zehn Jahren Wittwer. An der Spitze seines Haushaltes stand jetzt sein einziges Kind, seine zwanzigjährige Tochter Marie. Unterstützt wurde diese durch eine erfahrene Köchin, eine Perle ihrer Art. wie der Professor sie nannte. Fast bei jedem Male sah er sich zu dem Ausruf gedrängt: Das Weib versteht seine Sache brillant!" Zwischen den Brüdern herrschte eine selten schöne Eintracht bis auf einen Punkt; denn vollkommen ist ja leider nichts auf dieser schönen Erde. Der Professor hatte sein Steckenxserd, welcher deutsche Gelehrte hat das nicht zumal wenn er Junggeselle ist. Das war die Graphologie: die Kunst, den Charakter einer Person ous seiner Handschrift zu erkemn. Der Apotheker aber hielt sie für eine Spielerei und hatte dafür das fürch.terliche Wort Mumpitz-. Doch der Professor kränkte sich schon lange nicht mehr über solchen Barbarismus seines Bruders: denn aus dessen Handschrift hatte er erkannt, daß derselbe flücht!flen Geistes sei, dem naturgemäß jedes ernste und tiefe Eindringen in die Geheimnisse einer Wissenschaft einGrauel sein mußte. Dieser lebensfrohe Mensch konnte sehr genau den Jahrgang eines Nbeinweines durch den Geschmack sei ner Zunge angeben, aber ein wissenschaftliches Problem durch Scharssinn und Nachdenken lösen unmöglich! Daher Gnade mit dem Armen! Oft fand sich der Professor nach seinem Spaziergang so gegen zehn Uhr in der Officin ein und war seinem Bruder und den beiden Gehilfen, die alleHände voll zu thun hatten, sehr im Wege. Da sein Vater ebenfalls ApotheZenbesitzer gewesen war, verstand er sich ein wenig avf die Kunst, Recepte zu lesen. Seit dem Frühjahr war ein neuer KreisphysikuS nach Honef gekommen, und als der Professor in den erstenTaper. seiner Ankunft davon hörte, reizte U ihn, die Recepte und die Handschrift desselben kennen zu lernen. Heute erwischte er ein von diesem geschriebenes Recept und vertiefte sich sofort in seine geliebte Graphologie. Er prüfte lange, dann erklang mit großer Sicherheit Hrt Deutlichkeit das Urtheil: .Der Kerl saust." Die Gehilfen mußten die Standgefäße, die sie gerade in der Hand hatten, niedersetzen, so sehr schüttelte sie ein Lachansall. Der Apotheker aber rief zornig: JÖaß doch den Unsinn! Es ist de? ttreisphysikus, von dem Du sprichst!.Ja, daö .hilft alles nicht es ist doch so hier steht's geschrieben! . Ach. Mumpitz!Das Wort reizte den Professor schon lange nicht mehr, aber der Ton, in dnn es heute gesprochen wurde, är$iüt ihn, und so erwiederte er ernst: 3ch kann Dir nur rathen, emschlagit Bücher zu lesen, etwa die: .Graphologische Studien" von Langenbeck oder von Professor Preyer Zur Psychologie bei Schreibens", dann wirst Du schon Respect vor dieser Wissenschaft bekommen! Durch sie ft festgestellt, daß in der Handschrift der Character des SchreiderS in jeder EinzelUM der Handschrift zum Ausdruck ge lanqt, daß ferner . . .Ich bitte Sich, höre auf! Erstens störst Du uns hier sehr, und zweitens kann der Kreisphysikus jeden Augenblick kommen, eS ist sei Stunde! Der Herr verschreibt hier täglich seine zehn bis zwölf Recepte! Und trinkt ebenso viel Apothekerschnäpse! Sei ehrlich. Fritz, ist es nicht so?" Der Apotheker mußte unwillkürlich lächeln und erwiderte: Richt ganz so viel aber halb!" .Na also, siehst Du. wie probat meine Wissenschaft ist! So drückt sich beispielsweise die Neigung zum Trinken nicht nur durch das Hochsetzen . . Ich bitte Dich, geh, der Kreisphy.Hirt kommt!" 1 Nun ja. Du ängstliches Gemüth, lch will Dir den Gefallen tbun!" Kaum war der Professor im Nebenzimme? verschwunden, so betrat in ver That der PhysikuS die Apotheke. Schon seine Nase verrieth selne Passiv? durch die satte, purpurne Färbung ai? ihrer dicken Spitze. Während er innerhalb ewer halben Stunde ein Dudend Re-
cepte verschrieb, deren jedes er mit sar
kastischen Bemerkungen vegiettett, trank er drei Gläser Malton - Sherry. Dann, als er fertia mit dem Verschreiben" war, ließ er sich echZen DrySherry geben. Er trank auch hiervon biet Glaser. inzwischen spazierte der Professor im Garten und bewunderte den Herrkicken Rosenflor. Dort traf er ferne Nichte Marie, eine stattliche Blondine mit anoenebmen und feinen 3üaen. Er brach eine prachtvolle Centisolie und . . ? r.c :t. :i 1 praa), inoern er jic iyi udcuuk, um seinem anaenebmen humoristischen Lächeln: .Gestatte. Du Verlassene, daß ich Dir in Abwesenheit Demes Brautiaams. des allweisen Richters donHonef. diese Blume überreiche. Ich begreife es nickt wie der Verlobte einer solchen Braut eine Erholungsreise antreten konnte." ?!ch nebme die Rose mit ehrerbietigem Danke an. werde aber nicht ermangeln, meinem Bräutigam sofort nach semer Ankunst, die heute ooer morgen erfolgen wird, von Deiner schweren Anklage Mittheilung zu machen." Fürchterlich! Die Angst schütten schon mein Gebein." Die mächtige Gestalt des Professors war plötzlich zusammengesunken, seine Kniee schlotterten, und seinGesicht zeig te einen so drollig ängstlichen Llus druck, daß Marie herzlich auflachen muyte. Als aber dieses melodischeLachen ein disharmonisches Echo fand, nahm der Professor mit einem Ruck eine imponirende Haltung an, und sein klares Auge fiel strafend auf die r fecte Köchin, die unbemerkt sich genci hert und das Lachen ihrer Herrin fc gleitet hatte. Er war undankbar genug, in diesem Augenblick alle die kulinarischen Genüsse, die ihm Anna, die Köchin, bereits bereitet hatte, völlig zu vergessen und sie in wenig zarter Wei se anzuschreien. Die Köchin hatte das Schwabenalter soeben erreicht und nahm die harten Worte des Professors mit classischer Ruhe auf. Jch wollte nur gehorsamst fragen," fagte sie mit einem leisen Anslug von Ueberlegenheit. .ob ich nicht vielleicht einen Kuchen zum Kassee backen soll?" 2Öie kommst Du zu der Frage?sragte Marie. Ach Gott, der Müller schrie mir durch das offene Küchensenster in aller Eile zu, der Herr Amtsrichter sei soeben angekommen." Marie's Antlitz glühte vor freudiger Ueberraschung. Gewiß, Anna, mache was Du willst!" Die Köchin warf dem Professor eientsprechenden Blick zu. der, in Worte gekleidet, etwa also lautete: Na. siehst Du wohl, wie anständig die mich bc handelt. Du Grobian!" Dann nickte sie ihrer Herrin beinahe herablassend zu und eilte, so schnell, wie ihre gewichtige, runde Figur es erlaubte, dem Hause zu. Ich bin gespannt auf den jungen Amtsrichter und frischen. Bräutigam." sagte der Professor, welcher diesen noch nicht kannte, da derselbe erst seit sechs Monaten sein jetziges Amt bekleidete. Marie entwarf dem Onkel ein sehr günstiges Bild von demselben. Während Anna mit Eifer mit dem Anrühren deS Kaffeekuchens beschäftigt war, klopfte sie Jemand auf die Schulter. Mit einem Schrei der Ueberraschung wandte sie sich so hastig um, daß sie dem Attentäter einenBrief aus der Hand stieß, der seinen Weg schnurstracks nach dem Kohlenkasten nahm. Ach Gott, Müller, Sie sind es! Wie kommen Sie dazu, mich so zu erschrecken?" Müller warf erst einen besorgten Blick auf den entflohenen Brief und dann einen verliebten auf Annq. Er war der Gerichtsdiener, ein Mann von vierzig Jahren, dem die Köchin mit ihrem Erbtheil und ihren Ersparnislen von rund fünftausend Mark eine degehrenswerthe Partie erschien. .Ach nee. Müller. Morgens habe ich für die Blicke I nejgeit, die müssen Sie 'ich schon sur den Abend ausbewayren: Was ist denn da in den Kohlenkasten geflogen?" Der Brief des Herrn Amtsrichters an Kraulern Marie!" Ach, Du liebes Herrgöttchen von Blebernherm! kreischte sie erschrocken und holte mit einem kühnen Griff den Brief aus dem schwarzen Versteck. Aber blinder Eifer schadet nur; das bischen Kohlenstaub hätte dem Brief nichts geschadet, doch die Abdrücke von Annas fettiaen ffinaern. die waren im vectilgbar. Als sie daö Unglück sah, machte sie eine solche Jammermiene, daß Muller ihre mächtige Taule zärtlich umfaßte und kröstend also sprach: Lassen Sie es nur gut sein, Aennchen. das Malheur jst nicht so groß!" Aber so kann ich den Brief meinem Fräulein doch nicht ijbgrgehen!" Nein, nein, das sollen Sje auch nicht! Säubern Sie erst mal Ihre Finger, und dann holen Sie mir ein neues Eouvert! Was wollen Sie machen, Mül lek?" Eine Kleinigkeit blys, die Krähen fütze hier nachmalen!" .Sie wollen den Brief öffnen? Warum denn nicht? Soflen Sie denn Vorwürfe von dem Fräulein und ich einen ordentlichen Wischer vom Amtsrichter erhalten? Oder sollen wir gar den Brief unterschlagen?'' Um des Himmels willen nicht!" Also dann schnell, holen Sie Couvert. Tinte und Federt Ab den Brief nicht lesen!" Ich denke nicht daraflt LikbeSgefäusel und gar von einem Amtsrichte? tntsehljchk" Während Anna das Gewünschte htu beischssste, öffnete Müller vorsichtig mit ßilfe seines Taschenmessers den Briesu.mschlaa. S.r hatt, jejne Fähia-
Zeiten nicht überschätzt, m lürzer M war eine neue Adresse geschrieben in
Schnftzuqen, die auf den ersten Blick denen des Amtsrichters täuschend ähn lich sahen. So, Anna, das wäre geschehen! Hier haben Sie den saubersten Brief von der Weltr Anna rieb ihre Hände noch einmal gründlich mit ihrer weißen Schürze ab und nahm dann den Brief. Das haben Sie wirklich gut gemacht, Müller! Aber halt, eines fehlt noch. auf der Rückseite der Absender!" Muß das sein?" Jawohl, das mutz sein, das ist im ser Fräulein von Anfang an so gewobnt. Wenn sie den Namen liest. dann prüft sie nicht einmal mehr die Adresse.Müller schrieb also auch noch den Absender auf die Rückseite des BriefUmschlages, und Anna eilte in den Garten, wo sie ihre junge Herrin noch mit dem Onkel Professor antraf. Hier. Fräulein, ein Brief vom Herrn Bräutigam!" Freudig erregt nahm Marie den Brief, öffnete hastig, ließ das Eouvert achtlos auf den Boden fallen und las mit pochendem Herzen die Zeilen des Geliebten, mit denen er sich zum Nach mittagskaffee ansagte. Anna hätte gern das Eouvert vom Boden aufgenommen, doch der Blick des Professors schreckte sie ab, und sie eilte in ihre Küche zurück. Kaum war sie verschwunden, so bückte sich der Professor eiligst und nahm den Briefumschlag vom Boden auf; er brannte darauf, dieSchriftzüge des Auserkorenen seiner Nichte zu sehen und zu prüfen. Kaum aber hatte er genau die Schrift geprüft, so rief er unwilttürlich laut: Der Mensch säust ja auch!" Was meinst Du, Onkel?" fragte Marie, die den Onkel nicht verstanden hatte." Jst der Brief wirklich von Deinem Bräutigam?" Dabei fiel ein Blick des Mitleids auf feine Nichte. Gewiß. Onkel, von Fritz!" Armes Kind! Du thust mir leib!" Aber Onkel! Was meinst Du?" Ich halte es für meine heilige Pflicht, .dich zu warnen! Ich muh Dir sagen, was diese Schriftzüge mir klar und deutlich verkünden!So?! Da bin ich doch recht neugie-rig!-Sie verkünden mir, daß derSchreiber ein Trinker und ein Raufbold ist!" Aber Onkel! Fritz trinkt nicht, er raucht nicht einmal und ist der friedliebendste Mensch!" Die Liebe ist blind, aber meine Wissenschaft ist hellsehend!Deine Wissenschaft, ist ein Unfug, ein Verbrechen! Jawohl, ein Verbrechen. denn sie verleumdet die Menschen, sie schneidet ihnen Ehre und gutenRuf ab! Du wirst Dein Urlheil nicht nur zurücknehmen, sondern sogar gründlich ändern!" Nein, da kann, das darf ich nicht !- So spann sich der Streit zwischen Onkel und Nichte noch lange und heftig fort, bis fchließlich auch der Apotheker mit hineingezogen wurde. Natürlich hielten Vater und Tochter zusammen und gingen gemeinsam mit heftigen Vorwürfen dem Professor zu Leibe. Puterroth vor Zorn schrie der Apotheker schließlich: So lange Deine Manie kein Unheil anrichtete, habe ich Dir sreienWil len gelassen, aber jetzt, woDu mit derselbenUnfrieden in ein glllcklichesHaus, Zwietracht zwischen' ein glückliches Paar bringen willst, da verbiete ich Dir allen Ernstes, noch irgend eine Handschrift in meinem Hause zu charakterisiren! Jetzt habe ich gerade genug von dem Unsinn, der gescheidte Menschen verdreht und brave Leute unglücklich machen kann!" Der Professor lenkte ein, und der Friede wurde geschlossen. Beim Nachmitsiqskasfee lernte der Onkel den Amtsrichter kennen; er machte einen guten Eindruck auf ihn, umsomehr that es ihm aufrichtig leid. daß der angenehme, kaum, dreißigjährige Mann fo häßliche Fehler besaß. Trinker und Rausbold! So sagte deutlich die Handschrift, und doch war das Auge des Amtsrichters so hell. klar und sanft, daß der Professor beinahe geneigt war. feiner fo sehr geliebten Wissenschaft in diesem Fallk Unrecht zu geben. Jedenfalls nahm er sich vor, zu schweigen und zu beobach-. ten. Es wäre wohl alles glatt verlaufen, wenn nicht der Apotheker am später Abend und in guter Weinlaune der. Bruder gehänselt und dem Amtsrich. ter daö Ergebniß der Graphologie derrathen hätte. Der Amtsrichter war ein friedlie bender Mensch. Unter gewöhnlicher Umständen würde er. über den Ausspruch des Professors erhaben gelächel! haben, aber ein verliebter Ma ifi sehr empfindlich, wenn seine Eigenschasten in Gegenwart der Geliebten hi ein schlechtes Licht gestellt werden. So ärgerte er sich sehr, aber er sagte nichts, so lange die gemüthliche Sitzung bei derBowle dauerte. Bevor er jedoch nach Hause ging, fand er Gelegenheit, mit dem Professor unter vier Augen über dessen AeMruna zusprechen. Diesem war die 'gche höchst pein lich. gern hätte er sich durch eine Lüge aus der Schlinge gezogen, doch das Widerstrebte seinem offenen Charactter, und so gab, er unumwunden zu, was die Schriftzüge jHm geigj hatten. Das aber war auch dem frjedi.cheg den Amtsrichter zu viel; es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung, und der Amsxjchter jließ sich so weit hinreißen, Genugthuung mit der Pistole zu fordern, wenn der Professor nicht revoyjxe. Die l.auty AiSimm der Streiten?
den riefen schließlich den Apotheker nebst Tochter herbei, und so war das
Unglück da. Der Amtsrichter bestand auf Satisfaction und eilte höchst aufgeregt nach Hause. Der Professor aoß Oel ins Feuer. indem er die Forderung zum Duell als einen Beweis für die Richtigkeit der Grapholoqie hinstellte. Im böchsten Zorn schieden die beiden Brüder von einander, das erste Mal in ihrem gan zen Leben. Noch niemals Katten die vier Betheiligten eine so schlechte Nacht als die kommende. Wohl noch niemals wurde die Grapholoqie so heftig verwünscht und verflucht wie in jener Nacht. Der Apotheker warf im Traum den Bruder zum Qause binaus. Marie sab ihren geliebten Fritz mit durchschossene? Brust aus dem grünen Nasen liegen. Der Professor überlegte die ganze Nacht, ob er seiner Geliebten Grapho logie die Schande anthun dürfe, sie durch eme Luge bloßzuftellen. Dieser Kampf preßte ihm Seufzer über Seufzer ab, und doch konnte er zu keinem Entschluß kommen. Schon in aller Frühe war er auf den Beinen und eilte ins Freie. Die ibm entaeaenkommenden Bekannt? fragte er nach dem Character desAmtsnchters und erhielt zu seinem größten Erstaunen von Allen die beste und günstigste Auskunft. SonderbarlSollte feme geueote Graphologie ihm den noch einen Streich gespielt haben? Tief unglücklich kam der armeMann zu Hause an. Er war in einer Stim mung, daß er am liebsten die Pistole auf seine eigene Brust gesetzt hätte. Marie hatte schon um neun Uhr Morgens den Bräutigam zu sich bitten lassen, und es gelang ihren Bitten, ihn versöhnlich zu stimmen. Sie wollte ihn sofort mit dem Onkel zusämmenbringen;' doch das lehnte er entschieden ab. er wollte lieber schreiben, da wäre man ruhiger und sachlicher. Aber bitte, schreibe artig und nicht verletzend!" Gewiß, das thue ich gern, denn erstens ist er Dein Onkel, und zweitens ziemt es sich nicht für einen preußi schen Richter, Jemand zum Duell herauszufordern. Ich werde dafür Sorge tragen, daß der Onkel Dir freundlich antwortet." Der Amtsrichter begab sich sofort nach Hause und schrieb seinen Brief, den er an den Professor absandte. Als dieser am Nachmittag das Schreiben erhielt und durchlas, wurde sein Blick immer erstaunter und sein Gesicht stets länger. Aufgeregt rief er nach seiner Nichte, und als diese kam, da rief er ihr entgegen: Schau' mal her, ist das wirklich die Handschrift' Deines Bräutigams?" Natürlich!" Aber mein Gott, das ist doch eine ganz andere Handschrift als die, aus welcher ich meine Schlüsse zog! Hier ist das Eouvert und hier der Brief!" Bei einer gründlichen und peinlichen Untersuchung kam nun durch das Bekenntniß der perfecten Köchin die Wahrheit an den Tag. Selbstverständlich eilte der Professor sofort zum Amtsrichter, klärte daS Mißverständniß auf pnd bat um Berzeihunz. Durch dieAufklärung war der Amtsrichter in folch glücklicher Stimmung. daß Müller mit einem strengen Verweis davon kam. Zu seiner Genugthuung erfuhr der Professor auf seine Erkundigungen hin. daß der Gerichtsdiener Müller in der That manchmal ein Glas über den Durst trank und dann ein kleiner Krakehler war. Der Professor seufzte erleichtert und froh auf die Unfehlbarkeit seiner geliebten Graphologie war gerettet. Ursache und Wirkung O Äff' voll Dulderruh' Ejn Philosoph bist Du Nur mir will's nimmer glücken. Jn's Leben mich zu schicken!" Wie dumm Du sprichst und fad! Ich bin nur Diplomat; Säh'stDu die Peitsche liegen. Du lerntest auch Dich fügen!!Kindermund. Onkel : Karlchen, warum schreist Du denn so!" Karlchen: Weil mir die Haare geschnitten werden!- Onkel: Na, das thut doch aber gar nicht weh." Karlcken: Ja, das ist es, ja eben, Mama hat gesagt, wenn es weh thät, dann kriegte ich Bonbons!" Stolz. Baron: Also, liebe Aurelie. auf Wiedersehen heut' Abend im Theater." Baronin: Wo denkst Du hin, heute werden wir doch nicht in's Theater gehen." Baron: Warum denn nicht?" Baronin: Es siy ia gewöhnliche Preise heute!"' Doppelsinnig. Wirth (einem Gast sein gefülltes Glas hiy. reichend): Probiren Sie 'mal den neuen Wein den ich bekommen habe'' '..Sie wollen mir wohl den Mund wässerig machen?' Der Grund. ..Höchst merk' würdig. Jean! bei meinem früheren Ticner 7,ickten meine Cigarren immer viel lilnger!" ...hm. der wird wohl "ichtraucher gewesen sein, Herr ,.a,i!" Ter solide Papa. Mut. er (zum Cobn, der Morgens um füns ihr heimkommt): ..Schämst Du Dich ,icht vor Deinem Bater, Bengel cer jst schon eine halbe Stunde zu ')ausk Milderungsarund, Nich. ter: Sie haben dem Herrn Professor einen Schirm im Restaurant entwendet können Sie einen Milderunasarund angeben?. Tieh: Ex W' ihn ja ch stehen gelassen!" '
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