Indiana Tribüne, Volume 19, Number 330, Indianapolis, Marion County, 16 August 1896 — Page 7

Aie Verkannte. Humoeske von Fr. von Minca.

' Ich möchte, meine Schwiegermutler käme zum Besuch", sagte der Notar Walter zu seinem Freunde, dem Landgerichtsrath Moll. Aber ich bitte Dich, wie kannst Du Dir nur das wünschen?!" erwiderte dieser erregt, sei doch froh, daß die Alte Euch bis jetzt allein gelassen hat und Hetze sie Dir nicht unnütz auf den Hals." Ja, das sagst Du wohl lieber Freund; Du hast keine junge, achtzehnjährige Frau, die nicht kochen kann, und die, wo jetzt das Frühjahr herannaht, keine Idee vom Gartenpflegen u. dergl. hat. Irma's Mutter sagte mir gleich, ich solle noch ein Jahr mit der Hochzeit warten, damit meine Braut dies noch alles lernen könne, aber das wollte ich nicht." Hast nicht ganz recht daran gethan, Walter; nun hat die Alte einen Vorwand, alle Augenblicke hierher zu kommen und Deiner kleinen Frau vas Ecepter aus der Hand zu nehmet dabei kommt nichts Gutes heraus." Aber Irma bedarf durchaus noch der Anleitung und sehnt sich außerdem nach der Mama. Tas giebt sich; laß sie sich nur allein durchschlagen und lade Dir um alles in der Welt keine Schwiegermutier auf." Tu hast gut reden, Moll; du brauchst die versalzenen Suppen und die sogenannten Beefsteaks, die nach Echuhleder schmecken, nicht mit zu essen." Zum Glück nicht, aber das ist nun Deine Sache, warum hast Du geheiralh!t!.Jch habe Dich umsonst gewarnt, sieb, wie gut ich's dagegen habe. Mit 10'- tägigem Oster - Urlaub fahre ich jetzt in die Residenz, um die Freuden derselben so recht auszukosten, wie man es mit einer Frau niemals kann." Nun, viel Vergnügen, Moll! Solche Sachen locken mich nicht mehr; ich bin ja sonst so glücklich mit meiner Jrma." Na ja, ja, laß nur gut sein, halte Dir nur die Mutter fern, damit Du ouch glücklich bleibst! Und nun leb' wohl bis nach Ostern!" Wohlgemuth fuhr der Rath Moll nach der Residenz und genoß die Vergnügungen derselben im vollsten Matt, bis so allmählich doch eine Art IU bersättigung eintrat. War er dasBummelleben nicht mehr so recht gewöhnt, rder sprach wirklich sein Alter, er zählU 40 Jahre, schon mit? Er wußte nicht mehr recht, was er cnfangen sollte. Die Hauptsehenswürdigkeiten waren absolvirt, und er fühlje sich auch körperlich etwas müde. Wenn man nur nicht alles so allein genießen müßte," dachte er. Ob ich nicht lieber nach Haus fahre? Aber da bin ich auch allein; in dieser Hinsicht ist Freund Walter doch besser daran wie ich." Zwei Tage quälte er sich noch so hin, dann aber nahm er seinen Reisesack und fuhr zum Bahnhof; da er niemals rauchte, suchte er das NichtraucherCoupee auf. Eine Dame saß schon daihr; weiter kam auch Niemand hinzu. Halb in Gedanken, halb aus Lanpeweile ließ Moll seine Augen über die schlanke Gestalt gleiten. Ein modernes graues Frühjahrscostüm hob den eleganten Wuchs vortheilhaft hervor. Ein schwarzes, rundes Hütchen, mit Blumen garnirt, beschattete das feine Gesicht, in dem trotz seines gewinnenden Ausdrucks ein leiser Zug von Resignation sich bemerkbar machte. Zwei blaue Augen, die den Rath an irgend jemand erinnerten, blickten gerade und freundlich in die Welt hinaus. Welch eine anmuthige Erscheinung!" dachte der Rath. In der Residenz ist mir Nährend der ganzen Zeit nicht ein so feines, liebenswürdiges Gesicht aufgefallen." Da er die Dame aber doch nicht immerzu anschauen tonnte, ohne zu reden, begann er eine Unterhaltung, auf welche diese artig und unbefangen einging. Das Gespräch kam auf die Restdenz; die Fremde wohnte auch dort und reiste jetzt zu Verwandten. Sie zeigte eine hohe Bildung in Bezug auf alles Schöne, was die Großstadt und das Leben in ihr bietet! Dem Rath Moll verging die Zeit bei dieser anregenden Unterhaltung so rasch, daß er sich wunderte, als der Schaffner kam ihm sein Billet abufordern, da in fünfMmuten seinWohnort erreicht war. Auch die Fremde reichte ihr Billet hin. Sie steigen auch in W. aus, mein Fräulein, also Ihre Verwandten wohtitn dort?" Seme Stimme klang freudig erregt bei diesen Worten. Jawohl, doch ich bin kein Fräulein, ich bin. Wittwe!" Was Si? sagen schon Wittwe? Aber ich habe bei unserer lebhastenUnterhaltung ganz verabsäumt, mich Jhnen vorzustellen. Erlauben Sie " Bitte, mein Herr, nachher. Ich bemerke dort 'meine Kinder auf dem Bahnsteig; sehen Sie. dort kommen sie heran und winken mir zu." Jh re Kin der? Aber das ist ja mein Freund Walter." Ganz recht, mein Schwiegersohn!" Eie enteilte' leichten Fußes demEoupee und wurdet stürmisch von der klcinen Frau Irma umhalst. Was Tausend. Du hier, Moll?" rief Walter erstaunt. Was stehst Du denn wie eine Sslzsäule an der offenen Eoupeethüre?, So komm doch erst einmal heraus. So nun sprich, was ist Dir denn passiv?" O nichts!" Ich begreife nur nicht, daß diese Dame " .Meine Schwiegermutter ist? Sie ist allerdings nur ein?Jabr älter wie ich und sieht mit ihren ' 37 Jahren noch recht gut aus. man körrnte sie fast für ein junges Mädchen hzten.-

Das habe ich auch auf der ganzen Reise gethan." Und hast Dich hosfentlich von Deinem Vorurtheil kuriren lassen!" Von ganzem Herzen ja!" . Die Unterhaltung wurde jetzt allgemein und der Rath nahm eine Einladung zum Abendessen bei Walters nur allzu eifrig an. Von da ab war er fast täglicher Gast dort. Kocht Mama nicht wundervoll?" fragte Walter ihn oft. Meine Irma hat schon ordentlich etwas gelernt. Mensch das wäre eine Frau für Dich!" Das habe ich auch schon gedacht wenn sie mich nur nähme!" Sie nahm ihn wirklich. Während ihres Aufenthalts in W. lernte sie den Landgerichtsrath aufrichtig schätzen und der Schwiegersohn that das Seine, die beiden einander näher zu bringen. Nun wohnt sie mit der Tochter an demselben Ort und Irma läuft manchesmal zu Molls. wenn sie mit iraend

einem Gericht nicht zustande kommen rann. ut mutz sich der Rath noch von Walter necken lassen, daß er die gefürchtete Alte" erkoren, während er doch vorher eme so große schwiege?mutteer - Aversion an den Tag gelegt habe. - Du vergissest mein Lieber, daß ich selbst keine. Schwiegermutter mitgehetrathet habe. Du siehst, ich habe ganz meinen Prinzipien treu gehandelt," pflegt er zu antworten. Aic Kirschen. Humores! von Andre Theuret. Obwohl er 32 Jahre zählte und obwohl er sich stets für einen hartgesottenen Junggesellen ausgegeben, hatte cr sich doch eines schönen Tages fangen lassen, der gute Jacques Le Varon. Von seiner ganzen Familie abgetanzelt, von gemeinsamen Freunden unablässig gequält, hatte er schließlich. des Zirieges müde, sich tm Hause des Herrn Brichard, eines reichen Kaufmanns, vorstellen lassen, der eine mehr als heirathsfähige Tochter besaß. Kraulern Eulalm Bnchard war eme Blondine mit weißenBrauen und blablauen Augen, die vom plastischen Standpunkte aus viel zu wünschen Übrig ließ, denn sie war erschrecklich mager. Dagegen besaß sie eine Mitgift von 300.000Francs und war von einer Mutter, die Grundsätze besaß und sich auf die Literaturfreundin hinausspielte, äußerst vornehm und streng erzogen worden. Aufrichtig gestanden, war die Literatur, die bei den Brichards in Ehren stand, Jacques Le Baron äußerst verhaßt; man las dort süßliche Romane und Modejournale. Inzwischen hatte man ihn als BeWerber freundlich aufgenommen und ihm gestattet, Fräulein Brichard reaelrecht den Hof zu machen. Da die schöne Jahreszeit nahte, so befand man sich auf dem Lande, auf einer Vesitzung, die den Brichard s geHorte. Semer Verlobte, w:e semer Schwieaermama in spe, war Alles, was Natur hieß, ein Gräuel; die Blumen verursachten ihnen Migräne; sie g:naen niemals über die Felder, wegen der Hitze oder des Thaues; sie hatte den Hühner- und Geslügelhof eingehen lassen. wei.l das frühzeitige Krähen der Hähne sie am Schlafe hinderte. Dabei leierten sie beständig auswendig gelernte Phrasen über die Vogel, rne kleinen blauen Blumen und die Sterne herunter. An einem Juni-Nachmittag, während Jacques Le Baron mit gesenktem Haupte und resignirter Miene in den Salon trat, fand er Madame Brichard in Galatoilette. Sie begab sich mit ihrer Tochter nach Antony. wo sie iraend einem Wohlthätigkeitsfeste beiwohnen wollten, und sie theilte ihm mit, daß man ihm bis zum Abend Urlaub gab. Er empfand darüber große Genugthuung, die er heucherlischerweise verbarg und beschloß, diese Stunden der Freiheit zu einer Streiferei durch die Felder zu benutzen. Während ein Break den ganzen Elan der Brichard's nach Antony entführte, eilte er vergnügt nach einer entgegengesetzten Richtung. Beim Sonnenuntergang sah er sich an einer Wegkrümmung einer jungen schönen Bäuerin von etwa 20 Jahren gegenüber, einer kräftigen, wohlgebauten Dirne mit braunem und dabei doch rosigem Teint, mit etwas zerzausten, kastanienbraunen Haaren und leuchtenden Augen. Sie war gerade damit beschäftigt, ein riesiges Bündel Klee auf die Schultern zu laden; doch es war zu fchwer und fiel bald nach rechts, bald nach links, wobei einige Kleeblätter sich in die Haare des Mädchens verirrten. Sie wurde ärgerlich, erröthete und begann zu stöhnen. Darf ich'Jhnen helfen?" fragte Jacaues. Sie sah ihn an. lächelte und murmelte: Bitte, ja!" Er stieg auf die Böschung und hob behend das Kleebündel, welches das Zunge Mädchen mit ihren nackten Armen fest umklammerte und auf ihrem Kopfe festhielt, dann richtete sie sich mit eleganter Bewegung auf und fing an, langsam neben ihm herzugehen. Sind wir weit von Chatenay entfern:?" fragte er. Ach nein, ich gehe dorthin und werde Ihnen den Weg zeigen Sie gingen n'.ben einander im Schatten der Nußbäume den Fußpfad hinunter. An einer Lichtung des Weges sahen sie in der Ferne die Dächer von Chatenay. und in demselben Augenblick kamen sie an einem Obstgarten ooller Kirschen vorüber. - Oh. b?c schönen Kirschen!" rief Jacques.' Sie stehen Ihnen zu Diensten.saate die Bäuerin, die Kirschen ge

hören uns... Da, sieigen Sie dort auf die Böschung..." Sie hatte ihr Kleebündel abgeworfen und war selbst auf die Böschung geklettert, als wolle sie ihm das Beispiel geben. Ihre nackten Arme wühlten in den Zweigen, und sie reichte Jacques Hände voll rother Kirschen, die sie zusammen verzehrten. Als er genug gegessen hatte, stopfte sie ihm noch die Taschen voll und sagte dann, in den Graben springend: Jetzt helfen Sie mir wieder meinen Klee aufzunehmen." Er gehorchte, doch von diesen keuchtenden Augen und den lächelnden Lippen angezogen, benutzte er die Gelegenheit, da sie die Enden der blauen Schürze mit ihren beiden Händen zurückhielt, um ihr zwei fchallende Küsse auf den Hals und den Mund -zu geben. Sie brach in ein lautes Lachen aus und rief: Sie sind naschhaft und geniren sich ganz und gar nicht . . ! Na, darum keinen Groll; wenn Sie wieder einmal hier vorbeXommen und Luö nach unserenKirschen haben, dann fragen Sie nur nach M6lie Hannequin." Darauf lachte sie noch lauter und eilte davon. Jacques Le Baron sah ihr nach. Dann wandte er der Villa der Brichard's plötzlich den Rücken, ging nach dem Bahnhofe und nahm ein Billet nach Paris. Dieser Ausflug in die freie Natur, der Anblick dieses sröhlichen Mädchens und dieser Kuß hatten ihm die Häuslichkeit der Brichard's und seine blasse, fade Braut für im mer verleidet. So ging seine Heirath zurück wegen einer Hand voll Kirschen. Die vier Jahreszeiten. Auf dem Valle. Die Frau Mama hat eingewilligt, Da sie das Bitrrn beider rührt; Auch der Papa hat es gebilligt, Und stolz er sie zum Balle führt. Sie tanzen, plaudern, promeniren. Sind miteinander so vertraut; Er wagt sogar es beim Soupieren Und nennt sie: süße, kleine Braut!" Wie glücklich beider Herzen pochen!!! Das sind galante Ritterwochen. NachderHochzeitsreise. Zurückgekehrt ist von der Reise Das junge, neuvermählte Paar; Da er in seinem Wirkungskreise Nicht länger zu entbehren war. Selbst im Bureau denkt er beständig Nur an sein süßes Weib zu Haus; Und sie bereitet eigenhändig

Für ihren Schatz den Lieblingsschmaus Ach welche Lust für lhn zu kochen!" Das sind die schönen Flitterwochen! Beim Frühschoppen. Freund, Du bist rein wie umgewandelt. Seitdem Du nun im Ehejoch! Nicht überlegt, nur rasch gehandelt! Ein Stündchen kannst Du bleiben noch!" Gern blieb ich Kinder doch indessen Ich muß nach Haus Ihr müßt verzeih'n Die Gattin wartet mit dem Essen Da muß ich möcht' ich pünktlich sein! Ich hab' es meiner Frau versprochen!" Das sind die bösen Zitierwochen. Nach dem Scat. Vorsichtig schleicht er sich insZimmer Die Stiefel zog er draußen aus. Aus Rücksicht; denn so macht er's immer. Kommt er nach Mitternacht nachHaus. Du Bummler!" ruft die Gattin plötzlich; Jetzt kommst Du heim?! Wo warst Du, wo?!" D'rauf folgt 'ne Prediqt ach entsetzlich! Seit Wochen macht sie's immer so. Er seufzt, als er ins Bett gekrochen: Ja, das sind die Gewitterwochen!" Theilnahme. Böse Schwiegermutter: Ihre Theilnahmslosigkeit. Herr Sohn, ist aber wirklich classisch! Sie wußten mich doch so gefährlich krank, und nicht ein einziges Mal ließen Sie sich nach mir erkundigen!" Schwiegersohn: Das allerdings nicht, aber ich suchte Sie täglich in der Zeitung unter den Gestorbenen und war stets ganz glücklich, Sie nicht darunter zu finden!" Juri st isch Definition d e s K u s s e s. Staatsanwalt: Der Kuß ist ein Preßerzeugniß, bei dem der Nachdruck gestattet ist." Rechtsanwalt: Der Kuß ist ein Genußmittel. wegen dessen Fälschung keine Anklage erhoben werden kann." Richter: Der Kuß ist ein Preßproceß, bei dem die Mündlichkeit des Verfahrens von jeher geboten ist, die Oeffentlichkeit aber meistens ausgeschlossen wird." Boshaft. Nichte: Bei der unliebenswürdigen Ansicht, welche Sie über mich haben, würden Sie, glaube ich, sogar meinen Cousin bemitleiden, wenn er mich heirathen wollte!" Onkel: Durchaus nicht! Ich würde mir denken: dem geschieht Recht!" Eigenthümlicher Vergleich. A.: Hören Sie. alter Freund. Sie und Ihre Frau sind wie ein gutes Rechenexempel." B.: Wieso denn?" A.: Sie geht so vollständig in Ihnen auf. daß nur eine Null übrig geblieben ist!" Zweideutig. Hausfrau (einen Gast zum Essen nöthigend): Bitte. langen Sie zu! Thun Sie ganz, als ob Sie zu Hause wären ich liebe es, wenn meine Gäste zu Hause sind."

ZZeiserkcit und Husten. Von Tr. Maximilian Bresgcn.

Wer hätte sich noch nicht erkältet"? Ich fürchte nicht, daß auf diese Frage sich irgend Jemand melden wird. Jedmann glaubt deshalb auch, diesen Gegenstand wenigstens ziemlich gründlich zu kennen und darin guten Rath ertheilen zu können. Und dennoch erkältet er sich immer wieder von Neuem. Da muß doch der gute Rath" entweder nicht gut sein oder nicht leicht befolgt werden können. Viele glauben ja auch thatsächlich nicht daran, vor Erkältung" bezw. vor deren Folgen sich schützen zu können. Doch nichts ist unrichtiger als das. Stellen wir zunächst fest, was man unter Erkältung zu verstehen hat. Das Wort allein sagt schon, daß Kälte unsere warme Oberfläche treffen muß, um eine Erkältung hervorzurufen; der Käliegrad kann dabei außerordentlich verschieden sein; wenn unsere Haut sehr stark erhitzt und feut ist. so kann schon ein sehr wenig kühler Luftzug eine Erkältung hervorrufen. Nicht aber folgt dieser immer Heiserkeit, Husten und dergl.. Dazu bedarf es noch anderer Umstände, und diesen wird gemeinhin und allgemein noch nicht die gebührende Aufmerksamkeit und Werthschätzung zugewendet. Eine Erkältung- der äußeren vA bewirkt stets eine starke Zusammenziehung ihrer Haargefäße, dagegen eine erhebliche Erschlaffung dieser in den Schleimhäuten, so daß letztere einer plötzlichen Vlutüberfüllung unterliegen und dadurch einen gewissen erhöhten Schwellungsgrad erlangen. Mit diesem letzteren gewinnt die Oberfläche aber eine sammetige Beschaffenheit. ein Umstand, der gerade Vorzug lich geeignet ist, etwa auf der Oberfläche anwesende Entzllndungserreger, wie wir deren mit jedem Athemzuge mehr oder weniger zahlreich in unsere Luftwege bringen, haften und sich fortentwickeln zu lassen. Dadurch erst greift an der Oberfläche der Schleimhaut ein Entzündungszustand Platz, der je nach seiner Oertlichkeit als Heiserkeit. Husten, Schlingschmerz. Schnupfen und dergl. sich geltend macht. Sollte man nun unter solchen Umständen nicht' glauben, daß die Eingangs erwähnten Schwarzseher dennoch Recht hätten? Und in der That ist nicht zu leugnen, daß sie ihre hoffnungslosenAnsichten aus ihrer und der allgemeinen Erfahrung geschöpft haben. Aber trotz dieser nicht zu beseitigenden Thatsachen befinden sie sich im Unrechte. Dieser scheinbar sroffe Widerspruch wird sich bald erklären. Die Aerzte sind Mangels besserer Einsicht in das Wesen der Krankheiten lange Zeit darauf angewiesen gewesen, in den meisten Fällen die Erschelnungen jener zu behandeln, während es ihnen dersaat blieb, der Wurzel des Uebels, seinen Ursachen entgegen zu neun. &o kann man zwar auch, wenn auch häufig nur mangelhafte Erfolge erringen : aber das Uebel kehrt, da feine eigentliche Ursache nicht . in : ' iu4i.iu m, liiiiiirr ivicoer. tocniieß lich gewrhnt der Mensck ssck soaar daran und betrachtet es als ein nothwenviges uevel, gegen welches er immer mit dem aleicken Erfolae das gleiche Mittel anzuwenden nicht unterlag!. Ja er verkennt schließlich dieses unzureichende zuverlässige" Mittel sogar derart, daß er nack seiner 25jährigen Anwendung eine Jubelfeier veranuallet over sich veranstalten läßt. Freilich darf er auf sein Mittel, das ihm. da die Aerzte ihn nicht gründlich zu heilen vermochten, zeitweise immer wieder Linderung verschaffte, dankbar Hinblicken; aber nicht richtig ist es. dieses Mittel als ein großes, zu bejubelndes Heilmittel binzust?ll,n Yritil mnn a V es seit langen Jahren immer wieder hat gebrauchen müssen, obne iedock durch dasselbe endgiltig geheilt worden zu )tm. Ten Ursachen der Krankbeit müssen wir also trachten auf die Spur zu kommen, um dort den Hebel unseres ärztlichen Handelns ansetzen zu können. Dieser an sich so richtige Weg hat zwar auch Manchen schon wieder m eme Sackgasse geführt. Die Ba-zillenjagd-hat man dies Unternebmen in ziemlich bezeichnender Weise genannt. Wohl ist es richtig, daß für viele Krankheiten ein lebender Entzündungserreger von ursächlicher Bedeutung ist. allein wir wissen ebenso stcher. afc dieser nur auf einem für ihn günstigen Boden gedeihen kann. Sind dieKrankheitserreger im menschlichen Körper erst zur Entwickelung gelangt, so ist unser' Kampf gegen sie trotz aller großartigen Fortschritte der Wissenschaft doch immer nur ein sehr unsicherer. Wir sind deshalb darauf angewiesen, den Körper gegen das fruchtbare Eindringen vonKrankheitserregern möglichst zu schützen, d. h. die diesen am meisten ausgesetzten Punkte in möglichst gesundem Zustände zu erhalten oder in einen solchen zu versetzen.- Die Gesundheitspflege also ist es, welche in hervorragendster Weise uns den Kampf gegen die Krankheiten mit Erfolg zu destehcn ermöglicht. Die meisten an Heiserkeit und Husten erkrankenden Menschen sind Mundathmer. sei es nun. daß sie beständig oder einen großen Theil deS Tages und der Nacht durch den Mund athmen. Die Aufmerksamkeit ist noch so wenig auf diesen Umstand gerichtet, daß es mir ziemlich häusig vorkommt, es leugnet Jemand geradezu, er athme auch nur zuweilen durch den Mund, während er anderen Tages freiwillig bekennt, daß er doch sehr häufig, besonders in der Nacht, durch den Mund athme. Wer aber viel durch denMund athmet, verursacht damit, daß alle Luitstäubcben sieb in leine? Racken-

höhle, im Kehlkopfe und in der Luftröhre absetzen. An diesen Orten aber stehen ihrer leichten Entfernung natürliche Hindernisse entgegen, während die durch die Nasenathmung in die Nase gelangten Staubtheile vermöge der eigenthümlichen Beschaffenheit der Nasenschleimhaut und der Nase sehr leicht und rasch wieder entfernt werden. Die Mundathmer besitzen aber auch niemals eine wirklich gesunde Schleimhaut der oberen Athmungswege. Deshalb erkranken sie auch bei jeder Erkältung" an Heiserkeit, 5)Usten und dergl. Denn macht der bei plötzlicher oder starker Abkühlung der äußeren Körperoberfläche oder eines Theiles dieser die Schleimhäute treffende vermehrte Blutandrang die letzteren anschwellen, so betten sie in ihren feinen Falten die auf ihnen nie fehlenden Krankheitserreger in für deren

Weiterentwickelung günstiger Weise ein. Eme vollkommen aemnde Schleimhaut aber wird unter sonst gleichen Umständen in viel weniger auffälliger Weise in Mitleidenschaft gezogen. Heiserkeit entsteht auch durch unzweckmäßigen Gebrauch der Stimme, sei es, daß man sie zu stark, sei es, daß man sie zu anhaltend benutzt. Heiserkeit verknüpft sich auch mit anderen Krankheiten entweder allgemeiner oder örtlicher Natur. Bo den letzteren ist hauptsächlich der Krebs gefürchtet. Immerhin aber kann man zum Troste und zur Beruhigung sagen, daß er nicht zu den häufigen Ereignissen gehört. Die Bedeutung der Heiserkeit liegt darin, daß bei ihr stets der Kehlkopf und zwar vorzugsweise die Stimmbänder und die zwischen diesen gelegene Hinterwand erkrankt sind. Um die Natur der Krankheit in allen Fällen sruhzeit genug erkennen zu können, ist es nöthig, daß bei Heiserkeit, die nicht nach vierzehn Tagen wieder verschwindet, der Kehlkopf von sachverständiger Seite untersucht werde. Mit der Heiserkeit ist sehr häusig auch Husten verknüpft, während dieser andererseits auch ohne Heiserkeit auftreten kann. Auch bei ihr sollen unter gleichen Gesichtspunkten die AthemWege, so weit überhaupt möglich, dem sachverständigen Auge zugänglich gemacht werden, während die Lungen der sog. physikalischen Untersuchung zu unterwerfen sind. In allen Fällen aber müssen auch Rachen- und Mundhöhle sowie die Nasenhöhlen einer sorgfältigen Untersuchung unterzogen werden. Erst wenn das geschehen ist, vermag man den richtigen Weg zur wirklichen Heilung zu finden. Heiserkeit und Husten verschwinden, sobald ihnen nicht besondere Ursachen zu Grunde liegen, sehr rasch bei nur einigermaßen vernünftiger Behandlungsweise. Ist aber der Nasenluftweg verengt oder verschlossen, so mühen Wir uns vergeblich, wenn wir nicht in erster Linie jenen in Angriff nehmen; es reiht sich Erkältung an Erkältung, ohne daß man im Stande wäre, sie auszuschließen. Der Schnupfen nimmt keinEnde und durch ihn macht sich die Mundathmung nur noch eindringlicher geltend. In solchen Fällen ist das im Nasenluftwege bestehende Hinderniß, seien dies nun vergrößerte Gaumenmandeln, sei es die Rachenmandel, oder sei es Berschwellung der Nasenschleimhaut oder Verkrümmung der Nasenscheidewand, möglichst bald und vollständig aus dem Wege zu räumen. In allen solchen Fällen aber darf unter keinen Umständen die Nasenhöhle mit irgend einer Flüssigkeit ausgespült werden; denn diese hilft das Hinderniß nur vergrößern, wie bei der Schleimhautfchwellung, oder es verhindert, .daß rechtzeitig eine zweckmäßige Beseitigung des Hindernisses im Luftwege stattfindet. Die Nasenspülung ist nicht nur kein Heilmittel, sondern stellt geradezu eine Schädigung der Nase und nicht selten auch ihrer Nachbarschaft dar; sie ist nur in einzelnen wenigen Fällen und auch dann nur auf möglichst kurze Zeit zu verwenden erlaubt und dann stets nur als ein nothwendiges Uebel anzusehen. Hat man sich erst gesunde Schleimhäute verschafft, so sind auch Abhärtungs - Maßregeln von bestem und vor allen Dingen auch rascherem Erfolge gekrönt. Diese müssen darin bestehen, der äußeren Haut ihre Empfindlichkeit gegen Wärmeunterschiede zu nehmen. Die Kleidung muß aber stets der Witterung entsprechend gewählt werden;, niemals soll sie zu warm sein, auch den Hals möglichst srei lassen; die hohen und engen Stehkragen der Herren sind ebenso schädlich, wie die hochgehenden, den Hals oft fest einschnürenden Kleider der Damen. Nicht nur wird durch diese der Hals verweichlicht und erhitzt, loobei ein kühler Luftzug ganz besonders leicht eine Erkältung verursacht, sondern auch der Blutrückfluß wird sehr gehemmt, so daß in den Schleimhäuten der Nase und Rachcnhöhle eine Blutstauung und mit dieser eine Anschwellung eintritt. Also fort mit der einengenden Halsbekleidung! Di: Abhärtung derHaut erfolgt am besten nif eine Weise, die überall, zu Hause oder in der Fremde, regelmäßig jeden Tag ausführbar und zu der vor allen Dingen auch keine zweite Person erforderlich ist. Kaltes Wasser vnd Handtuch kann man schließlich überall haben, und seine Hände hat Jedermann auch bei sich. Morgens früh und Abends bespritzt man mit diesen seinen ganzen Körper, zunächst den Oberkörper, später die untere Hälfte und zuletzt durch einfaches rasches Eintauchen die Füße, die man aber während der Abspritzung des übrigen Körpers mit Pantoffeln oder dergl. versehen soll; das Stehen mit bloßen Füßen in kalten Gefäßen oder auf dem SMvoden wird besonders in

der ersten" Zeit nicht vertragen; es folgt Vielmehr sehr häufig darauf Schnupfen u. s. w. Das Abwäschen mit Schwamm oder Lappen ist auch nicht vortheilhaft, weil es nicht nur unangenehm erkältend wirkt, sondern auch heutzutage als ein sauberes Berfahren nicht angesehen werden kann. Das Abtrocknen soll ebenso rasch wie das Naßmachen geschehen. Es braucht durchaus kein ängstlich gründliches zu sein. Für Anfänger empfiehlt es sich, in der kalten Jahreszeit das Abspritzen im warmen Zimmer, aber mit kaltem Wasser zu machen. Kräftiger und schöner ist die Wirkung, wenn man mit einer Gießkanne oder beweglichen Brause Vorder- und Rückseite des Körpers, einschließlich dcr Fußsohlen, von einer zweiten Person sich bespritzen lassen kann. In diesen Fällen muß aber besonders bei Ansängern auf den Wärmegrad des Wassers etwas geachtet werden, da zu frisches Wasser leicht zu Erkältungen führt, so lange noch keine Angewöhnung stattgefunden hat. Es muß ausdrücklich hervorgehoben werden, daß diese kalten Abspritzungen durchaus nicht die warwi Bäder überflüssig machen. Es empfiehlt sich vielmehr, diese im Sommer womöglich täglich, im Winter mehrmals wöchentlich zu nehmen. Wer auf diese Weise seine KörperOberfläche planmäßig an größere Wärmeunterschiede gewöhnt, wird bald den wohlthätigsten Einfluß solcher Maßnahmen wahrnehmen. Wenn dazu nun noch häufig warme Bäder mit einer Seisenabreibung und nachfolgender kühler Abspritzung kommen, so wird die Haut zu unschädlicher rascher Wärmeabgabe immer mehr geeignet gemacht. Aber alle diese Maßregeln nützen nichts oder nur halb. wenn die Schleimhäute nicht vorher oder gleichzeitig in einen gesunden Zustand versetzt werden. Ebensowenig darf eine angemessene Bekleidung außer Acht gelassen werden. Wer aber nach diesen vrei Richtungen seinem Körper die erforderliche Aufmerksamkeit zuwendet, wird zu seinem Erstaunen bald wahrnehmen, wie wirksam er sich gegen Erkältung", beziehungsweise gegen deren unangenehme Folgen zu schützen vermag. Ein russisches 'Culturbild. Einem traurigen Loose gehen in Rußland häufig die Findelkinder entgegen, wenn sie das Findelhaus, das sie selbst in musterhafter Pflege hält, zur weiteren Verpflegung in andere Hände gibt. Ein Theil fällt den Engelmacherinnen anheim, die trotz aller Aufsicht der Behörden aus der Sterblichkeit der Findelkinder sich eine Einnahmequelle zu schaffen wissen. Nicht viel besser geht es dem andern Theil, der von Vauernfrauen im Innern angenommen wird, die den redlichsten Willen für das Wohl der Kinder haben, bei denen diese aber auch wie die Fliegen sterben, namentlich im Sommer, bei der fürchterlichen Armuth der Bauern und der gänzlichen Unzulanglichkeit ärztlicher Hilfe. Die Frauen erhalten für die Verpflegung der Kronskinder" für das ganze Jahr dreißig Rubel, also etwa $15. Dafür können sie die Pflege selbstverständllch nicht entfernt bestreiten, aber das baare Geld, das zumeist in die Kirchspielkasse zur Bezahlung rückständiger Steuern wandert, verlockt die Bäuerinnen zur Aufnahme der armen Kinder. Wie es dann zugeht, schildert der russische Schriftsteller Uspenskij, der folgende Geschichte erzählt: An einem glühend heißen Julitage fährt auf der Nikolaibahn in einem Wagen dritter Klasse ein altes Bauernweib, das einen Sack neben sich zu stehen hat. Neben ihr sitzt ein Kleinbürger, der sie gelegentlich fragt, wohin sie reisen will. Zu unserem Arzt, auf die Station X." Sie nannte eine sehr entfernte Station. Bist Du krank?" fragt sie der Nachbar. Ach nein, ich bin nicht krank ich wollte schon lieber, ich wäre todt sieh hier, was ich mit mir führe." Und dabei läßt sie den Mann verstohlen einen Einblick in den Sack thun. Er birgt drei Kinderleichen! Ich kann sie nicht beerdigen ohne den Todtenschein, und der Arzt wohnt so weit! In einen Sarg kann ich sie nicht legen, da müßte man einen besonders Wagen einstellen lassen und bezahlen wie soll ich das machen?" Sind sie getaust?" fragt der Kleinbürger. Ja, getauft sind sie, aber sie sterben Eines nach dem Andern, fast immer wegen der Milch, der sauer gewordenen Milch." Hast Du sie alle Drei in Pfleoe aehabt?" Nicht doch!

Aber es kann doch nicht Jede ihi Kind hinbringen. Das wäre viel zu theuer. So fahre ich allein und bezahle nur eine Fahrkarte und die Nachbarinnen haben mir ihre Todten mitgegeben!" Die Verbrechernatur der Thiere. Der bekannte italienische Anthrovologe und Psychologe Ferrero. ein Schüler Lombrosos, erklärt die Thiere für genau so verbrecherischer Neigungen fähig Wie die Menschen. Er sagt: Fast jede Art und Abart menschlichen Verbreckertbums kommt bei den Thieren vor. ffälle von Diebstahl beschreibt schon Ludwig Buchner bei den lenen. Sckrecklicbes Diebesaelichter aiebt's auch bei den Vöaeln. Ferrero beschuldigt vor Allem Tauben und Sratzen der Sünde gegen das siebente Gebot. Spatzen machen sich namentlich häufig der Beraubung von Schwalbennestern schuldig, und die Schwalben ihrerseits nehmen an den räuberischen Spatzen wieder Rache. Dohlen sind diebisch und dazu auch trunksüchtig: mit Brot, das man in Branntwein taucht, kann man sie auf leichteste Weise bezecht machen, j Unter den Vierfüßlern sind vor Allem die Katzen seh: unehrlich. .Die

Hunde sind ehrlich, aber wenn elneHLn. din. die sonst das Muster an Ehrlichkeit war. ihre Brüt zu sorgen hat, stiehlt sie wie ein Rabe: Mutterliebe macht sie zur Diebin. Mord und Kindesmord kommen bei vielen Thieren vor. Ferrero spricht wohlgemerkt nur von solchen Fällen, die als Verbrechen im menschlichen Sinne gedeutet werden können; denkt also nicht anMord, wenn es sich um fleischfressende Thiere handelt, die andere tödten. um sie zu fressen. Aber wenn ein Storch einen anderen Storch tödtet. auf den er eifersüchtig war, so ist das Mord. Und folche Morde kommen bei Vögeln wie bei Vierfüßlern häufig vor. Kindesmord ist ein bei Tbieven sebr bäufiaes

Verbrechen. Bei fast allen Thierarten finden wir Weibchen, die sich weigern, die Last, ihre Jungen aufzuziehen, auf sich zu nehmen; manchmal lassen sie ihre Brüt im Stich, zuweilen tödten sie sie. Das Alles, sagt Ferrero. sind Erfcheinungen. wie ste auch bei der Gattung Mensch auftreten, nicht im Germgsten anders, nur daß die Thiere im gewissen Sinne etwas weniger verbrecherisch veranlagt sind als die 'cenichen. Die Nachbarin. Sie gleicht der schmetternden Nachts all. Sie singet spät und früh. Es tränket ihrer Stimme Schall Die Luft mit Melodie. Sie singt so frisch, sie singt so frei, Sie singt, und hör' ich zu. Faßt Mich mit Macht die Melodei Und hin ist meine Ruh. Selbst componirt und dichtet sie'Z An Liedern, was sie singt Und was in a und b und eis Sich über die Straße schwingt. Ost wünscht' ich dann: besäße ich Ihre Lieder alle zu Haus! Dann schmettert ich sie sicherlich Zum Fenster auch hinaus! Recht liebliche Dinge ereianen sich bekanntlich öfters an der preußisch-russischen Grenze. Hier daö Neueste: Der Arbeiter Jakob ?nierzewski aus Przedusz in Rußland war in Vovowo bei Kruschwik beschäftigt und begab sich nach Mietlica an der preußisch-russischen Grenze, um i,eme Tochter zu besuchen. Von dort wollte er über die Grenze nach seiner etwa 200 Schritte davon befindlichen Wohnung gehen. Das bemerkten me vrcr russischen Grenzsoldaten Hindu.Smolukow und Piskunow vom Cordon Polajewek. Snierzewski defand sich noch auf preußischem Gebiete, als er von den berittenen Grenz oivaun Hindu und Smonukow verfolgt wurde. Er fluchtete nach vem preuiZischen Mietlicaer Forst, die beiden Russen eilten ihm jedoch nach und holten ihn 150 Schritte auf preußischem Gebiete ein. Hindu zog sofort seinen Säbel und versetzte dem Snierzewski zwei Hiebe über den Kopf, so daß der Getroffene besinnungslos zu Boden fiel. Dann nahmen die Russen dem Verwundeten auf preußischem Gebiet den in Popowo verdienten Lohn von 6.60 Mark ab und schleppten den Mann über die Grenze, wobei er noch weitere Säbelhiebe erhielt. Auch der Fußgrenzsoldat Piskunow, welcher 10 Schritt von der Grenze auf preußischem Gebiet stand, mißhandelte den an's Pferd gebundenen Snierzewski durch einen Bajonettstich in den Kopf und durch Kolbenschläge. Einer der jungen Bären aus dem Bevner Värengraben war in diesem Frühling dem Herrn Boß zum Bären" in Grindelwald übergeben worden, der ihn auferziehen und zum Vergnügen der Touristenwelt bei sich behalten wollte. Anfänglich ging auch Alles recht gut und ein eigenartiger Anblick soll es gewesen sein, dem kleinen wolligen Thiere zuzusehen, wie es, einem Baby gleich, aus der Saugslasche Milch trank. Aber, das Mutzli wuchs und bekam es fertig, die Pforte seines kleinen Zwingers gelegentlich zu öffnen; überhaupt waren ihm Thürfallen in der Mechanik bald kein Geheimniß mehr. Und so begab sich eines schönen Moraens das ungewöhnliche Ereigniß. daß am Bett einer im Gasthof logirenden Engländerin der braune zottige Gesell erschien, mit den Vordersätzen auf ihr Deckbett tappte und zu ihr endlich in's Bett kletterte. Die Dame, die nicht gedacht hatte, daß das Gasthofschild des .Bären- ihr jemals persönlich einen Morgenbesuch abstatten könnte, mag nicht übel aequietscht haben, als das zärtliche kleine Ungeheuer auf ihrem Deckbett herum rutschte; doch soll sie sich später getröstet haben in dem Gedanken, zwei na tionale Besonderheiten erlebt zu haben, erstlich einen rentablen Bär: in dcr schweizerischen Alpenwelt, zweitens einen Kiltgang. Dinge, die nicht jeder Engländerin passiren. Dieses war jedoch d?r letzte Streich des Grindel waldner Bären; er wurde,' zur Vesse. rung seiner Sitten in den Basier Bärcnzwinger verschickt, wo cs ihm nicht so aut gefallen kann, wie in der H:i math des Berner Bärengrabcns oer vollends in der guten Alpenluft Grin delwalds. Feinfühlig. Mutter (im Eisenbahncoup :): An den Zug muß ein Viehwagen angehängt sein; ich meine, ich hätte ein Schaf blöken hören. .ocyier iaus ver Pension zurück!chrend): Dem Dialekt nach scheint cs ein Kalb zu sein." Große Aehnlichkeit. A.: Ich sage Ihnen, die zwei Töchter des Dircctors sehen sich so ähnlich, daß. wenn ich sie auf der Straße begegne. ich immer glaube, eö sei blos eine, n ! ; a vx4t TOtisi" j IJUli VlllUl WIUUJV